Literaten im Fokus…

Manchmal ist es wie verhext: Ohne eigenem Zutun und somit beinah wie aus heiterem Himmel fallen mir manchmal Bücher zu Autorinnen und Autoren in den Schoss, die sich wunderbar eignen, um im überschaubaren Rahmen einer kleinen Monats-Reihe hier auf meinem Blog rezensiert zu werden. Dabei handelt es sich einerseits um Original-Werke der jeweiligen Autorin/ des jeweiligen Autors aber auch um Begleit-Werke, die auf die originalen Werke Bezug nehmen, von ihnen inspiriert wurden oder deren Autor*innen als Zeitzeugen fungieren.

Bei allen 4 Autor*innen handelt es sich um bekannte Namen in der Literatur: Alle werden von mir gleichermaßen hochgeschätzt und sind mit ihren Werken durchaus schon häufiger auf meinem Blog in Erscheinung getreten. Doch nun möchte ich Euch nicht länger auf die Folter spannen und Euch die Namen meiner 4 Auserwählten verraten…!

Ladies First: Ich beginne meine kleine Reihe im April mit Agatha Christie, der unumstrittenen „Queen of Crime“. Im Juni werfen wir einen (Augen-)Blick auf das Schaffen vom großen Literaten Erich Kästner. Der August offenbart uns das eine oder andere Highlight aus dem Œuvre von Georges Simenon. Im Oktober verweilen wir einen Moment bei Christopher Isherwood und ergötzen uns an seinem Talent.

Wir Buch-Blogger neigen dazu, allzu häufig auf die Verlagsvorschauen mit den Neuerscheinungen zu schielen und übersehen darüber leicht die literarischen Schätze der Vergangenheit. Vielleicht kann ich mit meiner kleinen Reihe dem ein wenig entgegenwirken und hoffe, dass Euch diese kleinen Retrospektiven viel Freude bereiten!!!

[Rezension] Jeff Cohen – Eine Leiche riskiert Kopf und Kragen

Samuel Hoenig ist der felsenfesten Überzeugung, dass die Menschheit nur auf seine neugegründete Agentur „Fragen Beantworten“ gewartet hat. Schließlich hat jeder Mensch hin und wieder eine Frage, die es effizient und logisch zu beantworten gilt, und darin ist Samuel ein wahrer Meister. In vielen anderen Bereichen des täglichen Lebens ist er eher überfordert und neigt zu Fehleinschätzungen. Als Asperger-Autist liegen seine Kernkompetenzen eben nicht im zwischenmenschlichen Bereich. Da kommt ihm die Unterstützung von Janet Washburn gerade recht, die der Zufall in sein Büro geweht zu haben scheint, und die er kurzerhand als seine Partnerin/Assistentin rekrutiert. Aber auf die Verlässlichkeit vom „Zufall“ verlässt sich Samuel nicht, besonders nicht beim Beantworten der Frage „Wo ist der Kopf von Mrs. Masters-Powell?“, die Dr. Marschall Ackerman ihm stellt. Als Direktor eines Instituts, das sich mit Kryonik beschäftigt, war ihm bedauerlicherweise der tiefgefrorene Kopf eines „Gastes“ abhanden gekommen. Bei einem Ortstermin stolpern Samuel und Janet zudem über die Leiche einer beim Institut angestellten Ärztin und finden sich unversehens zwischen einem inkompetenten Detective, dem ruppigen Sicherheits-Chef, der neugierigen Science-Bloggerin und den aufgebrachten Familienangehörigen von Mrs. Masters-Powell wieder. Da heißt es umso mehr, einen kühlen Kopf zu bewahren, um nicht ebendiesen zu verlieren…!

„Spezielle“ Ermittler scheinen seit einiger Zeit sehr „en Vogue“: So flimmerte ab 2002 Tony Shalhoub als neurotischer Adrian Monk über unsere Bildschirme, und auch der deutsche Autor Gil Ribeiro (alias Holger Karsten Schmidt) schickte 2017 mit Lost in Fuseta einen Ermittler mit Asperger-Syndrom ins literarische Rennen.

