INTERNATIONALER TAG der MUTTERSPRACHE…

„Wer fremde Sprachen nicht kennt, weiß nichts von seiner eigenen.“ Johann Wolfgang von Goethe

Meine Muttersprache ist Deutsch: Ich spreche in Deutsch. Ich denke in Deutsch. Ich fühle in Deutsch.
Die Muttersprache von Murat ist auch Deutsch: Er spricht in Deutsch. Er denkt in Deutsch. Er fühlt in Deutsch.
Die Muttersprachen von Carmela sind Italienisch und Deutsch: Sie spricht in Italienisch und Deutsch. Sie denkt und fühlt mehr in Deutsch. Doch schimpfen kann sie am besten auf Italienisch.
Die Muttersprache von Semira ist Syrisch: Sie spricht in Syrisch. Sie denkt in Syrisch. Sie fühlt in Syrisch. Seit sie bei uns lebt, lernt sie die unbekannte Muttersprache, damit diese hier in der neuen Heimat auch ein Stück zu ihrer Muttersprache werden kann.

Sprache verbindet, und Sprache trennt. Sprache dient der Verständigung, und Sprache kann distanzieren. Sprache ist wunderschön, und Sprache ist brutal und verletzend. Es liegt an jeder und jedem einzelnen von uns, wieviel Macht wir der Sprache geben. Oder vielmehr: Welche Macht wir ihr zugestehen. Geben wir ihr die Macht, andere Menschen zu erniedrigen und zu diffamieren. Oder geben wir ihr die Macht, Verständnis füreinander zu wecken und Friede zu stiften.

Die deutsche Sprache ist poetisch, sinnlich und kraftvoll. Unsere Dichter und Denker haben Weltliteratur erschaffen und bewiesen, dass unsere Muttersprache an Vielfalt schier unerschöpflich scheint. Die deutsche Sprache kann aber ebenso hart und erdrückend sein. Aber sie hat die Macht, dass wir mit ihr genau die passenden Worte finden, um auf Menschen zuzugehen, sie kennenzulernen und mit ihnen Freundschaft zu schließen.

Es liegt an uns. Wir haben die Wahl!

Neues Jahr, neues Glück, neue Ideen…

…wohl eher nicht! Eher ist es ein erleichtertes Aufatmen, dass das letzte Jahr nun der Vergangenheit angehört. Wobei es sich hierbei wohl eher um eine kurze Verschnaufpause handelt, da seine Auswirkungen noch weit in dieses Neue Jahr hinein reichen werden! Doch wir sind nun einen großen Schritt weiter als noch vor zwölf Monaten, die Impfungen haben begonnen, und so bin ich frohen Mutes…!

…im letzten Jahr musste ich aus bekannten Gründen auf meine geliebten Lesungen verzichten und hoffe, dass ich vielleicht zum Ende des Jahres wieder als Vor-Leser aktiv werden kann. Ebenso würde ich mir wünschen, dass der Vorlesewettbewerb weiterhin stattfindet: Ich stände als Jury-Mitglied sehr gerne wieder zur Verfügung!

…dafür stapeln sich momentan erfreulich wenige Rezensionsexemplare auf meinem SuB, und so dürfte es auch gerne bleiben. Dieser Zustand fühlt sich momentan so herrlich entspannt an: Alle anderen Bücher aus dem SuB kann ich zwecks Rezension lesen, muss es aber nicht. Doch mir ist durchaus bewusst, dass dieser Zustand nur vorübergehender Natur ist, da ich schon einen neugierigen Blick (Okay, es waren mehrere Blicke…!) in die Frühjahrsvorschauen der Verlage geworfen habe…

…und bin (natürlich!) fündig geworden: Lauter reizende alte Damen von Agatha Christie (Atlantik/ 2. Februar), Der Name seiner Mutter von Roberto Camurri (Kunstmann/ 24. Februar), Als wär das Leben so von Rainer Moritz (Oktopus/ 25. Februar), Die Tode meiner Mutter von Carla Haslbauer (NordSüd/ 18. März), Mord in Sussex von John Bude (Klett-Cotta/ 20. März), Betty von Georges Simenon (Kampa/ 15. April) und Der französische Gast von Dorothy Whipple (Kein & Aber/ 11. Mai).

