MONTAGSFRAGE #78: Lest ihr außer Bücher auch andere Medien (Zeitungen & Co.) regelmäßig?

Bei der heutigen Montagsfrage dreht es sich nur bedingt um Literatur: Vielmehr geht es um Presse-Erzeugnisse, die mir neben der Literatur noch so „schwarz auf weiß“ vor die Augen kommen – und zwar regelmäßig: Damit fallen alle Klatschblätter, die mir beim Friseur oder im ärztlichen Wartezimmer zwischen die Finger kommen „könnten“ (!), schon mal weg. Beim Friseur muss ich glücklicherweise nie lange warten, und beim Arzt habe ich immer ein Buch dabei und oute mich so zwischen all den Handy-Glotzern als literarisch-versnobter Außenseiter.

Und doch gibt es ein paar Presse-Erzeugnisse, die ihren Weg in unser Haus finden und nach der Lektüre dort verbleiben, weitergereicht oder entsorgt werden.

Gern werfe ich einen Blick in unser täglich erscheinendes Lokalzeitung Osterholzer-Kreisblatt, das von uns Einheimischen auch gerne liebevoll „Käseblatt“ genannt wird. Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Kultur, Stellen- und Todesanzeigen werden von mir mit großem Interesse gelesen. Schließlich fühle ich mich mit meiner Heimatstadt verbunden und möchte über die dortigen Entwicklungen informiert sein. Einzig der Sportteil buhlt völlig vergeblich um meine Aufmerksamkeit. Sollte das Blatt nach der Lektüre nicht als Unterlage für Bastelarbeiten oder zur Auspolsterung von Paketen dienen, wandert es ganz unprätentiös in die blaue Tonne.

Die Aufgaben in unsere Beziehung sind klar definiert: Während mein Mann für das Kochen und Backen zuständig ist und in diesem Bereich zwei Abonnements sein Eigen nennt, die ihn mit vielen kulinarischen Ideen versorgen, bin ich die selbsternannte Deko-Queen und für das Ambiente und die Gemütlichkeit in unserem Heim zuständig. Früher kamen die Inspirationen per Abo ins Haus, heute entscheide ich am Kiosk nach Lust und Laune, welche Zeitschrift sich mit mir auf den Weg nach Hause machen darf. Da diese Zeitschriften in der Anschaffung nicht unbedingt günstig und zum bloßen Wegwerfen viel zu schade sind, wandern die „ausgelesenen“ Exemplare weiter zu zwei Freundinnen und sorgen dann dort für Unterhaltung und Inspiration.

Im Jahre 1988 saß ich im Theater am Goetheplatz in Bremen und sah nicht nur meine erste „My Fair Lady“ sondern mein erstes Musical überhaupt: Es war um mich geschehen! Diese Symbiose aus Text, Tanz, Schauspiel, Gesang und Musik war für mich unwiderstehlich und ist es bis zum heutigen Tage geblieben. Erst ein paar Jahre nach meiner „Infizierung“ entdeckte ich, dass ich meiner Leidenschaft auch regelmäßig in gedruckter Form frönen kann: Seit dem Heft Nr. 31 von Oktober/November 1991 kommt die Fachzeitschrift musicals: Das Musicalmagazin (damals noch unter dem Titel „Das Musical“) im Abonnement zu mir nach Hause. Dies ist das einzige Magazin, in dem ich wirklich jeden Bericht lese, und das unser Haus nicht wieder verlässt sondern archiviert wird.

…und was haltet Ihr Euch vor die Nase: Tageszeitung, Fachzeitschrift oder Klatschblatt???


Antonia Leise von „Lauter & Leise“ hat dankenswerterweise DIE MONTAGSFRAGE: Buch-Blogger Vorstellungsrunde wiederbelebt und stellt an jedem Montag eine Frage, die Interessierte beantworten können und zum Vernetzen, Austauschen und Herumstöbern anregen soll! Ich bin gerne dabei!!!

In meinem MONTAGSFRAGE-Archiv findet Ihr Fragen & Antworten der vergangenen Wochen.

MONTAGSFRAGE #77: Buch mit Huhn (oder Ei)?

