MONTAGSFRAGE #111: Liest du auch Bücher, die in einem anderen Kulturkreis spielen als deinem eigenen (Fantasy & SciFi nicht mitgezählt)?

Ich lese die Frage, schaue erstmal etwas deppert aus der Wäsche und fange sofort mit dem Grübeln an: Habe ich? Habe ich nicht?

Okay, auf Fantasy und SciFi hätte ich mich eh nicht berufen können, da ich mich für diese Genre nicht interessiere. Nun lasse ich meinen Blick über die Buchreihen schweifen und finde dort hauptsächlich Werke von Autor*innen aus Deutschland, England und Amerika, durchaus aus Italien, Spanien und Frankreich, und auch die skandinavischen Ländern sind vertreten. Alles so schön europäisch…! Sollte ich deswegen ein schlechtes Gewissen habe? Nö! Ich bleibe bei meiner wiederholt getätigten Aussage und mir somit treu: Ich lese, was mir gefällt und worauf ich zum jeweiligen Zeitpunkt Lust habe.

Aber diese Aussage trifft auch auf die Werke zu, die aus Kulturkreisen stammen, die meinem eigenen eher fern sind.

Da denke ich an das kleine aber sehr intensive Büchlein Ich wollte nur Geschichten erzählen vom syrischen Poeten Rafik Schami, in dem er von seinen Anfängen im Exil-Land Deutschland berichtet und uns teilhaben lässt an seiner Liebe zu seiner Heimatstadt Damaskus.

Die Erzählungen in Was es bedeutet, wenn ein Mann aus dem Himmel fällt der nigerianischen Autorin Lesley Nneka Arimah trafen mich mit voller Wucht: In ihnen steckten gleichzeitig Kraft und Melancholie.

Die russischen Dramatiker hatten es bisher bei mir nicht leicht: In meiner Jugend wagte ich mich an den Roman „Anna Karenina“ von Leo Tolstoi, dessen Lektüre nie von mir beendet wurde. Die Sprache wirkte damals auf mich sehr schwülstig und unrealistisch. Erst in den letzten Jahren tastete ich mich wieder ganz sachte an die russische Literatur heran, und eben genau diese Sprache war es, die mich für sie gefangen nahm. In Das Adelsgut formt Iwan Turgenjew seine Sätze mit Bedacht, und in Wintergeschichten kreiert Anton Čechov Geschichten voll zarter Poesie, Witz und Schwermut.

Doch warum lese ich so wenige Werke von Autor*innen, die aus einem mir fremden Kulturkreis stammen? Ignoranz ist es ganz sicher nicht – eher Unachtsamkeit: Ein Zustand, der sich ändern lässt…!

…und welche Werke aus fernen Kulturen gibt es, die Ihr mir empfehlen könnt? 


Antonia Leise von „Lauter & Leise“ hat dankenswerterweise DIE MONTAGSFRAGE: Buch-Blogger Vorstellungsrunde wiederbelebt und stellt an jedem Montag eine Frage, die Interessierte beantworten können und zum Vernetzen, Austauschen und Herumstöbern anregen soll! Ich bin gerne dabei!!!

In meinem MONTAGSFRAGE-Archiv findet Ihr Fragen & Antworten der vergangenen Wochen.

3 Kommentare zu „MONTAGSFRAGE #111: Liest du auch Bücher, die in einem anderen Kulturkreis spielen als deinem eigenen (Fantasy & SciFi nicht mitgezählt)?

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