MONTAGSFRAGE #121: Welche Bücher wurden Euch mit dem Satz „Das musst du unbedingt lesen.“ empfohlen, habt Ihr aber bis jetzt noch nicht gelesen?

Vorab: Ich hoffe, Ihr hattet ein ganz und gar wunderbares Pfingstfest und wünsche Euch für die restlichen Feiertagsstunden genau eben dieses…!

Als ich die heutige MONTAGSFRAGE las, klingelte in der Hinterstube meines Denkkastens mit hellem Ton ein Glöckchen: Hatten wir diese Frage so oder so ähnlich nicht schon einmal? Nach über 120 beantworteten Fragen scheint mir dies nichts Ungewöhnliches zu sein, oder? Ein Blick in mein MONTAGSFRAGE-Archiv offenbarte mir die Frage #55 vom 14. Oktober 2019 mit dem Wortlaut Welches Buch, das man – nach allgemeiner Meinung – gelesen haben sollte, hast du noch nicht gelesen? Warum nicht?

Oberflächlich betrachtet ähneln sich die Fragen sehr, und auch die Antworten scheinen beiderseits kompatibel. Bei genauerem Hinsehen erkennt das geschulte Adlerauge durchaus differenzierte Unterscheidungsmerkmale: Während Frage #55 eher nach einem globalen Hype innerhalb des Literaturbetriebes fragt, meint die Frage #121 eher die persönliche Empfehlung von Mensch zu Mensch – unabhängig von aktuellen Bestseller-Listen. Und somit fallen selbstverständlich auch meine Antworten unterschiedlich aus…!

Schon seit einigen Jahren steht der Kriminalroman „Die Augen eines Mörders“ von Antonia Muñoz Molina bei mir im Regal und wartet darauf, von mir aus seinem Dornröschen-Schlaf geweckt zu werden. Liebe Bekannte, die schon mehrere Lesungen von mir besucht hatten und so meinen Faible für Kriminalromane kannten, überreichten mir bei einem Besuch dieses Buch als Gastgeschenk mit den Worten „Das ist der beste Krimi, den wir je gelesen haben…!“. So steht er nun in meinem Regal und wartet und wartet und wartet…! Und ich weiß noch nicht einmal, warum er schon so lange wartet, da er doch alle Zutaten vereint, die ich mir von einem guten Krimi wünsche. Wenn unsere gemeinsame Zeit endlich gekommen ist, werdet Ihr es genau hier an dieser Stelle erfahren. Versprochen…!

Anfang Februar traf bei mir über facebook eine Nachricht von der Buchhändlerin meines Vertrauens (Ja, genau die, die vor kurzem mit einem Beitrag bei mir zu Gast war!) ein: „Tolles Buch, unbedingt lesen, lass dir ein Rezi-Exemplar schicken, wenn du keins mehr bekommst, leihe ich Dir meins.“ Die Rede war von Im Wasser sind wir schwerelos von Tomasz Jedrowski, eine bittersüße Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Männern vor dem Hintergrund der politischen Verhältnisse im Polen der 80er Jahre. Ich bestellte ein Rezensionsexemplar, das mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt wurde, und begann zu lesen…! Über die ersten Seiten schien ich nur so dahin zu fliegen. Dann bahnte sich schon vor Ostern ein kleines persönliches Drama an, das sich über die weiteren zwei Wochen nach Ostern ausdehnen sollte. Mein Lesefluss wurde abrupt unterbrochen und tat sich in den Wochen danach extrem schwer, wieder in einen entspannten Flow zu geraten. Ich begann wieder mit der Lektüre des Romans und legte es nach nur wenigen Seiten wieder aus der Hand. Irgendwie war aufgrund der Anspannung der vorangegangenen Wochen meine Leselust etwas in Mitleidenschaft gezogen, und dieser Roman war leider nicht dazu geeignet, mich aus dieser Lese-Lethargie zu befreien. So legte ich ihn vorerst durchaus mit Bedauern zur Seite in der Hoffnung auf eine weitere gemeinsame Chance zu einem späteren Zeitpunkt…!

…und welche Schätzchen, die Euch wärmsten ans Herz gelegt wurden, schlummern noch so in Euren Regalen???


Antonia Leise von „Lauter & Leise“ hat dankenswerterweise DIE MONTAGSFRAGE: Buch-Blogger Vorstellungsrunde wiederbelebt und stellt an jedem Montag eine Frage, die Interessierte beantworten können und zum Vernetzen, Austauschen und Herumstöbern anregen soll! Ich bin gerne dabei!!!

