Bilderbuchkino mal anders: Wenn der Prophet nicht zum Berg…!

Zugegeben: Ich hinke mit diesem Beitrag etwas der Zeit hinterher, da dieses entzückende Filmchen schon seit Anfang August online ist. Zu meiner Entschuldigung sei erwähnt, dass ich es allerdings auch erst vor wenigen Tagen entdeckt habe.

Die Stadtbibliothek im Medienhaus hier in meiner Heimatstadt Osterholz-Scharmbeck hatte vor Corona eine Vielzahl an Veranstaltungen für Kids jeglichen Alters im Programm. Da gab es die Bücherwürmchen für Kinder von 1-3 Jahren, die Bücherwurm-Kids für Kinder von 4-6 Jahren und der Bücherwurm-Club für Schulkinder von 6-10 Jahren. Mit sehr viel Herzblut und Engagement hatte das dortige Team immer ein abwechslungsreiches und altersentsprechendes Angebot für die Kinder zusammengestellt: Rund um Bücher und Geschichten wurde gebastelt, gesungen, diskutiert und Inhalte besprochen, zu besonderen Themen wurden schlaue Leute eingeladen, und auch das regelmäßig stattfindende Bilderbuchkino war sehr beliebt. Und dann kam Corona, das öffentliche Leben wurde gen Null gefahren, und alles war plötzlich anders…!

In der Zwischenzeit ist die Bibliothek zum Glück wieder geöffnet, und seit vergangenem Montag ist ein Besuch auch ohne vorherige Anmeldung (natürlich unter Berücksichtigung der geltenden Hygiene- und Abstandsregelungen) möglich. Unter diesen absolut notwendigen Bedingungen ist an ein Wiederaufleben der o.g. Veranstaltungen allerdings (noch) nicht zu denken. Doch glücklicherweise gibt es heutzutage andere Wege, um die Kids zu erreichen und somit zu erfreuen.

Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, muss der Berg zum Propheten kommen!

Johanna Augustin setzte sich vor die Kamera und zauberte in Kooperation mit dem Kreismedienzentrum Osterholz ein wunderbares „handmade“ Ferien-Bilderbuchkino. Für ihre „Lesung“ wählte sie das Bilderbuch „Schöne Ferien, Pauli“ von Brigitte Weninger und mit Illustrationen von Eve Tharlet aus dem NordSüd-Verlag. In dieser charmanten Geschichte macht Pauli Kaninchen die Erfahrung, dass man nicht unbedingt in die Ferne reisen muss, um spannende Ferien zu verleben: Abenteuer gibt es auch „um die Ecke“…! Diese Erfahrung haben bestimmt auch viele Kinder während der Sommerferien gemacht. Ich bin mir sehr sicher, dass Frau Augustin diese Geschichte mit Bedacht wählte: Ich sehe sie als Mut machendes Plädoyer, um das angeblich so bekannte Umfeld „neu“ für sich zu entdecken – ein Plädoyer, das nicht nur für die Kleinen sondern gleichsam für uns Großen gültig sein sollte.

Frau Augustin plant und gestaltet in der Stadtbibliothek das pädagogische Programm für die Kleinsten und Kleinen. Ich durfte sie bei dem Workshop Bilderbücher unter der Lupe: Über gute und schlechte Kinderbücher und den Spaß am Vorlesen kennenlernen. Übrigens: Auch die Großen wurden bisher vom Team der Stadtbibliothek mit Lesungen, Workshops und Vorträgen bedacht. Hoffen wir, dass es recht bald wieder möglich sein wird…!

Doch nun wünsche ich alle meine jungen und junggebliebenen Leser*innen viel Spaß beim Zuschauen! Vorhang auf…!!!

Wenn ein Buch auf Reisen geht…

So, fertig! Ausgelesen! Schön war`s! Doch dann steht das besagte Buch schon seit einiger Zeit in meinem Regal, und langsam wächst in mir die Erkenntnis, dass ich es wahrscheinlich kein zweites Mal lesen werde.

