[Rezension] Daan Remmerts de Vries – Kaninchentango/ mit Illustrationen von Ingrid & Dieter Schubert

Zwei Kaninchen – ein Junge und ein Mädchen – treffen sich: Sie necken sich. Sie küssen sich. Sie tanzen und spielen. Sie umarmen sich. Sie fangen sich. Sie schweben und lachen. Sie hüpfen vergnügt am Ufer eines Sees – mal zum Licht der Sonne, mal zum Schein des Mondes. Dann nehmen sie Abschied, nur um – nach einer Drehung des Buches – sich abermals zu begegnen und die Freude an dieser Begegnung von Neuen ausgelassen zu genießen. Sie zeigen uns ihre Zuneigung: „Wir gehören zusammen!“

Ein Bilderbuch im wahrsten Sinne des „Wortes“…! Aber gänzlich ohne Worte…! Wortlos…!

Ein Umkehrbuch mit reizenden Illustrationen voller Farben und Wärme, das eine unbeschwerte Heiterkeit verströmt und seine Betrachter mit einem simplen Zauber belegt: …nur ein Blick und schon erscheint ein Lächeln! Magisch!

Die Geschichte dieser beiden putzigen Gesellen kann jede und jeder immer wieder selbst neu erfinden, immer wieder selbst neu erzählen…

…oder die Bilder still betrachten: ohne Worte!

Denn so manches Mal kann ein einzelnes Wort schon ein Zuviel sein!

Weniger ist manchmal so viel mehr!


erschienen bei aracari/ ISBN: 978-3907114070

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

 

[Rezension] Rachel Williams – Magische Welten. Entdecke verborgene Lebensräume mit der Zauberlupe!/ mit Illustrationen von Carnovsky

Das liebste Patenkind der Welt war wieder begeistert und hielt mich für den mega-coolste Patenonkel…!

10 magische Welten – vom Kongo-Regenwald über das Anden-Gebirge bis zur Serengeti-Ebene – verbergen sich in diesem Riesen-Bilder-Sach-Buch, und dank der Zauberlupe öffnen sich diese Welten dem Betrachter erst auf dem zweiten oder dritten Blick. Je nachdem durch welche der drei Farb-Lupen der Blick fällt, geben sich entweder die tagaktiven Tiere (rot), die nachtaktiven Tiere (blau) oder die Flora (grün) des jeweiligen Lebensraums zu erkennen. Auf 3 Doppelseiten pro Reiseziel erfährt der interessierte Beobachter etwas über den jeweiligen Lebensraum, erspäht auf der Aussichtsplattform dank Lupe die Tiere und Pflanzen und erfährt im Artenführer weiteres Wissenswertes über die einzelnen Tierarten. Texterin Rachel Williams versorgt uns mit dem nötigen Background-Wissen.

Die Illustrationen von Carnovsky wirken wie ein einziges unüberschaubares Durcheinander: Erst der Blick durch die jeweilige Lupe lässt die Artenvielfalt sehr detailreich erkennen. Flora und Fauna werden sehr naturalistisch, beinah wissenschaftlich dargestellt. Das Werk ist weit davon entfernt, als anspruchslose Kinderlektüre nur „putzig“ sein zu wollen. Hier haben wir es mit einem hochwertigen Sachbuch für Kinder zu tun, dass sich – auch dank des Gimmicks der Farbzauberlupe – lange das Interesse der Kids sicher sein kann.

Das liebste Patenkind der Welt hat nach dem Betrachten des Buches den Inhalt einer großen Spielzeugkiste auf dem Teppich entleert, um zu überprüfen, welche der abgebildeten Tiere er als Spielfigur besitzt. („Junger Mann, das räumst du aber schön alleine wieder auf!“)


erschienen bei Prestel/ ISBN: 978-3791372822

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

[Rezension] Cruschiform – COLORAMA: Das Buch der Farben

Farben über Farben: Doch Blau ist nicht gleich Blau, Rot ist nicht gleich Rot, Grün ist nicht gleich Grün, und selbst Weiß überrascht mit einer immensen Vielfalt,…

…das ist uns allen sicherlich bewusst, aber nehmen wir die Farben auch so intensiv in ihren unterschiedlichen Schattierungen wahr? Ich glaube eher weniger! Und doch verbinden wir etliche Pflanzen, Tiere und Gegenstände mit einem bestimmten Farbton. Oftmals wird beides in einem Atemzug genannt: Kornblumenblau, Feuerwehrrot, Sonnenblumengelb, Eierschalenweiß… – Ich könnte meine Aufzählung unendlich fortführen!

