[Rezension] E.O. Plauen (Erich Ohser) – Vater und Sohn: Sämtliche Abenteuer

E.O. Plauen ist das Pseudonym von Grafiker und Karikaturist Erich Ohser (* 18. März 1903/ † 6. April 1944) und setzt sich zusammen aus seinen Initialen und dem Namen seiner Heimatstadt. Er studierte von 1921 bis 1926 an der Staatlichen Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe in Leipzig. Nebenbei arbeitete er bei der „Neuen Leipziger Zeitung“, wo er Erich Kästner kennenlernte.

Nach dem Studium wurde Ohser schnell als Buchillustrator (unter anderem illustrierte er die Gedichtbände Kästners „Herz auf Taille“, „Ein Mann gibt Auskunft“ und „Gesang zwischen den Stühlen“) und als Karikaturist bekannt. Mit seiner offenen Abneigung gegenüber den Nationalsozialisten und der Veröffentlichung seiner Karikaturen von Hitler und Goebbels zog er den Hass der Nationalsozialisten auf sich. Nach deren Machtübernahme erhielt er Berufsverbot. Als 1934 „Die Berliner Illustrierte“ einen Zeichner für eine regelmäßig erscheinende Bildergeschichte suchte, bewarb er sich mit einen Entwurf zu „Vater und Sohn“ und erhielt die Zusage unter der Voraussetzung, unter einem Pseudonym zu arbeiten und sich nicht politisch zu betätigen. Von 1934 bis 1937 erschienen Ohsers „Vater und Sohn“-Geschichten in der auflagenstarken Zeitung und waren so beliebt und erfolgreich, dass der Verlag auch drei Buchausgaben veröffentlichte. Dank dieses Erfolges durfte er auch in den folgenden Jahren weiter für verschiedene Zeitungen arbeiten. Auf Dauer konnte er allerdings seine Abneigung gegen das NSDAP-Regime nicht unterdrücken. Er wurde denunziert und im März 1944 verhaftet. Der anberaumte Schau-Prozess vor dem Volksgerichtshof sollte am 6. April eröffnet werden. Das Urteil (Hinrichtung) stand von vorherein fest. In der Nacht zuvor wählte Erich Ohser in seiner Zelle den Freitod.

In diesem Sammelband sind nun sämtliche Abenteuer von „Vater und Sohn“ in der chronologischen Reihenfolge versammelt. In den über 200 Bildergeschichten gehen „Vater und Sohn“ gemeinsam durch das Leben und meistern die Tücken des Alltags mal mehr, mal weniger ruhmreich. Von Rückschlägen lassen sie sich nicht entmutigen. Sie bilden eine Einheit, sind zwar nicht immer einer Meinung, halten aber, wenn es hart auf hart kommt, fest zusammen. So steht der Vater für die Respektsperson, der bei Verfehlungen des Sohnes durchaus die damals gängige pädagogische Intervention des „Hosenboden versohlen“ praktiziert. Trotzdem wirkt der Sohn in den Zeichnungen nie, als würde er sich vor seinem Vater fürchten. Im Gegenteil: Der Sohn genießt viele Freiheiten und darf sich im Spiel mit aber auch gegen seinem Vater erproben. Gemeinsam rebellieren sie durchaus auch gegen Personen, die die s.g. Obrigkeit verkörpern. Diese für damalige Verhältnisse humane Erziehungsmethode sprach gänzlich gegen dem nationalsozialistischen Gedankengut. Doch der Vater ist noch/ war mal Kind: Einerseits schlummert in ihm ein großer Kindskopf, der eine unbändige Freude an Spiel, Spaß und Abenteuer hat. Andererseits lässt Erich Ohser in seinen Geschichten auch Großvater und Ur-Großvater auftreten. Diese geballte väterliche Allianz gibt ihre Familientraditionen und Werte an die jeweils nächste Generation weiter und fungiert als Schutzschild für den Jüngsten in der Familie: Durch starke Vorbilder werden Kinder selbstbewusst!

Vater und Sohn präferieren einen für die damalige Zeit eher untypischen Umgang miteinander: Der Vater scheint für seinen Sohn immer Zeit zu haben. Der Sohn ist für ihn der Mittelpunkt seines Lebens und wächst unter einem Mantel aus Freiheit, Strenge und Liebe auf: Es darf auch gekuschelt und sich umarmt werden! Zudem sind die Botschaften innerhalb der Geschichten so klar, dass (beinah) auf Worte verzichtet werden konnte.

Mit dem Wissen um das Schicksal ihres Schöpfers gewinnen die harmlos-witzigen Bildergeschichten von „Vater und Sohn“ für mich an Bedeutung: Ich meinte, vieles vom Charakter Erich Ohsers in seinen Zeichnungen entdeckt zu haben. Seine Bildergeschichten verströmen eine verspielte Leichtigkeit und haben einen beinah unschuldigen Humor. Beim Betrachten spürte ich Wehmut und Trauer, da ich daran dachte, dass Ohser selbst ein Vater war.

