Vorlesewettbewerb 2019/20: Das Finale…

Seit einigen Jahren bin ich ja nun selbst ein kleiner Teil der großen Gemeinschaft beim Vorlesewettbewerb, indem ich als Mitglied der Jury hier bei uns auf Kreisebene in Erscheinung trete. In diesem Jahr mussten die jeweiligen Entscheide unter erschwerten Bedingungen stattfinden, und es ist bewundernswert, dass sich davon alle beteiligten Kinder weder entmutigen noch beeinflussen ließen.

Und so fanden auch schon die Landesentscheide in digitaler Form statt, die unsere heutigen Finalist*innen bravourös gemeistert haben: 16 Kids aus 16 Bundesländern stellen sich heute mutig der Jury, bzw. ihre vorab aufgezeichneten Beiträge werden heute erstmals der Jury präsentiert. In diesem Jahr besteht die Jury aus Schauspielerin Hanna Binke, dem letztjährigen Bundessieger Anton Naab und der Hörbuchverlegerin Angelika Schaack, die auch den Juryvorsitz inne hat.

Damit alle Kids möglichst identische Voraussetzungen vorfanden, um ihre Beitrage zu realisieren, wurde zur jeweiligen Schule eine spezielle Box mit Kamera und Mikrofon geschickt, die die Beiträge kontaktlos aber höchst professionell aufnahm. Ich bin mir sicher, dass dabei ganz außergewöhnliche Beiträge entstanden sind, die wir heute ab 14:30 Uhr hier bewundern können,…

…und ich drücke Anna, Anton, Antonia, Emil, Hannah, Jaron, Johan, Johanna, Jonna, Josefine, Laura, Lucie, Meliya, Niklas, Samuel und Sina ganz fest die Daumen, gönne jede*m von ihnen den Sieg und wünsche ihnen von Herzen…

TOI – TOI – TOI 

Der Bundesweite Vorlesetag…

In meinem Kopf schwirren schon einige Ideen wild durcheinander und warten darauf, eindeutige Formen anzunehmen. Dieser kreative Prozess wird erfahrungsgemäß noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Doch sobald sich aus einer diffusen Idee eine konkrete Aktion geformt hat, erfahrt Ihr die Einzelheiten hier auf meinem Blog.“

…hatte ich am 4. August hier an diese Stelle vollmundig von mir gegeben, und dabei in der Tat meinen Mund etwas zu voll genommen. Die Umsetzung einiger Ideen scheiterte schon anfänglich an den vorgegebenen Corona-Maßnahmen, und die schlussendlich geplante Aktion fiel dem aktuellen Lockdown zum Opfer. Der Gedanke, meine Lesung online zu präsentieren, kam mir leider so spät, dass ich (selbst Equipment-frei) keine Möglichkeit mehr hatte, ein entsprechendes Equipment zu besorgen. Ich war/bin in diesem Jahr extrem schlecht vorbereitet, und darum muss der Bundesweite Vorlesetag leider ohne einen Beitrag von mir stattfinden.

Zum Glück waren viele Vor-Leser*innen deutlich besser vorbereitet als ich, und so gibt es „auf allen Kanälen“ eine Vielzahl an abwechslungsreichen Beiträgen zu bewundern. So findet auf den Seiten vom „Vorlesetag“ das Vorlesefestival statt, das auf Instagram oder Facebook verfolgt werden kann und mit einer illustren Schar an Vor-Leser*innen erfreut:

  • 9.30 Uhr: Cornelia Funke Drachenreiter
  • 11.00 Uhr: Thomas Müller Mein Weg zum Fussballprofi
  • 12.30 Uhr: Annette Frier Aschenputtel
  • 14.00 Uhr: Mushda Sherzada Pembo
  • 15.30 Uhr: Nazan Eckes Adrian hat gar kein Pferd

Da das diesjährige Thema „Europa und die Welt“ lautet, wurde im Vorfeld schon ein charmantes internationales und multilinguales Video veröffentlicht: Ein Märchen in 13 Sprachen. Ich habe mich sehr gefreut, dass die Wahl auf das Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten“ fiel. Schließlich lebe ich in der Nähe der Hansestadt Bremen und bin sozusagen der Nachbar der vier tierischen Musiker,…

…aber auch viele andere Institutionen wie Bibliotheken, Universitäten, Verlage, Schulen und Buchhandlungen sowie Prominente aus Kultur, Politik und Sport lassen es sich nicht nehmen und lesen vor. So wird u.a. die wunderbare Autorin Melanie Raabe um 8.45 Uhr aus Jede*r kann was! vorlesen, und der Lesung von Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte könnt Ihr auf dem YouTube-Kanal BremerRathaus lauschen.