Glücklicherweise kann ich auch loslassen. So dürfen Bücher bei mir auch weiterziehen und wandern vorübergehend in eine bestimmte Kiste, sozusagen in den Wartesaal für die Weiterreise. Von hier aus pendeln sie in unterschiedliche Richtungen weiter: Entweder ich biete sie (sofern es sich hierbei nicht um Rezensionsexemplare handelt) auf den entsprechenden Internetforen zum Verkauf, oder sie finden im Freundeskreis eine neue Heimstätte. Wieder andere Bücher spende ich dem Lions Clubs. Dessen Mitglieder sind gerade um die Advents- und Weihnachtszeit gerne mit einem gut gefüllten Stand auf den Weihnachtsmärkten präsent und verkaufen dort ihre gespendeten Bücher, um mit den Erlösen wohltätige Projekte zu unterstützen. Schon häufig habe ich dort mit Freude verschollene Schätze für kleines Geld geborgen: Häufig wusste ich bis zu dem Zeitpunkt gar nicht, dass ich ein bestimmtes Buch „unbedingt“ benötige, bis ich es plötzlich in meiner Hand hielt.

Doch nun habe ich eine weitere Reisemöglichkeit für Bücher entdeckt: bookcrossing!

So neu ist diese Idee nicht: Die Buchhandlung meines Vertrauens praktiziert dies schon seit längerem sehr erfolgreich – sei es unter dem Titel Huch! Ein wildes Buch! oder im Rahmen der Woche der unabhängigen Buchhandlungen. Und auch die öffentlichen Bücherschränke dienen nichts anderem als dem bookcrossing.

Ich habe nun drei Romane aus dem Wartesaal befreit und sie sozusagen als „Testballon steigen lassen“. Jedes Buch wurde auf http://www.bookcrossing.com von mir registriert, erhielt einen von mir erstellten „Beipackzettel“ mit einer eigenen Identifikationsnummer, wurde nett verpackt und im Stadtgebiet „ausgewildert“. Nun warte ich gespannt auf eine Rückmeldung von den Finder*innen. Auch wenn keine Rückmeldung erfolgt, so hege ich die große Hoffnung, dass die Bücher trotzdem Leser*innen gefunden haben, die sie sehr zu schätzen wissen!

Habt Ihr schon Erfahrungen mit bookcrossing gemacht? Ich würde mich über Eure Rückmeldungen freuen!

Der Bundesweite Vorlesetag…

…findet trotz (oder: gerade wegen) Corona auch in diesem Jahr am 20. November statt, und es werden noch viele, viele Vorleser gesucht. Habt Ihr Lust?

Das diesjährige Thema lautet „Europa und die Welt“ und ist so abwechslungsreich, vielschichtig und bunt, dass bestimmt eine Menge spannender Vor-Lese-Aktionen dabei herauskommen: Reisen in unbekannte Länder, Kennenlernen von interessanten Kulturen, Gegenüberstellen der Unterschiede und Entdecken der Gemeinsamkeiten. Eurer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, dem Umfang Eurer öffentlichen Lesung allerdings schon: Es gelten natürlich die aktuellen Kontaktbeschränkungen und Hygienerichtlinien. Lohnt es sich unter diesen Bedingungen überhaupt eine (Vor-)Lesung zu initiieren? JA!

Jetzt erst recht! – Besonders in diesen Zeiten brauchen wir das gemeinsame Erleben, das Miteinander, die Freude und die Ablenkung, den kulturellen Input…!

In meinem Kopf schwirren schon einige Ideen wild durcheinander und warten darauf, eindeutige Formen anzunehmen. Dieser kreative Prozess wird erfahrungsgemäß noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Doch sobald sich aus einer diffusen Idee eine konkrete Aktion geformt hat, erfahrt Ihr die Einzelheiten hier auf meinem Blog.

Vielleicht konnte ich Euer Interesse an einer Teilnahme am bundesweiten Vorlesetag wecken. Es würde mich freuen. Eine Anmeldung ist hier möglich: www.vorlesetag.de

…aber selbstverständlich könnt Ihr auch vorlesen, ohne Euch anzumelden – am 20. November und an jedem anderen Tag des Jahres!