Zum Zeitpunkt des Todes von Erich Ohser war sein Sohn Christian 13 Jahre alt: In einem Abschiedsbrief bat er seine Frau „Mache aus ihm einen Menschen.“ und beendete den Brief mit „Ich gehe mit glücklichem Lächeln.“

Hans Fallada schrieb über die „Vater und Sohn“-Geschichten: „Das ist er selbst, der große, herrliche Mann, der so herrlich jung lachen konnte, und sein Junge, sein einziger Sohn, ein spitzmäusiges, lustig lachendes Geschöpf.“

Meine Hochachtung für einen großen Künstler und einen noch größeren Menschen!


erschienen bei Anaconda/ ISBN: 978-3730602201

[Rezension] Erich Kästner – Über das Verbrennen von Büchern

„Am 10. Mai 1933 ließ Joseph Goebbels auf öffentlichen Plätzen nationalsozialistische Kundgebungen veranstalten, bei denen die Studenten der deutschen Hochschulen Berge von Büchern verbrannten, die dem Staatsstreich gegen Freiheit, Toleranz und Intelligenz im Wege standen.“ So beginnt Kästner einen Artikel mit der Überschrift „Kann man Bücher verbrennen? Zum Jubiläum einer Schandtat“, der am 9. Mai 1947 in der Frankfurter „Die Neue Zeitung“ erschien.

Was darf/kann/soll/muss ich von einem politischen System halten, deren Anhänger die Werke der literarischen Opposition verbrennen? Sie als dumm oder ignorant zu bezeichnen, wäre als Kernaussage zu dürftig. Vielmehr erschreckt mich die Tatsache, dass mit diesem zerstörerischen Akt diese Menschen die Freiheit des eigenen Geistes willentlich einschränken und sich damit eine freie Meinungsäußerung und einen kreativen wie humanitären Umgang mit den Werken Andersdenkender verwehren.

Kästner war an dem besagten Termin in Berlin persönlich vor Ort. Er stand dem Flammenberg gegenüber. Er hörte Goebbels seinen Namen brüllen, während seine Bücher ins Feuer geworfen wurden. Seine Erinnerungen an diese schreckliche Nacht sollten nie verblassen. Vielmehr lässt er uns, alle diejenigen, die vielleicht von der Gnade der späten Geburt profitieren, an seinen Erinnerungen teilhaben. Zeitlebens war er ein Mahner, einer, der die Erinnerung in der Bevölkerung wachhält. So sprach er bei seiner Ansprache auf der Hamburger P.E.N.-Tagung am 10. Mai 1953 „Über das Verbrennen von Büchern“ und hinterfragte sein eigenes stilles Dulden zu der Zeit. So übt er nicht nur Kritik sondern zieht auch mit sich selbst vor Gericht: Angst blockiert und verändert den Menschen. Was hätte mit ihm in jener Mai-Nacht passieren können, hätte er seine Stimme gegen die Bücherverbrennung erhoben. Vielleicht kamen ihm sogar die Worte Heinrich Heines in den Sinn „Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.“ So blieb er in dieser Nacht an diesem Ort in diesem Moment stumm und wurde dadurch zum Chronisten dieser Schandtat.

Doch Kästner möchte nicht „nur“ ein Chronist sein. Vielmehr deckt er auch auf, nennt Namen und legt somit den Finger in die empfindsame Wunde der Öffentlichkeit.

In seinem Artikel „Briefe in die Röhrchenstraße“ in „Die Neue Zeitung“ vom 5. August 1946 schildert er von der Engstirnigkeit und Verbohrtheit der sympathisierenden Literaten des NS-Regimes. Vom Realitätsverlust und ihrem Mangel an Selbsteinschätzung zu lesen, war für mich beinah körperlich schmerzhaft. Diesen braunen „Literaten“ ging es einzig und allein um die Ausübung von Macht und um den persönlichen Profit und nicht um die Literatur!

Wer nun glaubt, dass eine Bücherverbrennung sich nicht wiederholen werde, dem lehrt Kästner in seinem Beitrag „Lesestoff, Zündstoff, Brennstoff“ vom Oktober 1965 leider „schlechteres“: Am 3. Oktober 1965 versammelte sich eine Jugendgruppe des „Bundes Entschiedener Christen“ in Düsseldorf am Rheinufer und verbrannte mit Genehmigung des Ordnungsamtes Bücher von Erich Kästner, Günter Grass und anderen Autor*innen. Die Idee zu dieser Aktion kam den Beteiligten – nach eigener Aussage – ganz „spontan“. Über Wochen wurden ebenso „spontan“ die Bücher gesammelt, und „spontan“ wurde die Genehmigung beim Ordnungsamt beantragt. Dieses hat sich von so viel jugendlicher „Spontanität“ mitreißen lassen und „spontan“ seine Erlaubnis erteilt. Ein „spontan“ anwesender Pressefotograf der evangelischen Kirche machte dazu absolut „spontane“ Fotos…! Kästner konnte und wollte dies nicht unkommentiert lassen und erlebte bei den Beteiligten bzw. Zuständigen eine Ignoranz bzw. Naivität, die schier unglaublich scheint.

