MONTAGSFRAGE #34: Prequel oder Sequel?

Montagsfrage (1)

Spontaner Ausruf: Weder noch!

Es hat sich mir nie die Notwendigkeit erklärt, warum es bei einem „in sich geschlossenem“ literarischen Werk ein „davor“ und/oder ein „danach“ geben muss – sofern beides nicht von Anfang an geplant und somit Teil dieses „in sich geschlossenem“ Werkes ist!

Die Harry-Potter-Heptalogie ist ohne Zweifel großartig (Ich liebe sie!): Ich verspüre aber weder die Neugierde noch das Bedürfnis, zu erfahren, was es mit Grindel-dingsbums auf sich hat, und welche fabel-dudideldumdei Kreaturen sonst noch im verbotenen Wald hausen. Zudem habe ich oft den Eindruck, dass weder die Prequels noch die Sequels an die Qualität des Originals heranreichen und somit als Marketingstrategie nur den Hunger der Fans „nach mehr“ befriedigen und für meine Begriffe nichts anderes sind als weitere Produkte im weiten Meer des Merchandisings. Es macht zudem den Anschein, dass das Buch-Genre „Fantasy“ am ehesten von diesem Phänomen betroffen ist. Und da sich meine „Fantasy“-Erfahrung mit „Harry Potter“ auch schon erschöpft hat, dümpelt meine obige Äußerung absolut vorurteilsreich im Nebel der Subjektivität…!!!

Da lobe ich mir doch meine Krimi-Autoren, die von Anfang an kein Hehl daraus machen, dass ich als Leser noch viele, viele Verbrechen von ihnen zu erwarten habe. Was wäre mein Leben ohne Miss Marple, Hercule Poirot, Kommissar Maigret, Flavia de Luce, Dr. Siri und Cormoran Strike? Ärmer!!!

Und somit kann ich selbstverständlich alle Fantasy-Leser verstehen, die sich „ein mehr“ ihrer präferierten Held*innen wünschen!

Moment mal! Irgendwie habe ich jetzt den Eindruck, ich hätte mir selbst widersprochen! Ach, egal! Bei meiner genialen Persönlichkeit kann ich mir Widersprüchlichkeiten absolut erlauben: Was interessiert mich mein Geschwafel von eben! 🤣

…mit oder ohne Pre- und Sequel?


Antonia Leise von „Lauter & Leise“ hat dankenswerterweise DIE MONTAGSFRAGE: Buch-Blogger Vorstellungsrunde wiederbelebt und stellt an jedem Montag eine Frage, die Interessierte beantworten können und zum Vernetzen, Austauschen und Herumstöbern anregen soll! Ich bin gerne dabei!!!

In meinem MONTAGSFRAGE-Archiv findet Ihr Fragen & Antworten der vergangenen Wochen.

[Rezension] Georges Simenon – Der Mörder

„Hochverehrter Herr Doktor, es tut weh, mit anzusehen, wenn ein Mann wie Sie insgeheim der Lächerlichkeit preisgegeben wird. Jemand, der Sie schätzt, teilt Ihnen mit, dass Frau Kuperus Sie betrügt, jedes Mal wenn Sie unterwegs sind. Sie trifft sich mit einem Ihrer Freunde, Herrn de Schutter, in dessen Bungalow am See und verbringt dort manchmal auch die Nacht.“

…einige wenige Zeilen auf das Papier geworfen und die wohlgeordnete Welt von Doktor Kuperus gerät aus den Fugen. Diese wohlgeordnete Welt hat er sich über Jahre aufgebaut: respektabler Haushalt in einer Kleinstadt mit Frau und Dienstmädchen, eine gutgehenden Arztpraxis, Mitglied im Billard-Club…

…und einmal im Monat nimmt er an einem Ärztetreffen in Amsterdam teil: Monat für Monat und Jahr für Jahr. Nur zwei Mal bleibt er diesem Treffen fern: Beim ersten Mal versichert er sich, ob die Behauptungen des anonymen Schreibens den Tatsachen entsprechen. Beim zweiten Mal erschießt er seine Frau und ihren Liebhaber und versenkt die Leichen im nahen Kanal. Dann wartet er auf seine Verhaftung. Doch nichts passiert, und er lebt weiter…! Leben…?

