MONTAGSFRAGE #72: Was ist das älteste Buch, das ihr je gelesen habt?

Es ist nur eine schlichte Frage, und doch nicht so einfach zu beantworten.

Da könnte ich mich ganz gelassen zurücklehnen und auf die schon in der Montagsfrage der letzten Woche erwähnten Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm verweisen. Schließlich wurde deren erster Band bereits im Jahre 1812 veröffentlicht. Aber „einfach“ könnte ja jeder…! So krame ich tiefer in der Kommode meiner Erinnerung in der Hoffnung, dass nicht allzu viele Schubladen klemmen.

Vor genau hundert Jahren erblickte das Erstlingswerk einer jungen aufstrebenden Autorin das Licht der Öffentlichkeit, nichtsahnend, dass hier die zukünftige „Queen of Crime“ einen ihrer erfolgreichsten Detektive ins Rennen schickt: 1920 war das Geburtsjahr von Hercule Poirot, der mit „Das fehlende Glied in der Kette“ seinen Einstand gab. Selbstverständlich wurde vor ein paar Jahren meine wiederentdeckte Liebe zu Agatha Christie mit der Lektüre eben dieses Krimis neu entfacht.

Eine der ersten Sherlock-Holmes-Geschichten, die ich je gelesen habe, war „Der Hund von Baskerville“, die im Jahre 1902 erschienen ist und sicherlich als eine der erfolgreichsten Werke von Sir Arthur Conan Doyle gelten darf. Im Laufe der Jahre habe ich diese spannende Geschichte nicht nur unzählige Male gelesen, auch die vielfältigen Film- und TV-Adaptionen fanden mein Interesse, und sogar eine gelungene Bühnenadaption schenkte mir spannende Unterhaltung.

1977 flimmerten die ersten Folgen der Zeichentrickserie „Heidi“ über die Mattscheibe, und ich wurde ein bekennender Fan. So fand auch das literarische Vorbild von der Autorin Johanna Spyri, das beinah 100 Jahre zuvor (1879) veröffentlicht wurde, schnell Eingang in meinem Kinderzimmer. Zudem handelte es sich hierbei um die Kinderbuchausgabe meiner Mutter aus den 40er Jahren. Doch leider hat dieses Exemplar die div. Umzüge nicht überlebt!

Im September 2018 wagte ich mich doch tatsächlich an Dante Alighieris „Die göttliche Komödie“, die er erst kurz vor seinem Tod im Jahre 1321 vollendete. Dieses Werk wird gerne von mir als meine „literarische Lebensaufgabe“ bezeichnet, und damit habe ich wahrlich nicht übertrieben. Dieses Werk ist alles andere als „leichte Kost“. Ganz im Gegenteil: Es liegt eher schwer im Magen oder auf dem Magen – je nachdem, wie ich den seitenstarken Schinken bei der Lektüre positioniere.

…und welche antiken Leseschätze habt Ihr in Eurer Erinnerungskommode versteckt?


Antonia Leise von „Lauter & Leise“ hat dankenswerterweise DIE MONTAGSFRAGE: Buch-Blogger Vorstellungsrunde wiederbelebt und stellt an jedem Montag eine Frage, die Interessierte beantworten können und zum Vernetzen, Austauschen und Herumstöbern anregen soll! Ich bin gerne dabei!!!

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MONTAGSFRAGE #71: Welche Bücher mit Illustrationen im Mittelpunkt des Werkes sollten in keinem Buchregal fehlen?

Für mich – und dies ist eine rein subjektiv geprägte Äußerung – sind Illustrationen mit dem Werk in keinem Genre so eng miteinander verbunden wie bei den Märchenbüchern. (Oder kann sich irgendjemand ein Märchenbuch ohne Illustrationen vorstellen? Nein?! Na, sag ich doch!)