Vorlesewettbewerb 2019/20: Es geht weiter…

Da saß ich am 19. Februar noch völlig ahnungslos in der Buchhandlung „die schatulle“, lauschte als Jury-Mitglied den tollen Vorträgen der anwesenden Kids und hoffte noch völlig naiv, dass der Kelch „Corona“ an uns vorbeigehen würde,…

…und dann kam der Lockdown, und das gesellschaftliche Leben wurde auf ein Minimum reduziert: Natürlich war auch der Vorlesewettbewerb davon betroffen und alle Sieger*innen der Regionalentscheide warteten seitdem sehnsüchtig auf ein Signal, dass es irgendwie weitergeht!

Der Vorlesewettbewerb geht weiter – und zwar digital!

Aufgrund der geltenden Corona-Bestimmungen ist ein Weiterführen des Wettbewerbs „live & in Farbe“ nicht möglich. Doch die rund 550 Teilnehmenden der noch ausstehenden Bezirksentscheide haben die Möglichkeit ihre Vorlesebeiträge per Video über die Webseite des Vorlesewettbewerbs der Jury vorzustellen (Auf einen Fremdtext wird diesmal verzichtet!). Einreichfrist ist der 20. August 2020.

Also Kids, ran an die Kameras und losgelegt…! Viel Spaß!

Selbstverständlich wünsche ich Euch allen viel Glück und drücke fest die Daumen. Doch nehmt es mir nicht übel, wenn ich „unserem“ Regionalsieger Jonah Lepschy aus der 6. Klasse am Gymnasium Lilienthal ein klein wenig fester die Daumen drücke…! 😊

Weitere Infos gibt es hier: bit.ly/3g6z8dr

Die anschließenden Landesentscheide sind ebenfalls in digitaler Form für Oktober 2020 geplant.

Happy Birthday: .LESELUST

Gestern warf ich einen zufälligen Blick in meinen handelsüblichen Buchkalender und mich traf völlig unvorbereitet die Erkenntnis, dass mein Blog und ich heute unseren zweiten gemeinsamen Geburtstag feiern! Ich kann es kaum fassen…

2 Jahre: Das ist nicht viel und gleichzeitig eine ganze Menge. Zumindest kann ich von meinem Blog und mir behaupten, dass wir gemeinsam den Status der Eintagsfliegen erfolgreich überwunden haben.

2 Jahre: 161 Mal habe ich ein Buch in die Hand genommen und es gelesen: 147 Mal veröffentlichte ich unter „Das geschriebene Wort…“ eine Rezension, und 14 Werke schafften es in die „Ruhmeshalle“ von „Die Bücher meines Lebens“. Über die ungezählten Bücher, die ich zu lesen begonnen, enttäuscht und somit unbeendet wieder aus der Hand gelegt habe, werfen wir den Mantel des Vergessens: Besser ist es…!

2 Jahre: 88 Mal habe ich im Rahmen der „Montagsfrage…“ mein Lese-Verhalten reflektiert, Lese-Tipps gegeben, meine Meinung geäußert, Stellung bezogen und „ganz nebenbei“ viel von mir preisgegeben.

2 Jahre: 520 Beiträge sind insg. „on air“ gegangen und füllen die 15 Kategorien meines Blogs. Neben den schon genannten gibt es noch „Alles andere als ernst…“, „Anekdoten-Archiv…“, „Ein Porträt…“, „Eine Geschichte…“, „Herzlichen Glückwunsch…“, „Kulturelles Kunterbunt…“, „Kulturtipps“, „Literarische Helden…“, „Noch ein Gedicht…“, „Plauderei…“, „Termine…“ und seit wenigen Monaten mein neustes Baby „Literaten im Fokus…“.

Das alles ist das, was ich zu diesem Blog beitragen konnte. Aber was wäre dieser Blog ohne Euch, den Leserinnen & Lesern, den Blogger-Kolleginnen und -Kollegen, all den Menschen, die regelmäßig oder auch nur hin & wieder meinem Blog folgen?! Ich schreibe ja nicht im luftleeren Raum ausschließlich für mich, sondern ich lebe von Eurer Resonanz auf das, was ich da zusammen gekritzelt habe. So danke ich Euch von Herzen für das lobende Wort und die konstruktive Kritik, für die impulsgebende Idee und den respektvollen Umgang miteinander.