In meinem MONTAGSFRAGE-Archiv findet Ihr Fragen & Antworten der vergangenen Wochen.

MONTAGSFRAGE #120: Schreibt Ihr auch außerhalb eures Blogs (Geschichten, Bücher etc.), und habt Ihr vielleicht schon selbst veröffentlicht?

Ähem…! Hüstel! Jaaa…! (mit einem extrem gedehntem A) Ich habe durchaus schon außerhalb meines Blogs geschrieben, und dies wurde auch veröffentlicht. Doch bevor hier irgendjemand verzückt aufschreit und mich nach Buchtitel, Verlag und ISB-Nummer fragt: Es war kein Buch, auch keine Geschichte und noch nicht mal ein schnödes Gedicht.

Meine Veröffentlichungen waren deutlich profaner: Ich habe facebook-Seiten betreut, d.h. ich war für die Fotos incl. Texte zuständig. So habe ich mich einerseits drei Jahre lang um die Seite eines Spezialitäten-Geschäfts in Osterholz-Scharmbeck gekümmert, bis dieses aus persönlichen Gründen im Februar 2020 leider geschlossen wurde. Meine Aufgaben waren dabei recht vielfältig: Ich erstellte Fotos, um die Waren ansprechend zu präsentieren, verfasste dazu den passenden Text und antwortete auf Kommentare der Kunden. „Nebenbei“ lieferte ich auch Ideen für Werbe-Aktionen sowie Veranstaltungen und entwarf die entsprechenden Flyer. Auch für die Veranstaltungen lieferte ich den Text und sorgte dafür, dass diese in den unterschiedlichsten fb-Gruppen beworben wurden bzw. auf der Homepage der Stadt auftauchten. Für diese Tätigkeit habe ich sogar höchst offiziell ein Gewerbe angemeldet, um die Möglichkeit zu haben, ebenfalls höchst offiziell eine Rechnung ausstellen zu können.

Ähnlich aber „in abgespeckter Form“ habe ich zwei Jahre die fb-Seite meiner Kirchengemeinde betreut – natürlich absolut ehrenamtlich. Während es bei der „gewerblichen“ Seite natürlich hauptsächlich um Werbung ging, war es mir hier eher wichtig, die Seite als Tor zu unserer Kirchengemeinde zu gestalten. Hier ging es mir darum, die Aktivitäten in unserer Gemeinde der Öffentlichkeit transparent darzustellen. Ich habe mich bemüht, die Stimmung bzw. die Haltung, die bei uns vorherrscht, widerzugeben, um so eine vielleicht vorhandene Schwellenangst bei den Besucher*innen unserer Seite gegenüber einer christliche Gemeinschaft abzubauen.

In beiden Fällen waren meine Texte zu den Fotos mit Sicherheit nicht unbedingt lyrisch-poetische Ergüsse mit literarischem Mehr-Wert. Aber ich konnte bei dieser Arbeit enorm viel lernen: Wie drücke ich mich kurz aber treffend aus? Auf welche Worte kann ich getrost verzichten? Welche Worte müssen sein, um den richtigen Ton zu treffen. Zudem habe ich meine Texte gerne im „Plauderton“ gehalten, damit sich die Leser*innen persönlich angesprochen fühlten.

Ich liebte es, mit Worten zu spielen und die passenden Begriffe zu suchen, um so die richtigen Formulierungen zu finden. Ich liebe es noch heute – mit dem einen gravierenden Unterschied, dass ich mich nun hier auf meinem eigenen Blog hemmungslos „in epischer Breite“ austoben darf! 😉

…und schlummern auch in Euch verkante Poet*innen? Dann gebt Euch bitte zu erkennen!!!


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MONTAGSFRAGE #119: Nehmt Ihr regelmäßig Kontakt zu Autoren auf? Wenn ja, bezüglich welcher Themen?

Nun sind wir doch tatsächlich im Monat Mai angelangt, d.h. es dauert nicht mehr lange, und das Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Höchste Zeit, sich über die Weihnachtsgeschenke Gedanken zu machen…! 😉

Doch nun zur Beantwortung der heutigen MONTAGSFRAGE, bei der mir sofort zwei Wörter förmlich ins Gesicht sprangen: Können wir bitte mal die Wörter „regelmäßig“ und „Kontakt“ genauer definieren?! „Regelmäßig“ kann von 1x wöchentlich bis 1x im Jahrzehnt ALLES beinhalten, ebenso könnte als „Kontakt“ sowohl ein verschämtes Bitten um Signatur während einer Lesung als auch ein gemeinsames Versacken in der Hotelbar bezeichnet werden. Aber wie ich unsere Hüterin der MONTAGAFRAGE kenne, hat sie sehr bewusst die Interpretationsspanne so weit gedehnt.

