[Rezension] Julius Thesing – You don’t look gay

Eine unbedarfte Äußerung während der Bahnfahrt, eine „freundlich“ gemeinte Bemerkung auf der Party…! Homophobe Diskriminierungen haben Homosexuelle schon in (beinah) allen Lebenslagen erfahren, wobei das titelgebende „Du siehst ja gar nicht schwul aus!“ noch eine der Harmloseren ist. Julius Thesing offenbart in Text und Illustration, wie tief im Alltag unserer Gesellschaft Homophobie (leider) noch verankert ist und versucht mit gängigen Klischees aufzuräumen. In seinen Zeichnungen spielt er mit ebendiesen Klischees, karikiert Rollenbilder, persifliert bekannte Kunstwerke und schafft Typen abseits vom Mainstream. Zwar wurde in einigen Ländern schon vieles auf dem Weg zur schwulen Emanzipation erreicht, doch mit Auszügen aktueller Statistiken und Zitaten von Politikern aus unterschiedlichen Nationen (auch aus Deutschland) belegt er, dass wir auf dem Weg zur endgültigen Emanzipation bei weiten noch nicht am Ende angekommen sind bzw. unter Umständen ein Outing massive (durchaus lebensbedrohliche) Konsequenzen nach sich ziehen kann. Eine Lösung kann auch der Autor nicht bieten. Vielmehr sieht er das Buch (mit eigenen Worten) eher als Versuch und Gesprächsangebot und nicht als Manifest.

Ich gestehe es frank und frei: Ich stecke in einer Zwickmühle! Einerseits feiere ich dieses Buch, andererseits bleibe ich nach der Lektüre verwirrt zurück. Einerseits wurden meine Erwartungen erfüllt, andererseits habe ich etwas „anderes“ erwartet. (…?…)

„Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust!„ Johann Wolfgang von Goethe

Zurück auf Anfang: Julius Thesing ist ein junger Illustrator, der sich im Rahmen seiner Bachelor-Arbeit mit dem Thema „homophobe Diskriminierung“ beschäftigt hat. Seine Bachelor-Arbeit fand die Aufmerksamkeit der Verantwortlichen des Bohem-Verlags, der für seine außergewöhnlichen Kinder- und Jugendbücher bekannt ist.

Vielleicht liegt hier auch mein Gefühl des Zwiespalts begründet: Bei einer Bachelor-Arbeit eines Studenten würde ich einen anderen Maßstab anlegen als an ein professionelles Verlagsprodukt, das die verschiedenen Phasen der Entwicklung durchlaufen hat.

„Ein Buch, das gleichzeitig nachdenklich und manchmal sogar wütend macht und Anlässe zum Schmunzeln gibt; das informiert, die Augen öffnet und helfen kann.“ Originaltext Verlagskatalog

Die meisten Äußerungen kann ich unumwunden bestätigen, nur ein Schmunzeln wollte sich bei mir partout nicht einstellen. Ich vermisste die Leichtigkeit und den Humor in diesem Werk (oder ich konnte ihn nicht erkennen). Ja, es ist ein ernstes Thema! Ja, es ist ein wichtiges Thema! Aber „ernst“ und „wichtig“ schließt „Humor“ nicht unbedingt aus. Mir ist durchaus bewusst, dass die konsequente Farb-Gestaltung des Buches als ironisches Statement gemeint ist, trotzdem hätte ich mir weniger „Rosa“ und mehr „Rainbow“ gewünscht. Die Farbe „Rosa“ überzieht das Buch zusätzlich mit einer pudrigen Schwere und lässt es eher unscheinbar wirken. Dabei hätte ich mir optisch ein „BÄHM!“ gewünscht, und das Buch somit mehr Aufmerksamkeit auf sich zieht. Lt. Angabe des Verlages soll dieses Buch für Kinder ab 12 Jahren geeignet sein: Dieser Einschätzung kann ich mich nicht anschließen. Illustrationen und Text-Inhalt (u.a. Nennung von sexuellen Praktiken) wären eher für Jugendliche ab 16 Jahren geeignet. Für dieses Alter wäre das Buch ein toller Einstieg in das Thema, zumal der junge Autor offen „im Plauderton“ von eigenen Erfahrungen berichtet und somit auf Augenhöhe mit seinen jugendlichen Lesern wäre.

Doch dieses Buch setzt auch ein klares Zeichen für ein schwules Selbstbewusstsein: Homophobie muss – wie jegliches Unrecht – sichtbar gemacht und angeprangert werden. Diskriminierung darf nicht ertragen und schweigend hingenommen werden. Lasst uns laut darüber sprechen! Eine Möglichkeit dazu hat der Autor uns in die Hände gelegt.

