MONTAGSFRAGE #130: Tabuthemen in der Literatur?

Ausnahmsweise erscheint meine Antwort zur „dieswöchentlichen“ MONTAGSFRAGE mit einem Tag Verspätung: Ich bitte um Entschuldigung! Doch ich kam gestern Nachmittag von der Arbeit erschöpft nach Hause, und dank der gar wunderbaren Wetterverhältnisse dröhnte der Kopf und zickte der Kreislauf,…

…zudem warf ich einen Blick auf die Frage und dachte maulig „Ach, nö…!“. Es schien mir nun nicht gerade die prädestinierteste Frage zu sein, um in einen chilligen Feierabend zu starten.

Doch natürlich werde ich mich auch dieser Frage todesmutig gegenüberstellen und sie in die Knie zwingen (oder sie mich). Tabuthemen: Wo anfangen? Wo aufhören? Erlaubt mir bitte, dass ich die Frage etwas allgemeiner beantworte.

Als erstes fiel mir der Song „Tabu“ von der wunderbaren Song-Poetin Pe Werner ein, die ich über alles verehre. Ihre Konzerte sind für mich Balsam für die Seele. Virtuos sorgt sie bei mir für „Kribbeln im Bauch“. Da lasse ich mich von ihr allzu gerne mit „Trostpflastersteine“ bewerfen – und das möglichst tonnenweise. Hach, wann wird es wieder so sein…???

Bei Hören des Songs wurde mir erneut bewusst, dass je nach Epoche, kulturellem Hintergrund, gesellschaftlichen Konventionen etc. ein Thema mal mehr, mal weniger als Tabu betrachtet werden kann. Ausdrücke, die in den 50er Jahren gang und gebe waren, wären heute undenkbar. Viele gleichgeschlechtlich Liebende der älteren Generation mussten vor gar nicht allzu langer Zeit ihre Liebe verstecken, da man sie sonst strafrechtlich verfolgt hätte. Heute können wir offen(er) zu unserer Liebe stehen.

Doch ist die Gesellschaft wirklich so viel offener? Es gibt in unserer – Ach! – so toleranten Gesellschaft doch keine Tabus mehr, oder? Ein Blick in Presse, Fernsehen und vor allem Internet lässt dies durchaus vermuten. Aber sind Themen, die genüsslich in der Öffentlichkeit zelebriert werden, automatisch frei von Tabus? Ich bin nicht der Meinung! Vielmehr habe ich den Eindruck, dass heutzutage hemmungsloser die Grenzen des guten Geschmacks überschritten werden, als es noch vor einigen Jahren der Fall war. Ich habe eher den Eindruck, dass die Medienflut eine Gesellschaft nicht zwangsläufig toleranter sondern vielmehr abgestumpfter und gleichgültiger macht, bzw. in seiner Form, wie über Themen berichtet werden, sogar eher Intoleranz fördert.

Jede und jeder hat heutzutage die Möglichkeit, sich zu produzieren und findet für sich und sein (Tabu-)Thema die entsprechende Bühne. Jede und jeder kann darüber hemmungslos zu Gericht sitzen und die Meinung unreflektiert der Öffentlichkeit preisgeben. Dabei wird häufig jenseits einer Scham agiert, und Tugenden wie Takt und Einfühlungsvermögen scheinen nicht existent. Da dies keine Welt ist, in der ich leben möchte, ergibt sich für mich ergo nur zwei Möglichkeiten darauf zu reagieren: Zum einen entziehe ich mich dieser Themen-Flut, verweigere den so genannten (selbst ernannten) Tabu-Brechern meine Aufmerksamkeit und gebe ihnen nicht die Möglichkeit weiteren Unsinn abzusondern. Andererseits ist es für mich eine Selbstverständlichkeit, mich „anders“ zu verhalten. Auch wenn es etwas altmodisch klingt, aber ich möchte Vorbild sein. Mein Wahlspruch lautet „Die Welt wird nicht besser, wenn wir Böses mit Bösem bekämpfen!“ und daran halte ich mich – auch wenn es mir manchmal sehr schwer fällt. 😏

Natürlich gibt es Themen, die seriös (!) von ihrem Tabu befreit werden sollten und müssen – unabhängig vom jeweiligen Medium. Für mich zählen solche Themen dazu, bei denen die Betroffenen durch eine Enttabuisierung deutlich an Lebensqualität gewinnen, das Verständnis füreinander geweckt und ein friedvolles Miteinander gefördert wird. Ich hoffe und wünsche, dass unsere Welt dadurch ein wenig besser wird,…

…und bis es soweit ist, lassen wir uns gemeinsam von „Tabu“ ein wenig trostpflastersteinigen – hier in einer Fassung mit der wunderbaren WDR Big Band

Bei Interesse: Hier findet Ihr meine Eindrücke zu meinem letzten Konzert von Pe Werner.

