MONTAGSFRAGE #32: Gibt es einen Autor, den du früher sehr bewundert hast, heute aber kritischer siehst?

Montagsfrage (1)

Blogger-Kollegin Antonia Leise ist – zum Glück – aus der Examensflut wieder heil aufgetaucht und beschert uns in dieser Woche eine besonders interessante Frage, die durchaus Potential zur Kontroverse besitzt.

Zur Beantwortung der heutigen Frage musste ich (leider!) nicht lange überlegen…!

In den 90er Jahren habe ich den Katzenkrimi „Felidae“ von Akif Pirinçci verschlungen: Ich fand ihn spannend, ungewöhnlich, beängstigend – einfach großartig. Den Rassenwahn eines Josef Mengele im überschaubaren Umfeld von Hauskatzen anzusiedeln galt für mich als Mahnmal gegen Rechts.

Ich konnte damals ja nicht ahnen, dass dies anscheinend schon ein Hinweis auf die wahre Gesinnung eines Akif Pirinçci war. Als ich seine Hassreden sah und von seinen populistischen Veröffentlichungen las, war ich entsetzt.

Dass Menschen, die es aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Biografie, ihrer sexuellen Ausrichtung etc. besser wissen müssten, sich vor den braunen Karren spannen lassen, erschüttert mich zutiefst und widerspricht meinem humanitären Menschenbild.

Entgleisungen gegen Menschenrechte, Würde, Toleranz und Demokratie entsetzen mich über alle Maßen. Da gibt es für mich auch keine Diskussionsgrundlage: Für ein solches menschenverachtendes Verhalten gibt es keine Entschuldigung! Meine Meinung dazu ist eine in mir verankerte Grundhaltung und somit die Quelle meines Handelns!

Ich hätte es nicht ertragen können, dass die Werke dieses Mannes in meinem Bücherregal neben den Werken von Rafik Schami, Astrid Lindgren oder Erich Kästner stehen.

Ich werfe keine Bücher in die Recycling-Tonne: In diesem Fall habe ich eine Ausnahme gemacht!

(Ironie an!) Oder hätte ich das Buch lieber verbrennen sollen? (Ironie aus!)

…???


Antonia Leise von „Lauter & Leise“ hat dankenswerterweise DIE MONTAGSFRAGE: Buch-Blogger Vorstellungsrunde wiederbelebt und stellt an jedem Montag eine Frage, die Interessierte beantworten können und zum Vernetzen, Austauschen und Herumstöbern anregen soll! Ich bin gerne dabei!!!

In meinem MONTAGSFRAGE-Archiv findet Ihr Fragen & Antworten der vergangenen Wochen.

MONTAGSFRAGE #31: Welcher Autor aus dem nicht-Deutsch- oder nicht-Englisch-sprachigen Raum sollte mehr gelesen werden?

Montagsfrage (1)

Hmmmphfffgggrrr…! Horchet meinen unterdrückten Schreien!

Ohje! Volles Rohr ertappt…!

…nicht-Deutsch- oder nicht-Englisch-sprachigen Raum? Moment! Ich mache mal eben einen Abstecher zu den Bücherregalen: Gälten auch Astrid Lindgren (Schweden) und George Simenon (Belgien)? Erstere habe ich schon zuhauf gelesen und begleitet mich seit meiner Kindheit, letzterer wartet mit 2 Romanen auf seine/ meine Wiederentdeckung.

…nicht-Deutsch- oder nicht-Englisch-sprachigen Raum? Na, was haben wir denn da?! Da teilen sich ja auch noch Eric-Emmanuel Schmitt (Frankreich) und Natalio Grueso (Spanien) ein Bücherregal. Schmitt hat sowohl die literarische Welt als auch mich mit „Monsieur Ibrahim und die Blume des Koran“ begeistert. „Der Wörterschmuggler“ von Grueso führt leider ein etwas verkanntes Dasein und wird gerne unterschätzt (…aber nicht von mir! Hüstel!).