Wie sagte der Autor so treffend: „Dieses Buch ist ein Gesprächsangebot, kein Manifest.“
Lieber Julius, ich hoffe so sehr, dass Dein Werk zu vielen Gesprächen anregt!!!


erschienen bei Bohem/ ISBN: 978-3959390941

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

[Rezension] E.O. Plauen (Erich Ohser) – Vater und Sohn: Sämtliche Abenteuer

E.O. Plauen ist das Pseudonym von Grafiker und Karikaturist Erich Ohser (* 18. März 1903/ † 6. April 1944) und setzt sich zusammen aus seinen Initialen und dem Namen seiner Heimatstadt. Er studierte von 1921 bis 1926 an der Staatlichen Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe in Leipzig. Nebenbei arbeitete er bei der „Neuen Leipziger Zeitung“, wo er Erich Kästner kennenlernte.

Nach dem Studium wurde Ohser schnell als Buchillustrator (unter anderem illustrierte er die Gedichtbände Kästners „Herz auf Taille“, „Ein Mann gibt Auskunft“ und „Gesang zwischen den Stühlen“) und als Karikaturist bekannt. Mit seiner offenen Abneigung gegenüber den Nationalsozialisten und der Veröffentlichung seiner Karikaturen von Hitler und Goebbels zog er den Hass der Nationalsozialisten auf sich. Nach deren Machtübernahme erhielt er Berufsverbot. Als 1934 „Die Berliner Illustrierte“ einen Zeichner für eine regelmäßig erscheinende Bildergeschichte suchte, bewarb er sich mit einen Entwurf zu „Vater und Sohn“ und erhielt die Zusage unter der Voraussetzung, unter einem Pseudonym zu arbeiten und sich nicht politisch zu betätigen. Von 1934 bis 1937 erschienen Ohsers „Vater und Sohn“-Geschichten in der auflagenstarken Zeitung und waren so beliebt und erfolgreich, dass der Verlag auch drei Buchausgaben veröffentlichte. Dank dieses Erfolges durfte er auch in den folgenden Jahren weiter für verschiedene Zeitungen arbeiten. Auf Dauer konnte er allerdings seine Abneigung gegen das NSDAP-Regime nicht unterdrücken. Er wurde denunziert und im März 1944 verhaftet. Der anberaumte Schau-Prozess vor dem Volksgerichtshof sollte am 6. April eröffnet werden. Das Urteil (Hinrichtung) stand von vorherein fest. In der Nacht zuvor wählte Erich Ohser in seiner Zelle den Freitod.

In diesem Sammelband sind nun sämtliche Abenteuer von „Vater und Sohn“ in der chronologischen Reihenfolge versammelt. In den über 200 Bildergeschichten gehen „Vater und Sohn“ gemeinsam durch das Leben und meistern die Tücken des Alltags mal mehr, mal weniger ruhmreich. Von Rückschlägen lassen sie sich nicht entmutigen. Sie bilden eine Einheit, sind zwar nicht immer einer Meinung, halten aber, wenn es hart auf hart kommt, fest zusammen. So steht der Vater für die Respektsperson, der bei Verfehlungen des Sohnes durchaus die damals gängige pädagogische Intervention des „Hosenboden versohlen“ praktiziert. Trotzdem wirkt der Sohn in den Zeichnungen nie, als würde er sich vor seinem Vater fürchten. Im Gegenteil: Der Sohn genießt viele Freiheiten und darf sich im Spiel mit aber auch gegen seinem Vater erproben. Gemeinsam rebellieren sie durchaus auch gegen Personen, die die s.g. Obrigkeit verkörpern. Diese für damalige Verhältnisse humane Erziehungsmethode sprach gänzlich gegen dem nationalsozialistischen Gedankengut. Doch der Vater ist noch/ war mal Kind: Einerseits schlummert in ihm ein großer Kindskopf, der eine unbändige Freude an Spiel, Spaß und Abenteuer hat. Andererseits lässt Erich Ohser in seinen Geschichten auch Großvater und Ur-Großvater auftreten. Diese geballte väterliche Allianz gibt ihre Familientraditionen und Werte an die jeweils nächste Generation weiter und fungiert als Schutzschild für den Jüngsten in der Familie: Durch starke Vorbilder werden Kinder selbstbewusst!

Vater und Sohn präferieren einen für die damalige Zeit eher untypischen Umgang miteinander: Der Vater scheint für seinen Sohn immer Zeit zu haben. Der Sohn ist für ihn der Mittelpunkt seines Lebens und wächst unter einem Mantel aus Freiheit, Strenge und Liebe auf: Es darf auch gekuschelt und sich umarmt werden! Zudem sind die Botschaften innerhalb der Geschichten so klar, dass (beinah) auf Worte verzichtet werden konnte.

