[Rezension] Rafik Schami – Ich wollte nur Geschichten erzählen

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Rafik Schami beschreibt es in seiner Einleitung so treffend:

„Unser Leben ist keine stetige Linie. Es ähnelt eher einem Mosaikgemälde. Je näher man kommt, umso sichtbarer werden die Bruchlinien, umso charaktervoller die einzelnen Steine.“

…und da hier seine Geschichten die Steine bilden, die sich peu à peu zum Ganzen verbinden, fällt es mir schwer, einzelne Abschnitte hervorzuheben und dadurch anderen weniger Beachtung zu gönnen.

Und wie bei einem Mosaikgemälde üblich, sind seine Steine unterschiedlich geformt: mal als kleines Steinchen in der Form von nur einer Seite, mal als größerer Brocken von 4-5 Seiten.

Er lässt uns teilhaben an seinen Anfängen als Exilautor in Deutschland und den damit verbundenen (positiven wie negativen) Erfahrungen, schärft die Sinne seiner Leser für die Schönheit seiner Heimatstadt Damaskus und schürt das Verständnis für Flüchtlinge in der Fremde.

Dabei wirft er einen kritischen Blick in beide Richtungen: auf das geliebte Heimatland mit seinem gefürchteten Regime und auf das Gastland, das erst Schritt für Schritt, Jahr für Jahr langsam zur Heimat wurde.

Ich spürte eine leichte Melancholie beim Lesen der autobiografischen Mosaik-Stückchen – frei von jeglicher Sentimentalität und jeglichem Selbstmitleid,…

…und mir wurde wieder schnell deutlich: Rafik Schami besticht auch hier mit seiner großen Erzählkunst.

„Eine Geschichte ist dann gut, wenn sie für kluge Menschen jeglichen Alters geschrieben wurde.“

Wie wahr…!!!

erschienen bei Hirnkost/ ISBN: 978-3945398654

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

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