[Rezension] Brian Flynn – Die Morde von Mapleton

Familie, Freund und Feind haben sich auf Einladung von Sir Eustace Vernon auf seinem Anwesend versammelt, um gemeinsam Heiligabend zu feiern. Während des Festdinners erhält er jedoch eine dubiose Nachricht, die ihm veranlasst, die Gesellschaft eilig zu verlassen. Einige Stunden später werden die Gäste durch einen Schrei aufgescheucht: ein Unbekannter ist in das Arbeitszimmer von Sir Eustace eingedrungen, und der Butler wird ermordet aufgefunden. Was niemand zu diesem Zeitpunkt ahnt ist, dass die Leiche von Sir Eustace einige Kilometer entfernt an einem Bahnübergang auf den Gleisen durch Zufall vom Polizeipräsidenten höchstpersönlich Sir Austin Kemble und dem äußerst talentierten Privatdetektiv Anthony Bathurst aufgefunden wurde. Zusammen mit Inspector Craig vom ortsansässigen Polizeirevier nehmen sie die Ermittlungen auf und stolpern über Ungereimtheiten, Widersprüche und Geheimnisse der Gäste, die sich wünschten, dass diese lieber im Dunklen verborgen blieben…!

Seit einiger Zeit gräbt der Dumont Verlag alte Schätze aus der goldenen Ära des britischen Krimis wieder aus und serviert sie in einer äußerst ansprechenden Optik den Krimi-Freunden. In diesem Fall handelt es sich um den im Jahre 1929 erschienenen ersten Roman um den gewieften Ermittler Anthony Brathurst.

Das Alter merkt der Leser diesem Krimi durchaus an: So ist der Roman ein Zeugnis seiner Zeit in Bezug auf die Geschlechterrollen, der Hierarchie innerhalb der Polizei und dem gesellschaftlichen Gefüge. Einige Dialoge muten aus heutiger Sicht etwas „geziert“ – wenn nicht sogar „spröde“ – an, versprühen fraglos ihren speziellen Charme und entlockten mir so manches Mal ein Schmunzeln.

Autor Brian Flynn hält sich nicht mit einer umfangreichen Personenbeschreibung auf, vielmehr überlässt er es der Phantasie des Lesers, aus den Dialogen und Reaktionen der Protagonisten ein Bild der jeweiligen Person vor dem inneren Auge zu kreieren. Leider entschlüpft ihm hin und wieder doch ein Detail: Hatte ich mir Anthony Brathurst schon als Mann in den besten Jahren und mit einer gewissen Reife vorgestellt, platzte diese Vorstellung wie eine Seifenblase, da der Autor nach ca. ¾ des Romans sich genötigt sah, auf dessen junges Alter (ohne eine genaue Anzahl an Jahren zu nennen) hinzuweisen. Ich weiß nicht wie es anderen Leser*innen geht: Aber je nachdem, wie ich die Rollen innerhalb eines Romans skizziere, erhalten die Personen vor meinem inneren Auge eine eigene Dynamik.

Dafür versteht es der Autor geschickt, falsche Fährten zu legen und den Leser mit allerlei Details zu verwirren.

„Die Morde von Mapelton“ ist nicht der große, brilliante Wurf, dafür eine nostalgische und durchaus kurzweilige Krimi-Unterhaltung für die Feiertage.


erschienen bei Dumont/ ISBN: 978-3832181062

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

[Rezension] Dezember – Gedichte/ herausgeben von Evelyne Polt-Heinzl & Christine Schmidjell

Von dieser kleinen, feinen Reihe mit Gedichten zu jedem Monat hatte ich Euch ja schon im Februar dieses Jahres berichtet. Nun möchte ich die Gelegenheit nutzen, um Euch einerseits an diese Reihe zu erinnern, andererseits ist Weihnachtszeit auch Gedichte-Zeit: Wer punktet bei der betrieblichen Weihnachtsfeier oder an Heiligabend vor der Verwandtschaft nicht gerne mit dem einen oder anderen auswendig vorgetragenen Vers.