Bei allen genannten Darstellungen wird der Betroffene nie als Witzfigur oder Freak bloßgestellt, und auch zum Mitleid besteht hier keinen Grund. Gerade diese Andersartigkeit, die oftmals gepaart ist mit einem extrem logischen Geist, macht diesen Ermittler-Typ so einzigartig und vielschichtig.

Ebendies ist Autor Jeff Cohen auch mit der Figur des Samuel Hoenig gelungen. Dadurch, dass er sich nicht von menschlichen Empfindungen, verbalen Floskeln und gesellschaftlichen Konventionen ablenken lässt, arbeitet er äußerst effizient. Damit er nicht in peinliche Fallen tappt, die das zwischenmenschliche Miteinander so mit sich bringen, etabliert Cohen mit der empathischen Janet Washburn eine Figur, die einerseits als attraktiver Sidekick für Hoenig fungiert, andererseits mit einer eigenen Geschichte, die sicherlich Potenzial für weitere (auch zwischenmenschliche) Verwicklungen in sich birgt, ausgestattet wurde.

Seine Erfahrungen als Drehbuchautor kommen auch diesem Krimi zugute: Die Handlung gewinnt mehr und mehr an Fahrt, Verwicklungen nehmen zu, und jede/r erscheint irgendwie verdächtig. Zudem spielt Cohen unterhaltsam mit Klischees, die wir aus bekannten TV-Serien kennen und lieben. Zudem gelingt ihm das Kunststück, den „Behinderten“ zwischen all den „Nichtbehinderten“ mit ihren Allüren, Ängsten und Geheimnissen erfreulich „normal“ erscheinen zu lassen und gönnt dieser Figur den nötigen Raum zur Entwicklung.

Alles in allem ist dem Autor ein witziger und kurzweiliger Krimi für entspannte Lesestunden geglückt: Manchmal braucht es aber auch nicht mehr!


erschienen bei Blanvalet/ ISBN: 978-3734103490

MONTAGSFRAGE #74: Welches Buch hast du zuletzt beendet, und wäre es eine gute Quarantäne-Lektüre?

Vorweg: Jedes Buch, das begeistert, fesselt, zum Nachdenken anregt und unterhält, taugt als gute Quarantäne-Lektüre. Obwohl: Albert Camus „Die Pest“ würde ich zurzeit eher höchst ungern lesen wollen, ebenso wie alle sonstigen Romane mit Endzeit-Szenarien. Somit habe ich innerhalb von Sekunden meinem „Vorweg“ mit einem „Obwohl“ widersprochen. …?!… Ach, egal…!

Gerade beendet habe ich den Roman „Radio Girls“ von Sarah-Jane Stratford, der nun auf seine Rezension wartet. Darum bitte ich um Euer Verständnis, dass ich mich bezüglich des Inhalts noch etwas bedeckt halte. Aber ein paar Eckdaten – sozusagen als Appetizer – könnte ich Euch doch schon kundtun: 20er-30er Jahre, Anfänge der BBC, starke Frauenfiguren, Emanzipation, Spionage…! Nein, mehr wird nicht verraten! Nur noch dies: Es eignet sich sehr als unterhaltsame Quarantäne-Lektüre.

Ansonsten versuche ich, mich nicht von der momentanen Situation niederringen zu lassen. Einerseits verfüge ich in meiner Tätigkeit als Krankenpfleger nicht über die Zeit, um ausgiebig zu jammern. Andererseits versuche ich meine Möglichkeiten zu nutzen, um möglichst viel positive Energie in die Welt zu schicken. So habe ich meine fb-Seite (www.facebook.com/andreaskueck.leselust) re-aktiviert, poste wieder alles und nichts rund um Literatur, Kultur und was mir sonst so ein- und gefällt und evtl. meinen Leser*innen Freude bereitet.

