MONTAGSFRAGE #139: Muss ein anspruchsvolles Buch schwer zu lesen sein?

Zwei Wochen hatten wir nun Pause von der MONTAGSFRAGE: Nachdem die Hüterin der MONTAGSFRAGE nun wieder genesen ist, schenkt sie uns in dieser Woche wieder eine interessante Frage. Und ich muss mich nach dieser zweiwöchigen Pause tatsächlich wieder auf den Antwort-Modus „eingrooven“.

Kaum hatte ich die Frage gelesen, stolperte ich auch schon über das Wörtchen „anspruchsvoll“ und die Formulierung „schwer zu lesen“. Ojemine, dies allgemeingültig zu definieren, würde mich wahrscheinlich sehr herausfordern, da die Bandbreite enorm ist und sogar innerhalb einer ansonsten homogenen Gruppe von Menschen recht unterschiedlich ausfallen könnte.

Was ist anspruchsvoll? Was ist schwer zu lesen? Jede*r definiert dies für sich ganz persönlich.

Ist ein Text mit vielen Fremdwörtern zwangsläufig anspruchsvoller als ein Text mit einer blumigen, bildhaften Sprache? Ist ein Werk, das aus vielen Schachtelsätzen besteht, zwangsläufig schwerer zu lesen als ein Werk aus kurzen, knappen Sätzen? Erhalten tiefschürfende Gedanken und existentielle Themen erst durch eine explizite Wortwahl ihre Anerkennung, um für wahr empfunden und ernst genommen zu werden? Und im Gegenzug: Gelten Texte, die in ihrer Aussage einfach gehalten wurden, automatisch als trivial? Fragen über Fragen…!

Doch kommen wir auf die Ursprungsfrage zurück:

Muss ein anspruchsvolles Buch schwer zu lesen sein?

Nein, muss es nicht! Oder: Ich würde mir wünschen, dass es nicht so wäre! Ich würde mir wünschen, dass so viele Leserinnen und Leser ihre Schwellenangst überwinden und in den Genuss eines „anspruchsvollen“ literarischen Werkes kommen, und dass jede Leserin und jeder Leser nach dem persönlichen Gusto das für ihn passende aus dieser Lektüre herausziehen kann. Denn „anspruchsvoll“ muss nicht zwangsläufig mit „schwer zu lesen“ einhergehen. Beispiel gefällig? Aber gerne…! Ich glaube, niemand würde die Erzählung „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry als belanglose Trivial-Literatur abtun.

Die metaphorischen Bilder erlauben einen unbefangenen Zugang zur Geschichte. Die Botschaft ist in einer einfachen doch poetischen Sprache gehalten, und doch sind die angesprochenen Themen (Liebe, Moral, Kritik an der Gesellschaft, Tod und Sterben, Freundschaft, Menschlichkeit) von existenzieller Natur. Jede Leserin und jeder Leser wird sich von diesem Märchen unterschiedlich angesprochen fühlen. Je nach der momentanen persönlichen Lebenssituation wird jede und jeder das Gelesene für sich individuell interpretieren. Und ich wage die Behauptung, dass jede und jeder von dieser entzückenden Geschichte auf irgendeiner Art und Weise berührt sein wird, denn:

„Man sieht nur mit dem Herzen gut…!“

…und wie lautet Eure Meinung zu dieser herausfordernden Frage???


Antonia Leise von „Lauter & Leise“ hat dankenswerterweise DIE MONTAGSFRAGE: Buch-Blogger Vorstellungsrunde wiederbelebt und stellt an jedem Montag eine Frage, die Interessierte beantworten können und zum Vernetzen, Austauschen und Herumstöbern anregen soll! Ich bin gerne dabei!!!

In meinem MONTAGSFRAGE-Archiv findet Ihr Fragen & Antworten der vergangenen Wochen.

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