Mit dem Wissen um das Schicksal ihres Schöpfers gewinnen die harmlos-witzigen Bildergeschichten von „Vater und Sohn“ für mich an Bedeutung: Ich meinte, vieles vom Charakter Erich Ohsers in seinen Zeichnungen entdeckt zu haben. Seine Bildergeschichten verströmen eine verspielte Leichtigkeit und haben einen beinah unschuldigen Humor. Beim Betrachten spürte ich Wehmut und Trauer, da ich daran dachte, dass Ohser selbst ein Vater war.

Zum Zeitpunkt des Todes von Erich Ohser war sein Sohn Christian 13 Jahre alt: In einem Abschiedsbrief bat er seine Frau „Mache aus ihm einen Menschen.“ und beendete den Brief mit „Ich gehe mit glücklichem Lächeln.“

Hans Fallada schrieb über die „Vater und Sohn“-Geschichten: „Das ist er selbst, der große, herrliche Mann, der so herrlich jung lachen konnte, und sein Junge, sein einziger Sohn, ein spitzmäusiges, lustig lachendes Geschöpf.“

Meine Hochachtung für einen großen Künstler und einen noch größeren Menschen!


erschienen bei Anaconda/ ISBN: 978-3730602201

[Rezension] Leo Timmers – Wo steckt der Drache?

Der König macht kein Auge mehr zu, seitdem er aus dem Fenster seiner Burg den Schatten eines riesengroßen Drachens erblickt hat. Eilig schickt er seine drei tapfersten Ritter aus, damit diese das Ungeheuer dingfest machen. Doch alles, was in der Dunkelheit einen Schatten wie ein Drache wirft, ist bei Licht betrachtet etwas völlig anderes. Der Drache muss beim Anblick der Ritter geflohen sein, und so wird die Suche abgebrochen. Doch der König hat weiterhin allen Grund, sich zu fürchten…!

Schon mit Ein Haus für Harry konnte Leo Timmers mich überzeugen. So habe ich voller Begeisterung zugestimmt, als vom Verlag die Anfrage kam, ob ich sein neustes Bilderbuch rezensieren möchte. Natürlich tat ich dies „nur“ dem liebsten Patenkind der Welt zuliebe…!

Leo Timmers spielt in seinen Illustrationen gekonnt mit Hell und Dunkel: Seine drei Helden müssen auf ihrer Suche nach dem Ungeheuer so einiges durchmachen und kehren aus diesem Abenteuer mit der einen oder anderen Blessur zurück. Erst wenn das Licht auf den Schatten des fraglichen Drachens fällt, erkennen die Ritter, was wirklich dahinter steckt. Doch in diesem Moment tappen sie im wahrsten Sinne des Wortes im Dunkeln, und es passieren ihnen einige Missgeschicke, deren Auswirkung erst im nächsten Bild bei Licht betrachtet erkennbar wird. So hatte ich als Betrachter gleich meine doppelte Freude mit der phantasievollen Auflösung der Schatten und der witzigen Schattenspiele der Ritter. Timmers schaffte es abermals, mich mit seinen originellen Illustrationen zu amüsieren. Die Bilder sind mit einfachen aber charmanten Reimen „untertitelt“.

Leo Timmers thematisiert in diesem Bilderbuch ein Phänomen, das schon bei vielen Kindergenerationen aufgetaucht ist und auch bei kommenden Generationen weiterhin auftauchen wird: Unter dem Bett oder im Schrank lauert ein grässliches Monster und sorgt für Alpträume im Kinderzimmer. Doch in Wirklichkeit steckt hinter einem beängstigend wirkenden Schatten oft etwas absolut Harmloses.

Übrigens: Das liebste Patenkind der Welt fand dieses Bilderbuch „ganz okay“ und wollte danach viel lieber ein weiteres Kapitel vom „Räuber Hotzenplotz“ vorgelesen bekommen, und dabei ist er erst 4. Was liest er, wenn er 12 ist? Arthur Schopenhauer?! Aber daran wurde mir nochmals deutlich, dass Altersempfehlungen genau DAS sind – Empfehlungen: nicht mehr und nicht weniger! Jedes Kind entscheidet individuell, was (vor-)gelesen wird.

Bei den nächsten Bilderbüchern von Leo Timmers, die zukünftig erscheinen, werde ich wohl mein Patenkind als Alibi nicht mehr vorschieben können und gezwungen sein, mich zu outen:

„Okay! Ich gebe es hier und jetzt offen zu: Ich liebe wunderschöne Bilderbücher!!!“


erschienen bei aracari/ ISBN: 978-3907114131

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

[Rezension] María Isabel Sánchez Vegara – Little People, Big Dreams: Agatha Christie/ mit Illustrationen von Elisa Munsó

„Little People, Big Dreams“ lautet eine Reihe im Insel-Verlag, in der biografische Bilderbücher über berühmte Persönlichkeiten veröffentlicht werden. Standen anfangs die starken Frauen im Fokus der Veröffentlichungen, so haben sich jetzt auch schon einige Kerle in die Reihe „geschummelt“. „Biografie“ klingt dabei auch etwas hochtrabend: Vielmehr wird kindgerecht vom Leben dieser herausragenden Persönlichkeiten erzählt, die alle Großes geschaffen haben und somit als Vorbilder für die Kleinen dienen können.