Zum Glück wird es mir an Literatur nicht mangeln, da die Buchhandlung meines Vertrauens nach wie vor via Online-Shop für mich erreichbar ist. Letzte Woche wurde mir meine erste Bestellung von der Buchhändlerin meines Vertrauens per Fahrrad bis zur Haustür geliefert (Übrigens: Einen Online-Shop haben schon sehr viele Buchhandlungen im Bundesgebiet.). Und da ich momentan deutlich weniger Geld für Tinnef verplempere, wird sicherlich die nächste Buchbestellung in kürzester Zeit folgen.

Für das Wochenende planen wir, unsere Nachbarn zum „Café Kokolores“ einzuladen: Unser Küchenfenster grenzt an deren Innenhof. Wir öffnen das Fenster und sitzen in unserer Küche mit eigenem Kaffee und Kuchen, während unsere Nachbarn sich im Innenhof mit ihrem Kaffee und Kuchen befinden. Der Sicherheitsabstand bleibt gewahrt, und trotzdem sehen wir uns und können mal wieder klönen.

Gerade dieses „sich sehen und klönen“ fehlt mir zwar sehr, und ich kann es recht gut mit Telefonate und Mails mit/an meine Lieben kompensieren. Doch wenn mein 4-jähriger Patensohn mir per Telefon zuruft „Ich hab dich lieb!“, dann nützen auch keine Durchhalteparolen: Da rollen bei mir die Tränen, und ich finde die Situation ziemlich „Schei…!“. Umso mehr freue ich mich auf die Zeit, wenn wir wieder über den Spielplatz toben oder die Enten am Teich mit Brot bewerfen. 😘

In diesem Sinne: Bleibt gesund & haltet durch!

…???


Antonia Leise von „Lauter & Leise“ hat dankenswerterweise DIE MONTAGSFRAGE: Buch-Blogger Vorstellungsrunde wiederbelebt und stellt an jedem Montag eine Frage, die Interessierte beantworten können und zum Vernetzen, Austauschen und Herumstöbern anregen soll! Ich bin gerne dabei!!!

In meinem MONTAGSFRAGE-Archiv findet Ihr Fragen & Antworten der vergangenen Wochen.

[Rezension] Nina Hundertschnee – Leopeule/ mit Illustrationen von Pe Grigo

Im Nest der Euleneltern liegen 5 Eier: 4 Eier sehen sich sehr ähnlich. Das 5. Ei ist goldgelb mit dunklen Punkten und lässt schon erahnen, dass hier eine besondere Eule aus dem Ei schlüpfen wird. Aber während die Geschwistereulen alle schon dem Ei entsprungen sind, lässt sich Leopeule Zeit mit dem Schlüpfen. Aber Leopeule braucht für alles mehr Zeit: Während die Geschwister ihre Umwelt erkunden, sitzt Leopeule ängstlich im Nest, denn Fliegen kann sie nicht, und hüpfen kann sie nicht, und singen kann sie auch nicht. Dabei wäre Leopeule so gerne wie alle anderen. Doch mit ihrem goldgelben Gefieder mit den dunklen Punkten fällt sie auf, und die anderen Vögel fragen „Was ist das?“. „Ich weiß nicht“, antwortet da Leopeule. „Ich glaube, das bin einfach ich.“ Und trifft mit dieser Aussage den Nagel auf den Kopf. Sie kann zwar nicht viele von den Dingen, die andere Vögel können, aber als einzige bemerkt sie den Fuchs, der sich an die Vögel anschleicht. Da offenbart sich ein Talent, das die anderen Vögel nicht besitzen: …das Talent, Füchse in die Flucht zu schlagen!

Autorin Nina Hundertschnee ist selber Mutter einer „Leopeule“: Ihre Tochter kam mit Trisomie 21 auf die Welt. Sie schuf mit der Illustratorin Pe Grigo ein reizendes Bilderbuch, das das Thema der Andersartigkeit charmant beschreibt. Dank dem ansprechenden Text und den bunten, positiv wirkenden Illustrationen können auch kleinere Kinder erfahren, dass es absolut okay ist, anders zu sein. Diese Andersartigkeit birgt sogar die Chance, mit Talenten zu glänzen, die andere Kinder vielleicht nicht haben.

