[Rezension] Elizabeth Edmondson – Mord auf Selchester Castle

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Hach! – Wie schön, da sind wir wieder auf Selchester Castle im gleichnamigen beschaulichen Örtchen. Das bedeutet für mich, ich kann mich entspannt zurücklegen und auf eine kurzweilige aber unaufgeregte Handlung freuen. Klang das nun etwas negativ? Oh, pardon! – Es war so nicht von mir gemeint. Ganz im Gegenteil: Nichts anderes erwarte ich von einem Cosy-Krimi!

Nachdem Geheimagent Hugo Hawksworth den Tod des bisherigen Earl of Selchester aufklären konnte,  taucht nun überraschend sein unehelicher Sohn auf, der zudem noch (Shocking!) Amerikaner ist, um das Erbe anzutreten. Die adlige Verwandtschaft ist „not amused“. Zudem scheint jemand dem amtierenden Earl of Selchester nach dem Leben zu trachten: Wie sonst lassen sich diese scheinbar zufälligen Missgeschicke erklären, die ihm seit seiner Ankunft in England wiederfahren…?

Auch der zweite Roman um den rührigen Geheimagent Hugo Hawksworth ist wieder ein Wohlfühl-Krimi, dessen Handlung diesmal allerdings ein wenig vor sich hin plätschert. Dabei lässt Elizabeth Edmondson ihre bekannten Hauptdarsteller*innen und die liebenswert-skurrilen Nebenrollen wieder auftreten und garniert diese illustre Runde mit einigen interessanten Neu-Zugängen. Dabei spielt sie zwar durchaus humorvoll mit den Klischees „Alte Welt vs. Neue Welt“ – die modernen Amerikaner treffen auf britische Traditionen und adligem Snobismus –  hätte mit diesem „Pfund“ aber durchaus mehr „wuchern“ können.

Zudem wirkten einige Handlungsstränge etwas konstruiert, und mir fehlten ein wenig ihre bewährten Zutaten („pralle Charaktere, witzige Dialoge, viele Verdächtige mit Motiv, ein ungewöhnlicher Ermittler, verwirrende Verwicklungen, das Flair der 50er Jahre,…“), die den Vorgänger auszeichneten.

Trotz dieser Kritikpunkte ist ihr ein durchaus unterhaltsamer Krimi gelungen!

erschienen bei Goldmann/ ISBN: 978-3442488247

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

[Rezension] Robert Galbraith – Weißer Tod

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Ein eindeutig psychotischer junger Mann poltert plötzlich in das Büro von Privatdetektiv Cormoran Strike und schwafelt von einem Mord, den er als Kind beobachtet haben soll. Bevor Strike nähere Informationen erfahren kann, ist dieser junge Mann ebenso plötzlich wieder verschwunden. Doch diese kurze Episode lässt Strike nicht ruhen, zudem er vom Kulturminister höchst persönlich engagiert wird, belastende Fotos von einer Verfehlung aus seiner Vergangenheit aufzuspüren. Mit Hilfe seiner Assistentin Robin Ellacott – nun glücklich (?) verheiratete Cunliffe – nimmt er die Ermittlungen auf…!

Ebenso wie Joanne K. Rowling eine begnadete Märchen-Erzählerin ist, ist Robert Galbraith ein exzellenter Geschichten-Erzähler. Wie sollte er auch nicht: Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich hinter dem Pseudonym „Robert Galbraith“ niemand geringeres als Mrs. Rowling verbirgt. Wobei es durchaus verständlich ist, dass sie sich anfangs hinter Mr. Galbraith „versteckt“ hat. So sollten die Krimis ihre Fans ohne den „Harry Potter“-Bonus finden und nicht mit ihnen verglichen werden.

Es ist schier erstaunlich, wie bravourös sie den Genrewechsel meisterte: Stand bei „Harry Potter“ ganz die spektakuläre Zauberwelt mit seinen phantastischen Wesen im Mittelpunkt, schafft sie es bei „Cormoran Strike“ ein modernes „Whodunit“ mit überzeugenden Charakteren und einer glaubwürdigen Hintergrundgeschichte zu kreieren.