Da ist er allerdings in bester Gesellschaft mit „Das geheime Leben der Bücher“ von Régis de Sá Moreira (Frankreich/ Brasilien): Bei diesem feinen Büchlein gehen die Leser-Meinungen auch sehr stark auseinander. Meine Meinung habe ich Euch ja schon an dieser Stelle hinlänglich kundgetan, und darum erspare ich mir hier eine Wiederholung!

…nicht-Deutsch- oder nicht-Englisch-sprachigen Raum? Na, da möchte ich Euch nicht verabschieden, ohne Euch einen kleinen „Schmankerl“ ans Herz zu legen: Der Roman „Agathe“ von Anne Cathrine Bomann (Dänemark), den ich an diesem Wochenende gelesen habe (Rezension folgt),  hat mir nicht nur ausgesprochen gut gefallen, – Nein! – er hat mich auch zum Nachdenken über das eigene Leben und zum Reflektieren der eigenen Handlungen animiert.

Können wir mehr von Literatur erhoffen? Ich wünsche Euch einen wunderbaren Wochenbeginn!!!

War doch gar nicht so schwer! …völlig umsonst geschrien!

…nicht-Deutsch- oder nicht-Englisch-sprachigen Raum? Nur herbei mit Euren Tipps???


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MONTAGSFRAGE #30: Welches humoristische Werk gehört in den Schrank eines jeden Lesers?

Montagsfrage (1)

Was tun, wenn die Montagsfrage auf den 1. April fällt? Ganz einfach: Wir beschäftigen uns mit der humoristischen Literatur!

Spontan fallen mir drei wunderbare Vertreter der schreibenden Zunft ein,…

…und zwangsläufig werde ich mich bei solchen Fragen wiederholen müssen, da ich in der Vergangenheit schon häufiger von diesen Herren berichtet habe (…und in Zunkunft sicherlich auch weiterhin berichten werde!). Ich hoffe, Ihr verzeiht mir und tragt es mit Fassung!

Erich Kästner begleitet mich schon mein Leben lang: Groß geworden mit seinen grandiosen Kinderbüchern, entdecke ich seit einiger Zeit so peu à peu auch seine Werke für Erwachsene ebenso wie seine Gedichte. Die „Drei Männer im Schnee“ begeistern, erheitern und berühren mich schon seit Jahren: Ich liebe Kästners feine Ironie, seinen sensiblen Humor und die genaue Beobachtungsgabe. Und bei allem Amüsement bei der Lektüre dieses Klassikers kommt auch Herz und Seele nicht zu kurz: So liegen Lachen und Weinen bei mir sehr nah beieinander!

  • Drei Männer im Schnee von Erich Kästner, erschienen bei Atrium / ISBN: 978-3038820161


Joachim Ringelnatz kreierte skurrile Gedichte, die gleichzeitig witzig und feingeistig sind. Häufig musste ich seine Gedichte ein zweites oder gar drittes Mal lesen, um den Sinn und damit den Humor zu verstehen (…aber dann war es eine wahre Freude!). Dabei beschäftigte er sich häufig mit ganz banalen Alltagsthemen. Aber gerade diese Alltäglichkeit macht wohl einen großen Teil seiner nach wie vor anhaltenden Popularität und ungebrochenen Faszination aus: Der Leser findet sich und seine Welt in Ringelnatz Werken wieder und kann sich so sehr gut mit ihnen identifizieren.

  • Sämtliche Gedichte von Joachim Ringelnatz, erschienen bei Diogenes/ ISBN: 978-3257234671


Heinz Erhardt begeistert mich durch seine Wortspielereien und heiteren Verdrehungen. Seine „Helden des Alltags“ bemühen sich redlich und scheitern doch häufig. Auch schreckt er nicht davor zurück, den Tod vergnüglich zu thematisieren und rückt damit sehr in die Nähe des „schwarzen Humors“. Seine Gedichte erscheinen auf dem ersten Blick albern, auf dem zweiten Blick erkennt man die brillante Wortwahl und gekonnte Vers-Aufteilung: Erhardt war Perfektionist und hat auch hier nichts dem Zufall überlassen.

