MONTAGSFRAGE #112: Wie geht ihr mit Rezensionsanfragen um, die uninteressant sind? Sagt ihr immer die Wahrheit und gebt zu, dass ihr kein Interesse habt?

Ja, ich bin da diplomatisch-höflich-respektvoll ehrlich!

Rezensionsanfragen erhalte ich hauptsächlich von Verlagen und Presseagenturen oder hin und wieder auch direkt von Autor*innen. Bei letzteren handelte es sich bisher hauptsächlich um Self-Publisher, die meinen Blog über den grünen Klee lobten und der Meinung waren, dass ihr Werk und meine Blog ganz wunderbar zusammenpassen würden. Schließlich hätten sie einen „young-adult-dark-fantasy-gothic-crime-thriller“ verfasst, mit dem sie „das Genre neu erfinden“ würden (Schon merkwürdig, dass da kein Verlag zugreift…!). Spätestens zu diesem Zeitpunkt „bin ich raus“ und fühle mich etwas verschaukelt: Anscheinend hat der/die/das Schreiberling meinen Blog nicht mit einem Blick gewürdigt, sonst wäre ihm aufgefallen, dass sein so genanntes bahnbrechendes Werk absolut nicht in mein Lese-Portfolio passt. Ich kann es mir dann nicht verkneifen und weise mit beinah boshaftem Vergnügen eben genau auf diesen Umstand freundlich hin.

Ob Verlage oder Presseagenturen eine Antwort auf ihre Anfrage erhalten, ist davon abhängig, ob ich direkt angesprochen werde oder die Anfrage im Rahmen eines Newsletters erfolgt. Bei einem Newsletter erspare ich mir die Mühe, eine Absage zu formulieren. Bei einer direkten Ansprache hatte ich häufig schon im Vorfeld einen regen Austausch mit dem Absender: Man „kennt“ sich halt! Darum entspricht der vorgestellte Roman (leider!) ebenso häufig durchaus meinem Interessen-Gebiet, und so kann es passieren, dass es mich in einen ebensolchen Konflikt stürzt. Allzu gerne würde ich mich mit diesem Roman beschäftigen, aber…! In diesem Fall ist eine Absage meinerseits durch einen Mangel an Zeit und weniger aufgrund mangelndem Interesse begründet. Da ich niemand bin, der Rezensionsexemplare hortet und somit seinen SuB unnötig aufbläht, muss ich mit ehrlichem Bedauern ablehnen.

…und wie lautet Eure Strategie? Offene Worte oder diplomatisches Abwimmeln??? 


Antonia Leise von „Lauter & Leise“ hat dankenswerterweise DIE MONTAGSFRAGE: Buch-Blogger Vorstellungsrunde wiederbelebt und stellt an jedem Montag eine Frage, die Interessierte beantworten können und zum Vernetzen, Austauschen und Herumstöbern anregen soll! Ich bin gerne dabei!!!

In meinem MONTAGSFRAGE-Archiv findet Ihr Fragen & Antworten der vergangenen Wochen.

MONTAGSFRAGE #111: Liest du auch Bücher, die in einem anderen Kulturkreis spielen als deinem eigenen (Fantasy & SciFi nicht mitgezählt)?

Ich lese die Frage, schaue erstmal etwas deppert aus der Wäsche und fange sofort mit dem Grübeln an: Habe ich? Habe ich nicht?

Okay, auf Fantasy und SciFi hätte ich mich eh nicht berufen können, da ich mich für diese Genre nicht interessiere. Nun lasse ich meinen Blick über die Buchreihen schweifen und finde dort hauptsächlich Werke von Autor*innen aus Deutschland, England und Amerika, durchaus aus Italien, Spanien und Frankreich, und auch die skandinavischen Ländern sind vertreten. Alles so schön europäisch…! Sollte ich deswegen ein schlechtes Gewissen habe? Nö! Ich bleibe bei meiner wiederholt getätigten Aussage und mir somit treu: Ich lese, was mir gefällt und worauf ich zum jeweiligen Zeitpunkt Lust habe.

Aber diese Aussage trifft auch auf die Werke zu, die aus Kulturkreisen stammen, die meinem eigenen eher fern sind.

Da denke ich an das kleine aber sehr intensive Büchlein Ich wollte nur Geschichten erzählen vom syrischen Poeten Rafik Schami, in dem er von seinen Anfängen im Exil-Land Deutschland berichtet und uns teilhaben lässt an seiner Liebe zu seiner Heimatstadt Damaskus.