Tabus: brechen oder bewahren? Wie ist Eure Meinung…???


Antonia Leise von „Lauter & Leise“ hat dankenswerterweise DIE MONTAGSFRAGE: Buch-Blogger Vorstellungsrunde wiederbelebt und stellt an jedem Montag eine Frage, die Interessierte beantworten können und zum Vernetzen, Austauschen und Herumstöbern anregen soll! Ich bin gerne dabei!!!

In meinem MONTAGSFRAGE-Archiv findet Ihr Fragen & Antworten der vergangenen Wochen.

MONTAGSFRAGE #129: Hat sich Dein Stil beim Verfassen von Blogbeiträgen/Rezensionen über die Jahre verändert?

Na, ich hoffe doch sehr,…

…denn, wenn nicht, würde es doch bedeuten, dass ich nicht das nötige Potential vorweisen könnte, um mich weiterzuentwickeln. Und eine ständige Weiterentwicklung gehört für mich zum Menschsein einfach dazu!

Zufälligerweise habe ich mich gerade am letzten Wochenende mit „Entwicklung“ beschäftigt: Eine junge Frau hatte vor einigen Wochen über die Buchhandlung meines Vertrauens Kontakt zu mir aufgenommen. Sie hegte den Wunsch, einen eigenen Buch-Blog ins Leben zu rufen, war allerdings unsicher, welche Formalien eingehalten werden müssen, und hatte somit noch so einige Fragen. Wir telefonierten ausgiebig, und ich hoffe, dass ich sowohl ihre Fragen ausreichend beantworten als auch ihr die Unsicherheit nehmen konnte. Sie bat mich, einen kritischen Blick auf ihre erste Rezension zu werfen, die am letzten Donnerstag per Mail bei mir eintrudelte. Ich las ihre Rezension, und vieles kam mir daran äußerst bekannt vor.

Ein Schlüsselsatz meines Feedbacks war „Es ist noch kein*e Meister*in vom Himmel gefallen.“ Eine gute Rezension zu schreiben, bedarf Übung. Meine ersten Rezensionen waren weit davon entfernt, sich mit dem Prädikat „meisterlich“ zu schmücken. Meine ersten Rezensionen lassen sich eher mit „weniger ist weniger“ beschreiben: Meine „Kritiken“ waren nicht nur recht knapp ausgefallen, aus heutiger Sicht wirken sie auf mich oberflächlich, beinah nichtssagend. Warum sollte ich großartig rumschwafeln? Damals dachte ich, wenn ich schreibe, dass dieses Buch unbedingt gelesen werden muss, dann sollte es doch genügen. Nein, es genügt(e) nicht! Heute weiß ich, dass der Leser einer Rezension mehr erfahren möchte – vom literarischen Werk aber auch vom Buch-Blogger.

Dabei wäre es so einfach gewesen, hätte ich nur das, was mich bei anderen Bloggern anspricht, auch selbst beim Formulieren einer Rezension berücksichtigt. Als Leser möchte ich hinter dem Blog auch die Persönlichkeit des Bloggers erkennen. Ja, natürlich geht es in erster Linie um das zu besprechende Buch. Doch Lesen geht nicht ohne Emotionen – zumindest nicht bei mir. Bestenfalls macht die Lektüre etwas mit mir bzw. löst etwas aus, weckt Erinnerungen, bringt mich zum Weinen, langweilt, verärgert oder unterhält mich. Zudem möchte ich ergründen, welche Atmosphäre ein literarisches Werk für mich bereithält, wenn ich den Buchdeckel aufschlage und mit der Lektüre beginne. Trifft mich sein melancholischer Ton mitten ins Herz oder eher der intelligente Witz direkt in mein Humorzentrum? All das möchte ich als Leser von (m)einem Buch-Blogger erfahren. Im Umkehrschluss vermute ich, dass meine Follower eben genau dies auch von mir erfahren möchten. Und so kam es, dass ich „learning by doing“ meinen ur-eigenen Stil entwickelte, der durchaus seine Fans gefunden hat und hoffentlich auch weiterhin findet.

Am Samstag fand ich endlich die nötige Zeit für eine ausführliche Rückmeldung: Ich hoffe, meine junge Kollegin hat sich von meinen kritischen aber wohlwollenden Anmerkungen nicht entmutigen lassen, sondern diese eher als Ansporn gesehen,…

…und ich bat sie, mich über den Start ihres Blogs zu informieren, damit ich ihr erster Follower werde.

