MONTAGSFRAGE #101: Trigger-Warnungen bei Büchern?

Die nächsten hundert Fragen startet Antonia heute mit einem Thema über das ich bisher nicht einen einzigen Gedanken verschwendet habe: Trigger-Warnungen. Natürlich sind mir entsprechende Hinweise auf den Kanälen der s.g. sozialen Medien aufgefallen. Bei einigen Filmchen wird darauf hingewiesen, dass sie gewaltverherrlichende, sexistische, diskriminierende oder andere „geschmackvolle“ Darstellungen beinhalten, deren „Genuss“ einen negativen Einfluss auf die Psyche und die Seele des Zuschauers nehmen kann. Häufig wurden/werden mir diese Filmchen als „Werbeanzeige“ ungefragt in meine Timeline gespült, anfangs mühevoll von mir gemeldet und in der Zwischenzeit geflissentlich ignoriert. Gerade aufgrund der unreflektierten Verbreitung dieser Geschmacklosigkeiten durch einige Anbieter sozialer Medien habe ich mich entschieden, auf den entsprechenden Kanälen meine Aktivitäten massiv zu reduzieren.

Aber sollte es auch für Romane oder Sachbücher entsprechende Hinweise auf dem Cover geben? Ich bin da sehr zwiegespalten: Einerseits sollte jede*r die nötigen Informationen erhalten, um Leid an Leib und Seele zu vermeiden. Nur: Wo anfangen? Wo aufhören? und müsste der Betroffene nicht vielmehr die nötige Hilfe und Unterstützung erhalten (und annehmen), um mit entsprechenden Traumata auslösende Elementen umgehen zu lernen?

Andererseits wage ich die Behauptung, dass Bilder deutlich drastischer wirken als es das geschriebene Wort je könnte. Beim Film habe ich als Zuschauer keinen Einfluss, wie detailliert mir gewisse Szenen präsentiert werden. Schlimmstenfalls verlasse ich den Kinosaal oder betätige den AUS-Knopf der Fernbedienung. Bei der Lektüre eines Romans ist es meiner eigenen Fantasie freigestellt, wie detailreich ich mir eine Szene vorstelle. Meine Vorstellungskraft fungiert als Regisseur und kreiert die Szenerie der Handlung. Und auch hier habe ich es wortwörtlich in der Hand, kann das Buch jederzeit zuklappen und aus der Hand legen.

Vielleicht bin ich da auch sehr naiv, da gewisse Inhalte nie ihren Weg in meinen Blu-Ray-Player bzw. in mein Bücherregal finden würden: Medien, die (um bei meinen o.g. Worten zu bleiben) gewaltverherrlichende, sexistische, diskriminierende oder andere „geschmackvolle“ Darstellungen beinhalten, werden von mir schlicht und ergreifend nicht konsumiert.

Eine Trigger-Warnung bei Büchern halte ich für übertrieben: Als mündiger Leser weiß ich was mich erwartet, wenn ich ein Buch aufschlage. Da müssten die Werbung und der Klappentext zum besagten Buch schon arg nebulös und missverständlich sein, was auf mich dann schon beinah wie ein (gewollter?) Etiketten-Schwindel wirkt.

…und wie ist Eure Meinung? Trigger-Warnung bei Büchern: Ja oder Nein?


Antonia Leise von „Lauter & Leise“ hat dankenswerterweise DIE MONTAGSFRAGE: Buch-Blogger Vorstellungsrunde wiederbelebt und stellt an jedem Montag eine Frage, die Interessierte beantworten können und zum Vernetzen, Austauschen und Herumstöbern anregen soll! Ich bin gerne dabei!!!

In meinem MONTAGSFRAGE-Archiv findet Ihr Fragen & Antworten der vergangenen Wochen.

MONTAGSFRAGE #100: Welche Frage würdet ihr in Zukunft gern gestellt sehen?