Werfen wir einen Blick auf das Leben von Agatha Christie: Die kleine Agatha liebte schon immer Bücher, und das Lesen von spannenden Geschichten war ihr liebster Zeitvertreib. Was läge da näher, als das sie – sobald sie ein gewisses Alter erreicht hatte – eigene spannende Geschichten schrieb…!

„Als junges Mädchen habe ich mich großartig damit unterhalten,
unerhört finstere Geschichten zu schreiben, in denen
alle vorkommenden Personen draufgingen.“
Agatha Christie

Äußerst ansprechend und somit durchaus auch schon für jüngere Leser*innen geeignet wird auf nur 26 illustrierten Seiten geschildert, wie aus der kleinen Agatha die große „Queen of Crime“ wurde. Dabei wird der Fokus nicht auf die pikanten Details eines Künstlerlebens gerichtet: Ihr mysteriöses Verschwinden im Jahre 1926 bleibt ebenso unerwähnt wie ihre glücklose Ehe und die anschließende Scheidung von ihrem ersten Mann. Die Erwähnung dieser Details wären in einem Bilderbuch auch völlig deplatziert, da sie dem Kerngedanken dieser Buch-Reihe nicht gerecht werden.

Vielmehr geht es darum, zu verdeutlichen, wie Christies Leidenschaft zu Schreiben geweckt wurde, woraus sie ihre Inspiration schöpfte, und wo und wie sie sich das nötige Wissen aneignete. Hierbei wird ein verspielter Blick auf ihre genialen Schöpfungen geworfen, und so dürfen auch ihre beiden bekanntesten und beliebtesten Spürnasen nicht unerwähnt bleiben: Mr. Hercule Poirot und Miss Jane Marple.

Illustrationen Elisa Munsó Little People, Big Dreams - Agatha Christie Insel Verlag (4)

Die Texte von María Isabel Sánchez Vegara sind auf das Wesentliche beschränkt und könnten somit eher als beschreibende Bildunterschriften bezeichnet werden. Vielmehr sind es die Illustrationen von Elisa Munsó, die – auch beim mehrfachen Betrachten – die meisten Informationen zu Agatha Christie preisgeben: Da gibt es charmante Anspielungen auf die Krimis „Mord im Orientexpress“ und „Tod auf dem Nil“ sowie auf ihr wohl bekanntestes Theaterstück „Die Mausefalle“. Auch das berühmte Porträt mit Christie zwischen den Bücherstapeln findet Entsprechung in einer Zeichnung. Die Illustratorin gestaltet dabei ihre Hauptperson mit einem markanten Wiedererkennungswert, da sie in ihr die Physiognomie der realen Person deutlich werden lässt.

Am Ende eines jeden Buches findet die Leserin/ der Leser zudem eine Zeitleiste mit Original-Fotos sowie einen Lebenslauf in Text-Form.

Mit „Little People, Big Dreams“ ist eine wunderbare Reihe entstanden, die unterhaltsam vom Werden großer Persönlichkeiten, die Außergewöhnliches geleistet haben, berichten. Denn auch diese Heldinnen und Helden waren einmal klein, und diese kleinen Leute hatten große Träume!


erschienen bei Insel/ ISBN: 978-3458178378

[Rezension] Das Buch der Märchen/ ausgewählt und illustriert von Friedrich Hechelmann

Mit „Es war einmal…“ fangen alle Märchen an! Tatsächlich alle? Bei den in diesem Buch versammelten 22 Märchen beginnen nur 8 von ihnen mit diesem bekannten Opener, wovon 7 Geschichten aus der Feder der Brüder Grimm stammen. Ist dies nur ein Zufall und der vorliegenden Auswahl geschuldet? Ich weiß es nicht. Es ist aber auch nicht wichtig. Wichtig ist nur zu wissen, dass Friedrich Hechelmann hier eine abwechslungsreiche Auswahl an bekannten und weniger bekannten Märchen getroffen hat. Dies gilt sowohl für die Werke des schon genannten Brüderpaars (12) als auch für die Märchen von Wilhelm Hauff (3) und Ludwig Bechstein (6). Selbst Eduard Mörike ist mit seinem Märchen „Die Historie von der schönen Lau“ vertreten und bildet den krönenden Abschluss einer gelungenen Zusammenstellung, bei der sich Hechelmann auf die deutschen Märchensammler beschränkt hat.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich einen enormen Nachholbedarf an Märchen von Hauff und Bechstein hatte, und auch Mörike war mir nicht als Märchenerzähler in Erinnerung. Doch dank dieses Märchenbuches konnte ich Abhilfe leisten…!

