[Rezension] Agatha Christie – Tödlicher Irrtum

Vor 2 Jahren wurde Rachel Argyle in ihrem Haus ermordet. Alle Indizien sprachen für ihren Adoptivsohn Jacko als Täter, obwohl dieser immer wieder seine Unschuld beteuerte und auf ein Alibi verwies. Doch dieses Alibi konnte nicht bestätigt werden, und so stirbt er während der Inhaftierung an den Folgen einer schweren Lungenentzündung. Doch nun steht ein völlig Fremder vor der Familie und behauptet, eben dieses Alibi bestätigen zu können: Jackos Unschuld am Mord seiner Mutter wäre somit bewiesen. Doch Arthur Calgary, dem besagten Fremden, schlägt keine Erleichterung oder gar Dankbarkeit von Seiten der Familie entgegen – im Gegenteil: Wenn Jacko es nicht war, dann muss es einer der anderen Anwesenden gewesen sein. So belauern der Ehemann der Toten, die übrigen vier Adoptivkinder als auch die Hausangestellten sich misstrauisch gegenseitig: Wem kann man noch trauen…?

Wir haben es – Wie könnte es auch anders sein? – mit einem klassischen Christie zutun. Und trotzdem schafft sie es immer wieder mich aufs Neue zu überraschen, eröffnet sie ihren Leser*innen doch interessante Blickwinkel.

Häufig wird in Krimis die Persönlichkeit des Täters sehr detailliert beleuchtet, um so seine Beweggründe für die Tat zu verstehen. In diesem Krimi ist es zudem von Bedeutung, die Persönlichkeit des Opfers näher in Augenschein zu nehmen. Wir haben es hier mit einer äußerst wohlhabenden Frau zu tun, die, da sie nicht selbst in der Lage war, Kinder zu bekommen, sich ihre Kinderschar fröhlich „zusammenadoptierte“: Sie behütete und hegte diese Kinder bis ins Erwachsenenalter hinein, traf für sie immer die richtigen Entscheidungen und erschien so unfehlbar und übermächtig. Rachel Argyle wird als eine Art „perfekte Übermutter“ beschrieben, die sich zwar dem Respekt ihrer Kinder sicher sein konnte, aber auch ihrer Liebe…? Fällt es nicht eher schwer, die Perfektion zu lieben? Macht nicht erst das Unperfekte an einem Menschen diesen für einen anderen liebenswert?

Auf der anderen Seite haben wir fünf junge Menschen, die alle aus ähnlichen ärmlichen Verhältnissen stammen, eine vergleichbare Erziehung, die zwar durch eine übertriebene aber gutgemeinte Fürsorge geprägt war, genossen haben, und doch unterschiedlicher in ihren Persönlichkeiten nicht sein könnten. Welche Faktoren lassen einen Menschen zur Rechtschaffenheit oder zur Kriminalität tendieren? Christie stellt die interessante Frage, was mehr Einfluss auf die Entwicklung eines Menschen nimmt:  die Herkunft oder die Erziehung? Sie lässt diese Frage unbeantwortet, stößt beim Leser aber einen Denkprozess an und animiert ihn, einen Blick auf die Mitglieder der eigenen Familie zu werfen.

Und wieder verspüre ich eine Hochachtung für eine Autorin, die schon im Jahre 1958 (Erscheinungsjahr des Romans) sich traute, in ihren Romanen Themen der Soziologie anzusprechen. In den 50er Jahren war dies sicherlich nicht die gewohnt gefällige Lektüre zum „Five o’clock tea“…!

Zum Abschluss: Als Christie-Fan freue ich mich natürlich närrisch, dass die „Queen of Crime“ seit einigen Jahren eine feste Heimat beim Atlantik-Verlag gefunden hat, und dieser immer wieder mit Veröffentlichungen auch ihrer unbekannteren Werke das Fan-Herz erfreuen. Eine Veröffentlichung aller ihrer Werke als Hardcover wäre einer Offenbarung gleichgekommen. Doch auch für das Taschenbuch-Format bin ich dem Verlag schon sehr dankbar: Ich möchte weder ungerecht noch unverschämt erscheinen! 😉


erschienen bei Atlantik/ ISBN: 978-3455006247

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

[Rezension] Shaun Bythell – Tagebuch eines Buchhändlers

…ZUM WELTTAG DER BUCHHANDLUNGEN


FREITAG, 22. AUGUST

Online Bestellungen: 3 / Gefundene Bücher: 2

Nach dem Mittagessen bin ich zu meinen Eltern gefahren, um ein Gewehr zu holen und damit auf einen Kindl zu schießen (kaputter Bildschirm, für 10 Pfund auf eBay erstanden). Es war unglaublich befriedigend, ihn in tausend Stücke zu ballern.

