Wie ich mir selbst einheißte…

„Flavia de Luce – Mord im Gurkenbeet“ von Alan Bradley im Spezialitätengeschäft „Carpe Diem“ in Osterholz-Scharmbeck


An einem lauen Herbsttag wurde eine Idee geboren: Susanne Bödeker vom „Carpe Diem“ ließ anfragen, ob ich mir vorstellen könnte eventuell und vielleicht und außerdem…

Ich konnte, wollte und das Ganze auch noch mit Freude:

15. November 2013: MEINE 1. öffentliche Lesung in MEINER Heimatstadt, bei der MEIN Name ganz oben auf dem Plakat prangte (In der Filmbranche bedeutet es wohl „Ich habe es geschafft!“ 😉). Damit MEINE Nervosität nicht überhandnahm, hatte ich mit „Flavia“ für den sogenannten sicheren (literarischen) Hafen gesorgt.

Nach einer herzlichen Begrüßung der Gäste durch Susanne Bödeker („Susanne, Du warst auch nervös? Ich habe gar nichts bemerkt!“) kamen ihre Mitarbeiterin Janin und ich abwechselnd zum Einsatz:

Janin stellte charmant die neuen Winter-Tees vor und plauderte u.a. über Herkunft und Verarbeitung der Tees. Und während die Gäste den Geschmackssinn trainieren konnten, schärfte ich ihren Gehörsinn mit meiner Lesung aus „Flavia de Luce – Mord im Gurkenbeet“ – der erste Roman aus der Feder von Alan Bradley über diese außergewöhnliche Amateur-Detektivin.

Je mehr ich las, umso mehr schwand meine Nervosität, umso lockerer wurde ich. Am lauten Lachen oder der gespannten Stille merkte ich, dass das Publikum ganz bei mir war und mir folgte. Und ich dachte nur: „Geil!“

Allerdings hatte ich nicht mit der einheizenden Wirkung einiger Kräutertees in Kombination einer wollenden Strickjacke gerechnet. Ein Entkleiden der Jacke kam nicht in Frage, da sich auf dem darunter befindlichen Hemd schon unschöne Flecke gebildet hatten (Mein Fazit: Lesung = luftige Kleidung + stilles Wasser).

1055053_1_articlefancybox_528a8aba0658b.jpg

So wirkte ich zeitweilig etwas fiebrig und glänze wie `  ne Speckschwarte. Dafür sah Janin – wie immer – großartig aus!

Es wurde ein so schöner Abend: gemütlich, heiter, stimmungsvoll & ganz entspannt!!!

Wer konnte ahnen, dass an einem Abend im November 2013 eine „Tradition“ geboren wurde, und ich in diesem Jahr nun schon zum 6. Mal bei Susanne Bödeker im „Carpe Diem“ zu Gast sein darf!

„Never change a winnig team!“ 🎖️

LADIES of CRIME…

LoC-sold out.png

Wow! 😯

Ich habe gerade erfahren, dass meine Lesung am 24. November im Carpe Diem ausverkauft ist!

Wow! 😯

Das ging aber schnell…!

Wow! 😯

Ich bin ganz überwältigt, freue mich riesig über diesen tollen Zuspruch…

…und stöbere gerade fleißig in den Werken der Krimi-Ladies. Wobei mir eine Entscheidung, welche Stories letztendlich bei der Lesung von mir vorgetragen werden, sehr schwer fällt: Die Damen sind einfach zu gut!!!

Welche Geschichten es ins „Finale“ geschafft haben, verrate ich an anderer Stelle!

 

 

LADIES of CRIME…

LoC.png

Diesmal wird es kriminell spannend bei meiner diesjährigen Lesung im „Carpe Diem“. Die Damen der Krimi-Literatur geben sich diesmal ein Stelldichein und haben so ihre eigenen Methoden: perfide, hintergründig und mit weiblicher Intuition…

…am 24. November 2018

…um 16.00 Uhr

…im Spezialitätengeschäft Carpe Diem, Marktstraße 9, 27711 Osterholz-Scharmbeck

Eintritt pro Person: € 10,– . Um eine Anmeldung wird gebeten bei Susanne Bödeker im „Carpe Diem“ (Tel. 04791-9315582).

Die Plätze sind – wie immer – begrenzt, darum lassen Sie sich fix ein Plätzchen reservieren!!!