Georges Simenon entwirft das Psychogramm eines gebrochenen Mannes, dessen Fassade der Gutbürgerlichkeit durch diese Tat ins Wanken gerät. Der anfängliche Taumel des Unerhörten wird abgelöst durch Ängste des Überführtwerdens, um sich dann in manischen Verhaltensweisen zu manifestieren. Eine solch schändliche Tat hinterlässt tiefe Spuren in der Psyche und in der Seele des Täters, spiegelt sich ebenso in seiner Physiognomie wieder und offenbart sich in seinem Verhalten gegenüber seiner Umwelt.

Georges Simenon entwirft ebenso ein Soziogramm und beschreibt anschaulich, wie diese Tat Einfluss auf das Verhalten der Menschen in dieser Kleinstadt nimmt: Der Mörder ist unter ihnen. Sie vermuten es, sie befürchten es und können doch nichts beweisen. Das soziale Gefüge kommt ins Straucheln, wirkt verletzlich und angreifbar und sehnt sich nach dem schützenden Mantel der Gutbürgerlichkeit.

Als Krimi kann und möchte ich „Der Mörder“ nicht bezeichnen: Simenon lässt von Anfang an keinen Zweifel an den Täter aufkommen: Somit bleibt die klassische Aufklärung aus,…

…und doch liest sich dieser fesselnde Roman so spannend wie ein Krimi und beweist anschaulich, warum Simenon als der „meistgelesene, meistübersetzte, meistverfilmte, in einem Wort: der erfolgreichste Schriftsteller des 20. Jahrhunderts“ (Die Zeit) gilt!!!

erschienen bei Hoffmann & Campe/ ISBN: 978-3455005240

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

[Rezension] Anne Cathrine Bomann – Agathe

„Wenn ich mit zweiundsiebzig in den Ruhestand ging, hatte ich noch fünf Monate zu arbeiten. Das entsprach zweiundzwanzig Wochen oder, falls alle Patienten kamen, genau achthundert Gesprächen. War jemand verhindert oder wurde krank, verringerte sich die Zahl natürlich. Darin lag, trotz allem, ein gewisser Trost.“

Das Leben des alternden Psychiaters hat Struktur. Das Leben des alternden Psychiaters läuft in gewohnten Bahnen. Das Leben des alternden Psychiaters birgt aber auch keine Überraschungen mehr. „Zum Glück!“, meint der alternde Psychiater. Doch überraschend taucht eine junge Patientin in seiner Praxis auf und verlangt nach Behandlung, und plötzlich bekommt seine Struktur Risse und die gewohnten Bahnen verwandeln sich in eine Achterbahn der Gefühle. Doch nicht nur diese junge Patientin mit Namen Agathe reißt ihn aus seiner Lethargie, in der er es sich so schön bequem gemacht hat, auch die anderen Menschen seiner Umgebung versagen ihm ihre gewohnten Reaktionen: Da ist seine korrekte Sekretärin Madame Surrugue, die urplötzlich der Arbeit fern bleibt, oder sein Nachbar, den er seit Jahren durch die Wand zwar hört, aber mit dem er noch nie auch nur ein einziges Wort gesprochen hat,…

…und immer wieder Agathe, die nach Äpfel und Zimt duftet: Ein Duft, der ihn an seine Kindheit erinnert!

Mit „Agathe“ legt Anne Cathrine Bomann ihren ersten Roman vor und beweist mit diesem kleinen, 155-Seiten-schmalen Büchlein, dass große Literatur auch mit wenigen Worten auskommt, auch auskommen kann. Dabei beschreibt sie die Situationen mit einer Klarheit, einer atmosphärischen Dichte und gleichzeitig voller Leichtigkeit. Der Roman mutet an wie eine dieser wunderbaren französischen Komödien, die trotz der spürbaren Melancholie den Zuschauer/ Leser mit einem wohligen Gefühl zurücklassen und die Augen zum Leuchten und das Herz zum Strahlen bringen.

Bowmann ist ein ungewöhnliches Plädoyer für die Lebensfreude, die Spontanität und die Menschlichkeit gelungen. Ebenso wie die verkrusteten Strukturen ihres Hauptdarstellers bröckeln, so schenkt sie auch ihrem Leser die Möglichkeit, den eigenen Lebensentwurf ohne Zwang zu hinterfragen und zu überdenken,…

…damit er somit die Motivation nicht verliert, weiterhin auf das Leben mit all seinen Facetten und vielfältigen Möglichkeiten neugierig zu sein!


erschienen bei hanserblau/ ISBN: 978-3446261914

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

Die Oster-MONTAGSFRAGE #33: Buch mit Hase…?