Das Pariser Kreativstudio „Cruschiform“ von Marie-Laure Cruschi widmet sich mit einem kleinen Wälzer diesem Phänomen und zaubert auf 133 Farbtafeln eine „kleine“ Auswahl aus der kunterbunten Welt der Farbtöne und -nuancen. So habe ich nicht gewusst, dass es einen kleinen aber feinen Unterschied gibt zwischen Kurkuma (051) und Indischgelb (052): Auf dem oberflächlichen Blick scheinen beide Farbnuancen identisch, erst der direkte Vergleich offenbart den Unterschied.

Während auf der rechten Buchseite sich ganzseitig der jeweilige Farbton „breitmacht“, erfahre ich auf der linken Buchseite den nötigen Background. Das vermittelte Wissen reicht von „wissenschaftlich-wertvoll“ bis „kurios-unnütz“ (…oder habt Ihr gewusst, dass es ein spezielles Tiffany-Blau gibt, und auch Grünspan ein eigener Farbton ist?). Aber gerade diese bunte Vielfalt macht diesen Wälzer so abwechslungsreich-unterhaltsam.

Dies ist keine Publikation, die ich von Farbtafel 001 (Schneeweiß) bis Farbtafel 133 (Mondlicht) konsequent chronologisch durcharbeiten werde, – Nein! – dieses Buch wird griffbereit in der Nähe meines Lieblingsleseplatzes liegen, damit ich es immer mal wieder zur Hand nehme und darin blättere, um mich an der bunten, lustigen Vielfalt der Farben zu erfreuen.


erschienen bei Prestel/ ISBN: 978-3791373270

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

[Rezension] Bernard Villiot – Mephisto/ mit Illustrationen von Antoine Guilloppé

Der Kater Mephisto lebt gezwungenermaßen als Einzelgänger in der großen Stadt. Aufgrund seines tiefschwarzen Fells und seiner als unheimlich wahrgenommenen Aura wird er sowohl von seinen Artgenossen wie auch von den Menschen nicht nur gemieden sondern auch immer wieder verjagt. Mephisto sehnt sich nach einem ruhigen Leben und hofft, dieses in der Abgeschiedenheit auf dem Land zu finden. Die Wochen ziehen voller Ruhe ins Land bis der Winter anbricht und Mephisto beschließt, wieder in die schützende Stadt zu wandern. Dort erlebt er eine Überraschung: Freudig wird er von den Menschen begrüßt! Seit seinem Weggang hat sich die Mäuse- und Ratten-Population immens erhöht, und die verwöhnten Hauskatzen waren nicht in der Lage, dieser Plage Herr zu werden. Nur ein versierter Jäger wie Mephisto kann Abhilfe schaffen…!

Tja, was nun? Ich suche nach den passenden Worten, aber kurz ausgedrückt kann ich sagen „Ich bin enttäuscht!“

Dabei haben mir die „Scherenschnitt“-Illustrationen von Antoine Guilloppé sehr gut gefallen: Sie wirken in ihrer Retro-Optik wie etwas aus der Zeit gefallen, verströmen trotz (oder: aufgrund?) dieser Schlichtheit sehr viel Atmosphäre und lösen beim Betrachter genau die Gefühle aus, die für die Handlung wichtig sind. So wirken sie mal bedrohlich, dann wieder witzig, um beim nächsten Bild sehr poetisch zu sein.