Stil: Mut zur Veränderung oder treu bleiben auf immer und ewig? Was meint Ihr…???


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MONTAGSFRAGE #128: Wie gehst Du damit um, wenn sich herausstellt, dass ein Autor, dessen Bücher Du sehr schätzt, Auffassungen äußert, mit denen Du nicht übereinstimmst?

So, Ihr Lieben, nun ist es passiert: Die Fragen wiederholen sich! Es sei denn, dass sich mir die diffizilen Unterschiede zwischen dieser Frage und 

MONTAGSFRAGE #32:
Gibt es einen Autor, den du früher sehr bewundert hast, heute aber kritischer siehst?

nicht erschließen. Aber vielleicht habe ich auch die tiefere Bedeutung der Frage #32 nicht erkannt und mir damals einfach mal wieder die Antwort in meinem Sinne kreativ hingebo… – Äh! – …interpretiert?!

Fakt ist und bleibt, dass die Antwort der Vergangenheit absolut passgenau mit der Frage der Gegenwart korrespondiert, sozusagen wie Topf und Deckel, wie Faust aufs Auge, wie A…. auf Eimer. Darum: Hier ein Selbst-Zitat…

In den 90er Jahren habe ich den Katzenkrimi „Felidae“ von Akif Pirinçci verschlungen: Ich fand ihn spannend, ungewöhnlich, beängstigend – einfach großartig. Den Rassenwahn eines Josef Mengele im überschaubaren Umfeld von Hauskatzen anzusiedeln galt für mich als Mahnmal gegen Rechts.

Ich konnte damals ja nicht ahnen, dass dies anscheinend schon ein Hinweis auf die wahre Gesinnung eines Akif Pirinçci war. Als ich seine Hassreden sah und von seinen populistischen Veröffentlichungen las, war ich entsetzt.

Dass Menschen, die es aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Biografie, ihrer sexuellen Ausrichtung etc. besser wissen müssten, sich vor den braunen Karren spannen lassen, erschüttert mich zutiefst und widerspricht meinem humanitären Menschenbild.

Entgleisungen gegen Menschenrechte, Würde, Toleranz und Demokratie entsetzen mich über alle Maßen. Da gibt es für mich auch keine Diskussionsgrundlage: Für ein solches menschenverachtendes Verhalten gibt es keine Entschuldigung! Meine Meinung dazu ist eine in mir verankerte Grundhaltung und somit die Quelle meines Handelns!

Ich hätte es nicht ertragen können, dass die Werke dieses Mannes in meinem Bücherregal neben den Werken von Rafik Schami, Astrid Lindgren oder Erich Kästner stehen.

Ich werfe keine Bücher in die Recycling-Tonne: In diesem Fall habe ich eine Ausnahme gemacht!

(Ironie an!) Oder hätte ich das Buch lieber verbrennen sollen? (Ironie aus!)

Meine Meinung zu diesem „Herren“ hat sich bis heute nicht geändert und wird sich auch nicht ändern. Selbst wenn dieses Individuum plötzlich in einen Taumel der Menschlichkeit ausbrechen und zum Vater Theresius der guten Taten mutieren würde, wäre er für mich absolut inakzeptabel. Es gibt humanitäre Werte, die sind für mich unumstößlich und nicht verhandelbar. Da kann ich nicht meine Einstellung (auch nicht als prominenter Autor) einfach ändern, indem ich sie wie das viel zitierte Fähnchen in den Wind hänge und mal Ja!, mal Nein!, mal Hüh!, mal Hot! dazu sage. Diese Werte sind keinen momentanen Launen unterworfen und dürfen nicht mit Füssen getreten werden: 

DAS MACHT MAN NICHT! BASTA!!!

…??? 


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MONTAGSFRAGE #127: Welches Buch, das fast alle Welt toll findet und lobt, findest Du selbst grottenschlecht und enttäuschend?

Ich las heute Morgen die Frage, und… Nein! Es ertönte nicht der MONTAGSFRAGE-Schrei. Vielmehr grummelte ich mir etwas verstimmt in den Bart „Hatten wir das nicht schon!?“ und dachte an die #114. Ich schloss lustlos die Seite am PC und beschäftigte mich erstmal mit anderen Dingen. Doch die Frage spukte weiter in meinem Kopf herum. Je länger ich darüber nachdachte, umso mehr fielen mir die Unterschiede zwischen #114 und #127 auf, und – trotz allem Grummeln – kam mir recht schnell ein bestimmtes Buch in den Sinn…!

