[Oper] Giuseppe Verdi – LA TRAVIATA / Stadttheater Bremerhaven

Oper von Giuseppe Verdi / Libretto vom Francesco Maria Piave / nach dem Roman Die Kameliendame von Alexandre Dumas d.J. // in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Premiere: 14. März 2026 / besuchte Vorstellung: 14. März 2026

Stadttheater Bremerhaven / Großes Haus


MUSIKALISCHE LEITUNG Marc Niemann
INSZENIERUNG Katharina Kastening
BÜHNE & KOSTÜME Matthias Kronfuss
DRAMATURGIE Torben Selk
CHOR Edward Mauritius Münch
LICHT Daniel Lang

REGIEASSISTENZ & ABENDSPIELLEITUNG Annika Ellen Flindt
MITARBEIT KOSTÜM Edin Spahic
STUDIENLEITUNG Hartmut Brüsch
MUSIKALISCHE EINSTUDIERUNG Jorrit van den Ham, Tonio Shiga
INSPIZIENZ Mahina Gallinger
REGIEHOSPITANZ & FSJ KULTUR Josefine-Alicia Ocko


Es war der 6. März 1853 als sich im Teatro La Fenice in Venedig der Vorhang zur Uraufführung von LA TRAVIATA hob. Die Begeisterung der Zuschauer*innen hielt sich in überschaubaren Grenzen. Da wagte es dieser Verdi doch tatsächlich das Leben einer Prostituierten, die zudem auch noch mitten auf der Bühne an Schwindsucht stirbt, auf die Bretter zu stellen. Die Hautevolee von Venedig war empört. Doch was waren die Gründe für diesen Aufruhr? Ich wage zu spekulieren. Wahrscheinlich hatte das auf der Bühne gezeigte viel zu viel mit der Realität der Zuschauenden zu tun: Entweder saßen im Publikum Männer, die selber sich den Luxus einer Mätresse gönnten, und deren anwesende Gattinnen sicherlich nicht an diese Schmach erinnert werden wollten, oder es waren eben jene Damen des entsprechenden Gewerbes zugegen, die zwar stillschweigend geduldet wurden, aber nun befürchteten, dass ihr Berufsstand durch die Oper zu viel Aufmerksamkeit erfährt. Denn schließlich funktionierten besagte Arrangements nur dank strikter Diskretion.

173 Jahre später und ca. 1.000 km (Luftlinie) nördlicher hob sich abermals der Vorhang zu einer Premiere von LA TRAVIATA und löste schlussendlich auch hier beim Publikum einen kleinen Tumult aus. Allerdings erzürnte sich hier niemand über das auf der Bühne Gezeigte. Bremerhaven an der Weser blickt auf eine so facettenreiche Geschichte der Seefahrt, da gehören die „leichten Mädels“ zum Flair einer anständigen Hafenstadt einfach dazu. Vielmehr wurden diesmal die künstlerischen Leistungen der beteiligten Künstler*innen mit viel Jubel gefeiert – einem Jubel, dem ich mich nur allzu gerne anschloss, auch wenn einige Fragen für mich unbeantwortet blieben.


HINWEIS: DIE OBIGE AUFNAHME STAMMTE NICHT AUS DER BESPROCHENEN INSZENIERUNG SONDERN DIENT NUR DAZU, EINEN EINDRUCK VON DER MUSIK ZU VERMITTELN.

