[Rezension] Ben Aaronovitch – Der Oktobermann

Bisher habe ich um so genannte Spin-Offs erfolgreicher Werke des Verlagswesens einen großen Bogen gemacht: In diesem Fall klang die Rezension meiner geschätzten Blogger-Kollegin Andrea Schuster von „Lesen… in vollen Zügen“ zum englischen Original so positiv, dass ich mich habe verführen lassen. Und auch auf die Gefahr hin, dass Andrea mich haut und knufft und sonst wie bestraft: Meine Begeisterung zu diesem Krimi fällt leider etwas verhaltener aus!

Am Rande eines Weinberges bei Trier liegt eine Leiche, die sowohl höchst unschön wie auch ungewöhnlich von Kopf bis Fuß mit einem besonderen Fäulnispilz überwuchert ist, der üblicherweise bei der Weinveredelung eingesetzt wird und für den Menschen völlig ungefährlich ist. Üblicherweise…! Aber an diesem Fall scheint nichts „üblich“ zu sein, da eindeutig Magie im Spiel ist. So wird Ermittler Tobi Winter vom KDA, der Abteilung für Komplexe und diffuse Angelegenheiten des Bundeskriminalamts, mit diesem Fall betraut. Zusammen mit seiner Kollegin „vor Ort“ Vanessa Sommer, versucht er den Fall mit übersinnlicher Intuition und magischem Talent auf den Grund zu gehen. Dabei stoßen die Beiden auf einen gefährlichen, Jahrhunderte alten Zauber und machen die Bekanntschaft mit durchaus weltlichen Fluss-Göttinnen…!

Glücklicherweise stutzte Ben Aaronovitch die Begegnungen Tobi Winters mit den Fluss-Göttinnen auf ein zumutbares, dafür unterhaltsames Maß zusammen (bei „Die Flüsse von London“ war ihm dies nicht gelungen: s.a. meine Rezension) und verhindert dadurch langatmige Beschreibungen, die den Roman nur unnötig aufblähen.

Dafür gebührt ihm mein Lob, da er innerhalb des „Die Flüsse von London“-Kosmos für das Ermittler-Duo Sommer & Winter (…über diesen Witz scherzen selbst die Protagonisten!) eine eigenständige Erzählweise kreierte. Er schafft es, dass dieser Roman „deutsch“ klingt: Zum einen malt er ein stimmiges Bild des hiesigen Polizei-Beamten-Apparats, und beschreibt glaubhaft das Setting, in dem er geschickt Realität mit Fiktion vermischt. Sein Roman mutet wie einer der momentan beliebt-erfolgreichen Regionalkrimis an und könnte auch in einer filmischen Umsetzung als solide Sonntagabend-TV-Unterhaltung funktionieren.

Tja, mehr gibt es nicht zu berichten: gute, solide Krimi-Kost! „Solide“ ist auch so ein Wort, dass ich mit „deutsch“ verbinde. Mir scheint, dass die Mimikry eines britischen Autors an den heimischen Buchmarkt als gelungen betrachtet werden darf. 😉


erschienen bei dtv/ ISBN: 978-3423218054

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

[Rezension] Ben Aaronovitch – Die Flüsse von London

Dies ist keine Rezension!

Was könnte ich Euch mit einer Rezension noch Neues mitteilen, dass nicht schon längst auf Buch-Portalen und Internet-Foren die div. Rezensierenden mehr als ausführlich mit ihren Rezensionen getan haben? Wie könnte ich Euch diesen Roman noch origineller näher bringen, ohne meine Vor-Rezensierenden zu kopieren und somit deren geistiges Eigentum schamlos zu missbrauchen? Mir fällt nix ein!

Darum erspare ich mir die Mühe, eine Rezension zu verfassen, versuche mich stattdessen, kurz und knapp zu halten und erkläre Euch nur…

a). Worum es in dieser Roman-Reihe eigentlich geht, bzw. womit sie zu vergleichen ist?

und

b). Warum Ihr die Bücher durchaus lesen solltet?

Also…

a). Stellt Euch folgendes vor: Ein etwas naiver aber sympathischer Constable Ben Jones geht bei einem Inspector Tom Barnaby, der einen „besonderen“ Abschluss per Fernstudium an der Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei absolviert hat, in die Lehre und darf sich seitdem mit allerlei kriminellen Gestalten aus dem Dies- und Jenseits herumschlagen.

und

b). Da ich schon div. Krimis innerhalb einer Serie sammle (und natürlich auch lese), wollte ich „eigentlich“ auf GAR KEINEM FALL mit einer weiteren beginnen. Doch nun nenne ich auch schon den zweiten Band mein Eigen (…und die weiteren, schon erschienenen Bände tummeln sich auf meiner Wunschliste.). Das konnte selbst die mythologisch-angehauchte und völlig unnötige Nebenhandlung nicht verhindern! Ich finde, dies spricht eindeutig für die Qualität des restlichen Romans.

Nur wünschte ich mir ebenfalls einen Zauberspruch, wenigstens um mir mehr Zeit zum Lesen zu erzaubern!!! (Furunculus! – Oh, verdammt, das war der falsche…!)


erschienen bei dtv/ ISBN: 978-3423213417