In den 90er Jahren war die Zeit anscheinend reif für eine neue Rubrik in der bundesdeutschen Buchszene: Der „neue deutsche Frauenroman“ eroberte die Nachttische der vornehmlich weiblichen Leserschaft und sorgte für verzückte Seufzer in so manchen Haushalten. Doch was war passiert? Unterm Strich nicht viel…! Findige Leute im Literaturbetrieb kreierten leichte Lektüre mit einem frech-frivolen Touch, die (scheinbar) zeitgemäßer daherkam und doch weiterhin stereotype Klischees bediente.

Ich kann nicht mit Bestimmtheit sagen, ob „Das Superweib“ von Hera Lind diesen Hype im Jahre 1994 ausgelöst hat, doch dieser Roman war plötzlich in aller Hände/Haushalte/Munde. Etliche Freundinnen von mir schwärmten sich damals gegenseitig davon vor und übertrafen sich mit ihren Lobhudeleien. Das Buch wurde im Kolleginnen-Kreis weitergereicht als wäre es der momentan „heißeste Scheiß“ – ein so genanntes „Must-have“, ohne dessen Kenntnis du absolut „out“ bist.

So lieh ich mir das Buch von einer Freundin, begann zu lesen und begann zu zweifeln – an mir, an dem Geschmack meiner Freundinnen, an der Literaturszene. Was – bitteschön – sollte das sein? Wenn das der „neue deutsche Frauenroman“ war, der das Leben der Frauen von heute (also damals im Jahre 1994) abbilden soll, dann ist es zur Emanzipation noch ein langer und steiniger Weg. Ich konnte diesem Roman nichts aber auch gar nichts abgewinnen und fand ihn noch nicht einmal im Ansatz lustig. Auch der nur ein Jahr später von Sönke Wortmann mit prominenter Besetzung produzierte Kinofilm machte es nicht besser: Eine triviale Vorlage verwandelt sich nicht automatisch in ein kurzweiliges Vergnügen nur weil das Medium ein anderes ist.

Nur ein Jahr später löste „Suche impotenten Mann für Leben“ von Gaby Hauptmann eine ähnlichen Welle der Begeisterung aus. Doch dank meiner Erfahrung mit dem „Superweib“ war ich diesmal gewappnet und lies diese Welle einfach über mich hinweg schwappen…!

…und welches literarische „Kleinod“ findet Ihr grottenschlecht und sollte lieber in ebendieser verschwinden??? 


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MONTAGSFRAGE #126: Sind Euch eher ständige Handlungswendungen oder eine logische Geschichte wichtig?

Ach ja, mit der Logik ist es ja so eine Sache: Was dem einen absolut logisch erscheint, ist und bleibt für den nächsten das viel zitierte Buch mit den sieben Siegeln…! Ähnlich verhält es sich mit der Abwechslung: Der eine braucht ständig neuen Input, da für ihn Stagnation automatisch Langeweile bedeutet. Der andere ist durchaus für eine gewisse Zeit in der Lage, sich mit dem momentanen Status Quo zufrieden zu geben. Und die Literatur…?!

Die Literatur bietet für alle und jeden die passende Lektüre, denn sie ist – passend zum Pride-Monat – bunt wie das Leben: Es lebe die Vielfalt! 🌈💕🌈

Doch zurück zum Ursprung unserer heutigen MONTAGSFRAGE: Wie verhält es sich bei mir? Favorisiere ich eher Romane, in denen in schnellen Schritten die Handlung vorangetrieben wird, und bei denen ich über Logik-Fehler generös hinweg sehe? Oder empfinde ich diese schnellen Wechsel in der Handlung eher als Hetze, da Details zwangsläufig nicht ausreichend ausgearbeitet werden können, und folge lieber einer sich logisch aufbauenden Geschichte?

Darf ich mir auch beides wünschen?

Denn meine Antwort fällt wieder äußerst diplomatisch aus: Es kommt darauf an! Es kommt darauf an, welcher Intention die/der Autor*in folgt, und ob es der Geschichte dienlich ist.

Ich erinnere mich, dass Karsten Dusse in seinem Erstlingswerk Achtsam morden die Handlung mit schnellen Wechseln und Wendungen forciert, und es ihm trotzdem gelingt – im Rahmen dieser leichten Krimi-Comedy – die Gesetze der Logik nicht allzu sehr überzustrapazieren. In dieser Form machte mir die Lektüre enormen Spaß.