Nein, ich nehme nicht regelmäßig Kontakt zu Autoren auf, womit sich eine Beantwortung der zweiten Frage erübrigt…! Meine Kontaktaufnahme zu Autoren beschränkte sich bisher hauptsächlich auf Lesungen, wo ich mich als Buch-Blogger outete und anfragte, ob Fotos während der Lesung möglich sind. Bei Interesse würde ich dem Autor auch gerne einen Link zu meinem Beitrag in „Kulturelles Kunterbunt“ zusenden: Bisher nur ein einziges Mal erfolgt bei der Matinee mit Rainer Moritz zum Geburtstag der Buchhandlung meines Vertrauens, der auch prompt Erwähnung fand im Monatsrückblick von Uwe Kalkowski auf BuchMarkt.

Doch nicht alle Autor*innen scheinen den Kontakt mit ihrem Publikum zu mögen, geschweige denn, zu genießen. So hatte ich nach der jeweiligen Lesung durchaus schon Begegnungen mit Autor*innen, die ich eher unangenehm empfand. Es lag etwa nicht daran, dass die/der Autor*in bei dieser Live-Veranstaltung selbst nervös war. Diesen Umstand fände ich eher sehr sympathisch und absolut menschlich. Nein! Vielmehr hatte ich den Eindruck, dass die/der Autor*in eine Lesung als lästige Pflicht ansah und dabei den direkten Kontakt mit dem Publikum eher verabscheute. Diese Attitüden wirkten auf mich extrem herablassend und arrogant: Namen verschweige ich diskret!

Auf der Haben-Seite stehen die Begegnungen mit ganz wunderbaren Autor*innen, die nicht nur bei einer Lesung begeistern, ihrem Publikum absolut zugewandt sind, humorvoll jede Frage beantworten und geduldig für gemeinsame Fotos posieren. Stellvertretend für all diese wunderbaren Autorinnen und Autoren möchte ich folgende nennen: Ursula Poznanski, Karsten Dusse, Melanie Raabe und (natürlich) Rainer Moritz sowie Elke Heidenreich.

…und welche Begegnungen mit Autor*innen hattet Ihr? Plaudert doch gerne mal aus dem Nähkästchen!!!


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MONTAGSFRAGE #118: Hast du schon mal eine fremde Person angesprochen, weil sie ein Buch las, das du schon gelesen hast?

Ach, wie herrlich…! Ich liebe diese Frage! Oftmals wird die Auseinandersetzung mit einem Buch als ein Akt der Isolation beschrieben: Ich bin ganz allein mit mir, versinke in einer Geschichte und vergesse dabei alles um mich herum. Aber das Literatur auch ein wunderbares Thema ist, um mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, wird häufig zu wenig Beachtung geschenkt. Dabei ist es so herrlich inspirierend, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen – auch wenn es sich dabei um eine fremde Person handelt.

Wobei ich die Bedeutung des Begriffs „fremd“ leicht dehnen möchte: Während meiner Ausbildung zum examinierten Krankenpfleger hatte ich die Möglichkeit, einen Praxiseinsatz auf einer Station der Frauenklinik zu wählen. Zur damaligen Zeit war das eher ungewöhnlich und zeugte vom fortschrittlichen Denken der Verantwortlichen. Ich habe diese Wahl sehr bewusst getroffen, da ich mir sicher war, dass ich später nie in diesem Bereich arbeiten würde. Doch die wichtigen Erfahrungen, die ich hier sammeln konnte, wollte ich nicht missen.

Auf dieser besagten Station pflegten wir schwerpunktmäßig Frauen, die eine Brust-OP (aus unterschiedlichen Gründen) hinter sich hatten. Wie bei einem chirurgischen Eingriff oftmals üblich, musste auch hier regelmäßig ein Verbandswechsel erfolgen. Somit stand ich ebenso regelmäßig mit Verbandsmull, Schere, Pflaster, Desinfektionsmittel etc. ausgestattet vor dem Bett der Patientin und sollte/wollte zur Tat schreiten.