Nun liegt mit „Weisser Tod“ der 4. Fall mit dem hünenhaften Privatdetektiv Cormoran Strike und seiner Assistentin Robin Ellacott vor, der auf 860 Seiten eine Geschichte um Erpressung, Korruption und einem brutalen Mord im Schatten der Olympischen Spiele des Jahres 2012 aufblättert. Vielleicht bekommt nun der eine oder die andere Leser*in Schnappatmung aufgrund der hohen Seitenzahl: Viele Rezensenten bemängelten die Beschreibungen der Szenerie und die Dialoge als langatmig und langweilig – eine Meinung, die ich in keiner Weise teilen kann!

Joanne K. Rowling stellt jedem Kapitel ein Zitat aus dem Drama „Rosmersholm“ von Henrik Ibsen, das Themen wie Schuld, Manipulation, Inzest und Trauer behandelt, vorweg, sodass auf beinah genialer Weise der Inhalt des folgenden Kapitels illustriert wird. Ein intelligenter Schachzug…!

Rowling ist eine meisterhafte Autorin: Sie hat das Talent, – dank ihrer detailreichen Beschreibungen – realistische Welten vor meinem inneren Auge zu entwerfen. Ihre Charakterzeichnung der Protagonisten ist sehr präzise. Ihre Milieuschilderung zeugt von einer großen Beobachtungsgabe. Diese Zutaten sorgen in ihren Krimis für Atmosphäre und Authentizität, sodass ich zu keiner Zeit Langeweile verspürte.

Nur peu à peu entblättert sie die Handlung vor dem Leser, kann sich somit dessen Aufmerksamkeit sicher sein und hält die Spannung aufrecht. Dabei scheut sie sich nicht einen über mehrere Kapitel aufgebauten Handlungsbogen mit einem überraschenden Knall-Effekt wieder zu vernichten, nur um dann ihre Protagonisten gemeinsam mit dem Leser von vorne beginnen zu lassen.

Mrs. Rowling ist gemeinsam mit Mr. Galbraith wieder ein „Pageturner“ gelungen!

erschienen bei blanvalet/ ISBN: 978-3764506988

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

[Rezension] Rex Stout – Der rote Stier: Ein Fall für Nero Wolfe

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„Gestatten, mein Name ist Archie Goodwin, und ich bin vielgeplagter und leidgeprüfter Assistent vom grandiosen Privatschnüffler Nero Wolfe. Diesmal waren wir auf dem Weg zur Landesshow in Crowfield, wo mein Boss seine geliebten und umhegten Orchideen der Jury präsentieren wollte. Leider sind wir auf dem Weg dorthin mit dem Wagen vom Weg abgekommen, wurden dann von einem wilden Stier über eine Weide gejagt, stolperten mitten hinein in Familien-Zwistigkeiten „par excellence“, nur um es dann nicht mit einer, nicht mit zwei – Nein! – sondern gleich mit drei Leichen (Ich habe den armen Stier mitgezählt!) zu tun zu haben. Aber Nero Wolfe wäre nicht der grandiose Schnüffler für den ihn die Welt und er sich selbst hält, würde er nicht auch dieses Geheimnis lüften. Naja! – und da ich weder auf den Mund noch auf den Kopf gefallen bin, war ich bei der Lösung auch nicht ganz unbeteiligt…!“

NERO WOLFE IS BACK!!!

…und ich kann nur dazu sagen: zu Recht!!!

Rex Stouts Helden machen Spaß. Ich verwende bewusst das Plural: Neben dem feingeistigen Feinschmecker und gewieften Detektiv Nero Wolfe steht sein Assistent Archie Goodwin ihm in nichts nach. Hier haben wir es nicht nur mit einem Assistenten/ Partner zu tun, der immer einen Schritt hinter dem großen Kriminologen agiert, wie wir es z. Bsp. bei Sherlock Holmes und Doktor Watson oder auch bei Hercule Poirot und Captain Hastings kennen. Archie ist – wie er es schon erwähnte – „weder auf den Mund noch auf den Kopf gefallen“ und leistet seinen nicht unerheblichen Anteil zur Lösung des Falls. Zudem werden die Vorfälle ausschließlich aus seiner Sicht erzählt: Wer nun befürchtet, dass dies lang-atmig wie auch -weilig werden könnte, den kann ich beruhigen.