Erstaunlich: Heute stellt uns Antonia die einhundertste MONTAGSFRAGE! Beinah schon einem Ritual gleich gehört die Beantwortung der MONTAGSFRAGE für meinen Wochenstart einfach dazu. Auch wenn die eine oder andere Frage mir einen Schrei der anfänglichen Hilflosigkeit entlockte und mich kurzzeitig überlegen lies, diesmal zu pausieren. Doch ich habe nicht klein bei gegeben, sondern mich der Herausforderung jeder Frage gestellt und Euch eine mehr oder weniger originelle Antwort präsentiert. In der Zwischenzeit (im Laufe der Jahre) ist sogar der Ehrgeiz in mir erwacht, eine lückenlose MONTAGSFRAGE-Bilanz vorzuweisen…

…somit ist es nicht nur Antonias 100. Frage sondern auch meine 100. Antwort!

Ich finde, zu diesem feierlichen Ereignis darf gerne auch mal eine Fanfare ertönen:


Nachdem ich nun eine Träne der Ergriffenheit von meinem Auge (dem rechten) getupft habe, lasst uns der Jubiläumsfrage zuwenden: Diesmal stellt Antonia uns eine Frage über die Fragen…!

…und auch diesmal kann/will/möchte/muss ich mich selbst zitieren:

„Liebe Antonia, ich selbst möchte keine Fragen stellen. Vielmehr genieße ich sehr den Umstand, dass mir die Fragen gestellt werden. Auch wenn subjektiv betrachtet bei jeder zweiten Frage meine Schreie durch die Hallen hallen (😉), so beantworte ich sie mit äußerster Freude: Geben die Antworten doch so einiges von meiner Persönlichkeit preis, und ich bin mir sicher, dass gerade dieser Umstand den besonderen Reiz dieser Rubrik ausmacht.

Darum: Ich wünsche mir weiterhin Fragen, die mir einen Schrei entlocken, meinen Denkkasten zum Rappeln bringen und auf gar keinem Fall „mal eben“ zu beantworten sind. Aus dem Alter, in dem mir „Ja-Nein-Vielleicht“-Fragen gestellt wurden, bin ich glücklicherweise entwachsen und nun durchaus in der Lage, komplexere Sätze zur Beantwortung zu bilden.“

Liebe Antonia, so sende ich Dir nun meinen herzlichen Dank für die vielen, tollen Fragen rund um das Buch, die Literatur und das Bloggen und freue mich sehr auf die nächsten „gemeinsamen“ Einhundert: Bei der Zweihundert lassen wir dann die Korken tüchtig knallen!

…aber vielleicht habt Ihr ja Fragen, die Ihr unbedingt beantwortet haben möchtet? Ich freue mich auf Eure Vorschläge!


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MONTAGSFRAGE #99: Wie nützlich findet ihr die Buchpreisbindung?

Für mich gilt das Buch als ein Kulturgut, und Kultur hat halt eben seinen Preis. Ich bin immer wieder erstaunt, welche Maßstäbe die Menschen ansetzen, um zu beurteilen, was ein Gut kosten darf. Ohne Aufzumucken kippt der Mensch das teuerste Motorenöl in „des Deutschen liebstes Kind“, aber das für einen Roman, an dem viele Menschen bis zu seinem Erscheinen über Jahre hart gearbeitet haben, 20 Euro verlangt wird, erhitzt die Gemüter und wird als „zu teuer“ tituliert.

Ich bin davon überzeugt, dass wir hier in Deutschland keine so bunte und vielfältige Landschaft an unabhängigen Buchhandlungen hätten, wenn es die Buchpreisbindung nicht gäbe. Gerade diese unabhängigen Buchhandlungen sichern uns Leserinnen und Lesern eine breite Palette an ganz unterschiedlichen Publikationen, bei denen neben großen Verlagen auch die kleinen Indie-Verlage ihre Nische finden, und Literatur abseits des Mainstreams mit Enthusiasmus gepflegt wird. Ohne Buchpreisbindung würden Buch-Ketten und große Online-Anbieter den Markt beherrschen, die Preis diktieren und vornehmlich die Bücher anbieten, die sich möglichst massenkompatibel verkaufen lassen.