Der „Bund Entschiedener Christen“ wies einen Vergleich mit der Bücherverbrennung 1933 „entschieden“ (!) zurück, die Landeskirche distanzierte sich, der Oberbürgermeister von Düsseldorf verwies auf die Zuständigkeit des Ordnungsamtes, und das Ordnungsamt betonte, dass es im Zuge der öffentlichen Sicherheit nur für die Eindämmung des Funkenflugs zuständig sei und nicht für das Brennmaterial, aus dem die Funken entstanden sind. Beim Lesen dieses Essays fühlte ich mich an einen absolut missglückten Schildbürger-Streich erinnert: Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte!

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Komplementiert wird diese Text-Sammlung durch eine Chronik rund um die Ereignisse der Bücherverbrennungen und schließt mit einer (natürlich nur unvollständigen) Autorenliste der 1933 verbrannten Bücher.

Das vorliegende Büchlein mit seiner überschaubaren Anzahl an Essays wirkt äußerlich zwar „klitze-klein“, ist inhaltlich aber „riesengroß“. Es ist Erich Kästners eindringliche Mahnung gegen das Vergessen…!


erschienen bei Atrium/ ISBN: 978-3855353897

[Rezension] Philip Kerr – Friedrich der grosse Detektiv

Kaum war das Buch erschienen, da war Friedrich auch schon der größte Fan von „Emil und die Detektive“. Und diese Schwärmerei ist nicht nur dem Umstand geschuldet, dass der Autor Erich Kästner mit seinem Vater befreundet ist und zudem direkt im Nachbarhaus wohnt. Diese Verehrung für den Autor wird nicht gleichermaßen gerne gesehen: Während seine Eltern weiterhin mit Kästner befreundet bleiben, sympathisiert sein älterer Bruder Rolf mit den Nazis. Er zwingt Friedrich, ihm sein Exemplar von „Emil und die Detektive“ auszuhändigen, dass er dann bei der Bücherverbrennung in die Flammen wirft. Doch als größter Fan besitzt Friedrich noch ein weiteres Exemplar seines Lieblingsbuches, das er schon über 20 Mal gelesen hat und dessen Existenz er nun vor seinem Bruder verheimlichen muss. Er wünscht sich nichts sehnlicher, als gemeinsam mit seinen Freunden Albert und Viktoria als Detektive aktiv zu werden. Überraschend erhalten sie von der Polizei den Auftrag, einen Spion zu überwachen. Friedrichs Schreck ist groß als sich herausstellt, dass niemand geringerer als Erich Kästner im Visier der Gestapo steht. Da er sich sicher ist, dass Kästner unschuldig ist, sammelt er mit seinen Freunden Beweise für seine Unschuld. Als sie dabei im Park über die Leiche eines befreundeten Künstlers von Kästner stolpern, wird ihnen bewusst, dass Recht nicht mehr gleich Recht ist. Die politische Atmosphäre wird zunehmend angespannter: Die Welt droht aus den Fugen zu geraten…!

Autor Philip Kerr verfügte über genügend Erfahrung im Erzählen von Geschichten, die zur Zeit des Dritten Reichs angesiedelt sind. Und vielleicht brauchte es auch erst diesen versierten britischen Autoren, der es wagte, gleich zwei (un-)heilige Kühe zu schlachten: …eine Abenteuer- und Kriminalgeschichte für Kinder und Jugendliche zur Zeit des Dritten Reichs anzusiedeln, und Erich Kästner als Dreh- und Angelpunkt in diesem Buch auftreten zu lassen.

Neben Kästner finden weitere historische Persönlichkeiten in der Handlung Erwähnung und dienen dazu, den Umbruch der damaligen Zeit zu symbolisieren und den Widerstand und die Zivilcourage zu repräsentieren. Der freie Geist dieser Menschen wurde von den Nazis nicht toleriert: „Gleichschaltung“ lautete deren Parole. Und so stehen Erich Kästner und seine Künstler-Kollegen stellvertretend Pate für all die vielen Menschen, die dem Nazi-Regime zum Opfer fielen, nur weil sie es wagten, anders zu denken, anders zu glauben oder anders zu lieben. Dabei schoss Philip Kerr ein wenig über das Ziel hinaus: Zwar musste ich unwillkürlich schmunzeln, als ich von der Begegnung unseres Helden Friedrich mit Christopher Isherwood (Ja, genau der Christopher Isherwood, der im Oktober bei „Literaten im Fokus“ von mir gewürdigt wird!) las. Diese Begegnung war für den Fortgang der Handlung allerdings absolut unerheblich und somit entbehrlich. Vielmehr hatte ich – nachdem ich den entsprechenden Eintrag im Nachwort des Autors gelesen hatte – den Verdacht, dass Kerr mit dem Auftauchen dieser Person verdeutlichen wollte, dass auch Homosexuelle von den Nazis verfolgt wurden.