Die Erzählungen in Was es bedeutet, wenn ein Mann aus dem Himmel fällt der nigerianischen Autorin Lesley Nneka Arimah trafen mich mit voller Wucht: In ihnen steckten gleichzeitig Kraft und Melancholie.

Die russischen Dramatiker hatten es bisher bei mir nicht leicht: In meiner Jugend wagte ich mich an den Roman „Anna Karenina“ von Leo Tolstoi, dessen Lektüre nie von mir beendet wurde. Die Sprache wirkte damals auf mich sehr schwülstig und unrealistisch. Erst in den letzten Jahren tastete ich mich wieder ganz sachte an die russische Literatur heran, und eben genau diese Sprache war es, die mich für sie gefangen nahm. In Das Adelsgut formt Iwan Turgenjew seine Sätze mit Bedacht, und in Wintergeschichten kreiert Anton Čechov Geschichten voll zarter Poesie, Witz und Schwermut.

Doch warum lese ich so wenige Werke von Autor*innen, die aus einem mir fremden Kulturkreis stammen? Ignoranz ist es ganz sicher nicht – eher Unachtsamkeit: Ein Zustand, der sich ändern lässt…!

…und welche Werke aus fernen Kulturen gibt es, die Ihr mir empfehlen könnt? 


Antonia Leise von „Lauter & Leise“ hat dankenswerterweise DIE MONTAGSFRAGE: Buch-Blogger Vorstellungsrunde wiederbelebt und stellt an jedem Montag eine Frage, die Interessierte beantworten können und zum Vernetzen, Austauschen und Herumstöbern anregen soll! Ich bin gerne dabei!!!

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MONTAGSFRAGE #110: Hast du dich schon mal ehrenamtlich im Bereich Bücher/Lesen engagiert?

Hach! Die heutige MONTAGSFRAGE ist so recht nach meinem Geschmack, und ich danke Antonia und Elli von Herzen dafür…!

Meine Antwort: Ja, habe ich! UND Ich würde/werde es immer wieder tun!

Der Hauptteil meines Vor-Leser-Lebens war „ein einziges, großes Ehrenamt“. Das begann im Jahre 2011 bei meinem damaligen Arbeitgeber, wo ich eine Lesereihe ins Leben rief, bei der Spenden für einen Snoezelenraum gesammelt wurden.

Einige Jahre später kamen auf Initiative der Buchhandlung meines Vertrauens div. Einsätze zum Bundesweiten Vorlesetag dazu: Ich stand an allen möglichen und unmöglichen öffentlichen Orten, habe den armen, ahnungslosen Passant*innen aufgelauert und ihnen vorgelesen, ob sie nun wollten oder nicht…!

Ungefähr zur selben Zeit erreichte mich von eben jenen Buchhändlerinnen meines Vertrauens die Anfrage, ob ich mir vorstellen könnte, als Jurymitglied beim Bundesweiten Vorlesewettbewerb zu fungieren. Diese Anfrage stieß bei mir auf offene Ohren: Es war mir eine Ehre! Seitdem habe ich diesen Part Jahr für Jahr mit Freude übernommen und bin sehr gespannt, ob und wie wir es in diesem Jahr umsetzen können.

Besonders die Kooperation mit „meiner“ Buchhandlung habe ich immer als absolut angenehm und unkompliziert empfunden: Da hat jemand eine Idee, und findet beim Gegenüber die erhoffte Unterstützung. So gab es kurzzeitig eine von mir initiierte Vorlesereihe für Kinder in der Buchhandlung meines Vertrauens, die leider mangels Nachfrage wieder eingestellt wurde (Vielleicht sollten wir das Konzept nochmals überarbeiten und ihm bei passender Gelegenheit eine zweite Chance gönnen!).

Aber auch schon in Schulen und Kirchengemeinden war ich als Vor-Leser zu Gast, sei es im Rahmen der Eröffnung der Schulbücherei oder bei div. Gemeindefesten. Besonders meine eigene Gemeinde profitierte reichlich von meiner Lese-Leidenschaft, u.a. bei einer großen Advents- und Weihnachtslesung in der festlich geschmückten Kirche, dessen Erlös der Restaurierung unserer Friedhofsmauer zugutekam.

Wer von Euch sich gerne einen Überblick über mein Vor-Leser-Leben verschaffen möchte, findet unter Was bisher geschah… eine Auflistung aller meiner Lesungen. Entsprechende Beweisfotos und Presse-Berichte gäbe es da auch noch zu bewundern.