Jetzt höre ich schon die Unken rufen „Ja, aber wenn es keine Preisbindung gäbe, dann könnten auch Geringverdiener ein Schnäppchen unter den Neuerscheinungen machen!“. Ja, könnten sie, aber tun sie’s denn auch?! Ich kann da durchaus aus eigener Erfahrung sprechen, da es auch bei mir Zeiten gab, in denen ich finanziell nicht so rosig aufgestellt war. Trotzdem hatte ich immer ausreichend Lesestoff bei mir zuhause – dank Büchereien und Bibliotheken, Bücherschränke und -flohmärkte sowie den Online-Antiquariaten. Es waren nicht immer die aktuellsten Werke (Das war mir auch gar nicht so wichtig!), aber es waren immer Werke, die meinen Interessen entsprachen. Und auch hier bei den gebrauchten Büchern gab es eine Vielfalt an Themen zu entdecken und so mancher kurioser Schatz wurde von mir wieder ans Tageslicht befördert. Wer lesen will, findet Mittel und Wege!

Ich befürchte, dass ohne die Buchpreisbindung die Diversität in der Literatur auf der Strecke bleibt.

…und wie lautet Eure Meinung? Buchpreisbindung: Ja! 🔲 Nein! 🔲 Vielleicht! 🔲 Bitte ankreuzen! 😄


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MONTAGSFRAGE #98: Kann ein Autor auch ein guter Rezensent sein?

Meine spontane Antwort: Na klar! Warum denn nicht???

„Frage nochmals gründlich lesen und erst nach dem Denken schreiben!“

Meine weniger spontane Antwort: Ja, es wäre möglich!!!

Ein Koch kann doch auch über ein Mahl, das ein anderer Koch zubereitet hat, urteilen. Als Krankenpfleger kann ich doch auch einen Verband, den eine andere Pflegefachkraft bei einem Patienten angelegt hat, beurteilen. Ja, ich kann es machen. Doch ob ich darin auch gut bin, steht auf einem ganz anderen Blatt. Denn dieses kleine Adjektiv innerhalb der Frage setzt einen anderen Schwerpunkt und generiert eine gänzlich andere Antwort.

Nur weil ich selbst in dem zu beurteilenden Metier tätig bin, bedeutet es nicht, dass ich fähig bin, eine halbwegs objektive Beurteilung abzugeben. Im Gegenteil: Sollte dies nicht der Fall sein, dann wäre es besser, sich selbst zurück bzw. wenigstens die eigene Klappe zu halten. Somit ist die Qualität einer Rezension abhängig von der jeweiligen Persönlichkeit des Autors: Kann dieser Autor sein eigenes Ego und den Wünsch nach Aufmerksamkeit für sein persönliches Oeuvre zurückstellen und selbstlos die Bühne für das Werk eines Kollegen bereiten? Und ist er in der Lage bei diesem literarischen Werk des Kollegen, die Qualitäten wohlwollend anzuerkennen und Schwächen respektvoll zu benennen? Denn dies wären die Grundvoraussetzungen für eine objektive Beurteilung – sofern ein Mensch zur Objektivität fähig ist (siehe auch MONTAGSFRAGE #47). Wenn er sich dazu in der Lage fühlt, wäre die besagte Rezension ein konstruktives Feedback eines Kollegen, aus dem der Rezensierte frische Impulse für seine zukünftige Arbeit ziehen könnte.