Einnahmen insgesamt: 296,47 Pfund / 20 Kunden

„The Bookshop“ ist die größte Buchhandlung für antiquarische Bücher in Schottland und ein Mekka für Buchliebhaber. Damit alles (manchmal mehr, meistens weniger) reibungslos läuft ist viel Arbeit, Herzblut und eine enorme Portion Humor von Nöten. Der Inhaber Shaun Bythell hat von allem zuhauf und lässt uns anhand seines Tagebuchs am ganz normalen Wahnsinn eines Buchhändlerlebens teilhaben. Statt romantischer Verklärung gibt es hier einen kurzweiligen aber durchaus realistischen Einblick ins Alltags-Geschäft: skurrile Kunden, vorlaute Angestellte, Kampf mit den großen Anbietern und ihren Online-Portalen, Ärger mit der Technik, der Post oder sonstigen Unvorhersehbarkeiten.

Ich staunte über Bythells Ideenreichtum, um sich und den Laden durch die täglichen Untiefen zu lotsen. Der Tagebuch-Schreiber passt in seiner kauzigen, liebenswerten Art hervorragend in das Ambiente eines Antiquariats und vergisst nicht, mit Ironie vom eigenen Scheitern zu berichten.

Kontinuierliche Handlung, Spannungsbogen, Weiterentwicklung des Handlungspersonals: Dies sucht die geschätzte Leserschaft hier vergeblich. Es ist eben „nur“ ein Tagebuch, wie es ja auch auf dem Cover steht: „Drin ist was drauf steht!“ So ist die Länge der einzelnen Einträge auch stets überschaubar. Im Großen und Ganzen ist „Tagebuch eines Buchhändlers“ sehr kurzweilig zu lesen, amüsiert und bietet sich wunderbar für die Lektüre zwischendurch an – ohne das die Gefahr besteht, den Faden zu verlieren und nicht mehr in die Handlung hineinzufinden (Handlung! Welche Handlung?). Leider birgt dies auch die leise Gefahr, in Beliebigkeit abzugleiten, da sich vieles wiederholt. Auch die Zitate von George Orwell aus „Erinnerungen an eine Buchhandlung“, die jedem Monat vorangestellt wurden, helfen da leider nur bedingt.

Die Tätigkeiten eines Buchhändlers sind eben alles andere als glamourös sondern eher von einer immer und immer wiederkehrenden und sich ständig wiederholenden Routine gekennzeichnet. Und doch aller erwähnten Untiefen bleibt die Botschaft unumstößlich: Der Besuch eines Buchladens, der von Büchermenschen mit Herz und Leidenschaft geführt wird, ist ein Erlebnis für alle Sinne und kann durch keinen Klick in einem Online-Shop ersetzt werden.

Hier ein sowohl optischer als auch akustischer Spaziergang durch „The Bookshop“:


erschienen bei btb/ ISBN: 978-3442718658

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

[Rezension] Kathrin Aehnlich – Wie Frau Krause die DDR erfand

„Wild Ost“ lautet der Arbeitstitel einer 6-teiligen Fernsehserie, die erstmals vom wahren Leben in der ehemaligen DDR erzählen soll. Isabella Krause, ein Kind des Ostens und am „Tag der Republik“ geboren (…Zufall, da bei der Frau Mama die Wehen zu früh einsetzten!), stolpert als durchaus gelernte aber erfolglose Schauspielerin in ein Casting und erhält den Auftrag zehn ganz normale Ost-Deutsche zu finden, die von ihrem Leben unter diesem politischen Regime erzählen. Frau Krause findet sie: authentisch, unverstellt und ganz normal. Doch dem westdeutschen Regisseur sind diese Menschen zu normal und (vor allem) zu unspektakulär. Er will das brutale, ehrliche Leben – oder vielmehr: das Leiden – unter Diktatur, Mangelwirtschaft und Staatssicherheit sehen. So bleibt Frau Krause nichts anderes übrig, als die realen Schicksale mit Hilfe ihrer Schauspielfreunde „aufzuhübschen“…!

Was ist übrig geblieben nach 30 Jahren Wiedervereinigung? Welche Klischees sind standhaft im west-deutschen Gedächtnis haften geblieben? Wie war es denn, das Leben der anderen? Die Deutsche Demokratische Republik bestand eben nicht nur aus Diktatur, Mangelwirtschaft und Staatssicherheit. Für die dort lebenden Menschen war dieses Land vorrangig Heimat…, Heimat und ein Zuhause: Da wird sich arrangiert und werden Kompromisse gefunden. Niemand (egal ob in Ost oder in West) hinterfragt seine Heimat. Wir werden hineingeboren und sehen es als gegeben an. Als Zuhause gilt ganz sicher nicht das vorherrschende politische Regime sondern die Familie, die Freunde und Arbeitskollegen, der Heimatort und die Landschaft. So war auch ein friedliches, „ganz normales“ Leben in der DDR möglich.