Märchen regen die Fantasie an, verpacken ihre Botschaft in eine spannende Geschichte und spielen mit Zeit und Raum. Die Charakterisierung der Figuren erfolgt in klaren Grenzen: Menschen mit guten Tugenden werden belohnt und das Böse hart bestraft. Märchen sind in ihrer Aussage oft auch sehr plakativ. Und so gibt es nur wenige Märchenbücher, die ihre Geschichten nicht in Kombination mit Illustrationen präsentierten.

Auch hier war Friedrich Hechelmann sehr aktiv und schuf für jedes Märchen einerseits ganzseitige Illustrationen, andererseits fügte er Bilder hinzu, die durchaus passend aber nicht explizit für dieses Märchen entstanden sind. Bei den Märchenbildern spielt der Künstler teilweise sehr humorvoll mit den Regeln der Dimension, verschiebt die Proportionen der Figuren beinah ins Groteske, präsentiert aber eine kindgerechte Märchenwelt in warmen, satten Farben. Die Illustrationen, die nicht unbedingt dem Märchen zugeordnet werden können, sind deutlich „stiller“. Sie „schreien“ nicht und springen dem Betrachter nicht unbedingt sofort ins Gesicht. Dafür verströmen sie eine zarte, beinah mystische Atmosphäre und zeigen mit der meisterlichen Kombination von Licht, Schatten und Farben eine Tiefe, die einen enormen Sog entwickelt. Die ausgewählten Bilder repräsentieren eine Schaffensperiode von vierzig Jahren.

Erwähnenswert empfinde ich auch die Zeichnungen zu den Anfangsbuchstaben der Märchen: Hier zimmern und bauen zwei Männchen – zum Teil mit einer Leiter bewaffnet – die Buchstaben aus Einzelteilen zusammen. Ein wunderbarer, augenzwinkernder Spaß…!

Ich besitze schon so einige Märchenbücher, und doch kommt von Zeit zu Zeit immer gerne wieder eins dazu!

Mein liebes Cousinchen, ich danke Dir von Herzen für dieses wundervolle Geschenk! ❤


erschienen bei Sanssouci/ ISBN: 978-3990560099

[Rezension] Nina Hundertschnee – Leopeule/ mit Illustrationen von Pe Grigo

Im Nest der Euleneltern liegen 5 Eier: 4 Eier sehen sich sehr ähnlich. Das 5. Ei ist goldgelb mit dunklen Punkten und lässt schon erahnen, dass hier eine besondere Eule aus dem Ei schlüpfen wird. Aber während die Geschwistereulen alle schon dem Ei entsprungen sind, lässt sich Leopeule Zeit mit dem Schlüpfen. Aber Leopeule braucht für alles mehr Zeit: Während die Geschwister ihre Umwelt erkunden, sitzt Leopeule ängstlich im Nest, denn Fliegen kann sie nicht, und hüpfen kann sie nicht, und singen kann sie auch nicht. Dabei wäre Leopeule so gerne wie alle anderen. Doch mit ihrem goldgelben Gefieder mit den dunklen Punkten fällt sie auf, und die anderen Vögel fragen „Was ist das?“. „Ich weiß nicht“, antwortet da Leopeule. „Ich glaube, das bin einfach ich.“ Und trifft mit dieser Aussage den Nagel auf den Kopf. Sie kann zwar nicht viele von den Dingen, die andere Vögel können, aber als einzige bemerkt sie den Fuchs, der sich an die Vögel anschleicht. Da offenbart sich ein Talent, das die anderen Vögel nicht besitzen: …das Talent, Füchse in die Flucht zu schlagen!

Autorin Nina Hundertschnee ist selber Mutter einer „Leopeule“: Ihre Tochter kam mit Trisomie 21 auf die Welt. Sie schuf mit der Illustratorin Pe Grigo ein reizendes Bilderbuch, das das Thema der Andersartigkeit charmant beschreibt. Dank dem ansprechenden Text und den bunten, positiv wirkenden Illustrationen können auch kleinere Kinder erfahren, dass es absolut okay ist, anders zu sein. Diese Andersartigkeit birgt sogar die Chance, mit Talenten zu glänzen, die andere Kinder vielleicht nicht haben.

Die Texte von Nina Hundertschnee sind in einer einfachen, leicht verständlichen Sprache gehalten und bieten viele Anknüpfungspunkte aus dem eigenen Erleben eines Kindes. Pe Grigos Illustrationen greifen diese Einfachheit auf, amüsieren trotzdem mit entzückenden Details (z. Bsp. die zwei einsamen Federn auf Leopeules Kopf) und schaffen für die Handlung eine wahre Bilderbuch-Kulisse.