Diesmal haben die Herausgeberinnen ihre bunte Schar von Poet*innen unter den Überschriften Erwartungsvoller Auftakt samt Nikolaus, Schneefall im Advent, Traurig-schöne Dezembertage, Christnacht – damals und heute, Weihnachtsfeiern vielerorts und Das Jahr klingt aus versammelt. Natürlich verwundert es nicht, dass die namhaften Vertreter*innen der schreibenden Zunft besonders über diesen Monat ihr Füllhorn an lyrischen Ergüssen ausschütteln und ihre Leserschaft mit bekannten und weniger bekannten Werken erfreuen. Da treffen die zarten Verse einer Mascha Kaléko ebenso auf die geschüttelten (nicht gerührten) Reime von Joachim Ringelnatz, wie Alfred Andersch sich mit Robert Walser vergnügt, während Else Lasker-Schüler und Annette von Droste-Hülshoff gemeinsam das Jahr ausklingen lassen.

Wie bei jedem Monat der Reihe ist auch der Dezember in der Reclam-typischen Größe erhältlich, passt in Hose- oder Handtasche und ist somit schnell zur Hand, um Langeweile im Keim zu ersticken.

Auf der Verlagsseite des Reclam-Verlages findet Ihr die komplette Reihe. Übrigens: Die Gedicht-Heftchen mit ihrer wunderbaren Gestaltung der Umschläge eignen sich auch hervorragend als Mitbringsel für Geburtstagskinder…

…oder zum Selberschenken: Ich habe mir vorgenommen, so peu à peu das Jahr „vollzumachen“! Macht doch mit!


erschienen bei Reclam/ ISBN: 978-3150191224

[Rezension] Weihnachten mit Astrid Lindgren/ herausgegeben von Anne-Kristin zur Brügge

Dies war eines dieser Bücher, um das ich in den Buchhandlungen Jahr für Jahr drum rum geschlichen bin, immer mit dem Satz im Kopf „Du brauchst es nicht wirklich: Du findest die Geschichten sicherlich in all den Lindgren-Büchern, die Du schon besitzt!“ Dann war die Saison vorbei, und meine Gedanken an dieses Buch verblassten. Doch in der nächsten Saison drehte ich wieder meine Runden und hinterließ eine Spurrille im Parkett so mancher Buchhandlung. Doch nun habe ich es mir selbst zu meinem 50. Geburtstag geschenkt (Glückwünsche nehme ich nach wie vor gerne huldvoll entgegen!), da es einfach nur wunderbar ist, die zauberhaften Winter- und Weihnachtsgeschichten von Astrid Lindgren gesammelt zwischen zwei Buchdeckel zu besitzen.

Zudem entzünden wir morgen die erste Kerze auf dem Adventskranz, die besinnliche Zeit beginnt, und so könnte kein anderes Buch passender sein, um meine kleine Reihe „Lektüre zum Fest“ zu eröffnen.

Hallo! Da seid ihr ja wieder: ihr Rotzlöffel und Abenteurer, ihr Angsthasen und Weltenerkunder, ihr Naseweise und Frechdachse. Und wie sehr liebe ich Euch alle!

Da ist Pelle, der vor der Ungerechtigkeit der Welt in Form seines Papas flieht und demonstrativ in das kleine Gartenhäuschen zieht. Da ist Johann, der um seine geliebte Kuh trauert und dem wie aus heiterem Himmel ein Kälbchen vor die Füße fällt. Da ist Tomte Tummetott, der Jahr für Jahr über seinen Hof, seine Tiere und seine Menschen wacht. Da ist Pippi, die außer- und ungewöhnlich aber nicht weniger stimmungsvoll Weihnachten feiert. Da ist Michel, der nach einem turbulenten Weihnachtsfest seinen letzten Willen aufschreibt. Und natürlich feiern die Kinder aus Bullerbü das Weihnachtsfest gemeinsam und tanzen fröhlich um den festlich geschmückten Weihnachtsbaum.

Allein die Geschichten von Astrid Lindgren rühren das Herz, lassen Kindheitserinnerungen an vergangene Weihnachten aufleben und pflanzen ihre Botschaft ganz sachte in die Seele.