Unter dem Hashtag #vorlesetag findet Ihr auf Facebook und Instagram Hinweise zu den jeweiligen Beiträgen. Eine detaillierte Übersicht über die bundesweit stattfindenden Vorleseaktionen gibt es auf der Homepage vom „Vorlesetag“.

Vielleicht verspürt Ihr ja nun auch die Lust in Euch, selbst einmal vorzulesen. Dann haltet Euch bitte nicht zurück. Es ist ganz leicht: Eine schöne Geschichte, ein gemütliches Ambiente, ein Opfer – Äh! – ich meinte natürlich Zuhörer und los geht’s! Ich selbst werde es auch so machen: Mein Göttergatte ist heute Abend „dran“…! 😎

Ich wünsche Euch viel Spaß!

Lektüre zum Fest…

Seit Wochen (ver-)lockt das s.g. Herbstgebäck die Kunden im Supermarkt zum Kauf. In etlichen Geschäften wird von der Lichterkette, über Bastelmaterial bis zur Ausstechform schon alles angeboten, was das Herz des Weihnachtsjunkies begehrt. Und auch für die Aufführungen der Weihnachtsmärchen an den div. Theatern der Republik können schon Eintrittskarten geordert werden. Da liege ich gen Ende Oktober genau im Trend: Unter dem Schlagwort „Lektüre zum Fest“ möchte ich Euch in den kommenden Wochen eine vielfältige Auswahl an literarischen Werken zum schönsten Fest des Jahres vorstellten.

Beginnen werde ich mit vier spannenden Weihnachtskrimis, die – mit einer Ausnahme – gerade erst erschienen sind. Dabei muss ich beschämt zugeben, dass meine Auswahl (drei britische Krimis und ein französischer Krimi) nicht gerade sehr kreativ und innovativ scheint. Aber Weihnachten und Mord & Totschlag auf einem englischen Landsitz oder in der französischen Seine-Metropole passen so wunderbar zueinander: Da ziehen Kreativität und Innovation leider den Kürzeren!

  • Nicholas Blake – Das Geheimnis von Dower House
  • Agatha Christie – Hercule Poirots Weihnachten
  • Alex Lépic – Lacroix und die stille Nacht von Montmartre
  • Reginald Hill – Mord in Dingley Dell

Als kleine „Wiedergutmachung“ biete ich Euch mit meinen weiteren Buch-Vorstellungen ein abwechslungsreiches Potpourri aus klassischen Märchen im neuen Gewand, Bilder- und Bastelbücher sowie internationalen Erzählungen und Geschichten. Da ist bestimmt für jede*n und (beinah) jedes Alter etwas dabei!

  • Hans Jürgen Press – Mein Dezemberbuch
  • Jan Brandt – Der magische Adventskalender/ mit Illustrationen von Daniel Faller
  • E.T.A. Hoffmann – Der Nussknacker / Hans Christian Andersen – Die Schneekönigin & Der Tannenbaum/ mit Illustrationen von Sanna Annukka
  • Raymond Briggs – O je, du fröhliche & Der Schneemann
  • Französische & Italienische Weihnachten/ herausgegeben von Annette Wassermann & Klaus Wagenbach
  • René Goscinny – Weihnachten mit dem kleinen Nick/ mit Illustrationen von Jean-Jacques Sempé
  • Willem Elsschot – Maria in der Hafenkneipe

Bei meiner Auswahl habe ich die diesjährigen Neu-Erscheinungen an Weihnachtsbüchern völlig außer Acht gelassen und mich stattdessen der so genannten Backlist der Verlage gewidmet. Vorgestellt werden somit nur Werke, die schon seit ein/ zwei/ einigen Jahren auf dem Markt sind und verdient haben, dass wir uns wieder an sie erinnern!

Ich wünsche Euch viel Freude mit meinen Neu- und Wiederentdeckungen sowie besinnliche Lese-Stunden!

Liebe Grüße
Andreas

Bilderbuchkino mal anders: Wenn der Prophet nicht zum Berg…!

Zugegeben: Ich hinke mit diesem Beitrag etwas der Zeit hinterher, da dieses entzückende Filmchen schon seit Anfang August online ist. Zu meiner Entschuldigung sei erwähnt, dass ich es allerdings auch erst vor wenigen Tagen entdeckt habe.