„Merkt man meinen Worten eigentlich an, dass ich selbst ausgebildeter Praxisanleiter für meine Berufsgruppe bin? Ich habe sozusagen meinen „Meister“ gemacht, der mich zum Ausbilden befähigt!“

Gerne möchte ich in diesem Zusammenhang zwei Namen nennen: Elke Heidenreich und Roger Willemsen. Beide sind/ waren Könner*innen der schreibenden Zunft und haben es immer verstanden, sowohl eloquent als auch taktvoll ihre Kritik zu äußern. Denn nichts anderes ist eine Rezension: eine Kritik. Leider ist in unserer heutigen Gesellschaft der Begriff „Kritik“ eher negativ behaftet. Ich habe dies nie verstanden! Für mich war die geäußerte Kritik immer auch eine Möglichkeit, mein Handeln zu hinterfragen, neu zu überdenken und zu verbessern. Ich hatte aber auch das große Glück, sehr gute Vorgesetzte bzw. (um beim Begriff aus dem Handwerk zu bleiben) Meister an meiner Seite zu haben.

Mein Credo war es seit jeher, mich immer an positive Vorbilder zu orientieren: Der Lehrling lernt von seinem Meister! Und so hoffe ich, dass in mir als Meister immer auch ein wenig vom Lehrling erhalten bleibt!

…???


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MONTAGSFRAGE #97: Ist die Zukunft der Buchmessen online?

Uih…! Und diese Frage wird jemandem gestellt, der noch nie in seinem Leben eine Buchmesse besucht hat und somit keine Vergleichsmöglichkeiten vorweisen kann.

Trotzdem habe ich da so ein Gefühl, eine Ahnung, oder vielleicht ist es auch Hoffnung: Nein! Die Zukunft der Buchmesse ist NICHT online!!!

Diese Frage kann durchaus „globaler“ gesehen werden: Wozu noch Theater, Kino, Konzerte, Lesungen etc. live anbieten? Geht doch auch alles online!

Es ist eine gruselige Vorstellung, die mir Schnappatmung beschert und sich wie „der Untergang des Abendlandes“ für mich anfühlt. Nein, ich will mir keine Theateraufführung zuhause anschauen! Nein, ich will mir keine Lesung zuhause anhören! Und auch wenn ich bisher noch nie eine Buchmesse besucht habe und vielleicht auch nie besuchen werde, gefällt mir der Gedanke, ich könnte (wenn ich wollte) sie live vor Ort besuchen.

Denn zum Besuch eines kulturellen Events gehört für mich so viel MEHR: Gerne möchte ich zur Erläuterung bei meinem Bespiel der Theateraufführung bleiben, da ich hier über die nötige Erfahrung verfüge. Dieses Beispiel lässt sich aber durchaus auch auf andere Live-Events übertragen.

Am Anfang einer Saison blättere ich in den vielen Saison-Vorschauen, entdecke spannende Stücke, die ich immer schon mal (wieder) sehen wollte und bin voller Vorfreude. Wochen vorher schaue ich dann nach einem möglichen Termin, buche die Karten und bin voller Vorfreude. Sobald die Karten bei mir eingetrudelt sind, hefte ich sie gut sichtbar an die Pin-Wand und bin voller Vorfreude. Der Termin naht, ich reserviere einen Tisch im Restaurant für ein gemütliches Essen „hinterher“ und bin voller Vorfreude. Am Tag selbst wähle ich meine Garderobe aus, putze die Schuhe auf Hochglanz, rasiere und pflege mich und bin voller Vorfreude. Wir treffen uns mit lieben Freunden, machen uns gemeinsam auf den Weg ins Theater und sind voller Vorfreude. Im Theater erwerben wir ein Programmheft, suchen zuerst das Klo und dann unsere Plätze auf und sind voller Vorfreude. Die Saaltüren schließen sich, das Licht erlischt, und die Freude kann beginnen. Die Vorstellung ist zu Ende, wir klatschen uns die Hände wund und sind voller Freude. Dann schlendern wir zum nahgelegenem Restaurant, genießen das Essen, diskutieren über das gerade Gesehene und sind voller Freude. Am nächsten Tag blättere/ lese ich im Programm, erinnere mich an einen schönen Abend und bin voller Freude. Einige Tage später treffen wir unsere Freunde, sprechen über unseren gemeinsamen Theaterbesuch und sind voller Freude…!

Online-Veranstaltungen sind durchaus „praktisch“. Aber „praktisch“ ist ein Adjektiv, das ich so ganz und gar in keinem Zusammenhang mit Kultur bringen kann.