  • Noch´n Gedicht von Heinz Erhardt, erschienen bei Lappan/ ISBN: 978-3830335474

…und welcher April-Scherz bringt Euch zum Lachen???


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MONTAGSFRAGE #29: Auf welche (baldige) Buchveröffentlichung freust du dich momentan am meisten?

Montagsfrage (1)

Blogger-Kollegin Antonia Leise von „Lauter & Leise“ ist momentan im Examen-Stress: Jeder von uns, der schon einmal mitten in einer Prüfungsvorbereitung steckte, weiß, dass das persönliche Zeit-Raum-Kontinuum dabei in Mitleidenschaft gezogen wird, Grenzen verschwimmen und das Zeitgefühl zuweilen blockiert ist. Trotzdem hat sie eine wunderbare Frage für uns! Vielen Dank, liebe Antonia! Darum gibt es in dieser Woche die Montagsfrage an einem Dienstag mit der Option, sie am Mittwoch zu lesen, um dann am Donnerstag…!!! 😄

…und welch wunderbare Frage, die mich animierte, nochmals in den Verlagskatalogen zu blättern (Nur zur Sicherheit: Damit ich nichts übersehe!).


Selbstverständlich würde ich in diesem Frühling niemals auf Mord & Todschlag verzichten mögen. Zu meinem Glück und meiner Freude warten gleich zwei Krimi-Klassiker auf ihre Wieder-Veröffentlichung:

  • Maigret im Haus der Unruhe von Georges Simenon/ erscheint bei Kampa/ ISBN: 978-3311130000 (11. April 2019)
  • N oder M?: Ein Fall für Tommy und Tuppence von Agatha Christie/ erscheint bei Atlantik/ ISBN: 978-3455004830 (6. Mai 2019)

Dieses Frühjahr scheine ich ganz im Bann von Rainer Moritz zu stehen: Nachdem mein Lese-Eindruck zu Leseparadiese: Eine Liebeserklärung an die Buchhandlung schon erschienen ist, steht die Rezension zu Mein Vater, die Dinge und der Tod schon fest terminiert in den Startlöchern. Nun erwarte ich mit Freude einen Bildband, zu dem er sicher wieder in gewohnt unterhaltsamer Manier seine Texte beigetragen hat:

  • Zum See ging man zu Fuß: Wo die Dichter wohnen. Spaziergänge von Lübeck bis Zürich von Rainer Moritz/ mit Fotografien von Anna Aicher /erscheint bei Knesebeck/ ISBN: 978-3957280565 (16. April 2019)

Wie ich schon in der MONTAGSFRAGE #10 ausführlich berichtet habe, zählen Biografien nicht zu meinem bevorzugten Genre. Ich würde aber diesen beiden Werken durchaus eine Chance einräumen:

Lukas Hartmann widmet sich in seinem Roman der Lebensgeschichte des berühmtesten Sängers seiner Zeit: Josef Schmidt besaß eine der schönsten lyrischen Tenorstimmen seiner Epoche und feierte Triumphe – bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten.

  • Der Sänger von Lukas Hartmann /erscheint bei Diogenes/ ISBN: 978-3257070521 (24. April 2019)

Donald Windham schwelgt in seinen Lebens-Erinnerungen und erzählt Anekdoten über die Freundschaften zu seinen literarischen Kollegen: Eine Zeitreise zurück zu den klugen Köpfen der damaligen Zeit!

  • Verlorene Freunde: Truman Capote, Tennessee Williams und andere von Donald Windham/ erscheint bei Lilienfeld/ ISBN: 978-3940357427 (1. Dezember 2019)

…welch wunderbare Frage, die dazu einlädt bei Blogger-Kolleg*innen zu spicken, um so neue Lese-Impulse zu erhalten!

…und worauf freut Ihr Euch???


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MONTAGSFRAGE #28: Wie hat sich dein Leseverhalten innerhalb der letzten zehn Jahre (nicht) verändert?