Das letzte Mal, wo ich – so wie heute – nach dem Lesen einer Frage hysterisch aufgelacht habe, war im Jahre 1989, als ich einen ersten Blick auf die Aufgaben der Abi-Klausur im Fach „BWL“ warf. Das Ergebnis waren „sensationelle“ 3 Punkte. Für meine Abi-Klausur im Fach „Deutsch“, in der ich eine gelungene Abhandlung zu „Die Geschwister Oppermann“ von Lion Feuchtwanger lieferte, gab es dann stattliche 13 Punkte. Somit dürfte klar sein, warum ich hier Bücher rezensiere und keine Wirtschafts-Tipps gebe!

Doch nun habe ich ausgelacht, mich halbwegs wieder beruhigt und könnte mich somit der Beantwortung der heutigen Montagsfrage widmen. Unsere Hüterin der Montagsfragen Antonia sprach von einer recht leichten Frage: Hm, ja, nee, is klar…!

Morgen erscheint auf meinem Blog der erste Beitrag zu „Literaten im Fokus“, und so kreisen meine Gedanken seit einigen Tagen um Agatha Christie und ihren literarischen Geschöpfen. Wen wundert es da, dass mir bei dieser Frage als erstes der Name eines kleinen Belgiers (…nicht Franzose: Drauf legt er gesteigerten Wert!) einfiel.

  • Frage: Buch mit Huhn (oder Ei)?
  • Antwort: Jeder Roman mit Hercule Poirot in dem er ein Frühstück zu sich nimmt!

Unser genialer wie pedantischer Meisterdetektiv hat ein ausgewachsenes Faible für Symmetrie. Dieser Spleen geht soweit, dass er zum Frühstück immer 2 weichgekochte Eier zu sich nimmt, die in Größe und Aussehen absolut identisch sein müssen. Hierbei verlässt sich Poirot (ausnahmsweise) nicht auf sein exzellentes Augenmaß, sondern prüft Höhe und Breite der Eier mit Hilfe eines kleinen Lineals. Sind diese Eier nicht vollkommen, dann müssen sie – Vite! Vite! – schnellstens durch 2 neue Eier ersetzt werden. Poirot liebt die Perfektion, die er bis zur Manie pflegt.

Aber wahrscheinlich haben gerade diese kauzigen Eigenarten ihn zu dem erfolgreichen Meisterdetektiv werden lassen, dessen Beliebtheit bei der Leserschaft nach wie vor ungebrochen scheint.

…Buch, Huhn oder Ei? Was war als erstes da???


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MONTAGSFRAGE #76: Welche Bücher könnt ihr Eltern (& gelangweilten Kindern) gerade sehr empfehlen?

Hihihi! So eine einfache Frage…! Antwort: Na, alles von Astrid Lindgren und Erich Kästner! So, fertig…!

Nein, keine Bange, so einfach mache ich es mir natürlich nicht. Aber da ich immer sehr gerne und mit wachsender Begeisterung auch der Kinder- und Jugendliteratur ein Plätzchen auf meinem Blog einräume, stöbere ich für Euch etwas in meiner Rubrik „Das geschriebene Wort…“ und stelle Euch eine kleine Kollektion zusammen:

Für kleine und große Entdecker…

Zauberhafte Bilderbücher mit Botschaft…

Klassiker: neu interpretiert…

Märchen schreibt die Zeit…

Lindgren, Kästner & Co. …

Woher nehmen und nicht stehlen…

Wer sich nun noch fragt, wie er in Zeiten der heimischen Isolation an Lesestoff kommen soll, für den habe ich hier drei ganz pragmatische Tipps:

  • Viele Buchhändler sind nach wie vor telefonisch, per Mail oder Fax für uns erreichbar und verfügen über einen Online-Shop: Einfach das gewünschte Buch bestellen und – Schwupps! – wird es bis vor die Haustür geliefert. Die Buchhandlung in Eurer Nachbarschaft findet Ihr hier.
  • Auch die Bibliotheken im Land sind weiterhin sehr rührig. Viele bieten in Zeiten von Corona eine kostenlose „Onleihe“ an. Erkundigt Euch gerne bei der Bibliothek in Eurer Nähe, ob sie diesen Service auch anbietet. Adressen findet Ihr hier.
  • Tauschen, tauschen, tauschen: Einfach mal bei Familie, Freunden und Nachbarn nachfragen, ob diese interessante Bücher haben oder ihnen die eigenen Bücher anbieten. Beim nächsten Spaziergang wird das Buch sicher am vereinbarten Ort (Terrasse, Garage, Carport) hinterlegt. Zudem wäre es eine wunderbare Geste, wenn eine witzige Karte mit einer persönlichen Nachricht beim Buch liegen würde! Manchmal bedarf es nur einer Kleinigkeit, um anderen Menschen eine Freude zu bereiten! 🥰

Wer jetzt noch jammert, sie/er hätte nix mehr zu lesen, ist selber schuld!

…???


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MONTAGSFRAGE #75: Habt ihr im Moment mehr oder weniger Zeit zum Lesen?

Die heutige Montagsfrage kann ich mit einem schlichten und pragmatischen „weder/noch“ beantworten.

Mein Leben verläuft (noch) in verhältnismäßig normalen Bahnen: Ich gehe nach wie vor in gewohnter Weise meiner Arbeit nach, kümmere mich um Haushalt und Garten und tätige die Einkäufe des täglichen Bedarfs. Auch das tägliche Füttern der .LESELUST-Seite auf facebook mit Inhalt bindet eine gewissen Zeit.

Nebenbei mache ich mir schon Gedanken bzgl. der Oster-Präsente für Familie und Freunde und habe diesbezüglich schon die ersten Gutscheine bei den ortsansässigen Geschäften geordert.

Durchaus fehlen mir die regelmäßigen Besuche von Theater, Konzert, Kino u.v.m., und ich versuche dies mit einem Klick auf die div. kulturellen Online-Seiten zu kompensieren.

Was ich allerdings nur mäßig kompensieren kann (und da helfen Telefonate auch nur bedingt), sind Treffen mit lieben Menschen. Ich bin eben der soziale Typ und brauche den direkten Kontakt mit meiner Familie und meinen Freunden. Der Gedanke, dass dieser Zustand vielleicht noch Wochen anhält, lässt mich durchaus schwindlig werden. Aber aufgeben und jammern wären definitiv keine Optionen für mich. Da heißt es eher „Arschbacken zusammenkneifen und durch…!“

Doch dass die Langeweile mich nun schier überrollt und zum vermehrten Lesen animiert, kann ich nun nicht behaupten.

…und wie sieht es bei Euch aus: Lese-Flut oder Lese-Flaute???


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MONTAGSFRAGE #74: Welches Buch hast du zuletzt beendet, und wäre es eine gute Quarantäne-Lektüre?

Vorweg: Jedes Buch, das begeistert, fesselt, zum Nachdenken anregt und unterhält, taugt als gute Quarantäne-Lektüre. Obwohl: Albert Camus „Die Pest“ würde ich zurzeit eher höchst ungern lesen wollen, ebenso wie alle sonstigen Romane mit Endzeit-Szenarien. Somit habe ich innerhalb von Sekunden meinem „Vorweg“ mit einem „Obwohl“ widersprochen. …?!… Ach, egal…!

Gerade beendet habe ich den Roman „Radio Girls“ von Sarah-Jane Stratford, der nun auf seine Rezension wartet. Darum bitte ich um Euer Verständnis, dass ich mich bezüglich des Inhalts noch etwas bedeckt halte. Aber ein paar Eckdaten – sozusagen als Appetizer – könnte ich Euch doch schon kundtun: 20er-30er Jahre, Anfänge der BBC, starke Frauenfiguren, Emanzipation, Spionage…! Nein, mehr wird nicht verraten! Nur noch dies: Es eignet sich sehr als unterhaltsame Quarantäne-Lektüre.