Online würde so vieles verloren gehen oder zumindest in seiner Form reduzierter sein, wie der direkte Kontakt zu Menschen, der unmittelbare Austausch, die Atmosphäre eines einmaligen Augenblickes und ganz, ganz viel Emotionen!!!

…und könnt Ihr Euch für eine Online-Buchmesse erwärmen???


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MONTAGSFRAGE #96: Welches (Cover-)Design eines Buches hat euch in letzter Zeit besonders gefallen?

Wer wählt schon ein Buch nur aufgrund eines gelungenen Cover-Designs aus? Wir doch nicht! („Hüstel!“) Schließlich kommt es doch einzig und allein auf den Inhalt an. Gerne bemühe ich hierzu einen gelungenen Vergleich meines geschätzten Blogger-Kollegen Frank Wolf vom „reisswolfblog“:

„Wenn ich mir im Restaurant um die Ecke eine Lebensmittelvergiftung zugezogen habe,
lobe ich ja auch nicht wenigstens noch die hübsche Tischdekoration.“

Wohl wahr…!!! Aber machen wir uns nichts vor: Wir alle obliegen der Versuchung der Optik! Oder, um beim Restaurant-Beispiel zu bleiben: Wären die Tische abgeranzt, die Stühle unbequem und der Fußboden klebrig, dann könnte die Küche noch so exquisit sein, ich würde dieses Restaurant nicht besuchen.

Optimal wäre es natürlich, wenn Cover und Inhalt eine Einheit bilden, bzw. der Inhalt hält, was das Cover verspricht. Jede*r von uns reagiert da auf unterschiedliche Reiz-Merkmale, wobei viele individuelle Faktoren eine nicht unerhebliche Rolle spielen: Alter, Geldbeutel, persönliche Präferenz – um nur einige wenige zu nennen.

Als Liebhaber alter britischer Krimis reagiere ich auf Covers, auf denen ein Cottage, Landhaus oder sonstiges gediegenes Anwesen abgebildet ist. Die Verlage „Klett-Cotta“ und „DuMont“ arbeiten bei ihren Krimi-Ausgrabungen gerne nach diesem Prinzip: Zugegeben, diese Vorgehensweise ist nicht unbedingt originell, aber es funktioniert.

Der „Atlantik-Verlag“, Heimstätte von Agatha Christies Werken, ist in seiner Cover-Gestaltung deutlich kreativer. Hier stehen die Cover-Illustrationen immer im unmittelbaren Zusammenhang mit der Geschichte. So bildet die Jubiläumsausgabe zu Das fehlende Glied in der Kette: Poirots erster Fall eher die Ausnahme, da „ein Cottage, Landhaus oder sonstiges gediegenes Anwesen abgebildet ist.“ Trotzdem hat mich dieses Cover mit der reduzierten Wahl der Farben bzw. Farbabstufung sofort angesprochen. Durch diese Reduzierung wirkt das Cover – trotz der leichten Düsternis – elegant.

Bei Maigret macht Ferien von Georges Simenon war es das genaue Gegenteil: Eine sommerlich-leichte Strandidylle wird durch eine wärmende Sonne, die in den Schriftzug „Maigret“ übergeht, überstrahlt. Soll dies etwa andeuten, dass Kommissar Maigret der Sonne gleich auch die finsterste Ecke erhellt? Dazu schaukeln Boote auf dem Wasser, der Himmel ist blau, und der Strand lädt zum Flanieren ein. Ich fühlte förmlich die flirrende Atmosphäre des kleinen Städtchen Les Sables-d’Olonne, in dem die Geschichte spielt. Zudem liebe ich diesen Retro-Touch.