Bei Friedrich Christian Delius Werk Wenn die Chinesen Rügen kaufen, dann denkt an mich passiert eigentlich so gut wie nix. Handlungswendungen suchte ich vergebens: Der Protagonist schreibt sich seinen Alt-Herren-Frust in Form eines Tagebuchs von der Seele direkt in den Laptop, und meint in seiner grenzenlosen Selbstüberschätzung, dass spätere Generationen von seinen geistigen Ergüssen profitieren könnten. Nach 100 Seiten kapitulierte meine (!) Logik, und ich habe das Buch zur Seite gelegt.

Aber wenn Ihr mir nun die Pistole auf die Brust setzt, und ich mich partout entscheiden müsste, dann würde meine Wahl immer zugunsten der Logik ausfallen. Dann wäre es mir völlig egal, ob die Handlung vor lauter Wendungen nicht zur Ruhe käme oder ob sie detailreich und ausführlich aufgebaut wird, wenn dies für mich nicht logisch nachvollziehbar ist, dann war die Mühe des Autors bzw. der Autorin buchstäblich „für die Katz“!

…und wie darf Eure Lektüre sein: logisch und/oder abwechslungsreich??? 


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MONTAGSFRAGE #125: Hört Ihr Stimmen oder seht Ihr Bilder beim Lesen?

„Ich lese ein Buch, und die Handlung läuft wie ein Film vor meinem inneren Auge ab.“

Kommt Euch dieser Ausspruch nicht auch sehr bekannt vor? Ja! Mir auch, da ich ihn in der Vergangenheit durchaus selbst schon geäußert habe. Doch wenn ich genau darüber nachdenke und mir mich selbst „vor meinem inneren Auge“ während des Lesens eines Romans vorstelle, dann entspricht es nicht zu 100% der Wahrheit.

Vieles, was ich in einem Roman lese, interpretiert meine Phantasie durchaus in einer Art filmischen Erzählweise. Doch sehe ich dabei weder ein detailreiches Setting noch ein lebensechtes Handlungspersonal. Vielmehr nehme ich das Umfeld der Handlung eher als Stimmungs-Schnappschuss wahr, erspüre die Atmosphäre einer Szene und sehe sogar das Licht, in das es getaucht ist. Auch das Handlungspersonal formt sich in meinem Kopf weniger zu Personen, die real existieren könnten, als vielmehr zu den entsprechenden Typen, die zum Setting und zum Lichtdesign passen würden (Dies trifft selbst auf Romane zu, wo mir die Verfilmung bekannt ist.).

Es handelt sich hierbei bei mir um einen Stumm-Film: Ich höre beim Lesen keine Stimmen in meinem Kopf. Sollte ich eine Stimme hören, dann wäre es meine eigene. Manchmal merke ich es erst etwas später, dass ich mitten im Lesen anfange ganze Passagen laut vorzutragen. Ich ergründe dann den (Unter-)Ton in den Dialogen und versuche, die Beweggründe der handelnden Personen zu erforschen und mich in ihre Gefühlswelt hineinzuversetzen.

Ich glaube, diesen Umstand verdanke ich zwei Faktoren: Von meinem 19. bis zum 30. Lebensjahr habe ich hier in meiner Heimatstadt recht anspruchsvolles Amateur-Theater gemacht, mich in einigen recht unterschiedlichen Genres (Märchen, Schwank, Krimi, Schauspiel, musikalische Komödie) ausprobiert und konnte so in vielfältige Rollen schlüpfen. Diese Zeit war für mich sehr prägend!

Naja, und als passionierter Vor-Leser beschäftige ich mich zur Vorbereitung natürlich intensiv mit einem Text. Beim Vorlesen setze ich dann sehr bewusst meine Stimme zur Interpretation ein, um meinen Zuhörer*innen einen Zugang zum Text zu ermöglichen. Ich nehme sie sozusagen „an die Hand“, erleichtere ihnen die Auseinandersetzung mit dem Gehörten und setzte zur Unterstützung meine Gestik, Mimik und Körperhaltung ein – womit sich der Kreis zu meiner Theatertätigkeit in der Vergangenheit schließt!

P.S.: Wenn Ihr gerne erfahren möchtet, wie ich mich auf eine Lesung vorbereite, dann schaut Euch doch bitte diesen Beitrag an.

…und wie ist es bei Euch? Hört Ihr etwa auch Stimmen, und wenn ja, wie viele??? 😂


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MONTAGSFRAGE #124: Suchst Du entsprechend Deiner aktuellen Stimmungssituation gezielt nach Büchern bestimmter Genres oder Autoren?