Ansonsten versuche ich, mich nicht von der momentanen Situation niederringen zu lassen. Einerseits verfüge ich in meiner Tätigkeit als Krankenpfleger nicht über die Zeit, um ausgiebig zu jammern. Andererseits versuche ich meine Möglichkeiten zu nutzen, um möglichst viel positive Energie in die Welt zu schicken. So habe ich meine fb-Seite (www.facebook.com/andreaskueck.leselust) re-aktiviert, poste wieder alles und nichts rund um Literatur, Kultur und was mir sonst so ein- und gefällt und evtl. meinen Leser*innen Freude bereitet.

Zum Glück wird es mir an Literatur nicht mangeln, da die Buchhandlung meines Vertrauens nach wie vor via Online-Shop für mich erreichbar ist. Letzte Woche wurde mir meine erste Bestellung von der Buchhändlerin meines Vertrauens per Fahrrad bis zur Haustür geliefert (Übrigens: Einen Online-Shop haben schon sehr viele Buchhandlungen im Bundesgebiet.). Und da ich momentan deutlich weniger Geld für Tinnef verplempere, wird sicherlich die nächste Buchbestellung in kürzester Zeit folgen.

Für das Wochenende planen wir, unsere Nachbarn zum „Café Kokolores“ einzuladen: Unser Küchenfenster grenzt an deren Innenhof. Wir öffnen das Fenster und sitzen in unserer Küche mit eigenem Kaffee und Kuchen, während unsere Nachbarn sich im Innenhof mit ihrem Kaffee und Kuchen befinden. Der Sicherheitsabstand bleibt gewahrt, und trotzdem sehen wir uns und können mal wieder klönen.

Gerade dieses „sich sehen und klönen“ fehlt mir zwar sehr, und ich kann es recht gut mit Telefonate und Mails mit/an meine Lieben kompensieren. Doch wenn mein 4-jähriger Patensohn mir per Telefon zuruft „Ich hab dich lieb!“, dann nützen auch keine Durchhalteparolen: Da rollen bei mir die Tränen, und ich finde die Situation ziemlich „Schei…!“. Umso mehr freue ich mich auf die Zeit, wenn wir wieder über den Spielplatz toben oder die Enten am Teich mit Brot bewerfen. 😘

In diesem Sinne: Bleibt gesund & haltet durch!

…???


Antonia Leise von „Lauter & Leise“ hat dankenswerterweise DIE MONTAGSFRAGE: Buch-Blogger Vorstellungsrunde wiederbelebt und stellt an jedem Montag eine Frage, die Interessierte beantworten können und zum Vernetzen, Austauschen und Herumstöbern anregen soll! Ich bin gerne dabei!!!

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MONTAGSFRAGE: …heute leider nicht!

Liebe Leute!

Auch heute kann uns die Hüterin der Montagsfragen aus ganz persönlichen Gründen leider keine entsprechende Frage stellen. So können wir die freie Zeit, die ich sonst für die Beantwortung und Ihr für das Lesen verwendet hättet, auf vielfältige Weise nutzen.

Aufgrund „Corona“ tickt die Welt im Moment etwas anders. Das Leben macht auf mich momentan einen surrealen Eindruck: Schulen, Kindergärten und Museen sind geschlossen, Konzerte werden abgesagt, und Theater stellen ihren Spielbetrieb ein. Und doch läuft der persönliche Alltag irgendwie weiter…!

Die Natur lässt sich von „Corona“ nicht aufhalten: Osterglocken, Krokusse und Perlhyazinthen sprießen aus dem Boden, die Vögel singen bei Sonnenaufgang, und an den Bäumen sind die ersten Knospen schon zu erahnen. Und auch unser Kater pfeift auf „Corona“ und trifft sich weiterhin mit seiner kleinen Freundin auf unserem Carport-Dach, um gemeinsam mit ihr über sein Reich zu schauen.

Auch mir kribbelt es in den Fingern, diese Zeit für mich zu nutzen. Hier meine kleine To-Do-Liste:

  • Kübel, Kästen und Schalen mit Frühlingsblüher bepflanzen,
  • Spaziergänge durch die Wiesen,
  • Musik mal wieder sehr bewusst hören,
  • Telefonate mit Familie und Freunden in der Ferne,
  • Zweisamkeit mit meinem Mann genießen…

…und natürlich: lesen, lesen, lesen!

