MONTAGSFRAGE #89: Welche Tipps würdet ihr jungen (Literatur/Buch-)Bloggern geben?

Kennt Ihr eigentlich schon meinen MONTAGSFRAGE-Schrei? Lang, lang ist es her, dass eine Frage von Antonia mich zum besagten Schrei animiert hat. Das letzte Mal entlockte mir die MONTAGSFRAGE #49 einen ebensolchen. Heute war es nun mal wieder so weit: In der idyllischen Stille meines Wohnumfeldes erschall ohne Vorwarnung ein Schrei, der eine Schar zart-gurrender Tauben aufscheuchte, über den Gartenzaun plaudernde Nachbarinnen verstummen lies und meinen Kater von seinem Lieblingsschlummerplatz verschreckte. Ach menno, Antonia, was soll denn das? Zur Beantwortung dieser Frage müsste ich ja so richtig überlegen, womöglich sogar mit dem Kopf! Aber, na gut, wenn’s denn sein soll…!

Als bei mir vor einigen Jahren der Wunsch aufkeimte, meine Liebe zum Buch und zum Lesen nicht nur weiterhin für mich allein im stillen Kämmerlein zu frönen, begab ich mich erstmal auf die Suche nach einem für mich geeigneten Medium. Bei der Auswahl war mir wichtig, dass ich dieses Medium auch im Rahmen meiner Möglichkeiten bedienen kann. Youtube kam nicht in Frage, da ich nicht permanent irgendwelche Filmchen drehen wollte. Instagram kam nicht in Frage, da ich kein Handy besitze, und die Präsentations-Möglichkeiten eher überschaubar schienen. Meine ersten tapsigen Blogger-Schritte machte ich dann auf Facebook und stellte ernüchternd fest, dass ich mich mit einem Blog dort nicht wohl fühlte. So bin ich bei WordPress gelandet und der Rest ist – wie man so schön sagt – Geschichte! Lange Rede, kurzer Sinn: Sucht Euch ein Medium, dass Euch und Eurem Vorhaben/ Euren Wünschen entspricht!

Dann habe ich mir ganz viele andere Literatur/Buch-Blogs angesehen: Vieles fand ich gut, einiges fand ich weniger gut. Doch dank dieser Recherche wurde mir schnell klar, was mir nicht gefiel und wie mein Blog nicht sein sollte. Über diesen Umweg entstand bei mir recht schnell das Bild meines persönlichen Buch-Blogs vor meinem inneren Auge: Ich entschied mich für die Optik und etablierte die ersten Rubriken.

Im ersten ¾ Jahr war mein Blog im „work-in-progress“ und ich in „learning-by-doing“: Ich habe ausprobiert und verworfen, umgestellt und neu-strukturiert, und langsam endwickelte mein Blog sein eigenes Profil und spiegelte mich als Person wieder. Mir war/ist es wichtig, dass die Menschen dort draußen im großen WWW erkennen können, wer hinter .LESELUST steht. Darum grinst Euch auch meine Visage aus dem Header-Bild entgegen. Ebenso wichtig war mir ein klares Erscheinungsbild mit einer ausgesuchten Farbgebung, um einen möglichst großen Wiedererkennungswert zu erreichen. Die Profis nennen es wohl „Corporate Identity“.

Es klingt nun wahnsinnig professionell, was ich definitiv nicht bin: Mein Blog sollte meine Persönlichkeit widerspiegeln – nicht mehr aber auf keinem Fall auch nicht weniger! Zum Glück konnte ich der Versuchung widerstehen, alle Features, die so ein Blog-Portal anbietet, auch auszuprobieren bzw. anzuwenden. Die Bücher und das Lesen sollen definitiv im Mittelpunkt meines Blogs stehen und die Aufmerksamkeit der Leser*innen auf sich ziehen und nicht irgendwelche blinkenden „Special-Effects“.

Zudem musste ich mich in meinem überschwänglichen Enthusiasmus auch stark zurück halten: Es gibt so viele wunderbare Literatur/Buch-Blogs, die mir Ansporn und Vorbild sind und mich – gerade am Anfang – unter Stress setzten, es ihnen gleichzutun bzw. sie nachzuahmen. Aber dann wäre mein Blog nur ein billiger Abklatsch eines deutlich besseren Originals geworden. Und wer möchte das schon? Ich ganz bestimmt nicht…!

Dabei spricht nichts dagegen, gute Ideen von Blogger-Kolleg*innen für sich zu adaptieren. Mein Credo lautet „Besser gut geklaut als schlecht selber gemacht!“. Wobei ich immer bemüht bin, die/den Ursprungs-Ideengeber*in mit einer namentlichen Nennung zu würdigen: Das gebietet der Anstand und zeugt von Respekt!

