MONTAGSFRAGE #80: Verschenkt ihr Bücher auch, wenn ihr sie selbst nicht gelesen habt?

Aber natürlich…!

Allerdings müsste ich mir schon sehr sicher sein, dass der Beschenkte sich über das Buch auch freuen würde. Aber gerade in der letzten Woche ist dies geschehen: Ein sehr lieber Freund und gleichzeitig der Papa vom besten Patenkind der Welt hatte Ende März Geburtstag. Der Termin für ein gemeinsames Essen stand fest, und der Tisch in einem schicken Restaurant war reserviert. Und dann kam Corona…! Die Wochen zogen ins Land und unsere Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen von dannen. Letzte Woche haben mein Mann und ich beschlossen, dass unser Freund sein Geschenk – Essen hin! Essen her! – endlich erhalten soll. Schließlich sollte er nicht der Leidtragende in dieser Situation sein. Zudem hofften wir, ihm mit dem Geschenk eine unverhoffte Freude bereiten zu können.

Bei einem unserer vorangegangenen Telefonate erzählte er mit Begeisterung, dass er einen alten Roman von Ray Bradbury „Das Böse kommt auf leisen Sohlen“ ausgekramt hätte und ihn mit Begeisterung nochmals liest. Mir selbst war Ray Bradbury bis dahin unbekannt, so recherchierte ich und stieß recht schnell auf einen Sammelband „Ausgewählte Erzählungen“ aus dem Diogenes-Verlag. Das Buch machte mit seinem Leinen-Einband im Schuber auch optisch einiges her. Hurtig wurde es bei der Buchhandlung meines Vertrauens bestellt, und nur einen Tag später hing es zusammen mit einer Tafel seiner Lieblingsschokolade und einer Glückwunschkarte schön verpackt an seiner Haustür. Die Freude war groß…!

Aber auch mein Mann ist immer ein äußerst williges Opfer von Buchgeschenken meinerseits. Beide lieben wir Krimis, allerdings sehr unterschiedlicher Couleur: Er liebt Krimis, bei denen schon im ersten Absatz eine Leiche, mindestens ein paar Leichenteile auftauchen müssen, ansonsten „taugt der Krimi nichts!“ (O-Ton: er). Erfreulicherweise hatte ich bisher bei meiner Auswahl immer ein glückliches Händchen, aber selbst lesen würde ich das „blutige Massaker zwischen zwei Buchdeckeln“ (O-Ton: ich) nie und nimmer!

Auch seine heißgeliebten Biografien von mehr oder weniger prominenten Leuten darf er gerne von mir als Präsent erhalten, dann allerdings alleine lesen. Es gab bisher nur wenige Biografien, die zwar mein Interesse weckten, bei denen das Interesse meines Mannes allerdings süß weiterschlummerte.

Gottlob haben weder mein Mann noch ich das Bedürfnis, uns gegenseitig zu bekehren: Jeder von uns darf ganz nach persönlichem Gusto die Lektüre wählen!

…???


Antonia Leise von „Lauter & Leise“ hat dankenswerterweise DIE MONTAGSFRAGE: Buch-Blogger Vorstellungsrunde wiederbelebt und stellt an jedem Montag eine Frage, die Interessierte beantworten können und zum Vernetzen, Austauschen und Herumstöbern anregen soll! Ich bin gerne dabei!!!

In meinem MONTAGSFRAGE-Archiv findet Ihr Fragen & Antworten der vergangenen Wochen.