Sollte mir der Lesestoff tatsächlich ausgehen, dann bestelle ich meinen Nachschub natürlich nicht am Amazonas sondern selbstverständlich bei der Buchhandlung meines Vertrauens, die einen wunderbaren Internet-Shop hat und bei Bedarf bis zu meiner Haustür liefert.

Ich bemühe mich, besonnen mit dieser Situation umzugehen und sie als eine Chance zu sehen – als Chance, um innezuhalten und mich mal wieder auf die wesentlichen Dinge zu besinnen,…

…und Euch rufe ich zu: „Bleibt mir schön gesund!“

Lieben Gruß
Andreas

P.S.: In meinem MONTAGSFRAGE-Archiv könnt Ihr gerne meine Antworten vergangener Fragen nochmals nachlesen. Viel Spaß!

MONTAGSFRAGE #73: Welche Klischees haben für euch wirklich ausgedient?

Klischees! Klischees! Ich liebe Klischees! Ich spiele gerne mit ihnen! Ich tappe auch durchaus mal in ihre Falle! Und manchmal gehen sie mir gehörig auf den Geist!

Beispiel gefällig? Aber gerne!

Seit meinem Outing habe ich von verschiedenen Menschen – auch aus meinem engeren Umfeld – zu hören bekommen „Zum Glück bist du nicht so typisch schwul.“ Diese Äußerung war bestimmt als Kompliment gemeint, kam bei mir aber leider nie als Kompliment an. Ehrlich gesagt habe ich mit einer solchen Äußerung meine Schwierigkeiten. Sie provoziert mich zum Widerstand: Was – bitteschön – ist „typisch schwul“? Ich kann keinen akkuraten Lidstrich ziehen, habe keinen rosafarbenen Chihuahua als Haustier und renne auch nicht mit einem „gebrochenen“ Handgelenk durch die Gegend. Ich bin mir sehr sicher, dass dies auf die Mehrheit der schwulen Männer zutrifft. Wenn dies für die Mehrheit zutrifft, dann darf diese sich dafür zu Recht als „typisch schwul“ bezeichnen, oder? Und sind Männer, die dem beschriebenen Klischee entsprechen, dann weniger wert, respektvoll behandelt zu werden? Klischees kleben nun einmal fest in unseren Köpfen, und auch für mich ist es manchmal ein zäher Kampf, mich von ihnen zu befreien – von meinen eigenen und von denen, die die Gesellschaft versucht, mir anzupappen.

Doch wie sieht es mit Klischees in der Literatur aus? Aufmerksame Leser*innen meiner Seite werden bemerkt haben, dass mein besonderes Augenmerk der Kriminalliteratur gilt.

Das Krimi-Genre ist bevölkert von den „hardboiled detectives“. Ganz in der Tradition von Sam Spade oder Philip Marlowe agiert hier der gebrochene Rächer beinah eigenbrötlerisch mit einem reduzierten Gefühlsspektrum und einem noch reduzierteren Frauenbild. Ich habe den Eindruck, dass dieser arrogante, zynische und illusionslose Archetyp gerade seine Renaissance erlebt.

Scheint der „harte Kerl“ durchaus verführerische Seiten zu haben, so empfinde ich ihn auf Dauer eher als langweilig. Auf Dauer ist der literarische Umgang mit diesem „einsamen Wolf“ eben doch nicht Abendfüllend. Das Zauberwort lautet hier „Ambivalenz“: Ich will mehr! Er darf die genannten Eigenschaften durchaus besitzen, gleichzeitig muss es Brüche in seiner Persönlichkeit geben. Er darf mich mit Reaktionen überraschen, die ich aufgrund meines Klischee-Denkens nicht erwartet habe. Eindimensionalität war gestern: Heutzutage darf mein Held mir in „3D“ begegnen.

Besonders amüsiere ich mich über Krimis, bei denen ironisch mit Klischees umgegangen wird: Klischees sind vorhanden und werden auch genüsslich zelebriert. Dies geschieht aber durchaus mit einem schelmischen Augenzwinkern!