…hier auf meinem Blog wird es vorerst in gewohnter Manier weitergehen, d.h. die bekannten und (hoffentlich) beliebten Kategorien werden Euch auch weiterhin durch die Monate begleiten. Auch die im letzten Jahr eingeführte Rubrik „Literaten im Fokus“ wird weitergeführt. Wie versprochen hole ich im April meine kleine Retrospektive über den britischen Autor Christopher Isherwood nach, bevor wir im August gemeinsam einen Blick auf Leben und Werk der legendären Dorothy Parker werfen (Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr! 😉)

…wie es kulturell weitergeht? Ich habe keine Ahnung – geschweige denn, dass ich es wagen würde, eine Prognose abzugeben. Keine einzige Eintrittskarte ziert momentan unsere Pin-Wand: Das gab es so noch nie! Ich würde es mir so sehr wünschen, dass Theater, Museen, Kinos etc. endlich aus ihrem erzwungenen Winterschlaf erwachen dürften. Die Kultur fehlt mir so sehr!!!

…und nach wie vor freue ich mich sehr auf die vielfältigen Begegnungen auf unterschiedlichen Wegen mit lieben Menschen – natürlich alles im Rahmen der Corona-Vorgaben! Diese Begegnungen sind mir immens wichtig: Ohne den Halt dieser besonderen Menschen hätte ich das vergangene Jahr bedeutend trüber empfunden! Herzlichen Dank!

Bleibt bitte ALLE gesund!

F R O H E S   N E U E S   J A H R

Liebe Grüße
Andreas

Bücher zu verschenken…

Das Fest der Liebe naht: Viele von uns haben schon die ersten Weihnachtsgeschenke besorgt, sie liebevoll verpackt und sind schon voller Vorfreude, sie endlich der Familie und den Freunden überreichen zu dürfen (selbstverständlich absolut Corona-konform). Und auch ich habe einige Geschenke (= Bücher), die ich gerne an interessierte Leser*innen weitergeben möchte. „Bookcrossing“ einmal anders…! 😉

Was müsst Ihr tun? Nicht viel: Verratet mir einfach in einem Kommentar unter diesem Beitrag welches Buch Ihr Euch wünscht!

Folgende Bücher liegen auf dem Gabentisch bereit und warten auf ihren Umzug in ein neues Bücherregal:

  • Joanna Nadin – Meine Mutter, unser wildes Leben und alles dazwischen; erschienen als Hardcover bei Limes (2020)
  • Michael Cunningham – Ein wilder Schwan/ mit Illustrationen von Yuko Shimizu; erschienen als Taschenbuch bei btb (2019)
  • Martín Caparrós – Väterland, erschienen als Hardcover bei Wagenbach (2020)
  • Matt Haig – Ein Junge namens Weihnacht/ mit Illustrationen von Chris Mould, erschienen als Hardcover bei dtv (2015)
  • Gabriele Borgmann – Venus AD; erschienen als Hardcover bei PalmArtPress (2019)
  • Maria Lang – Tragödie auf einem Landfriedhof; erschienen als Hardcover bei btb (2013)

Gemäß meinem Motto „Lieber gut geklaut als schlecht selbstgemacht!“ habe ich mir diese wunderbare Idee bei Anna vom „buchpost“ abgeschaut. Ich selbst bekam vor kurzem von ihr ein Buch geschenkt. Nochmals: Herzlichen Dank!

Vorlesewettbewerb 2019/20: Das Finale…

Seit einigen Jahren bin ich ja nun selbst ein kleiner Teil der großen Gemeinschaft beim Vorlesewettbewerb, indem ich als Mitglied der Jury hier bei uns auf Kreisebene in Erscheinung trete. In diesem Jahr mussten die jeweiligen Entscheide unter erschwerten Bedingungen stattfinden, und es ist bewundernswert, dass sich davon alle beteiligten Kinder weder entmutigen noch beeinflussen ließen.

Und so fanden auch schon die Landesentscheide in digitaler Form statt, die unsere heutigen Finalist*innen bravourös gemeistert haben: 16 Kids aus 16 Bundesländern stellen sich heute mutig der Jury, bzw. ihre vorab aufgezeichneten Beiträge werden heute erstmals der Jury präsentiert. In diesem Jahr besteht die Jury aus Schauspielerin Hanna Binke, dem letztjährigen Bundessieger Anton Naab und der Hörbuchverlegerin Angelika Schaack, die auch den Juryvorsitz inne hat.