Veredelt wird diese Anthologie durch die Talente der Illustrator*innen Björn Berg, Katrin Engelking, Lars Klinting, Rolf Rettich, Jutta Timm, Harald Wiberg und Ilon Wikland. Sie schaffen mit ihren Bildern für die jeweilige Geschichte eine stimmige Atmosphäre: schelmisch-drollig, rührend-poetisch, bunt-humorvoll, modern-verspielt oder klassisch-dezent. Jede und jeder überzeugt mit einem individuellen Stil.

Dieses Buch werde ich zur Advents- und Weihnachtszeit sicherlich sehr häufig zur Hand nehmen, in ihm blättern und mich in die Geschichten meiner kleinen Held*innen vertiefen,…

…und dazu benötige ich nicht unbedingt das liebste Patenkind der Welt als Alibi: Wobei das Vorlesen der Geschichten und das gemeinsame Betrachten der Illustrationen uns beiden ein großes Vergnügen bereiten werden.


erschienen bei Oetinger/ ISBN: 978-3789141843

[Rezension] Erich Kästner – Drei Männer im Schnee

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So, ausgelesen! Schade! Schön war´s…!

In meiner momentanen Situation (Stichwort: Jahresanfangsmüdigkeit) brauchte ich dringend Balsam für die Seele: Der Roman „Drei Männer im Schnee“ von Erich Kästner…

…und ich erfreute mich wieder an den intelligent-witzigen Dialogen

…und genoss die feine Kästner’sche Ironie, die so leicht zu überlesen wäre, wenn der geneigte Leser zu oberflächlich lesen würde.

Erich Kästner war ein wahrer Könner seines Fachs: Schaute er auch sehr genau auf die menschliche Natur, so blieb er doch durch und durch ein Menschenfreund und kommentierte als Satiriker und Romancier die Schwächen der Leute immer mit einem Augenzwinkern,…

…und so rollten hin und wieder auch die Tränen: vor Lachen & vor Rührung.

Ein richtiger Seelentröster…!!!

erschienen bei Atrium/ ISBN: 978-3038820161


Gabriela Wendt hat auf ihrem Blog „Buchperlenblog“ die tolle Aktion Perlentauchen ins Leben gerufen: Hier werden literarische Kostbarkeiten wieder-vorgestellt, die schon einige Jahre/ Jahrzehnte/ Jahrhunderte auf den Buckel haben aber nicht in Vergessenheit geraten sollten.

An dieser Aktion beteilige ich mich sehr gerne: Gute Geschichten sind zeitlos!

[Rezension] Jill McGown – Mord im alten Pfarrhaus: Ein Weihnachtskrimi

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Dieses stimmungsvolle Cover verspricht einen amüsanten Cosy-Krimi mit einer liebenswert-kauzigen Amateur-Ermittlerin, die mit ihren gar putzigen Ermittlungsmethoden in ihrem kleinen, idyllischen Dörfchen auf Mörderjagd geht. Doch weit gefehlt…!

Der Untertitel „Ein Weihnachtskrimi“ lässt Fantasien frei von einem verschneiten Cottage, wo vor dem prasselnden Kaminfeuer direkt neben dem festlich geschmückten Christbaum ein schändlicher aber nicht allzu grausiger Mord geschieht. Doch weit gefehlt…!

Wer das denkt, denkt leider – oder vielmehr glücklicherweise – falsch! Nachdem ich mich von meinem ersten „Schock“ erholt hatte, offenbarte sich mir ein 1A-Krimi…

Es liegt hoher Schnee im englischen Ort Byford und im Hause von Pfarrer Wheeler eine Leiche: Der Schwiegersohn des Pfarrers wurde brutal erschlagen aufgefunden. Die Verdächtigen verstricken sich in Widersprüche, halten Fakten zurück oder legen falsche Fährten. Kein leichter Job für das  Ermittlerduo bestehend aus Chief Inspector Lloyd und Detective Sergeant Judy Hill, das ebenfalls zwischen professionellem Handeln und privaten Zwistigkeiten hin und her schwankt.