Märchenbücher gibt es „wie Sand am Meer“, sei es als Anthologien unterschiedlichster Ausprägung oder als Bilderbücher mit einer einzigen Märchengeschichte, und so abwechslungsreich das Angebot an Märchenbüchern ist, so vielfältig sind auch die entsprechenden Illustrationen. So findet jede*r das passende Märchenbuch nach dem persönlichen Gusto.

Für mich – und auch dies ist wieder eine rein subjektiv geprägte Äußerung – gibt es ein Märchenbuch, das von all meinen Märchenbüchern seit Jahren an erster Stelle steht: Am 1. November 1987 erschien im Diogenes-Verlag Das große Märchenbuch, das nach wie vor erhältlich ist und sich somit zu einem Dauerbrenner entwickelt hat. Auf 672 Seiten sammelte Herausgeber Christian Strich nicht nur die bekanntesten und beliebtesten Märchen von den Brüdern Grimm und Hans Christian Andersen. Er warf auch einen Blick auf die Schätze fremder Länder mit ihren Volksmärchen und gab auch weniger bekannten Märchenerzählern wie Alexander N. Afanasjew oder Joseph Jacobs Raum. So ist allein die Auswahl dieser Märchen-Anthologie schon etwas Besonderes. Was „Das große Märchenbuch“ allerdings so außergewöhnlich macht, sind die Illustrationen von Tatjana Hauptmann.

Das große Märchenbuch im Diogenes Verlag - Tatjana Hauptmann.png

Ich weiß wirklich nicht, wo/wie ich beginnen soll! Am liebsten möchte ich in einen wahren Begeisterungstaumel incl. Jubelrufe ausbrechen…! Doch ich werde versuchen, mich zu zügeln. Kurz und bündig: Tatjana Hauptmanns Illustrationen sind schlicht und ergreifend wunder-wunderschön!!!

Jedes Märchen erhält von ihr ein ganzseitiges, farbenfrohes Aquarell. Zusätzlich tummeln sich im Text und am Rand des Buches mannigfaltige Zeichnungen, die fantasievoll und detailreich die Handlung bereichern. Ihre Illustrationen sind durchaus für Kinderaugen geeignet, aber auch der erwachsene(re) Betrachter entdeckt skurrile oder pikante Einzelheiten – und dies manchmal erst beim dritten, vierten oder fünften Anschauen.

Ihre Zeichnungen weisen eine gewisse Verspieltheit auf, ohne in eine kindliche Drolligkeit abzugleiten und sind geprägt durch ihren humorvollen Blick auf das jeweilige Märchen. Tatjana Hauptmanns Illustrationen sind schlicht und ergreifend wunder-wunderschön! (Uups, das hatte ich ja schon erwähnt!) Dies ist für mich definitiv ein Werk, das in keinem Buchregal fehlen darf!

…und welchem illustrierten Werk gebt Ihr den Vorzug?


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MONTAGSFRAGE #70: Welche Autoren-Kollaboration wäre euer Traum?

„I have a dream“ Martin Luther King

Liebe Antonia! Ja, ich habe einen Traum, aber er beschäftigt sich nicht, aber auch so gar nicht, so absolut überhaupt nicht mit einer Kollaboration zwischen Autorinnen und Autoren. Ich kann mich auch nicht erinnern, jemals einen Roman gelesen zu haben, der mehrere geistige Mütter oder Väter hatte. Ich stelle mir dies auch äußerst schwierig vor: Schreiben ist für mich eine eher einsame Tätigkeit, bei der ich manchmal sehr lange an den Sätzen und ihren Konstellationen, am Aufbau, am Spannungsbogen und an den vielen weiteren Kleinigkeiten, die bei einem Text zu beachten sind, feile.