Stout gefiel mir mit abwechslungsreichen Dialogen voller Witz aber auch Dramatik ebenso, wie mit seiner erfrischenden und ironischen Personenzeichnung. Es amüsierten mich sehr die kleinen Feinheiten in der Charakterisierung der Personen, z.Bsp. dass Feinschmecker Nero Wolfe Wein verschmäht und einem gut gekühlten Bier den Vorrang gibt. Zudem schafft er es – auch mit Hilfe der Dialoge – einen Spannungsbogen aufzubauen, der ihm die Aufmerksamkeit seiner Leser*innen sichert.

Krimi-Klassiker sind darum zu Klassikern geworden, da sie originelle Charaktere, eine gut durchdachte Handlungen und eine sprachliche Qualität besitzen!

Dies war zwar mein erstes Zusammentreffen mir Nero Wolfe und Archie Goodwin – aber mit Sicherheit nicht mein letztes!!!

erschienen bei Klett-Cotta/ ISBN: 978-3608981124

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

[Rezension] Jill McGown – Mord im alten Pfarrhaus: Ein Weihnachtskrimi

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Dieses stimmungsvolle Cover verspricht einen amüsanten Cosy-Krimi mit einer liebenswert-kauzigen Amateur-Ermittlerin, die mit ihren gar putzigen Ermittlungsmethoden in ihrem kleinen, idyllischen Dörfchen auf Mörderjagd geht. Doch weit gefehlt…!

Der Untertitel „Ein Weihnachtskrimi“ lässt Fantasien frei von einem verschneiten Cottage, wo vor dem prasselnden Kaminfeuer direkt neben dem festlich geschmückten Christbaum ein schändlicher aber nicht allzu grausiger Mord geschieht. Doch weit gefehlt…!

Wer das denkt, denkt leider – oder vielmehr glücklicherweise – falsch! Nachdem ich mich von meinem ersten „Schock“ erholt hatte, offenbarte sich mir ein 1A-Krimi…

Es liegt hoher Schnee im englischen Ort Byford und im Hause von Pfarrer Wheeler eine Leiche: Der Schwiegersohn des Pfarrers wurde brutal erschlagen aufgefunden. Die Verdächtigen verstricken sich in Widersprüche, halten Fakten zurück oder legen falsche Fährten. Kein leichter Job für das  Ermittlerduo bestehend aus Chief Inspector Lloyd und Detective Sergeant Judy Hill, das ebenfalls zwischen professionellem Handeln und privaten Zwistigkeiten hin und her schwankt.

Jill McGown ist ein flüssig zu lesender Krimi gelungen, der durch glaubhafte Charaktere überzeugt: So verbirgt der Pfarrer und seine Familie allzu weltliche Sehnsüchte hinter ihrer Fassade, die Dorfbewohner sind prall portraitiert, und die Ermittler sind weit von unfehlbaren Superbullen entfernt. Der Krimi zieht seine Spannung aus der Dynamik des sozialen Gefüges dieser Zwangsgemeinschaft: Wer ver- bzw. misstraut wem? Was sind die jeweiligen Beweggründe?

Im Original erschien dieser Roman im Jahre 1988, liegt nun erstmals in der deutschen Übersetzung vor und wirkt ein wenig „wie aus der Zeit gefallen“: Ein moderner Krimi mit realistischen Personen, die ohne die heute übliche Telekommunikation auskommen (müssen) – sehr angenehm!

Beim Lesen beschlich mich zudem das Gefühl, eine gelungene Filmvorlage in den Händen zu halten, die sich mit ihren süffigen Dialogen wunderbar als Mini-Serie machen würde.

…und – Ja! – Die Handlung des Krimis spielt zwar zur Weihnachtszeit: Von „gnadenbringend“ ist allerdings wenig zu spüren!

„Welt ging verloren, Christ ward geboren: Freue, freue dich, oh Christenheit!“

erschienen bei DuMont/ ISBN: 978-3832198848

[Rezension] Martin R. C. Kasasian – Tod in der Villa Saturn

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Hui! Da gab es aber schon so einige böse Verrisse über diese Krimi-Reihe: „…sehr anstrengend zu lesen!“, „…mühsam konstruierte Verbindungen zu Sherlock Holmes!“ und „Mischmasch aus Bekanntem“ war da zu lesen. Zum Glück hatte ich den 1. Band dieser Reihe schon längst gelesen, bevor mir diese Verrisse unter die Augen kamen,…

…und: Ja! Es stimmt, dass es ein „Mischmasch aus Bekanntem“ ist: Ein Hauch „Sherlock Holmes“ und eine Prise „Hercule Poirot“ verrührt mit ein wenig Atmosphäre a la „Ripper Street“!