Um einer möglichen Scham vorzubeugen, wenn die Dame vor mir ihren Oberkörper entkleidete, habe ich sie gerne auf das Buch angesprochen, das ich auf ihrem Nachtschrank entdeckt hatte. Entweder hatte ich das Buch selbst schon gelesen, hatte davon schon gehört oder kannte von der-/ demselben Autor*in ein anderes Werk. Und – Schwupps! – während ich die Pflaster wechselte, waren die Patientin und ich in ein Gespräch vertieft, tauschten uns über Literatur aus und gaben uns gegenseitig Lese-Tipps.

Bücher sind so vieles und können ebenso viel bewirken – und sei es nur, dass sie dafür sorgen, eine unangenehme Atmosphäre gar nicht erst entstehen zu lassen!

…was meint Ihr: Können beim richtigen Buch aus Fremde Freunde werden???


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MONTAGSFRAGE #117: Wie sieht Euer Leseverhalten aus: Musik oder Hintergrundgeräusche, eher morgens oder abends, Leseplatz u.a.?

Esoterische Rituale, Räucherstäbchen und Gesänge der Buckelwale: Brauche ich nicht!
Sonnenlicht aus süd-östlicher Richtung mit Windböen unter Stärke 4: Brauche ich nicht!
Eine von tibetanischen Tempeltänzern geklöppelte Sitzgelegenheit: Brauche ich nicht!

Viel brauche ich nicht, außer…

…Ruhe! Ich brauche Ruhe! Darum werden Hintergrundgeräusche möglichst eliminiert, was zur Folge hat, dass selbst beim herrlichsten Frühlingswetter Fenster und Balkontür geschlossen bleiben, wenn mein Vermieter vs. Nachbar vs. Freund wieder einmal der Meinung ist, seine Werkstatt aufräumen zu müssen. Dieses Unterfangen hat schon ein episches Ausmaß angenommen, denn seit unserem Einzug im Jahre 2003 wird diese Werkstatt in mehr oder weniger regelmäßigen Intervallen aufgeräumt – und dies gerne recht geräuschvoll mit musikalischer Untermalung.

Apropos Musik: Während der Lektüre? Geht gar nicht! In jungen Jahren – also zu einer Zeit, die weit, sehr weit in der Vergangenheit liegt (Zur allgemeinen Orientierung: Als Währung hatten wir die D-Mark, Helmut Kohl war Bundeskanzler und Dieter-Thomas Heck moderierte noch die „Hitparade“!) – dudelte, während ich las, im Hintergrund immer ganz unaufgeregt irgendeine Musik. Und heute? Ruhe! Ich brauche Ruhe! Ach, das hatte ich ja schon erwähnt!

Als Leseplatz wähle ich mir gerne das Sofa und zwar vorzugsweise die Seite mit der Recamiere, damit ich meine Füße bequem hochlegen kann. Kaum bin ich in dieser Leseposition, lockt sie wie durch Zauberei unseren Kater auf den Plan, der liebend gerne auf meinem Schoß Platz nimmt. „Eigentlich“ (!) ist er auch das einzige Lebewesen, das mir beim Lesen Gesellschaft leisten darf. Mein Gatte wird höchstens in Ausnahmefällen gnädig von mir geduldet. Erstaunlich wie laut so’n Mensch atmen kann! Und dabei brauche ich doch…! Ach, das hatte ich ja schon erwähnt!

Auch bei Tageslicht schalte ich die Leselampe ein. Unser Sofa steht in einem so ungünstigen Winkel zum Fenster, dass auf die Buchseiten nur dann ausreichend Licht fallen würde, wenn der Buchrücken in meine Richtung zeigt. Zwecks Ausnutzung der Naturbeleuchtung müsste ich dann meinen Kopf auf die Recamiere betten, während meine Beine sich über die Rückenlehne Richtung Zimmerdecke schlängeln. Geht gar nicht! Aus dem Alter, wo ich akrobatische Verrenkungen auf einer weichen Unterlage machte, bin ich seit einigen Jahren (Okay, okay! Es sind eher Jahrzehnte!) raus. Also bescheint die Leselampe meine Buchseiten und brennt mir nebenbei einen fulminanten Sonnenbrand in den Nacken.

„Eigentlich“ (Schon wieder dieses schauderhafte Wort…!) kann ich zu jeder Tageszeit (weniger Nachtzeit) lesen. Allerdings bin ich morgens einfach frischer und somit aufnahmebereiter, während es (leider) am Nachmittag durchaus vorkommen kann, dass mich nach der Lektüre einiger Seiten eine altersbedingte Müdigkeit befällt und meinen Kopf auf das Polster zwingt. Dabei weckt mich häufig ein sehr spezifisches Geräusch – mein Schnarchen! Wen wundert’s?! Denn auch für einen erholsamen Schlaf brauche ich – Ihr ahnt es sicherlich – Ruhe, ganz viel Ruhe!

