MONTAGSFRAGE #66: Können Autoren in mehreren Genres brillieren?

Als ich die heutige Montagsfrage von Antonia las, hatte ich sofort einen Namen im Kopf und kann somit diese Frage kurz & knackig mit einem überzeugtem „JA!“ beantworten.

Der große, einzigartige und von mir hochverehrte Erich Kästner war ein „Hans Dampf in allen Gassen“: ob Prosa oder Lyrik, ob Kabarett oder Drehbuch, ob humorvoll oder sozialkritisch, ob für die Kleinen oder für die Großen – Kästner kann’s! (vielmehr: Er konnte es!). Dabei traf er immer den richtigen Ton, blieb aber – auch in den Kinderbüchern – seiner literarischen Linie treu und verriet nie seine Überzeugung. So war er Humorist ebenso wie Mahner von Missständen, Unterhalter ebenso wie Kritiker an der Gesellschaft. Schon vor einiger Zeit habe ich Euch hier auf meinem Blog sein Werk vorgestellt, dass ich jeder/m wärmstens ans Herz legen möchte. So verwundert es nicht, dass eines seiner Werke zur illustren Runde der Bücher meines Lebens zählt,…

…und während ich diese Zeilen schreibe, fällt mir noch ein weiterer Name ein: Finn Ole Heinrich zählt zur neuen, wilden Schriftsteller-Generation, der mit einer schlafwandlerischen Selbstsicherheit zwischen Kinder- und Erwachsenen-Literatur pendelt, mit seinen Stücken auch die Bühnen der Republik erobert, und von dem wir sicherlich noch einiges erwarten dürfen.

„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!“ Erich Kästner

…und mit den weisen Worten des großen Meisters möchte ich Euch in eine möglichst angenehme Woche entlassen.

…???


Antonia Leise von „Lauter & Leise“ hat dankenswerterweise DIE MONTAGSFRAGE: Buch-Blogger Vorstellungsrunde wiederbelebt und stellt an jedem Montag eine Frage, die Interessierte beantworten können und zum Vernetzen, Austauschen und Herumstöbern anregen soll! Ich bin gerne dabei!!!

In meinem MONTAGSFRAGE-Archiv findet Ihr Fragen & Antworten der vergangenen Wochen.

MONTAGSFRAGE #65: Was sind deine Lesevorsätze für 2020?

Immer diese Vorsätze…! Wie vermiese ich mir einen entspannten Jahresbeginn? Ganz einfach: Ich definieren für mich „Vorsätze“, und – Schwupp! – ist es mit der Entspannung dahin.

Ich bleibe meinem etablierten Mantra „Locker bleiben!“ treu. Es ist nicht nur bzgl. meines Lese-Verhaltens nützlich sondern auch sehr universell einsetzbar. Und da bin ich auch schon bei meiner größten Herausforderung angekommen: „Locker bleiben!“ kommt mir zwar locker-luftig-leicht über die Lippen, die Umsetzung gestaltet sich für mich aber umso schwieriger. Da ich mir zu allem und jeden meine Gedanken mache (Sollte ich nicht…! Könnte ich nicht…! Hätte ich nicht…!), ist es mit der Entspannung nicht weit her. Gerne setze ich mich selbst unter Druck, erwarte zu viel von mir und bin darum kolossal unentspannt.

Dieser Zustand gilt auch für mein Lese-Verhalten, aber ich arbeite und lerne (hoffentlich)…!

Dieses „Locker bleiben!“ hat zumindest dazu geführt, dass ich aus meiner vorab getroffenen üppigen Auswahl an kommende Neuerscheinungen eine überschaubare Anzahl zusammengestrichen habe. Höchstens zwei Neuerscheinungen werden pro Monat von mir rezensiert. Ansonsten greife ich auf meinen umfassenden Stapel ungelesener Bücher zurück. Diese wunderbaren Bücher haben es mehr als verdient, endlich Aufmerksamkeit zu erhalten und gelesen zu werden.