Dieses Bilderbuch ist ein Plädoyer dafür, dass jedes Kind etwas Besonderes ist, und es auch sein darf! Dank der unterschiedlichen Persönlichkeiten, die uns tagtäglich begegnen, ist unsere Gesellschaft interessant und abwechslungsreich. So gebe auch ich gerne meinen bescheidenen Beitrag zu einer bunten Welt voller Vielfalt!

Natürlich hat es seinen Grund, dass gerade am heutigen Tag diese Rezension erscheint. Denn…

…heute ist Welt-Down-Syndrom-Tag!


erschienen bei HarperCollins Dragonfly / ISBN: 978-3748800262

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

[Rezension] Michael Cunningham – Ein wilder Schwan/ mit Illustrationen von Yuko Shimizu

Hallo liebe Liebenden! Passend zum heutigen Valentinstag möchte ich Euch die erotischen Märchen-Adaptionen von Michael Cunningham präsentieren. Nun liegt „Erotik“ immer „im Auge des Betrachters“: Für mich persönlich waren sie weniger erotisch, aber ich attestiere der einen oder anderen Geschichte eine freche Frivolität (…oder eine frivole Frechheit: Sucht es Euch aus!).

Der Autor beleuchtet die bekannten Märchen aus anderen Blickwinkeln. So erfahren wir mehr vom Lebensweg der Knusperhexe; nehmen teil am weiteren Schicksal des 12. Bruders, der nur unvollständig vom Schwan zurückgezaubert wurde; erfahren Intimitäten aus dem Eheleben von Schneewittchen und ihrem Prinz; erschauern über ein kurioses Maskottchen, das unbedacht geäußerte Wünsche brutal detailliert erfüllt. Die Künstlerin Yuko Shimizu schuf für jedes Märchen eine kunstvolle Vignette des Anfangsbuchstabens und stimmungsvolle Illustrationen im Stil des „Art Déco“.

Cunningham gönnt einigen der geläufigen Märchen von Hans Christian Andersen („Die wilden Schwäne“, „Der standhafte Zinnsoldat“) und den Brüder Grimm („Hänsel und Gretel“, „Schneewittchen“, „Rumpelstilzchen“, „Rapunzel“) eine Neu-Deutung. Auch das französische Volksmärchen „La Belle et la Bête/ Die Schöne und das Biest“ nach Gabrielle-Suzanne de Villeneuve wird von ihm nicht verschont. Er wirft aber durchaus ebenso einen Blick auf bei uns weniger populäre Werke wie „Hans und die Bohnenranke“ von Joseph Jacobs und die Horror-Kurzgeschichte „Die Affenpfote“ von William Wymark Jacobs und schließt den Märchenreigen mit „Und sie lebten glücklich“. Da ich in dieser Geschichte kein klassisches Märchen wiedererkennen konnte, vermute ich, dass es sich hierbei um ein Eigenwerk des Autors handelt.

In diesen, sehr erwachsenen Fassungen erfahren die Märchen allerdings auch eine brutale Entzauberung. Während meiner Lektüre stellte ich mir wiederholt die Frage, ob es wirklich nötig war, diese Einzelheiten zu erfahren, oder ob nicht vielmehr das Nichtwissen um sie den besonderen Reiz eines klassischen Märchens ausmacht. Zudem hat er allen Adaptionen das liebgewonnene „…und sie leben glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende!“ verweigert.

Obwohl ich mich in der Märchenwelt recht gut auskenne, erschlossen sich mir die Adaptionen häufig nicht von vornherein. Leser*innen, die über kein entsprechendes Hintergrundwissen verfügen, dürften da noch deutlichere Schwierigkeiten haben. Interessanterweise gefiel mir die Geschichte, die ich nicht zu den klassischen Märchen zählen würde, am besten und war atmosphärisch am eindringlichsten.

Auch nahm ich die einzelnen Texte in ihrer Ausführung als mal mehr und mal weniger gelungen wahr. Michael Cunningham bemüht sich, für jede Geschichte einen eigenen Ton, einen individuellen „Aufhänger“ zu finden. Dies gelingt ihm eher durchwachsen: Mal traf er mit seiner Neu-Interpretation auf den Punkt und lockte ein Schmunzeln auf mein Gesicht, mal schoss er für mein Empfinden über das Ziel hinaus und löste ein unverständliches Kopfschütteln bei mir aus. Doch Cunningham ist ein talentierter Autor, der Sätze zu formulieren weiß und die Hoffnung beim Leser schürt, dass die nächste Geschichte sich anders (besser?) präsentiert.