Bei der besonderen Ausgabe der Büchergilde Gutenberg zu „Der talentierte Mr. Ribley“ gab es auf dem Cover weder irgendwelche englischen Landhäuser noch einen Retro-Touch zu bewundern. Trotzdem fühlte ich mich von der Gestaltung angesprochen! Beim ersten Blick auf das Cover war ich eher irritiert und glaubte, verschwommen zu sehen. Schnell wurde mir jedoch bewusst, dass dieser Effekt auf die Art und Weise der Gestaltung zurückzuführen war. Alexandra Rügler hat für diesen klassischen Kriminalroman von Patricia Highsmith faszinierende Illustrationen in 3D-Optik kreiert (entsprechende Brille liegt bei), „die den Betrachter mit dem Buch interagieren lassen und so eine zweite Leseebene schaffen“ (Klappentext). Ob dies tatsächlich gelingt, werde ich zu einem späteren Zeitpunkt berichten, da ich diesen Roman noch nicht gelesen habe.

Optik + Inhalt = Einheit: Das wäre bei einem Buch natürlich das Optimum!!!

…und lasst Ihr Euch auch von ein hinreißendes Äußeres verführen, oder zählen bei Euch nur die inneren Werte???


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MONTAGSFRAGE #95: Welche kleinen Verlage kennt ihr eigentlich und mögt ihr gern?

Natürlich hat jeder von uns die Publikationen der großen Verlage im Regal stehen: Diogenes, Rowohlt, Hanser und die vielen, vielen Verlage, die sich unter dem Dach von Random House befinden, kennt wohl beinah jedes Kind, und daran ist absolut nichts Verwerfliches…! Aber es gibt auch sie, die kleinen und kleinsten Indie-Verlage, die Klassisches pflegen, Kantigem ein Forum bieten und Unbekanntem Raum geben.

Seit Herbst 2018 gibt es erst den Schweizer Kampa Verlag mit dem namensgebenden Daniel Kampa an der Spitze, der sich als Heimstätte von Georges Simenons Werke etabliert hat. Doch auch die Literaturnobelpreis-geadelte Olga Tokarczuk fand hier ihre deutschsprachige Heimat. Zudem überrascht der Verlag mich immer wieder mit ausgewählten Anthologien, schön illustrierten (Kinder-)Büchern und sowohl neu- als auch wiederentdeckten Krimis.

Antje Kunstmann und ihr Team scheinen ein feines Gespür zu besitzen, bei welchen in Vergessenheit geratenen Werken es sich lohnt, sie vom Staub der Vergangenheit zu befreien. Ihre Wiederveröffentlichungen (u.U. in neuer Übersetzung) sorgen für reichlich Gesprächsstoff. Aber auch moderne Gegenwartsliteratur ist hier zu finden, wie beispielsweise Kristof Magnusson mit seinem Roman „Ein Mann der Kunst“. Doch ich habe auch immer mit größtem Vergnügen den einen oder anderen Blick in einen der Lyrik-Bände geworfen.

„Schöne Bücher für kluge Frauen“ lautet das Motto vom Elisabeth Sandmann Verlag. Doch auch kluge Männer schätzen diesen Verlag für seine außerordentlich schönen Bildbände und die Sachbücher zu inspirierenden Themen und erfreuen sich an deren hochwertigen Aufmachung. Kluge Männer haben nämlich erkannt, dass Literatur mit feministischer Thematik eine Bereicherung darstellt.

Der kleine Bremer Donat Verlag bietet eine überraschende Bandbreite. Seit Gründung in Familienbesitz findet die/der interessierte Leser*in in diesem Verlag Werke zu Themen, die eher abseits des Mainstreams anzusiedeln sind. Autor*innen aus Bremen und „umzu“ fanden hier ihr verlegerisches Zuhause. Auch die Erzählbände der mir bekannten Autorin Ria Neumann sind hier erschienen.

Auch der Schünemann Verlag hat in Bremen seine Heimat. Neben s.g. „Bremensien“ und div. (Fach-)Zeitschriften gibt es einiges „op Platt“ zu entdecken. Aber auch die Koch- bzw. Kinderbücher mit regionalem Bezug schätze ich sehr. So habe ich mich in das Buch „Norddeutsche Sagen und Märchen“ mit Illustrationen von Julia Beutling verliebt.

