[Noch ein Gedicht…] Heinz Erhardt – DER WINTER

Wenn Blätter von den Bäumen stürzen,
die Tage täglich sich verkürzen,
wenn Amsel, Drossel, Fink und Meisen
die Koffer packen und verreisen,
wenn all die Maden, Motten, Mücken,
die wir versäumten zu zerdrücken,
von selber sterben – so glaubt mir:
es steht der Winter vor der Tür!

Ich laß ihn stehn!
Ich spiel ihm einen Possen!
Ich hab die Tür verriegelt
und gut abgeschlossen!
Er kann nicht rein!
Ich hab ihn angeschmiert!
Nun steht der Winter vor der Tür –
und friert!

Heinz Erhardt

[Rezension] Heinz Erhardt – Die Gedichte/ mit Illustrationen von Jutta Bauer

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Da ist er wieder – dieser Schelm! Kein anderer Humorist seiner Generation konnte so schön mit Worten spielen, aus Nichtigkeiten eine Pointe spinnen und Reime zum Schütteln bringen.

Dabei spielte natürlich auch seine unnachahmliche Art des Vortrags eine immense Rolle: sein unschuldig-naiver Blick, die hängenden Schultern und die wie zufällig gewählte Betonung der Worte.

In diesem Band sind nun erstmals alle seine Gedichte versammelt und mit kleinen, witzigen Illustrationen von Jutta Bauer verschönt.

Sie alle warten auf ihre Wieder- und Neuentdeckung: Selbstverständlich darf „Die Made“ nicht fehlen, aber auch die gereimten Geschichten um „Ritter Fips von Fipsenstein“ und die Sammlung Gedichte „In vier Zeilen“ sind ein Fest-Schmaus vom Großen der humoristischen Reime.

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So verpackte Heinz Erhardt die Tücken des Alltags, das Lieb & Leid in den Beziehungen der Geschlechter und allerlei Getier jeglicher Größe in seine Reime und beschert mir, dem geneigten Leser auch in der gedruckten Form eine Fülle an köstlichen Bonmots und witzigen Wortspielereien.

Er war eben ein wahrer Schelm!

erschienen bei Lappan/ ISBN: 978-3830334057