So empfand ich sowohl Cunninghams Idee als auch seine Umsetzung als durchaus interessant und größtenteils kurzweilig zu lesen, würde aber immer den Zauber und die Poesie der Original-Märchen vorziehen!


erschienen bei btb/ ISBN: 978-3442718276

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

[Rezension] Brüder Grimm – Die Bremer Stadtmusikanten/ mit Illustrationen von Gabriel Pacheco

Alt sind sie geworden, diese vier selbsternannten Musiker. Obwohl: Wenn wir dem Originaltext der Brüder Grimm folgen, dann waren sie nie etwas anderes gewesen und schon immer sehr weit entfernt von den possierlich-kindlichen Helden oder dem dynamischen Quartett, wie sie gerne von einigen Illustratoren der Vergangenheit porträtiert wurden.

Bei Illustrator Gabriel Pacheco sind sie vom Leben gezeichnete Kreaturen, alt und verbraucht: Die wunden Beine des Esels sind bandagiert, der Hund leidet an einer Ohrenentzündung, der Katze tanzen die Mäuse auf dem (Regenschirm-)Dach, und der Hahn findet ohne seine Brille den Weg nicht mehr. Trotz ihrer Gebrechen formen diese heruntergekommenen Barden ein Team, in dem jede*r seinen Platz ein- und seine Aufgabe wahrnimmt. Und so wirken diese vier „Ritter der traurigen Gestalt“ auf mich nicht hoffnungslos – Nein! – sie wirken eher positiv in ihrem Vertrauen auf eine bessere Zukunft: „Etwas Besseres als den Tod findest du überall.“

Auch den Räubern versagt Pacheco ihren gewohnten Look: Nicht der zauselige und haarige Wegelagerer à la „Räuber Hotzenplotz“ haust dort im finsteren Wald und muss sich aus seinem Haus vertreiben lassen. Hier treten Ringel-bestrumpfte und weiß-gewandete Gestalten mit Masken der Commedia dell’arte auf, die mit ihrer schablonenhaften Mimik nicht weniger furchteinflößend wirken.

Auch das Umfeld, in der Pacheco seine Protagonisten agieren lässt, wirkt beinah wie ein Bühnenbild: In einem reduzierten Setting zwischen Abstraktion und Realismus lässt er blattlose Bäume wachsen, schnörkellose Behausungen entstehen und einen Theater-Mond leuchten.

Vielleicht gerade weil er in diesem Bilderbuch den Bremer Stadtmusikanten die Niedlichkeit verwehrt, entwickeln sie ein eindrucksvolles Eigenleben und somit ihre unverwechselbare Charakterisierung, die mich, den Betrachter sehr berührte: Im Mut, ein mögliches Scheitern zu akzeptieren, verbirgt sich die größte Stärke.

Dieses Märchen der Brüder Grimm feierte im letzten Jahr seinen 200. Geburtstag und wurde u.a. mit einer umfangreichen Ausstellung in der Bremer Kunsthalle geehrt.


erschienen bei Bohem/ ISBN: 978-3855815784

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

[Rezension] George Saunders – Fuchs 8

Fuchs 8 schreibt einen Brief, vielmehr ist es ein Appell an uns Menschen. Fuchs 8 hat seine eigenen, besonderen Erfahrungen mit uns Menschen gemacht: Unsere Sprache findet er so wunderschön, dass er sie sich „per Hören“ aneignet. So ist sein Brief auch in „Menschisch“ geschrieben, bzw. in das, was der Fuchs für die menschliche Sprache hält. Da er die Sprache nur durch Zuhören gelernt hat, fehlen ihm natürlich alle Regeln der Rechtschreibung, und auch von Interpunktion hat er noch nie etwas gehört. Dafür ist seine Nachricht mehr als deutlich: Er musste miterleben, wie Menschen seinen natürlichen Lebensraum einnahmen und veränderten und darum seine Sippe (ver-)hungern musste. Er musste miterleben, wie sein Freund Fuchs 7 von Menschen getötet und mit seinem toten Körper würde- und respektlos umgegangen wurde. Fuchs 8 flüchtet aus seiner Heimat, aus seinem Revier und findet traumatisiert ein neues Zuhause mit einer neuen Familie. Doch die Erinnerungen an das Erlebte lassen ihn nicht los, und so schreibt er diesen Brief an uns Menschen mit seinem Appell zum Umdenken…!

Ich muss es leider gestehen: Diese Geschichte hat mich sehr wenig berührt!

Fand ich anfangs die individuelle Schreibweise und Formulierungen des Fuchses noch sehr originell, so störte mich dies im Laufe meiner weiteren Lektüre, bremste meinen Lesefluss und schuf so eine Distanz zwischen mir und dem Gelesenen. Zwangsläufig fühlte ich mich an den Fuchs aus „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry erinnert. Doch wo dort die Poesie aufblüht und sich zart in mein Herz gestohlen hat, ist hier bedauerlicherweise – für mich – wenig Atmosphäre spürbar. Auch die Illustrationen von Chelsea Cardinal konnten da wenig beitragen. Vielmehr ließen sie mich in ihrer reduzierten Ästhetik eher an die TV-Werbung eines Energie-Drinks denken.