Wie gesagt: Viel brauche ich nicht…!

…und welche Lese-Rituale habt Ihr für Euch kultiviert???


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MONTAGSFRAGE #116: Wie gut kennt Ihr euch eigentlich mit HTML und Java Script aus (oder wie eignet Ihr Euch eure Design-Kenntnisse sonst so an)?

Ein Schrei erschüttert die westliche Hemisphäre: In den Häuserschluchten der Stadt schallt sein mächtiges Echo von Straße zu Straße und bringt das Glas in den Fenstern zum Klirren. Aufgescheucht von diesem Höllenton schlagen die Hunde in der Nachbarschaft Alarm, ganze Vogelscharen flattern panisch davon, und selbst die abgebrühteste Straßenkatze sucht Schutz im Sicherheit versprechenden Gebüsch. Die Rede ist natürlich von meinem MONTAGSFRAGE-Schrei, den mir Antonia in unregelmäßigen Abständen entlockt. Schuld daran sind Fragen wie diese…! Also, bitte, Antonia, was soll ich bloß mit einer solchen Frage anfangen?

Frage: „Wie gut kennt Ihr euch eigentlich mit HTML und Java Script aus?“
Antwort: Gar nicht!
Frage: „Wie eignet Ihr Euch eure Design-Kenntnisse sonst so an?“
Antwort: Learning by doing! – Ich probiere einfach aus!

Im Laufe meines (Berufs-)Lebens habe ich schon den einen oder anderen PC-Kurs belegt mit dem Ergebnis, dass ich das Gelernte aufgrund mangelnder Gelegenheit zur Anwendung schnell wieder vergessen hatte. In dem Moment, wo ich entsprechende Informationen brauchte (z.Bps. beim Erstellen eines eigenen Buch-Blogs), war es ein langsames, zeitintensives Herantasten an die Materie. Ich bin weniger ein Anleitungs-Leser – vor allem da vieles auf Englisch verfasst ist – als vielmehr ein Ausprobierer. Und so habe ich mal hier etwas angeklickt, mal dort etwas eingefügt bis langsam aber stetig mein Buch-Blog „wie durch Zauberei“ vor meinem Auge erschien und seine jetzige Form annahm.

Dabei empfinde ich die eigenmächtigen Änderungen des Blog-Anbieters in Bezug auf die Anwendung als absolut überflüssig, und vollmundige Versprechen wie „…nun noch schneller zur Traumseite!“ entlocken mir eher ein entnervtes Augenrollen. Einzig und allein ich entscheide darüber, welche Anwendungen bei meinem Blog zum Einsatz kommen – schließlich zahle ich dafür – und da ich mit meinem momentanen Status Quo zufrieden bin, stressen mich irgendwelche aufgezwungenen „Verbesserungen“ vom Anbieter mehr, als das sie mir eine Arbeitserleichterung verschaffen. Lieber Anbieter: Sollte ich den Wunsch nach Veränderung verspüren, komme ich gerne auf Dein Angebot (!) zurück. Ansonsten verbuche ich die Auseinandersetzung mit solchen „Verbesserungen“ eher als lästige Zeitverschwendung.

Apropos Zeitverschwendung: Die bereits erwähnten PC-Kurse waren für mich aber durchaus keine vertane Zeit – ganz im Gegenteil – habe sie doch meine Scheu vor dem „mächtigen“ PC gemindert und mir Mut gemacht, mich an ihm auszuprobieren.

…PC-Crack oder PC-Depp? Zu welcher Gattung zählt Ihr Euch???


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MONTAGSFRAGE #115: Literarischer Osterausflug. Welche Bücher eignen sich besonders für eine Flucht aus der Realität?

Ihr Lieben! Ich begrüße Euch herzlich endlich wieder zu einer MONTAGSFRAGE und hoffe, Ihr hattet bisher ein ganz wundervolles Osterfest. Dem Drang, dem Alltag real zu entfliehen, um neue Länder zu erkunden, können wir momentan leider nur sehr eingeschränkt nachgeben. Aber zum Glück gibt es – neben Filmen und TV-Serien – ganz wunderbare Lektüren, die uns in unserer Fantasie auf weit entfernte Kontinente, in fremde Galaxien oder sogar zu magischen Welten entführen könnten. Nun bin ich selbst weder der Typ, der die Genre Fantasy oder Horror bevorzugt noch einen Hang zu weiten Reisen verspürt. „Weiter“ bedeutet für mich nicht zwangsläufig „besser“, und so bleibe ich auch gerne literarisch auf einem vertrauten Terrain.