Ideen?! Ideen habe ich zuhauf! So könnte ich mir durchaus Kooperationen mit der Stadtbibliothek und der Volkshochschule vorstellen. Auch schwirren einige (halbgare) Konzepte für besondere Lese-Events in meinem Kopf herum, die aber momentan nicht umsetzbar sind: Da für mich eine Lesung (wie so vieles) durch die Live-Atmosphäre und das gemeinschaftliche Erleben erst ihren vollen Zauber entfaltet, werden meine geschätzten Zuhörer*innen wohl oder übel noch einige Zeit auf eine klassische Lesung mit mir verzichten müssen.

…und habt Ihr auch schon ehrenamtlich ein Buch in die Hand genommen? 


Antonia Leise von „Lauter & Leise“ hat dankenswerterweise DIE MONTAGSFRAGE: Buch-Blogger Vorstellungsrunde wiederbelebt und stellt an jedem Montag eine Frage, die Interessierte beantworten können und zum Vernetzen, Austauschen und Herumstöbern anregen soll! Ich bin gerne dabei!!!

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MONTAGSFRAGE #109: Wann bzw. auf welcher Grundlage entscheidest du, ein Buch nicht zu Ende zu lesen? Oder quälst du dich durch jedes Buch?

Hm…! Das ist eine sehr interessante Frage, die uns Antonia aus dem Katalog der gesammelten MONTAGSFRAGEN heute schenkt. Da macht es für mich durchaus Sinn, zu definieren, was mir persönlich gefällt. Aus dem Positivum lässt sich dann spielend das Negativum ableiten. Los geht’s:

Wichtig ist mir, ob mich eine Geschichte packt und der Funke überspringt. Zudem erwarte ich auch eine gewisse Qualität im sprachlichen Ausdruck und im Erzählstiel. Da ich selbst gerne als Vor-Leser aktiv war (und hoffentlich auch bald wieder bin), schaue ich natürlich auf die (Vor-)Lesbarkeit eines Textes. Die handelnden Personen müssen mir nicht unbedingt sympathisch sein aber zu mindestens mein Interesse wecken. Wichtig ist für mich auch, wie ein Roman aufgebaut ist: Gibt es einen Spannungsbogen? Wie setzt die Autorin/ der Autor Dialoge ein? Reichen die Beschreibungen der Szenerie aus, um in meinem Kopf ein Bild zu kreieren?

Das mag nun alles sehr theoretisch, verkopft und kompliziert klingen. Ist es aber nicht! Dieser Vorgang läuft bei mir ganz automatisch und völlig mühelos im Hintergrund ab. Ich mache mir darüber keine Gedanken. Und vieles liegt auch an meinem Bauch-Gefühl, das darüber entscheidet, ob mir ein Buch gefällt!

Doch was mache ich, wenn ich mit der Lektüre begonnen habe und feststelle, dass mir das Buch nicht gefällt? …weiterlesen? …ganz sicher nicht!

Bücher, die mir nicht gefallen, lese ich nie bis zum Ende! Warum sollte ich meine kostbare Zeit mit dem Lesen von diesen Büchern verschwenden? Lesen ist für mich eine Leidenschaft (klingt abgedroschen, beschreibt es aber treffend), die mich entspannt und die Realität vergessen lässt, mich auf Reisen in fremde Länder und zu unbekannten Kulturen schickt, interessante Persönlichkeiten kennenlernen lässt, einen Blick über den eigenen Horizont hinaus wagt und eine scheinbar nie versiegende Quelle der Freude darstellt. Johann Wolfgang von Goethe sagte so treffend…

„Wer Bücher liest, schaut in die Welt und nicht bis zum Zaune.“

…und warum soll ich mir meinen Blick mit Büchern verstellen, die ich nicht mag, und mir darüber vielleicht meine Freude trüben lassen???

Nun höre ich schon die eine oder andere Stimme meiner geschätzten Mit-Blogger*innen, die – völlig zu Recht – einen Einwand haben: Was macht der passionierte Buch-Blogger, wenn er verpflichtet ist, ein Statement zu einem Werk, das ihm absolut nicht gefällt, abzugeben? Diese Verpflichtung spüre ich immer dann, wenn mir von einem Verlag oder direkt von einem/r Autor*in ein Buch zur Rezension zur Verfügung gestellt wurde. Dafür habe ich mir auch eine Strategie zurecht gelegt und auch schon entsprechend angewendet: Ich schreibe den Verlag/ die Autor*innen an und bitte, von einer Rezension von mir Abstand zu nehmen. Natürlich würde ich dies entsprechend begründen. Aber aus dieser Verpflichtung heraus das Werk trotzdem lesen UND rezensieren UND somit doppelte Zeit verschwenden…? Nö!!!