 

Nun wird es für mich langsam Zeit,…

23826175_983417008464722_6162340668307311262_o.jpg

…mich auf die Bücher zu stürzen. Nun hat das letzte Quartal des Jahres begonnen, zwei Lesungen warten auf mich und möchten mit Inhalt gefüllt werden. Und wie bei jedem Mal, muss ich nur meinen Hintern hochkriegen, um einen Anfang zu finden. Ist der Anfang gefunden, läuft der Rest wie von alleine – naja, beinah!

Doch was genau ist „der Rest“? Was geschieht hinter den Kulissen? Wie bereitet sich ein Vor-Leser auf eine Lesung vor?

Ich bin mir sicher, dass dies von Vor-Leser zu Vor-Leser sehr individuell ist. Gerne verrate ich hier meine Vorgehensweise.

Der Termin für eine abendfüllende Lesung steht schon sehr zeitig fest. Bei den beiden genannten Lesungen war der eine Termin schon vor einem Jahr geblockt, der 2. Termin kam im Januar dazu. Eine rechtzeitige Planung hat durchaus Vorteile: Zeit für Vorgespräche, Kontakt zu Presse und Kooperationspartnern knüpfen, Plakate und Eintrittskarten entwerfen undvielesmehr. Gleichzeitig birgt es auch die Gefahr, sich vorerst entspannt zurückzulegen, da man denkt „Ach, ich habe ja noch sooo viel Zeit!“.

Dann folgt die Suche nach einem Thema für die jeweilige Lesung. Entweder ich habe von vornherein eine zündende Idee oder es folgt spontan und unerwartet eine Eingebung – meistens zu den unmöglichsten Zeiten und in den merkwürdigsten Situationen. So verdanke ich die Idee für eine schaurig-schöne Lesung einem nächtlichen Gang zur Keramikabteilung.

Danach beginnt die Recherche: Wo finde ich ausreichendes Futter für dieses Thema? Entweder ich stöbere in meinem Bücher-Fundus, forsche im Internet, kaufe im Antiquariat oder konsultiere die Buchhändlerinnen meines Vertrauens.

Die Vorbereitung beginnt:

Pro Lesung sammeln sich dann ca. 10-15 Bücher bei mir an und liegen nach Themen geordnet griffbereit und unübersehbar „in meinem Weg“, damit ich auch immer-wieder-und-dauer-haft-und-pene-trant darüber stolpere. Bekomme ich dann endlich den schon oben erwähnten Popo hoch, beginnt das Studium. Die Texte werden „angelesen“ und unter folgenden Kritikpunkten beäugt: Gefällt es mir?/ Springt der Funke über?;  Kann ich daraus was machen?/ Bietet es Potential?; Ist es überhaupt vor-lesbar?/ Nicht jeder Text, der sich interessant liest, ist ebenso zum Vortragen geeignet.

Treffen die genannten Kriterien zu, kommen ca. 10-12 Texte ins „Recall“. Nun lese ich sie ausführlicher, prüfe, wie sie im Kontext mit den anderen Texten harmonieren und stelle eine erste, grobe Reihenfolge zusammen, achte auf den Spannungsbogen oder setzte bewusst Brüche in der Lesung. Dann lese ich die Texte laut und stoppe bei jedem Vortrag die Zeit.

Von den ausgewählten Texten werden einige wieder verworfen – entweder der Zeitumfang der Lesung wird überschritten, oder sie stören den Fluss der Lesung oder schaffen nicht die gewünschte Atmosphäre. Zum Schluss landen 5-8 Texte im Finale.

Nun beginnt meine Arbeit am Text: Ich feile an der Betonung, setzte bewusst Pausen ein, feile am Ausdruck und arbeite die jeweilige Stimmung heraus. Evtl. stelle ich auch einzelne Sätze leicht um, da sie dann natürlicher und somit flüssiger über meine Lippen kommen. Mit einem Bleistift mache ich mir entsprechende Zeichen im Text und notiere mir unterstützende Stichwörter am Textrand. Dabei wird der Text ca. 8-10x laut gelesen, weiter an der Interpretation gefeilt und die Feinheiten im Text weiter herausgearbeitet: ein klassisches Textstudium! 2-3 Tage vor der Lesung lasse ich die Texte in Ruhe, um das Erarbeitete nochmals sacken zu lassen und sie am großen Tag dann „frischer“ vortragen zu können.