Damit alle Kids möglichst identische Voraussetzungen vorfanden, um ihre Beitrage zu realisieren, wurde zur jeweiligen Schule eine spezielle Box mit Kamera und Mikrofon geschickt, die die Beiträge kontaktlos aber höchst professionell aufnahm. Ich bin mir sicher, dass dabei ganz außergewöhnliche Beiträge entstanden sind, die wir heute ab 14:30 Uhr hier bewundern können,…

…und ich drücke Anna, Anton, Antonia, Emil, Hannah, Jaron, Johan, Johanna, Jonna, Josefine, Laura, Lucie, Meliya, Niklas, Samuel und Sina ganz fest die Daumen, gönne jede*m von ihnen den Sieg und wünsche ihnen von Herzen…

TOI – TOI – TOI 

Der Bundesweite Vorlesetag…

In meinem Kopf schwirren schon einige Ideen wild durcheinander und warten darauf, eindeutige Formen anzunehmen. Dieser kreative Prozess wird erfahrungsgemäß noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Doch sobald sich aus einer diffusen Idee eine konkrete Aktion geformt hat, erfahrt Ihr die Einzelheiten hier auf meinem Blog.“

…hatte ich am 4. August hier an diese Stelle vollmundig von mir gegeben, und dabei in der Tat meinen Mund etwas zu voll genommen. Die Umsetzung einiger Ideen scheiterte schon anfänglich an den vorgegebenen Corona-Maßnahmen, und die schlussendlich geplante Aktion fiel dem aktuellen Lockdown zum Opfer. Der Gedanke, meine Lesung online zu präsentieren, kam mir leider so spät, dass ich (selbst Equipment-frei) keine Möglichkeit mehr hatte, ein entsprechendes Equipment zu besorgen. Ich war/bin in diesem Jahr extrem schlecht vorbereitet, und darum muss der Bundesweite Vorlesetag leider ohne einen Beitrag von mir stattfinden.

Zum Glück waren viele Vor-Leser*innen deutlich besser vorbereitet als ich, und so gibt es „auf allen Kanälen“ eine Vielzahl an abwechslungsreichen Beiträgen zu bewundern. So findet auf den Seiten vom „Vorlesetag“ das Vorlesefestival statt, das auf Instagram oder Facebook verfolgt werden kann und mit einer illustren Schar an Vor-Leser*innen erfreut:

  • 9.30 Uhr: Cornelia Funke Drachenreiter
  • 11.00 Uhr: Thomas Müller Mein Weg zum Fussballprofi
  • 12.30 Uhr: Annette Frier Aschenputtel
  • 14.00 Uhr: Mushda Sherzada Pembo
  • 15.30 Uhr: Nazan Eckes Adrian hat gar kein Pferd

Da das diesjährige Thema „Europa und die Welt“ lautet, wurde im Vorfeld schon ein charmantes internationales und multilinguales Video veröffentlicht: Ein Märchen in 13 Sprachen. Ich habe mich sehr gefreut, dass die Wahl auf das Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten“ fiel. Schließlich lebe ich in der Nähe der Hansestadt Bremen und bin sozusagen der Nachbar der vier tierischen Musiker,…

…aber auch viele andere Institutionen wie Bibliotheken, Universitäten, Verlage, Schulen und Buchhandlungen sowie Prominente aus Kultur, Politik und Sport lassen es sich nicht nehmen und lesen vor. So wird u.a. die wunderbare Autorin Melanie Raabe um 8.45 Uhr aus Jede*r kann was! vorlesen, und der Lesung von Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte könnt Ihr auf dem YouTube-Kanal BremerRathaus lauschen.

Unter dem Hashtag #vorlesetag findet Ihr auf Facebook und Instagram Hinweise zu den jeweiligen Beiträgen. Eine detaillierte Übersicht über die bundesweit stattfindenden Vorleseaktionen gibt es auf der Homepage vom „Vorlesetag“.

Vielleicht verspürt Ihr ja nun auch die Lust in Euch, selbst einmal vorzulesen. Dann haltet Euch bitte nicht zurück. Es ist ganz leicht: Eine schöne Geschichte, ein gemütliches Ambiente, ein Opfer – Äh! – ich meinte natürlich Zuhörer und los geht’s! Ich selbst werde es auch so machen: Mein Göttergatte ist heute Abend „dran“…! 😎

Ich wünsche Euch viel Spaß!

