[Lesung] Rainer Moritz – Lieblingsbücher aus 40 Jahren / Buchhandlung „die schatulle“ Osterholz-Scharmbeck

Lesung am 1. September / Buchhandlung „die schatulle“ in Osterholz-Scharmbeck


Die Buchhandlung meines Vertrauens feiert ihren 40. Geburtstag und schenkt sich und uns, ihren Fans, Freunden und Kunden, eine Matinee mit dem hochgeschätzten Rainer Moritz. Herr Moritz ist in der „schatulle“ wahrlich kein Unbekannter: Schon zum achten Mal beehrte er die Buchhandlung der Gartmann-Schwestern. Diesmal überzeugte er wieder mit einer Mischung aus Lesung, Vortrag und Plauderei.

„Lieblingsbücher aus 40 Jahren“ – mit dem Leiter des Hamburger Literaturhauses hätten die Gartmann-Schwestern sich wohl keinen kompetenteren Referenten einladen können. Am 1. September 1979 erblickte die Buchhandlung „die schatulle“ das Licht der Welt und versorgt seitdem unzählige Bücher-Junkies mit Lese-Stoff. Apropos Junkies: So wurde 1979 eines der erfolgreichsten deutschen Sachbücher der Nachkriegszeit veröffentlicht „Christiane F – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“. Gerade die 80er waren von einem Drang nach Aufklärung, Enthüllung und Selbsterkenntnis geprägt. So begab sich Günter Wallraff nach „Ganz unten“, während Robin Norwood in „Wenn Frauen zu sehr lieben“ eine gänzlich andere Form der Sucht thematisierte – die heimliche Sucht, gebraucht zu werden. Während ein Jahrzehnt zuvor Werke wie „Kassandra“ von Christa Wolf auf dem Buchmarkt für Furore sorgten, drängte in den 90er Jahren der „neue, deutsche Frauenroman“ auf den Markt und bescherte uns so süffige Titel wie „Suche impotenten Mann fürs Leben“ von Gaby Hauptmann.

Der Buchmarkt war immer den Strömungen des Zeitgeistes ausgesetzt: War ein Buch mit einer besonderen Thematik außerordentlich erfolgreich, hatte dies zur Folge, dass Nachahmer – sogenannte „Me Too-Werke“ – die Buchhandlungen regelrecht überschwemmten („Me Too“ – ein Begriff, der heute gänzlich anders besetzt ist).

Apropos sexuelle Handlungen: Wie schlagen sich da eigentlich die Autor*innen bzgl. Sex und Erotik in ihren Werken? Herr Moritz weiß die Antwort: Häufig nicht so gut! Selbst ansonsten talentierte Schreiberlinge verfallen bei der Formulierung erotischer Szenen in eine Art talentfreier Schockstarre und „erfreuen“ die Leser*innen mit manchmal unfreiwilliger Komik. Zur Erheiterung des Publikums gab Herr Moritz einige besonders prägnante Passagen zum Besten (Die Namen der Autor*innen verschweigen wir diskret.).

Aber auch große Literatur erblickte im Laufe der Jahrzehnte das Licht der Leselampen: „Der Vorleser“ von Bernhard Schlink, „Die Entdeckung der Langsamkeit“ von Sten Nadolny oder auch Daniela Kriens „Die Liebe im Ernstfall“. Nicht zu vergessen: „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende, die ebenso wie die Buchhandlung „die schatulle“ in diesem Jahr ihren 40. Geburtstag feiert…!

Scharfzüngig thematisiert Rainer Moritz den momentanen Drang einige Schauspieler sich literarisch zu verewigen. Gegen eine hübsche Biografie hätte er nichts einzuwenden, aber Schauspieler sollten – seiner Meinung nach – keine Romane schreiben, da das Ergebnis häufig wenig überzeugt. Ebenso macht Herr Moritz aus seinem Ressentiment gegenüber Regional-Krimis, die sich inflationär sowohl über die Leser- als auch Landschaft ergießen, keinen Hehl. Jedes Kuh-Kaff hat in der Zwischenzeit seinen eigenen literarischen Ermittler, während die reale Polizei über Personalmangel klagt.

