MONTAGSFRAGE #40: Wie geht Representation (nicht)? [Pride Month Edition]

Der Juni ist da, und die LGBT-Community feiert sich, das Leben und die bunte Vielfalt auf den mannigfaltigen CSD-Paraden im Land – und es ist gut so…! Ich selbst werde bei keiner dieser Paraden – weder als Teilnehmer noch als Zuschauer – dabei sein. Nichtsdestotrotz finde ich es von enormer Wichtigkeit, dass wir präsent sind, aber nicht nur einmal im Jahr auf einer Parade sondern 365 Tage im Jahr im Alltag als Teil dieser Gesellschaft. Gerne würde ich hierzu auch auf meinen Beitrag vom 17. Mai verweisen.

Aber wie sieht es eigentlich mit der Präsenz von LGBT-Protagonisten in der Literatur aus? Glücklicherweise gibt es nun wunderbare Kinder- und Jugendbücher, die das „Anderssein“ sehr einfühlsam, wertschätzend und auch witzig thematisieren (als Beispiel für viele möchte ich „Kicker im Kleid“ von David Walliams nennen). Als ich in den 70ern/ Anfang der 80er Jahre ein Kind bzw. Jugendlicher war, gab es solche Bücher nicht. Im Rückblick war mir schon recht früh klar, dass ich „anders“ bin. Ich konnte es als junger Mensch aber nicht benennen, und es gab auch niemanden in meinem sozialen Umfeld, der mir als Vorbild hätte dienen können. Dies hatte zur Folge, dass ich mich häufig ausgeschlossen und einsam fühlte. Ein literarisches Vorbild hätte mir vielleicht in dieser Zeit der Selbstzweifel und -findung helfen können. Im Nachhinein wurde mir klar, dass es in den Werken von Astrid Lindgren und Enid Blyton durchaus versteckte Anklänge an LGBT gab: „Karlsson vom Dach“ ist eine absolute Diva mit einem Hang zur Selbstüberschätzung, und trotzdem ist dieses eingebildete Kerlchen so lustig und liebenswert. Bei den „5 Freunden“ wollte Georgina immer lieber ein Junge sein und machte dies mit kurzen Haaren, Kleidung und der Vermännlichung ihres Namens deutlich. Und dies wurde von ihrem sozialen Umfeld akzeptiert!

Ich finde es außerordentlich beruhigend, dass die heutigen Kinder aus einer Vielzahl literarischer Helden ihr persönliches Vorbild wählen können, und auch die Gesellschaft deutlich offener mit diesen Themen umgeht, als es in meiner Jugendzeit der Fall war. (Machen wir uns nichts vor: Es gibt weiterhin noch viel zutun…!)

Als junger Erwachsener (Ende der 80er/ Anfang der 90er) entdeckte ich dann die Werke von Rita Mae Brown und Armistead Maupin für mich, die – man(n) höre und staune – bei renommierten Verlagen veröffentlicht wurden und somit auch im regulären Buchhandel zu finden waren. Endlich wurde offen über schwul-lesbische Themen geschrieben. Die Romane hatten zudem auch eine literarische Qualität: Sie waren witzig, frivol-erotisch, anrührend, spannend aber nie geschmacklos oder schlüpfrig. Die Werke beider Autor*innen stehen nach wie vor in meinem Bücherregal und werden dort ihren Platz für die Ewigkeit innehaben.

Als mein „Anderssein“ sich normalisierte, stellte ich auch die Suche nach der entsprechenden „anderen“ Literatur ein. Dies geschah durchaus nicht bewusst, sondern spiegelte eher meine eigene Veränderung und die meiner Umwelt wieder. Zur Verdeutlichung möchte ich eine kleine Anekdote erzählen: Vor ca. 7 Jahren war ich auf der Suche nach einem neuen Stamm-Frisör und bin bei Abdul gelandet. Bei meinem 3. oder 4. Besuch – nachdem Abdul erfahren hatte, dass ich schwul bin – startete er seine Frage-Runde und quetschte mich über das Schwulsein im Allgemeinen wie im Besonderen aus. Bemerkung am Rande: Ich begrüße es, wenn meine Mitmenschen mir interessierte Fragen stellen, anstatt dass sie verklemmt ihren Teil denken und dann mit Halbwahrheiten ihre Vorurteile füttern. Am Ende unserer Frage-Antwort-Runde meinte Abdul „Na, da habt ihr doch bestimmt auch viele schwule Freunde!“ Als ich dies verneinte, wirkte er sehr überrascht. Ich erklärte ihm, dass wir unsere Freunde nicht nach der sexuellen Orientierung aussuchen sondern einzig und allein nach Sympathie…!