Die Stadtbibliothek im Medienhaus hier in meiner Heimatstadt Osterholz-Scharmbeck hatte vor Corona eine Vielzahl an Veranstaltungen für Kids jeglichen Alters im Programm. Da gab es die Bücherwürmchen für Kinder von 1-3 Jahren, die Bücherwurm-Kids für Kinder von 4-6 Jahren und der Bücherwurm-Club für Schulkinder von 6-10 Jahren. Mit sehr viel Herzblut und Engagement hatte das dortige Team immer ein abwechslungsreiches und altersentsprechendes Angebot für die Kinder zusammengestellt: Rund um Bücher und Geschichten wurde gebastelt, gesungen, diskutiert und Inhalte besprochen, zu besonderen Themen wurden schlaue Leute eingeladen, und auch das regelmäßig stattfindende Bilderbuchkino war sehr beliebt. Und dann kam Corona, das öffentliche Leben wurde gen Null gefahren, und alles war plötzlich anders…!

In der Zwischenzeit ist die Bibliothek zum Glück wieder geöffnet, und seit vergangenem Montag ist ein Besuch auch ohne vorherige Anmeldung (natürlich unter Berücksichtigung der geltenden Hygiene- und Abstandsregelungen) möglich. Unter diesen absolut notwendigen Bedingungen ist an ein Wiederaufleben der o.g. Veranstaltungen allerdings (noch) nicht zu denken. Doch glücklicherweise gibt es heutzutage andere Wege, um die Kids zu erreichen und somit zu erfreuen.

Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, muss der Berg zum Propheten kommen!

Johanna Augustin setzte sich vor die Kamera und zauberte in Kooperation mit dem Kreismedienzentrum Osterholz ein wunderbares „handmade“ Ferien-Bilderbuchkino. Für ihre „Lesung“ wählte sie das Bilderbuch „Schöne Ferien, Pauli“ von Brigitte Weninger und mit Illustrationen von Eve Tharlet aus dem NordSüd-Verlag. In dieser charmanten Geschichte macht Pauli Kaninchen die Erfahrung, dass man nicht unbedingt in die Ferne reisen muss, um spannende Ferien zu verleben: Abenteuer gibt es auch „um die Ecke“…! Diese Erfahrung haben bestimmt auch viele Kinder während der Sommerferien gemacht. Ich bin mir sehr sicher, dass Frau Augustin diese Geschichte mit Bedacht wählte: Ich sehe sie als Mut machendes Plädoyer, um das angeblich so bekannte Umfeld „neu“ für sich zu entdecken – ein Plädoyer, das nicht nur für die Kleinen sondern gleichsam für uns Großen gültig sein sollte.

Frau Augustin plant und gestaltet in der Stadtbibliothek das pädagogische Programm für die Kleinsten und Kleinen. Ich durfte sie bei dem Workshop Bilderbücher unter der Lupe: Über gute und schlechte Kinderbücher und den Spaß am Vorlesen kennenlernen. Übrigens: Auch die Großen wurden bisher vom Team der Stadtbibliothek mit Lesungen, Workshops und Vorträgen bedacht. Hoffen wir, dass es recht bald wieder möglich sein wird…!

Doch nun wünsche ich alle meine jungen und junggebliebenen Leser*innen viel Spaß beim Zuschauen! Vorhang auf…!!!

Wenn ein Buch auf Reisen geht…

So, fertig! Ausgelesen! Schön war`s! Doch dann steht das besagte Buch schon seit einiger Zeit in meinem Regal, und langsam wächst in mir die Erkenntnis, dass ich es wahrscheinlich kein zweites Mal lesen werde.

Glücklicherweise kann ich auch loslassen. So dürfen Bücher bei mir auch weiterziehen und wandern vorübergehend in eine bestimmte Kiste, sozusagen in den Wartesaal für die Weiterreise. Von hier aus pendeln sie in unterschiedliche Richtungen weiter: Entweder ich biete sie (sofern es sich hierbei nicht um Rezensionsexemplare handelt) auf den entsprechenden Internetforen zum Verkauf, oder sie finden im Freundeskreis eine neue Heimstätte. Wieder andere Bücher spende ich dem Lions Clubs. Dessen Mitglieder sind gerade um die Advents- und Weihnachtszeit gerne mit einem gut gefüllten Stand auf den Weihnachtsmärkten präsent und verkaufen dort ihre gespendeten Bücher, um mit den Erlösen wohltätige Projekte zu unterstützen. Schon häufig habe ich dort mit Freude verschollene Schätze für kleines Geld geborgen: Häufig wusste ich bis zu dem Zeitpunkt gar nicht, dass ich ein bestimmtes Buch „unbedingt“ benötige, bis ich es plötzlich in meiner Hand hielt.