Montagsfrage (1)

Moment! Moment! Um diese Frage beantworten zu können, muss ich mein jüngeres Ich vor meinem geistigen Auge erscheinen lassen:

Es ist der 18. März 2009, und ich bin zu diesem Zeitpunkt 39 Jahre alt. Mein Mann und ich hatten im Jahr zuvor still und heimlich geheiratet (oder uns vielmehr lebenspartnerschaftlich eintragen lassen), wollten ein Jahr später Familie und Freunde mit der Einladung zu einem rauschenden Fest überraschen, das leider aus persönlichen Gründen nie stattfinden sollte. Trotzdem fanden wir es an der Zeit, dass besagte Familie und Freunde endlich über diese für uns so wichtige Veränderung unserer Beziehung informiert werden. Und das hatten wir gerade per postalischer Bekanntmachung getan.

Ich kann mich noch genau an die Reaktionen erinnern. Ich weiß auch noch genau, was ich beruflich zu diesem Zeitpunkt gemacht habe. Aber was habe ich damals (nicht) gelesen??? Hmm!!!

Im Wesentlichen war mein damaliges Leseverhalten schon sehr ähnlich meinem heutigen: Krimis nahmen einen großen Stellenwert ein. Ich war ein großer Fan von den Katzen-Krimis von Rita Mae Brown: Wobei mein Enthusiasmus im Jahre 2009 schon am Abklingen war. Ich hatte allerdings mit Colin Cotterill einen würdigen Nachfolger gefunden, und Alan Bradley stand auch schon bei mir in den literarischen Startlöchern.

Auf jedem Fall war meine Leidenschaft zu Agatha Christie noch nicht wieder zur vollen Blüte erwacht: Sie war immer vorhanden, schlummert allerdings noch! Auch meine Liebe zu Kurzgeschichten wurde erst einige Jahre später mit meiner zunehmenden Tätigkeit als Vor-Leser erweckt, und auch die Lyrik musste noch ein wenig ausharren, bis ich ihr eines Blickes würdigte.

Fazit: Das Leseverhalten von dem 39-jährigen Andreas unterscheidet sich nicht gravierend von dem jetzigen Andreas. Der Mensch ist eben das berühmt-berüchtigte Gewohnheitstier, und mit zunehmenden Alter hat sich auch das Leseverhalten entwickelt und gefestigt.

…oder ist an dem Mythos „Alle 7 Jahre ändert sich der Mensch!“ doch etwas dran? Was meint Ihr???


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MONTAGSFRAGE #27: Die schönsten Buchcharakter-Namen…?

Montagsfrage (1)

In meiner Erinnerungs-Kommode rappelt es wieder…!

Dachte ich noch im ersten Moment, dass ich bei dieser Frage kläglich scheitern würde, da ich mir so schlecht Namen merken kann, und darum einige Romane mit ihrem üppigen Handlungspersonal mich schon sehr herausfordern. Doch ich musste gar nicht so tief in den Schubladen der oben genannten Kommode kramen: Zwei meiner liebsten Krimi-Held*innen haben sehr schöne klangvolle Namen…!

Da ist zum einen die von Alan Bradley erdachte jugendliche Heldin mit Namen FLAVIA DE LUCE – ein  Name, der anfangs sehr kapriziös erscheint und so gar nicht zu dieser vorlauten, altklugen Göre mit dem unerschütterlichen Selbstbewusstsein zu passen scheint. „Luce“ bedeutet im Italienischen „Licht“, und so wirkt dieser Name für eine Krimiheldin doch äußerst passend. So bringt Flavia immer wieder Licht ins Dunkel, indem sie so manches Geheimnis lüftet und „nebenbei“ gerne einen Mord aufklärt.

Dank Colin Cotterill durfte ich die Bekanntschaft mit Dr. SIRI PAIBOUN machen. Es entzieht sich meiner Kenntnis, ob Absicht dahinter steckt, dass „Paiboun“ sich auf „Taifun“ reimt. Doch ebenso wie ein tropischer Wirbelsturm über das Land fegt, so stürmt auch Dr. Siri als einziger Gerichtsmediziner des Landes über das kommunistische Laos der 70er Jahre. Er hinterlässt nicht unbedingt eine Stätte der Verwüstung, rüttelt aber zumindest mit seinen unkonventionellen Methoden und seinem Hang zum Spirituellen seine Umwelt gehörig durcheinander.