Und so ist es bei mir auch mit der Literatur: Mir ist es erstmal völlig egal, ob ein Protagonist schwul ist oder nicht. Nimmt die sexuelle Orientierung der Protagonisten Einfluss auf die Handlung? Nein! Dann hat der Hinweis darauf dort auch nichts verloren.

Bei der Wahl meiner Lektüre spielen nur zwei Faktoren eine Rolle: Ich muss den Autor mögen, und mir muss der Roman gefallen. Basta!

P.S.: Mitleid bzgl. meiner Kindheit ist nicht angebracht. Alles hat im Leben seinen Sinn, und alles Erlebte hat mich zu dem Menschen reifen lassen, der heute ausruft:

Ich bin schwul – und das ist auch gut so! 😉

…???


Antonia Leise von „Lauter & Leise“ hat dankenswerterweise DIE MONTAGSFRAGE: Buch-Blogger Vorstellungsrunde wiederbelebt und stellt an jedem Montag eine Frage, die Interessierte beantworten können und zum Vernetzen, Austauschen und Herumstöbern anregen soll! Ich bin gerne dabei!!!

In meinem MONTAGSFRAGE-Archiv findet Ihr Fragen & Antworten der vergangenen Wochen.

[Rezension] Agatha Christie – N oder M?: Ein Fall für Tommy und Tuppence

Miss Marple ist bekannt! Hercule Poirot ist bekannt! Wer von Euch nun Thomas und Prudence Beresford kennt, hebe bitte die Hand! Ahja, das dachte ich mir schon, dass sich nur wenige Hände in die Höhe strecken werden. Dabei handelt es sich hierbei um ein äußerst gewieftes Ermittler-Duo, dass gerne für besonders heikle Fälle vom Geheimdienst rekrutiert wird.

Agatha Christie hatte es häufig bereut, dass sie sowohl Miss Marple als auch Hercule Poirot schon zu Beginn deren jeweiligen literarischen Karrieren ein so hohes Alter hat angedeihen lassen. So war sie bzgl. des zeitlichen Rahmens äußerst eingeschränkt und konnte wenig aktuelles Zeitgeschehen in die Geschichten einflechten. Bei den vier Romanen und der Sammlung mit Kurzgeschichten rund um die „Partners in Crime“ Tommy und Tuppence – wie Thomas und Prudence Beresford von Familie und Freunden gerne genannt werden – konnte Christie dafür aus den Vollen schöpfen. Sehr bewusst hat sie Jahre, manchmal sogar Jahrzehnte zwischen den Erscheinungsdaten der Romane verstreichen lassen. Die Handlung spielte immer im jeweiligen Veröffentlichungsjahr des Romans: Während der 1. Fall im Jahre 1922 spielt, in dem Tommy und Tuppence sich als junge Menschen kennenlernen und unversehens in Spionagegeschäfte verstrickt werden, ist die Handlung des 2. Falls im Jahre 1941 fixiert…