Dieses „Aufblähen“ der Handlung hätte das Werk gar nicht nötig gehabt. Kerr ist das Kunststück gelungen, sowohl den Spannungseffekt passend für eine junge Leserschaft zu schaffen und gleichzeitig die Umstände der damaligen Zeit überzeugend zu beschreiben. Die tagtägliche Bedrohung ist ebenso nachvollziehbar wie Friedrichs Trauer über den Abschied von seinem Freund jüdischen Glaubens oder den Verlust der liberal-denkenden Klassenlehrerin. Eine „normale“, ungezwungene Kindheit war nicht möglich. Ein Heranwachsen der Jugend zu eigenständig denkenden Erwachsenen war nicht erwünscht. Mit einem Prolog und Epilog erlaubt der Autor einen Blick in die Zukunft seiner Helden und verwehrt (für ein Kinder- und Jugendbuch ungewöhnlich) seinen jungen Lesern ein versöhnliches Ende: Für Friedrich und seine Freunde gibt es kein Happy-End!

So hebt Autor Philip Kerr diese Geschichte auf eine realistischere Ebene (Es ist nicht „nur“ ein fiktiver Abenteuerroman, vieles hätte damals durchaus wirklich so passieren können!)…

…und schafft somit eine Gesprächsgrundlage zwischen den Generationen, denn unkommentiert sollte niemand seinem Kind dieses Buch zum Lesen geben!

Lust auf eine weitere Meinung? Dann empfehle ich Euch die Rezension meiner Blogger-Kollegin Janina Lehmann von „Frau Lehmann liest“.

Lust auf ein weiteres Medium? Dann empfehle ich Euch den Spielfilm Kästner und der kleine Dienstag aus dem Jahre 2016 (Regie: Wolfgang Murnberger). Es handelt sich hierbei nicht um eine Verfilmung des o.g. Romans: Der Film vermittelt aber sehr eindrucksvoll ein Bild der damaligen Zeit.


erschienen bei rowohlt rotfuchs/ ISBN: 978-3499217913 / auch als Taschenbuch erschienen bei rowohlt rotfuchs/ ISBN: 978-3499000706

[Rezension] Michael Bienert – Kästners Berlin: Literarische Schauplätze

Michael Bienert ist der absolute Kenner für das literarische Berlin: Neben seiner Tätigkeit als Kulturjournalist fungiert er im realen Leben ebenso wie zwischen zwei Buchdeckeln als versierter literarischer Stadtführer (www.text-der-stadt.de). Der interessierte Leser kann sich gemeinsam mit ihm auf Spurensuche begeben und je nach persönlichem Gusto einen Blick auf die literarischen Schauplätze von Bertolt Brecht, Alfred Döblin, E.T.A. Hoffmann oder Erich Kästner werfen.

Bienert folgt sehr akribisch aber nicht detailversessen dem großen Literaten auf seinen Wegen durch das Berlin zwischen den Jahren 1927 und dessen Tod. Dabei unterteilt er die Kapitel klug in Lebensphasen und Schaffensperioden ein. In den Lebensphasen Kästners begleiten wir ihn durch das pulsierende kulturelle Berlin der Vorkriegsjahre, besuchen mit ihm Kabaretts, Cafés und Theater und machen einen Abstecher ins Zeitungsviertel. Die Kriegsjahre engen den Freigeist nicht nur in seiner Kreativität ein. Auch geografisch wird Kästners Radius enger. Sowohl die Bücherverbrennung als auch die Reichspogromnacht erlebte er hautnah mit. Persönliche Repressalien durch die Gestapo veranlassten ihn, sich zunehmend zwischen den schützenden Wänden seiner Wohnung zurückzuziehen, da er sich nur hier wirklich sicher fühlte. Nach dem Krieg zog Kästner nach München, fühlte sich Berlin dank Familie und Freunden weiterhin verbunden.

Auch Kästners Figuren flanieren durch die Straßen der Weltmetropole: Emil und die Detektive scheuchen uns quer durch Berlin auf der Suche nach einem üblen Dieb. Pünktchen und Anton geben uns einen Einblick sowohl ins noble Villenviertel als auch in die zwielichtige Gegend rund um die Weidendammer Brücke. Seine Romanfigur Jakob Fabian lässt er plan- und ziellos durch das dekadente und verruchte Wedding treiben.