Nun liegen seit einiger Zeit zwei Krimis sichtbar und somit griffbereit auf meinem Couchtisch und locken mich, eine imaginäre Reise nach Frankreich bzw. England anzutreten.

Im letzten Jahr habe ich etwas vorgegriffen, indem ich den dritten Fall als erstes gelesen habe, um ihn Euch für „Lektüre zum Fest“ vorstellen zu können. Dieser gefiel mir allerdings so außerordentlich gut, dass ich beim Bücherstöbern in der Buchhandlung meines Vertrauens nicht widerstehen konnte. Auch beim ersten Fall Lacroix und die Toten vom Pont Neuf von Alex Lépic alias Alexander Oetker rechne ich mit einem spannenden aber unaufgeregten Kriminalroman, wo die Ermittlungen den pfiffigen Commissaire Lacroix durch die Straßen und Gassen der Seine-Metropolen führen und Cafés und Brasserien einladen, eine kulinarische Pause einzulegen. Ich erhoffe mir, dass die Handlung mich mit Witz und Charme in ein Paris ohne Corona entführt, mich von einem Bummel zu den „Bouquinisten“ am Ufer der Seine träumen und somit eine gehörige Portion Savoir-vivre erahnen lässt….! (Seufz!)

Der Krimi Mord in Sussex von John Bude ist vor kurzem erst (wieder-)erschienen. Dank einiger rühriger Verlage gibt es für Fans wie mir immer wieder einige Krimi-Klassiker aus der s.g. goldenen Ära zu entdecken. In diesem Fall ist die Handlung – wie es der Titel schon verrät – an der Südküste Englands angesiedelt. Vor meinem inneren Auge sehe ich mich schon durch eines der urigen Seebäder schlendern, genüsslich ein Eis schlecken, während die Musik der Karussells des nahen Jahrmarktes vom Wind über die See getragen wird. Oder ich mache barfuß einen Spaziergang am Strand, wo die warmen Wellen des Meeres meine Füße umspielen, und die Schreie der Möwen an den majestätischen Felsen der Steilküste widerhallen. Wie blöd nur, dass immer ausgerechnet in einem solch idyllischen Setting ein Mord verübt wird und somit im denkbar unpassenden Augenblick eine Leiche auftaucht. So’ne Leiche kann mir aber auch das schönste Urlaubsfeeling verleiten. Sehr rücksichtslos von so’ner Leiche…! (Grummel!)

…und in welchen literarischen Sphären verschlägt es Euch? Verratet mir gerne Eure Reise-Ziele!


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MONTAGSFRAGE #114: Gibt es ein Buch, das du richtiggehend hasst?

Hass! Es ist so ein großes mächtiges Gefühl, das allumfassend deinen Verstand einengt und dein Handeln manipuliert, das alles menschliche und mitfühlende in dir blockiert und ein logisches Denken schier unmöglich macht! Bisher hat es noch kein Mensch geschafft, dass ich ihn hassen könnte. Selbst die so genannte Ausbilderin während meiner ersten Ausbildung zum Industriekaufmann habe ich nicht gehasst: Ich habe sie durchaus aus tiefsten Herzen verabscheut – doch nicht gehasst!

Auch gegenüber einem Buch habe ich dieses große mächtige Gefühl ebenfalls noch nie empfunden: Ungeliebt? Überschätzt? Überflüssig? Ja! Ja! und nochmals: Ja!

All dies empfinde ich, wenn ich an einen ganz bestimmten Roman denke!

Es geschah im 2. Halbjahr des dritten und somit meines letzten Jahres auf dem Gymnasium: Im Leistungskurs „Deutsch“ dreht sich alles um die Gegenwartsliteratur. Sicherlich aus dem gutgemeinten Grund, unsere Motivation zu steigern, lies die Lehrerin uns die Lektüre selbst auswählen. Selbstverständlich wäre diese Lektüre dann auch relevant für das Abitur.