2 Jahre: Es sind „nur“ 2 Jahre vergangen, in denen doch so viel passiert ist – mit mir, mit uns, mit unserer Welt, in der wir leben. Niemand kann erahnen, wo wir in weiteren 2 Jahren stehen werden.

Aber vorerst freue ich mich auf das nun kommende gemeinsame Jahr…!!!

Herzliche Grüße
Andreas

Ich wünsche Euch von Herzen…

Heute ist Pfingstsonntag. Pfingsten bedeutet „der fünfzigste Tag“, wird somit am 50. Tag nach Ostern gefeiert und ist der letzte Tag der Osterzeit. Es soll daran erinnern, dass der Heilige Geistes den Aposteln erschienen ist, damit sie das Wort Gottes zu allen Völkern bringen. Für die Christen bedeutet dieses Fest ein Neu-Anfang.

„Heiliger Geist“: Das wirkt auf mich manchmal doch sehr abstrakt, nicht greifbar. Wer oder was ist dieser „Heilige Geist“? Welchen Zweck erfüllt er? Wie darf ich ihn mir vorstellen? An sein ikonenhaftes Erscheinungsbild als Taube mit einem Olivenzweig im Schnabel mag/kann ich nicht glauben. Und doch gibt es Momente, da meine ich die Anwesenheit des „Heiligen Geistes“ zu spüren – bei anderen aber auch in mir!

Es sind keine großen weltbewegenden Situationen. Vielmehr sind es eher die kleinen, scheinbar unbedeutenden Begegnungen im zwischenmenschlichen Miteinander, die hoffentlich gleich dem Schmetterlingseffekt nach Lorenz Edward etwas Größeres (aber bitte ohne Chaos) auslösen könnten: der erste Cappuccino nach Wochen bei meinem Stamm-Eiscafé, das Hupen und Winken von Auto zu Auto beim Anblick einer bekannten Person, ein Anruf „nur mal so“, das geduldige Warten bei meinem Bäcker „umme Ekke“.

Ich trete häufiger gerne einen Schritt zurück, um einem anderen Menschen den Vorrang zu lassen. Freundlichkeit vervielfältigt sich, da bin ich mir ganz sicher.

Pfingsten bedeutet Neu-Anfang: Vielleicht ist diese Zeit unsere Chance für einen Neu-Anfang. Lasst sie uns gemeinsam nutzen!

Ich wünsche Euch von Herzen ein frohes Pfingstfest!

Liebe Grüße
Andreas

INTERNATIONALER TAG gegen HOMOPHOBIE…

Ist es tatsächlich erst ein Jahr her, dass ich mich hier an dieser Stelle sehr ausführlich zu dem Thema geäußert habe? Oder ist es eher „schon“ ein Jahr her…! Alles eine Frage der persönliche Sichtweise und des individuellen Empfindens. Braucht es diesen Tag überhaupt noch? Es wurde doch schon so viel erreicht!

Diese Woche hat gezeigt: „Ja! Leider brauchen wir diesen Tag weiterhin!“

Am Donnerstag wurde im Bundestag über die Änderung des Transfusionsgesetzes abgestimmt und diese mit den Stimmen aus CDU/CSU, SPD und AfD abgelehnt. Zur Erklärung: Das Transfusionsgesetz regelt u.a. wer Blut spenden darf, d.h. Männer, die Sex mit Männern haben, dürfen auch künftig erst nach 12 Monaten Sex-Abstinenz Blut spenden.

Ich darf als homosexueller Mann, der seit 20 Jahren eine monogame Beziehung führt, kein Blut spenden, wenn ich nicht vorher eine Erklärung unterschreibe, dass ich seit einem Jahr keinen Sex mehr hatte. Ein heterosexueller Mann, der jedes Wochenende durch Bars und Clubs zieht und „alles pimpert, was nicht bei 3 auf dem Baum ist“ (entschuldigt bitte meine blumige Sprache), braucht diese Erklärung nicht abzugeben. Dabei scheinen die Verantwortlichen ein wichtige Tatsache zu übersehen: Nicht die sexuelle Orientierung schützt vor sexuell übertragbaren Krankheiten! Nur Safer Sex schützt davor! Somit werde ich als schwuler Mann per se unter Generalverdacht gestellt und per Gesetz diskriminiert. Abgesehen davon, dass es niemanden etwas angeht, wann, wie, wie oft, warum und ob ich überhaupt Sex hatte. Wahrung der Intimsphäre, Normalität und Gleichberechtigung sehen für mich anders aus!