So liegt mein größter Kritikpunkt bei der Handlung. In den Texten meldet sich Mephisto als Ich-Erzähler zu Wort und charakterisieren mit ihren philosophisch anmutenden Zeilen recht gut das Wesen dieses einsamen und auch traumatisierten Katers. Doch ich habe immer auf eine besondere Wendung, auf eine positive Botschaft gewartet. Leider wurde ich enttäuscht: Findet Mephisto eine Heimat, und wird er akzeptiert oder gar um seiner selbst geliebt? Nein! – Das „Happy End“ interpretiere ich wie folgt: Er wird am Ende der Geschichte nur geduldet, weil er den Menschen von Nutzen ist, da die eigenen fetten und verwöhnten Hauskatzen außer Stande sind, seinen „Job“ zu erledigen. Es findet kein Umdenken statt – weder bei den Artgenossen noch bei den Menschen. Wenn dies wirklich die Intention des Autors war, dann empfinde ich es als eine äußerst fragwürdige Botschaft – zumal hier überdies die Flüchtlingsthematik angedeutet wurde.

Dieses Kinderbuch werde ich mir leider nicht gemeinsam mit dem besten Patenkind der Welt ansehen! Schade!


erschienen bei michael neugebauer edition/ ISBN: 978-3865663962

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[Rezension] David Litchfield – An der Geige: Hugo, der Hund

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Dass in mir eine Leidenschaft für das Theater und die Musik schlummert, die hin und wieder an die Oberfläche sprudelt, ist sicherlich schon dem einen oder der anderen Leser*in meiner Seite aufgefallen. Darum verwundert es auch nicht, dass bei diesem entzückenden Bilderbuch sofort meine Sinne geschärft waren.

In diesem Fall handelt es sich um die Fortsetzung David Litchfields erfolgreichen Bilderbuches „Der Bär am Klavier“, wobei es sich bei beiden Büchern um eigenständige Geschichten handeln, die auch unabhängig voneinander dem Betrachter Freude bereiten.

Hector ist Musiker, genauer: er spielt die Geige, hat es aber leider nie geschafft, die großen Konzerthallen zu füllen, sondern versucht sich mit seinem Hund Hugo mehr recht als schlecht als Straßenmusikus. Eines Tages ist er so deprimiert, dass er das Geigenspiel und somit die Musik „an den Nagel hängt“. Hugo kann dies nicht hinnehmen, übt heimlich Nacht für Nacht auf der Geige und überrascht seinen Freund eines Nachts mit seinem Können auf dem Instrument und seiner damit verbundenen Liebe zur Musik. Die Nachricht des Wunderhundes an der Violine verbreitet sich in Windeseile und bleibt auch dem berühmten Bären am Klavier nicht verborgen. Der lädt Hugo ein, als Stargeiger mit ihm und seiner Bären Big Band auf Tour zu gehen. Doch in Hector rührt sich die Eifersucht…!

David Litchfield ist eine entzückende Geschichte über Freundschaft und über die Liebe zur Musik gelungen. Seine Illustrationen verströmen – auch in Kombination mit dem Text – sehr viel Wärme und Herzlichkeit. Seine Bilder funkeln und strahlen: Dank dem bewussten Einsatz von Licht und Schatten leuchten die Farben besonders intensiv und fangen die ergreifende Stimmung der Geschichte sehr gelungen ein. Zudem arbeitete er detailliert mit Strukturen, lässt Stoffe und Tapeten ausgesprochen plastisch erscheinen und schafft harmonische Farbübergänge bzw. –verläufe,…

…und selbstverständlich endet diese kleine märchenhafte Geschichte mit einem bejahenden Happy End:

„Denn gute Freundschaft währt – wie gute Musik – ein Leben lang.“

Wer nach dem Betrachten dieser wunderbaren Illustrationen nun noch den Wunsch verspürt, eine ebenso wunderbar zarte Erzählung zu lesen, dem möchte ich gerne „Nurejews Hund“ von Elke Heidenreich wärmstens ans Herz legen.

erschienen bei Bohem/ ISBN: 978-3959390637

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[Rezension] Mia Cassany – Wildnis: Wo seltene Tiere und Pflanzen zuhause sind/ mit Illustrationen von Marcos Navarro

In diesem Fall habe ich einen absoluten Fachmann zu Rate gezogen, der dieses Buch auf „Herz und Nieren“ geprüft hat.