1. AKT Violetta Valéry arbeitet in einem Edel-Escort-Club. Sie ist schwer krank, nimmt aber weiter an den berüchtigten Feiern ihrer Freundin Flora Bervoix teil. Dort gesteht der Charmeur Alfredo Germont ihr seine Liebe. Sie gibt ihm eine Kamelie und bittet ihn, zurückzukommen, sobald die Blume verblüht ist. Die Gäste verabschieden sich. Die beiden kommen sich näher. Doch Violetta spürt schon den Tod im Nacken. // 2. AKT Wenige Monate später leben die beiden zusammen. Violetta hat ihr Leben als Escort-Dame aufgegeben. Doch Alfredos Vater sieht den guten Ruf seiner Familie und die Verlobung seiner Tochter gefährdet. Die beiden sollen sich trennen. Schweren Herzens gibt Violetta nach – wissend, dass ihr sowieso nicht mehr viel Zeit bleibt. Sie schreibt Alfredo einen Brief, ihr früheres Leben wiederaufnehmen zu wollen. Alfredo findet sie auf einer Feier von Flora wieder – zusammen mit Barone Douphol, den sie schon länger kennt. Alfredo wird wütend. Zum Ärger der Gäste und seines Vaters stellt er Violetta bloß. Der Barone fordert Alfredo zum Duell. // 3. AKT Violetta liegt im Sterben. Als Escort-Dame kann sie schon lange nicht mehr arbeiten, ihren Besitz musste sie aufgeben. Alfredo hat das Duell überlebt und sucht Violetta reumütig auf, um sich zu entschuldigen. Auch sein Vater fühlt sich schuldig, den beiden so viel Leiden bereitet zu haben. Noch einmal zieht Violettas Leben an ihr vorbei. War alles nur ein Traum? 

(Inhaltsangabe dem Programmheft zu dieser Produktion entnommen.)


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Das Stadttheater Bremerhaven bietet jungen Regisseur*innen immer wieder gerne die Möglichkeit, ihre Profession zu verfeinern und sich weitere Sporen zu verdienen. Für LA TRAVIATA warf Katharina Kastening einen frischen Blick auf die bekannte Geschichte, fand einige bemerkenswerte Neuinterpretationen und versetzte die Handlung ins Heute: VIOLETTA ist auf ihrer Flucht vor dem Krieg in der Ukraine mit ihren beiden Kindern in Paris gestrandet. Der Vater ihrer Kinder ist an der Kriegsfront ums Leben gekommen. VIOLETTAs Handlungen erhielten dadurch eine gänzlich andere Motivation. Diese Hintergrundinformationen erfuhren wir in den Krankenhaus-Szenen dank der gelungenen Videoeinspielungen. Der Chor war nicht nur „schmückendes Beiwerk“, sondern wurde bei Kastening zur machtvollen Einheit, zur dunklen Bedrohung, zum nahenden Tod, der VIOLETTA stets auf den Fersen war, und dem sie nicht entkommen konnte. Als der Tod unausweichlich schien, ließ die Regisseurin die Kulissen der vorangegangenen Szenen abermals vom Schnürboden schweben, beinah so als würde sich vor VIOLETTAs inneren Augen ihr Leben wie im Film zum letzten Mal abspulen.

Katharina Kastening ließ sich von Matthias Kronfuss, der gemeinsam mit Edvin Spahic auch die stimmigen Kostüme schuf, ein Bühnenbild entwerfen, das sehr viel fürs Auge bot und mich durch seinen Realismus zum Staunen brachte: vom noblen Nachtclub im samtenen Rot und dem stylische Loft von FLORA über die sanierungsbedürftige Altbauwohnung von VIOLETTA und ALFREDO und dem sterilen Krankenhausflur. Doch leider konnten mich die Szenen im Nachtclub und im Loft wenig berühren: Hier schien die Optik den Emotionen im Weg zu stehen und diese zu überdecken bzw. zu erdrücken. Aber vielleicht war genau dies die Intention der Regisseurin, die VIOLETTA und ihre Hostessen-Kolleginnen in einem uniformierten Style auftreten ließ: Individualität überfordert die Kundschaft, gewollt ist der gefällige Einheits-Look – beinah so als würde ich mir die aufgepimpten Accounts so mancher Influencerinnen anschauen. Erst als VIOLETTA ihre helmartige Perücke abstriff, erschien ein echter Mensch unter dieser Maskerade.

Da wundert es nicht, dass mich die intimeren Szenen in der Altbauwohnung und auf dem Krankenhausflur umso mehr berührten. Hier schuf Kastening für ihre Figuren Spielräume, in denen sie ganz privat sein konnten, und wo es ihnen ein Verstecken hinter Masken und Konventionen unmöglich machte. Klug war es, dem Publikum stets eine Möglichkeit zu bieten, um hinter die Kulisse, hinter die Fassade zu blicken. Denn hier auf einer eigenen Tribüne mit bestem Blick auf das Geschehen lauerte der Tod in Form des Chores und wartete auf die Gelegenheit, um zuzuschlagen.