Während ich dies schrieb, kam mir zudem die Heldin aus Tennessee Williams Drama „Endstation Sehnsucht“ in den Sinn (zwar kein Roman aber als Schauspiel durchaus auch ein literarisches Werk). BLANCHE DUBOIS: Allein der Name klingt nach einem schwülen Sommerabend in New Orleans, wo die leisen Klänge eines Banjos durch einen warmen Windhauch zart getragen von Haus zu Haus, von Ohr zu Ohr schweben…!

Seht Ihr, es geht schon los! Mein Kopfkino ist angesprungen…!!!

…und bei welchen Namen springt Euer Kopfkino an???


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MONTAGSFRAGE #26: Gibt es ein Genre, das du gar nicht (gern) liest?

Montagsfrage (1)

Ja, gibt es! Und: Nein, gibt es nicht! (Hä?)

Es sind vielmehr einige Zutaten, die ich nicht mag, und die bei Gebrauch das Menü für mich ungenießbar machen. Wobei besagte Zutaten gerne zur Zubereitung gewisser Genre verwendet werden. Darum sind die Grenzen auch fließend…!

Ein gelungenes literarisches Menü darf gerne auf folgende Zutaten/ Genre verzichten: Horror & Gewalt, Vampire, Sex,…!

Horror/ Gewalt: Rache nehmende Untote, Beil schwingende Kindermädchen oder sprechende Puppen mit Eigenleben dürfen ebenso VOR meiner Tür bleiben wie Serienkiller in Friesland, die junge Frauen foltern oder Psychopaten in Skandinavien, die ein Meer aus Blut hinterlassen. Das reale Leben und somit auch die Literatur ist aufregend genug, da braucht es meiner Meinung nach keine verschriftlichten Horror-Fantasien und Gewalt-Exzesse. Die nach wie vor anhaltende Faszination an diesen Extremen hat sich mir nie erschlossen.

Vampire: „Dracula“ von Bram Stoker ist unbenommen ein Klassiker. Punkt! Über den ihm nachfolgenden kläglichen Rest möchte ich lieber schweigen. Wobei ich zugebe, dass dieser Hype um die Blutsauger gänzlich an mir abgeprallt ist, und ich somit deren Faszination nie verstanden habe. Will sagen: Sie sind mir völlig schnuppe!

Sex: Oftmals wird ja Sex mit Erotik verwechselt bzw. gleichgesetzt. Dabei hat für mich die detaillierte Beschreibung von Sex(-praktiken) nichts mit Erotik zutun. Das ist Pornografie in Worte verpackt. Erotik ist so viel mehr: Das Knistern zwischen zwei Protagonisten, wenn sie sich begegnen; dieses Ankämpfen gegen die Gefühle mit einem „Nichtwahrhabenwollen“; der Auftritt eines charismatischen Protagonisten „mit dem gewissen Etwas“…! Das ist für mich Erotik! Und das Beste daran: Niemand ist nackt!

Bestimmt gibt es noch weitere Zutaten, die ich mir ungern auf der Zunge zergehen lassen möchte, aber um dies zu beurteilen, müsste ich sie erst gekostet haben. Es bleibt spannend…!

…und mit welchen Zutaten wird Euch ein literarisches Menü verleidet???


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MONTAGSFRAGE #25: Machst du auch beruflich etwas mit Büchern oder könntest du dir das irgendwann einmal vorstellen?

Montagsfrage (1)

„Ha! Das ist ja einfach!“, dachte ich und haute meine Antworten in die Tastatur:

Nein! und Nein!

Fertig!

Aber dann öffneten sich an meiner Erinnerungs-Kommode wieder einige Schubladen und schütteten ihre Inhalte wieder hemmungs- sowie wahllos und vorallem rücksichtslos über mich aus!

Ja! – es ist richtig, dass ich – Nein! – nichts beruflich mit Büchern mache! Ja! – es ist richtig, dass ich – Nein! – mir das nicht irgendwann einmal vorstellen könnte!