Nein, mein MONTAGSFRAGE-Schrei ertönte diesmal nicht! Obwohl es durchaus eine Frage ist, die einen Schrei verdient hätte – oder vielmehr: Der Tag hätte einen Schrei verdient. Auch auf die Gefahr hin, frisch verheilte Wunden wieder aufzureißen oder eine alte Diskussion neu zu entfachen, doch heute ist so ein Tag, da wäre ich nicht böse gewesen, wenn die MONTAGSFRAGE ausgefallen wäre. Warum? Ich bin müde! Ich bin erschöpft! Ich bin mit der Gesamtsituation unzufrieden! Und meine Stimmung ist zudem entsprechend…!

Alles in allem also die perfekten Grundvoraussetzungen, um aus meiner aktuellen Stimmungssituation heraus diese Frage zu beantworten (…dass ich diesen inhaltlichen Haken so elegant geschlagen habe: Ich bin ein Genie! 😄). Vorab: Kann ich es mir als ambitionierter Buch-Blogger, der etliche Rezensionsexemplare auf Halde liegen hat, überhaupt erlauben, mein Leseverhalten meiner momentanen Stimmungssituation anzupassen?

Ja!

Da ich selbst bei der Wahl der Rezensionsexemplare auf eine ausgewogene Zusammenstellung achte, kann ich auch hier auf aktuelle Stimmungsschwankungen reagieren. Ein Beispiel gefällig…? Aber gerne! Aktuell liegen folgende Bücher/Hörspiele auf meinem engeren SuB:

Fabian Neidhardts „Immer noch wach“ ist meine aktuelle Lektüre, während sich „Im Wasser sind wir schwerelos“ von Tomasz Jedrowski gerade im Schlummer-Modus befindet (Die Gründe für diesen Umstand hatte ich Euch ja schon in MONTAGSRAGE #121 verraten.).

Alles andere „dazwischen“ erlaubt mir, auf meine aktuelle Stimmung Rücksicht zu nehmen: Da finde ich den klassischen Whodunit-Krimi ebenso vor wie die kurzweiligen Krimi-Erzählungen. Der eher anspruchsvolle Literatur-Klassiker ist genauso vertreten wie ein epischer Roman oder Werke, die sich mit sensiblen Themen beschäftigen.

Und sollte ich mal absolut keine Lust auf Lesen verspüren, dann werfe ich eine CD in den Player und erfreue mich an einen Hörspiel-Straßenfeger aus den guten, alten Zeiten des Radios. Ich werde mich zurücklehnen, die Augen schließen und einfach nur lauschen…!

…und sollten wirklich alle Stricke reißen, jegliche Dämme brechen, und ich drohen, in einem Gefühlsstrudel fortgerissen zu werden, dann greife ich zu meinem rettenden „Comfort“-Buch und alles wird wieder gut!

…und verratet mir doch bitte Eure Lese-Tipps passend zu den „Stimmungsschwankungen“???


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MONTAGSFRAGE #123: Gibt es Bücher, bei denen sich Eure Meinung über sie beim Nochmals-Lesen vollkommen geändert hat?

Stellt Euch bitte folgende Situation vor: Nach Jahren lest Ihr ein Buch ein zweites Mal und fragt Euch geschockt, was Euch damals so sehr an diesem Werk fasziniert hat. Irgendwas muss doch dran gewesen sein an diesem literarischen Machwerk? Doch was war es nur? Kommt Euch diese Situation irgendwie bekannt vor? Ja! Also, mir passiert dies eigentlich…

nie!

Nun könnte meine geneigte Leserschaft vermuten, dass ich als passionierter Buch-Blogger prinzipiell ein Buch immer nur einmal und dann nie wieder lese. Nein, ganz so ist es nun auch wieder nicht. Es gibt durchaus eine Fülle an literarischen Werken, die ich schon ein zweites, drittes oder sogar viertes Mal gelesen habe. Aber dass ich ein Werk nach Jahren der Abstinenz und des eigenen geistigen Reifens plötzlich strunz-dumm und duddel-daddel-doof fand, kam in diesem Ausmaße bisher nicht vor.

Okay, es gab durchaus schon eine Krimi-Reihe, die im Laufe der Jahr(zehnt)e ihren Reiz für mich verloren hatte. Ich gewann den Eindruck, dass den Kreativen die inspirierenden Ideen auszugehen schienen, worauf ich als logische Konsequenz meine Sammelleidenschaft zügelte – so geschehen mit den Katzen-Krimis von Rita Mae Brown. Aber nach wie vor stehen die ersten Abenteuer aus der Feder von Sneaky Pie und ihrer Co.-Autorin in meinem Bücherregal, und dort werden sie auch weiterhin ihre Heimstätte behalten.