Die Texte von Nina Hundertschnee sind in einer einfachen, leicht verständlichen Sprache gehalten und bieten viele Anknüpfungspunkte aus dem eigenen Erleben eines Kindes. Pe Grigos Illustrationen greifen diese Einfachheit auf, amüsieren trotzdem mit entzückenden Details (z. Bsp. die zwei einsamen Federn auf Leopeules Kopf) und schaffen für die Handlung eine wahre Bilderbuch-Kulisse.

Dieses Bilderbuch ist ein Plädoyer dafür, dass jedes Kind etwas Besonderes ist, und es auch sein darf! Dank der unterschiedlichen Persönlichkeiten, die uns tagtäglich begegnen, ist unsere Gesellschaft interessant und abwechslungsreich. So gebe auch ich gerne meinen bescheidenen Beitrag zu einer bunten Welt voller Vielfalt!

Natürlich hat es seinen Grund, dass gerade am heutigen Tag diese Rezension erscheint. Denn…

…heute ist Welt-Down-Syndrom-Tag!


erschienen bei HarperCollins Dragonfly / ISBN: 978-3748800262

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

[Noch ein Gedicht…] Mascha Kaléko – REZEPT

Jage die Ängste fort
Und die Angst vor den Ängsten.
Für die paar Jahre
Wird wohl alles noch reichen.
Das Brot im Kasten
Und der Anzug im Schrank.

Sage nicht mein.
Es ist dir alles geliehen.
Lebe auf Zeit und sieh,
Wie wenig du brauchst.
Richte dich ein.
Und halte den Koffer bereit.

Es ist wahr, was sie sagen:
Was kommen muss, kommt.
Geh dem Leid nicht entgegen.
Und ist es da,
Sieh ihm still ins Gesicht.
Es ist vergänglich wie Glück.

Erwarte nichts.
Und hüte besorgt dein Geheimnis.
Auch der Bruder verrät,
Geht es um dich oder ihn.
Den eignen Schatten nimm
Zum Weggefährten.

Feg deine Stube wohl.
Und tausche den Gruß mit dem Nachbarn.
Flicke heiter den Zaun
Und auch die Glocke am Tor.
Die Wunde in dir halte wach
Unter dem Dach im Einstweilen.

Zerreiß deine Pläne. Sei klug
Und halte dich an Wunder.
Sie sind lang schon verzeichnet
Im großen Plan.
Jage die Ängste fort
Und die Angst vor den Ängsten.

Mascha Kaléko

MONTAGSFRAGE: …heute leider nicht!

Liebe Leute!

Auch heute kann uns die Hüterin der Montagsfragen aus ganz persönlichen Gründen leider keine entsprechende Frage stellen. So können wir die freie Zeit, die ich sonst für die Beantwortung und Ihr für das Lesen verwendet hättet, auf vielfältige Weise nutzen.

Aufgrund „Corona“ tickt die Welt im Moment etwas anders. Das Leben macht auf mich momentan einen surrealen Eindruck: Schulen, Kindergärten und Museen sind geschlossen, Konzerte werden abgesagt, und Theater stellen ihren Spielbetrieb ein. Und doch läuft der persönliche Alltag irgendwie weiter…!

Die Natur lässt sich von „Corona“ nicht aufhalten: Osterglocken, Krokusse und Perlhyazinthen sprießen aus dem Boden, die Vögel singen bei Sonnenaufgang, und an den Bäumen sind die ersten Knospen schon zu erahnen. Und auch unser Kater pfeift auf „Corona“ und trifft sich weiterhin mit seiner kleinen Freundin auf unserem Carport-Dach, um gemeinsam mit ihr über sein Reich zu schauen.

Auch mir kribbelt es in den Fingern, diese Zeit für mich zu nutzen. Hier meine kleine To-Do-Liste:

  • Kübel, Kästen und Schalen mit Frühlingsblüher bepflanzen,
  • Spaziergänge durch die Wiesen,
  • Musik mal wieder sehr bewusst hören,
  • Telefonate mit Familie und Freunden in der Ferne,
  • Zweisamkeit mit meinem Mann genießen…

…und natürlich: lesen, lesen, lesen!