Eine Kurskameradin schwärmte über alle Maßen von Milan Kunderas „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“. „Das ist sooo toll! Ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen!“ palaverte sie vollmundig mit verklärtem Blick. Der literarische Enthusiasmus dieser Mitschülerin überraschte mich doch sehr. So hatte ich doch bisher den Eindruck, dass ihre hauptsächliche Lektüre aus der „BRAVO Girl“ bestand, in der sie ganz verzückt während der Deutsch-Stunde heimlich unter dem Tisch blätterte. Leider ließen sich meine Kurskamerad*innen von ihrem Enthusiasmus anstecken, und so durfte auch ich mich durch Kunderas Werk quälen: „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“ entpuppte sich für mich zur unerträglichen Schwere des Lesens.

Ich habe diesen Roman nicht verstanden! Ich habe die Intension des Autors nicht verstanden! Ich habe das Handeln der Personen nicht verstanden! Im Gegenteil: Es war mir zuwider! Ich fand den selbstverliebten Egoismus des sexbesessenen Tomas absolut abstoßend. Teresas stilles Leiden und mitleidiges Ausharren brachten mich zur schieren Verzweiflung. Als Kundera dann in der Mitte des Romans – für mich völlig unverständlich und absolut irrelevant – eine seitenlange Abhandlung über „Scheiße“ in die Handlung einfließen lässt, hatte ich mich endgültig von diesem „literarischen Kleinod“ verabschiedet. Was blieb, war ein ängstliches Bangen, dass ich zum Abitur ausgerechnet zu diesem Roman eine Abhandlung verfassen müsste.

Der Tag der Abiturprüfung kam: Wir saßen in der Aula unseres Gymnasiums. Die Aufgabenzettel wurden abgedeckt auf unseren Tischen platziert. Erst auf ein Zeichen der Aufsichtsperson durften wir gleichzeitig diese umdrehen. Ich warf einen Blick auf den Zettel und unterdrückte einen Freudenschrei. Als Thema der Deutsch-Prüfung wurde mir „Die Geschwister Oppermann“ von Lion Feuchtwanger geschenkt. Ich atmete vor Erleichterung auf, während ich mir den vorab vergossenen Angstschweiß von der Stirn wischte. Dann griff ich zum Füller und brachte voller Elan meine Abhandlung zu Papier. Während der gesamten Prüfung jubilierte ich innerlich in den höchsten Tönen und wurde am Ende für meine geistigen Ergüsse mit 13 Punkten belohnt!

„Die unerträgliche Leichtigkeit…“ landete kurz nach dem Abitur im Altpapier. „Die Geschwister Oppermann“ stehen immer noch in meinem Regal!

…und welches literarische Werk bringt Euch in Wut? Oder steht Ihr eher über den Dingen??? 


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MONTAGSFRAGE #113: Wie hoch ist euer Leseanteil in einer Fremdsprache, und warum lest ihr nicht die Übersetzung?

Die heutige MONTAGSFRAGE lässt sich schnell beantworten:

Mein Leseanteil in einer Fremdsprache beläuft sich auf NULL Prozent,
weil ich prinzipiell und ausschließlich Übersetzungen lese.

Die Gründe hierzu liegen für mich auf der Hand, wie ich es in meiner Antwort zu einer der früheren MONTAGSFRAGEN schon formuliert hatte und hier zitieren möchte:

Ich bin und bleibe ein Fremdsprachen-Legastheniker: Französisch hatte ich als Schulfach schnellstmöglich abgewählt, und als beste Note in Englisch konnte ich mit einer 4 „glänzen“. Dafür hat mein Mann ein Faible für Sprachen, war als Austauschschüler in Frankreich, frischte im Rahmen eines Bildungsurlaubes sein „Französisch“ auf und hatte zum Zwecke der urlaubsbedingten Völker-Verständigung auch schon Dänisch und Schwedisch gelernt. So kommt es, dass ich ihn in fremd(sprachig)en Gefilden immer vorschicke, während in der Heimat immer ich voran stürme. Aber ich vermisse auch nichts: Meine Kernkompetenzen liegen definitiv auf anderen Gebieten.

Und obwohl ich so gar nicht sprachaffin bin, finde ich es ganz wunderbar, dass es so viele unterschiedliche Sprachen gibt. Zeugt dies doch von einer immensen kulturellen Vielfalt auf unserer großen, bunten Welt.

So ziehe ich meinen imaginären Hut vor all den talentierten Übersetzer*innen, denen ich es verdanke, auch als Fremdsprachen-Legastheniker an dieser kulturellen Vielfalt teilhaben zu dürfen. Die Arbeit der Übersetzer*innen darf nicht unterschätzt werden: Tragen sie doch eine große Verantwortung am Erfolg eines literarischen Werkes im jeweiligen Land.