 

Anhand von historischen Straßenkarten mit detaillierten Ortsangaben kann ich als Leser den jeweiligen „Spaziergängen“ folgen und gemeinsam mit dem Autor und seinen Geschöpfen durch das frühere Berlin schlendern. Die Atmosphäre der damaligen Stadt wird durch zeitgenössische Dokumente, Fotografien und Postkarten heraufbeschworen. Demgegenüber vermitteln die aktuellen Fotos der Straßen und Orte einen guten Eindruck über die Veränderungen, die eine Stadt zwangsläufig über die Jahre bzw. Jahrzehnte durchlebt.

Michael Bienert überzeugt in jedem Kapitel mit fundierten Kenntnissen über das Leben und Wirken Erich Kästners. Doch auch der große Literat kommt hier selbst zu Wort und liefert uns in Anekdoten, Zitaten, Tagebucheintragungen und Artikeln seine persönliche Sicht auf „sein“ Berlin.

Die Fülle an Informationen wird komplementiert sowohl durch Anmerkungen von Bienert zu den jeweiligen Kapiteln als auch um ein Adressbuch „Kästners Berlin von A bis Z“, das trotz seines Umfangs keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt: Kästner war ein sehr umtriebiger Mensch, der Kontakte quer durch die Stadt pflegte. Wer kann da schon genau sagen, wo er sich überall „rumgetrieben“ hatte.

Michael Bienerts vorliegendes Werk über Erich Kästner nötigt mir Respekt ab. So schafft der Autor den schwierigen Spagat zwischen Sachbuch, Bildband und Zitaten-Sammlung äußerst informativ und unterhaltsam.


erschienen bei Verlag für Berlin-Brandenburg/ ISBN: 978-3945256008

[Rezension] Erich Kästner – Sonderbares vom Kurfürstendamm: Berliner Beobachtungen/ herausgegeben von Sylvia List

Berlin und ich: Wir stehen uns sehr zwiespältig gegenüber. Irgendwie wurden wir nie richtig miteinander warm. Bei meinem ersten Besuch der Stadt kurz nach dem Mauerfall schlenderte ich über den Kurfürstendamm und wollte – ganz Touri – einen Blick ins Kaufhaus des Westens werfen. In einem Buchladen am Ku’damm fragte ich die Verkäuferin beim Bezahlen an der Kasse, in welche Richtung ich mich zum KdW wenden müsste. Mich traf ein abschätziger Blick und im breitesten Berlinerisch bekam ich als Antwort „Imma de Menschenmasse nach!“. Berliner Schnauze und Norddeutscher Fischkopp scheinen mir wenig kompatibel.

Doch für viele – besonders den Kunstschaffenden – hat/hatte Berlin eine schier magische Anziehungskraft. So verschlug es auch den aufstrebenden Jungschriftsteller Erich Kästner im Jahre 1927 vom beschaulichen Leipzig in die pulsierende Metropole, und er verdingte sich seine ersten Sporen mit Veröffentlichungen von Gedichten, Glossen und Rezensionen in unterschiedlichen Tageszeitungen sowie Kritiken für das Magazin „Die Weltbühne“. Die Jahre zwischen 1927 und 1933 gelten als seine produktivste Zeit, in der er zu einer der wichtigsten intellektuellen Figuren Berlins aufstieg und in der neben den schon genannten Publikationen auch „Emil und die Detektive“, „Pünktchen und Anton“ und „Das fliegende Klassenzimmer“ entstanden. Die Texte aus dieser Zeit spiegeln auch den Lebenshunger der Berliner wieder: Authentisch beschreibt er die Kabaretts und Revuen, das schillernde Volk in den Bars und Vergnügungstempeln, aber auch das zweifelhafte Amüsement für die einfachen Leute in Form eines Rummelplatzes im Hinterhof. Auch Auszüge aus „Emil und die Detektive“ und „Pünktchen und Anton“ dürfen in dieser Berliner „Chronik“ nicht fehlen. Zwischen seinen Zeilen spürt der Leser den pulsierenden Herzschlag einer Stadt: Kästner schrieb über Triviales ebenso ernsthaft, wie er über Erhabenes spottete. Seine Gedichte sind schelmisch, ironisch aber auch durchaus poetisch zart. Große Persönlichkeiten der Theater- und Kultur-Szene finden in seinen Rezensionen Erwähnung. Die Informationen des Anhangs offenbaren die Tragik: Die meisten von ihnen mussten entweder emigrieren oder fielen der Tötungsmaschinerie der Nazis zum Opfer.