Uuups! – Das klingt ja ganz nach einem Vorsatz für das Neue Jahr! Ich Schelm, wie konnte mir das nur passieren! 😉

…und wie gestaltet sich Euer Lese-Verhalten für 2020? „Vorsätzlich“ oder „zufällig“…?


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MONTAGSFRAGE #64: Was war dein Lesehighlight 2019?

Ein wenig könnte die heutige und somit letzte Montagsfrage in diesem Jahr als Fortsetzung der Montagsfrage #63 anmuten: Dort hatte ich schon hinreichend von literarischen Neuentdeckungen in meinem Lese-Leben berichtet, die durchaus ebenso zu meinen Lesehighlights gezählt werden können. Und doch gab es noch drei weitere Highlights innerhalb des letzten Jahres für mich, die zum Teil sehr bewusst von mir ausgewählt wurden aber mich manchmal auch sehr überraschend berührten.

Dieses Jahr war für mich geprägt durch einen intensiven Blick in meine Vergangenheit, und doch überraschten mich meine Empfindungen während der Lektüre von Mein Vater, die Dinge und der Tod. Rainer Moritz schildert darin seinen sehr persönlichen Abschied von seinem Vater. Auch in meiner Erinnerungskommode begann es zu rappeln, und ich gedachte mit Wehmut und Dankbarkeit an meinem vor über 37 Jahren verstorbenen Großvater.

Positive Vorbilder spielen in der Entwicklung bei Kindern eine immens wichtige Rolle und können prägend für die Zukunft sein. So war meine Wahl der „Lektüre zum Fest“ am Ende des Jahres in diesem Zusammenhang zwar kein bewusst gewählter aber durchaus ein nachvollziehbarer Schritt. Bei Weihnachten mit Astrid Lindgren warf ich ausdrücklich einen gewollten Blick Richtung Kindheit, sagte Lindgrens entzückenden Heldinnen und Helden guten Tag und wärmte mich an der Herzlichkeit der Geschichten.

Georges Simenons Weihnachten in Paris passte einerseits zu meinem Konzept „Lektüre zum Fest“, andererseits bin ich seit einiger Zeit dabei, diesen Autor mehr für mich zu entdecken. Doch ich hätte nie geahnt, dass sich hinter der Erzählung „Sieben Kreuzchen in einem Notizbuch“ ein kleines, literarisches Schätzchen verbirgt. Diese Geschichte begeisterte nicht nur den Krimi-Leser in mir, auch der Theaterfreund wurde angesprochen: Bei der Lektüre sah ich die Szenerie wie bei einem Schauspiel deutlich vor meinem inneren Auge und lies die handelnden Personen einem Regisseur gleich auf meiner imaginären Bühne agieren. Großartig…!

Dies war nun meine Antwort zur letzten Montagsfrage im Jahr 2019, und gleichzeitig ist es eine wunderbare Gelegenheit, mich zu bedanken: Zum einen möchte ich herzlich Antonia Leise von „Lauter & Leiser“ für ihre originellen Fragen danken, zum anderen schicke ich Euch – meinen Leserinnen & Lesern – ein dickes Dankeschön, dass Ihr mich durch dieses Jahr begleitet habt,…

…und ich wünsche uns allen einen guten Rutsch ins Neue Jahr 2020!!!

Happy New Year!


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MONTAGSFRAGE #63: Welcher Autor war deine literarische Neuentdeckung des Jahres?

„Ohje,“ dachte ich beim ersten Blick auf die heutige Montagsfrage „literarische Neuentdeckungen: gab es die für mich überhaupt? Ich lese doch immer das Gleiche…!“

Doch dann warf ich einen Blick auf meine Rezensionen und korrigierte meine vorschnell gemachte Selbst-Einschätzung: Oh, ja, es gab die eine oder andere literarische Neuentdeckung für mich. Die letzten beiden Worte sind bewusst unterstrichen: Da sind Autor*innen durchaus schon bekannt und etabliert bzw. ihre Werke sind schon seit einiger Zeit erschienen. Doch für mich waren sie unbekannt und stellten somit eine Neuentdeckung für mich dar.