Doch nun habe ich eine weitere Reisemöglichkeit für Bücher entdeckt: bookcrossing!

So neu ist diese Idee nicht: Die Buchhandlung meines Vertrauens praktiziert dies schon seit längerem sehr erfolgreich – sei es unter dem Titel Huch! Ein wildes Buch! oder im Rahmen der Woche der unabhängigen Buchhandlungen. Und auch die öffentlichen Bücherschränke dienen nichts anderem als dem bookcrossing.

Ich habe nun drei Romane aus dem Wartesaal befreit und sie sozusagen als „Testballon steigen lassen“. Jedes Buch wurde auf http://www.bookcrossing.com von mir registriert, erhielt einen von mir erstellten „Beipackzettel“ mit einer eigenen Identifikationsnummer, wurde nett verpackt und im Stadtgebiet „ausgewildert“. Nun warte ich gespannt auf eine Rückmeldung von den Finder*innen. Auch wenn keine Rückmeldung erfolgt, so hege ich die große Hoffnung, dass die Bücher trotzdem Leser*innen gefunden haben, die sie sehr zu schätzen wissen!

Habt Ihr schon Erfahrungen mit bookcrossing gemacht? Ich würde mich über Eure Rückmeldungen freuen!

Der Bundesweite Vorlesetag…

…findet trotz (oder: gerade wegen) Corona auch in diesem Jahr am 20. November statt, und es werden noch viele, viele Vorleser gesucht. Habt Ihr Lust?

Das diesjährige Thema lautet „Europa und die Welt“ und ist so abwechslungsreich, vielschichtig und bunt, dass bestimmt eine Menge spannender Vor-Lese-Aktionen dabei herauskommen: Reisen in unbekannte Länder, Kennenlernen von interessanten Kulturen, Gegenüberstellen der Unterschiede und Entdecken der Gemeinsamkeiten. Eurer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, dem Umfang Eurer öffentlichen Lesung allerdings schon: Es gelten natürlich die aktuellen Kontaktbeschränkungen und Hygienerichtlinien. Lohnt es sich unter diesen Bedingungen überhaupt eine (Vor-)Lesung zu initiieren? JA!

Jetzt erst recht! – Besonders in diesen Zeiten brauchen wir das gemeinsame Erleben, das Miteinander, die Freude und die Ablenkung, den kulturellen Input…!

In meinem Kopf schwirren schon einige Ideen wild durcheinander und warten darauf, eindeutige Formen anzunehmen. Dieser kreative Prozess wird erfahrungsgemäß noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Doch sobald sich aus einer diffusen Idee eine konkrete Aktion geformt hat, erfahrt Ihr die Einzelheiten hier auf meinem Blog.

Vielleicht konnte ich Euer Interesse an einer Teilnahme am bundesweiten Vorlesetag wecken. Es würde mich freuen. Eine Anmeldung ist hier möglich: www.vorlesetag.de

…aber selbstverständlich könnt Ihr auch vorlesen, ohne Euch anzumelden – am 20. November und an jedem anderen Tag des Jahres!

Vorlesewettbewerb 2019/20: Es geht weiter…

Da saß ich am 19. Februar noch völlig ahnungslos in der Buchhandlung „die schatulle“, lauschte als Jury-Mitglied den tollen Vorträgen der anwesenden Kids und hoffte noch völlig naiv, dass der Kelch „Corona“ an uns vorbeigehen würde,…

…und dann kam der Lockdown, und das gesellschaftliche Leben wurde auf ein Minimum reduziert: Natürlich war auch der Vorlesewettbewerb davon betroffen und alle Sieger*innen der Regionalentscheide warteten seitdem sehnsüchtig auf ein Signal, dass es irgendwie weitergeht!

Der Vorlesewettbewerb geht weiter – und zwar digital!

Aufgrund der geltenden Corona-Bestimmungen ist ein Weiterführen des Wettbewerbs „live & in Farbe“ nicht möglich. Doch die rund 550 Teilnehmenden der noch ausstehenden Bezirksentscheide haben die Möglichkeit ihre Vorlesebeiträge per Video über die Webseite des Vorlesewettbewerbs der Jury vorzustellen (Auf einen Fremdtext wird diesmal verzichtet!). Einreichfrist ist der 20. August 2020.