…und: Ja! Ich mag es! Ich mag es, weil es sich so bekannt und vertraut anfühlt.

Dabei ist der Detektiv Sidney Grice arroganter als Holmes und pedantischer als Poirot und somit schier unerträglich. Lesens- und somit liebenswert macht diese Krimi-Reihe sein Mündel March Middleton: Eine intelligente, junge Frau mit einem Hang zu Zigaretten und Gin, die sich immer wieder ein – für den Leser äußerst erheiterndes – verbales Gefecht mit ihrem Paten liefert. Zudem ist sie mit einem zupackenden Wesen ausgestattet, verbirgt aber auch ein Geheimnis aus ihrer Vergangenheit, das sie zunehmend rätselhaft erscheinen lässt. Der Leser erfährt aus den wie zufällig in die Handlung eingestreuten Fragmenten ihres Tagebuchs Einzelheiten dieser Vergangenheit. Dieser raffinierte Kunstkniff sorgt für die nötige Aufmerksamkeit des Lesers und weckt die Neugierde auf weitere pikante Details.

Im neusten Fall sorgt das Erscheinen eines unbekannten Onkels March Middeltons für Aufsehen. Nach einer Zusammenkunft in der Villa Saturn ihres reizenden Onkels wähnt March sich schon im Schosse einer Familie. Doch am nächsten Tag wird ihr Onkel ermordet aufgefunden. March Middelton gerät unter Mordverdacht und fühlt sich dadurch außerstande, eigene Ermittlungen durchzuführen. Widerwillig bittet sie Sidney Grice um Hilfe, der allerdings ebenfalls Zweifel an ihrer Unschuld hegt. Doch je mehr Grice in den Fall eintaucht, umso Überraschenderes fördert er zu Tage…!

Martin R. C. Kasasian ist wieder ein unterhaltsamer „Mischmasch“ gelungen, der mit einigen verwirrenden Handlungssträngen aufwartet und so die Konzentration des Lesers fordert!

erschienen bei Atlantik/ ISBN: 978-3455004083

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

[Rezension] Die schönsten Weihnachts-Krimis – Hörbuch

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Ich höre keine Hörbücher! Warum ich dies nicht tue, habe ich bei der MONTAGSFRAGE #2 schon hinreichend beantwortet.

Warum ich nun eine Ausnahme mache? Die Mischung der hier versammelten Kurzgeschichten hat mich gereizt – zumal sie von namhaften Sprecher*innen vorgetragen werden.

Dabei handelt es sich hier um eine so abwechslungsreiche Auswahl Geschichten beliebter und bekannter Autor*innen, dass diese sicherlich viele Hörer erfreuen werden. Ich möchte darum auch weniger auf den Inhalt der jeweiligen Geschichte sondern vielmehr auf die Art des Vortrages eingehen.


CD 1/ Agatha ChristieEine Weihnachtstragödie/ gelesen von Beate Himmelstoß

Zugegeben: Kann ich den Vortrag einer Geschichte, die ich selbst für eine Lesung vorbereitet und vorgetragen habe, völlig objektiv beurteilen? Gänzlich frei wird sich niemand machen können, auch ich nicht…

Beate Himmelstoß Vortrag würde ich als solide bezeichnen. Unaufgeregt trägt sie diesen Kurzkrimi vor und verändert nur unwesentlich ihre Stimme, um die verschiedenen Charaktere zu porträtieren. Dies ist auch nicht unbedingt nötig, da die Geschichte im Wesentlichen aus der Sicht von Miss Marple erzählt wird. Überrascht hat mich allerdings, dass versäumt wurde, die ironisch-humorvollen Passagen mittels Betonung herauszuarbeiten. Ob dies an der Sprecherin oder an der Regie lag, kann ich natürlich nicht beurteilen.


CD 2/ Edgar WallaceDer falsche Rettungsring/ gelesen von Wanja Mues

Wanja Mues nahm mich gleich mit seiner markanten Stimme für sich ein und lieferte für die Wallace-Story eine gelungene Performance: Passend zur Geschichte, die im Kriminellen-Milieu auf einer Kreuzfahrten spielt, wählt er einen leicht arrogant Grundton. Beinah beiläufig wirkt seine Vortragsweise, die aber dadurch eine gewisse Gefährlichkeit im Unterton durchschimmern lässt.


