[Rezension] Rainer Moritz – Zum See ging man zu Fuß: Wo die Dichter wohnen. Spaziergänge von Lübeck bis Zürich/ mit Fotografien von Anna Aicher

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So, nun reicht es mir! So langsam mache ich mir ernsthafte Sorgen um mich: Wie schon erwähnt, scheine ich in diesem Frühjahr ganz im Bann von Rainer Moritz zu stehen. Nachdem mein Lese-Eindrücke zu Leseparadiese: Eine Liebeserklärung an die Buchhandlung und Mein Vater, die Dinge und der Tod schon erschienen sind, halte ich nun den neusten prachtvollen Bildband aus dem Knesebeck-Verlag in den Händen, zu dem Herr Moritz wieder seine launigen Texte beigetragen hat.

Als Leser habe ich meine imaginären Wanderschuhe geschnürt, mich auf den Weg gemacht und somit auf den Spuren von 14 großen Literaten begeben: Da streift Thomas Mann durch die Gassen von Lübeck vorbei am „Buddenbrock“-Haus. Arthur Schnitzler lebt, schreibt und liebt im achtzehnten Bezirk in Wien. Franz Kafka liest sehnsuchtsvoll Gedichte im Café Louvre in Prag. Und Marcel Proust schlendert über die Pariser Champs-Elysée.

Aber nicht nur die großen Metropolen findet in diesem „Wanderführer“ Erwähnung: Auch die Hass-Liebe zwischen Ingeborg Bachmann und ihrer Geburtsstadt Klagenfurt wird ebenso genannt, wie Gerhard Hauptmanns Schwärmerei zu Hiddensee und Gerhard Meiers Verbundenheit zu Niederbipp.

Alle diese Orte haben die Literaten nicht nur als Person geprägt, – Nein! – sie flossen ebenso in ihr literarisches Œuvre ein und inspirierten sie zu ihren herausragenden Werken, entweder indem sie der Fiktion Pate standen oder den äußerst realen Rahmen für ihre Geschichten bildeten. Umgekehrt nahmen auch die Literaten Einfluss auf die jeweiligen Orte, werden dort verehrt und gehegt als bedeutendes Detail im kulturellen Erbe und sind nicht selten Teil der dortigen Tourismusindustrie.

Einige Literaten sind zudem untrennbar mit dem jeweiligen Ort verbunden, wie beispielsweise Hans Christian Andersen mit Kopenhagen: Bei einem Spaziergang durch die dänische Hauptstadt wird der Besucher zwangsläufig über Andersen stolpern. Andersen galt als ein schwieriger Zeitgenosse und war nicht unbedingt ein angenehmer Gast, wie Freunde und Weggefährten bestätigen konnten…

„Hans Andersen schlief fünf Wochen in diesem Zimmer. Der Familie kam es vor wie eine Ewigkeit.“ Charles Dickens

Was wäre ein Bildband ohne Bilder? Genau! – Nur ein Lesebuch! Im vorliegenden Fall liefert Anna Aicher hervorragende Fotos zum Text: Sie fängt die Stimmungen in den Refugien und Treffpunkten der Literaten ebenso kunstvoll ein, wie sie die noch erhaltenden Arbeitsplätze in Szene setzt und die inspirierende Schönheit der Natur auf „Celluloid bannt“.

So, und nun werde ich versuchen, den Moritzschen Bann zu durchbrechen und mich anderen Autoren zuzuwenden: Drückt mir bitte die Daumen, damit Herr Moritz nicht doch noch ein weiteres Buch in diesem Jahr veröffentlicht. Ich wüsste nicht, ob ich stark genug wäre…!!!

erschienen bei Knesebeck/ ISBN: 978-3957280565

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

[Rezension] frankophile Samtpfoten

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Sie schnurren, maunzen und räkeln sich. Will man sie streicheln, fahren sie ihre Krallen aus. Sie gelten als unberechenbar, dennoch ist ihre Beziehung zum Menschen eine Erfolgsgeschichte…

„Wenn du ihre Zuneigung verdient hast, wird eine Katze dein Freund sein, aber niemals dein Sklave.“ Théophile Gautier


Auf Samtpfoten durch Paris von Olivia Snaije/ mit Fotografien von Nadia Benchallal

Dieses Buch handelt natürlich über Katzen: Es sind aber ganz besondere Katzen! In ihrem Reich sind sie Stars! Denn sie haben sich ein Reich gewählt, indem sie Stars sein dürfen. „Zu Besuch bei den Katzen der schönsten Brasserien, Hotels und Boutiquen“ lautet der Untertext zu diesem Bildband.