Lektüre zum Fest…

Seit Wochen (ver-)lockt das s.g. Herbstgebäck die Kunden im Supermarkt zum Kauf. In etlichen Geschäften wird von der Lichterkette, über Bastelmaterial bis zur Ausstechform schon alles angeboten, was das Herz des Weihnachtsjunkies begehrt. Und auch für die Aufführungen der Weihnachtsmärchen an den div. Theatern der Republik können schon Eintrittskarten geordert werden. Da liege ich gen Ende Oktober genau im Trend: Unter dem Schlagwort „Lektüre zum Fest“ möchte ich Euch in den kommenden Wochen eine vielfältige Auswahl an literarischen Werken zum schönsten Fest des Jahres vorstellten.

Beginnen werde ich mit vier spannenden Weihnachtskrimis, die – mit einer Ausnahme – gerade erst erschienen sind. Dabei muss ich beschämt zugeben, dass meine Auswahl (drei britische Krimis und ein französischer Krimi) nicht gerade sehr kreativ und innovativ scheint. Aber Weihnachten und Mord & Totschlag auf einem englischen Landsitz oder in der französischen Seine-Metropole passen so wunderbar zueinander: Da ziehen Kreativität und Innovation leider den Kürzeren!

  • Nicholas Blake – Das Geheimnis von Dower House
  • Agatha Christie – Hercule Poirots Weihnachten
  • Alex Lépic – Lacroix und die stille Nacht von Montmartre
  • Reginald Hill – Mord in Dingley Dell

Als kleine „Wiedergutmachung“ biete ich Euch mit meinen weiteren Buch-Vorstellungen ein abwechslungsreiches Potpourri aus klassischen Märchen im neuen Gewand, Bilder- und Bastelbücher sowie internationalen Erzählungen und Geschichten. Da ist bestimmt für jede*n und (beinah) jedes Alter etwas dabei!

  • Hans Jürgen Press – Mein Dezemberbuch
  • Jan Brandt – Der magische Adventskalender/ mit Illustrationen von Daniel Faller
  • E.T.A. Hoffmann – Der Nussknacker / Hans Christian Andersen – Die Schneekönigin & Der Tannenbaum/ mit Illustrationen von Sanna Annukka
  • Raymond Briggs – O je, du fröhliche & Der Schneemann
  • Französische & Italienische Weihnachten/ herausgegeben von Annette Wassermann & Klaus Wagenbach
  • René Goscinny – Weihnachten mit dem kleinen Nick/ mit Illustrationen von Jean-Jacques Sempé
  • Willem Elsschot – Maria in der Hafenkneipe

Bei meiner Auswahl habe ich die diesjährigen Neu-Erscheinungen an Weihnachtsbüchern völlig außer Acht gelassen und mich stattdessen der so genannten Backlist der Verlage gewidmet. Vorgestellt werden somit nur Werke, die schon seit ein/ zwei/ einigen Jahren auf dem Markt sind und verdient haben, dass wir uns wieder an sie erinnern!

Ich wünsche Euch viel Freude mit meinen Neu- und Wiederentdeckungen sowie besinnliche Lese-Stunden!

Liebe Grüße
Andreas

Bilderbuchkino mal anders: Wenn der Prophet nicht zum Berg…!

Zugegeben: Ich hinke mit diesem Beitrag etwas der Zeit hinterher, da dieses entzückende Filmchen schon seit Anfang August online ist. Zu meiner Entschuldigung sei erwähnt, dass ich es allerdings auch erst vor wenigen Tagen entdeckt habe.

Die Stadtbibliothek im Medienhaus hier in meiner Heimatstadt Osterholz-Scharmbeck hatte vor Corona eine Vielzahl an Veranstaltungen für Kids jeglichen Alters im Programm. Da gab es die Bücherwürmchen für Kinder von 1-3 Jahren, die Bücherwurm-Kids für Kinder von 4-6 Jahren und der Bücherwurm-Club für Schulkinder von 6-10 Jahren. Mit sehr viel Herzblut und Engagement hatte das dortige Team immer ein abwechslungsreiches und altersentsprechendes Angebot für die Kinder zusammengestellt: Rund um Bücher und Geschichten wurde gebastelt, gesungen, diskutiert und Inhalte besprochen, zu besonderen Themen wurden schlaue Leute eingeladen, und auch das regelmäßig stattfindende Bilderbuchkino war sehr beliebt. Und dann kam Corona, das öffentliche Leben wurde gen Null gefahren, und alles war plötzlich anders…!