CD 2/ Dorothy L. Sayers Das Perlenhalsband/ gelesen von Friedhelm Ptok

Lord Peter Wimsey ermittelt in einem Fall von einer verschwundenen Perlenkette im überschaubaren Umfeld einer Weihnachtsgesellschaft: Für mich war es ein Vergnügen, dem Vortrag von Friedhelm Ptok zu lauschen. Er lässt seine Stimme von gediegen-versnobt bis humorvoll-ironisch erklingen, setzt die Pausen sehr bewusst und gestaltet seinen Vortrag sehr geschmackvoll.


CD 3/ Arthur Conan Doyle Der blaue Karfunkel/ gelesen von Oliver Kalkofe

Oliver Kalkofe setzt seine Stimme zwar sehr effektvoll ein, leider aber auch wenig differenziert. Er kann sich nicht entscheiden, wen er mit welcher Stimm-Färbung ausstattet. Dies führt dazu, dass ich als Hörer das Handlungspersonal nur schwer unterscheiden konnte. Dies störte mich sehr beim Folgen der Handlung. Bedauerlicherweise eine wenig überzeugende Performance…!


CD 4/ Ellis Peters Der Friedhofskater/ gelesen von Friedhelm Ptok

Wieder kommt Friedhelm Ptok zum Einsatz: Auch hier konnte er mich mit seinem Vortrag völlig überzeugen! Bewundernswert wie dieser talentierte Sprecher sein Können in dieser Lesung zeigt. Seine charakteristische Stimme hat hohen Wiedererkennungswert!


CD 4/ Christianna Brand Gesegnet sei dieses Haus/ gelesen von Walter Renneisen

Walter Renneisens Stimme passt hervorragend zu dieser subtil-bösen Geschichte um Christi (Wieder-)Geburt: heiser, leicht rauchig und doch mit hellem Klang. Teilweise erinnert seine Stimme an Gollum aus „Der Herr der Ringe“, die er äußerst wandlungsfähig und effektvoll einsetzt. Eine Glanzleistung…!


CD 5+6/ Georges Simenon Maigrets Weihnachten/ gelesen von Peter Fricke

Peter Fricke ist „ein Name“: Der bekannte Schauspieler kann auf eine äußerst erfolgreiche Karriere im Theater, Film und Fernsehen zurückblicken. Er widmet sich einer Geschichte um George Simenons Kommissar Maigret, den er sehr charismatisch und äußerst prägnant seine Stimme leiht. Hier kommt neben dem Talent auch Frickes immense Erfahrung der Lesung zugute: Er wechselt die Stimmlagen gekonnt zwischen den handelnden Personen. Dabei wirkt dieser Vortrag absolut nicht routiniert sondern verströmt eine Menge Charme. Eine wahre Freude…!


erschienen bei Der Hörverlag/ ISBN: 978-3844523249

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Hörexemplar!

[Rezension] Anne Meredith – Das Geheimnis der Grays

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„Adrian Gray wurde im Mai 1862 geboren und starb Weihnachten 1931 eines gewaltsamen Todes durch die Hand eines seiner eigenen Kinder. Das Verbrechen geschah aus dem Augenblick heraus, ohne Vorsatz, und der Mörder, noch nicht beunruhigt, geschweige denn verängstigt, stand nur stumm da, starrte ungläubig die Waffe auf dem Tisch an und sah dann zu dem Toten hin, der im Halbdunkel am Fuß der schweren Vorhänge lag.“

…lauten die ersten Zeilen dieses Kriminalromans: Noch tappt der Leser im Dunkel, welcher Spross der Gray-Familie den Familien-Oberhaupt ermordet hat. Vielmehr machen wir vorerst die Bekanntschaft mit den einzelnen Mitgliedern dieser zwar angesehenen aber nicht glücklichen Familie, bei der Prestige wichtiger scheint als Menschlichkeit. So zeichnet Anne Meredith feine Portraits der Familienmitglieder, die mal mehr mal weniger Sympathie beim Leser wecken.

…und plötzlich ist der Mord geschehen: Der Leser erfährt sofort, wer diese schändliche Tat begangen hat. Die Spannung dieses Krimis beruht somit nicht auf der klassischen Frage „Whodunit?“, sondern „Wird es dem Täter gelingen, seine Spuren zu verwischen?“ und „Wie wirkt sich die Tat auf das Leben der anderen Familienmitglieder aus?“.