Darum gibt es bei mir vornehmlich eher wohlwollende Rezensionen, da ich die Menschen, die meinem Blog folgen, animieren möchte, dass sie LESEN – nicht, dass sie NICHT lesen! So schreie ich es viel lieber laut hinaus, wenn ein Buch für mich ganz wunderbar ist: „Unbedingt lesen, bitte!“

…und wie ist Eure Meinung? …abbrechen oder quälen bis zum bitteren Ende? 


Antonia Leise von „Lauter & Leise“ hat dankenswerterweise DIE MONTAGSFRAGE: Buch-Blogger Vorstellungsrunde wiederbelebt und stellt an jedem Montag eine Frage, die Interessierte beantworten können und zum Vernetzen, Austauschen und Herumstöbern anregen soll! Ich bin gerne dabei!!!

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MONTAGSFRAGE #108: Sind Buch-Adaptionen in der Form von Mini-Serien vielleicht besser als Buch-Adaptionen in der Form von Filmen?

In der letzten Woche war es ungewohnt still hier auf meinem Blog: Der Hauptgrund war, dass ich fiebrig-viral niedergestreckt wurde und zeitweise weder wusste, wo oben und unten ist, noch ob ich Männlein oder Weiblein bin. In der Zwischenzeit bin ich zum Glück sowohl räumlich als auch geschlechtsspezifisch wieder orientiert. Unter diesen Voraussetzungen kam es mir zupass, dass auch Antonia durch ihr Studium so sehr eingespannt war und darum in der letzten Woche die MONTAGSFRAGE ausfallen ließ. Doch nun sind wir beide wieder da: Antonia, um eine Frage zu stellen, und ich, um eben diese Frage zu beantworten!

Diesmal dreht sich die Frage um die Umsetzung einer literarischen Vorlage in eine filmische Form, und ganz spontan antworte ich mit „Es kommt darauf an…!“

Es kommt darauf an, um welche literarische Vorlage es sich handelt: Eine kleine entzückende Erzählung wie z. Bsp. „Agathe“ von Anne Cathrine Bomann auf Serienformat aufzublähen, halte ich für stark übertrieben. Ein seitenstarkes Epos wie „Die Elenden“ von Victor Hugo als Kurzfilm zu verwursten, würde dem Werk nicht ansatzweise gerecht werden.

Ergo würde ich (als Laie, der absolut keine Ahnung vom Film- und Fernseh-Business hat) die Wahl der filmischen Umsetzung abhängig machen vom Umfang der literarischen Grundlage. Doch nagelt mich jetzt bitte nicht auf diese Gleichung (viele Seiten = viel Film) fest. Im Großen und Ganzen gehe ich mit den filmischen Adaptionen literarischer Werke sehr entspannt um und bin da auch recht gnädig in meinem Urteil: Wenn’s gut gemacht ist und mich unterhält – wunderbar!

Ich bin da weiterhin ganz pragmatisch, wie ich es in meiner Antwort zur MONTAGSFRAGE #3 schon einmal erläutert habe. Buch und Film: Ich vergleiche sie nicht, da es zwei unterschiedliche Medien sind, die ebenso unterschiedliche Formen der Wahrnehmung bei mir beanspruchen.

…und wie ist Eure Meinung? Viele Seiten = viel Film? Oder darf es mit „weniger“ auch etwas „mehr“ sein? 


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MONTAGSFRAGE #107: Was sind deine Lesevorsätze für 2021?

„The same procedure as last year, Miss Sophie?“
„The same procedure as every year, James!“

So passend zur ersten MONTAGSFRAGE eines Neuen Jahres scheint dieses Zitat aus dem Silvester-Kult-Klassiker „Dinner for One“: Nun schon zum dritten Mal fragt Antonia uns nach unseren Lesevorsätzen für das gerade begonnene Jahr…!

Und auch in diesem Jahr gestaltet sich meine Antwort so wie in jedem Jahr: Ich habe keine Lesevorsätze, bzw. die, die ich evtl. hätte haben sollen können, wurden von mir schon genannt. Vorsätze mit dem Ergebnis, dass ich eine Tätigkeit öfter, länger, größer, höher, schneller, weniger und.so.weiter.und.so.fort machen sollte, hatte bei mir noch nie eine reelle Chance zu überleben. So verweise ich auf meine Lesevorsätze für 2019 und 2020.