Kathrin Aehnlich räumt mit den Klischees zwischen Ost und West auf. Dabei geht sie sehr behutsam vor, demaskiert weder die Menschen im Osten noch im Westen des Landes, offenbart aber auch die Tragödien, die hinter der Wiedervereinigung stecken.

„Wiedervereinigung“ ist auch so ein Wort, das nicht richtig benennt, was es beschreiben soll! „Wiedervereinigung“ klingt nach „Zwei Partner, die getrennt wurden, finden wieder zueinander!“. Trifft es das? Hatten wir es mit zwei gleichberechtigten Partnern zu tun? Ich hatte eher den (natürlich subjektiven) Eindruck, dass der Osten seine Identität verlor und sich dem Heilsbringer West beugen musste. Auch durchaus Positives aus dem Osten wurde zur Seite gedrängt oder verwestlicht.

Ich kann mich noch sehr gut erinnern: Nach Öffnung der Grenze und nachdem die erste Euphorie abgeklungen war, veränderte sich die Stimmung im Westen. Niemanden ging es trotz Aufbau Ost und Solidaritätszuschlag schlechter, und trotzdem wurden „kritische“ Stimmen laut und die Vorurteile geschürt: „Der Ossie nimmt uns die Arbeitsplätze weg.“, „Der Ossie weiß ja gar nicht, wie man richtig arbeitet.“ und „Die sollen die Mauer lieber wieder aufbauen – aber diesmal 3 Meter höher…!“. Übrigens erklangen in Ost wie in West ähnliche Töne zur Flüchtlingswelle in der jüngeren Vergangenheit.

Die gewaltfreie Revolution vor 30 Jahren mit der anschließenden Wiedervereinigung ist ein Meilenstein unserer Geschichte. Wir können wahrlich stolz sein!

Kathrin Aehnlich ist ein wunderbares, kleines Buch gelungen, das anschaulich einen humorvollen Einblick in die gesamtdeutsche Seele gewährt und gleichzeitig zart und pointiert Schicksale porträtiert. So stehen diese kleinen, anrührenden Lebensläufe zurecht im Zentrum der Aufmerksamkeit des Lesers und bilden den Schwerpunkt des Romans und nicht die Titelgebende „Erfindung der DDR“.


erschienen bei Kunstmann/ ISBN: 978-3956143168

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

[Rezension] Friedrich Christian Delius – Wenn die Chinesen Rügen kaufen, dann denkt an mich

Was macht ein Leser, wenn er beim Verlag um ein bestimmtes Rezensionsexemplar bittet und ein gänzlich anderes Buch vom selben Autor erhält? Dieser Leser (Finger zeigt auf mich!) nimmt es als Fügung, da er schön häufiger die wunderbare Erfahrung machen durfte, dass Bücher, die unverhofft in das Blogger-Lese-Leben treten, sich durchaus zu einer besonders überraschenden Lektüre entpuppen können.

In diesem Fall sandte mir der Verlag satt „Die Birnen von Ribbeck“ diesen Roman zu, und wie meine geneigte Leserschaft meinem fb-Post vom 20. September entnehmen kann, habe ich völlig unbefangen mit der Lektüre begonnen…

…und nach 108 Seiten wieder abgebrochen.

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Ein ergrauter Wirtschaftsredakteur wird nach wiederholter öffentlicher Kritik an Politik und Industrie von seinem Verlag „freigestellt“. Diesen Umstand nimmt er zum Anlass, seine Gedanken und Ansichten – diesmal frei und ohne Zensur – in Form eines Tagebuchs der nächsten Generation (in seinem Fall: seine Nichte Lena) als Vermächtnis zu hinterlassen. Seine Tagebucheintragungen setzen am 30.09.2017 ein. Somit steht das Zeitgeschehen der jüngsten Vergangenheit im Zentrum seines Schreibens…!

Erfrischend fand ich die Entscheidung des Protagonisten, seine Tagebuchaufzeichnungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit niederzuschreiben ohne mit Klicks, Likes und Follower zu kokettieren. Dieser Entscheidung kann ich durchaus etwas abgewinnen, spiele ich doch selbst mit dem Gedanken meine fb-Seite einzustellen. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit steht es jedem frei, „vom Leder zu ziehen“, seinen Gedanken freien Lauf zu lassen und sowohl rücksichts- als auch hemmungslos seine Meinung kund zu tun. Nur leider handelt es sich hierbei um einen Roman (zumindest steht es so auf dem Cover), und somit ist die Öffentlichkeit leider nicht ausgeschlossen. Vielmehr lässt er die Öffentlichkeit (also in diesem Fall: mich) in kurzen und weniger kurzen Tagebucheintragungen teilhaben an seinen Gedanken zur Merkel-Regierung, zu den geplatzten Jamaika-Verhandlungen, der Flüchtlingspolitik und den Wehwehchen von überbezahlten Fußballern. Seine Ansichten und Meinungsäußerungen mutieren schnell zum Altherren-Gejammer und Stammtisch-Gefasel und wirken unangenehm besserwisserisch auf mich. Auch empfand ich seine beinah paranoide Angst vor der Machtübernahme der Chinesen als äußerst ermüdend.