Der Roman besticht mit einer gut durchdachten Handlung, dem intelligenten Wechseln der Erzählperspektiven und mit geschliffenen Dialogen – eine eher unübliche wie ungewohnte Herangehensweise für Krimis, die zu jener Zeit gerne „cosy“ waren.

Von „cosy“ ist dieser psychologisch-feine Roman sehr weit entfernt, dessen Original-Titel „Portrait of a Murderer!“ mir auch deutlich passender scheint als die eher farblose deutsche Titelwahl.

Dieser Roman war ein verschollener kriminalistischer Schatz aus dem Jahre 1933, den der Klett-Cotta Verlag dankenswerterweise für uns Leser wieder ans Tageslicht gehoben hat.

erschienen bei Klett-Cotta/ ISBN: 978-3608962994

[Rezension] Wilson Collison – Die Nacht mit Nancy

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Anfang der 30er Jahre, ein abgelegenes Landhaus an der Ostküste der USA, eine Wochenend-Hausparty und ein lauter Schrei in der Nacht: Im Schlafzimmer der jungen, attraktiven Nancy stehen gleich 3 Männer – im Pyjama. Die sittenstrenge Hausherrin ist empört und verlangt Aufklärung: Warum hat Nancy geschrien? …und was haben die 3 Männer in ihrem Schlafzimmer zu suchen?

So werden – einem Krimi gleich – die Fakten nach und nach aufgedeckt. Details kommen zu Tage, und Geheimnisse werden gelüftet. Als der Morgen graut steht fest, dass jede und jeder (auch die Hausherrin selbst) ein kleines pikantes Geheimnis zu verbergen versucht.

Wilson Collison ist im Jahre 1933 ein amüsantes Sittengemälde der US-Mittelschicht gelungen:

Auch wenn kein Verbrechen verübt wurde, so ist der Roman wie ein Krimi aufgebaut, spielt in nur einem Raum während eines überschaubaren Zeitraumes und lebt von den „Geständnissen“ der Protagonisten – ein verführerisches Opfer, div. undurchsichtige Verdächtige und ein gewiefter Ermittler.

„Die 12 Geschworenen“ einmal anders: witzig, raffiniert und kokett!!!

P.S.: Bitte nicht vom Pin-Up-Cover verschrecken lassen – die beteiligten Personen tragen ganz züchtig Morgenrock oder Negligee.

erschienen bei Louisoder/ ISBN: 978-3944153322

[Rezension] Agatha Christie – Autobiografisches & mehr

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Wie aufmerksame Leser*innen meines Blogs sicherlich schon bemerkt haben, bin ich ein Fan von der „Queen of Crime“.

So werde ich es mir nicht nehmen lassen, hin und wieder das eine oder andere Werk von ihr hier vorzustellen.

Allen Interessierten, die mehr über diese außergewöhnliche Schriftstellerin erfahren möchten, lege ich eine sehenswerte Dokumentation auf „arte“ ans Herz.


Agatha Christie – Die Autobiographie

Die „Queen of Crime“ plaudert „by herself“ aus ihrem turbulenten Leben und tut dies völlig uneitel. Sie war immer am Puls der Zeit, interessierte sich stets für gesellschaftliche Veränderungen und war selbst das beste Beispiel, in wieweit sich das öffentliche Bild der Frau verändert hat.

Dabei verschweigt sie ihren Lesern auch nicht die vielen Tiefpunkte, die sie geprägt und zu der einzigartigen Schriftstellerin haben werden lassen. Ihr bewegtes Leben beschreibt sie emotional sehr berührend. Einzig der Dezember des Jahres 1926 findet in ihrer ansonsten so detailreichen Biographie keine Erwähnung. Abgerundet wird diese gelungene Autobiographie durch Fotos aus dem Familienalbum der Christies.

Zudem ist die Autobiographie in der Neu-Auflage im Festen Einband mit rotem Leinenrücken sehr geschmackvoll gestaltet.

erschienen bei Atlantik/ ISBN: 978-3455000528


Andrew Wilson – Agathas Alibi

Ein Abend im Dezember 1926: Aus heiterem Himmel ohne Vorwarnung verschwindet die berühmte Kriminalschriftstellerin Agatha Christie von der Bildfläche und taucht erst 12 Tagen später wieder auf. Dieses Mysterium hielt damals ihre Familie, die Presse und die Polizei in Atem und lieferte im Nachhinein Stoff für wilde Spekulationen –  zudem sie sich zeitlebens nie über die Gründe ihres Verschwindens geäußert hatte.