Das liebste Patenkind der Welt (3½ Jahre alt) ist ein Fan von Tierbüchern: Auf einem großen Bücherflohmarkt im letzten Jahr stand er (gefühlt) nur 3 Minuten bei den Kinderbüchern, um dann 15 Minuten in der Naturkundeabteilung konzentriert in einem Tieratlas zu blättern. Wer könnte somit besser über dieses Buch urteilen, wenn nicht er?

Sein Urteil war eindeutig: SEHR GUT!

Auf 16 doppelseitigen Farbtafeln zaubert Illustrator Marcos Navarro die Vielfalt und Farbenpracht der Flora und Fauna unserer Erde, und verzaubert mit seinen bezaubernden Bildern die Betrachter: Er zeigt die Tiere und Pflanzen kindgerecht aber ohne sie zu verniedlichen. Zusammen mit Texterin Mia Cassany, die zu den jeweiligen Lebensräumen kurze Beschreibungen beisteuert, umspannt er den Erdball in einem weiten Bogen, beginnend bei den Rainbow Falls auf Hawaii über den tropischen Regenwald von Honduras zum Nationalpark Kahuzi-Biéga im Kongo, um die Reise im Daintree Nationalpark in Australien zu beenden.

Seine Bilder sind wunderbar farbenfroh und harmonisch, dabei spannend anzuschauen und durchaus detailreich. So kann der Betrachter einem Wimmelbuch gleich sich auf die Suche der Tiere machen und Seite für Seite die Anzahl der jeweiligen Art sammeln. Die Lösungen gibt es am Ende dieses Bilder-Buches zusammen mit Kurzbeschreibungen ausgesuchter Tiere und den korrekten Namen aller Tiere. Um zu erfahren, wo sich welche Naturlandschaft findet, wurde diesem Buch eine Weltkarte vorangestellt.

So werden die Kinder spielerisch und phantasievoll für seltene Lebensräume und vom Aussterben bedrohte Tierarten sensibilisiert.

Hier ist ein außergewöhnliches Sach- und Wimmel-Buch entstanden, dass dem liebsten Patenkind der Welt und seinem Patenonkel gleichermaßen Spaß bereitete.


erschienen bei Prestel/ ISBN: 978-3791373843

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[Rezension] Leo Timmers – Ein Haus für Harry

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Ohjemine! Das ist ja sooo entzückend…!

Kater Harry möchte gerne mit Schmetterling Vera spielen, war aber noch nie draußen. Trotzdem tollt er dem Schmetterling hinterher, verläuft sich und findet sein Haus nicht mehr wieder. Nun macht er sich auf die Suche, ein passendes Haus für sich zu finden. Dabei macht er die Erfahrung, dass es eine ganze Menge andersartige Häuser für die unterschiedlichsten Bewohner gibt. Zum Glück findet Harry Freunde, die ihm helfen zuerst Vera und dann den Weg nach Hause wieder zu finden.

Leo Timmers erschafft in Wort & Bild eine kleine, charmante Geschichte, die das Andersartig-Sein thematisiert ohne die pädagogische Keule aus dem Sack zu lassen. Seine cartoonhaften Illustrationen bereiten dem Betrachter eine Menge Freude, amüsieren auch in den Details (So gibt es an einer Litfaßsäule die Plakate von „Cats“ und „Madame Butterfly“ zu entdecken! 😍) und zaubern ein Lächeln auf die Lippen des Betrachters.

Ein amüsant-charmantes Bilderbuch für die Kleinen zum Vorlesen und gemeinsamen Betrachten…! 🐱

erschienen bei aracari/ ISBN: 978-3907114063

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[Rezension] Robert Louis Stevenson – Doktor Jekyll & Mister Hyde/ mit Illustrationen von Sébastien Mourrain

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Mit Schaudern erzählt Mister Utterson die merkwürdigen Umstände eines gar außergewöhnlichen Falls: Sein langjähriger Freund, der kultivierte Dr. Henry Jekyll scheint unter dem seltsamen Einfluss eines gewissen Mister Hyde zu stehen. Mister Hyde repräsentiert das genaue Gegenteil von dem destingierten Arzt. Während Dr. Jekyll von einnehmendem Wesen und ansehnlicher Gestalt ist, wirkt Mister Hyde merkwürdig gedrungen in seinem Äußeren und strahlt eine animalische Brutalität aus. Was verbindet diese beiden grundverschiedenen Männer miteinander? Mister Utterson erinnert sich mit Grauen…!