Montagsfrage (1)

Auch am Ostermontag bleibt uns die Montagsfrage (zum Glück) nicht erspart, und wie könnte es auch anders sein, dreht es sich heute im weitesten Sinne um den Hasen in der Literatur…!

Natürlich habe ich schon etwas von „Die Häschenschule“ oder von Beatrix Potters „Peter Hase“ gehört (und nie gelesen). Der Hase „an sich“ und der Osterhase im Besonderen stehen nicht unbedingt im Zentrum meines literarischen Interesses. Da bieten andere Tiere mir ein weitaus größeres Identifikationspotenzial: Zur Katze „an sich“ hätte ich lang & schlapp und rauf & runter so einiges in gedruckter Form zu bieten. Da stapeln sich Lyrik und Prosa, Bildbände, sowie Sach- und Fachbücher in Regalen und auf Tischen…! Aber leider ist der Hase das bevorzugte Tier zum Osterfest und nicht die Katze, obwohl mein Kater durchaus ein sehr ausgeprägtes Talent zur Brut besitzt und dabei mit einer konstanten Leistung zu überzeugen versteht…!

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Während ich zur Advents- und Weihnachtszeit mit vielfältigen Geschichten über Engel, Jesu Geburt, Nikolaus, Weihnachtsmann, Christkind und Co. KG aufwarten kann, geht das Osterfest mir – zumindest literarisch – so ziemlich am Pöter vorbei. Dabei musste ich zu meiner eigenen Überraschung feststellen, dass ein Büchlein mit Geschichten und Gedichten zum besagten Fest schon seit einigen Jahren in einem Regal meiner umfangreichen Bibliothek steht und steht und steht…!

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Da ist das Neue noch nicht von ab, aber zumindest hatte ich das Büchlein schon von seiner Cellophanhülle befreit: So ein Langohr will ja auch atmen!!!

Obwohl: Wo ich es jetzt eh schon aus dem Regal gekramt habe, da könnte ich ja auch einen klitzekleinen Blick hineinwerfen…!

…Hang zum Hasen??? Ja! oder Nein!


Antonia Leise von „Lauter & Leise“ hat dankenswerterweise DIE MONTAGSFRAGE: Buch-Blogger Vorstellungsrunde wiederbelebt und stellt an jedem Montag eine Frage, die Interessierte beantworten können und zum Vernetzen, Austauschen und Herumstöbern anregen soll! Ich bin gerne dabei!!!

In meinem MONTAGSFRAGE-Archiv findet Ihr Fragen & Antworten der vergangenen Wochen.

[Noch ein Gedicht…] Kurt Tucholsky – FRÖHLICHE OSTERN

FRÖHLICHE OSTERN von Kurt Tucholsky.png

Ei, ei!
in einer Reih
legen die fleißigen Hasen
wohl auf den grünen Rasen
hervorragend bunte Ostereier –
denn der freie Handel wird stets freier,
und so legt denn heute das Hasensyndikat
über acht Stunden von früh bis abends spat.
Wenn wir Menschen uns aber die Eier begucken:
ja was haben die Hasen den diesmal für Mucken?
Da steht „Räterepublik“ auf einem Ei geschrieben,
das ist um und um mit brandroter Farbe eingerieben.
Auf einem steht: „Uns Nationalen geht‘s zurzeit sehr mau!“
Und dieses Ei ist mit Recht ganz und gar knallblau.
Und auf einem ist zu lesen, daß so weiß wie dieses Ei
auch die Unschuld der Herren altdeutscher Kriegspolitik sei.
Und wieder auf einem steht groß und dick und kühn:
„Deutschlands Zukunftshoffnung“ – und das ist grün.
Und es sagt mir eines der kleinen Hasentierchen:
Dir und Deinen lieben Deutschen zum Pläsierchen
tät ich gern etwas gegen den inneren Krieg –
denn ich kleiner Hase, ich liebe die deutsche Politik!“
Und ich sagte. „Herr Hase, meinetwegen!
Also, das müssen Sie Rühreier legen!“
Na, finden Sie vielleicht was dabei?
Allerseits: Fröhliche Ostern!
Ei, ei! Ei, ei!

Kurt Tucholsky

[Rezension] Leo Timmers – Ein Haus für Harry

Ohjemine! Das ist ja sooo entzückend…!