In der Zwischenzeit ist die Bibliothek zum Glück wieder geöffnet, und seit vergangenem Montag ist ein Besuch auch ohne vorherige Anmeldung (natürlich unter Berücksichtigung der geltenden Hygiene- und Abstandsregelungen) möglich. Unter diesen absolut notwendigen Bedingungen ist an ein Wiederaufleben der o.g. Veranstaltungen allerdings (noch) nicht zu denken. Doch glücklicherweise gibt es heutzutage andere Wege, um die Kids zu erreichen und somit zu erfreuen.

Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, muss der Berg zum Propheten kommen!

Johanna Augustin setzte sich vor die Kamera und zauberte in Kooperation mit dem Kreismedienzentrum Osterholz ein wunderbares „handmade“ Ferien-Bilderbuchkino. Für ihre „Lesung“ wählte sie das Bilderbuch „Schöne Ferien, Pauli“ von Brigitte Weninger und mit Illustrationen von Eve Tharlet aus dem NordSüd-Verlag. In dieser charmanten Geschichte macht Pauli Kaninchen die Erfahrung, dass man nicht unbedingt in die Ferne reisen muss, um spannende Ferien zu verleben: Abenteuer gibt es auch „um die Ecke“…! Diese Erfahrung haben bestimmt auch viele Kinder während der Sommerferien gemacht. Ich bin mir sehr sicher, dass Frau Augustin diese Geschichte mit Bedacht wählte: Ich sehe sie als Mut machendes Plädoyer, um das angeblich so bekannte Umfeld „neu“ für sich zu entdecken – ein Plädoyer, das nicht nur für die Kleinen sondern gleichsam für uns Großen gültig sein sollte.

Frau Augustin plant und gestaltet in der Stadtbibliothek das pädagogische Programm für die Kleinsten und Kleinen. Ich durfte sie bei dem Workshop Bilderbücher unter der Lupe: Über gute und schlechte Kinderbücher und den Spaß am Vorlesen kennenlernen. Übrigens: Auch die Großen wurden bisher vom Team der Stadtbibliothek mit Lesungen, Workshops und Vorträgen bedacht. Hoffen wir, dass es recht bald wieder möglich sein wird…!

Doch nun wünsche ich alle meine jungen und junggebliebenen Leser*innen viel Spaß beim Zuschauen! Vorhang auf…!!!

Wenn ein Buch auf Reisen geht…

So, fertig! Ausgelesen! Schön war`s! Doch dann steht das besagte Buch schon seit einiger Zeit in meinem Regal, und langsam wächst in mir die Erkenntnis, dass ich es wahrscheinlich kein zweites Mal lesen werde.

Glücklicherweise kann ich auch loslassen. So dürfen Bücher bei mir auch weiterziehen und wandern vorübergehend in eine bestimmte Kiste, sozusagen in den Wartesaal für die Weiterreise. Von hier aus pendeln sie in unterschiedliche Richtungen weiter: Entweder ich biete sie (sofern es sich hierbei nicht um Rezensionsexemplare handelt) auf den entsprechenden Internetforen zum Verkauf, oder sie finden im Freundeskreis eine neue Heimstätte. Wieder andere Bücher spende ich dem Lions Clubs. Dessen Mitglieder sind gerade um die Advents- und Weihnachtszeit gerne mit einem gut gefüllten Stand auf den Weihnachtsmärkten präsent und verkaufen dort ihre gespendeten Bücher, um mit den Erlösen wohltätige Projekte zu unterstützen. Schon häufig habe ich dort mit Freude verschollene Schätze für kleines Geld geborgen: Häufig wusste ich bis zu dem Zeitpunkt gar nicht, dass ich ein bestimmtes Buch „unbedingt“ benötige, bis ich es plötzlich in meiner Hand hielt.

Doch nun habe ich eine weitere Reisemöglichkeit für Bücher entdeckt: bookcrossing!

So neu ist diese Idee nicht: Die Buchhandlung meines Vertrauens praktiziert dies schon seit längerem sehr erfolgreich – sei es unter dem Titel Huch! Ein wildes Buch! oder im Rahmen der Woche der unabhängigen Buchhandlungen. Und auch die öffentlichen Bücherschränke dienen nichts anderem als dem bookcrossing.