…und welche Klischees erwartet Ihr bei welchem Genre geradezu oder seid vielleicht sogar enttäuscht, wenn es nicht erfüllt wird?


Antonia Leise von „Lauter & Leise“ hat dankenswerterweise DIE MONTAGSFRAGE: Buch-Blogger Vorstellungsrunde wiederbelebt und stellt an jedem Montag eine Frage, die Interessierte beantworten können und zum Vernetzen, Austauschen und Herumstöbern anregen soll! Ich bin gerne dabei!!!

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MONTAGSFRAGE: …wegen Grippe geschlossen!

Liebe Leute!

„Corona hier! Corona da! Corona überall!“ …könnte man meinen. Doch die Hüterin unserer Montagsfragen Antonia Leise hat „nur“ eine ganz ordinäre Grippe und kann uns darum an diesem Montag mit keiner Frage erfreuen. Und dieser Umstand kommt mir nicht ungelegen (Also: …nicht, dass Antonia krank ist, sondern, dass es für mich keine Montagsfrage zu beantworten gibt!), denn auch bei mir hat sich der ordinäre Grippevirus eingenistet. So werde ich den Tag brach liegend auf dem Sofa verbringen, mich durch das Fernsehprogramm zappen und mit leidender Stimme Wünsche an meinen Göttergatten delegieren,…

…und Euch rufe ich zu: „Bleibt mir schön gesund!“

Lieben Gruß
Andreas

P.S.: In meinem MONTAGSFRAGE-Archiv könnt Ihr gerne meine Antworten vergangener Fragen nochmals nachlesen. Viel Spaß!

MONTAGSFRAGE #72: Was ist das älteste Buch, das ihr je gelesen habt?

Es ist nur eine schlichte Frage, und doch nicht so einfach zu beantworten.

Da könnte ich mich ganz gelassen zurücklehnen und auf die schon in der Montagsfrage der letzten Woche erwähnten Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm verweisen. Schließlich wurde deren erster Band bereits im Jahre 1812 veröffentlicht. Aber „einfach“ könnte ja jeder…! So krame ich tiefer in der Kommode meiner Erinnerung in der Hoffnung, dass nicht allzu viele Schubladen klemmen.

Vor genau hundert Jahren erblickte das Erstlingswerk einer jungen aufstrebenden Autorin das Licht der Öffentlichkeit, nichtsahnend, dass hier die zukünftige „Queen of Crime“ einen ihrer erfolgreichsten Detektive ins Rennen schickt: 1920 war das Geburtsjahr von Hercule Poirot, der mit „Das fehlende Glied in der Kette“ seinen Einstand gab. Selbstverständlich wurde vor ein paar Jahren meine wiederentdeckte Liebe zu Agatha Christie mit der Lektüre eben dieses Krimis neu entfacht.

Eine der ersten Sherlock-Holmes-Geschichten, die ich je gelesen habe, war „Der Hund von Baskerville“, die im Jahre 1902 erschienen ist und sicherlich als eine der erfolgreichsten Werke von Sir Arthur Conan Doyle gelten darf. Im Laufe der Jahre habe ich diese spannende Geschichte nicht nur unzählige Male gelesen, auch die vielfältigen Film- und TV-Adaptionen fanden mein Interesse, und sogar eine gelungene Bühnenadaption schenkte mir spannende Unterhaltung.

1977 flimmerten die ersten Folgen der Zeichentrickserie „Heidi“ über die Mattscheibe, und ich wurde ein bekennender Fan. So fand auch das literarische Vorbild von der Autorin Johanna Spyri, das beinah 100 Jahre zuvor (1879) veröffentlicht wurde, schnell Eingang in meinem Kinderzimmer. Zudem handelte es sich hierbei um die Kinderbuchausgabe meiner Mutter aus den 40er Jahren. Doch leider hat dieses Exemplar die div. Umzüge nicht überlebt!