Der 2. Weltkrieg tobt! Großbritannien erwartet die Angriffe der Deutschen, und Tommy und Tuppence sitzen in ihrem Heim und fühlen sich völlig unnütz. Das Leben spielt sich woanders und vor allem mit deutlich jüngeren Leuten ab: Ihre Zwillinge Derek und Deborah sind beide schon erwachsen und arbeiten für die Regierung. So fühlen sich Tommy und Tuppence mit Mitte 40 zum alten Eisen gehörend. Doch nicht nur der äußere Feind stellt eine Bedrohung dar: Auch im Inneren der Regierung gibt es feindliche Subjekte, die aus Gründen der Staatssicherheit eliminiert werden müssen. Da die eigenen Agenten zu bekannt sind, erinnert man sich an Tommy und Tuppence. Sie reisen inkognito an die britische Küste, um in der Pension „Sans Souci“ als unscheinbare Gäste unter den Anwesenden den Kopf der Spionagebande auszuspähen. Kein leichtes Unterfangen mit den wenigen vorhandenen Informationen, dass es sich hierbei um einen Mann und eine Frau handelt, bei denen nur die Code-Namen bekannt sind: Jeder – vom Dorfbewohner bis zum Pensionsgast – könnte somit „N oder M“ sein…!

Agatha Christie ist wieder eine kurzweilige und spannende Spionage-Geschichte gelungen, die deutlich mit ihrer Entstehungszeit verankert ist. Dabei versteht sie es famos, nicht allzu klischeehaft die jeweiligen Parteien (böse Deutsche/ gute Engländer) zu porträtieren. Trotzdem spiegeln sich in den Dialogen deutlich die Ansichten der damaligen Zeit wieder: Christie weiß aber durchaus zu differenzieren. Als Meisterin ihres Fachs lockt sie die Leser in klassischer „Whodunit“-Manier seitenlang in die Irre, um dann endgültig „die Katze aus dem Sack“ zu lassen.

Wie schön, dass die Werke von Agatha Christie nun im Atlantik-Verlag ihre Heimat gefunden haben. So werden auch weiterhin die weniger bekannten aber ebenso erstklassigen Krimis der „Queen of Crime“ wieder neu aufgelegt, um so eine größere Leserschaft zu finden. Sie hätten es mehr als verdient!


erschienen bei Atlantik/ ISBN: 978-3455004830

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

MONTAGSFRAGE #39: Welches Buch liegt schon ewig auf dem SuB und wird einfach nicht gelesen?

Montagsfrage (1)

Ihr Lieben! Vorab möchte ich Euch noch einen wunderbaren Pfingstmontag wünschen: Nutzt den Tag für die vielen schöne Dinge des Lebens, die vielleicht im alltäglichem Einerlei etwas stiefmütterlich behandelt werden. Und natürlich gibt es auch heute – trotz (oder gerade wegen) Feiertag – eine Montagsfrage zu beantworten.

Vielleicht sollte ich für alle, die mit der Abkürzung „SuB“ nichts anfangen können, diese kurz erklären: Mit „SuB“ ist nichts Geringeres als der „Stapel ungelesener Bücher“ gemeint, der sich bei jedem Literatur-Enthusiasten zwangsläufig ansammelt.

„Zwangsläufig“ aufgrund eines Phänomens, das jede passionierte Leserin und jeder passionierte Leser kennt: Es gab nicht nur ein Buch – Nein! – Es gab einige Bücher, die MUSSTE ich unbedingt haben. Da gab es keinen Aufschub, kein Warten, kein Wünschen zu Weihnachten, Geburtstag oder Hochzeitstag. Diese Bücher sollten es sein – und zwar SOFORT! Warum? Weil ich sie zu dem besagten Zeitpunkt „heiß begehrt“ habe. Nun stehen sie seit einiger Zeit (grob geschätzt: 3-8 Jahre) in meinem Bücherregal auf dem unteren Brett bei all den anderen ungelesenen Büchern und warten auf ihre Wieder-Entdeckung.

Auch dieses Phänomen kennt jede passionierte Leserin und jeder passionierte Leser: Wann ich welches Buch lese ist von vielen Faktoren abhängig – die richtige Stimmung, der richtige Zeitpunkt, das richtige Licht, die richtige Konstellation der Sterne mit ihrem Einfluss auf Ebbe und Flut und ob ein abnehmender, zunehmender oder gleichbleibender Mond nachts am Himmel steht. 😃 Kurz gesagt: Es muss passen!