Im April fiel mir das entzückende Erstlingswerk von Anne Cathrine Bomann in die Hände und schaffte auf wenigen Seiten das, was so manche andere Autor*innen seitenstark nicht schaffen: mein Herz zu berühren und mich mit einem wohligen Gefühl zu beschenken.

Im Juli steckte ich zum ersten Mal meine Nase in einen Schinken von P. G. Wodehouse und war für die nächsten Stunden hoffnungslos verloren – verloren in der aberwitzigen, respektlosen Welt von Bertram Wooster und seinem brillanten Butler Jeeves. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wann mich ein Werk zuvor in einem Zustand des hemmungslosen Kicherns versetzt hat.

Im August schaffte es Stuart Turton das Krimi-Genre nicht unbedingt neu zu erfinden, dafür aber äußerst spannend und vielschichtig neu zu interpretieren. Dieser Roman fesselte mich im wahrsten Sinne des Wortes auf meinem Sofa. Unterbrechungen der Lektüre konnte ich nur schwer ertragen, da ich unbedingt „dranbleiben“ wollte, um auch die unheilvolle Stimmung, die Turton geschickt kreiert, nicht zu zerstören.

Im Oktober widmete ich mich dann dem neusten Werk von Kathrin Aehnlich, dass sich auf besonderer Art mit dem Mauerfall und der Wende beschäftigte. Dies gelingt Aehnlich ohne Peinlichkeiten, Schuldzuweisungen und überzogenen Klischees – dafür mit Humor und einem verständnisvollen Blick auf Ost wie West.

…und so konnte ich Euch doch eine kleine, feine Auswahl meiner ganz persönlichen literarischen Neuentdeckungen präsentieren!

…und welche literarischen Überraschungen hielt das Jahr 2019 für Euch parat?


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MONTAGSFRAGE #62: Wenn ihr euch eine Sprache aussuchen könntet, in der ihr gern flüssig lesen könntet, welche wäre das?

…die Frage ist ganz einfach zu beantworten: GAR KEINE!!!

Ich bin und bleibe ein Fremdsprachen-Legastheniker: Französisch hatte ich als Schulfach schnellstmöglich abgewählt, und als beste Note in Englisch konnte ich mit einer 4 „glänzen“. Dafür hat mein Mann ein Faible für Sprachen, war als Austauschschüler in Frankreich, frischt im Frühjahr im Rahmen eines Bildungsurlaubes sein „Französisch“ auf und hatte zum Zwecke der urlaubsbedingten Völker-Verständigung auch schon Dänisch und Schwedisch gelernt. So kommt es, dass ich ihn in fremd(sprachig)en Gefilden immer vorschicke, während in der Heimat immer ich voran stürme. Aber ich vermisse auch nichts: Meine Kernkompetenzen liegen definitiv auf anderen Gebieten.

Und obwohl ich so gar nicht sprachaffin bin, finde ich es ganz wunderbar, dass es so viele unterschiedliche Sprachen gibt. Zeugt dies doch von einer immensen kulturellen Vielfalt auf unserer großen, bunten Welt.

So ziehe ich meinen imaginären Hut vor all den talentierten Übersetzer*innen, denen ich es verdanke, auch als Fremdsprachen-Legastheniker an dieser kulturellen Vielfalt teilhaben zu dürfen. Die Arbeit der Übersetzer*innen darf nicht unterschätzt werden: Tragen sie doch eine große Verantwortung am Erfolg eines literarischen Werkes im jeweiligen Land.

Als ich die erste Übersetzung von Edgar Allan Poes Gedicht „Der Rabe“ las, war ich etwas enttäuscht und fragte mich, warum dies nun eines der bekanntesten und beliebtesten Werke von Poe sein sollte. Meine Recherche ergab, dass im Laufe der Jahrzehnte mindestens 10 unterschiedliche deutsche Übersetzungen entstanden sind. So begab ich mich weiter auf die Suche nach einer Fassung, die den von mir erhofften Rhythmus von Sprache und Reime wiedergab, und fand sie glücklicherweise in der Übersetzung von Carl Theodor Eben.