Also Kids, ran an die Kameras und losgelegt…! Viel Spaß!

Selbstverständlich wünsche ich Euch allen viel Glück und drücke fest die Daumen. Doch nehmt es mir nicht übel, wenn ich „unserem“ Regionalsieger Jonah Lepschy aus der 6. Klasse am Gymnasium Lilienthal ein klein wenig fester die Daumen drücke…! 😊

Weitere Infos gibt es hier: bit.ly/3g6z8dr

Die anschließenden Landesentscheide sind ebenfalls in digitaler Form für Oktober 2020 geplant.

Happy Birthday: .LESELUST

Gestern warf ich einen zufälligen Blick in meinen handelsüblichen Buchkalender und mich traf völlig unvorbereitet die Erkenntnis, dass mein Blog und ich heute unseren zweiten gemeinsamen Geburtstag feiern! Ich kann es kaum fassen…

2 Jahre: Das ist nicht viel und gleichzeitig eine ganze Menge. Zumindest kann ich von meinem Blog und mir behaupten, dass wir gemeinsam den Status der Eintagsfliegen erfolgreich überwunden haben.

2 Jahre: 161 Mal habe ich ein Buch in die Hand genommen und es gelesen: 147 Mal veröffentlichte ich unter „Das geschriebene Wort…“ eine Rezension, und 14 Werke schafften es in die „Ruhmeshalle“ von „Die Bücher meines Lebens“. Über die ungezählten Bücher, die ich zu lesen begonnen, enttäuscht und somit unbeendet wieder aus der Hand gelegt habe, werfen wir den Mantel des Vergessens: Besser ist es…!

2 Jahre: 88 Mal habe ich im Rahmen der „Montagsfrage…“ mein Lese-Verhalten reflektiert, Lese-Tipps gegeben, meine Meinung geäußert, Stellung bezogen und „ganz nebenbei“ viel von mir preisgegeben.

2 Jahre: 520 Beiträge sind insg. „on air“ gegangen und füllen die 15 Kategorien meines Blogs. Neben den schon genannten gibt es noch „Alles andere als ernst…“, „Anekdoten-Archiv…“, „Ein Porträt…“, „Eine Geschichte…“, „Herzlichen Glückwunsch…“, „Kulturelles Kunterbunt…“, „Kulturtipps“, „Literarische Helden…“, „Noch ein Gedicht…“, „Plauderei…“, „Termine…“ und seit wenigen Monaten mein neustes Baby „Literaten im Fokus…“.

Das alles ist das, was ich zu diesem Blog beitragen konnte. Aber was wäre dieser Blog ohne Euch, den Leserinnen & Lesern, den Blogger-Kolleginnen und -Kollegen, all den Menschen, die regelmäßig oder auch nur hin & wieder meinem Blog folgen?! Ich schreibe ja nicht im luftleeren Raum ausschließlich für mich, sondern ich lebe von Eurer Resonanz auf das, was ich da zusammen gekritzelt habe. So danke ich Euch von Herzen für das lobende Wort und die konstruktive Kritik, für die impulsgebende Idee und den respektvollen Umgang miteinander.

2 Jahre: Es sind „nur“ 2 Jahre vergangen, in denen doch so viel passiert ist – mit mir, mit uns, mit unserer Welt, in der wir leben. Niemand kann erahnen, wo wir in weiteren 2 Jahren stehen werden.

Aber vorerst freue ich mich auf das nun kommende gemeinsame Jahr…!!!

Herzliche Grüße
Andreas

Ich wünsche Euch von Herzen…

Heute ist Pfingstsonntag. Pfingsten bedeutet „der fünfzigste Tag“, wird somit am 50. Tag nach Ostern gefeiert und ist der letzte Tag der Osterzeit. Es soll daran erinnern, dass der Heilige Geistes den Aposteln erschienen ist, damit sie das Wort Gottes zu allen Völkern bringen. Für die Christen bedeutet dieses Fest ein Neu-Anfang.

„Heiliger Geist“: Das wirkt auf mich manchmal doch sehr abstrakt, nicht greifbar. Wer oder was ist dieser „Heilige Geist“? Welchen Zweck erfüllt er? Wie darf ich ihn mir vorstellen? An sein ikonenhaftes Erscheinungsbild als Taube mit einem Olivenzweig im Schnabel mag/kann ich nicht glauben. Und doch gibt es Momente, da meine ich die Anwesenheit des „Heiligen Geistes“ zu spüren – bei anderen aber auch in mir!