Jill McGown ist ein flüssig zu lesender Krimi gelungen, der durch glaubhafte Charaktere überzeugt: So verbirgt der Pfarrer und seine Familie allzu weltliche Sehnsüchte hinter ihrer Fassade, die Dorfbewohner sind prall portraitiert, und die Ermittler sind weit von unfehlbaren Superbullen entfernt. Der Krimi zieht seine Spannung aus der Dynamik des sozialen Gefüges dieser Zwangsgemeinschaft: Wer ver- bzw. misstraut wem? Was sind die jeweiligen Beweggründe?

Im Original erschien dieser Roman im Jahre 1988, liegt nun erstmals in der deutschen Übersetzung vor und wirkt ein wenig „wie aus der Zeit gefallen“: Ein moderner Krimi mit realistischen Personen, die ohne die heute übliche Telekommunikation auskommen (müssen) – sehr angenehm!

Beim Lesen beschlich mich zudem das Gefühl, eine gelungene Filmvorlage in den Händen zu halten, die sich mit ihren süffigen Dialogen wunderbar als Mini-Serie machen würde.

…und – Ja! – Die Handlung des Krimis spielt zwar zur Weihnachtszeit: Von „gnadenbringend“ ist allerdings wenig zu spüren!

„Welt ging verloren, Christ ward geboren: Freue, freue dich, oh Christenheit!“

erschienen bei DuMont/ ISBN: 978-3832198848

[Rezension] Winter. Das große Lesebuch für die ganze Familie/ herausgegeben von Ulrike Schrimpf/ mit Illustrationen von Lisa Manneh

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Im Großen und Ganzen bin ich sehr begeisterungsfähig und sehr wohlwollend gegenüber den Büchern, die auf meine Rezension warten. Es gibt allerdings ein Genre, bei dem ich äußerst kritisch bin: Das ist das Genre der Weihnachts-Lektüre!

Allzu häufig gehen die Verlage „auf Nummer sicher“, nehmen die immer gleichen Geschichten in ihre Sammlung auf oder verpassen einer vergriffenen Auflage ein neues Gewand samt neuem Titel. So schaute ich etwas skeptisch auf dieses Winter-Buch aus dem Herder Verlag.

Die Betonung liegt auf WINTER, denn das Buch ist in mehrere Kapitel aufgeteilt – beginnend mit „Herbststürme und Schneegestöber“ und begrüßt 7 Kapitel weiter mit „Schneeglöckchen und erste Sonnenstrahlen“ die ersten Frühlingsboten. „Pfiffig gemacht!“ dachte ich bei mir „So ist dieses Buch nicht nur zur Weihnachtszeit präsent!“…

…und „präsent“ trifft es genau! An diesem Buch stimmt einfach alles: Angefangen vom wunderbaren Cover, über die wohlüberlegte Text-Auswahl bis zu den entzückenden Illustrationen. Neben einigen bekannten Märchen, Geschichten und Gedichten findet sich auch eine Menge weniger Bekanntes.

Zudem wurden aus Kinderbuchklassikern (z. Bsp. Johanna Spyris „Heidi“ und „Die kleine Hexe“ von Otfried Preußler) passende Passagen übernommen, die zur besseren Einordnung eine kurze Einleitung erhielten.

Die Auswahl der Autor*innen spricht mehrere Generationen an. Somit ist dies definitiv ein Lesebuch „für die ganze Familie“. So findet man Hans Christian Andersen und die Brüder Grimm neben Robert Walser, Hoffmann von Fallersleben gibt sich ein Stelldichein mit Erich Kästner, und Kurt Tucholsky ist in bester Gesellschaft mit Astrid Lindgren.

Als Goodies gibt es Lieder mit Text und Notenbeispielen, kinderleichte Rezepte und kleine, kindgerechte Rätsel in Reim-Form.

Einen wesentlichen Anteil am Charme dieses Buches haben die wunderbaren Illustrationen: äußerst geschmackvoll, ansprechend und sehr harmonisch in der Wahl von Farbe und Form.

Seit einigen Wochen liegt dieses Buch nun schon griffbereit auf meinem Couchtisch, wird beinah täglich zur Hand genommen, intensiv geprüft, be-blättert und be-schaut.

