[Noch ein Gedicht…] Rudolf Kinau – NIX AS DÜTT

Wenn ick mi mol wat wünschen schull,
ick wünsch mi nix as dütt:
Noch eenmol wedder Kind to wähn,
ganz tutig, dumm un lütt.

Un denn – wenn`t Heilig-Obend ward –
so in de Schummeree
ganz still in uns lütt Döns to stohn
bi Vadder an de Knee.

Un noch mol seehn, wat Licht üm Licht
sien`n Schien no boben smitt,
un allns wat bunt in`n Dannboom hangt,
dat lücht un blinkert mit.

Un noch mol rüken, wenn an`t Füer
son lütten Danntill swehlt.
Un noch mol lüstern, wat dat klingt,
wenn uns` lütt Speeldoos speelt.

Un noch mol, wenn dat buten kloppt,
so ganz vull Angst un Freid
mien lütt Gebett dör`t Halslock quäln –
so gau un good as`t geiht.

Un denn doar stohn mit`n Fatt vull Nöt
un mit son heeten Kupp:
„O, Vadder, – Mudder, kiekt doch mol!
Ligt noch wat boben up!“

Dat is mien Wünschen Joahr för Joahr:
Noch eenmol wedder trück
in`t scheune stille Kinnerland,
in`t Land vull luder Glück!

Ick weet uns`Herrgott gift mi`t nech.
Man een Deel weet ick wiß:
Dat sick mien Jung dat jüst so wünscht,
wenn he mol sowied is.

Rudolf Kinau

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s