[Noch ein Gedicht…] Heinrich Heine – NACHT LIEGT AUF DEN FREMDEN WEGEN

Nacht liegt auf den fremden Wegen,
Krankes Herz und müde Glieder;
Ach, da fließt, wie stiller Segen,
Süßer Mond, dein Licht hernieder.

Süßer Mond, mit deinen Strahlen
Scheuchest du das nächt’ge Grauen;
Es zerrinnen meine Qualen,
Und die Augen übertauen.     

Heinrich Heine


🌙✨ Heute ist der INTERNATIONALE TAG des MONDES! 🌙✨


[Noch ein Gedicht…] Mascha Kaléko – DER MANN IM MOND

Der Mann im Mond hängt bunte Träume,
Die seine Mondfrau spinnt aus Licht,
Allnächtlich in die Abendbäume,
Mit einem Lächeln im Gesicht.

Da gibt es gelbe, rote, grüne
Und Träume ganz in Himmelblau.
Mit Gold durchwirkte, zarte, kühne,
Für Bub und Mädel, Mann und Frau.

Auch Träume, die auf Reisen führen
In Fernen, abenteuerlich.
– Da hängen sie an Silberschnüren!
Und einer davon ist für dich.

Mascha Kaléko


🌔 …zum INTERNATIONALEN TAG des MONDES 🌖


[Noch ein Gedicht…] Friedrich Müller – DER MONDSÜCHTIGE

Du bleicher Mann da droben,
Siehst wieder so mürrisch aus:
Bist wohl recht unzufrieden
Mit deinem luftigen Haus?

Hör‘, Freund, wir wollen tauschen:
Ich geh‘ und räume dir
Für diesen kühlen Abend
Mein warmes Lager hier.

Dafür sollst du mich heben
In deinen Mond hinauf,
Mich mit ihm wandeln lassen
Den hellen Himmelslauf.

Will auch auf deiner Warte
Ganz mäuschenstille stehn,
Und nach der bösen Erde
Nicht viel herunter sehn.

Will keinen Dieb verrathen,
Will stören kein liebendes Paar:
Nur Eines möcht‘ ich sehen,
Und das recht hell und klar.

Dir, Mond, will ich’s vertrauen:
Es ist die Liebste mein,
Die ich beschauen möchte
In deinem goldnen Schein.

Sie wohnet in der Ferne,
Blickt oft empor zu dir:
Du guckst im Weltgetümmel
Wohl kaum einmal nach ihr.

Ich wollt‘ sie besser finden,
Ich kenn‘ ihr Fensterlein;
Durch Laden, Glas und Gitter
Schlüpft‘ ich zu ihr hinein.

Hinein in ihre Kammer
Mit aller Strahlen Flut! –
Wo ist der Mond geblieben?
Der Himmel auf Erden ruht.

Friedrich Müller


🌙Heute ist der INTERNATIONALE TAG des MONDES! 🌙