Nun könnte eine naive Stimme rufen: „Wozu die Aufregung? Dann lüge doch bzgl. deiner sexuellen Identität!“ Dem möchte ich erwidern: „Warum sollte ich?!“ Innerhalb meiner 50 Lenze gab es Zeiten, da habe ich bzgl. meiner sexuellen Orientierung gelogen und meine wahren Gefühle versteckt. Diese Zeiten waren für mich belastend, erdrückend, einfach schrecklich! Und bei einer dringend benötigten Blutspende, bei der ich freiwillig und unentgeltlich einen Teil von mir geben möchte, um anderen Menschen damit vielleicht helfen zu können, soll ich lügen? Ich werde mich nicht verleugnen! Nie mehr!

Zudem rührt sich mein Rechtsempfinden: Nicht ich habe ein Unrecht begangen! Die Politker*innen, deren Parteinamen sich mit „christlich“ und „sozial“ schmücken, haben diese Ungerechtigkeit zu verantworten und sollten dringend ihr Gewissen prüfen (Naja, und von den „Alternativen“ habe ich nichts anderes erwartet.). Darum…

Diese Woche hat gezeigt: „Ja! Leider brauchen wir diesen Tag weiterhin!“

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Ich wünsche Euch von Herzen…

Heute ist Karfreitag: Die Christen gedenken an diesem Tag dem Leiden und Sterben Jesu Christi am Kreuz. Karfreitag gilt aber auch als ein „stiller Tag“, an dem besondere Einschränkungen bzgl. öffentlicher Veranstaltungen gelten. So pausiert an diesem Tag auch immer die traditionelle Osterwiese in Bremen. In diesem Jahr findet die Osterwiese nicht statt!

In diesem Jahr scheint alles anders! In diesem Jahr scheint es viele dieser „stillen Tage“ zu geben. Können wir in unserer sonst so lauten und hektischen Welt diese Stille ertragen? Vielleicht birgt diese Zeit aber auch eine Chance, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren?

Übermorgen feiern wir das Osterfest: Es ist das Fest der Auferstehung Jesu Christi von den Toten. Auch unser (öffentliches) Leben wird irgendwann wieder „auferstehen“. Und wird es sich dann für uns so anfühlen, als wären auch wir von den Toten wiederauferstanden? Das öffentliche Leben: Ich vermisse es so! Ich vermisse meine Familie und Freunde! Ich vermisse die Besuche von kulturellen Veranstaltungen! Ich vermisse die Spontanität! Ich vermisse die Ablenkung!

Momentan gibt es weniger Möglichkeiten, die mich von mir ablenken könnten. Plötzlich sind meine Gedanken ganz bei mir und meinem Partner. Durch die Stille fühle ich mich in mir zurückgeworfen. Damit meine ich nicht, dass ich nun mehr in mich gekehrt bin. Ich bin nach wie vor ich! Aber ich nehme mich, meinen Partner und meine Umwelt deutlich bewusster war – nichts ist selbstverständlich!

Vielleicht birgt diese Zeit die Chance, dass wir uns auf grundlegende Tugenden wie Menschlichkeit, Solidarität und Toleranz besinnen.

Ich wünsche Euch von Herzen ein wunderbares Osterfest!

Liebe Grüße
Andreas

Internationaler Frauentag…

Heute ist…

…der Internationale Frauentag!

Auf dem Weg zur Gleichberechtigung mussten viele Kämpfe gefochten, viele Schmerzen ertragen und viele Tränen vergossen werden, und es ist leider weiterhin noch viel zu tun.

Umso wichtiger ist die Präsenz von Frauen in der Öffentlichkeit, nicht nur weil sie Frauen sondern weil sie auch starke Vorbilder sind.

Denn jede großartige Frau war irgendwann Kind, und Kinder brauchen starke Vorbilder, die lenken und leiten, führen und beschützen, anspornen und verzeihen,…

…jede an ihrem Platz und jede zu ihrer Zeit!