Es sind keine großen weltbewegenden Situationen. Vielmehr sind es eher die kleinen, scheinbar unbedeutenden Begegnungen im zwischenmenschlichen Miteinander, die hoffentlich gleich dem Schmetterlingseffekt nach Lorenz Edward etwas Größeres (aber bitte ohne Chaos) auslösen könnten: der erste Cappuccino nach Wochen bei meinem Stamm-Eiscafé, das Hupen und Winken von Auto zu Auto beim Anblick einer bekannten Person, ein Anruf „nur mal so“, das geduldige Warten bei meinem Bäcker „umme Ekke“.

Ich trete häufiger gerne einen Schritt zurück, um einem anderen Menschen den Vorrang zu lassen. Freundlichkeit vervielfältigt sich, da bin ich mir ganz sicher.

Pfingsten bedeutet Neu-Anfang: Vielleicht ist diese Zeit unsere Chance für einen Neu-Anfang. Lasst sie uns gemeinsam nutzen!

Ich wünsche Euch von Herzen ein frohes Pfingstfest!

Liebe Grüße
Andreas

INTERNATIONALER TAG gegen HOMOPHOBIE…

Ist es tatsächlich erst ein Jahr her, dass ich mich hier an dieser Stelle sehr ausführlich zu dem Thema geäußert habe? Oder ist es eher „schon“ ein Jahr her…! Alles eine Frage der persönliche Sichtweise und des individuellen Empfindens. Braucht es diesen Tag überhaupt noch? Es wurde doch schon so viel erreicht!

Diese Woche hat gezeigt: „Ja! Leider brauchen wir diesen Tag weiterhin!“

Am Donnerstag wurde im Bundestag über die Änderung des Transfusionsgesetzes abgestimmt und diese mit den Stimmen aus CDU/CSU, SPD und AfD abgelehnt. Zur Erklärung: Das Transfusionsgesetz regelt u.a. wer Blut spenden darf, d.h. Männer, die Sex mit Männern haben, dürfen auch künftig erst nach 12 Monaten Sex-Abstinenz Blut spenden.

Ich darf als homosexueller Mann, der seit 20 Jahren eine monogame Beziehung führt, kein Blut spenden, wenn ich nicht vorher eine Erklärung unterschreibe, dass ich seit einem Jahr keinen Sex mehr hatte. Ein heterosexueller Mann, der jedes Wochenende durch Bars und Clubs zieht und „alles pimpert, was nicht bei 3 auf dem Baum ist“ (entschuldigt bitte meine blumige Sprache), braucht diese Erklärung nicht abzugeben. Dabei scheinen die Verantwortlichen ein wichtige Tatsache zu übersehen: Nicht die sexuelle Orientierung schützt vor sexuell übertragbaren Krankheiten! Nur Safer Sex schützt davor! Somit werde ich als schwuler Mann per se unter Generalverdacht gestellt und per Gesetz diskriminiert. Abgesehen davon, dass es niemanden etwas angeht, wann, wie, wie oft, warum und ob ich überhaupt Sex hatte. Wahrung der Intimsphäre, Normalität und Gleichberechtigung sehen für mich anders aus!

Nun könnte eine naive Stimme rufen: „Wozu die Aufregung? Dann lüge doch bzgl. deiner sexuellen Identität!“ Dem möchte ich erwidern: „Warum sollte ich?!“ Innerhalb meiner 50 Lenze gab es Zeiten, da habe ich bzgl. meiner sexuellen Orientierung gelogen und meine wahren Gefühle versteckt. Diese Zeiten waren für mich belastend, erdrückend, einfach schrecklich! Und bei einer dringend benötigten Blutspende, bei der ich freiwillig und unentgeltlich einen Teil von mir geben möchte, um anderen Menschen damit vielleicht helfen zu können, soll ich lügen? Ich werde mich nicht verleugnen! Nie mehr!

Zudem rührt sich mein Rechtsempfinden: Nicht ich habe ein Unrecht begangen! Die Politker*innen, deren Parteinamen sich mit „christlich“ und „sozial“ schmücken, haben diese Ungerechtigkeit zu verantworten und sollten dringend ihr Gewissen prüfen (Naja, und von den „Alternativen“ habe ich nichts anderes erwartet.). Darum…

Diese Woche hat gezeigt: „Ja! Leider brauchen wir diesen Tag weiterhin!“

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