In den Jahren von 1933 bis 1945 war Kästner zur Untätigkeit verdammt: Den Nationalsozialisten war er als liberal-denkender Literat suspekt. Seine satirisch formulierten gesellschafts- und zeitkritischen Werke galten „wider den deutschen Geist“ und wurden bei der öffentlichen Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 verbrannt. Trotz massiver Repressalien, wie Verhöre bei der Gestapo, Berufsverbot und Ausschluss aus dem Schriftstellerverband, blieb Kästner in Berlin: Er sah sich als Chronist dieser Zeit und führte ein geheimes Tagebuch über die damaligen Geschehnisse. Die Texte aus diesen Jahren erschüttern! Die Gedichte und Aufzeichnungen zeugen von der Absurdität nationalsozialistischem Gedankengut, oder um es mit Kästners eigenen Worten zu beschreiben:

„Gut und Böse, unwandelbare Maßstäbe des menschlichen Herzens, wurden durch Gesetz und Verordnung ausgetauscht. […] Wer unschuldige Menschen umbrachte, wurde befördert. Wer seine menschliche oder christliche Meinung sagte, wurde geköpft oder gehängt.“

Über „Berlin nach 1945“ schrieb Kästner keine einzige Zeile

Herausgeberin Sylvia List hat eine abwechslungsreiche Sammlung an Texten aus dem Œuvre von Erich Kästner zusammengestellt, die einen gelungen Bogen schlagen von „Babylon Berlin“ zu „Berlin in Trümmern“. Mit dieser Anthologie beweist sie abermals, was jedem Leser von Kästners Werken durchaus schon bewusst ist:

Kästner amüsiert, Kästner kritisiert, und er unterhält auf hohem Niveau!


erschienen bei Atrium/ ISBN: 978-3855354139

Literaten im Fokus: Erich Kästner

Im Juli startet „Literaten im Fokus“ in die zweite Runde: Nachdem sich im April alles um Agatha Christie drehte, werde ich nun einen „verschärften“ Blick auf einen unserer großen deutschen Schriftsteller werfen.

Als Einstieg möchte ich Euch gerne mein Kästner-Kurz-Porträt, das vor einem Jahr aus Anlass seines 45. Todestages hier auf diesem Blog erschien, ans Herz legen.

Beginnen werde ich mit „Sonderbares vom Kurfürstendamm: Berliner Beobachtungen“:  Erich Kästners kritisch-ironische Liebeserklärung an Berlin, die er prosaisch und lyrisch zum Ausdruck bringt.

Dann machen wir uns mit „Kästners Berlin: Literarische Schauplätze“ von Michael Bienert auf eine Spurensuche der besonderen Art und folgen seinen Figuren durch die Stadt.

In „Friedrich der grosse Detektiv“ lässt Philip Kerr den großen Meister selbst als Romanfigur auftreten und erzählt die Geschichte von Friedrich, der von seinem Lieblingsbuch „Emil und die Detektive“ nicht genug bekommen kann und zudem das Glück hat, das Erich Kästner sein Nachbar ist. Doch die Bücherverbrennung im Jahre 1933 vernichtete auch „Emil und die Detektive“…!

Erich Kästner war in der Nacht der Bücherverbrennung persönlich dabei, als auch seine Bücher den Flammen zum Opfer fielen: In „Über das Verbrennen von Büchern“ gibt er uns in Reden, Essays und Briefen einen bedrückenden Einblick in diese Zeit.

Erich Ohser war nicht nur Wegbegleiter sondern auch ein guter Freund Kästners, dessen Schicksal unter dem NS-Regime nicht unerwähnt bleiben darf. Unter dem Pseudonym E.O. Plauen schuf er die entzückenden „Vater und Sohn“-Abenteuer.

Ihr Lieben, ich bin mir sicher, dies wird ein literarischer Monat mit spannenden, aufwühlenden, berührenden und erheiternden Momenten. Darauf freue ich mich schon sehr,…

…und Euch wünsche ich viel Vergnügen!

Literaten im Fokus…

Manchmal ist es wie verhext: Ohne eigenem Zutun und somit beinah wie aus heiterem Himmel fallen mir manchmal Bücher zu Autorinnen und Autoren in den Schoss, die sich wunderbar eignen, um im überschaubaren Rahmen einer kleinen Monats-Reihe hier auf meinem Blog rezensiert zu werden. Dabei handelt es sich einerseits um Original-Werke der jeweiligen Autorin/ des jeweiligen Autors aber auch um Begleit-Werke, die auf die originalen Werke Bezug nehmen, von ihnen inspiriert wurden oder deren Autor*innen als Zeitzeugen fungieren.

Bei allen 4 Autor*innen handelt es sich um bekannte Namen in der Literatur: Alle werden von mir gleichermaßen hochgeschätzt und sind mit ihren Werken durchaus schon häufiger auf meinem Blog in Erscheinung getreten. Doch nun möchte ich Euch nicht länger auf die Folter spannen und Euch die Namen meiner 4 Auserwählten verraten…!