Dieses Buch handelt natürlich über Katzen: Gleichzeitig ist es aber auch ein charmanter Shopping-Guide für Paris.

So wird jede Katzenpersönlichkeit mit einer persönlichen und sehr individuell gestalteten Visitenkarte vorgestellt und mit wunderschönen Fotos in ihrem „natürlichen Umfeld“ portraitiert. Gleichzeitig ist es eine Verbeugung über Paris mit seinen Künstlern, seiner historischen Architektur und seinen kleinen, individuellen und inhabergeführten Läden.

erschienen bei Knesebeck/ ISBN: 978-3868737547


Katzen – Französische Landsitze und ihre Bewohner von Rachael McKenna

Das Betrachten der Fotos in diesem Bildband würde ich als „Balsam für die Seele“ bezeichnen: So schön, so stimmungsvoll, so anrührend, so atmosphärisch, so verführerisch,…

Rachael McKenna ist mit ihren Fotos eine Verbeugung vor dem Wesen der Katze gelungen. Dabei spielt natürlich auch die Wahl ihrer Locations eine nicht unerhebliche Rolle am Gelingen ihrer Fotos: Pompöses steht neben Schlichtheit und Vergänglichkeit, Kultur steht neben dem Wilden und Ungezähmten,…

Beim Blättern in diesem wunderschönen Bildband vergesse ich immer alles um mich herum: Darum liegt er auch griffbereit auf meinem Couchtisch.

erschienen bei Knesebeck/ ISBN: 978-3868733747


„Ich habe die Philosophen und die Katzen studiert, doch die Weisheit der Katzen ist letztlich um ein weites größer.“ Hippolyte Taine

Leider stand mir kein Foto einer Katze aus Frankreich zur Verfügung: Aber die überraschende Begegnung einer lieben Freundin mit einer Katze in ihrer Heimat Italien ist doch ebenso schön, oder?

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Foto: Carmela Silvia Sanfilippo

[Rezension] Rainer Moritz – Der schönste Aufenthalt der Welt: Dichter im Hotel/ mit Fotografien von Andreas Licht

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„Ich sterbe über meine Verhältnisse.“ Oscar Wilde

Was haben Simone de Beauvoir, Gerhart Hauptmann und Thomas Mann gemeinsam? Alle diese bekannten Dichterinnen und Dichter haben eine Zeit ihres Lebens in einem Hotel verbracht. Selbstverständlich nicht in einem X-beliebigen Hotel – Nein! – es waren für diese Dichter inspirierende Häuser, die sie beherbergt haben.

Reiner Moritz nimmt uns mit auf eine kulturelle Reise durch Länder und Epochen, öffnet für uns die Eingangstüren von 17 außergewöhnlichen Hotels und lässt uns an deren Zauber teilhaben. Er plaudert gewohnt kurzweilig aus dem „Nähkästchen“ mit seinen vielen Geschichten rund um Literatur und Lebensart – und vergisst auch nicht, den kulturellen und gesellschaftlichen Wandel mit seinen vielfältigen Einflüssen unerwähnt zu lassen.

Dank der großartigen Fotos von Andreas Licht konnte ich die Faszination dieser Häuser nachempfinden und aufgrund eigener Erfahrung durchaus auch bestätigen.

Dabei haben neben den großen, renommierten Häusern wie Hotel Sacher in Wien oder das L´Hôtel in Paris auch kleinere Häuser ihren Platz in diesem Buch, wie zum Beispiel „unser“ Lieblingshotel in Hamburg: Nachdem wir mehrere Übernachtungsmöglichkeiten ausprobiert (…z.T. auch „ertragen“) hatten, haben wir endlich unseren „Hafen“ in Hamburg gefunden! Darum verzeihen Sie mir bitte die Werbung:

„In jedem Hotel leuchtet Dir heute ein Apfel entgegen. Ich wasche oder schäle diesen Apfel in jedem Hotel. Im Wedina esse ich ihn einfach.“ Martin Walser

 …ein wunderbares „Coffee Table Book“, das ich immer wieder gerne zur Hand nehme, um darin zu blättern und zu schmökern!

erschienen bei Knesebeck/ ISBN: 978-3868736151