Sollte mir der Lesestoff tatsächlich ausgehen, dann bestelle ich meinen Nachschub natürlich nicht am Amazonas sondern selbstverständlich bei der Buchhandlung meines Vertrauens, die einen wunderbaren Internet-Shop hat und bei Bedarf bis zu meiner Haustür liefert.

Ich bemühe mich, besonnen mit dieser Situation umzugehen und sie als eine Chance zu sehen – als Chance, um innezuhalten und mich mal wieder auf die wesentlichen Dinge zu besinnen,…

…und Euch rufe ich zu: „Bleibt mir schön gesund!“

Lieben Gruß
Andreas

P.S.: In meinem MONTAGSFRAGE-Archiv könnt Ihr gerne meine Antworten vergangener Fragen nochmals nachlesen. Viel Spaß!

[Kulturtipps] April 2020…

Kaum zu glauben: Ostern naht! War nicht eben noch Weihnachten? Die Zeit, sie rennt! Aber es hat auch sein Gutes: Die Tage werden länger, und die Sonne schaut häufiger hinter den Wolken hervor. Es lockt der Kaffee im Straßencafé sitzend zu genießen. Überall brechen die Blüten auf, und mein Garten schreit: Kümmere Dich! 😄

Langsam verlagert sich das Leben mehr und mehr ins Freie: …so schön! Da sind wir doch großzügig und würden dem April-Wetter durchaus eine Pause gönnen, oder? 😉

…und „Corona“? Das Thema „Corona“ lasse ich im nötigen Maße in mein Leben, und allen sonstigen Irrsinn in diesem Zusammenhang versuche ich möglichst zu ignorieren. 😕


Comedy/ Kabarett

  • 26. April – Nightwash live / Tif: Theater im Fischereihafen in Bremerhaven

Feste feiern

  • 5. April – Blütenfest / am Oste-Hamme-Kanal in Gnarrenburg

Komödie/ Lustspiel

  • 4. April – Premiere Bottervagels sünd free von Leonard Gershe, Plattdeutsch von Heide Tietjen / Niederdeutsche Bühne Waterkant

Konzert/ Gala


Lesung, Literatur & Artverwandtes

  • 19. April – Mordsfrühstück / bremer kriminal theater in Bremen
  • 19. April – Tanya Tagaq Eisfuchs Lesung, Performance und Gespräch / Theater am Leibnizplatz in Bremen
  • 23. April – Angelika Griese liest Mörderisches Bremerhaven / Gemeindebücherei in Loxstedt
  • 28. April – David Safier liest Aufgetaut mit dem Illustrator Oliver Kurth / Buchhandlung „die schatulle“ in Osterholz-Scharmbeck
  • 28. April – Melanie Raabe liest Die Wälder / Fahrgastschiff MS „Hanse Star“ in Hamburg

Schauspiel

  • 17. April – Spatz und Engel von Da­ni­el Große Boy­mann & Tho­mas Kahry / Theater Kleines Haus in Delmenhorst

Von allem etwas


Nanu! Ein Buch-Blogger gibt Kulturtipps! Wie kommt denn das? Die Antwort findet Ihr unter Der Anfang…!

Berücksichtigung finden natürlich hauptsächlich Veranstaltungen in meinem näheren Umfeld. Aber ich bin mir sicher, dass auch in Eurer Nähe viele spannende Veranstaltungen auf Euch warten!

Kleingedrucktes: Die Kulturtipps eines Monats erscheinen in der Mitte des Vor-Monats. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr!

[Rezension] Prof. K. McCoy – Na dann gute Nacht!: Das langweiligste Hörbuch der Welt (Hörbuch)

Zugegeben: Es gab zwei triftige Grunde, warum dieses Hörbuch seinen Weg in unseren Player fand, und das obwohl ich Hörbücher „eigentlich“ nicht höre. Mein Gatte ist derjenige, für den dieses Hörbuch „eigentlich“ bestimmt war. Doch nun lauschen wir gemeinsam…!