Rainer Moritz nimmt den Literaturbetrieb genüsslich auf’s Korn und äußert ohne Scheu seine ehrliche Meinung. Dies nimmt man ihm nie übel, da er weder verletzt noch entlarvt. Zudem zeichnen ihn zwei Eigenschaften aus, die einen Mann sehr sympathisch machen: Intelligenz und Humor,…

…und so plaudert er sich durch die Literatur aus 40 Jahren, scherzt mit dem Publikum und mit den Gastgeberinnen,…

…und dank seines ausgeprägten Sinns für Humor geizt er auch nicht mit heiter-ironischen Anekdoten aus dem eigenen Umfeld: So meinte seine Mutter noch einer seiner epischen Lesungen „Moritz, immer wenn Du so lange liest, bekomme ich kalte Füße!“

Wir hatten keine kalten Füße, dafür war uns ganz wohlig zumute nach dieser gelungenen Abschlussveranstaltung am Geburtstagswochenende der Buchhandlung unseres Vertrauens.


Weitere Aktivitäten von und mit Rainer Moritz findet Ihr hier. Ein Kurz-Porträt gibt es auf meinem Blog ebenfalls zu entdecken.

[Rezension] Rainer Moritz – Zum See ging man zu Fuß: Wo die Dichter wohnen. Spaziergänge von Lübeck bis Zürich/ mit Fotografien von Anna Aicher

So, nun reicht es mir! So langsam mache ich mir ernsthafte Sorgen um mich: Wie schon erwähnt, scheine ich in diesem Frühjahr ganz im Bann von Rainer Moritz zu stehen. Nachdem mein Lese-Eindrücke zu Leseparadiese: Eine Liebeserklärung an die Buchhandlung und Mein Vater, die Dinge und der Tod schon erschienen sind, halte ich nun den neusten prachtvollen Bildband aus dem Knesebeck-Verlag in den Händen, zu dem Herr Moritz wieder seine launigen Texte beigetragen hat.

Als Leser habe ich meine imaginären Wanderschuhe geschnürt, mich auf den Weg gemacht und somit auf den Spuren von 14 großen Literaten begeben: Da streift Thomas Mann durch die Gassen von Lübeck vorbei am „Buddenbrock“-Haus. Arthur Schnitzler lebt, schreibt und liebt im achtzehnten Bezirk in Wien. Franz Kafka liest sehnsuchtsvoll Gedichte im Café Louvre in Prag. Und Marcel Proust schlendert über die Pariser Champs-Elysée.

Aber nicht nur die großen Metropolen findet in diesem „Wanderführer“ Erwähnung: Auch die Hass-Liebe zwischen Ingeborg Bachmann und ihrer Geburtsstadt Klagenfurt wird ebenso genannt, wie Gerhard Hauptmanns Schwärmerei zu Hiddensee und Gerhard Meiers Verbundenheit zu Niederbipp.

Alle diese Orte haben die Literaten nicht nur als Person geprägt, – Nein! – sie flossen ebenso in ihr literarisches Œuvre ein und inspirierten sie zu ihren herausragenden Werken, entweder indem sie der Fiktion Pate standen oder den äußerst realen Rahmen für ihre Geschichten bildeten. Umgekehrt nahmen auch die Literaten Einfluss auf die jeweiligen Orte, werden dort verehrt und gehegt als bedeutendes Detail im kulturellen Erbe und sind nicht selten Teil der dortigen Tourismusindustrie.

Einige Literaten sind zudem untrennbar mit dem jeweiligen Ort verbunden, wie beispielsweise Hans Christian Andersen mit Kopenhagen: Bei einem Spaziergang durch die dänische Hauptstadt wird der Besucher zwangsläufig über Andersen stolpern. Andersen galt als ein schwieriger Zeitgenosse und war nicht unbedingt ein angenehmer Gast, wie Freunde und Weggefährten bestätigen konnten…

„Hans Andersen schlief fünf Wochen in diesem Zimmer. Der Familie kam es vor wie eine Ewigkeit.“ Charles Dickens

Was wäre ein Bildband ohne Bilder? Genau! – Nur ein Lesebuch! Im vorliegenden Fall liefert Anna Aicher hervorragende Fotos zum Text: Sie fängt die Stimmungen in den Refugien und Treffpunkten der Literaten ebenso kunstvoll ein, wie sie die noch erhaltenden Arbeitsplätze in Szene setzt und die inspirierende Schönheit der Natur auf „Celluloid bannt“.