Ich habe mich redlich bemüht, negatives zu entdecken: Ich finde nichts!!!

erschienen bei Herder/ ISBN: 978-3451383397

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

[Rezension] O. Henry – Das Geschenk der Weisen

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Es gibt Geschichten, die müssen für einen Leser erst reifen, oder vielleicht muss der Leser auch erst für eine Geschichte reifer werden: Als ich vor einigen Jahren meine erste weihnachtliche Lesung vorbereitete, las ich zum ersten Mal diese Geschichte. Damals fand ich sie „nett“…

…nicht mehr, nicht weniger!

Einige Jahre später „stolperte“ ich wieder über diese Geschichte und wurde gefangen von O. Henrys melodischen Sprachstil, von der Schlichtheit seiner Erzählung und von den tiefen Gefühlen, die darin verborgen waren: Zwei junge Menschen überraschen sich gegenseitig mit einem Geschenk zum Weihnachtsfest – wenig spektakulär und gleichzeitig so wunderbar. Selbst beim wiederholten (Vor-)Lesen werde auch ich immer wieder berührt von dieser kleinen Geschichte voller Wärme und Menschlichkeit.

Eine Geschichte, die nun ihren festen Platz in meinem Vorlese-Repertoire zum schönsten Fest des Jahres gefunden hat…

…nicht mehr, nicht weniger – und doch so viel!

erschienen bei Insel/ ISBN: 978-3458194538

…oder siehe auch Lektüre zum Weihnachtsfest vom 28. November 2018

 

[Rezension] Lektüre zum Weihnachtsfest

Kein anderes christliches Fest betört uns mit seinem Zauber, lässt uns in Erinnerungen schwelgen und die Hoffnung nach dem Wunder der Weihnacht wieder aufleben. Und kein anderes Fest ist prädestiniert für das Lesen und Vor-Lesen wunderschöner Geschichten und das Rezitieren von Gedichten.

Eine kleine Auswahl meiner liebsten Weihnachtsbücher möchte ich darum hier gerne vorstellen:


Frohe Weihnachten: Das grosse NordSüd-Weihnachtsbuch

Auf über 260 Seiten vereint der NordSüd-Verlag seine schönsten Geschichten zum Fest der Liebe: Sonst als Einzel-Bücher erhältlich findet der geneigte Leser hier die Geschichten von Hans de Beer (Der kleine Eisbär rettet die Rentiere), Brüder Grimm (Frau Holle), Erich Kästner (Als der Nikolaus kam), O. Henry (Das Geschenk der Weisen), Hans Christian Andersen (Der Tannenbaum) und vielen weiteren Autoren. Zudem ist dieser Prachtband hervorragend zum gemeinsamen Schmökern mit Kindern geeignet, da es zu jeder Geschichte wunderschöne Illustrationen zu bestaunen gibt.

erschienen bei NordSüd/ ISBN: 978-3314103513


Reclams Weihnachtsbuch/ herausgegeben von Stephan Koranyi

In rotem Leinen gebunden ist dieses Büchlein prallgefüllt mit Geschichten, Liedern und Gedichten von Rafik Schami, Theodor Storm, Axel Hacke, Paul Auster, Wilhelm Busch und vielen mehr. Es schlägt dabei gekonnt eine Brücke zwischen klassischen Schriftstellern und zeitgenössischen Autoren und ist eine Fundgrube zum Vor-Lesen.

erschienen bei Reclam/ ISBN: 978-3150107706


 Agatha Christie – Das Geheimnis des Weihnachtspuddings: Geschichten zum Fest

Dieses aparte Buch beinhaltet 4 Weihnachtsgeschichten der „Queen of Crime“: Neben zwei spannenden Krimis mit Miss Marple und Hercule Poirot und einer charmant-kitschigen Geschichte über einen „Held wider Willen“ findet der Leser auch eine meiner Lieblings-Erzählungen zum Fest „Der unfolgsame Esel“. Diese Erzählung muss ich mindestens 1x pro Saison zu Gehör bringen – bereitwillige „Opfer“ finde ich immer!

erschienen bei Atlantik/ ISBN: 978-3455600551


 Türchen, Tod und Tannenbaum: 24 Weihnachtskrimis von Ostfriesland bis Südtirol/ herausgegeben von Emily Modick