Ansonsten halte ich es mit der Literatur wie mit Hosen in den Größen, die mir nicht mehr passen:

Alles hatte seine Zeit!

…und so keimte in mir auch noch nie das Bedürfnis auf, den Lese-Geschmack meines früheren Ichs zu hinterfragen!

…und wie haltet Ihr es mit Euren literarischen „Jugendsünden“???


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MONTAGSFRAGE #122: Welches Stück Literatur deiner Sammlung liegt dir besonders am Herzen?

Och, wenn ich wollte, wie ich könnte, dann wäre diese Frage mit einem freundlichen Hinweis auf meine Rubrik DIE BÜCHER MEINES LEBENS schon beantwortet. Ich würde mich entspannt vom PC entfernen, mir meinen Krimi schnappen und mich auf den sommerlichen Balkon zurückziehen. Wenn ich wollte, wie ich könnte…!

Aber ich will nicht, wie ich kann: So billig kommt Ihr mir nicht davon – und ich mir selbst auch nicht. Denn neben den in der oben genannten Rubrik schon gewürdigten Werken gibt es natürlich auch noch andere literarische Veröffentlichungen, die vielleicht keinen sehr wichtigen aber durchaus einen wichtigen Stellenwert in meiner Sammlung einnehmen.

Also: Los geht’s!

Mein schönstes Gedicht?
Ich schrieb es nicht.
Aus tiefsten Tiefen stieg es.
Ich schwieg es.

Das kleine rote Taschenbuch aus dem dtv-Verlag ist schon ziemlich abgegriffen, die Seiten sind schon nachgedunkelt, und der Einband ist abgestoßen. Es ist ein sicheres Zeichen, dass ich dieses Büchlein gerne und häufig zur Hand nahm/nehme. Ich blättere durch die Seiten, mache irgendwo halt und lese Mascha Kalékos Gedichte, die mal weise, mal kraftvoll, sehr melancholisch, dann wieder klug oder gefühlvoll mich zum Sinnieren anregen und mir so kleine Momente der Muße schenken. Und obwohl ich seit letztem Jahr die gebundene und illustrierte Ausgabe ihrer Gedichte von der Büchergilde Gutenberg besitze – auch unbedingt besitzen wollte – wandert dieses Taschenbuch weiter wie durch einen magischen Zwang immer wieder und wieder in meine Hände. Vielleicht liegt es am deutlich handlicheren Format des Taschenbuchs, vielleicht liegt es auch daran, dass ich mich bisher mit den Illustrationen der Büchergilde-Ausgabe noch nicht so richtig anfreunden konnte.

Und: Weiter geht’s!

Für mich zählt dieses Märchenbuch aus dem Diogenes-Verlag zu den schönsten Märchenbüchern der Welt – wenn nicht sogar zu dem schönsten. Natürlich liegt dies zum einen an der gelungenen Auswahl der Märchen durch Christian Strich. Doch der Hauptverdienst gebührt der großartigen Künstlerin Tatjana Hauptmann, die mit ihren Illustrationen dieses Märchenbuch schwelgerisch veredelt. Doch bevor ich mich hier wiederhole, möchte ich auf die MONTAGSFRAGE #71 verweisen, im Rahmen dessen Beantwortung ich Euch dieses Werk ausführlich vorgestellt habe.

Endspurt!

Im damaligen Schweizer Haffmans Verlag erschien im Jahre 1995 der Roman „Girl“, der meiner Meinung nach damals viel zu wenig Aufmerksamkeit erhielt: Mini-Macho Bradley Barrett wähnt sich in einem Horror-Film, als er am Tag nach seiner OP aufwacht und sich nach wie vor im Besitz seiner Weisheitszähne befindet. Doch aufgrund einer Verwechslung der OP-Unterlagen vermisst er nun sein Genital, könnte sich aber stattdessen über zwei prachtvolle Brüste freuen. Tut er aber nicht…! Doch es gibt keine Alternative, und so muss Bradley sich an ein Leben als Frau gewöhnen – ein Leben, das durchaus Vorteile mit sich bringt aber auch ebenso viele Nachteile birgt, die ihm vorher als strammer hetero Macker nicht bewusst waren. Sein erzwungener Perspektivwechsel lässt ihn an seiner früheren Männer-Rolle zweifeln…! Lange vor der momentan vorherrschenden Gender-Diskussion lieferte Autor David Thomas eine aberwitzige wie tragische Geschichte, in der er sowohl die typisch männlichen wie typisch weibliche Verhaltensweisen ironisch auf den Prüfstand stellte und so das sogenannte Geschlechtsspezifische hinterfragte…!