Ladies First: Ich beginne meine kleine Reihe im April mit Agatha Christie, der unumstrittenen „Queen of Crime“. Im Juni werfen wir einen (Augen-)Blick auf das Schaffen vom großen Literaten Erich Kästner. Der August offenbart uns das eine oder andere Highlight aus dem Œuvre von Georges Simenon. Im Oktober verweilen wir einen Moment bei Christopher Isherwood und ergötzen uns an seinem Talent.

Wir Buch-Blogger neigen dazu, allzu häufig auf die Verlagsvorschauen mit den Neuerscheinungen zu schielen und übersehen darüber leicht die literarischen Schätze der Vergangenheit. Vielleicht kann ich mit meiner kleinen Reihe dem ein wenig entgegenwirken und hoffe, dass Euch diese kleinen Retrospektiven viel Freude bereiten!!!

[Die Bücher meines Lebens] Erich Kästner – Drei Männer im Schnee

– 2007 –


Es gibt sie, die Bücher, die Balsam für die Seele sind.
Es gibt sie, die Bücher, die dich einhüllen wie in einen schützenden Kokon.

Es gibt sie, die Bücher, die dich gleichzeitig zum Lachen und zum Weinen bringen.

Der Roman „Drei Männer im Schnee“ von Erich Kästner zählt für mich zu diesen kleinen, literarischen Schätzen, die gar nicht häufig genug gewürdigt werden können.

Natürlich habe ich als Kind die wunderbaren Kinderbücher von Kästner gelesen, schließlich war ich Dauergast in unserer kleinen Gemeindebücherei in meinem Heimatort. Anfangs war sie sogar in zwei Klassenräumen in meiner Grundschule untergebracht. Da meine Eltern nicht über die finanziellen Mittel verfügten, mich mit ausreichend Lesestoff zu versorgen, war die Gemeindebücherei mein Buch-Paradies, mein Lese-Eldorado, mein Zufluchtsort! Zumal die Ausleihe für Kinder und Jugendliche damals noch kostenfrei war. Wahrlich paradiesisch…!

…und so schloss ich Freundschaft mit Emil und Gustav mit der Hupe, mit Pünktchen und Anton, mit Lotte und Luise,…

…und erst viele Jahre später begriff ich, welch feinsinniger Beobachter Erich Kästner war, der die Sorgen der Kinder wahrnahm und auf seine einfühlsamen Art thematisierte. Dabei stellte er die Kinder mit ihren Problemen nie bloß sondern nahm sie in ihren Nöten ernst. Leider dauerte es einige Jahre bis ich den „Kästner für Erwachsene“ für mich entdeckte. Warum es dauerte, kann ich nicht sagen. Manchmal braucht etwas seine Zeit, und manchmal muss der Mensch erst reifen, um für ein bestimmtes, literarisches Werk empfänglich zu sein.

Für den „Kästner für Erwachsene“ war ich erst in meinen 30ern erwachsen genug, für den „Kästner für Kinder“ bin ich hoffentlich nie zu erwachsen. Wie passend, dass „Drei Männer im Schnee oder Das lebenslängliche Kind“ einen absoluten Spitzenplatz in meinem Kästner-Kosmos einnimmt. So erfreue ich mich bei jedem Wieder-Lesen an den intelligent-witzigen Dialogen und genieße die feine Kästner’sche Ironie, die so leicht zu überlesen wäre, wenn der geneigte Leser zu oberflächlich lesen würde. Erich Kästner war ein wahrer Könner seines Fachs: Schaute er auch sehr genau auf die menschliche Natur und entlarvte Eitelkeiten und Standesdünkel, so blieb er doch durch und durch ein Menschenfreund und kommentierte als Satiriker und Romancier die Schwächen der Leute immer mit einem Augenzwinkern,…

…und so menschelt es an allen „Ecken und Kanten“: Die Geschichte durchzieht ein altruistischer Grundgedanke ohne den erhobenen Zeigefinger der Moral. Ein allzu dogmatisches Verweisen auf die offensichtliche Botschaft vom Gutmenschen wäre bei mir auch eher auf Ablehnung gestoßen. Wie schon erwähnt, erscheinen mir dogmatisch und vehement vertretende Ansichten fragwürdig und lösen meinen Impuls zur Kritik aus. Vielmehr fliest der humanitäre Geist leise und unaufdringlich durch die Zeilen. Diese charmante Geschichte katapultierte sich in mein Herz hinein, und ich konnte nichts dagegen tun! Immer wenn meine Seele eine ordentliche Portion Streicheleinheiten benötigt, greife ich zu diesem Buch oder schaue mir den alten Film mit Paul Dahlke, Günther Lüders und Claus Biederstaedt an,…

…und dann rollten sie bei mir wieder, die Tränen: vor Lachen und vor Rührung.