Statt Spekulatius & Tannenduft lieber Mord & Todschlag? Dann sind Sie mit dieser Sammlung hochkarätiger Kurzkrimis bestens bedient!

erschienen bei Knaur/ ISBN: 978-3426518151


Von drauß‘ vom Walde: Die schönsten Weihnachtsgedichte/ herausgegeben von Matthias Reiner

Die Insel-Bücherei begeistert mich immer mit ihren kleinen, feinen bibliophilen Bänden: In diesem Fall wird der Leser mit einer bunten & vielfältigen Mischung an Gedichten erfreut, u.a. von Johann Wolfgang Goethe, Heinrich Heine, Rainer Maria Rilke und Mascha Kaléko.

erschienen bei Insel/ ISBN: 978-3458205029


Freue dich, Weihnacht wird’s bald/ herausgegeben von Joana Bäumer

Statt der obligatorischen Weihnachtskarte könnten Sie auch dieses niedliche Heftchen mit den schönsten Gedichten zum Fest verschicken: Eine Karte wird nach dem Fest nicht mehr beachtet – dieses Heftchen bekommt sicher auch im nächsten Jahr seine verdiente Aufmerksamkeit!

erschienen bei Coppenrath/ ISBN: 978-3649614104


Ich wünsche viel Freude beim Schmöckern, Lesen und Vor-Lesen!

[Rezension] Die schönsten Weihnachts-Krimis – Hörbuch

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Ich höre keine Hörbücher! Warum ich dies nicht tue, habe ich bei der MONTAGSFRAGE #2 schon hinreichend beantwortet.

Warum ich nun eine Ausnahme mache? Die Mischung der hier versammelten Kurzgeschichten hat mich gereizt – zumal sie von namhaften Sprecher*innen vorgetragen werden.

Dabei handelt es sich hier um eine so abwechslungsreiche Auswahl Geschichten beliebter und bekannter Autor*innen, dass diese sicherlich viele Hörer erfreuen werden. Ich möchte darum auch weniger auf den Inhalt der jeweiligen Geschichte sondern vielmehr auf die Art des Vortrages eingehen.


CD 1/ Agatha ChristieEine Weihnachtstragödie/ gelesen von Beate Himmelstoß

Zugegeben: Kann ich den Vortrag einer Geschichte, die ich selbst für eine Lesung vorbereitet und vorgetragen habe, völlig objektiv beurteilen? Gänzlich frei wird sich niemand machen können, auch ich nicht…

Beate Himmelstoß Vortrag würde ich als solide bezeichnen. Unaufgeregt trägt sie diesen Kurzkrimi vor und verändert nur unwesentlich ihre Stimme, um die verschiedenen Charaktere zu porträtieren. Dies ist auch nicht unbedingt nötig, da die Geschichte im Wesentlichen aus der Sicht von Miss Marple erzählt wird. Überrascht hat mich allerdings, dass versäumt wurde, die ironisch-humorvollen Passagen mittels Betonung herauszuarbeiten. Ob dies an der Sprecherin oder an der Regie lag, kann ich natürlich nicht beurteilen.


CD 2/ Edgar WallaceDer falsche Rettungsring/ gelesen von Wanja Mues

Wanja Mues nahm mich gleich mit seiner markanten Stimme für sich ein und lieferte für die Wallace-Story eine gelungene Performance: Passend zur Geschichte, die im Kriminellen-Milieu auf einer Kreuzfahrten spielt, wählt er einen leicht arrogant Grundton. Beinah beiläufig wirkt seine Vortragsweise, die aber dadurch eine gewisse Gefährlichkeit im Unterton durchschimmern lässt.


CD 2/ Dorothy L. Sayers Das Perlenhalsband/ gelesen von Friedhelm Ptok

Lord Peter Wimsey ermittelt in einem Fall von einer verschwundenen Perlenkette im überschaubaren Umfeld einer Weihnachtsgesellschaft: Für mich war es ein Vergnügen, dem Vortrag von Friedhelm Ptok zu lauschen. Er lässt seine Stimme von gediegen-versnobt bis humorvoll-ironisch erklingen, setzt die Pausen sehr bewusst und gestaltet seinen Vortrag sehr geschmackvoll.