Buchmesse vor Ort…

Nun wurde auch die Leipziger Buchmesse vom Corona-Virus „infiziert“. Die Verantwortlichen haben (sicherlich schweren Herzens) als Konsequenz nur die einzig richtige Entscheidung getroffen: Die Buchmesse fällt aus! Das, was nach Bekanntgabe dieser Entscheidung an Kommentaren durch das Netz waberte, hatte manchmal so gar nichts mehr mit Anstand und guter Sitte gemein. Bei so manchen Zeitgenossen (und -genossinnen) sind die Finger auf der Tastatur anscheinend mal wieder schneller als die eigenen grauen Zellen. Sehr bedauerlich…!

Meine geschätzte Blogger-Kollegin Antonia Leise hat auf ihrem Blog zwei wunderbare Beiträgen (Ein paar Gedanken zur (abgesagten) Leipziger Buchmesse und Die Buchmesse ist tot, es lebe der Buchhandel!) veröffentlicht, die mir aus der Seele sprechen, und die ich Euch nicht vorenthalten möchte.

Doch in solchen Extrem-Situationen zeigt sich die Buch-Community durchaus kreativ und startet div. Alternativ-Initiativen. Eine dieser Initiativen heißt Buchmesse vor Ort und entspricht so ganz und gar meinem Credo „Buy Local“. Ein wenig Messe-Flair kann auch in der Buchhandlung „um die Ecke“ erzeugt werden. Viele Buchhändler*innen laden zu geselligen Abenden, auf denen die Novitäten der Verlage vorgestellt werden. Gerade die Inhabergeführten Buchhandlungen schielen weniger auf die auflagestarken Neu-Erscheinungen der großen Verlage sondern werfen auch einen Blick auf die Veröffentlichungen der mittleren und kleinen Verlage. Zudem lohnt sich immer ein Blick in deren Veranstaltungskalender…!!!

Für alle, die jetzt dringend eine Buchhandlung in der erreichbaren Nähe von Osterholz-Scharmbeck suchen, habe ich eine kleine (absolut subjektive) Liste zusammengestellt…

…alle anderen werden hoffentlich hier fündig!

Und all diejenigen, die lieber im Netz bestellen, weil ihnen der Buchhandel zu persönlich ist, möchte ich Mut machen und zurufen „Traut Euch! Es wird Euch nichts geschehen!“ Diese Erfahrung durfte auch schon Comedian Markus Barth machen:

„Buchhandlung“. Ist wie Amazon, nur als Laden. Gibt’s schon in vielen deutschen Städten, die Bücher liegen da alle und man kann sie einfach direkt bezahlen und mitnehmen. Hammerpraktisch! War heute da, zwei Bücher hab ich direkt gekauft und die sogenannte „Buchhändlerin“ hat mir noch ein drittes empfohlen. Aber nicht so: „Kunden, die ‚Die Blechtrommel‘ gekauft haben, kauften auch: Ohropax“. Nee, einfach ne gute Empfehlung. Als ich sie fragte, ob ich Ihr dafür irgendwelche Daten von mir geben, meinen Standort übermitteln oder werberelevante Vorlieben verraten soll, hat sie mich nur verstört angeschaut.

Ein anderes Buch hab ich noch bei Ihr bestellt, das ist garantiert morgen da. Ich hab’ quasi „Buchhandlung Prime“, nur ohne Jahresgebühr! Gut, ich kann damit keine Schweighöfer-Serien gucken – aber wer will das schon??

Morgen kann ich das Buch also abholen, muss nicht zittern, ob’s noch rechtzeitig kommt und ob ich den DHL-Boten höre, muss mich nicht in der Schlange vor der Postfiliale einmal um den Block wickeln und hab danach auch keine fünf Kubikmeter Pappkarton in der Wohnung stehen. Und die Buchhändlerin packt‘s mir sogar noch ein. Umsonst!! Und das, obwohl sie, im Gegensatz zu anderen, ganz normal Steuern zahlt! Die Alte muss verrückt sein…

Bin sehr gespannt, ob sich „Buchhandlung“ durchsetzt. Ich glaube ja, auf die Dauer könnten die Amazon ganz schön das Wasser abgraben.“

In diesem Sinne: Fröhliches Einkaufen vor Ort!