Nun hatte ich meinen wunderbaren eigenen Blog, und „kein Schwein ruft mich an“, will sagen: Kein Mensch hat meine geistigen Ergüsse gelesen. Woher sollte die Welt da draußen auch wissen, dass es einen brillanten neuen Buch-Blog gibt? Also stürzte ich mich in das bunte Treiben der Buch-Blogger-Welt, hinterließ mal hier einen Kommentar, setzte mal dort ein LIKE und machte bei Aktionen wie dieser MONTAGSFRAGE mit. Mein Blog wurde mit der Zeit bekannter, die ersten Follower trudelten ein, und ich lernte ganz tolle Blogger-Kolleg*innen kennen. Dieses Geschenk kann ich nicht hoch genug bewerten: Wir kommunizieren hier auf einem sehr hohen Niveau, müssen dabei zwar nicht immer einer Meinung sein, begegnen uns aber mit einem gehörigen Maß an Wertschätzung. Dafür bin ich sehr dankbar!

Doch so ein Blog soll ja auch über Jahre mit Inhalt gefüttert werden. Bücher müssen gelesen werden, damit anschließend über sie berichtet werden kann. Das Schreiben von längeren Beiträgen, wie Rezensionen oder die Antworten zur MONTAGSFRAGE, bündelt natürlich viel Zeit, die ich gerne erübrige – schließlich ist dieser Blog ja auch mein Hobby – aber hin und wieder fehlt mir aufgrund der Anforderungen des Alltags gerade diese Zeit. So habe ich auf meinem Blog Rubriken etabliert, bei denen das Erstellen der Inhalte deutlich weniger Zeit benötigt, die aber trotzdem meine Liebe zum Lesen und zur Literatur widerspiegeln. Zudem nutze ich einen Jahreskalender, um die Übersicht nicht zu verlieren: Einerseits garantiere ich so beim Erscheinen meiner Beiträge eine gewisse Abwechslung, andererseits kann ich zu gewissen Themen und Rubriken die Beiträge „vor-produzieren“ und entsprechend terminieren. Zudem hilft mir dieser Kalender, nicht in Panik auszubrechen bzw. mich selbst nicht unter Druck zu setzten, nur weil ich das Gefühl habe, ich müsste die fünf vorliegenden Rezensionsexemplare möglichst schnell/ gleichzeitig lesen. Ein Blick auf meinem Kalender verrät mir, wann welches Buch an der Reihe ist. Mein einziger Anspruch dabei: Ich möchte (nach Möglichkeit!) pro Woche eine Buch-Rezension veröffentlichen.

All diese „Werkzeuge“ helfen mir dabei, damit mein Blog mir weiterhin Spaß und Freude bereitet. Stress gibt es so schon zuhauf! 😉

…und welche Tipps habt Ihr so in petto???


Antonia Leise von „Lauter & Leise“ hat dankenswerterweise DIE MONTAGSFRAGE: Buch-Blogger Vorstellungsrunde wiederbelebt und stellt an jedem Montag eine Frage, die Interessierte beantworten können und zum Vernetzen, Austauschen und Herumstöbern anregen soll! Ich bin gerne dabei!!!

In meinem MONTAGSFRAGE-Archiv findet Ihr Fragen & Antworten der vergangenen Wochen.

5 Kommentare zu „MONTAGSFRAGE #89: Welche Tipps würdet ihr jungen (Literatur/Buch-)Bloggern geben?

  1. Ach, Andreas. Dass ich dir solch eine Frage zugemutet habe und dann auch noch bei diesen Außentemperaturen. Ich entschuldige mich an dieser Stelle bei den Vögeln deiner näheren Umgebung.

    Schön, dass du wieder dabei warst! (Der Beitragsbeginn hat mich doch zum Schmunzeln gebracht 😂❤️)

    Gefällt 1 Person

  2. Lieber Bruder im Geiste,

    du schreist zu leise, ich habe den Schrei in Leipzig nicht wahrgenommen 😉 Aber das wäre auch zu viel des Guten, nicht wahr?
    Ich kann dir bei keinem deiner Punkte widersprechen, sondern nur nickend zustimmen.
    Allerdings finde ich es wahnsinnig faszienierend, dass du dich wirklich dem Mobile Phone/Handy entziehen kannst. Vielleicht ist es auch der Neid, denn ohne könnte ich es mir (leider) nicht vorstellen 🙂

    Liebe Grüße
    Tina

    Gefällt 1 Person

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