CD 3/ Arthur Conan Doyle Der blaue Karfunkel/ gelesen von Oliver Kalkofe

Oliver Kalkofe setzt seine Stimme zwar sehr effektvoll ein, leider aber auch wenig differenziert. Er kann sich nicht entscheiden, wen er mit welcher Stimm-Färbung ausstattet. Dies führt dazu, dass ich als Hörer das Handlungspersonal nur schwer unterscheiden konnte. Dies störte mich sehr beim Folgen der Handlung. Bedauerlicherweise eine wenig überzeugende Performance…!


CD 4/ Ellis Peters Der Friedhofskater/ gelesen von Friedhelm Ptok

Wieder kommt Friedhelm Ptok zum Einsatz: Auch hier konnte er mich mit seinem Vortrag völlig überzeugen! Bewundernswert wie dieser talentierte Sprecher sein Können in dieser Lesung zeigt. Seine charakteristische Stimme hat hohen Wiedererkennungswert!


CD 4/ Christianna Brand Gesegnet sei dieses Haus/ gelesen von Walter Renneisen

Walter Renneisens Stimme passt hervorragend zu dieser subtil-bösen Geschichte um Christi (Wieder-)Geburt: heiser, leicht rauchig und doch mit hellem Klang. Teilweise erinnert seine Stimme an Gollum aus „Der Herr der Ringe“, die er äußerst wandlungsfähig und effektvoll einsetzt. Eine Glanzleistung…!


CD 5+6/ Georges Simenon Maigrets Weihnachten/ gelesen von Peter Fricke

Peter Fricke ist „ein Name“: Der bekannte Schauspieler kann auf eine äußerst erfolgreiche Karriere im Theater, Film und Fernsehen zurückblicken. Er widmet sich einer Geschichte um George Simenons Kommissar Maigret, den er sehr charismatisch und äußerst prägnant seine Stimme leiht. Hier kommt neben dem Talent auch Frickes immense Erfahrung der Lesung zugute: Er wechselt die Stimmlagen gekonnt zwischen den handelnden Personen. Dabei wirkt dieser Vortrag absolut nicht routiniert sondern verströmt eine Menge Charme. Eine wahre Freude…!


erschienen bei Der Hörverlag/ ISBN: 978-3844523249

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Hörexemplar!

[Rezension] Krimi-Klassiker aus dem „Klett-Cotta“-Verlag

„Geheimnis in Weiss“ von J. Jefferson Farjeon

„Geheimnis in Rot“ von Mavis Doriel Hay

„Mord in Cornwall“ von John Bude


Spätestens seitdem Inspector Barnaby in der Grafschaft Midsomer auf Mörderjagd geht, wissen wir: Nirgends wird so viel, so idyllisch und so stilvoll gemordet wie in „Great Britain“,…

…und nirgends finden sich so viele Perlen der Krimi-Literatur.

Der Verlag „Klett-Cotta“ hat einige dieser kriminalistischen Perlen der 30er Jahre ausgegraben: Hier wird in einem einsamen Landhaus, während der Weihnachtsfeiertage oder an der unwirtlichen Küste von Cornwall „mit Freuden“ gemordet. Als Leser tappt man gemeinsam mit den Ermittlern – egal ob professionell oder amateurmäßig – im Dunkeln, rätselt anhand der vorhandenen Spuren nach dem Täter und erfreut sich an den gut-konstruierten Stories.

Während der Lektüre sah ich vor meinem geistigen Auge die jeweilige Szenerie deutlich vor mir und fühlte mich an die wunderbaren Krimi-Verfilmungen der BBC erinnert,…

…und auch wenn das eine oder andere (z. Bsp. das Frauenbild) aus heutiger Sicht teilweise sehr antiquiert wirkt, so ist dies der Entstehungszeit des Romans geschuldet und wurde vom Verlag glücklicherweise nicht „glattgebügelt“.

Ein wahres Lese-Vergnügen – „very british“ und „fabulously old-fashioned“!


erschienen bei Klett-Cotta/ ISBN: 978-3608961027, 978-3608961898 & 978-3608962383