Aber es gab eine Zeit, da hätte ich es mir vorstellen können: Knapp 16-jährig musste ich mir die ersten Gedanken bzgl. meiner Berufswahl machen. Da dachte ich, dass ich mich am besten mit Dingen umgebe, die ich am meisten liebe und wollte Bücher in einer Buchhandlung verkaufe. Dabei sollte es  nicht irgendeine Buchhandlung sein – Nein! – es musste die Buchhandlung Weise in meinem Heimatort sein, die zu diesem Zeitpunkt der schönste Ort auf der Welt für mich war (Der zweit-schönste Ort auf der Welt war für mich unsere Gemeinde-Bücherei!).

Von meinen Eltern erntete ich eher Unverständnis und Spott: Ich solle etwas „vernünftiges“ machen! Eine ähnliche Reaktion erntete ich von meinen Erzeugern ein paar Jahre später, als ich mich ernsthaft für Schauspiel und Gesang interessierte: Da sollte ich doch lieber etwas „anständiges“ machen.

Leider hat sich mir bis heute nicht erschlossen, was an beiden Berufen nun un-vernünftig und un-anständig ist, aber als folgsamer Sohn, der ich damals noch war, habe ich mich gefügt und bin stattdessen zuerst Industriekaufmann und dann Krankenpfleger geworden. Und somit musste die Welt auf einen großartigen Buchhändler oder einen begnadeten Schauspieler verzichten.

Beides kombiniere ich nun in meinen Hobbies: Auf meinem Blog versuche ich gute Bücher unter die Menschheit zu bringen, und bei meinen Lesungen tobe ich mich darstellerisch aus.

Meine Eltern konnten meine spätere „Karriere“ nicht mehr verfolgen. Ich bin deswegen nicht traurig,  hegen ihnen gegenüber aber auch keinen Groll mehr.

Eine Traurigkeit (gepaart mit Dankbarkeit) überkommt mich, wenn ich an meinen Großvater denke: Er hat mich und meine Talente immer unterstützt, war die Konstante in unserem unsteten Leben und hat mir viele Werte auf meinen Lebensweg mitgegeben, die auch heute noch Gültigkeit für mich besitzen. Gerne hätte ich ihn noch ein wenig länger an meiner Seite gehabt.

Diedrich Heinrich Friedrich Müller: Du konntest meinen Werdegang leider nicht mehr miterleben, aber ich bin mir sehr sicher, Du wärst auf mich stolz!!! 💖

…???


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MONTAGSFRAGE #24: Wie sehr wirst du vom Coverdesign eines Buches zum Kauf beeinflusst?

Montagsfrage (1)

Ich bin absolut sinnlich,…

…und das meine ich nicht nur in Bezug auf meine Rundungen: Nein! – Ich nehme meine Umwelt sehr deutlich über meine Sinne wahr, was ich nicht bewusst steuere. Es ist (leider!?) einfach so!

In der Wäscheabteilung eines Kaufhauses streiche ich immer über die Stoffe, im Frühling stehe ich vorm Fliederbusch und halte die Nase in die Blütendolden, bei einem guten Essen mache ich vor lauter Wonne Geräusche, und bei guter Musik und virtuosem Gesang schmelze ich dahin. Leider hat diese – Kann ich es so nennen? – Übersensibilisierung zur Folge, dass mich das Gegenteil vom oben genannten extrem stört, wenn nicht gar belastet (10 Minuten einer Castingshow sind für mich eine Tortur: Ich höre jeden falschen Ton!) und mitunter Migräne zur Folge hat.

Aber so reagiere ich ebenso extrem auf optische Anreize: Ein wunderbares Buchcover zieht mich magisch an und verführt mich eher, mich mit dem Inhalt des Buches zu beschäftigen. Wie hypnotisiert wandert dann meine Hand zu diesem Buch, in der Hoffnung, einen neuen Leseschatz zu entdecken und dann zu heben. Welche große Enttäuschung spüre ich, wenn der Inhalt nicht das hält, was das Cover versprochen hat und lasse dann die Finger davon. Bei Büchern ist es wie bei Menschen: Eine hübsche Optik täuscht dauerhaft nicht über einen mangelhaften Inhalt hinweg. Dafür lassen die „inneren Werte“ mit ihrer Substanz ein unscheinbares Äußeres schnell vergessen und zur Nebensächlichkeit werden!

