Muss ich lesen…?

Bei meinem letzten Besuch in der Buchhandlung meines Vertrauens habe ich mir dieses Büchlein gegriffen. In diesem Büchlein werden alle nominierten Bücher zum diesjährigen Deutschen Buchpreis mit Leseproben vorgestellt. Ein Blick hinein offenbarte mir das, was ich eh schon wusste:

Ich habe von den nominierten Büchern nicht ein einziges gelesen!

Aber wäre dies nicht für einen ernstzunehmenden Buch-Blogger das absolute Pflichtprogramm? Ich habe zwar das eine oder andere der genannten Bücher in der Buchhandlung schon gesichtet und die eine oder andere Rezension zu den genannten Büchern schon gelesen. Einen endgültigen Impuls, diese Bücher zwecks eingehender Prüfung selbst in die Hand zu nehmen, blieb aus.

„Schande über mein Haupt“ oder „gleichgültiges Schulterzucken“?

Ich gebe unumwunden zu, dass die Größe meines schlechten Gewissens einen mehr als (naja: eher weniger) überschaubaren Umfang einnimmt und fühle mich bzgl. dieses Umstandes einfach großartig. Ich lese, was mir gefällt! Ich rezensiere, was mir gefällt. Ich lese nichts, nur weil es auf irgendeiner Liste steht, die mir suggeriert, dass ich dies unbedingt lesen müsste, um „en vogue“ zu sein, da ich sonst nicht mitreden kann und mir auf Cocktail-Partys ansonsten die Themen zum Small-Talk ausgehen!

(„En vogue“ und „cool“ sind übrigens Begriffe, die ich eher nicht im Zusammenhang mit meiner Person assoziiere, und Cocktail-Partys sind mir sowas von schnuppe.)

Trotzdem bin ich mir sicher, dass sich unter den nominierten Büchern ganz außergewöhnliche Werke befinden (…so wie unter den vielen, nicht nominierten Büchern ebenso außergewöhnliche Werke zu finden sind).

Und darum bitte ich Euch um Eure Mithilfe: Welches von den in diesem Büchlein vorgestellten Werke würdet Ihr mir wärmstens empfehlen – nicht weil es nominiert wurde, sondern einzig und allein aus dem simplen Grund heraus, dass es ein wunderbares Buch ist?

Ich danke Euch herzlich für Eure Tipps!

P.S. Bitte nicht missverstehen: Preise und Auszeichnungen sind wichtig! Sie schaffen Aufmerksamkeit, rücken die Buchbranche in den Fokus der Öffentlichkeit und würdigen die Leistungen der in der Buchbranche Tätigen. Ich bin für jedes verkaufte Buch dankbar!

6 Kommentare zu „Muss ich lesen…?

  1. Ja, das hatte ich gestern auch in der Hand – habe mich dann aber letztlich doch für den neuen Roman von John Boyne entschieden. 😉 Ich lese halt ebenfalls, was mir Spaß macht, kann Dir aber eben deswegen bei obiger Fragestellung leider nicht helfen. 🙂

    Gefällt 2 Personen

  2. Hallo,

    kommt mir bekannt vor! Beim Anblick der Longlist dachte ich auch: huch, da habe ich exakt Nullkommnull von gelesen.

    Ich muss gestehen: bei mir ist es inzwischen schon Tradition, nach Verkünden der Longlist viel zu viele Rezensionsexemplare anzufragen und zu versuchen, so viele davon noch vor Preisverleihung zu lesen, wie möglich. Nicht, weil ich da jetzt hipp sein will oder zur Elite gehören oder so, sondern weil ich mir denke: an den Büchern muss doch was dran sein – die Liste hat sich ja keine Einzelperson aus den Fingern gesogen.

    Joah, und es ist auch Tradition, dass ich ein Teil der Bücher liebe und mich mich bei einem anderen Teil frage: was hat die Jury geraucht, um DAS toll zu finden?! Trotzdem, die Neugier kriegt mich jedes Jahr wieder, und so habe ich auch dieses Jahr gnadenlos ausgereizt, dass Netgalley viele der Titel als eBook-Reziexemplare anbietet.

    Wirklich empfehlen kann ich bisher „Vater Unser“, das Buch hat mich total überrascht, und das positiv. Die Protagonistin ist der Inbegriff einer unzuverlässigen Erzählerin, man weiß nie so genau: was ist Wahrheit, was ist Wahnvorstellung oder bewusste Täuschung. Und das ist erstaunlich witzig, wenn auch immer haarscharf am Tragischen vorbeigeschrappt.

    Meine „Will ich lesen“-Liste:

    Der Sommer meiner Mutter
    Hier sind Löwen
    Kintsugi
    Cherubino
    Winterbienen
    Das flüssige Land
    Flammenwand
    Brüder
    Miroloi
    Das Leben der Elena Silber

    LG,
    Mikka

    Gefällt 1 Person

    1. Moin Mikka!

      Lieben Dank für Deine ausführliche Rückmeldung…!

      Ich habe ähnliche Gedanken: Da muss doch was dran sein, dass diese Bücher es auf die Liste geschafft haben! Und warum habe ich dieses Besondere nicht schon vorher erkannt? Was stimmt nicht mit mir und meinem Lesegeschmack?

      Nein! Das ist natürlich ein Scherz: Mit mir und meinem Lesegeschmack ist alles in Ordnung (Jaja, das behaupten sie alle!) 😂

      …aber ich danke Dir für Deinen Tipp und werde mal einen genaueren Blick auf „Vater Unser“ werfen.

      Herzliche Grüße
      Andreas

      Liken

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