Andrew Wilson strikt um die wenigen bekannten Fakten eine fiktive Geschichte im Christie-Stiel und liefert einen Kriminalroman mit der „Queen of Crime“ im Mittelpunkt, der immer wieder Bezug auf ihren bekannten Roman „Alibi“ nimmt. Dabei erreicht er nicht die erzählerische Qualität des Originals, liefert aber einen durchaus spannenden und unterhaltsamen Krimi, dessen Lektüre zur Folge hatte, dass ich „Alibi“ nochmals lesen musste!

erschienen bei Pendo/ ISBN: 978-3866124226


Agatha Christie – Alibi: ein Fall für Poirot

Hercule Poirots 3. großer Fall hat es in sich: Mrs. Frerrars steht im Verdacht, ihren Gatten ermordet zu haben. Nun ist sie selber tot! Roger Ackroyd versucht verzweifelt, die Umstände ihres Todes herauszufinden. Doch bevor er reagieren kann, wird auch er ermordet. Hercule Poirot hatte so sehr gehofft, seinen Ruhestand ruhig und friedlich auf dem Lande verbringen zu können. Doch das Landleben entpuppt sich alles andere als ruhig und friedlich…

Agatha Christies Werk begründete ihren Weltruhm als bedeutende Kriminalautorin und gilt als einer der einflussreichsten Kriminalromane, die jemals geschrieben worden sind. Gerade sein überraschendes Ende und die ungewöhnliche Wahl des Täters sorgten nach Erscheinen bei seiner Leserschaft für Aufruhr, führte aber zu einem Umdenken im gesamten Krimi-Genre.

Auch mich zog dieser Krimi (mal wieder) bis zur letzten Seite in seinen Bann – ein echter „Pageturner“!!!

erschienen bei Atlantik/ ISBN: 978-3455650044

[Rezension] Elizabeth Edmondson – Der Tote in der Kapelle

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Vor 7 Jahren verschwand der Earl of Selchester in einer stürmischen Winternacht aus seinem Schloss und wart nicht mehr gesehen. 7 Jahre lang gab es kein Lebenszeichen von ihm, dafür umso mehr Gerüchte im Dorf über die Gründe seines Verschwinden. Nach 7 Jahren tauchen plötzlich seine Überreste bei Reparaturarbeiten unter dem Steinboden der Schloss-Kapelle auf. Er hatte sein Anwesend nie verlassen. Doch was war geschehen? Und…

…wer war der Täter? …und warum ist die Regierung nun so erpicht darauf, diese Angelegenheit so schnell wie möglich ad acta legen zu können?

Mit dem Begriff „Cosy-Krimi“ konnte ich bisher wenig anfangen: „Cosy“ – Was heißt das? Hineinschlüpfen und sich wohlfühlen? Nach der Lektüre dieses Krimis habe ich eine Vorstellung, was es bedeuten könnte. Denn genauso fühlt es sich bei diesem Krimi an! Und – Hey! – er macht eine Menge Spaß!

Alles ist vorhanden, was ich mir als leidenschaftlicher Liebhaber alter britischer Krimis (in diesem Fall: der sich anfühlt wie…) wünsche: pralle Charaktere, witzige Dialoge, viele Verdächtige mit Motiv, ein ungewöhnlicher Ermittler, verwirrende Verwicklungen, das Flair der 50er Jahre,…

…dazu nehme man die Atmosphäre aus den alten Miss Marple- und Edgar Wallace-Filmen, würze es mit ein wenig Landschaft aus Inspector Barnaby und gebe eine Prise Standesdünkel aus Downton Abbey hinzu,…

…et voilà: Fertig ist der Cosy-Krimi!

Nach meiner letzten schweren Krimikost danke ich Mrs Edmondson für dieses wohltuende Kontrastprogramm – genau das Richtige für gemütliche Lesestunden bei einer schönen Tasse Tee!

„Oh yes, indeed, my dear!“

erschienen bei Goldmann/ ISBN: 978-3442486120

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!