Mit Schrecken denke ich an meine Gymnasialzeit zurück, wo ich gemeinsam mit einer Kurskameradin Referate erarbeitete. Und ihr könnt meinem Wort glauben: Das war Arbeit!!! Jedes Wort musste mit ihr analysiert werden. Jede Interpretation musste mit Hinweise aus dem Text bewiesen werden. Jede Aussage musste mit Zitaten unterfüttert werden. Nach drei Stunden ermüdender Diskussion hatten wir gerade 5 lumpige Sätze auf dem Papier, für ein Referat, bei dem ein gewisser Seitenumfang vorgegeben war. Wäre ich irgendwann nicht so unendlich müde und darum kompromissbereit gewesen, hätte ich zur Gewalt geneigt! Zugegeben: Das Ergebnis konnte sich dann durchaus sehen lassen und erbrachte uns eine äußerst zufriedenstellende Note. Aber diese Note war auch wahrlich sehr hart erarbeitet!

Bei spätere Ausarbeitungen (z. Bsp. im Rahmen einer Facharbeit) unter Beteiligung mehrerer Personen habe ich immer für eine klare Abgrenzung der Themengebiete plädiert. Die jeweiligen Ergebnisse wurden dann zusammengetragen und gegenseitig korrekturgelesen, um somit Widersprüche oder übermäßige Wiederholungen auszumerzen. Es hat funktioniert, und vielleicht funktioniert es ebenso bei mehreren Autoren, die an einem Roman arbeiten…?!

Doch ich träume weiterhin nicht von einer Zusammenarbeit beispielsweise zwischen Stephen King und Rosamunde Pilcher oder zwischen Jane Austen und Heinz Erhardt oder…

…und vor allem: So schreiben sie zusammen nur ein einziges Buch, während, würde jede*r für sich alleine schreiben, zwei Romane das Licht der Öffentlichkeit erblicken!

Nun möchtet Ihr vielleicht wissen, wovon ich träume?! Tja, das wird weiterhin mein alleiniges Geheimnis bleiben! 😊

…und welche Traum-Paarung bringt Euch um Euren Schlaf?


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MONTAGSFRAGE #69: Kann ein Autor über etwas außerhalb der eigenen Erfahrung schreiben? (Und muss er es sogar?)

Antonia stellt uns diese interessante und nachdenkenswerte Frage und beantwortet sie mit einem Zitat vom wunderbaren G.K. Chesterton gleich selbst: ”Ein guter Roman verrät uns die Wahrheit über den Helden, ein schlechter über den Autor.” Chesterton schuf die kurzweiligen Father Brown-Krimis, die sich nach wie vor (auch in filmischer Variante) großer Beliebtheit erfreuen. Aber er war zu Lebzeiten – sofern bekannt – weder als Geistlicher noch als Verbrecher aktiv tätig. Montagsfrage beantwortet!

Nein, ganz so einfach mache ich es mir natürlich nicht. Wobei Chesterton ein passendes Beispiel dafür ist, dass ein Autor nicht alles selbst erlebt haben muss, um glaubhafte Charaktere und einen schlüssigen Plot zu kreieren (Wo wäre unsere Welt, wenn alle literarischen Massenmörder ein reales Vorbild hätten?). Viele Genre würde es dann in unseren Bücherregalen gar nicht oder nur recht überschaubar geben: Krimi, Fantasy, Horror, Märchen…!

Natürlich ist es durchaus von Vorteil, wenn der Autor eigene Erfahrungen – sozusagen im Sinne der Authentizität – in sein Werk einfließen lassen kann. Agatha Christie konnte auf ihre Erfahrungen, die sie während ihrer Reisen mit dem Orient-Express oder bei Ausgrabungen im Nahen Osten machen durfte, und auf ihr Wissen bzgl. Gifte, das sie sich während ihrer Tätigkeit als Krankenschwester in einer Krankenhausapotheke angeeignet hatte, zurückgreifen. Zudem nutze sie häufig reale Vorbilder zur Beschreibung von Gebäuden und Ortschaften in ihren Romanen. Auf ähnliche Erfahrungen griff auch der Schöpfer von Kommissar Maigret zurück: Als ehemaliger Journalist kannte George Simenon sowohl Paris als auch das Pariser Umland wie seine Westentasche und lies somit viel Lokalkolorit und Atmosphäre in seine Werke einfließen. Von welchen Erfahrungen die damals arbeitslose Erzieherin Joanne Rowling beim Entwurf des ersten Harry Potter-Romans gezerrt hat, wird wohl ihr alleiniges Geheimnis bleiben. Vielleicht war es für sie auch einfach „nur“ eine Flucht vor einer deprimierenden Realität. Doch sie hat uns auf wundersam-zauberhafte Art und Weise bewiesen, dass dank der Macht der Fantasie ganze Welten entstehen können, die ein weltweites Publikum über alle Generationen hinweg zum Staunen bringen.