Robert Louis Stevensons im Jahre 1886 veröffentlichte Geschichte um Doktor Jekyll & Mister Hyde hat seinen Weg schon in vielen Gestalten in die Öffentlichkeit gefunden, sei es filmisch oder als Hörspiel, als Schauspiel oder Musical, als Graphic Novel oder – wie in diesem vorliegendem Fall – als  Nacherzählung für junge Leser. Dabei wurde die Stimmung der Vorlage bewahrt: Das viktorianische London erscheint weiterhin düster und geheimnisvolle. Das mysteriöse Verhalten von Dr. Henry Jekyll gibt dem Leser Rätsel auf, und Mister Hydes schändliche Taten werden nicht verschwiegen aber für die jüngere Leserschaft entsprechend „bearbeitet“. Alles in allem ist Nils Aulike eine gelungene Übersetzung und kluge Kürzung des Original-Textes gelungen.

Hinzu kommen die atmosphärisch-dichten Illustrationen von Sébastien Mourrain, die – in schwarz-weiß gehalten – einen großen Anteil am Gelingen dieser Roman-Bearbeitung haben. Sehr sparsam, dafür umso überlegter setzt Mourrain die Farbe Gelb ein, um den Blick des Lesers/ Betrachters bewusst auf etwas zu fokussieren oder ihn auf kleine Details in der Zeichnung zu lenken.

Es fällt mir schwer, dieses Werk als Bilderbuch zu bezeichnen: Für mich ist es eher ein illustrierter Roman! Aber schlussendlich ist es auch völlig egal, wie wir es nennen. Fakt bleibt, dass hier eine gelungene Adaption dieses Klassikers entstanden ist!

erschienen bei Bohem/ ISBN: 978-3959390415

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

[Rezension] Michael Ende – Die unendliche Geschichte (Neu-Auflage)

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Meine Freude war groß als ich erfuhr, dass der Thienemann-Verlag anlässlich des 40. Geburtstages von „Die unendliche Geschichte“ eine Neu-Auflage plante, und ich erhoffte mir nun einen würdigen Nachfolger für mein altes Exemplar aus der Kindheit.

Über die Geschichte von Michael Ende muss ich wahrlich keine großen Worte mehr verlieren, und sie ist über jede Kritik erhaben: Michael Ende hat hier eine wunderbare Geschichte voller Phantasie und Anmut geschaffen, die mit ihren liebevoll gezeichneten Charakteren überzeugt und mit ihrer bildhaften Sprache überwältigt. „Die unendliche Geschichte“ wird dem, der sie gelesen hat, immer in Erinnerung bleiben und einen ewigen Platz in seinem Herzen haben.

Darum legte ich mein Augenmerk nun mehr auf die „neue“ Optik des Buches, die von Eva Schöffmann-Davidov gestaltet wurde: Begeistert bin ich vom Umschlag-Design, das in der Farbgebung „schwarz-weiß-gold“ sehr edel und modern wirkt. Auch die Vorsatzblätter gefallen mir gut, stellen für mich im Vergleich zur bisherigen Optik allerdings keine Verbesserung dar. Auch der zweifarbige Satzdruck in Rot und Grün ist ja hinlänglich bekannt.

Beim Weiterblättern machte sich langsam ein Hauch von Enttäuschung in mir breit: Nicht nur das verspielte Rankenmuster am Kopf einer jeden Seite fehlt, auch die wunderbaren „Von A bis Z mit Buchstaben und Bildern“ waren kleineren und unscheinbareren Anfangsbuchstaben bei den einzelnen Kapiteln gewichen. WARUM? Gerade diese Kombination aus Buchdruck und Inhalt steigerte den Reiz von „Die unendliche Geschichte“ und war damals für mich eine Sensation, die ich vorher aus der Kinder- und Jugendliteratur noch nicht kannte. Und wer – Bitteschön! – hat veranlasst, dass hinter der letzten Seite der Geschichte Werbung gedruckt wurde und somit beim Lesen unschön durchschimmert?

