[Rezension] Jill McGown – Mord im alten Pfarrhaus: Ein Weihnachtskrimi

Mord im alten Pfarrhaus - Ein Weihnachtskrimi von Jill McGown.JPG

Dieses stimmungsvolle Cover verspricht einen amüsanten Cosy-Krimi mit einer liebenswert-kauzigen Amateur-Ermittlerin, die mit ihren gar putzigen Ermittlungsmethoden in ihrem kleinen, idyllischen Dörfchen auf Mörderjagd geht. Doch weit gefehlt…!

Der Untertitel „Ein Weihnachtskrimi“ lässt Fantasien frei von einem verschneiten Cottage, wo vor dem prasselnden Kaminfeuer direkt neben dem festlich geschmückten Christbaum ein schändlicher aber nicht allzu grausiger Mord geschieht. Doch weit gefehlt…!

Wer das denkt, denkt leider – oder vielmehr glücklicherweise – falsch! Nachdem ich mich von meinem ersten „Schock“ erholt hatte, offenbarte sich mir ein 1A-Krimi…

Es liegt hoher Schnee im englischen Ort Byford und im Hause von Pfarrer Wheeler eine Leiche: Der Schwiegersohn des Pfarrers wurde brutal erschlagen aufgefunden. Die Verdächtigen verstricken sich in Widersprüche, halten Fakten zurück oder legen falsche Fährten. Kein leichter Job für das  Ermittlerduo bestehend aus Chief Inspector Lloyd und Detective Sergeant Judy Hill, das ebenfalls zwischen professionellem Handeln und privaten Zwistigkeiten hin und her schwankt.

Jill McGown ist ein flüssig zu lesender Krimi gelungen, der durch glaubhafte Charaktere überzeugt: So verbirgt der Pfarrer und seine Familie allzu weltliche Sehnsüchte hinter ihrer Fassade, die Dorfbewohner sind prall portraitiert, und die Ermittler sind weit von unfehlbaren Superbullen entfernt. Der Krimi zieht seine Spannung aus der Dynamik des sozialen Gefüges dieser Zwangsgemeinschaft: Wer ver- bzw. misstraut wem? Was sind die jeweiligen Beweggründe?

Im Original erschien dieser Roman im Jahre 1988, liegt nun erstmals in der deutschen Übersetzung vor und wirkt ein wenig „wie aus der Zeit gefallen“: Ein moderner Krimi mit realistischen Personen, die ohne die heute übliche Telekommunikation auskommen (müssen) – sehr angenehm!

Beim Lesen beschlich mich zudem das Gefühl, eine gelungene Filmvorlage in den Händen zu halten, die sich mit ihren süffigen Dialogen wunderbar als Mini-Serie machen würde.

…und – Ja! – Die Handlung des Krimis spielt zwar zur Weihnachtszeit: Von „gnadenbringend“ ist allerdings wenig zu spüren!

„Welt ging verloren, Christ ward geboren: Freue, freue dich, oh Christenheit!“

erschienen bei DuMont/ ISBN: 978-3832198848

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