Fazit meiner kleinen Abhandlung: Diese Frage lässt sich (zum Glück) nicht eindeutig beantworten! Ein guter Autor kann – zum Zwecke der Glaubwürdigkeit – auf eigenen Erfahrungen zurückgreifen. Ein guter Autor ist aber nicht zwingend darauf angewiesen, da er über ausreichend Talent und Fantasie verfügt, bzw. die Fähigkeit besitzt, kompetent zu recherchieren.

Somit schließt sich der Kreis, und ich möchte die heutige Montagsfrage mit dem Eingangszitat von G.K. Chesterton beenden:

”Ein guter Roman verrät uns die Wahrheit über den Helden, ein schlechter über den Autor.”

…und wie ist Eure Meinung zu diesem Thema?


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MONTAGSFRAGE #68: Liest du Bücher parallel oder nacheinander?

An diesem Montag gibt uns Antonia eine typische Buchblogger-Frage zur Beantwortung auf. Obwohl: „typisch“ – Was bedeutet das schon? Gibt es überhaupt irgendetwas, das absolut und für alle Menschen gleichermaßen zu 100% „typisch“ ist? Ist die Definition von „typisch“ nicht eher auch abhängig von den eigenen Erfahrungen und dem unmittelbaren Umfeld.

Also zurück zum Ausgangspunkt: Hier kommt meine Antwort zur heutigen Frage – unabhängig, ob sie nun typisch oder atypisch ist…!

Ich lese immer ein Buch zurzeit! Eine andere Vorgehensweise wäre für mich auch nicht möglich. Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich Menschen, die Bücher parallel lesen, bewundern soll: Es wirkt auf mich, als wären sie gehetzt und müssten ihre Zeit optimal managen!

Mehrere Bücher parallel lesen würde mich auch kolossal überfordern: Beim üppigen Handlungspersonal einiger Romane habe ich bei einem einzigen Buch schon Schwierigkeiten, mir all die Namen zu merken. Käme noch ein zweiter oder sogar dritter Roman mit entsprechenden Protagonist*innen hinzu, wäre bei mir die mentale Verwirrung vorprogrammiert. Womöglich würde ich Held ABC im falschen Roman vermuten und ihn dort vermissen. Während ich mich bei Heldin XYZ wundern würde, was sie in dieser Geschichte zu suchen hätte: War sie gestern nicht noch…?! Nee Nee, dann doch lieber alles schön der Reihe nach: Ich lese, wenn ich Lust dazu habe und konzentriere mich dann ganz und gar auf ein einziges Buch!

So versuche ich, auch möglichst eine Rezension pro Woche zu veröffentlichen! Dabei spielt natürlich auch meine zur Verfügung stehende Zeit eine wichtige Rolle: Schließlich »füttere« ich meinen Blog in meiner Freizeit, bin berufstätig und lasse mich gerne von Familie, Freunden und div. kulturellen Veranstaltungen von meinem Blog weglocken. Der Blog ist eine wunderbare Bereicherung meines Lebens, aber eben auch »nur« ein Teil davon…!

…und wie ist es bei Euch: „Multitasking“ oder „alles schön der Reihe nach“?


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MONTAGSFRAGE #67: Kochbücher oder nicht, das ist hier die Frage!

Wie war das nochmal mit den Eulen und dem Weg nach Athen? Und warum werden Perlen vor die Säue geworfen? Tja, genauso verhält es sich zwischen der heutigen Montagsfrage und mir.