Doch nachdem ich Antonias Beitrag zu dieser MONTAGSFRAGE gelesen hatte, stellt sich mir die überraschende Frage „Warum habe ich keine klar definierten Lesevorsätze?“. Ähnlich wie Antonia bin auch ich ein Mensch, der gerne im Voraus plant. So gibt es in meinem .LESELUST-Kalender für 2021 schon einige „feste“(!) Veröffentlichungs-Termine für Rezensionen oder Beiträge zu den Rubriken „Herzlichen Glückwunsch“, „Literarische Helden“ oder auch „Literaten im Fokus“.

Vielleicht verstecke ich mehr oder weniger unbewusst meine Vorsätze hinter dieser Vor-Planung? Ich wollte schon seit längerem mehr über Dorothy Parker erfahren, und – Schwupp! – landet sie bei „Literaten im Fokus“. Seit einiger Zeit schlummern die Kriminalromane von Friedrich Dürrenmatt in meinem Regal: In diesem Jahr jährt sich sein 100. Geburtstag, und – Schwupp! – wandert einer seiner Romane auf meinen aktuellen Bücher-Stapel. Und auch meine „All-Time Favorites“ wie Erich Kästner, Agatha Christie oder Georges Simenon stehen schon in meinem Kalender.

Obwohl: Einen winzigen Lese-Vorsatz für das Jahr 2021 habe ich nun doch. Ich möchte endlich ein Werk von Joel Dicker lesen. Viele meiner Mit-Blogger*innen sind bestimmt der Meinung, dass das schon längst überfällig wäre.

…und wie lauten Eure Vorsätze für ein möglichst literarisches Jahr?


Antonia Leise von „Lauter & Leise“ hat dankenswerterweise DIE MONTAGSFRAGE: Buch-Blogger Vorstellungsrunde wiederbelebt und stellt an jedem Montag eine Frage, die Interessierte beantworten können und zum Vernetzen, Austauschen und Herumstöbern anregen soll! Ich bin gerne dabei!!!

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MONTAGSFRAGE #106: Was war dein Lesehighlight 2020?

Nur noch einige wenige Tage und dann wird dieses Jahr endlich der Vergangenheit angehören. Nie zuvor war ich so froh, dass ein Jahr vorbei geht, wie in 2020. Aber nie zuvor hat uns ein Jahr auch so viel abverlangt wie in 2020. Was wird uns das Schicksal für das Jahr 2021 bereithalten?

Meine frühere Chefin und ich saßen am letzten Arbeitstag des Jahres gerne auf einer Tasse Kaffee zusammen und ließen gemeinsam das vergangene Jahr mit seinen vielfältigen Aufgaben, Ereignissen und Herausforderungen Revue passieren. In den ersten Jahren unserer Zusammenarbeit verabschiedeten wir uns mit dem hoffnungsvollen Satz „Im nächsten Jahr wird alles besser!“. Aber es wurde nicht unbedingt „besser“, vielmehr endwickelte sich das folgende Jahr meistens anders als gedacht. Darum änderten wir auch unseren Jahresabschluss-Satz in „Im nächsten Jahr wird alles anders!“.

Und doch wünsche ich mir für das Neue Jahr ganz unbescheiden beides: Das Jahr 2021 soll bitte „besser“ und somit „anders“ als das Jahr 2020 werden!

Was aber niemals „besser“ war, und somit auf keinen Fall „anders“ werden soll, ist meine Liebe zum Lesen. In diesem Jahr durfte ich mich an gänzlich unterschiedlichen und doch sehr besonderen Lektüren erfreuen. Zwar segelte ich durchaus auch auf bekannten Gewässern, erforschte aber ebenso unbekannteres Terrain. Bei meinem Rückblick stellte ich mit ein wenig Verwunderung fest, dass meine Lesehighlights in diesem Jahr eher „die ollen Kamellen“ waren, die entweder von mir erstmals wahrgenommen oder wiederentdeckt wurden.


Im Februar beschäftigte ich mich mit Margaret Mitchells Epos Vom Wind verweht, das in einer frischen Neu-Übersetzung erschienen ist. Dieser Klassiker fand schon Eingang in Die Bücher meines Lebens und animierte mich zu der Abhandlung Wie ein Cover die Wahrnehmung beinflusst.