Kater Harry möchte gerne mit Schmetterling Vera spielen, war aber noch nie draußen. Trotzdem tollt er dem Schmetterling hinterher, verläuft sich und findet sein Haus nicht mehr wieder. Nun macht er sich auf die Suche, ein passendes Haus für sich zu finden. Dabei macht er die Erfahrung, dass es eine ganze Menge andersartige Häuser für die unterschiedlichsten Bewohner gibt. Zum Glück findet Harry Freunde, die ihm helfen zuerst Vera und dann den Weg nach Hause wieder zu finden.

Leo Timmers erschafft in Wort & Bild eine kleine, charmante Geschichte, die das Andersartig-Sein thematisiert ohne die pädagogische Keule aus dem Sack zu lassen. Seine cartoonhaften Illustrationen bereiten dem Betrachter eine Menge Freude, amüsieren auch in den Details (So gibt es an einer Litfaßsäule die Plakate von „Cats“ und „Madame Butterfly“ zu entdecken! 😍) und zaubern ein Lächeln auf die Lippen des Betrachters.

Ein amüsant-charmantes Bilderbuch für die Kleinen zum Vorlesen und gemeinsamen Betrachten…! 🐱

erschienen bei aracari/ ISBN: 978-3907114063

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

[Krimi] Patricia Highsmith – ZWEI FREMDE IM ZUG / bremer kriminal theater

frei nach dem Roman von Patricia Highsmith / Deutsch von Elke Körver und Maria Caleita

Premiere: 31. März 2017 / besuchte Vorstellung: 29. April 2017 / bremer kriminal theater


Inszenierung: Ralf Knapp
Bühne: Ralf Knapp / Heiko Windrath

Kostüme: Bianca Oostendorp


Eine Zufallsbegegnung im Zug mit fatalen Folgen für alle Beteiligten: Was lässt einen Menschen zum Mörder werden? Welche Umstände müssen eintreten, damit jemand einen ihm völlig Fremden tötet? Bei Patricia Highsmiths „Zwei Fremde im Zug“ geht es nicht um „Wer hat es getan?“ (Das wissen wir Zuschauer schon nach der ersten ¼ Stunde), vielmehr steht die Frage im Raum „Warum hat er es getan?“.

Sechs quadratische Waben stehen auf der Bühne – weiß, kühl und unberührt – und warten auf die Protagonisten. Bis auf wenige Ausnahmen stehen die Schauspieler allein in einer Wabe, kommunizieren miteinander aber auch aneinander vorbei. Missverständnisse sind vorprogrammiert, da jeder sich hinter „seiner“ Wand versteckt und bemüht, dem Gegenüber nicht hinter die Fassade blicken zu lassen.

Dieses Stück verzichtet auf „Action“, sondern setzt ganz auf die Wirkung der Dialoge und dem Können der Schauspieler (Christian Aumer, Denis Fischer, Janina Zamani & Martin Leßmann).

So ist dem Regisseur Ralf Knapp mit seinem Ensemble ein spannender Theaterabend gelungen, der noch lange im Gedächtnis haften bleibt.


ZWEI FREMDE IM ZUG wird am bremer kriminal theater noch bis Ende April 2019 gezeigt.

[Rezension] J. Jefferson Farjeon – Dreizehn Gäste

Ein junger Mann namens John Foss springt aus einem anfahrenden Zug, landet unsanft auf dem Bahnsteig und verstaucht sich den Knöchel: Schon findet er sich mit Unterstützung der reizenden, jungen Witwe Nadine Leveridge im alt-ehrwürdigen Anwesen Braggley Court von Lord und Lady Aveling wieder – inmitten einer illustren Wochenendgesellschaft von sehr einzig- sowie eigenartigen Typen. Durch diesen tragischen Unfall hat sich die Zahl der Anwesenden auf die berüchtigte Zahl 13 erhöht: Einem schlechten Omen gleich zollt diese Unglückszahl ihren Tribut unter den Anwesenden…!

„Dreizehn Gäste“ erschien erstmals 1936 im Goldenen Zeitalter der britischen Kriminalliteratur und liegt nun endlich in der deutschen Übersetzung vor. Doch warum ist Joseph Jefferson Farjeon (1883–1955) bei uns so wenig bekannt? Dabei hat er mehr als sechzig Krimis und Thriller verfasst, und seine – auch bei uns populäre – Krimi-Kollegin Dorothy L. Sayers schwärmte von ihm als „unübertroffen in der gruseligen Darstellung mysteriöser Abenteuer“. Darum geht mein Dank an den Klett-Cotta Verlag, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, diese verschollenen Krimi-Perlen wieder ans Licht der Öffentlichkeit und somit vor die Augen der Leser*innen zu befördern.