Ein richtiger Seelentröster…!!!


erschienen bei Atrium/ ISBN: 978-3855359585 / Neu-Auflage erschienen bei Atrium/ ISBN: 978-3038820161


[Die Bücher meines Lebens] Ein Vorwort…

50 Jahre – ein halbes Jahrhundert habe ich nun auf dem Buckel: Nur eine Zahl wie jede andere auch…? Ja! und Nein!

Ich merke, dass diese Zahl etwas mit mir „macht“, …dass diese Jahre etwas mit mir gemacht haben. Die nahende 50 hat viele Gedanken und Gefühle in mir frei gesetzt, mich zum Grübeln gebracht und mich „gezwungen“, meinen bisherigen Lebens- und Lesens-Weg zu überdenken. Ich war nie jemand, der frühere Entscheidungen irgendwann bereut hat oder über erlittene Schicksalsschläge in Selbstmitleid verfallen wäre. Nein! Alles, was mir in meinem Leben bisher passierte, hat im Nachhinein einen Sinn ergeben. Alles, was mir in meinem Leben bisher passierte, hat mich zum Umdenken verleitet und mir geholfen, längst überfällige Entscheidungen zu treffen, um eine neue Richtung auf meinem Lebensweg einzuschlagen. Trotzdem möchte ich – wenn es sich bitte vermeiden lässt – einige dieser Schicksalsschläge nicht ein weiteres Mal durchleben müssen.

So turbulent mein Leben auch durchaus war, gab es doch immer eine Konstante, und diese Konstante war das Lesen für mich.

In den vergangenen 50 Jahren haben mich unzählige Bücher auf meinem Weg begleitet – Bücher, die so vielfältig wie ihre Autorinnen und Autoren, so unterschiedlich wie die ihnen zugedachten Leserinnen und Leser und so bunt wie das Leben waren. Jedes Buch, das ich gelesen habe, hat seine Spuren bei mir hinterlassen – auf der einen oder anderen Weise, mal mehr oder mal weniger intensiv. Und doch fiel es mir nicht schwer, diese ganz persönliche Auswahl zu treffen.

14 literarische Werke haben es auf meine Liste geschafft, und ich musste schmunzelnd feststellen, dass weder die Werke von namhaften Vertretern der „Sturm & Drang“ noch der „Aufklärung“ einen Platz auf meiner Liste erhalten haben, und keines dieser Werke war je auf einer Longlist des Deutschen Buchpreises. Mit 50 Jahren muss ich mir und dem Rest der Welt nichts mehr vormachen: Ein „Aufpimpen“ der Liste mit klangvolleren Namen kam für mich nicht in Frage! Dafür erlaube ich mir den Luxus und bin mit mir hemmungslos ehrlich: Diese Bücher haben mich durch außergewöhnliche Lebenssituationen begleitet, Emotionen in mir ausgelöst, mich getröstet, geleitet und inspiriert, mir Mut gemacht, mich ermahnt und lang verschollene Erinnerung hervor gelockt.

Sie haben es mehr als verdient, hier gewürdigt zu werden.

  • 1974: Walter Müller & Heinz Kampmeier Unsere neue Fibel
  • 1976: Hans Jürgen Press Die Abenteuer der schwarzen hand
  • 1977: Enid Blyton 5 Freunde im alten Turm
  • 1979: Michael Ende Die unendliche Geschichte
  • 1982: Janina David Ein Stück Himmel – Erde – Fremde
  • 1984: Fynn Hallo, Mister Gott, hier spricht Anna
  • 1986: Margaret Mitchel Vom Winde verweht
  • 1990: Victor Hugo Die Elenden
  • 1993: Rita Mae Brown Venusneid
  • 1997: Armistead Maupin Stadtgeschichten
  • 2002: Truman Capote Frühstück bei Tiffany
  • 2007: Erich Kästner Drei Männer im Schnee
  • 2011: Agatha Christie Und dann gab’s keines mehr
  • 2018: Anne Müller Sommer in Super 8

Einige Werke habe ich Euch bei früheren Gelegenheiten schon einmal vorgestellt: Ich habe diese Texte genommen, gelesen, in mich hinein gehorcht und sie entsprechend redigiert. Weitere Werke werde ich Euch im Laufe der nächsten Tage und Wochen vorstellen: So erlaube ich mir, die 50 einige Wochen lang gemeinsam mit Euch zu feiern!

Ich wünsche Euch viel Spaß bei dieser Rückschau auf mein (Lese-)Leben!

Liebe Grüße
Andreas

P.S.: …und lieber ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel als ein falscher Fünfziger im Herzen! 😉