Im September 2018 wagte ich mich doch tatsächlich an Dante Alighieris „Die göttliche Komödie“, die er erst kurz vor seinem Tod im Jahre 1321 vollendete. Dieses Werk wird gerne von mir als meine „literarische Lebensaufgabe“ bezeichnet, und damit habe ich wahrlich nicht übertrieben. Dieses Werk ist alles andere als „leichte Kost“. Ganz im Gegenteil: Es liegt eher schwer im Magen oder auf dem Magen – je nachdem, wie ich den seitenstarken Schinken bei der Lektüre positioniere.

…und welche antiken Leseschätze habt Ihr in Eurer Erinnerungskommode versteckt?


Antonia Leise von „Lauter & Leise“ hat dankenswerterweise DIE MONTAGSFRAGE: Buch-Blogger Vorstellungsrunde wiederbelebt und stellt an jedem Montag eine Frage, die Interessierte beantworten können und zum Vernetzen, Austauschen und Herumstöbern anregen soll! Ich bin gerne dabei!!!

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MONTAGSFRAGE #71: Welche Bücher mit Illustrationen im Mittelpunkt des Werkes sollten in keinem Buchregal fehlen?

Für mich – und dies ist eine rein subjektiv geprägte Äußerung – sind Illustrationen mit dem Werk in keinem Genre so eng miteinander verbunden wie bei den Märchenbüchern. (Oder kann sich irgendjemand ein Märchenbuch ohne Illustrationen vorstellen? Nein?! Na, sag ich doch!)

Märchenbücher gibt es „wie Sand am Meer“, sei es als Anthologien unterschiedlichster Ausprägung oder als Bilderbücher mit einer einzigen Märchengeschichte, und so abwechslungsreich das Angebot an Märchenbüchern ist, so vielfältig sind auch die entsprechenden Illustrationen. So findet jede*r das passende Märchenbuch nach dem persönlichen Gusto.

Für mich – und auch dies ist wieder eine rein subjektiv geprägte Äußerung – gibt es ein Märchenbuch, das von all meinen Märchenbüchern seit Jahren an erster Stelle steht: Am 1. November 1987 erschien im Diogenes-Verlag Das große Märchenbuch, das nach wie vor erhältlich ist und sich somit zu einem Dauerbrenner entwickelt hat. Auf 672 Seiten sammelte Herausgeber Christian Strich nicht nur die bekanntesten und beliebtesten Märchen von den Brüdern Grimm und Hans Christian Andersen. Er warf auch einen Blick auf die Schätze fremder Länder mit ihren Volksmärchen und gab auch weniger bekannten Märchenerzählern wie Alexander N. Afanasjew oder Joseph Jacobs Raum. So ist allein die Auswahl dieser Märchen-Anthologie schon etwas Besonderes. Was „Das große Märchenbuch“ allerdings so außergewöhnlich macht, sind die Illustrationen von Tatjana Hauptmann.

Das große Märchenbuch im Diogenes Verlag - Tatjana Hauptmann.png

Ich weiß wirklich nicht, wo/wie ich beginnen soll! Am liebsten möchte ich in einen wahren Begeisterungstaumel incl. Jubelrufe ausbrechen…! Doch ich werde versuchen, mich zu zügeln. Kurz und bündig: Tatjana Hauptmanns Illustrationen sind schlicht und ergreifend wunder-wunderschön!!!

Jedes Märchen erhält von ihr ein ganzseitiges, farbenfrohes Aquarell. Zusätzlich tummeln sich im Text und am Rand des Buches mannigfaltige Zeichnungen, die fantasievoll und detailreich die Handlung bereichern. Ihre Illustrationen sind durchaus für Kinderaugen geeignet, aber auch der erwachsene(re) Betrachter entdeckt skurrile oder pikante Einzelheiten – und dies manchmal erst beim dritten, vierten oder fünften Anschauen.

Ihre Zeichnungen weisen eine gewisse Verspieltheit auf, ohne in eine kindliche Drolligkeit abzugleiten und sind geprägt durch ihren humorvollen Blick auf das jeweilige Märchen. Tatjana Hauptmanns Illustrationen sind schlicht und ergreifend wunder-wunderschön! (Uups, das hatte ich ja schon erwähnt!) Dies ist für mich definitiv ein Werk, das in keinem Buchregal fehlen darf!

…und welchem illustrierten Werk gebt Ihr den Vorzug?


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