So: Das war’s!

…und welche literarischen Werke haben in Eurer Sammlung einen dauerhaften Platz ergattert???


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MONTAGSFRAGE #121: Welche Bücher wurden Euch mit dem Satz „Das musst du unbedingt lesen.“ empfohlen, habt Ihr aber bis jetzt noch nicht gelesen?

Vorab: Ich hoffe, Ihr hattet ein ganz und gar wunderbares Pfingstfest und wünsche Euch für die restlichen Feiertagsstunden genau eben dieses…!

Als ich die heutige MONTAGSFRAGE las, klingelte in der Hinterstube meines Denkkastens mit hellem Ton ein Glöckchen: Hatten wir diese Frage so oder so ähnlich nicht schon einmal? Nach über 120 beantworteten Fragen scheint mir dies nichts Ungewöhnliches zu sein, oder? Ein Blick in mein MONTAGSFRAGE-Archiv offenbarte mir die Frage #55 vom 14. Oktober 2019 mit dem Wortlaut Welches Buch, das man – nach allgemeiner Meinung – gelesen haben sollte, hast du noch nicht gelesen? Warum nicht?

Oberflächlich betrachtet ähneln sich die Fragen sehr, und auch die Antworten scheinen beiderseits kompatibel. Bei genauerem Hinsehen erkennt das geschulte Adlerauge durchaus differenzierte Unterscheidungsmerkmale: Während Frage #55 eher nach einem globalen Hype innerhalb des Literaturbetriebes fragt, meint die Frage #121 eher die persönliche Empfehlung von Mensch zu Mensch – unabhängig von aktuellen Bestseller-Listen. Und somit fallen selbstverständlich auch meine Antworten unterschiedlich aus…!

Schon seit einigen Jahren steht der Kriminalroman „Die Augen eines Mörders“ von Antonia Muñoz Molina bei mir im Regal und wartet darauf, von mir aus seinem Dornröschen-Schlaf geweckt zu werden. Liebe Bekannte, die schon mehrere Lesungen von mir besucht hatten und so meinen Faible für Kriminalromane kannten, überreichten mir bei einem Besuch dieses Buch als Gastgeschenk mit den Worten „Das ist der beste Krimi, den wir je gelesen haben…!“. So steht er nun in meinem Regal und wartet und wartet und wartet…! Und ich weiß noch nicht einmal, warum er schon so lange wartet, da er doch alle Zutaten vereint, die ich mir von einem guten Krimi wünsche. Wenn unsere gemeinsame Zeit endlich gekommen ist, werdet Ihr es genau hier an dieser Stelle erfahren. Versprochen…!

Anfang Februar traf bei mir über facebook eine Nachricht von der Buchhändlerin meines Vertrauens (Ja, genau die, die vor kurzem mit einem Beitrag bei mir zu Gast war!) ein: „Tolles Buch, unbedingt lesen, lass dir ein Rezi-Exemplar schicken, wenn du keins mehr bekommst, leihe ich Dir meins.“ Die Rede war von Im Wasser sind wir schwerelos von Tomasz Jedrowski, eine bittersüße Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Männern vor dem Hintergrund der politischen Verhältnisse im Polen der 80er Jahre. Ich bestellte ein Rezensionsexemplar, das mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt wurde, und begann zu lesen…! Über die ersten Seiten schien ich nur so dahin zu fliegen. Dann bahnte sich schon vor Ostern ein kleines persönliches Drama an, das sich über die weiteren zwei Wochen nach Ostern ausdehnen sollte. Mein Lesefluss wurde abrupt unterbrochen und tat sich in den Wochen danach extrem schwer, wieder in einen entspannten Flow zu geraten. Ich begann wieder mit der Lektüre des Romans und legte es nach nur wenigen Seiten wieder aus der Hand. Irgendwie war aufgrund der Anspannung der vorangegangenen Wochen meine Leselust etwas in Mitleidenschaft gezogen, und dieser Roman war leider nicht dazu geeignet, mich aus dieser Lese-Lethargie zu befreien. So legte ich ihn vorerst durchaus mit Bedauern zur Seite in der Hoffnung auf eine weitere gemeinsame Chance zu einem späteren Zeitpunkt…!

…und welche Schätzchen, die Euch wärmsten ans Herz gelegt wurden, schlummern noch so in Euren Regalen???


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