MONTAGSFRAGE #109: Wann bzw. auf welcher Grundlage entscheidest du, ein Buch nicht zu Ende zu lesen? Oder quälst du dich durch jedes Buch?

Hm…! Das ist eine sehr interessante Frage, die uns Antonia aus dem Katalog der gesammelten MONTAGSFRAGEN heute schenkt. Da macht es für mich durchaus Sinn, zu definieren, was mir persönlich gefällt. Aus dem Positivum lässt sich dann spielend das Negativum ableiten. Los geht’s:

Wichtig ist mir, ob mich eine Geschichte packt und der Funke überspringt. Zudem erwarte ich auch eine gewisse Qualität im sprachlichen Ausdruck und im Erzählstiel. Da ich selbst gerne als Vor-Leser aktiv war (und hoffentlich auch bald wieder bin), schaue ich natürlich auf die (Vor-)Lesbarkeit eines Textes. Die handelnden Personen müssen mir nicht unbedingt sympathisch sein aber zu mindestens mein Interesse wecken. Wichtig ist für mich auch, wie ein Roman aufgebaut ist: Gibt es einen Spannungsbogen? Wie setzt die Autorin/ der Autor Dialoge ein? Reichen die Beschreibungen der Szenerie aus, um in meinem Kopf ein Bild zu kreieren?

Das mag nun alles sehr theoretisch, verkopft und kompliziert klingen. Ist es aber nicht! Dieser Vorgang läuft bei mir ganz automatisch und völlig mühelos im Hintergrund ab. Ich mache mir darüber keine Gedanken. Und vieles liegt auch an meinem Bauch-Gefühl, das darüber entscheidet, ob mir ein Buch gefällt!

Doch was mache ich, wenn ich mit der Lektüre begonnen habe und feststelle, dass mir das Buch nicht gefällt? …weiterlesen? …ganz sicher nicht!

Bücher, die mir nicht gefallen, lese ich nie bis zum Ende! Warum sollte ich meine kostbare Zeit mit dem Lesen von diesen Büchern verschwenden? Lesen ist für mich eine Leidenschaft (klingt abgedroschen, beschreibt es aber treffend), die mich entspannt und die Realität vergessen lässt, mich auf Reisen in fremde Länder und zu unbekannten Kulturen schickt, interessante Persönlichkeiten kennenlernen lässt, einen Blick über den eigenen Horizont hinaus wagt und eine scheinbar nie versiegende Quelle der Freude darstellt. Johann Wolfgang von Goethe sagte so treffend…

„Wer Bücher liest, schaut in die Welt und nicht bis zum Zaune.“

…und warum soll ich mir meinen Blick mit Büchern verstellen, die ich nicht mag, und mir darüber vielleicht meine Freude trüben lassen???

Nun höre ich schon die eine oder andere Stimme meiner geschätzten Mit-Blogger*innen, die – völlig zu Recht – einen Einwand haben: Was macht der passionierte Buch-Blogger, wenn er verpflichtet ist, ein Statement zu einem Werk, das ihm absolut nicht gefällt, abzugeben? Diese Verpflichtung spüre ich immer dann, wenn mir von einem Verlag oder direkt von einem/r Autor*in ein Buch zur Rezension zur Verfügung gestellt wurde. Dafür habe ich mir auch eine Strategie zurecht gelegt und auch schon entsprechend angewendet: Ich schreibe den Verlag/ die Autor*innen an und bitte, von einer Rezension von mir Abstand zu nehmen. Natürlich würde ich dies entsprechend begründen. Aber aus dieser Verpflichtung heraus das Werk trotzdem lesen UND rezensieren UND somit doppelte Zeit verschwenden…? Nö!!!

Darum gibt es bei mir vornehmlich eher wohlwollende Rezensionen, da ich die Menschen, die meinem Blog folgen, animieren möchte, dass sie LESEN – nicht, dass sie NICHT lesen! So schreie ich es viel lieber laut hinaus, wenn ein Buch für mich ganz wunderbar ist: „Unbedingt lesen, bitte!“

…und wie ist Eure Meinung? …abbrechen oder quälen bis zum bitteren Ende? 


Antonia Leise von „Lauter & Leise“ hat dankenswerterweise DIE MONTAGSFRAGE: Buch-Blogger Vorstellungsrunde wiederbelebt und stellt an jedem Montag eine Frage, die Interessierte beantworten können und zum Vernetzen, Austauschen und Herumstöbern anregen soll! Ich bin gerne dabei!!!

In meinem MONTAGSFRAGE-Archiv findet Ihr Fragen & Antworten der vergangenen Wochen.

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