Bei diesen Werken hat es bisher leider noch nicht „gepasst“. Darum schlummern sie auch noch auf meinem „SuB“:

  • Matthias Brandt: Raumpatrouille – erschienen bei Kiepenheuer&Witsch/ ISBN: 978-3462045673
  • Antonia Muñoz Molina: Die Augen eines Mörders – erschienen bei Rowohlt/ ISBN: 978-3498043971
  • Ulrich Tukur: Die Spieluhr – erschienen bei Ullstein/ ISBN: 978-3550080302
  • Moritz Rinke: Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel – erschienen bei Kiepenheuer&Witsch/ ISBN: 978-3462041903
  • Harper Lee: Wer die Nachtigall stört… – erschienen bei Rowohlt/ ISBN: 978-3498038083

Natürlich kann ich weder zum Inhalt, noch darüber, ob mir die Bücher schlussendlich wirklich gefallen, etwas sagen: Ich habe sie ja noch nicht gelesen. Wenn ich sie gelesen habe, hole ich dies sehr gerne nach – so in 3-8 Jahren. 😉

…und welche literarischen Schätze schlummern noch auf Eurem SuB???


Antonia Leise von „Lauter & Leise“ hat dankenswerterweise DIE MONTAGSFRAGE: Buch-Blogger Vorstellungsrunde wiederbelebt und stellt an jedem Montag eine Frage, die Interessierte beantworten können und zum Vernetzen, Austauschen und Herumstöbern anregen soll! Ich bin gerne dabei!!!

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[Noch ein Gedicht…] Edeltraud Przechomski – PFINGSTFREUDEN

Zu Pfingsten, wenn die Sonne scheint,
und Schmetterlinge fliegen.
Es Tier und Mensch ins Grüne zieht,
wollen in der Sonne liegen.
Gefeiert wird nun überall,
denn viele haben frei.

So mancher sich auf das Fahrrad schwingt,
um Freunde zu besuchen.
Wir hören wie die Freude klingt,
zum Kaffee gibt es Kuchen.
Es wird geplaudert und gelacht,
gemütlicher kann es nicht sein.

Wenn dann die Abendsonne sinkt,
dann fahren wir wieder heim.

Edeltraud Przechomski

[Rezension] David Litchfield – An der Geige: Hugo, der Hund

Dass in mir eine Leidenschaft für das Theater und die Musik schlummert, die hin und wieder an die Oberfläche sprudelt, ist sicherlich schon dem einen oder der anderen Leser*in meiner Seite aufgefallen. Darum verwundert es auch nicht, dass bei diesem entzückenden Bilderbuch sofort meine Sinne geschärft waren.

In diesem Fall handelt es sich um die Fortsetzung David Litchfields erfolgreichen Bilderbuches „Der Bär am Klavier“, wobei es sich bei beiden Büchern um eigenständige Geschichten handeln, die auch unabhängig voneinander dem Betrachter Freude bereiten.

Hector ist Musiker, genauer: er spielt die Geige, hat es aber leider nie geschafft, die großen Konzerthallen zu füllen, sondern versucht sich mit seinem Hund Hugo mehr recht als schlecht als Straßenmusikus. Eines Tages ist er so deprimiert, dass er das Geigenspiel und somit die Musik „an den Nagel hängt“. Hugo kann dies nicht hinnehmen, übt heimlich Nacht für Nacht auf der Geige und überrascht seinen Freund eines Nachts mit seinem Können auf dem Instrument und seiner damit verbundenen Liebe zur Musik. Die Nachricht des Wunderhundes an der Violine verbreitet sich in Windeseile und bleibt auch dem berühmten Bären am Klavier nicht verborgen. Der lädt Hugo ein, als Stargeiger mit ihm und seiner Bären Big Band auf Tour zu gehen. Doch in Hector rührt sich die Eifersucht…!