Der Juli stand ganz im Zeichen von Erich Kästner und seinem Werk: Besonders das kleine Büchlein Über das Verbrennen von Büchern nahm mich gefangen. Seine Berichte u.a. über die Bücherverbrennung im Mai 1933 sind Zeugnis und Mahnung zugleich.

Im Rahmen meiner kleinen Kästner-Retrospektive beschäftigte ich mich erstmals auch mit dem Erfinder der charmanten Bildergeschichten Vater und Sohn. Erich Ohser (alias E.O. Plauen) war ein enger Freund Kästners, dessen Schicksal mich erschütterte.

An Menschen im Hotel von Vicki Baum wagte ich mich im September und erlebte eine kleine Überraschung: Ich erwartete eine in die Jahre gekommene Geschichte und entdeckte einen fesselnden Gesellschaftsroman. Mein Interesse an weiteren Werken der Autorin war geweckt…!

Im Oktober traute ich mich endlich, einen Blick in die Schmuckausgabe von Michael Endes Die unendliche Geschichte zu werfen und wurde nicht enttäuscht: Die Illustrationen von Sebastian Meschenmoser sind berauschend. Warum ich zögerte? Auch dieser Kinderbuchklassiker gehört zu Die Bücher meines Lebens.

Ebenfalls im Oktober begeisterte mich der eindrucksvolle Bildband LOVING: Männer, die sich lieben. Fotografien von 1850-1950 und berührte mein Herz. Über Jahre haben die beiden Autoren Hugh Nini und Neal Treadwell Fotos liebender Männer gesammelt, die zu einer Zeit entstanden sind, als die Gesellschaft weniger liberal eingestellt war.


So endet der Jahresrückblick mit meinen Lesehighlights doch eher hoffnungsfroh: Mit einem guten Buch als Begleiter stelle ich mich auch den Herausforderungen des Neuen Jahres.

Es gibt noch so viele wunderbare Bücher zu entdecken, und auch im Jahre 2021 werden einige weitere dazu kommen…!

…und was waren Eure Lesehighlights 2020?


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MONTAGSFRAGE #105: Social Media als Alternative zu klassischen Blogs?

Wir stecken mitten im Lockdown, der uns ungewohnte Vorgaben für das nahende Weihnachtsfest auferlegt, das sich so ins kollektive Gedächtnis brennen wird. Da freut sich die empfindsame Blogger-Seele über den noch so kleinsten Hauch von Normalität: Eine neue Woche, eine neue MONTAGSFRAGE – irgendwie ist alles beruhigend wie immer, oder? Ja, zu mindestens in der „überschaubaren“ Welt der Buch-Blogger herrscht Friede, Freude, Eierkuchen! Und dann präsentiert uns Antonia DIESE Frage, die wie eine Kampfansage daher kommt: Social Media VS. klassischer Blog! YouTube VS. WordPress! Ring frei für die erste Runde…!

Scherz beiseite! Antonia offeriert uns eine Kombination von zwei Fragen aus dem Fundus der MONTAGSFRAGE #100:

Sind Social Media Kanäle wie YouTube oder Instagram eine Alternative zum klassischen Buch-Blog, oder hat das klassische Bloggen Zukunft?

Ehrlich gesagt habe ich keinen blassen Schimmer, wohin die weitere Digitalisierung uns bringen wird. Ich wage zu behaupten, dass es für jedes Medium eine Fan-Gruppe gibt und auch weiterhin geben wird, die natürlich jeweils einen unterschiedlich großen Umfang hat – je nachdem was gerade so angesagt ist. Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass der klassische Blog gänzlich aussterben wird – zumindest nicht solange ich meinen Blog weiterhin mit Inhalt füttere.

Zu Beginn meiner „Blogger-Karriere“ habe ich mich mit den unterschiedlichen Medien beschäftigt, um für mich das passende zu finden (s.a. MONTAGSFRAGE #89). Ich war immer wieder erstaunt, mit wie viel Aufwand und mit welcher Detailverliebtheit meine Blogger-Kolleg*innen auf Instagram Fotos erstellen oder für ihren YouTube-Kanal Videos produzieren. Wie ein staunendes Kind schaue ich mir die Ergebnisse an und bin nach wie vor voller Hochachtung. Dabei sehen/sieht alle/s so verdammt gut aus! Und da scheitert es schon bei mir: Ich sehe auf Fotos nie gut aus (von Videos ganz zu schweigen), und da hilft auch kein Photoshop. Als Werbebotschafter eigne ich mich höchstens für Katzenfutter, und dort auch nur, wenn ausschließlich meine Hände zu sehen sind, die den gar köstlichen Miezen-Fraß aus der Dose ins Napf schütten.