Es war nun nicht so, dass mich die Lektüre verärgerte, amüsierte oder sonst wie emotional berührte: Sie lies mich erstaunlich gleichgültig zurück – ein Zustand, in dem ich mich beim Lesen möglichst nicht befinden möchte.

Vielleicht bin ich auch schlicht (und dies darf diesmal wörtlich genommen werden) und ergreifend für diese Art der Lektüre nicht intelligent oder nicht intellektuell genug (Vielleicht sogar sowohl das eine als auch das andere!). Aber auch diese Erkenntnis werde ich verkraften, mit ihr weiterleben und irgendwann mit ins Grab nehmen…!

„Und die Jahre gehen wohl auf und ab,
Längst wölbt sich ein Birnbaum über dem Grab,
Und in der goldenen Herbsteszeit
Leuchtet’s wieder weit und breit.“
Theodor Fontane


erschienen bei Rowohlt/ ISBN: 978-3737100762

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

[Rezension] Thomas Raab – Walter muss weg: Frau Huber ermittelt

Hannelore Huber ist glücklich: Nach 53 langen, freud- sowie trostlosen Ehejahren war ihr Gatte wenigstens so anständig in den Armen einer der Liebesdienerinnen aus dem heimischen Puff „Marianne“ abzunippeln. Wenigstens DAS hat er ihr erspart! Nun gilt es, das Begräbnis möglichst ohne Blessuren hinter sich zu bringen, und dann steht einem geruhsamen Rest-Leben nichts mehr im Weg. Sehr unangenehm, dass sich im Sarg ihres auf dem Höhepunkt seiner Manneskraft verblichenen Gatten eine falsche Leiche befindet. Der Bestatter selbst liegt dort äußerst unpassend im Satin, und von den sterblichen Überresten des alten Hubers fehlt jede Spur. Im kleinen Örtchen Glaubenthal ist es mit der ländlichen Idylle voller Friede, Freude, Eierkuchen erst mal Essig. Ebenso sauer stößt es Hannelore auf, dass sich aus diesem Grund der Beginn ihres harmonischen Rest-Lebens verzögert. Sie hat schon zu Lebzeiten den alten Huber ertragen müssen, da lässt sie sich von ihm nicht auch noch im Tod triezen. Eine Leiche fehlt? Dann muss eine Leiche eben wieder her! Frau Huber ermittelt…!

Ich stelle es mir ungefähr so vor:

Eines schönen Tages, als er so gar nichts anderes zu tun hatte, saß Thomas Raab bei einem Tässchen Tee und schaute verträumt aus dem Fenster in die Weite. Plötzlich stellt er sich folgende Frage: Was waren im Krimi-Genre bisher die gebräuchlichsten Indigrenzien, die einen Kriminalroman zum Erfolg geführt haben? Er stellte die Tasse zur Seite, griff sich flink Papier und Bleistift und notierte eine „Must Have“-Liste:

  • kauzige, ältere Frau als Laien-Ermittlerin
  • überschaubare Dorfgemeinschaft mit skurrilen Charakteren
  • dusselige Dorfpolizisten
  • niedliche Kinder
  • nervige Kinder
  • verschwindende und/oder auftauchende Leichen (wahlweise auch nur Teile von ebendiesen)
  • Klischees, Klischees, Klischees
  • Political Correctness: „Ach, geh weg mit so ’n Schmarrn!“
  • Sex, Crime & Action

…und was von dieser Liste taucht nun in meinem nächsten Krimi auf, fragte er sich und beantwortete diese Frage hurtig selbst: „Na, alles!“

Aber auch der Leser muss so einiges mitbringen, um diesen Krimi in seiner ganzen Pracht genießen zu können: Als Allererstes sollte er nicht alles allzu ernst nehmen. Auch wäre ein arg zartbesaitetes Gemüht eher hinderlich beim Genuss dieses Krimis. Ein ausreichendes Maß an Humor wäre auch hilfreich,…

…dann entdeckt der Leser mit Thomas Raab einen Sprachkünstler, der eine immense Freunde am Fabulieren hat und viel Wortwitz in seine Zeilen legt (…erstaunlich was er dem Doppelnamen „Unterberg-Sattler“ alles entlocken kann). Hier wird jedes Klischee hemmungslos und voller Genuss ausgewalzt. Raab scheut auch nicht vor Szenen voller Slapstick zurück. Seine Sprache ist schnoddrig, manchmal derb und voller Ironie. Der schwarze Humor lugt im kleinen Örtchen Glaubenthal um jede Häuserecke, versteckt sich hinter jeder Tanne.