Ich habe nun drei Romane aus dem Wartesaal befreit und sie sozusagen als „Testballon steigen lassen“. Jedes Buch wurde auf http://www.bookcrossing.com von mir registriert, erhielt einen von mir erstellten „Beipackzettel“ mit einer eigenen Identifikationsnummer, wurde nett verpackt und im Stadtgebiet „ausgewildert“. Nun warte ich gespannt auf eine Rückmeldung von den Finder*innen. Auch wenn keine Rückmeldung erfolgt, so hege ich die große Hoffnung, dass die Bücher trotzdem Leser*innen gefunden haben, die sie sehr zu schätzen wissen!

Habt Ihr schon Erfahrungen mit bookcrossing gemacht? Ich würde mich über Eure Rückmeldungen freuen!

Der Bundesweite Vorlesetag…

…findet trotz (oder: gerade wegen) Corona auch in diesem Jahr am 20. November statt, und es werden noch viele, viele Vorleser gesucht. Habt Ihr Lust?

Das diesjährige Thema lautet „Europa und die Welt“ und ist so abwechslungsreich, vielschichtig und bunt, dass bestimmt eine Menge spannender Vor-Lese-Aktionen dabei herauskommen: Reisen in unbekannte Länder, Kennenlernen von interessanten Kulturen, Gegenüberstellen der Unterschiede und Entdecken der Gemeinsamkeiten. Eurer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, dem Umfang Eurer öffentlichen Lesung allerdings schon: Es gelten natürlich die aktuellen Kontaktbeschränkungen und Hygienerichtlinien. Lohnt es sich unter diesen Bedingungen überhaupt eine (Vor-)Lesung zu initiieren? JA!

Jetzt erst recht! – Besonders in diesen Zeiten brauchen wir das gemeinsame Erleben, das Miteinander, die Freude und die Ablenkung, den kulturellen Input…!

In meinem Kopf schwirren schon einige Ideen wild durcheinander und warten darauf, eindeutige Formen anzunehmen. Dieser kreative Prozess wird erfahrungsgemäß noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Doch sobald sich aus einer diffusen Idee eine konkrete Aktion geformt hat, erfahrt Ihr die Einzelheiten hier auf meinem Blog.

Vielleicht konnte ich Euer Interesse an einer Teilnahme am bundesweiten Vorlesetag wecken. Es würde mich freuen. Eine Anmeldung ist hier möglich: www.vorlesetag.de

…aber selbstverständlich könnt Ihr auch vorlesen, ohne Euch anzumelden – am 20. November und an jedem anderen Tag des Jahres!

Vorlesewettbewerb 2019/20: Es geht weiter…

Da saß ich am 19. Februar noch völlig ahnungslos in der Buchhandlung „die schatulle“, lauschte als Jury-Mitglied den tollen Vorträgen der anwesenden Kids und hoffte noch völlig naiv, dass der Kelch „Corona“ an uns vorbeigehen würde,…

…und dann kam der Lockdown, und das gesellschaftliche Leben wurde auf ein Minimum reduziert: Natürlich war auch der Vorlesewettbewerb davon betroffen und alle Sieger*innen der Regionalentscheide warteten seitdem sehnsüchtig auf ein Signal, dass es irgendwie weitergeht!

Der Vorlesewettbewerb geht weiter – und zwar digital!

Aufgrund der geltenden Corona-Bestimmungen ist ein Weiterführen des Wettbewerbs „live & in Farbe“ nicht möglich. Doch die rund 550 Teilnehmenden der noch ausstehenden Bezirksentscheide haben die Möglichkeit ihre Vorlesebeiträge per Video über die Webseite des Vorlesewettbewerbs der Jury vorzustellen (Auf einen Fremdtext wird diesmal verzichtet!). Einreichfrist ist der 20. August 2020.

Also Kids, ran an die Kameras und losgelegt…! Viel Spaß!

Selbstverständlich wünsche ich Euch allen viel Glück und drücke fest die Daumen. Doch nehmt es mir nicht übel, wenn ich „unserem“ Regionalsieger Jonah Lepschy aus der 6. Klasse am Gymnasium Lilienthal ein klein wenig fester die Daumen drücke…! 😊

Weitere Infos gibt es hier: bit.ly/3g6z8dr

Die anschließenden Landesentscheide sind ebenfalls in digitaler Form für Oktober 2020 geplant.