Natürlich verstehe ich die Intension des Autors hinter dieser Fabel und finde diese gut, richtig und wichtig. Vielleicht war – nach der Lektüre einiger positiver Rezensionen – meine Erwartungshaltung auch schlicht und ergreifend zu groß.

Ich fühlte mich emotional zu wenig „eingefangen“. Schade…!!!

Lust auf weitere Meinungen? Dann empfehle ich Euch die Rezensionen meiner Blogger-Kolleg*innen Andrea Schuster von „Lesen… in vollen Zügen“ und Frank Wolf vom „reisswolfblog“.


erschienen bei Luchterhand/ ISBN: 978-3630876207

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

[Rezension] Nichts als Weihnachten im Kopf/ herausgegeben von Céleste Blum / mit Illustrationen von Nikolaus Heidelbach

Weihnachtsbücher gibt es wie Sand am Meer: Jahr für Jahr kommen neue hinzu, die – bei näherer Betrachtung – gar nicht so neu sind. Gerne wärmen einige Verlage ältere Auflagen wieder auf, verpassen ihnen ein zeitgemäßes Outfit und einen frischen Titel, um so die Leserschaft zum Kauf zu animieren. Oder es werden die allseits bekannten Geschichten neu gemischt und erscheinen so in einer aktuellen Weihnachts-Anthologie. Wobei diese Geschichten nicht die schlechtesten sind, nur eben leider schon x-mal veröffentlicht.

Aber mit Weihnachtsbüchern lässt sich Umsatz machen: Was bleibt somit einem jungen, aufstrebenden Verlag anderes übrig, als auf diesen lukrativen Zug aufzuspringen. Der Kampa-Verlag besteht seit gut einem Jahr, überzeugt als Heimstätte von Simenons Kommissar Maigret und verlegt die frisch gebackene Nobelpreisträgerin Olga Tokarczuk. In diesem Jahr legt der Verlag nun sein erstes Weihnachtsbuch vor.

Dieses Weihnachtsbuch ist wohltuend traditionell und gleichzeitig erfrischend anders. „Hä?“ werden sich jetzt der eine oder die andere Leser*in fragen „Ist dies nicht ein Widerspruch?!“ So antworte ich voller Überzeugung „Nein, ist es nicht!“

Auf der traditionellen Seite finden sich die klassischen Gedichte von Rainer Maria Rilke, Theodor Storm und August Heinrich Hoffmann von Fallersleben sowie die Geschichten „Die Weihnachtsfeier des Seemanns Kuttel Daddeldu“ von Joachim Ringelnatz, Thomas Manns „Weihnachten bei den Buddenbrooks“ und „Eine Weihnachtsgeschichte“ von Ludwig Thoma. Gleichwertig stehen ihnen die moderneren Werke gegenüber, seien es Gedichte u.a. von Jan Weiler oder Geschichten von Gerhard Henschel („Adventskalender und Adventskranz“), Axel Hacke („Zeit der Rituale“) und der prämierten Olga Tokarczuk („Bardo. Die Weihnachtskrippe“).

Nikolaus Heidelbach schafft mit seinen Illustrationen einen humorvollen Rahmen: Seine Grafiken wirken scheinbar klassisch gefällig und lassen mit ihrer klaren Formgebung erst auf dem zweiten Blick die versteckte Ironie erkennen.

Der Herausgeberin Céleste Blum ist das Kunststück gelungen, dass Sentimentalität, Ironie, Schwermut und Witz sich in dieser Zusammenstellung gekonnt die Waage halten. Als Leser bemerkte ich mit Freude, dass die Beiträge mit Bedacht ausgewählt wurden: So beziehen sich die Geschichten durchaus aufeinander, sei es, dass sie aus der Feder eines Autoren stammen (Hans Fallada) oder der Phantasie zweier Köpfe (Salomon Friedländer/ Kurt Tucholsky) entsprungen sind. So befruchten sich diese Geschichten gegenseitig und lassen einen roten Faden innerhalb dieser Anthologie erkennen.

Die „Gebrauchsanweisung für das familienfreundliche Absingen der wichtigsten Weihnachtslieder“ von Daniel Glattauer habe ich persönlich stimmstark erprobt. Bei „Das Weihnachtsfest des alten Schauspielers Nesselgrün“ von Salomon Friedländer schaufelte sich der Vor-Leser (die alte Rampensau) in mir an die Oberfläche: Ich konnte der Versuchung nicht wiederstehen, dieses kleine humoristische Kabinettsstückchen laut vorzutragen.

Der Sammlung „Nichts als Weihnachten im Kopf“ ist es gelungen, mir neue Impulse für zukünftige Lesungen zu schenken. Somit kann ich nur attestieren: Alles richtig gemacht, Kampa-Verlag!


erschienen bei Kampa/ ISBN: 978-3311250074

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!