Ich hoffe nur, er kann dieses Tempo auch beim zweiten Fall aufrechterhalten. Denn: Frau Huber ermittelt hoffentlich weiter…!!!


erschienen bei Kiepenheuer & Witsch/ ISBN: 978-3462050950

[Rezension] Carl Nixon – Fish ’n’ Chip Shop Song

Ich habe den Eindruck, dass sich Erzählungen in der letzten Zeit einer zunehmenden Beliebtheit erfreuen. Wurden sie häufig „nur“ als Kurzgeschichten belächelt und ihren Schöpfer*innen unterstellt, zur „richtigen“ Literatur fehle ihnen wohl die Ausdauer. Doch das genaue Gegenteil ist der Fall: Erzählungen zählen für mich zur Königsdisziplin in der Literatur. Im besten Fall schaffen die wahren Könner das, wofür andere Autor*innen hunderte von Seiten benötigen: Sie verstehen es auf wenigen Seiten eine ganze Welt entstehen zu lassen, incl. Spannungsbogen, Stimmungswechsel und Biografien des Handlungspersonals.

Seit einigen Jahren halte ich stets meine Augen offen, um weitere Talente für mich zu entdecken: Carl Nixon war mir bisher nicht bekannt, dabei kann der neuseeländische Autor schon einigen Erfolg im deutschsprachigen Raum vorweisen,…

…und: Er ist einer dieser wahren Könner im Erschaffen von Erzählungen! All das, was ich eingangs erwähnt habe, versteht er in seinen Erzählungen zu präsentieren. „Fish ’n’ Chip Shop Song“ ist eine Sammlung von 15 sehr unterschiedlichen und doch ähnlichen Erzählungen: Ein Wiederspruch? Ja! und Nein!

Da ist die dieser Anthologie namengebende Geschichte um eine junge Frau, die im Fish ’n’ Chip Shop ihrer Eltern arbeitet und sehnsuchtsvolle Fantasien zu einem Kunden ersinnt:  Hier entwickelt sich die Handlung in Form von Liedstrophen und erzeugt einen pulsierenden Beat.

Ein junger Mann trauert in „Das Badefloss“ um den Tot seines Kindes und gibt hierfür seinem Vater die Schuld: Erst ein weiterer prägnanter Vorfall sprengt die Ketten der Trauer und lässt einen Neuanfang zu.

Bei „Träume von einem Vorstadtsöldner“ schmunzelte ich über den beinah pragmatischen Humor der handelnden Personen: Hier werden die Bewohner eines Wohnparks für Senioren von jugendlichen Diebe heimgesucht und erkämpfen sich mit Hilfe eines angeheuerten Söldners das Gefühl der Sicherheit zurück.

„Seines Auges Apfel“ erinnerte mich in seinem märchenhaft-phantasievollen Grundton an Tim Burtons Film „Big Fish“.

In „Mein Vater und der tote Junge“ erfährt ein Sohn bei der Beerdigung seines Vaters ein tragisches Detail zu dessen Biografie, das Rückschlüsse auf sein Werden zulässt.

Auch wenn der Autor die Art und Weise der Darbietung variiert, so ist allen Erzählungen die leise spürbare Melancholie rund um das Thema „Sehnsucht“ gemein – häufig gepaart mit einer wehmütigen Trauer, die mir die Tränen über die Wangen rinnen ließ.

Dabei empfand ich die Trauer nie als erdrückend, und die Tränen wirkten wie eine Befreiung auf mich. Schon wieder ein Widerspruch? Tja, so bin ich eben: widersprüchlich…

…widersprüchlich ist das Leben,…

…und widersprüchlich ist auch diese wunderbare Sammlung an Erzählungen!


erschienen bei CulturBooks/ ISBN: 978-3959881074

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

[Rezension] Agatha Christie – Hercule Poirot-Krimis

„Hercule Poirot trat aus dem Nebel hervor, nahm Gestalt an und bekam konkrete Züge. Und es steckte viel mehr in diesem kleinen Mann, als ich erwartet hatte.“ Agatha Christie

1920 löste Hercule Poirot in „Das fehlende Glied in der Kette“ seinen ersten literarischen Fall: Über 30 weitere Romane sowie Kurzgeschichten sollten folgen. Agatha Christie bereute es später, dass sie ihm schon zu Beginn ein so hohes Alter gegeben hatte und somit auf eine überschaubare Zeitspanne in ihren Romanen festgelegt war. Dies tat der steigenden Popularität von diesen besserwisserischen kleinen Mann keinen Abbruch…

Hercule Poirot (Belgier, nicht Franzose/ wie er immer wieder gerne betont) lebt als Privatdetektiv in London und ist, obwohl er eher klein von Statur, eine wahre Erscheinung. Dazu tragen besonders sein äußerst penibles Äußeres incl. Schnurbart sowie sein Hang zur Symmetrie bei. Seine Fälle löst er äußerst analytisch mit Hilfe seiner „kleinen, grauen Zellen“.