Die Sänger*innen des Opernchores sowie des Extra-Chores boten unter der versierten Leitung von Edward Mauritius Münch nicht nur eine gesanglich runde Leistung, sondern waren individuell schwarz gewandet und mit wächsernen Gesichtern als stets präsenter Tod sehr bedrohlich. Marc Niemann entlockte dem Philharmonischen Orchester eine detailreiche Interpretation von Verdis Kompositionen – einerseits voller Klangfülle, dann wieder sehr klar und feinnervig differenziert.

Vielleicht war dieser Bruch zwischen den beiden Lebenswelten auch der Grund, dass Timothy Edlin, Andrew Irwin, Masahiro Yamada und James Bobby als spendable Kunden auf FLORAs Partys in plakative Stereotypen verharren mussten und so in ihrer Darstellung der Figuren nur hohle Klischees bedienten. Im Gegenteil dazu stellte Paula Meyer (Neuzugang im Opernchor) als ANNINA eine Figur auf die Bühne, die atmete und so ehrliche Emotionen vermittelte. Boshana Milkov konnte bei den wenigen Phrasen, die sie als FLORA BERVOIX solistisch zu leisten hatte, leider nur wenig von ihrem Gesangstalent zeigen, glich dies mit einer immensen Bühnenpräsenz aus und bot in den sensationellen Kostümen rassig-mondäne Auftritte.

Weilian Wang zeigte optisch einen markigen ALFREDO GERMONT und sang die Partie mit tenoraler Kraft, dann wieder zart und mit fein-nuancierter Phrasierung. Leider konnte (evtl. auch: sollte) er mit seiner Interpretation nicht gänzlich meine Sympathie gewinnen. Auf mich wirkte er wie ein verwöhnter Schnösel, bei dem ich mir seiner Beweggründe nie völlig sicher war: Litt er wahrhaftig mit VIOLETTA, oder war es eher Selbstmitleid gepaart mit gekränkter Eitelkeit? Umso sicherer galt meine Sympathie dem GIORGIO GERMONT von Marcin Hutek, der weniger als der alles beherrschende Patriarch auftrat, als vielmehr der liebende Vater, der um das Wohl seiner Familie besorgt war und dem es das Herz bricht, dass er zum Wohle seiner Tochter einer anderen jungen Frau das Glück verwehrte. Seinen warmen, noblen Bariton paarte Hutek mit einem gefühlvollen und nuancenreichen Spiel und war so für Victoria Kunzes VIOLETTA ein viel intimerer Gegenpart als ALFREDO. Vielleicht hatte die Regisseurin aber auch hier bewusst die tradierten Rollenbilder von Vater und Sohn umgekehrt, um neue Blickwinkel auf die Partien zu ermöglichen.

Hatte ich am Abend der ERÖFFNUNGSGALA nach dem Vortrag der Arie „Libiamo, ne´lieti calici“ noch die Befürchtung, dass bei dieser LA TRAVIATA der eher lyrische Sopran von Victoria Kunze durch den potenten Tenor von Weilian Wang überdeckt werden würde, so zeigte sie nun mit einer bewundernswerten Sicherheit die Fülle ihrer Stimme, ohne an Flexibilität und lyrischer Ausdruckskraft einzubüßen. Da stimmten die großen Gesangslinien ebenso wie die anspruchsvollen Koloraturen. Kompromisslos schlüpfte sie in die Haut von VIOLETTA VALÉRY. Auch sie ließ ihre Figur atmen und verschaffte ihr so Substanz und emotionale Tiefe. Manchmal genügte nur eine kleine Geste oder auch ein Blick, um die Tragik zu offenbaren. Und gerade diese kleinen Gesten und Blicke, die auf der großen Bühne allzu oft übersehen werden, waren es, die umso mehr mein Herz rührten und mich mit dieser starken Frau mitleiden ließen. Victoria Kunzes Rollendebüt als VIOLETTA VALÉRY war absolut grandios! BRAVISSIMO!

Ja, durchaus, bei dieser Inszenierung blieben einige Fragen für mich unbeantwortet. Tja, dann muss ich mich wohl oder übel ein weiteres Mal auf den Weg nach Bremerhaven machen, um Antworten auf diese unbeantworteten Fragen zu erhalten. Nicht nur VIOLETTA ist zu einem Opfer bereit! 😉


Selten wird auf der Bühne so herzzerreißend gelitten wie in der beliebten Verdi-Oper: Insgesamt nur 8 Mal steht LA TRAVIATA auf dem Spielplan des Stadttheaters Bremerhaven. Also: hurtig Karten ordern!