David Litchfield ist eine entzückende Geschichte über Freundschaft und über die Liebe zur Musik gelungen. Seine Illustrationen verströmen – auch in Kombination mit dem Text – sehr viel Wärme und Herzlichkeit. Seine Bilder funkeln und strahlen: Dank dem bewussten Einsatz von Licht und Schatten leuchten die Farben besonders intensiv und fangen die ergreifende Stimmung der Geschichte sehr gelungen ein. Zudem arbeitete er detailliert mit Strukturen, lässt Stoffe und Tapeten ausgesprochen plastisch erscheinen und schafft harmonische Farbübergänge bzw. –verläufe,…

…und selbstverständlich endet diese kleine märchenhafte Geschichte mit einem bejahenden Happy End:

„Denn gute Freundschaft währt – wie gute Musik – ein Leben lang.“

Wer nach dem Betrachten dieser wunderbaren Illustrationen nun noch den Wunsch verspürt, eine ebenso wunderbar zarte Erzählung zu lesen, dem möchte ich gerne „Nurejews Hund“ von Elke Heidenreich wärmstens ans Herz legen.

erschienen bei Bohem/ ISBN: 978-3959390637

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

[Rezension] Lesley Nneka Arimah – WAS ES BEDEUTET, WENN EIN MANN AUS DEM HIMMEL FÄLLT

Ihre Texte sind wie Donnerschläge. Sie katapultiert den Leser hinein in ihre Familiengeschichten – ohne Vorwarnung, ohne Einleitung. Plötzlich findet man sich mitten in den menschlichen Tragödien wieder. Einiges wird angedeutet, vieles bleibt unausgesprochen – und gerade diese flirrende Schwebe, in der ich mich als Leser befand, sorgte für eine fiebrige Spannung in den Geschichten, die sehr häufig die Mutter-Tochter-Bindung thematisieren.

Es geht um enttäuschte Erwartungen und unerfüllte Hoffnungen und sorgt so für Konflikte in der Beziehung von Mutter und Tochter. Das Verhalten der Mütter prägt das weitere Leben der Töchter, entweder weil die Tochter zwangsläufig versagen muss, da sie dem Vorbild der Mutter nie entsprechen kann, oder weil die Mutter aufgrund ihrer Entscheidungen und Handlungen die Ablehnung der Tochter provoziert und sie so auf Distanz hält.

Eine Kommunikation auf Augenhöhe findet nicht statt. Das Angedeutete und Unausgesprochene sorgt für eine zweite Ebene in den Erzählungen und lässt die Handlung erschreckend real wirken.

Lesley Nneka Arimahs Sprache ist voller Kraft, sehr direkt und gleichzeitig einfühlsam. Sie schafft es bravourös, einen Lebensentwurf auf wenige Seiten zu komprimieren und scheut sich nicht, die Genres Horror und Science Fiction in ihre Geschichten anklingen zu lassen, ohne unrealistisch zu wirken.

Leichte Kost sind diese Stories bei weitem nicht: Ich musste dieses eher schmale Büchlein durchaus auch mal einen Tag unbeachtet liegen lassen – und trotzdem verströmten die Geschichten eine enorme Dramatik, die mich immer wieder zugreifen lies, und übten beinah einen Sog auf mich aus, sodass ich erst Ruhe fand, bis auch die letzte Seite gelesen war.

Wer nun noch erfahren möchte, „Was es bedeutet, wenn ein Mann aus dem Himmel fällt“, muss leider die gleichlautende Geschichte in dieser Sammlung von Erzählungen lesen. Ich wünsche eine inspirierende Lektüre!


erschienen bei CulturBooks/ ISBN: 978-3959881050

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

 

MONTAGSFRAGE #38: Wie bist du zum Lesen gekommen?

Montagsfrage (1)

Bei mir war es das Zusammenspiel mehrerer Faktoren, die ich unter „Warum blogge ich?“ schon beschrieben habe. Darum nehmt es mir bitte nicht übel, dass ich mich bei der heutigen Montagsfrage selbst zitiere:

„Seit meinem 5. Lebensjahr lese ich. Angefangen hat alles damit, dass ich es als kleiner Pöks wahnsinnig spannend fand, wenn mein 7 Jahre älterer Bruder morgens schon zur Schule durfte. Ich musste leider zuhause bleiben, dabei hätte es mich sehr interessiert, was mein Bruder in der Schule so alles erlebt (Mein Bruder hätte mit Freude und äußerst bereitwillig mit mir getauscht!).