Mord im Orientexpress

…ist wohl der bekannteste Poirot-Fall dank einiger erfolgreicher filmischer Adaptionen. Ein Zug steckt  in einer Schneewehe fest, ein Mord geschieht, und es gibt gleich 12 Verdächtige: Interessant bei diesem Krimi ist – neben der Frage „Who done it?“ – der Handlungsaufbau.

Der Leser begleitet Hercule Poirot durch die einzelnen Verhöre und kann die Aussagen, wer sich wann an welchem Ort befunden hat, anhand der vorhandenen Skizze der Zugabteile nachvollziehen. Auch wer die Auflösung schon kennt, wird am geschickten Aufbau der Geschichte seine Freude haben.

Für mich ist „Mord im Orientexpress“ eine der besten Poirot-Romane, der in der britischen TV-Adaption mit David Suchet als Poirot eine würdige filmische Umsetzung fand.

erschienen bei Atlantik/ ISBN: 978-3455650013


Das Geheimnis von Greenshore Garden

…ist eine kleine Mogelpackung: Der Verlag versprach bei Erscheinen eine kleinen Sensation „Nach 60 Jahren wiederentdeckt!“. Es handelt es sich hierbei um eine Novelle, die Agatha Christie später überarbeitet und zu ihrem Roman „Wiedersehen mit Mrs Oliver“ erweitert hat.

Die bekannte Krimiautoren Ariadne Oliver wird gebeten eine Charade als amüsante Mörderjagd zu inszenieren. Dabei stößt sie auf manch Undurchsichtiges und bittet darum ihren Freund Hercule Poirot um Hilfe. Kaum ist dieser vor Ort, ereignet sich ein Mord…

Auch wenn der Roman deutlich detailreicher und atmosphärisch dichter ist, liest sich diese Novelle angenehm leicht und gibt einen guten Einblick über die Arbeitsmethode von Agatha Christie. Zudem legte sie die Rolle der erfolgreichen Autorin Ariadne Oliver nach ihrem Vorbild an und schuf mit dieser liebenswert-kauzigen und zerstreuten Figur einen amüsanten Gegenpol zum über-korrekten Hercule Poirot.

erschienen bei Atlantik/ ISBN: 978-3455650891


Das große Hercule-Poirot-Buch

…versammelt auf satte 460 Seiten die schönsten Kurzgeschichten mit dem brillanten belgischen Detektiv und bietet auch ein Wieder-Lesen mit seinem Freund Captain Hastings, Inspector Japp vom Scotland Yard und der eifrigen Sekretärin Miss Lemon.

Eine absolut kurzweilige Lektüre…!

erschienen bei Atlantik/ ISBN: 978-3455600322

[Rezension] Susanne Scholl – Die Damen des Hauses

Vier ältere Damen unterschiedlicher „Couleur“ ziehen – nach Scheidung, Trennung bzw. Tod der Ehemänner und Lebensabschnittgefährten – zusammen in eine Wohnung und meistern gemeinsam ihren Alltag zwischen ersten Wehwehchen, neugewonnener Freiheit, amourösen Begegnungen sowie Freud und Leid um Kinder und Enkelkinder. Mehr braucht es nicht, um den Inhalt dieses Romans zu beschreiben.

Es hätte durchaus ein intelligenter Lesespaß, der generationsübergreifend für Erheiterung sorgt, werden können. Es hätte werden können…!

In den ersten vier Kapiteln werden „die Damen des Hauses“ von der Autorin Susanne Scholl sehr kurzweilig mit ihren Lebensgeschichten vorgestellt und liefern somit die Erklärung, warum sie sich zwangsläufig zu dieser Wohngemeinschaft zusammenfinden mussten. Die Autorin gibt gekonnt Einblicke in die Vita der jeweiligen Protagonistinnen und weckt Verständnis für die charakterlichen Besonderheiten ihrer Damen, die alle durch ihre individuellen Lebensumstände geprägt wurden. Dies geschieht auch sprachlich sehr ansprechend, weckt beim Leser die Neugier auf die weiteren Kapitel und schürt die Spannung auf den Moment, wenn diese sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten in der Wohngemeinschaft zusammentreffen bzw. aufeinanderprallen. Einem Psychogramm gleich taucht sie ein in die Gefühls- und Gedankenwelt der Frauen und lässt den Leser teilhaben. Es war mir eine Freude, dies zu lesen.