Die unterschiedlichen Medien erfüllen die ebenso unterschiedliche Vorlieben ihrer Follower: Ich ertappe mich selbst dabei, dass ich bei einem klassischen Buch-Blogs eher dem geschriebenen Inhalt meine Aufmerksamkeit schenke, während ich bei einem Instagram-Post mehr auf die Optik achte. Beide Medien haben ihre Berechtigung! Trotzdem glaube ich, dass in unserer schnelllebigen Zeit hippe Blog-Formate, die ihre Inhalte effizient vermitteln, zunehmen werden. Da sind (laufende) Bilder natürlich deutlich wirkungsvoller als der geschriebene Text.

Doch Fossile wie ich und einige meiner Blogger-Kolleg*innen werden weiterhin dem klassischen Buch-Blog die Treue halten, und irgendwann wird es heißen:

Wir befinden uns im Jahre 2035 n.Chr. Das ganze Internet ist von Buch-Influencern besetzt…! Das ganze Internet? Nein! Eine von klassischen Buch-Bloggern bevölkerte Internetplattform hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten.

Ich tüftle schon an der Rezeptur des Zaubertranks!

…und wer möchte auch einen Schluck vom Zaubertrank probieren?


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MONTAGSFRAGE #104: Was ist dein Lieblingsgenre und warum?

Da die MONTAGSFRAGE gestern später veröffentlicht wurde, und ich zu dem Zeitpunkt schon arbeiten musste, war es mir leider nicht mehr möglich, sie zu beantworten. Aber das hole ich heute umso lieber nach…!

Als ich die Frage las, dachte ich „Hm?! Hatten wir die Frage nicht schon einmal?“. Nein, hatten wir nicht! Es gab zwar durchaus die MONTAGSFRAGE #26: Gibt es ein Genre, das du gar nicht (gern) liest?, die eine Antwort nach dem Gegenteil liefert und sozusagen „die andere Seite der Medaille“ wiederspiegelt.

Regelmäßige Leser*innen meines Blogs werden es nie erraten, welches Genre von mir favorisiert wird: „Na? Na? Kommt Ihr drauf? Nee, da kommt Ihr nie drauf. Ich verrate es Euch: Es sind die Krimis!!!“ Und schon höre ich überall und allerorten die überraschten Ausrufe „Nein, da wären wir ja nie drauf gekommen!“

Okay, das wirkt nun nicht besonders originell oder interessant und zudem auch irgendwie langweilig: „Die Prosa der Renaissance des ausgehenden 16. Jahrhunderts“ klingt da schon intellektueller und macht beim gepflegten Smalltalk während einer Cocktail-Party auch mehr her. Aufgrund diesen Umstands könnte ich durchaus meine Minderwertigkeitskomplexe pflegen oder in Depressionen verfallen, wäre es mir nicht absolut schnuppe, was andere Menschen von meinem Lieblingsgenre halten! Ich liebe Kriminalromane!

Besonders liebe ich die klassischen oder nach klassischem Muster konstruierten Krimis. Da müssen zwangsläufig Namen wir Agatha Christie, Georges Simenon und Rex Stout fallen, die so prägnante Ermittler*innen erfunden haben, dass deren Charisma bis heute (und in alle Ewigkeiten) auf die Leser*innen wirkt.

Handwerklich versiert kreierten diese Meister*innen des Fachs abwechslungsreiche Handlungen mit überraschenden Entwicklungen, bieten überzeugende (manchmal durchaus kautzige) Charaktere und ausgefeilte Dialoge. Häufig steht die Psychologie der Tat im Vordergrund und weniger die vordergründige Effekthascherei wie in s.g. Splatter-Krimis. Zudem haben die Handlungen so wunderbar wenig mit meinem Alltag gemein (zum Glück!), stellen somit eine kleine Flucht aus eben demselben dar und lassen mich sowohl persönliche Sorgen und als auch globale Pandemien vergessen.

Neben den schon genannten klassischen Autor*innen gibt es einige zeitgenössische Schriftsteller*innen, die das Erbe der gediegenen Krimi-Unterhaltung weiterhin pflegen: Alan Bradley, Colin Cotterill, Robert Galbraith (alias Joanne K. Rowling), Alex Lépic (alias Alexander Oetker) und Stuart Turton. Besonders das Erstlingswerk von Turton stellte für mich im letzten Jahr die größte Überraschung dar, und ich erwarte schon äußerst gespannt seinen nächsten kriminalistischen Coup.