So nötigte ich unsere Mutter, mit mir „Schule“ zu spielen. Bei dieser Gelegenheit kam die erste Schul-Fibel von meinem Bruder wieder zum Einsatz und zu neuen Ehren. Ich war fasziniert von den vielen bunten Bildern, wollte aber auch unbedingt die komischen Zeichen neben den Bildern verstehen. Unsere Mutter erklärte mir zwischen Staubsaugen, Abwasch und Mittag kochen (Bitte beachten: Wir befinden uns im Jahr 1974!) die einzelnen Buchstaben, und schon bald konnte ich aus den einzelnen Hieroglyphen erst ganze Worte und dann vollständige Sätze formen, um den Abenteuern von Peter, Ursula, Flocki, Muschi und Igel selbständig zu folgen.

Mit Beginn der Schule ebnete meine LESELUST ein wenig ab und pendelte sich auf Normal-Null ein: Schließlich gab es jetzt mit den Klassenkameraden und Schulfreunden so viel anderes Neues zu entdecken. Bis zum 8. November 1977 – meinem 8. Geburtstag,…

…an diesem „denkwürdigen“ Tag schenkte mir mein Großvater mein erstes „richtiges“ Buch: 5 Freunde im alten Turm. Meine Gedanken damals waren „Wie blöd, das ist ja nichts zum Spielen!“. Aber ich bedankte mich brav, und das Buch landete erstmal unbeachtet auf einem Regal in meinem Kinderzimmer. Beinah täglich fragte Opa „Und? Gefällt Dir das Buch?“, bis meiner Mutter der Kragen platzte, und sie mich anranzte „Nun ließ das Buch, damit Opa endlich Ruhe gibt!“.

Und so lass ich widerwillig die ersten Seiten, tauchte ein in eine Welt voller Abenteuer, und mein Widerwille schwand mit jeder gelesenen Seite. Seitdem verspüre ich diese LESELUST,…

…die im Laufe der Jahre nie geschwunden, vielmehr gewachsen ist. Auch wenn es ein wenig abgedroschen klingt: Lesen bedeutet für mich Leidenschaft! Ich liebe Bücher mit wunderbaren Einbänden, schönem Papier und kunstvollen Illustrationen. Ich liebe den Geruch eines Buches, wenn ich es von der Cellophan-Umhüllung befreit und zum ersten Mal aufgeschlagen habe. Es ist ein haptisches und olfaktorisches Vergnügen – nicht zu vergessen die Auswirkungen des Lesens auf Seele und Geist!“

Ich bin so dankbar, dass ich das Lesen für mich entdeckt habe und zum richtigen Zeitpunkt Menschen an meiner Seite hatte, die dies auch gefördert haben!

…und wie habt Ihr das Lesen für Euch entdeckt? Ich bin gespannt auf Eure Geschichten???


Antonia Leise von „Lauter & Leise“ hat dankenswerterweise DIE MONTAGSFRAGE: Buch-Blogger Vorstellungsrunde wiederbelebt und stellt an jedem Montag eine Frage, die Interessierte beantworten können und zum Vernetzen, Austauschen und Herumstöbern anregen soll! Ich bin gerne dabei!!!

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[Rezension] Ben Aaronovitch – DIE FLÜSSE VON LONDON

Dies ist keine Rezension!

Was könnte ich Euch mit einer Rezension noch Neues mitteilen, dass nicht schon längst auf Buch-Portalen und Internet-Foren die div. Rezensierenden mehr als ausführlich mit ihren Rezensionen getan haben? Wie könnte ich Euch diesen Roman noch origineller näher bringen, ohne meine Vor-Rezensierenden zu kopieren und somit deren geistiges Eigentum schamlos zu missbrauchen? Mir fällt nix ein!

Darum erspare ich mir die Mühe, eine Rezension zu verfassen, versuche mich stattdessen, kurz und knapp zu halten und erkläre Euch nur…

a). Worum es in dieser Roman-Reihe eigentlich geht, bzw. womit sie zu vergleichen ist?

und

b). Warum Ihr die Bücher durchaus lesen solltet?