Ab Kapitel 5 glaubte ich plötzlich, einen anderen Roman zu lesen. Ich rieb mir erstaunt die Augen und konnte es kaum glauben, dass die nachfolgenden Kapitel von ein und derselben Person verfasst wurden. Für mein Empfinden hat sich der Schreibstil ab dem 5. Kapitel verändert, und ich fühlte mich plötzlich 30 Jahre in die Vergangenheit zurückversetzt: In den 90ern gab es mit „Neuer deutscher Frauenroman“ ein Genre auf dem Buchmarkt, das so bedeutende „Meisterwerke“ wie „Suche impotenten Mann fürs Leben“ und „Das Superweib“ hervorbrachte. Genau an diese Werke fühlte ich mich erinnert.

Während „die Damen des Hauses“ im ersten Teil sich meiner Sympathie sicher sein konnten, wirkten sie nun eher unbedeutend und verloren mit zunehmender Seitenzahl mein Interesse. Mir fehlten die Wärme in der Charakterisierung und das Verständnis in der Beschreibung ihrer allzu menschlichen Macken, und ich stellte mir die Frage, ob die Autorin ihre Heldinnen überhaupt mag.

Es wird gestritten, getriezt und geschrien. Statt scharfsinnige Weisheiten und heiter-ironische Bemerkungen folgen Dialoge auf Dialoge: Die Protagonistinnen reden sehr viel, haben aber wenig zu sagen. Ihre Beweggründe und somit ihre Gefühls- und Gedankenwelten bleiben dem Leser verborgen. Auch findet keine tiefer gehende Auseinandersetzung mit ihrer in den ersten vier Kapiteln beschriebenen Vergangenheit statt. Alles wirkt sehr oberflächlich, sehr plakativ: Ein Vertiefen in die Psyche der Damen wurde tunlichst vermieden. Und selbst in den wenigen wehmütig-anmutenden Situationen zieht es die Autorin vor, ihre Protagonistinnen sich lieber anzicken zu lassen als gegenseitige Solidarität zu bekunden (Dass ein wertschätzendes Porträtieren der älteren Generation durchaus möglich ist, hat eine Kollegin der Autorin in diesem Jahr schon eindrucksvoll bewiesen.).

Viele der momentan brisanten Themen unserer Zeit werden flüchtig aufgegriffen: Da bekommt Matteo Salvini aus Italien ebenso sein Fett weg, wie der Ex-Ehemann mit seinem frauenverachtenden Verhalten. Die lesbische Tochter heiratet und nimmt mit ihrer Ehefrau ein traumatisiertes Pflegekind auf. Eine andere Tochter unterstützt unbegleitete minderjährige Flüchtling. Als „Omas gegen rechts“ wird an Demonstrationen teilgenommen, und auch ein aktuelles „Meisterwerk der Literatur“ mit dem Titel „Fifty Shades of Grey“ wird in Zusammenhang mit Sex im Alter ebenso bemüht wie die Themen Demenz, Tod und Sterben. In der Summe ist es zu viel, im Detail zu wenig.

Es ist so schade! Wäre die Autorin ihrem anfangs gewählten Stil treugeblieben, hätte es vielleicht eine intelligente, warmherzige und humorvolle Lektüre, die mich bis zum Schluss begeistert, werden können.


erschienen bei Residenz/ ISBN: 978-3701717194

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

[Rezension] Daan Remmerts de Vries – Kaninchentango/ mit Illustrationen von Ingrid & Dieter Schubert

Zwei Kaninchen – ein Junge und ein Mädchen – treffen sich: Sie necken sich. Sie küssen sich. Sie tanzen und spielen. Sie umarmen sich. Sie fangen sich. Sie schweben und lachen. Sie hüpfen vergnügt am Ufer eines Sees – mal zum Licht der Sonne, mal zum Schein des Mondes. Dann nehmen sie Abschied, nur um – nach einer Drehung des Buches – sich abermals zu begegnen und die Freude an dieser Begegnung von Neuen ausgelassen zu genießen. Sie zeigen uns ihre Zuneigung: „Wir gehören zusammen!“

Ein Bilderbuch im wahrsten Sinne des „Wortes“…! Aber gänzlich ohne Worte…! Wortlos…!

Ein Umkehrbuch mit reizenden Illustrationen voller Farben und Wärme, das eine unbeschwerte Heiterkeit verströmt und seine Betrachter mit einem simplen Zauber belegt: …nur ein Blick und schon erscheint ein Lächeln! Magisch!

Die Geschichte dieser beiden putzigen Gesellen kann jede und jeder immer wieder selbst neu erfinden, immer wieder selbst neu erzählen…

…oder die Bilder still betrachten: ohne Worte!

Denn so manches Mal kann ein einzelnes Wort schon ein Zuviel sein!