Kochbücher besitze ich nicht, brauche ich nicht: Ich lasse kochen (und natürlich auch backen). Ich habe das außerordentliche Glück, für diese Tätigkeiten einen äußerst talentierten Gatten an meiner Seite zu haben. Die Küche ist sein Territorial-Gebiet, in dem ich mich höchstens unauffällig zwecks Decken des Tisches aufhalten darf.

Darum reiche ich die Frage imaginär weiter und beantworte sie stellvertretend für meinen Angetrauten. Denn wenn ich einen Blick in seine gutgefüllte Koch- und Back-Bibliothek werfe, dann kann – auch was sage ich – muss diese Frage nur positiv beantwortet werden.

Da tummeln sich die Dr. Oetker-Standardwerke neben Kochbüchern aus Afrika, Indien oder Syrien. Dort wird gelafert, gelichtert, gemälzert und neuerdings auch wieder gebiolekt. Kuchen und Torten werden blechernd gebacken oder springend in Form gebracht. Es finden sich 1001 Rezepte für das Einwecken/ Einkochen von Marmelade, Obst und Gemüse, und für die Werke rund um die Weihnachtsbäckerei gibt es sogar eine eigene Abteilung. Hinzu kommen noch die Hefte und Heftchen, die spontan am Zeitschriftenregal erstanden oder bewusst im Abonnement zugeschickt werden,…

…und das gedruckte Rezept in Wort und Bild kann durch keine App und keinen YouTube-Kanal ersetzt werden – weder optisch noch haptisch. Mein Mann bekommt immer ganz glänzende Augen, wenn er einem neuen Kochbuch habhaft wird. Einem Ritual gleich zieht er sich dann mit einem Getränk passend zur Tageszeit auf das Sofa zurück und ist für die nächste Zeit nicht ansprechbar. Irgendwann erwacht er aus diesem Trance-Zustand und berichtet mir begeistert von den vielen, tollen Rezepten, die er entdeckt und unbedingt ausprobieren möchte. Und während mein Gatte voller Enthusiasmus zum Vorratsschrank eilt, um mit Freude festzustellen, dass beinah alle benötigten Ingredienzien vorhanden sind und nur noch wenige Zutaten eingekauft werden müssen, lächele ich still vor mich hin und lassen ihn gerne gewähren. Denn schließlich habe auch ich meine kleinen Schwächen, die Begeisterung bei mir auslösen…!!!

…und gibt es unter Euch auch Kochbuch-Enthusiasten?


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MONTAGSFRAGE #66: Können Autoren in mehreren Genres brillieren?

Als ich die heutige Montagsfrage von Antonia las, hatte ich sofort einen Namen im Kopf und kann somit diese Frage kurz & knackig mit einem überzeugtem „JA!“ beantworten.

Der große, einzigartige und von mir hochverehrte Erich Kästner war ein „Hans Dampf in allen Gassen“: ob Prosa oder Lyrik, ob Kabarett oder Drehbuch, ob humorvoll oder sozialkritisch, ob für die Kleinen oder für die Großen – Kästner kann’s! (vielmehr: Er konnte es!). Dabei traf er immer den richtigen Ton, blieb aber – auch in den Kinderbüchern – seiner literarischen Linie treu und verriet nie seine Überzeugung. So war er Humorist ebenso wie Mahner von Missständen, Unterhalter ebenso wie Kritiker an der Gesellschaft. Schon vor einiger Zeit habe ich Euch hier auf meinem Blog sein Werk vorgestellt, dass ich jeder/m wärmstens ans Herz legen möchte. So verwundert es nicht, dass eines seiner Werke zur illustren Runde der Bücher meines Lebens zählt,…

…und während ich diese Zeilen schreibe, fällt mir noch ein weiterer Name ein: Finn Ole Heinrich zählt zur neuen, wilden Schriftsteller-Generation, der mit einer schlafwandlerischen Selbstsicherheit zwischen Kinder- und Erwachsenen-Literatur pendelt, mit seinen Stücken auch die Bühnen der Republik erobert, und von dem wir sicherlich noch einiges erwarten dürfen.