So, und nun werde ich versuchen, den Moritzschen Bann zu durchbrechen und mich anderen Autoren zuzuwenden: Drückt mir bitte die Daumen, damit Herr Moritz nicht doch noch ein weiteres Buch in diesem Jahr veröffentlicht. Ich wüsste nicht, ob ich stark genug wäre…!!!


erschienen bei Knesebeck/ ISBN: 978-3957280565

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

[Rezension] Rainer Moritz – Mein Vater, die Dinge und der Tod

„Rainer, Vati ist gestorben…“ so beginnt für Rainer Moritz eine überraschende Reise in seine Vergangenheit, gezwungenermaßen, denn „Vati ist gestorben…“! Plötzlich ist ein geliebter Mensch nicht mehr da. Was bleibt von diesem Leben übrig? Wie lange bleibt etwas von diesem Leben zurück? Hinterlässt dieses Leben Spuren im Leben Anderer? Rainer Moritz nähert sich sehr behutsam diesen Fragen ohne allzu sehr sentimental zu werden. Effektvoll auf die Tränendrüse zu drücken liegt ihm fern, dazu ist er zu sehr Sohn seines Vaters…!

Vergangene Begegnungen mit seinem Vater kommen ihm wieder in den Sinn – Begegnungen, an denen er schon seit Jahren nicht mehr gedacht hat, die plötzlich wieder in den Fokus rücken. Das Leben des Vaters wird rekapituliert und in ihm Gründe für sein späteres Handeln und für getroffene Entscheidungen gesucht. Einige waren nachvollziehbar, einige haben den Sohn rebellieren lassen – und welche hat er davon als Erbe seinen Kindern mitgegeben und somit deren Leben beeinflusst?

Dort liegen sie noch, die persönlichen Gegenstände seines Vaters, und zeugen von seinem Dasein,  oder sie wurden an die nächste Generation weitervererbt. So wie die Armbanduhr, die vom Sohn in Ehren getragen wird und den Charakter des Vaters so gut wiederspiegelt: ein Marken-Qualitätsprodukt von dauerhafter Wertigkeit, solide aber ohne protzig zu sein, selbstverständlich im Fachgeschäft erworben!

„Je länger ich an meinen toten Vater denke, desto mehr sprechen seine Dinge zu mir.“

Rainer Moritz beschreibt auch seine Trauer um die vielen vertanen Chancen und versäumten Gelegenheiten: Gespräche zwischen Vater und Sohn, die nie geführt wurden; Zärtlichkeiten zwischen Vater und Sohn, die nie ausgetauscht wurden. Dies beschreibt Moritz gänzlich ohne Groll, dafür mit viel Verständnis für die Lebensumstände des Vaters: das Verständnis zu wissen, warum der Vater zu dieser einzigartigen Persönlichkeit geworden ist. Einige Charakterzüge des Vaters hat auch der Sohn verinnerlicht und wie selbstverständlich in seiner Persönlichkeit verankert – für Außenstehende nicht unbedingt wahrnehmbar aber für den Sohn stets spürbar. Ihm ist bewusst, wie sehr sein Vater prägend für ihn war. Dank dieser Prägung und der daraufhin gemachten Erfahrung kann der Sohn auch eine andere Entscheidung treffen: Er hat die Wahl!

„Ein Mensch lebt so lange, wie sich andere an ihn erinnern.“

„Andreas, Opa ist gestorben…“ hätte es auch lauten können. Rainer Moritz stößt mich gedanklich zurück in meine eigene Geschichte, meine eigene Vergangenheit…! Während der Lektüre flatterten die Erinnerungsfetzen durch das Archiv meines Gedächtnisses. Vergangenes und scheinbar Vergessenes spülten wieder an die Oberfläche und riefen Emotionen in mir wach. Und ich spürte eine tiefe Dankbarkeit für den Mann, der für mich sehr prägend war…!

Dietrich Heinrich Friedrich Müller
* 16. Februar 1910 – † 7. Oktober 1982


erschienen bei Kunstmann/ ISBN: 978-3956142574

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

[Rezension] Rainer Moritz – Leseparadiese: Eine Liebeserklärung an die Buchhandlung

Dass Rainer Moritz ein exzellenter Plauderer ist, war mir bekannt. Dass Rainer Moritz über einen großen Wissensschatz verfügt, war mir bekannt. Dass Rainer Moritz Humor besitzt, war mir auch bekannt…!

Nun hat er alle diese Eigenschaften in diese Lobhudelei auf die vielgescholtenen, inhabergeführten Buchhandlungen einfließen lassen. Er beginnt mit einer Reise zu den Buchhandlungen seiner Kindheit und Jugend und verführt mich als Leser, ebenso einen Rückblick in die eigene Vergangenheit zu wagen.