Weniger ist manchmal so viel mehr!


erschienen bei aracari/ ISBN: 978-3907114070

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

 

[Rezension] Stuart Turton – Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle

„Heute Abend wird jemand ermordet werden. Es wird nicht wie ein Mord aussehen, und man wird den Mörder daher nicht fassen. Bereinigen Sie dieses Unrecht, und ich zeige Ihnen den Weg hinaus.“ steht in der Nachricht, die ein geheimnisvoller Unbekannter Aiden Bishop zukommen lässt. Auf dem Anwesen Blackheath der Familie Hardcastle wird ein Maskenball zu Ehren der Verlobung von Evelyn Hardcastle, der Tochter des Hauses, mit dem äußerst wohlhabenden und deutlich älteren Lord Cecil Ravencourt vorbereitet, und eben an diesem Abend geschieht ein Selbstmord, der keiner zu sein scheint. Nur wenn Aiden Bishop die Lösung zu diesem Verbrechen findet, kann er aus Blackheath entfliehen. Dabei gehört er weder zur Familie noch zum Hauspersonal und steht auch auf keiner Gästeliste: Wer ist er, und wie kam er nach Blackheath? Dafür wacht er Tag für Tag in einem anderen Wirt sprich im Körper eines anderen Gastes auf und erlebt diesen Tag zum wiederholten Mal incl. des getarnten Mordes. Er kann sich bei den Ermittlungen nur auf seine Kombinationsgabe verlassen und ist gezwungen, die Talente seines jeweiligen Wirtes zu nutzen. Dabei scheint jede und jeder auf Blackheath seine wahren Beweggründe hinter einer Fassade zu verbergen, so dass es schier unmöglich scheint, Freund vom Feind zu unterscheiden. Zudem lauert ihm im Verborgenen eine dubiose Gestalt in der Maske eines Pestdoktors auf. Allein dieser Tatbestand würde schon für reichlich Schrecken sorgen, wäre da nicht dieser brutale Lakai, der nach dem Leben seines jeweiligen Wirtes trachtet. Und dann ist da auch noch Anna…!

Wow! Stuart Turton hat – nach 3 Jahren Arbeit an diesem komplexen Werk – ein sensationelles Romandebüt abgeliefert, das gekonnt die Regeln von Raum und Zeit aufhebt, den Lesern nach allerbester „Whodunit“-Manier durch die Handlung treibt und mit den Elementen des Gothic-Thrillers spielt.

Die umfangreichen Fakten eines Tages werden in viele kleine Hinweise aufsplittert und nur bruchstückchenhaft – manchmal auch nur rudimentär – dem jeweiligen Protagonisten präsentiert. Da werden Indizien schon auf den ersten Seiten verstreut, die erst zum Ende des Romans an Bedeutung gewinnen und den Leser veranlassen, nochmals zurückzublättern, um die Fakten aus den Blickwinkeln der unterschiedlichsten Protagonisten zu sichten.

Das Symbol der Maske ist in diesem Kriminalroman allgegenwärtig: Niemand scheint in dieser Geschichte, die wahre Identität zu offenbaren. Aiden Bishop ist gezwungen, sich hinter den Gesichtern seiner Wirte zu verbergen. Die Familie Hardcastle, ihre Gäste wie auch die Dienstboten verstecken sich hinter Standesdünkel und Allüren, und auch der Pestdoktor verbirgt sein Antlitz hinter der charakteristischen Schnabelmaske. Sie alle treffen sich auf dem Maskenball in Blackheath!

Wer nach der obigen Inhaltsangabe fälschlicherweise glaubt, eine äußerst krude Geschichte vor sich zu haben, den kann ich beruhigen: Die Verwirrung ist einzig und allein meiner mangelhaften Fähigkeit, eine kurze, prägnante Inhaltsangabe darzulegen, geschuldet und lässt somit keine negativen Rückschlüsse auf das Talent des Autors zu. Ganz im Gegenteil: Turton versteht es bravurös die einzelnen Puzzleteile zu einem logischen Ganzen zusammenzusetzen. Stellt sich die Handlung anfangs als ein scheinbar undurchsichtiges Wirrwarr dar, entwirrt er an jedem neuen Tag und mit jedem weiteren Protagonisten die Handlung Stück für Stück zu einem logischen Ganzen.

In diesem geistreichen Ratespiel haben mich die facettenreichen Charaktere ebenso überzeugt, wie mich die unvorhersehbaren Wendungen, die die Handlung immer wieder in eine neue Richtung lenken, (positiv!) verwirrten. Die Antwort bleibt bis zum Ende im Dunkeln verborgen – oder sollte ich lieber sagen: hinter einer Maske? – und verblüfft mit einer überraschenden Auflösung!

Dieses Debüt wirkt – trotz seines klassischen Stils – frisch und unverbraucht: ein Novum in der Krimilandschaft, in der alle schon alles gelesen zu haben scheinen. Bravo!


erschienen bei Tropen/ ISBN: 978-3608504217

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!