Erster Grund: Ich „liebe“ Bjarne Mädel. Spätestens seit „Mord mit Aussicht“ bin ich ihm verfallen, und „Der Tatortreiniger“ hat diese Liebe nur noch weiter verstärkt. Bjarne Mädel ist mit diesem wunderbar trockenen norddeutschen Humor ausgestattet, den er auch in den Spots „Das Beste am Norden“ des NDRs vortrefflich zum Besten gibt, und der auch bei seinem Vortrag zu diesem Hörbuch wunderbar zum Tragen kommt.

Zweiter Grund: Mein Mann ist mit einem umfangreichen „Wissen, das die Welt nicht braucht!“ ausgestattet. Bei jeder noch so unpassenden Gelegenheit bekomme ich dieses Wissen um die Ohren gehauen (Oder hättet ihr gewusst, wann der Indianer der „Village People“ Geburtstag feiert?). Mit diesem Hörbuch bekommt er nun unnützes Wissen auf die Ohren. Und da ich dieses Wissen ebenfalls vermittelt bekomme, bin ich vor seinen weiteren Anschlägen gefeit (hoffentlich!).

Doch nun zur eigentlichen Rezension dieses Hörbuchs: Boah, ist das langweilig! Mein Gatte und ich sind mittendrin beim Hören auf dem Sofa eingeschlafen und mussten darum einige Passagen ein zweites oder sogar drittes Mal hören – vorausgesetzt wir habe diese nicht nochmals verschlafen. Dabei ist dies bitte nicht als Kritik zu verstehen, denn schließlich steht nichts anderes auf dem Cover. Endlich hält ein Produkt, was es verspri…

Zzz..! Ohje, jetzt bin ich tatsächlich eingenickt! Entschuldigung, wo war ich stehen geblieben? Achja…

Mit sonorer, beinah meditativer Stimme trägt Bjarne Mädel das „Wissen, das die Welt nicht braucht!“ vor. Gleichzeitig hört der Zuhörer seinen Spaß an diesem Ulk. Manchmal mutet sein Vortrag an, als hätte er beim Einlesen ein Schmunzeln auf den Lippen. So entsteht der Witz nicht durch eine übermäßige Übertreibung sondern aus der Ernsthaftigkeit seines Vortrags heraus. Seine Darbietung zu Spurweiten von Eisenbahnen erinnert mit dem üppigen Einsatz des Wortes „Railway“ gepaart mit einem auf Seriosität bedachten Habitus an den Sketch „Die Inhaltsangabe eines englischen Fernsehkrimis“ von Loriot. Wenn er im förmlichen Ton erklärt, dass die ägyptischen Pyramiden nichts anderes als pyramidenförmige Bauwerke in Ägypten sind, mutet dies so skurril an, dass ein Auflachen des Zuhörers schier unvermeidbar ist. Dabei beschreibt er detailliert, wie die einzelnen Quader „sorgfältig in der sengenden Hitze der Sonne“ Zentimeter für Zentimeter für Zentimeter an ihren Platz gerückt werd…

Zzz..! Verdammt nochmal: Schon wieder! Das ist mir aber jetzt peinlich! Doch zurück zur Rezension…

Prof. K. McCoy hat nicht nur jedes noch so langweilige Thema gesucht, sondern es scheinbar auch gefunden. Er verdient unseren größten Respekt, dass er bei diesem Unterfangen genügend Energie aufbringen konnte, um nicht ebenfalls einzuschlafen. Seine Themenvielfalt scheint schier unerschöpflich. Oder hättet ihr spontan 37 Namen für Schnee nennen können? Oder hättet ihr gewusst, welche Berühmtheiten die belanglosesten Eintragungen in ihre Tagebücher geschrieben haben? Oder wieviel Myriaden an Myriaden an Myriaden an Sandkörnern benötigt werden, um das ganze Universum auszufü…

Zzz..!

Zzz..!

Zzz..!

Paws. All Rights Reserved.jpg


erschienen bei der Hörverlag/ ISBN: 978-3844534931