Doch damit ist meine Arbeit noch nicht beendet: Schließlich folgt bei meiner Lesung nicht Text auf Text „ohne Punkt und Komma“– Nein! – zwischen den Texten wird lässig-locker-leicht geplaudert. Privat plaudere ich natürlich einfach so vor mich hin, wie jeder andere Laien-Plauderer auch. Bei meiner Lesung plaudere ich selbstverständlich höchst professionell und extrem gut vorbereitet. So fülle ich meine überleitende Moderation mit Biografischen und/oder Kuriosen zum jeweiligen Autor, verrate meine persönliche Bindung zum Text oder plaudere aus dem Nähkästchen eines ambitionierten Vor-Lesers. Und das alles will sehr gut vorbereitet sein…!

Jetzt kann mich nichts mehr schocken! Pustekuchen!

Der Tag X naht:

Ging es mir bis dahin blendend, ändert sich dies schlagartig an DIESEM Tag: Die Nacht zuvor schlafe ich eigentlich immer recht ordentlich. Im Laufe des Vormittags breitet sich ein unangenehmer Druck in meinem Magen aus, an meinen Schläfen spüre ich einen Spannungsschmerz, und meine Blase hat plötzlich ein extrem eingeschränktes Fassungsvolumen.

Wieso denke ich plötzlich an diesen Schlager von Gitte, der sich jetzt geschwürmäßig in meinem Kopf Raum nimmt und mit dem Rhythmus seiner Melodie gegen meine Schädeldecke pocht?

Lampenfieber!

½ Stunde vor Beginn: Mir ist nicht gut! Ich könnte jetzt gemütlich auf dem Sofa liegen. Ach was! Ich MÜSSTE jetzt auf dem Sofa liegen, mich einer Entspannungstechnik hingeben und auf die Wirkung einer doppelten Aspirin warten. Mein vegetatives Nervensystem arbeitet dafür einwandfrei und versorgt mich mit einer überdurchschnittlichen Schweißbildung.

„Warum mache ich diese verdammte Sch….. eigentlich immer wieder?“

½ Stunde nach Beginn: Die Zuhörer haben ihre Plätze eingenommen – viele bekannte & liebe Gesichter, schon nach dem ersten gelesenen Absatz spüre ich…

„Ich hab´ Euch am Haken!“ – geiles Gefühl…

Ende der Lesung: Begeisterung!!!

„Du machst doch im nächsten Jahr wieder eine Lesung, oder?“ Aber natürlich mache ich im nächsten Jahr wieder eine Lesung! Wer könnte daran zweifeln!

Der Vor-Leser verlässt äußerst zufrieden und beglückt aber auch erschöpft die Stätte seines Triumphes!

Gestern hatte ich meinen letzten Einsatz…

…in diesem Jahr für unsere Vorlese-Reihe für Kinder „Zeit für Geschichten“:

Was macht man(n) nicht alles für die Leseförderung,…

…z. Bsp. trotz einer Kehlkopfentzündung vorlesen (Schmerztablette + Lesung kürzen = geht schon).

Meine jungen Zuhörerinnen (diesmal hatten nur Mädchen den Weg in „die schatulle“ gefunden) waren sehr aufmerksam bei der Sache und lauschten gespannt den Abenteuern von Kommissar Gordon und seiner Assistentin dem Mäusemädchen Buffy. Vor einem solchen Publikum zu lesen, macht mir immer ein großes Vergnügen.

Doch danach hieß es für mich wieder: „Klappe halten!“ (…und das fällt mir immer sehr schwer!)

Zeit für Geschichten…

ZfG.png

ZEIT für GESCHICHTEN – Zeit für etwas Neues…

Unsere neue Vor-lese-Reihe für Kinder geht in die 3. Runde:

Diesmal ermittelt Kommissar Gordon bei ZEIT für GESCHICHTEN. In seinem Wald werden im großen Stil Nüsse gestohlen. Ober er den Fall lösen kann?

…am 21. September 2018

…um 17.00 Uhr

…in der Buchhandlung die schatulle, Bahnhofstraße 98, 27711 Osterholz-Scharmbeck

Eintritt: frei – Meldet Euch vorher an (04791-8585) und seid am Vorlesetag pünktlich nachmittags um 5 hier.