Gerade beschäftige ich mich mit der ganz wunderbaren Anthologie „Nichts als Weihnachten im Kopf“ aus dem Kampa Verlag (Rezension folgt!) in der auch eine meiner liebsten Weihnachtsgeschichten „Das Geschenk der Weisen“ von O. Henry zu finden ist. Schon nach wenigen Sätzen war mir klar, dass es sich hier um eine Neu-Übersetzung (von Regina Roßbach/ 2019) handeln musste. Dabei erscheinen die Veränderungen zur älteren Übersetzung von Theo Schumacher aus dem Jahre 1994 nur marginal. Aber gerade diese kleinen Feinheiten nehmen Einfluss auf den Tonfall der Geschichte, bringen diese sprachlich zum Funkeln und würden mich somit immer die ältere Übersetzung wählen lassen,…

…und so trägt die Qualität der Übersetzung eine nicht unerhebliche Rolle, ob ich besagte Geschichte für eine meiner Lesungen auswähle, und sie mich so zu einer „flüssigen“ (den Bogen zur heutigen Montagsfrage schlagend) Interpretation animiert. 😄

…und in welcher Sprache würdet Ihr gerne Eure Lektüre genießen?


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MONTAGSFRAGE #61: Welches Buch gehört dieses Jahr unbedingt auf die Weihnachtswunschliste?

…und jährlich grüßt das Murmeltier: Irgendwie kommt mir diese Frage bekannt vor. Ein erster Blick in mein MONTAGSFRAGE-Archiv offenbarte mir, dass Antonia diese Frage bereits im letzten Jahr gestellt hatte. Ein zweiter Blick auf meine damalige Antwort zeigte mir, dass sich beide, der dort von mir genannten Bücher, nun in meinem Besitz befinden: Allerdings wurden sie mir nicht, wie erhofft und gewünscht, vom Weihnachtsmann gebracht. Es sei denn, der Weihnachtsmann hat neuerdings eine erschreckende Ähnlichkeit mit mir selbst und verteilt auch Geschenke an sich selbst!

Da ich in diesem Jahr meinen 50. Geburtstag gefeiert habe (…hatte ich, glaube ich, noch nicht erwähnt, oder?), wurden mir viele meiner Buchwünsche (incl. zwei Büchergutscheine) von meinen Liebsten zu diesem Anlass schon erfüllt. So fällt meine Wunschliste zum diesjährigen Weihnachtsfest sehr überschaubar aus…!

Ein Blick auf meine Geburtstags-Wunschliste verriet mir zudem, dass es ein Buch nicht auf meinen Gabentisch geschafft hat: Eduard von Keyserlings „Landpartie: Gesammelte Erzählungen“ (ISBN: 978-3717524762) aus dem Manesse Verlag ist wieder eines jener Bücher, um das ich regelmäßig in der Buchhandlung drum rum schleiche. „Schon viel von Keyserling gehört, bisher noch nichts gelesen“, das soll sich bitte bald ändern, lieber Weihnachtsmann!

Prinzipiell kann (Weihnachts-)man(n) mir mit Krimi-Klassikern immer eine Freude bereiten: Da ich mich seit einiger Zeit langsam aber stetig dem sowohl großen wie großartigen George Simenon nähere, dürfen gerne seine Werke in gebundener Form aus dem Kampa Verlag bzw. von Hoffmann & Campe meinen Gabentisch bereichern. Beide Verlage sind seit einiger Zeit nun gemeinsam die Heimat für Simenons Werke: Während Hoffmann & Campe sich den großen Romanen angenommen hat, ist der Kampa-Verlag das Zuhause von Kommissar Maigret. Zudem habe ich entdeckt, dass es im Diogenes Verlag den wunderbaren Bildband „Maigrets Frankreich“ (ISBN: 978-3257021288) gibt, der mich nicht nur mit Texten von George Simenon für sich einnehmen kann, sondern auch die Fotografien von Brassaï, Cartier-Bresson, Doisneau u.a. ganz ausgezeichnet den Flair der damaligen Zeit wiederspiegeln.

So, lieba Weihnachtsmann, nu weißte Bescheid, nich?!