Ich LIEBE alte, englische Krimis! Ich LIEBE sie einfach! Einerseits reizt mich die Zeit, in der sie spielen: Eine Zeit, die geprägt war durch Stil und Etikette. Eine Zeit, die nicht besser als die heutige war aber manchmal besser erschien. Andererseits verstanden die damaligen Kriminalautorinnen und –autoren einfach ihr Handwerk…!

Zudem beherrschte Farjeon die Kunst, wunderbar zu formulieren, glaubhafte Charaktere zu formen und die Dialoge klug einzusetzen. Gleichzeitig streute er Witz und Ironie in die Handlung und scheute auch keine Anspielungen auf prominente Kollegen: So beschreibt er den ermittelnden Inspektor Kendall als einen der wenigen Kriminalisten, die nicht Geige spielen.

Wie ein Spinnennetz verwebt Farjeon die Schicksale seiner Protagonisten miteinander, verknüpft einige enger, um andere zu lockern oder gar gänzlich zu zerreißen. Handlungsstränge werden verfolgt, dann wieder fallengelassen, nur um beim Finale anhand eines detaillierten Zeitplans das Geschehen miteinander zu verknüpfen, die Täter*innen zu entlarven und somit die Verbrechen aufzulösen. Lese-Genuss pur!

Ich freue mich schon sehr auf die nächste kriminalistische Wieder-Entdeckung im Klett-Cotta Verlag!


erschienen bei Klett-Cotta/ ISBN: 978-3608963922

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

MONTAGSFRAGE #32: Gibt es einen Autor, den du früher sehr bewundert hast, heute aber kritischer siehst?

Montagsfrage (1)

Blogger-Kollegin Antonia Leise ist – zum Glück – aus der Examensflut wieder heil aufgetaucht und beschert uns in dieser Woche eine besonders interessante Frage, die durchaus Potential zur Kontroverse besitzt.

Zur Beantwortung der heutigen Frage musste ich (leider!) nicht lange überlegen…!

In den 90er Jahren habe ich den Katzenkrimi „Felidae“ von Akif Pirinçci verschlungen: Ich fand ihn spannend, ungewöhnlich, beängstigend – einfach großartig. Den Rassenwahn eines Josef Mengele im überschaubaren Umfeld von Hauskatzen anzusiedeln galt für mich als Mahnmal gegen Rechts.

Ich konnte damals ja nicht ahnen, dass dies anscheinend schon ein Hinweis auf die wahre Gesinnung eines Akif Pirinçci war. Als ich seine Hassreden sah und von seinen populistischen Veröffentlichungen las, war ich entsetzt.

Dass Menschen, die es aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Biografie, ihrer sexuellen Ausrichtung etc. besser wissen müssten, sich vor den braunen Karren spannen lassen, erschüttert mich zutiefst und widerspricht meinem humanitären Menschenbild.

Entgleisungen gegen Menschenrechte, Würde, Toleranz und Demokratie entsetzen mich über alle Maßen. Da gibt es für mich auch keine Diskussionsgrundlage: Für ein solches menschenverachtendes Verhalten gibt es keine Entschuldigung! Meine Meinung dazu ist eine in mir verankerte Grundhaltung und somit die Quelle meines Handelns!

Ich hätte es nicht ertragen können, dass die Werke dieses Mannes in meinem Bücherregal neben den Werken von Rafik Schami, Astrid Lindgren oder Erich Kästner stehen.

Ich werfe keine Bücher in die Recycling-Tonne: In diesem Fall habe ich eine Ausnahme gemacht!

(Ironie an!) Oder hätte ich das Buch lieber verbrennen sollen? (Ironie aus!)

…???


Antonia Leise von „Lauter & Leise“ hat dankenswerterweise DIE MONTAGSFRAGE: Buch-Blogger Vorstellungsrunde wiederbelebt und stellt an jedem Montag eine Frage, die Interessierte beantworten können und zum Vernetzen, Austauschen und Herumstöbern anregen soll! Ich bin gerne dabei!!!

In meinem MONTAGSFRAGE-Archiv findet Ihr Fragen & Antworten der vergangenen Wochen.