Wie Mr Walker mich in Panik versetzte…

Lesung mit Martin Walker „Femme Fatale“ im Rathaussaal in Osterholz-Scharmbeck/ Buchhandlung „die schatulle“


Beginnen möchte ich meine neue Kategorie Anekdoten-Archiv… mit einem Erlebnis, das sozusagen als Beginn meiner „Karriere“ als Vor-Leser stehen könnte:

10. September 2013: Nun saß ich also neben einem Bestseller-Autoren und wartete auf meinen Einsatz: Er lass das 1. Kapitel im englischen Original, ich war dann für 3 weitere (vom Verlag vorgegebene) Stellen aus dem Roman auf Deutsch vorgesehen…

Wochenlang hatte ich mich vorbereitet, die Textstellen immer wieder gelesen, an der Betonung und meiner französischen Aussprache gefeilt: Gerade diese französische Aussprache bereitete mir als Fremdsprachen-Legastheniker immense Kopfschmerzen. Jedes französische Wort wurde mit Unterstützung meines Mannes zuerst korrekt ausgesprochen und dann in Lautschrift im Text notiert.

Nun saß ich hier – schweißgebadet und mit meiner Konfirmanden-Blase gestraft. Meine Nerven lagen nicht unbedingt gänzlich blank, aber ein Teil der Isolierung war im Laufe des Abends schon abgeschabt worden.

Einerseits dank Mr Walker, der mit selbstbewusster Arroganz die glorreiche Idee hatte, die Letzte, der von mir vorbereiteten Textstellen, zu streichen und mich dafür mit einer anderen Passage zu „belohnen“ (Dies löste spontan „Kreislauf“ und „Schnappatmung“ bei mir aus!).

Andererseits wurde die Lesung aufgrund der großen Nachfrage von der gemütlichen Buchhandlung „die schatulle“ der Schwestern Ute & Sabine Gartmann in den weitaus größeren Rathaussaal verlegt: Mir gegenüber saßen nun (geschätzt) 300 Zuhörer und starrten mich erwartungsfroh an,…

…und dabei hatte ich 1 ½ Jahre zuvor vorerst nur 3 klitze-klitze-klitze-kleine Lesungen gemacht.

Martin Walker und ich!!! 2.jpg

Dieser Auftakt meiner „Karriere“ als Vor-Leser war somit eine echte Herausforderung,…

…und ich schien diese Herausforderung gut gemeistert zu haben: Als Lohn für meine Mühe erhielt ich – neben einem jovialen Schulterklopfen von Mr Walker –  viel positives Feed-Back der Zuhörer und eine originale Gartmann-Kuh, wie sie sonst nur die Autoren als Dank für ihre Lesung erhalten.

DSCI3786.JPG

Mr Walker hatte seine Kuh im Hotelzimmer „versehentlich“ „vergessen“! Meine Kuh wird gehegt und gepflegt und hat in der Zwischenzeit Gesellschaft von einer Schwester bekommen.

Mr Walker wurde seitdem nicht wieder zu einer Lesung eingeladen. Ich habe in der Zwischenzeit schon einige tolle Projekte gemeinsam mit den Gartmann-Schwestern realisieren dürfen.

„Böse ist, wer schlechtes dabei denkt!“ 😈

Anekdoten-Archiv…

Anekdoten-Archiv2

In diesem Monat starte ich mit einer neuen Kategorie: Anekdoten-Archiv…

Im Laufe meiner „Karriere“ als Vor-Leser habe ich schon so einige Lesungen „verzapft“, und hin und wieder entstehen dabei witzige, berührende oder kuriose Momente, die ich mir mit Hilfe dieser Kategorie gerne in Erinnerung rufen möchte,…

…und ich hoffe natürlich sehr, dass meine Leser ebenfalls Spaß an diesen Anekdoten haben.

Jede Lesung ist für mich eine Herausforderung! Jede Lesung ist einzigartig! Jede Lesung war für mich ein besonderes Erlebnis. Aber nicht jede Lesung liefert Stoff für Anekdoten. Darum werde ich in dieser Kategorie auch nur sehr unregelmäßig etwas veröffentlichen.

Wer wissen möchte, was ich bisher schon alles „verzapft“ habe, findet die Antwort hier.

Liebe Grüße

Andreas Kück

Zeit für Geschichten…

ZfG.png

ZEIT für GESCHICHTEN – Zeit für etwas Neues…

Unsere neue Vor-lese-Reihe für Kinder geht in die 3. Runde:

Diesmal ermittelt Kommissar Gordon bei ZEIT für GESCHICHTEN. In seinem Wald werden im großen Stil Nüsse gestohlen. Ober er den Fall lösen kann?

…am 21. September 2018

…um 17.00 Uhr

…in der Buchhandlung die schatulle, Bahnhofstraße 98, 27711 Osterholz-Scharmbeck

Eintritt: frei – Meldet Euch vorher an (04791-8585) und seid am Vorlesetag pünktlich nachmittags um 5 hier.