Die Publikationen der Indie-Verlage bereichern die Literatur-Landschaft wie bunte Farbkleckse und sorgen so für eine enorme Themen-Vielfalt. Ich finde es absolut großartig…!

…und welche kleinen Verlage mögt Ihr???


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MONTAGSFRAGE #94: Wie wichtig sind euch Literaturpreise?

Kurz „gegoogelt“ und ich musste überrascht-erschreckt feststellen, dass es eine immense Anzahl an unterschiedlichen (sowohl nationalen als auch internationalen) Literaturpreisen gibt. Von den meisten, der dort genannten Auszeichnungen, hatte ich Banause noch nie etwas gehört. Selbstverständlich ist mir der Nobelpreis für Literatur ein Begriff, und auch der Deutsche Buchpreis und der Blockbuster Literaturpreis sind mir keine Unbekannten. Ich gönne jeder/-m Geehrten den jeweiligen Preis von Herzen. Denn (und hier zitiere ich mich selbst) Preise und Auszeichnungen sind wichtig! Sie schaffen Aufmerksamkeit, rücken die Buchbranche in den Fokus der Öffentlichkeit und würdigen die Leistungen der in der Buchbranche Tätigen. Ich bin für jedes verkaufte Buch dankbar!

In meinem Beitrag Muss ich lesen…? hatte ich mich vor einem Jahr schon zu diesem Thema geäußert.

Aber sind diese Preise auch für mich persönlich als Leser, als Kunde, als Konsument wichtig? Bestimmt einer dieser vielzähligen Literaturpreise mein Leseverhalten oder die Auswahl der von mir rezensierten Bücher? Diese Fragen kann ich alle mit einem eindeutigen „Nein!“ beantworten. Preise spielen in der Auswahl meiner Lektüre absolut keine Rolle. Ich lese, was mir gefällt. Dies kann mit Preisen überhäuft sein, ist aber nicht zwingend notwendig. Mein Vergnügen an diesem Lesestoff wird dadurch nicht beeinflusst.

Dieser Blog ist ein wunderbares Hobby für mich, und so gönne ich mir den Luxus, meine Lektüre völlig frei nach eigenem Gusto auszusuchen. Ich habe nicht den Anspruch, als möglichst intellektuell zu gelten. Ich muss nicht unter allen Umständen „nah am Puls der Zeit“ sein und somit die Werke der hippen Autor*innen/ Preisträger*innen rezensieren.

Aber ich habe durchaus den Anspruch, authentisch zu sein. Denn nur so kann ich glaubhaft und voller Überzeugung über die Lust am Lesen und die Freude am Vor-Lesen berichten…

…in der Hoffnung, dass der Funke der Begeisterung auch auf meine Leser*innen überspringt!

…und wie ist es bei Euch? Lasst Ihr Euch von Literaturpreise in Euerm Leseverhalten beeinflussen???


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MONTAGSFRAGE #93: Nehmt ihr dieses Jahr an der FBM teil?

Schon bei MONTAGSFRAGE #56 habe ich mich geoutet, dass ich bisher noch nie eine Buchmesse besucht habe,…

…und wahrscheinlich auch so schnell (unabhängig von Corona) nicht besuchen werde: Würden mich das Ambiente, das Zusammentreffen mit Autor*innen, Verlagsleuten, Blogger*innen und sonstigen Buch-Verrückten durchaus reizen, so schreckt mich das ganze nötige aber nervige Drumherum (Anreise, Unterkunft, Kosten) eher ab. Zudem löst bei mir als Migräne-Kandidat allein die Vorstellung, mich einer großen Menschenmasse mit der entsprechenden Geräuschkulisse auszusetzen, Unwohlsein aus.

Und so blieb ich bisher und bleibe auch weiterhin schön zuhause!!!