Selbstverständlich liegen schon so einige Romane der genannten Autor*innen parat, um mir die kommenden Feiertage zu verschönen. Denn zwischen dem Singen von „Stille Nacht“, dem Auspacken von Geschenken und dem Knabbern an Vanille-Kipferl ist immer noch ein Plätzchen frei für einen zünftigen Mord!

…und was ist Euer Lieblingsgenre?


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MONTAGSFRAGE #103: Welches Buch läuft leider nicht so erfolgreich, wie du es ihm wünschen würdest?

Neue Woche – neues Glück – neue Montagsfrage: Ich hoffe, Ihr hattet ein gemütliches Wochenende mit einem fleißigen Nikolaus bzw. einer fleißigen Nikoläusin. „Eigentlich“ hatte ich mich bzgl. der heutigen Montagsfrage innerlich schon entspannt zurückgelehnt und erwartete ganz traditionell die Frage, die Antonia uns auch schon in den vergangenen Jahren zu dieser Zeit gestellt hat: Welches Buch gehört dieses Jahr auf jeden Fall auf die Weihnachtswunschliste? Doch diesmal präsentiert sie eine Frage aus dem Fundus, der zur MONTAGSFRAGE #100 zusammengetragen wurde und hat mich damit mehr als kalt erwischt. In der heutigen Zeit ist auch auf nix mehr verlass! (theatralisches Seufzen)

Gerade entdecke ich die Autorin Vicki Baum (1888-1960) für mich: Von Menschen im Hotel war ich sehr begeistert, und entsprechend überraschte mich Baums moderner Tonfall, mit dem ich nicht gerechnet hatte. Im Verlag Kiepenheuer & Witsch sind einige ihrer Werke noch als Taschenbuch-Ausgabe erhältlich, führen dort aber eher ein Schattendasein. Da ist es erfreulich, dass andere Verlage einen kleinen Vorstoß in Richtung Hardcover wagen: So liegt Vor Rehen wird gewarnt schon griffbereit auf meinem Couch-Tisch und wird mir die Weihnachtsfeiertage verschönen.

Natürlich darf auch eine der Jahreszeit entsprechenden Geschichte nicht fehlen. Diese kleine Geschichte fand schon häufig hier auf meinem Blog Erwähnung und gehört zum festen Repertoire meiner Advents- und Weihnachtslesungen: „Das Geschenk der Weisen“ von O. Henry. Sie hat zwar schon so einige Jahre auf dem Buckel und ist in unterschiedlichen Übersetzungen in vielzähligen Weihnachtsbüchern erschienen. Doch Obacht: Übersetzung ist nicht gleich Übersetzung. Diese Erfahrung musste ich leider allzu häufig – und somit nicht nur bei dieser Erzählung – machen. Ich persönlich kenne in der Zwischenzeit drei Übersetzungen dieser feinen und leisen Geschichte. Manchmal sind die jeweiligen Unterschiede nur gering und könnten als unerheblich eingestuft werden. Aber gerade diese minimalen Feinheiten nehmen Einfluss auf den Tonfall der Geschichte, schaffen Atmosphäre und bringen diese sprachlich zum Funkeln. So trägt die Qualität der Übersetzung eine nicht unerhebliche Rolle, ob die besagte Geschichte mein Herz berührt, und ich sie für eine meiner Lesungen auswähle.

Bei „Das Geschenk der Weisen“ von O. Henry favorisiere ich die Übersetzung von Theo Schumacher, die im NordSüd-Verlag entweder als eigenständiges Bilderbuch mit den stimmungsvollen Illustrationen von Lisbeth Zwerger oder innerhalb der Anthologie Frohe Weihnachten erschienen ist. Beide Ausführungen eignen sich hervorragend zum Verschenken – oder Ihr beschenk Euch selbst…!!! 🎁😍

…und welche literarischen Werke haben Eurer Meinung nach bisher zu wenig Aufmerksamkeit erhalten?


Antonia Leise von „Lauter & Leise“ hat dankenswerterweise DIE MONTAGSFRAGE: Buch-Blogger Vorstellungsrunde wiederbelebt und stellt an jedem Montag eine Frage, die Interessierte beantworten können und zum Vernetzen, Austauschen und Herumstöbern anregen soll! Ich bin gerne dabei!!!

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