Und sollte der Weihnachtsmann sich wider Erwarten verweigern, habe ich zum Glück noch meine Büchergutscheine!!!

…und habt Ihr Euren Wunschzettel zum Fest schon geschrieben?


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MONTAGSFRAGE #60: Empfehlenswertes Buch mit Tier?

Liebe Antonia! Ein Hoch auf Deine Großzügigkeit: Du bist da ja glücklicherweise sehr entspannt, was die Auslegung dieser Frage anbelangt, d.h. von „Animal Farm“ bis „irgendwo in der Handlung zwitscherte mal ein Vögelchen“ ist alles erlaubt. 😸

Ich habe früher mit großer Begeisterung die Katzenkrimis von Rita Mae Brown (mit Co.-Autorin Sneaky Pie Brown) verschlungen: Katzendame Mrs Murphy löst zusammen mit der tatkräftigen Unterstützung vom Welsh Corgi Tee Tucker so manches Verbrechen, das ursprünglich hinter der beschaulichen Fassade von Crozet, einer Kleinstadt in Virginia, im Verborgenen bleiben sollte. In den ersten Bänden dieser Reihe habe ich besonders die Personenzeichnung sehr geliebt: In Crozet versammelt sich eine illustre Schar gar außergewöhnlicher Charaktere. Leider beschlich mich im Laufe der Jahre das Gefühl, dass sich die Serie ein wenig „totgelaufen“ hatte und somit von seiner persönlichen Note und seinem Charme einbüßte. 😿

Besonders in den Kinder- und Jugendbüchern tummelt sich gar außergewöhnliches Getier, dem ich mit so mancher Rezensionen auch schon ausgiebig gehuldigt habe. Darum möchte ich an dieser Stelle dezent auf eben jene Rezensionen mit Herr Eichhorn, Hund Hugo, Kommissar Gordon und Kater Harry verweisen. Trotzdem muss ich ein Tier aus dieser bemerkenswerten Reihe hervorheben: Das Tagebuch einer Killerkatze von Anne Fine hat mir und meinen Zuhörer*innen bei so mancher Gelegenheit (=Lesung) schon eine immense Freude bereitet. 😹

Im Mai diesen Jahres stolperte ich über ein kleines Büchlein: Heinz und sein Herrl von Eva Woska-Nimmervoll. Bei uns war es eher Liebe auf dem 2. Blick, da ich mich anfangs mit der spröden Geschichte etwas schwertat. Aber mit Geschichten ist es wie mit den Menschen: Einige haben eine zweite Chance verdient.  😼

Dass Elke Heidenreich eine große Tierfreundin ist, hat sie mit Nero Corleone, „Nurejews Hund“ und „Am Südpol, denkt man, ist es heiß“ hinreichend unter Beweis gestellt. Doch besonders nun zur Advents- und Weihnachtszeit möchte ich Euch gerne ihre Geschichte „Erika – oder der verborgene Sinn des Lebens“ ans Herz lesen (auch wenn es sich bei Erika um ein Plüsch-Tier handelt). Ich hatte vor einigen Jahren im Konzerthaus „Die Glocke“ in Bremen das außerordentliche Vergnügen, die Autorin persönlich beim Vortrag dieser entzückende Geschichte erleben zu dürfen – mit musikalischer Unterstützung durch das Bremer Kaffeehaus Orchester. …ein Genuss! 😻

…und welche mauzenden, bellenden oder zwitschernden Werke würdet Ihr mir empfehlen?


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MONTAGSFRAGE #59: Welches Buch ist eher unbekannt, sollte aber ein Klassiker sein?

Auch in dieser Woche beschenkt Antonia mich wieder mit einer sehr interessanten Frage…!

…und wie so oft, weiß ich nicht, wie und wo ich beginnen soll…! Nichtsdestotrotz: Frisch ans Werk!