Lesen – und damit meine ich das klassische Lesen mit einem echten Buch in der Hand – ist für mich sowieso eine Freude für (beinah) alle Sinne. Meine Hand streichelt über den Einband, der in Leinen gebunden ist und vielleicht sogar eine Prägung besitzt. Ich öffne das Buch, das mit leisem Rascheln seinen Inhalt offenbart. Dabei steigt mir der Duft des Papiers in die Nase, während meine Augen zu den ersten Sätzen wandern. Nur abgeschleckt habe ich bisher noch kein Buch! Wäre das nicht eine geniale Idee für einen findigen Tüftler?

…ja oder nein: Lasst Ihr Euch durch die Optik verführen???


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MONTAGSFRAGE #23: Was ist für dich die Art von (Haupt-)Charakter, die es öfter in Büchern geben sollte?

Montagsfrage (1)

Ich las die heutige Montagsfrage, und mein Schrei schall durch das Haus: „Antonia, ich hasse Dich!“

Natürlich nicht wirklich – im Gegenteil – im Grunde meines Herzens liebe ich die Montagsfrage, auch wenn sie mich immer wieder herausfordert, indem sie meine Lesegewohnheiten hinterfragt…!

Und da ich ja immer behaupte, dass jede meiner Lesung eine Herausforderung für mich darstellt, der ich mich gerne stelle, werde ich natürlich jetzt bei der Beantwortung dieser „kleinen“ Montagsfrage nicht kneifen!

Also…

sendestörung.jpg

So, nun bin ich wieder da! Ich brauchte eine kleine Sendepause, um mir einen starken Kaffee zu kochen, einen Toast zu vertilgen und die Gedanken zu ordnen.

Es gibt sie in der Literatur zum Glück schon zuhauf: die Protagonisten und ihre Antagonisten, die Charaktere mit Ecken und Kanten.

Wir müssen uns nur die „Harry Potter“-Reihe von Joanne K. Rowling ansehen. Ein Junge, der in merkwürdigen sozialen Verhältnissen aufwächst, wird aufgrund seiner Biografie in eine Rolle/ in ein Schicksal hineingedrängt. Viele Entscheidungen und die daraus resultierenden Taten hätte er nicht begangen, wäre da nicht die zwiespältige Figur des Severus Snape,…

…oder Jean Valjean aus Victor Hugos „Die Elenden“: Diese Figur macht eine immense Wandlung durch und mutiert vom Galeerensträfling zum Heiligen. Und doch sind ihm menschliche Gefühle mit all seinen seelischen Abgründen nicht fremd. Auf der anderen Seite steht der gesetzestreue Inspektor Javert, der ja im Grunde das Gute verkörpern sollte. Seine Suche nach Valjean zwingt diesen, sich immer wieder in Situationen zu begeben, in die er ohne Javert nie gekommen wäre. Im Gegenzug bringt Valjean mit seinem Verhalten Javert dazu, an seinen Prinzipien zu zweifeln,…

…oder bei Collin Cotterills „Dr. Siri“-Romane: Hier ist das System selbst der Antagonist, beeinflusst den Lauf der Geschichte und spielt mit seinen Protagonisten wie mit Marionetten. Vieles von diesem – von mir so sehr geliebten – skurrilen Humor wäre nicht möglich ohne diesen politischen Hintergrund.

Das Zusammenspiel dieser beiden Extreme interessiert mich bei einer Geschichte. Wobei es auf beiden Seiten nicht nur weiß oder schwarz gibt (Das wäre ja kolossal langweilig.), sondern es finden sich vielfältige Schattierungen in mannigfaltigen Grautönen wieder. Erst diese charakterlichen Abstufungen verschaffen einer fiktiven Figur Tiefe und Authentizität!

…weichgespült oder kantig: Wie dürfen Eure Roman-Charaktere sein???


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