Als ich die erste Übersetzung von Edgar Allan Poes Gedicht „Der Rabe“ las, war ich etwas enttäuscht und fragte mich, warum dies nun eines der bekanntesten und beliebtesten Werke von Poe sein sollte. Meine Recherche ergab, dass im Laufe der Jahrzehnte mindestens 10 unterschiedliche deutsche Übersetzungen entstanden sind. So begab ich mich weiter auf die Suche nach einer Fassung, die den von mir erhofften Rhythmus von Sprache und Reime wiedergab, und fand sie glücklicherweise in der Übersetzung von Carl Theodor Eben.

Vor einiger Zeit habe ich zur Anthologie „Nichts als Weihnachten im Kopf“ aus dem Kampa Verlag eine Rezension veröffentlicht. In dieser wunderbaren Anthologie findet sich auch eine meiner liebsten Weihnachtsgeschichten „Das Geschenk der Weisen“ von O. Henry. Schon nach wenigen Sätzen wurde mir klar, dass es sich hier um eine Neu-Übersetzung (von/ 2019) handeln musste. Dabei erscheinen die Veränderungen zur älteren Übersetzung von Theo Schumacher aus dem Jahre 1994 nur marginal. Aber gerade diese kleinen Feinheiten nehmen Einfluss auf den Tonfall der Geschichte, bringen diese sprachlich zum Funkeln und würden mich somit immer die ältere Übersetzung wählen lassen,…

…und so trägt die Qualität der Übersetzung eine nicht unerhebliche Rolle, ob ich besagte Geschichte für eine meiner Lesungen auswähle, und sie mich so zu einer flüssigen Interpretation animiert.

…und bevorzugt Ihr das Original, oder greift Ihr doch eher zur „Fälschung“??? 


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MONTAGSFRAGE #112: Wie geht ihr mit Rezensionsanfragen um, die uninteressant sind? Sagt ihr immer die Wahrheit und gebt zu, dass ihr kein Interesse habt?

Ja, ich bin da diplomatisch-höflich-respektvoll ehrlich!

Rezensionsanfragen erhalte ich hauptsächlich von Verlagen und Presseagenturen oder hin und wieder auch direkt von Autor*innen. Bei letzteren handelte es sich bisher hauptsächlich um Self-Publisher, die meinen Blog über den grünen Klee lobten und der Meinung waren, dass ihr Werk und mein Blog ganz wunderbar zusammenpassen würden. Schließlich hätten sie einen „young-adult-dark-fantasy-gothic-crime-thriller“ verfasst, mit dem sie „das Genre neu erfinden“ würden (Schon merkwürdig, dass da kein Verlag zugreift…!). Spätestens zu diesem Zeitpunkt „bin ich raus“ und fühle mich etwas verschaukelt: Anscheinend hat der/die/das Schreiberling meinen Blog nicht mit einem Blick gewürdigt, sonst wäre ihm aufgefallen, dass sein so genanntes bahnbrechendes Werk absolut nicht in mein Lese-Portfolio passt. Ich kann es mir dann nicht verkneifen und weise mit beinah boshaftem Vergnügen eben genau auf diesen Umstand freundlich hin.

Ob Verlage oder Presseagenturen eine Antwort auf ihre Anfrage erhalten, ist davon abhängig, ob ich direkt angesprochen werde oder die Anfrage im Rahmen eines Newsletters erfolgt. Bei einem Newsletter erspare ich mir die Mühe, eine Absage zu formulieren. Bei einer direkten Ansprache hatte ich häufig schon im Vorfeld einen regen Austausch mit dem Absender: Man „kennt“ sich halt! Darum entspricht der vorgestellte Roman (leider!) ebenso häufig durchaus meinem Interessen-Gebiet, und so kann es passieren, dass es mich in einen ebensolchen Konflikt stürzt. Allzu gerne würde ich mich mit diesem Roman beschäftigen, aber…! In diesem Fall ist eine Absage meinerseits durch einen Mangel an Zeit und weniger aufgrund mangelndem Interesse begründet. Da ich niemand bin, der Rezensionsexemplare hortet und somit seinen SuB unnötig aufbläht, muss ich mit ehrlichem Bedauern ablehnen.

…und wie lautet Eure Strategie? Offene Worte oder diplomatisches Abwimmeln??? 


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