Unbekannt sind sie nicht, aber der ganz große Hype ist (zum Glück) auch ausgeblieben: Schon bevor Sebastian Meschenmoser die Schmuckausgabe von „Die unendliche Geschichte“ zum 40-jährigen Jubiläum illustrierte, war er als Grafiker und Autor in Personalunion aktiv und hat mich mit seiner kleinen Bilderbuch-Serie rund um das Eichhörnchen-Männchen Herr Eichhorn begeistert und entzückt. Mit feinen Strichen und wenigen Farben zeichnete er die Welt dieses putzigen Kerls und behandelte Themen wie Freundschaft, Liebe und Glück aber auch Naturphänomene wie der Mond und der Schnee. In Herrn Eichhorns Kosmos leben die Tiere einträchtig miteinander, sodass ein Bär, ein Igel und ein Eichhörnchen durchaus befreundet sein können. Die Botschaften schleichen sich unspektakulär aber mit sehr viel Wärme in die Herzen der Betrachter und hinterlassen ein wohlig-angenehmes Gefühl. Da Illustrationen und Texte eine Einheit bilden, sind diese Bücher weniger zum klassischen Vorlesen als vielmehr zu gemeinsamen Betrachten UND Lesen geeignet. Die herzerwärmenden Geschichten von Herrn Eichhorn sind für mich ein potentieller Anwärter, um als moderner Klassiker aufs Kinderbuchregal einzuziehen.

Auch finde ich, dass Elke Heidenreich mit ihren früheren Erzähl-Bänden es verdienen würde, irgendwann in den Olymp der Klassiker aufzusteigen. Heidenreich ist eine Meisterin der Erzählung, die es versteht, Witz und Melancholie mit einer genauen Beobachtungsgabe für menschliche Schwächen zu kombinieren: manches wirkt schnoddrig-lakonisch, anderes feinsinnig-empathisch. Sie erklärt nicht, warum „etwas“ so ist, sondern stellt fest, dass „etwas“ so ist! Ihre Protagonist*innen sind häufig an einem Wendepunkt in ihrem Leben angekommen, wo oftmals eine scheinbar unbedeutend wirkende Entscheidung, immensen Einfluss auf den Lauf des weiteren Lebens nimmt. Heidenreichs Geschichten eignen sich ganz hervorragend zum gegenseitigen Vorlesen mit einem lieben Menschen (Kuscheldecke und einem Gläschen Wein inklusive…): Ich habe es erprobt und für „sehr gut“ befunden!

So habe ich nun gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Ich habe die Montagsfrage beantwortet und gleichzeitig Werbung für das Vor-Lesen gemacht. Schließlich findet am kommenden Freitag zum 16. Mal der Bundesweite Vorlesetag statt.

…und welche Werke sollten Eurer Meinung in die illustre Runde der Klassiker einziehen?


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MONTAGSFRAGE #58: Gab es dieses Jahr eine von dir erwartete Neuerscheinung, die dich enttäuscht hat?

Enttäuschung! – so eine mächtige Empfindung, die so manches Mal allein(be)herrschend ist und Körper, Geist und Seele vereinnahmen kann.

Aber: Nein! Enttäuscht wurde ich nicht. Enttäuscht kann ich nur werden, wenn ich einem Roman ungeduldig entgegenfiebere, kaum den Erscheinungstermin abwarten kann und in der Nacht zuvor vor lauter Vorfreude nicht in den Schlaf komme. So einen Roman gab es in diesem Jahr (leider!) für mich nicht!

Es gab Neuerscheinungen, die haben meine in ihnen gesetzten Erwartungen nicht nur erfüllt sondern sogar übertroffen: Zum einen wäre hier die gar wunderbare, warmherzige Familiengeschichte Rückwärtswalzer von Vea Kaiser zu nennen. Auch das Krimi-Debüt von Stuart Turton Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle hat mich vor Spannung über Stunden ans Sofa „gefesselt“.

Dafür gab es so einige Überraschungen, die mir so manches Mal eher unvermittelt begegnet sind: Der zarte Roman Agathe von Anne Cathrine Bomann hat mich ebenso sehr berührt wie die äußerst persönliche Geschichte von Rainer Moritz Mein Vater, die Dinge und der Tod.