„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!“ Erich Kästner

…und mit den weisen Worten des großen Meisters möchte ich Euch in eine möglichst angenehme Woche entlassen.

…???


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MONTAGSFRAGE #65: Was sind deine Lesevorsätze für 2020?

Immer diese Vorsätze…! Wie vermiese ich mir einen entspannten Jahresbeginn? Ganz einfach: Ich definieren für mich „Vorsätze“, und – Schwupp! – ist es mit der Entspannung dahin.

Ich bleibe meinem etablierten Mantra „Locker bleiben!“ treu. Es ist nicht nur bzgl. meines Lese-Verhaltens nützlich sondern auch sehr universell einsetzbar. Und da bin ich auch schon bei meiner größten Herausforderung angekommen: „Locker bleiben!“ kommt mir zwar locker-luftig-leicht über die Lippen, die Umsetzung gestaltet sich für mich aber umso schwieriger. Da ich mir zu allem und jeden meine Gedanken mache (Sollte ich nicht…! Könnte ich nicht…! Hätte ich nicht…!), ist es mit der Entspannung nicht weit her. Gerne setze ich mich selbst unter Druck, erwarte zu viel von mir und bin darum kolossal unentspannt.

Dieser Zustand gilt auch für mein Lese-Verhalten, aber ich arbeite und lerne (hoffentlich)…!

Dieses „Locker bleiben!“ hat zumindest dazu geführt, dass ich aus meiner vorab getroffenen üppigen Auswahl an kommende Neuerscheinungen eine überschaubare Anzahl zusammengestrichen habe. Höchstens zwei Neuerscheinungen werden pro Monat von mir rezensiert. Ansonsten greife ich auf meinen umfassenden Stapel ungelesener Bücher zurück. Diese wunderbaren Bücher haben es mehr als verdient, endlich Aufmerksamkeit zu erhalten und gelesen zu werden.

Uuups! – Das klingt ja ganz nach einem Vorsatz für das Neue Jahr! Ich Schelm, wie konnte mir das nur passieren! 😉

…und wie gestaltet sich Euer Lese-Verhalten für 2020? „Vorsätzlich“ oder „zufällig“…?


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MONTAGSFRAGE #64: Was war dein Lesehighlight 2019?

Ein wenig könnte die heutige und somit letzte Montagsfrage in diesem Jahr als Fortsetzung der Montagsfrage #63 anmuten: Dort hatte ich schon hinreichend von literarischen Neuentdeckungen in meinem Lese-Leben berichtet, die durchaus ebenso zu meinen Lesehighlights gezählt werden können. Und doch gab es noch drei weitere Highlights innerhalb des letzten Jahres für mich, die zum Teil sehr bewusst von mir ausgewählt wurden aber mich manchmal auch sehr überraschend berührten.

Dieses Jahr war für mich geprägt durch einen intensiven Blick in meine Vergangenheit, und doch überraschten mich meine Empfindungen während der Lektüre von Mein Vater, die Dinge und der Tod. Rainer Moritz schildert darin seinen sehr persönlichen Abschied von seinem Vater. Auch in meiner Erinnerungskommode begann es zu rappeln, und ich gedachte mit Wehmut und Dankbarkeit an meinem vor über 37 Jahren verstorbenen Großvater.

Positive Vorbilder spielen in der Entwicklung bei Kindern eine immens wichtige Rolle und können prägend für die Zukunft sein. So war meine Wahl der „Lektüre zum Fest“ am Ende des Jahres in diesem Zusammenhang zwar kein bewusst gewählter aber durchaus ein nachvollziehbarer Schritt. Bei Weihnachten mit Astrid Lindgren warf ich ausdrücklich einen gewollten Blick Richtung Kindheit, sagte Lindgrens entzückenden Heldinnen und Helden guten Tag und wärmte mich an der Herzlichkeit der Geschichten.