Also…

a). Stellt Euch folgendes vor: Ein etwas naiver aber sympathischer Constable Ben Jones geht bei einem Inspector Tom Barnaby, der einen „besonderen“ Abschluss per Fernstudium an der Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei absolviert hat, in die Lehre und darf sich seitdem mit allerlei kriminellen Gestalten aus dem Dies- und Jenseits herumschlagen.

und

b). Da ich schon div. Krimis innerhalb einer Serie sammle (und natürlich auch lese), wollte ich „eigentlich“ auf GAR KEINEM FALL mit einer weiteren beginnen. Doch nun nenne ich auch schon den zweiten Band mein Eigen (…und die weiteren, schon erschienenen Bände tummeln sich auf meiner Wunschliste.). Das konnte selbst die mythologisch-angehauchte und völlig unnötige Nebenhandlung nicht verhindern! Ich finde, dies spricht eindeutig für die Qualität des restlichen Romans.

Nur wünschte ich mir ebenfalls einen Zauberspruch, wenigstens um mir mehr Zeit zum Lesen zu erzaubern!!! (Furunculus! – Oh, verdammt, das war der falsche…!)


erschienen bei dtv/ ISBN: 978-3423213417

MONTAGSFRAGE #37: Die Dystopie der Herzen?

Montagsfrage (1)

Als ich die Überschrift der heutigen Montagsfrage las, war ich etwas verwirrt:

Hä! Was hat die anatomisch unübliche Lage eines trotzdem funktionierenden Organs im menschlichen Körper mit einer Frage innerhalb der Buchblog-Community zu tun? (Ihr ahnt es: Der Krankenpfleger in mir hatte sich Luft verschafft.)

Erst nachdem ich Antonias Beitrag gelesen hatte, wurde mir klar, was in diesem Fall mit „Dystopie“ gemeint war. Zur genaueren Definition habe ich zudem „Wikipedia“ bemüht:

„Die Dystopie… …entwirft ein zukunftspessimistisches Szenario von einer Gesellschaft, die sich zum Negativen entwickelt, und stellt somit einen Gegenentwurf zu… …Utopia dar. Häufig wollen die Autoren dystopischer Geschichten mit Hilfe eines pessimistischen Zukunftsbildes auf bedenkliche Entwicklungen der Gegenwart aufmerksam machen und vor deren Folgen warnen. Eine dystopische Gesellschaft ist in der Regel charakterisiert durch eine diktatorische Herrschaftsform oder eine Form repressiver sozialer Kontrolle. Typische Charakteristika einer Dystopie: Dem Individuum ist durch mechanisierte Superstaaten jegliche Freiheit genommen, die Kommunikation der Menschen untereinander ist eingeschränkt oder anderweitig gestört und das Bewusstsein der eigenen Geschichte und/oder eigener Werte gekappt.“

Nein, so etwas lese ich nicht!!! Warum sollte ich dies tun? Das deprimiert mich nur zu sehr!

Womit ich nicht sagen will, dass Literatur nicht aufrütteln und auf Missstände hinweisen soll. Ganz im Gegenteil: Dies ist eine der hehren Aufgaben der Literatur! Literatur ist so vielfältig. Sie weitet meinen Blick und lenkt meine Aufmerksamkeit auf häufig unbeachtete Details. Sie stößt mich auf Ungerechtigkeiten in der Welt und schärft meine Sinne für Recht und Unrecht. Sie bringt meine Seele zum Schwingen und sorgt dafür, dass mein Intellekt arbeitet. Sie unterhält mich im wahrhaft besten Sinne des Wortes!

Aber mich der Endzeitstimmung einer Dystopie hingeben…? Nein, danke! Anteile von Endzeitstimmung habe ich durchaus schon in meinem eigenen Leben verspürt: Das reicht! Lesen nicht mehr nötig!

…???


Antonia Leise von „Lauter & Leise“ hat dankenswerterweise DIE MONTAGSFRAGE: Buch-Blogger Vorstellungsrunde wiederbelebt und stellt an jedem Montag eine Frage, die Interessierte beantworten können und zum Vernetzen, Austauschen und Herumstöbern anregen soll! Ich bin gerne dabei!!!

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