Natürlich ist dies nun „Leiden auf hohem Niveau“: Es kommt ja schließlich in der Hauptsache auf die Qualität der Geschichte an, und Neu-Leser werden auch nichts vermissen. Für Fans „der 1. Stunde“ stellt diese Neu-Auflage allerdings keine Alternative dar, da die optische Gestaltung in der Ur-Fassung mit den Buchstaben und Illustrationen von Roswitha Quadflieg deutlich liebevoller umgesetzt wurde!

Darum werde ich weiterhin mein 40 Jahre altes Exemplar aus Kindertagen sehr in Ehren halten: Ich weiß noch, wie ich damals meinen älteren Bruder bedrängte, mir doch bitte dieses Buch – und zwar NUR dieses Buch und kein anderes – zum Geburtstag zu schenken,…

„…aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden!“

erschienen bei Thienemann/ ISBN: 978-3522202602

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

[Rezension] Ralf Butschkow – Wir gehen in die Buchhandlung

Sofie ist traurig! Sie hat sich so sehr auf ihr neues Regal gefreut, doch ihr Vater ist außerstande ihr diesen kleinen Wunsch zu erfüllen. Zu groß ist für ihn die Anstrengung und zu schwer scheint für ihn diese Aufgabe, ein Regal an der Wand zu befestigen. Sofie ist verzweifelt: Was kann sie nur tun, um sich aus dieser prekären Situation zu befreien? Nur in der Buchhandlung ihres Vertrauens „die schatulle“ findet sie ein offenes Ohr für ihre Nöte: Die Buchhändlerin Frau Gartmann weiß genau, was ihr fehlt – ein Buch! Es ist nicht irgendein Buch. – Nein! – Dieses Buch hilft Sophies Mutter sich aus der erdrückenden Dominanz ihres Versager-Ehemanns zu lösen und aus eigener Kraft das Regal an die Wand zu dübeln…!

Dem Autor ist hier ein Standard-Werk der Kinderliteratur gelungen: Schonungslos werden die Sorgen der heutigen Kindergeneration thematisiert – Themen wie Verlust,  Enttäuschung und Zukunftsängste. Zu alledem kommt eine sozialkritische Brisanz: Sophie erfährt, dass die Buchhändlerin ein Seniorenpflegeheim mit Büchern versorgt, um den dort von ihren Angehörigen abgeschobenen Senioren ein wenig Freude in ihren öden Alltag zu bringen. So lernen die Kinder schon früh zu erkennen, dass auf dieser Welt kein Platz ist für Phantastereien, unbekümmertes Spiel und kindlicher Freude. Für alle Zweifler gibt es bestimmt das passende Buch…!

Dieses Werk steht völlig zu Recht auf der SPIEGEL Bestseller-Liste und wurde für den Deutschen Buchpreis nominiert. Das Kultusministerium für Niedersachsen hat per Dekret angeordnet, dass dieses Werk nun Pflichtlektüre an allen Schulen wird.

Endlich ein Lichtblick im kinderliterarischen Einerlei…!!!

erschienen bei pixi (Carlsen)/ ISBN: 978-3551685759

Ich danke dem Verlag herzlich für das nicht zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

Ihr Lieben! Die Buchhandlung meines Vertrauens hat nun ein eigenes pixi-Buch (Wie geil ist das denn?!), und ich konnte mir den kleinen Spaß nicht verkneifen, zu diesem entzückenden und gänzlich harmlosen Büchlein eine deprimierende Rezension zu verfassen. Wobei ich den Inhalt absolut wahrheitsgetreu wiedergegeben habe: Schließlich ist es ja alles nur eine Frage der Interpretation! Nicht wahr? 😉 Herzliche Grüße…!