Doch in diesem Jahr ist alles anders (Wie oft habe ich diesen Satz schon geschrieben bzw. ausgesprochen?). Die Frankfurter Buchmesse geht in diesem Jahr digital(er) an den Start und bietet mir so die Möglichkeit, bequem vom heimischen PC aus – in Jogginghose und mit ausreichend Tee versorgt – teilzunehmen. Darum: Ja, in diesem Jahr werde ich an der FBM teilnehmen.

Der erste Eindruck, den ich bei einem oberflächlichen Surfen über die FBM-Seite erhielt, war schon recht vielversprechend: Ich werde sicherlich bei der ARD Buchmessenbühne oder dem blauen Sofa vorbei schauen, um den Interviews mit Autor*innen zu lauschen. Beim BOOKFEST (Wer hat nur diese denglische Wortkreation zu verantworten?) erhoffe ich mir die eine oder andere unterhaltsame Performance, und auch die Literaturszene des Ehrengastes Kanada wurde von mir bisher viel zu wenig wahrgenommen: Da gibt es mit Sicherheit eine Menge zu entdecken!

Und trotzdem: Es klingt alles ganz großartig, dass dies in unserer momentanen Situation dank der heutigen Technik möglich ist, doch…

…digitale Medien können und werden eine Live-Atmosphäre und die direkte Interaktion von Mensch zu Mensch nie ersetzten.

…und seid Ihr in diesem Jahr auch digital bei der Frankfurter Buchmesse dabei???


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MONTAGSFRAGE #92: Lese-Abos und Bücherboxen?

HIPP-HIPP-HURRA! Da bist Du ja wieder – geliebte Montagsfrage! Was habe ich Dich vermisst! …und Ihr sie doch sicher auch, oder? Nun, auch ohne sie drehte sich die Welt weiter, aber da ich ein Mensch bin, der Strukturen und Rituale mag, hat mir die montägliche Beantwortung doch so ein klitze-klitze-klitze-klitze-klitze-klein wenig gefehlt.

Antonias Auftakt-Frage auf dem Weg zur 100sten beschäftigt sich diesmal mit Lese-Abos und Bücherboxen, die seit einiger Zeit recht attraktiv zu sein scheinen. Der Ablauf ist immer recht ähnlich: Als Abonnent erhält man 1x monatlich/ 1x pro Quartal (je nach persönlicher Präferenz) ein Buch zugeschickt ohne vorher zu wissen, um welche Lektüre es sich handelt. Einige Anbieter verschicken „nur“ das pure Buch. Andere Anbieter legen mehr oder weniger attraktive „Gimmicks“ ins Paket dazu.

Bisher gab es nur zwei Anbieter, die mich eventuell in Versuchung hätten führen können:

Die Schmökerbox ist als Start-Up-Unternehmen zweier junger Leute ins Rennen gegangen, hat sich der Belletristik verschrieben und punktet mit hochwertigen „Gimmicks“, die einen direkten Bezug zur aktuellen Lektüre haben. Sie verwenden ausschließlich die Original-Publikationen der Verlage.

Mit einer vergleichbaren Aufmachung arbeitet auch der Buchclub Büchergilde Gutenberg mit seinen Abo-Boxen. Hierbei finden allerdings die Bücher in der Club-eigenen Ausstattung, die immer sehr besonders und hochwertig ist, ihren Weg zu den Leser*innen.

Die Kosten bei beiden Varianten liegen bei ca. € 40,– pro Lieferung.

So groß die Verlockung auch war, ich habe ihr widerstanden, da gerade das Nichtwissen um das, was mir da als Lektüre ins Haus flattert, mir nicht zugesagt hat. Ich bin eben nicht der literarische Abenteurer, der sich mutig auf unbekannte Seiten wagt. Ich brauche zumindest eine Ahnung davon, was mich zwischen zwei Buchdeckeln erwartet.

Nennt mich Feigling, schimpft mich Memme – ich stehe dazu, und erlaube mir diesen Anflug von Schwächlichkeit! 😂

…und wie lautet Eure Meinung: Seid Ihr Abo-Abenteurer auf den literarischen Welt-Meeren oder doch eher Sicherer-Hafen-Leser???


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