Dabei wirft er einen kritisch-ironischen Blick auf die Spezies „Buchhändler“ und deren natürliches Territorium „Buchhandlung“, benennt offen „Wie es nicht sein sollte!“ – sei es im Umgang mit den Kunden, in der Gestaltung des Geschäftes oder der Wahl des „Non Book“-Sortiments – hebt aber auch innovative Werbe-Ideen und Aktionen hervor.

Er macht mit uns einen Streifzug durch die schönsten Buchhandlungen der Welt, die nicht nur in Hamburg, Paris, London oder Maastricht zu finden sind. Auch kleinere Buchhandlungen werden wohlwollend erwähnt, und ich muss zu meiner Schande gestehen: Ja, ich habe vorgeblättert! Warum: Weil Rainer Moritz in seiner Lobhudelei auch die Buchhandlung meines Vertrauens bedacht hat. Da konnte ich einfach nicht abwarten!

Er lamentiert über Sinn, Zweck und Notwendigkeit von Lesungen sowie dem Wechselspiel zwischen Autor, Buchhändler und Zuhörer und liefert kurioses von allen Fronten. Dabei versuchte er diesem Phänomen „Autorenlesung“ auf den Grund zu gehen (Unsere Freunde in den Nachbarländern kennen Lesungen nicht: Dort treffen Literaturaffine und Autoren bei Signierstunden und Diskussionsrunden aufeinander.). Nur um im nächsten Kapitel die provokante Frage, ob Lesen glücklich macht (Jeder Buch-Blogger wird enthusiastisch „Ja!“ schreien.), zu stellen: Diese Frage wird selbstverständlich von ihm kompetent und unterhaltsam bissig-ironisch selbst beantworten.

Der Abschluss bildet das Kapitel „Die Buchhandlung – ein geistiger Raum?“ aus dem ich gerne einen Satz zitieren möchte, der auch als Quintessenz dieser Abhandlung gelten könnte:

„Wir machen Erfahrungen des Lesens, und das sind damit Erfahrungen des Lebens.“

Mit diesem kurzweiligen Büchlein lässt Rainer Moritz uns seine Liebe zum Buchhandel spüren und an seiner nie versiegenden Leidenschaft für das Buch teilhaben.

Aber was können wir auch anderes vom Leiter des Literaturhauses Hamburg erwarten: Er ist halt parteiisch! 😉


erschienen bei Sanssouci/ ISBN: 978-3990560495

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

Ein Porträt: Rainer Moritz

Rainer Moritz (* 26. April 1958)

Rainer Moritz ist Germanist, Literaturkritiker, Übersetzer und Autor. Zudem wurde er zum Ehren-Professor der Stadt Hamburg ernannt und leitet das dortige Literaturhaus Hamburg, aber das Beste ist: Er ist absolut sympathisch, sehr unkompliziert und hat einen herrlichen Sinn für Humor (Ich spreche aus Erfahrung!).

Wie käme ein hochstudierter Akademiker sonst dazu, sich immer wieder in die Untiefen der deutschen Unterhaltungskultur zu begeben, und sich dort zudem sichtlich wohlfühlt!

Seine (un-)heimliche Liebe gilt dem deutschen Schlager, der er schon mit div. Veröffentlichungen gefrönt hat. Nein! – Er singt nicht selbst! Er klärt uns auf!

Er klärte uns auf über versteckt erotische Anspielungen in den Schlagern der prüden 50er Jahre, welche Themen der Schlager behandelt (zu über 80 %: Liebe), und warum Fußballspieler bitte nicht (!) singen sollten. Als Schlager-Fan wurde er schon in seiner frühsten Jugend entsprechend sozialisiert und trug aufgrund dieser Leidenschaft einige traumatische Blessuren davon, die er (wir ahnen es schon…) dank des Schreibens eines Buches über Schlager therapieren konnte.

Nach dem Abitur am Robert-Mayer-Gymnasium Heilbronn im Jahr 1977 studierte er an der Universität Tübingen Germanistik, Philosophie und Romanistik. 1988 promovierte er mit einer literaturwissenschaftlichen Arbeit über Hermann Lenz. Von 1989 bis 2005 arbeitete er in mehreren Verlagen, bis er 2005 die Leitung des Literaturhauses Hamburg übernahm. Achja! – und Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland ist er auch noch.

