MONTAGSFRAGE #28: Wie hat sich dein Leseverhalten innerhalb der letzten zehn Jahre (nicht) verändert?

Montagsfrage (1)

Moment! Moment! Um diese Frage beantworten zu können, muss ich mein jüngeres Ich vor meinem geistigen Auge erscheinen lassen:

Es ist der 18. März 2009, und ich bin zu diesem Zeitpunkt 39 Jahre alt. Mein Mann und ich hatten im Jahr zuvor still und heimlich geheiratet (oder uns vielmehr lebenspartnerschaftlich eintragen lassen), wollten ein Jahr später Familie und Freunde mit der Einladung zu einem rauschenden Fest überraschen, das leider aus persönlichen Gründen nie stattfinden sollte. Trotzdem fanden wir es an der Zeit, dass besagte Familie und Freunde endlich über diese für uns so wichtige Veränderung unserer Beziehung informiert werden. Und das hatten wir gerade per postalischer Bekanntmachung getan.

Ich kann mich noch genau an die Reaktionen erinnern. Ich weiß auch noch genau, was ich beruflich zu diesem Zeitpunkt gemacht habe. Aber was habe ich damals (nicht) gelesen??? Hmm!!!

Im Wesentlichen war mein damaliges Leseverhalten schon sehr ähnlich meinem heutigen: Krimis nahmen einen großen Stellenwert ein. Ich war ein großer Fan von den Katzen-Krimis von Rita Mae Brown: Wobei mein Enthusiasmus im Jahre 2009 schon am Abklingen war. Ich hatte allerdings mit Colin Cotterill einen würdigen Nachfolger gefunden, und Alan Bradley stand auch schon bei mir in den literarischen Startlöchern.

Auf jedem Fall war meine Leidenschaft zu Agatha Christie noch nicht wieder zur vollen Blüte erwacht: Sie war immer vorhanden, schlummert allerdings noch! Auch meine Liebe zu Kurzgeschichten wurde erst einige Jahre später mit meiner zunehmenden Tätigkeit als Vor-Leser erweckt, und auch die Lyrik musste noch ein wenig ausharren, bis ich ihr eines Blickes würdigte.

Fazit: Das Leseverhalten von dem 39-jährigen Andreas unterscheidet sich nicht gravierend von dem jetzigen Andreas. Der Mensch ist eben das berühmt-berüchtigte Gewohnheitstier, und mit zunehmenden Alter hat sich auch das Leseverhalten entwickelt und gefestigt.

…oder ist an dem Mythos „Alle 7 Jahre ändert sich der Mensch!“ doch etwas dran? Was meint Ihr???


Antonia Leise von „Lauter & Leise“ hat dankenswerterweise DIE MONTAGSFRAGE: Buch-Blogger Vorstellungsrunde wiederbelebt und stellt an jedem Montag eine Frage, die Interessierte beantworten können und zum Vernetzen, Austauschen und Herumstöbern anregen soll! Ich bin gerne dabei!!!

In meinem MONTAGSFRAGE-Archiv findet Ihr Fragen & Antworten der vergangenen Wochen.

10 Kommentare zu „MONTAGSFRAGE #28: Wie hat sich dein Leseverhalten innerhalb der letzten zehn Jahre (nicht) verändert?

    1. …aber genau dieser Umstand macht die Beantwortung dieser Frage so spannend und abwechslungsreich, oder? In den Antworten meiner Mit-Blogger*innen finde ich eine literarische Bandbreite, die bei „Hanni & Nanni“ anfängt und bei „Shakespeare im englichen Original“ aufhört. Toll!

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  1. Ich finde, es hängt auch mit anderen Dingen zusammen, die eine*n gerade beschäftigen. Ich habe während der Uni in den Semesterferien sehr viel gelesen. Viel mehr als zu Schulzeiten. Aber da gab es auch einige Überschneidungen von Hobby und Uni, das ist so schön am Germanistikstudium. 😉 Der deutliche Einbruch kam mit dem ersten Job nach dem Studium und damit einfach generell viel weniger Zeit. Da ich gerade wieder einen neuen Job angefangen habe, kann ich noch nicht sagen, wie sich das weiter entwickelt. Da ich im Moment zwei mal in der Woche pendeln muss, kann ich aber wieder etwas mehr Lesezeit finden. 🙂

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    1. Da stimme ich Dir voll und ganz zu: Auch die momentanen persönlichen Umstände haben einen großen Einfluss auf unser Leseverhalten – sei es durch Ausbildung, Studium oder Weiterbildung: Da habe ich deutlich öfter und intensiver zum Fachbuch gegriffen als heute! Oder im letzten Jahr hatte ich direkt nebenan eine Baustelle mit dem entsprechenden Geräuschpegel: Da reduzierte sich mein Lesen auf ein Minimum, da ich abends aufgrund der Beschallung tagsüber einfach nur erschöpft war.

      Manchmal wirken persönliche Entscheidungen, manchmal Einflüsse von außen auf unser Leseverhalten ein! C’est la vie!

      Lieben Gruß
      Andreas

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  2. Hallo Andreas,

    ich musste auch erst mal nachdenken, wie sich mein Leseverhalten verändert hat. Vor zehn Jahren war ich neunzehn bzw. bin Ende des Jahres zwanzig geworden. Damals hatte ich noch einen etwas anderen Lesegeschmack als heute. Vermutlich liegt das aber auch, wie der Büchernarr schon angeführt hat, am Alter. Mit 19 ist man doch noch ein ganz anderer Mensch als mit 20, während sich das angleicht je älter man wird.

    Liebste Grüße und eine schöne Woche
    wünscht Emma

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  3. Hallo Andreas,

    der Mensch ändert sich also alle 7 Jahre? Hmmm, ich gehe tief in mich… Bei mir sind die Abstände etwas kürzer und ich beahupte, dass es aller 5 Jahre der Fall ist.

    Ich gratuliere dir, dass du deinem Stil treu geblieben bist. An bestimmten Dinge im Leben sollte man festhalten und wenn es die Liebe zum bestimmten Genre ist.

    Liebe Grüße
    Tina

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    1. Moin Tina!

      Ich glaube an diese 7-Jahre-These auch nicht, da eine Veränderung von vielen Faktoren abhängig ist, und man immer dann dazu „gezwungen“ wird, wenn man sie am Wenigsten gebrauchen kann!

      Ja, an bestimmte Dinge darf man auch festhalten, da sie ein Teil der jeweiligen Persönlichkeit sind!

      Lieben Gruß retour
      Andreas

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