Georges Simenons Weihnachten in Paris passte einerseits zu meinem Konzept „Lektüre zum Fest“, andererseits bin ich seit einiger Zeit dabei, diesen Autor mehr für mich zu entdecken. Doch ich hätte nie geahnt, dass sich hinter der Erzählung „Sieben Kreuzchen in einem Notizbuch“ ein kleines, literarisches Schätzchen verbirgt. Diese Geschichte begeisterte nicht nur den Krimi-Leser in mir, auch der Theaterfreund wurde angesprochen: Bei der Lektüre sah ich die Szenerie wie bei einem Schauspiel deutlich vor meinem inneren Auge und lies die handelnden Personen einem Regisseur gleich auf meiner imaginären Bühne agieren. Großartig…!

Dies war nun meine Antwort zur letzten Montagsfrage im Jahr 2019, und gleichzeitig ist es eine wunderbare Gelegenheit, mich zu bedanken: Zum einen möchte ich herzlich Antonia Leise von „Lauter & Leiser“ für ihre originellen Fragen danken, zum anderen schicke ich Euch – meinen Leserinnen & Lesern – ein dickes Dankeschön, dass Ihr mich durch dieses Jahr begleitet habt,…

…und ich wünsche uns allen einen guten Rutsch ins Neue Jahr 2020!!!

Happy New Year!


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MONTAGSFRAGE #63: Welcher Autor war deine literarische Neuentdeckung des Jahres?

„Ohje,“ dachte ich beim ersten Blick auf die heutige Montagsfrage „literarische Neuentdeckungen: gab es die für mich überhaupt? Ich lese doch immer das Gleiche…!“

Doch dann warf ich einen Blick auf meine Rezensionen und korrigierte meine vorschnell gemachte Selbst-Einschätzung: Oh, ja, es gab die eine oder andere literarische Neuentdeckung für mich. Die letzten beiden Worte sind bewusst unterstrichen: Da sind Autor*innen durchaus schon bekannt und etabliert bzw. ihre Werke sind schon seit einiger Zeit erschienen. Doch für mich waren sie unbekannt und stellten somit eine Neuentdeckung für mich dar.

Im April fiel mir das entzückende Erstlingswerk von Anne Cathrine Bomann in die Hände und schaffte auf wenigen Seiten das, was so manche andere Autor*innen seitenstark nicht schaffen: mein Herz zu berühren und mich mit einem wohligen Gefühl zu beschenken.

Im Juli steckte ich zum ersten Mal meine Nase in einen Schinken von P. G. Wodehouse und war für die nächsten Stunden hoffnungslos verloren – verloren in der aberwitzigen, respektlosen Welt von Bertram Wooster und seinem brillanten Butler Jeeves. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wann mich ein Werk zuvor in einem Zustand des hemmungslosen Kicherns versetzt hat.

Im August schaffte es Stuart Turton das Krimi-Genre nicht unbedingt neu zu erfinden, dafür aber äußerst spannend und vielschichtig neu zu interpretieren. Dieser Roman fesselte mich im wahrsten Sinne des Wortes auf meinem Sofa. Unterbrechungen der Lektüre konnte ich nur schwer ertragen, da ich unbedingt „dranbleiben“ wollte, um auch die unheilvolle Stimmung, die Turton geschickt kreiert, nicht zu zerstören.

Im Oktober widmete ich mich dann dem neusten Werk von Kathrin Aehnlich, dass sich auf besonderer Art mit dem Mauerfall und der Wende beschäftigte. Dies gelingt Aehnlich ohne Peinlichkeiten, Schuldzuweisungen und überzogenen Klischees – dafür mit Humor und einem verständnisvollen Blick auf Ost wie West.

…und so konnte ich Euch doch eine kleine, feine Auswahl meiner ganz persönlichen literarischen Neuentdeckungen präsentieren!

…und welche literarischen Überraschungen hielt das Jahr 2019 für Euch parat?


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