Dabei verbindet er mit seinen literarischen Ergüssen gerne das Schöne mit dem Unterhaltsamen, sei es Erscheinungen unserer modernen Zeit oder dem Phänomen Sex & Literatur. Zudem hat er kurzweilige Texte zu Bildbänden, die sich besonderen Orten widmen, geschaffen, oder er findet – wie schon erwähnt – lobende Worte für den deutschen Schlager,…

…und sollten im deutschen Schlager Worte wirklich nicht mehr ausreichen, um die überschäumenden Gefühle zu beschreiben, dann kann sich immer noch mit lautmalerischen Vokalen beholfen werde:

„Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben – Schanananananaa!“


Auswahl seiner Werke:

  • Leseparadiese: Eine Liebeserklärung an die Buchhandlung erschienen bei Sanssouci/ ISBN: 978-3990560495

  • Mein Vater, die Dinge und der Tod erschienen bei Kunstmann/ ISBN: 978-3956142574

  • Zum See ging man zu Fuß: Wo die Dichter wohnen. Spaziergänge von Lübeck bis Zürich (mit Fotografien von Anna Aicher und Andreas Licht) erschienen bei Knesebeck/ ISBN: 978-3957280565

  • Der schönste Aufenthalt der Welt: Dichter im Hotel (mit Fotografien von Andreas Licht) erschienen bei Knesebeck/ ISBN: 978-3868736151

  • Die schönsten Buchhandlungen Europas (mit Fotografien von Reto Guntli) erschienen bei Gerstenberg/ ISBN: 978-3836926133

  • Ich Wirtschaftswunderkind. Mein famoses Leben mit Peggy March, Petar Radenkovic und Schmelzkäseecken erschienen bei Piper/ ISBN: 978-3492257480

  • Die Überlebensbibliothek. Bücher für alle Lebenslagen erschienen bei Atlantik/ ISBN: 978-3455370300

  • Dicht am Paradies – Spaziergänge durch Pariser Parks und Gärten (mit Fotografien von Andreas Licht) erschienen bei Knesebeck/ ISBN: 978-3868736021

  • Madame Cottard und eine Ahnung von Liebe: Roman erschienen bei Pieper/ ISBN: 978-3492053587

  • Und das Meer singt sein Lied erschienen bei Mare/ ISBN: 978-3936384871

[Rezension] Rainer Moritz – Der schönste Aufenthalt der Welt: Dichter im Hotel/ mit Fotografien von Andreas Licht

„Ich sterbe über meine Verhältnisse.“ Oscar Wilde

Was haben Simone de Beauvoir, Gerhart Hauptmann und Thomas Mann gemeinsam? Alle diese bekannten Dichterinnen und Dichter haben eine Zeit ihres Lebens in einem Hotel verbracht. Selbstverständlich nicht in einem X-beliebigen Hotel – Nein! – es waren für diese Dichter inspirierende Häuser, die sie beherbergt haben.

Reiner Moritz nimmt uns mit auf eine kulturelle Reise durch Länder und Epochen, öffnet für uns die Eingangstüren von 17 außergewöhnlichen Hotels und lässt uns an deren Zauber teilhaben. Er plaudert gewohnt kurzweilig aus dem „Nähkästchen“ mit seinen vielen Geschichten rund um Literatur und Lebensart – und vergisst auch nicht, den kulturellen und gesellschaftlichen Wandel mit seinen vielfältigen Einflüssen unerwähnt zu lassen.

Dank der großartigen Fotos von Andreas Licht konnte ich die Faszination dieser Häuser nachempfinden und aufgrund eigener Erfahrung durchaus auch bestätigen.

Dabei haben neben den großen, renommierten Häusern wie Hotel Sacher in Wien oder das L´Hôtel in Paris auch kleinere Häuser ihren Platz in diesem Buch, wie zum Beispiel „unser“ Lieblingshotel in Hamburg: Nachdem wir mehrere Übernachtungsmöglichkeiten ausprobiert (…z.T. auch „ertragen“) hatten, haben wir endlich unseren „Hafen“ in Hamburg gefunden! Darum verzeihen Sie mir bitte die Werbung:

„In jedem Hotel leuchtet Dir heute ein Apfel entgegen. Ich wasche oder schäle diesen Apfel in jedem Hotel. Im Wedina esse ich ihn einfach.“ Martin Walser

 …ein wunderbares „Coffee Table Book“, das ich immer wieder gerne zur Hand nehme, um darin zu blättern und zu schmökern!


erschienen bei Knesebeck/ ISBN: 978-3868736151