Natürlich gab es auch Romane von denen ich mir im Vorfeld (aufgrund der Vorschusslorbeeren für den Autor, vollmundiger Verlagsankündigungen oder eines verlockenden Plots etc.) mehr erwartet hätte: Bei Susanne Scholls Die Damen des Hauses hatte ich das Gefühl, dass hier Chancen vertan wurden. Wenn die Chinesen Rügen kaufen, dann denkt an mich von Friedrich Christian Delius war mir schlicht und ergreifend „zu hoch“! Aber haben mich diese beiden Bücher nun enttäuscht? Im Sinne der oben genannten Definition: Nein!

Dafür gab es von mir nun schon Anfang November einen kleinen, feinen Rückblick auf mein Lese-Jahr: Ohje! Was schreibe ich nur, sollte Antonia am Ende des Jahres die offizielle Frage zu diesem Thema stellen???

…und über welche Enttäuschungen musstet Ihr hinwegkommen?


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MONTAGSFRAGE #57: Wie sehen sich Blogger im Vergleich zu professionellen Literaturkritikern?

Eine sehr interessante Frage…! Auch wieder eine Frage über deren Inhalt ich mir bisher keine Gedanken gemacht habe. Aber dieser Zustand ist gerade im Begriff, sich zu verändern…!

Prinzipiell vergleiche ich mich nicht mit Literaturkritikern und sehe mich auch nicht als Konkurrenz sondern eher als zwei unterschiedliche Töne auf einer Farbpalette. Ja, wir „kritisieren“ alle Bücher: Doch während die Leser*innen von professionellen Kritiken die Verfasser in den seltensten Fällen persönlich kennen, habe ich als Buch-Blogger recht viel Kontakt zu meinen Followers, die mich häufig „live & in Farbe“ kennen (und ich sie) und so vielleicht besser einschätzen können, ob ein von mir rezensiertes Buch auch ihren Geschmack treffen könnte.

Zudem lese ich persönlich wenige bis keine Kritiken von Professionellen. Ich habe nämlich den Eindruck gewonnen, dass sich in so mancher Redaktion des Feuilletons verkappte und verschmähte Autoren tummeln, die aufgrund mangelnder Anerkennung ihres Talentes nun ihren Lebens-Unmut an den Werken derer auslassen, die mehr Glück/ Erfolg/ Talent hatten. Da strömt manches Mal so viel vom miesepetrigen „Ich weiß es besser!“ aus den Zeilen, dass ich mir durch die Lektüre nicht meine gute Laune verderben möchte.

Buch-Blogger nehme ich da deutlich entspannter wahr: Sie müssen mit dem Verfassen einer Kritik in der Regel nicht ihren Lebensunterhalt verdienen. Wobei es auch unter uns Buch-Bloggern so einige Spezies gibt, die so manchen „Bullshit“ zusammen rezensieren. Hier handhabe ich es ähnlich wie bei professionellen Kritikern: Ich lese nicht weiter, und sollte sich der „Bullshit“ wiederholen, würde ich dieser Seite auch nicht mehr folgen.

Dabei erwarte ich eine objektive Beurteilung von professionellen Literaturkritikern ebenso wenig wie von mir selbst, aber wir alle können uns um eben eine solche bemühen und zudem unsere Kritik mit Respekt äußern. „Respekt“ gehört übrigens zu meinen Lieblingswörtern zusammen mit „Rücksicht“ und „Höflichkeit“. Habt Ihr auch Lieblingswörter…?

Eine der wenigen Literatursendungen, die ich mir mit Freude angesehen habe, war damals „Lesen!“ mit Elke Heidenreich: Einerseits wurden die Werke nicht in ihre Bestandteile zerpflückt à la „Literarisches Quartett“, andererseits hat Frau Heidenreich nur Bücher vorgestellt, die ihr persönlich gefielen und entsprechend enthusiastisch über sie gesprochen. Genau dies ist es, dass ich mit meinem Blog, meinen Rezensionen aber auch mit meinen Lesungen und meiner Jury-Teilnahme beim Vorlesewettbewerb vermitteln möchte:

Die Freude am Lesen!

…und: Noch Fragen? Dann immer her damit…!


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