[Musical] Stephen Sondheim – SWEENEY TODD / Stadttheater Bremerhaven

Musik und Gesangstexte von Stephen Sondheim / Buch von Hugh Wheeler / nach dem gleichnamigen Stück „Sweeney Todd – The Demon Barber Of The Fleet Street“ von Christopher Bond / Orchestrierung von Jonathan Tunick / deutsche Fassung von Wilfried Steiner und Roman Hinze  // in deutscher Sprache

Premiere: 31. Januar 2026 / besuchte Vorstellungen: 31. Januar 2026, 7. März 2026 & 18. April 2026

Stadttheater Bremerhaven / Großes Haus


MUSIKALISCHE LEITUNG Davide Perniceni / Tonio Shiga (07.03. & 18.04.)
INSZENIERUNG Toni Burkhardt
BÜHNE Wolfgang kurima Rauschning
KOSTÜME Adriana Mortelliti
DRAMATURGIE Torben Selk
CHOR Edward Mauritius Münch
LICHT Daniel Lang

REGIEASSISTENZ & ABENDSPIELLEITUNG Annika Ellen Flindt
STUDIENLEITUNG Hartmut Brüsch
MUSIKALISCHE EINSTUDIERUNG Jorrit van den Ham, Tonio Shiga
INSPIZIENZ Mahina Gallinger
THEATERPÄDAGOGIK Katharina Dürr
REGIEHOSPITANZ & FSJ KULTUR Josefine-Alicia Ocko


Es war der Montag vor der Premiere. Die Kostprobe zu SWEENEY TODD war vorüber: Über 2 Stunden boten uns das Produktionsteam und das Ensemble einen informativen wie kurzweiligen Einblick ins Werk. Vollbepackt mit Eindrücken begaben wir uns Richtung Ausgang, als eine Stimme vor mir mich aufhorchen ließ. Ich erblickte ein typisches Paar des Bildungsbürgertums: Während er raumgreifend und unüberhörbar palaverte, hing sie an seinen Lippen und ließ sich von ihm die Welt erklären. So nölte er recht lautstark, dass diese Musik „typisches Musical-Pling-Pling“ sei und somit wenig anspruchsvoll wäre. Komisch, mir persönlich erschienen bisher die Kompositionen von Wolfgang Amadeus Mozart immer gefälliger und zugänglicher als die von Stephen Sondheim. Doch leider (!) firmiert sich SWEENEY TODD unter der Rubrik „Musical“. Stände auf dem Etikett „zeitgenössische Oper“, dann hätte er wahrscheinlich die innovative Komposition über alle Maßen gelobt. So pflegte er hingebungsvoll seinen Standesdünkel und suhlte sich genüsslich in einer fragwürdigen Gewissheit, dass er ein Kenner der Materie sei. Er wäre nicht der Erste (und leider auch nicht der Letzte), der aufgrund einer vorgefassten wie unumstößlichen Meinung einen spannenden Theaterabend verpassen würde. Bleibt ihm nur zu wünschen, dass er aufgrund der enganliegenden Scheuklappen nicht ins Straucheln gerät.

Apropos Spannung: Der Tag der Premiere war da! Wir saßen fiebernd vor Spannung im Zuschauersaal und schraken zusammen als aus dem Orchestergraben die ersten dunklen, unheilvollen Töne der Orgel, die die Ouvertüre einleitete, erklangen. Das tückische Spiel um Liebe, Leid, Wahnsinn und Rache konnte beginnen. Ein geläufiges Sprichwort lautet „Rache ist ein Gericht, das am besten kalt serviert wird.“ und bedeutet, dass Rache genussvoller ist, wenn sie weniger impulsiv sondern vielmehr wohlüberlegt und mit Bedacht ausgeführt wird. SWEENEY TODD bildet da die Ausnahme: Hier wird die Rache heiß serviert, so heiß wie Mrs. Lovetts Pasteten – frisch und dampfend direkt aus dem Ofen…

VORGESCHICHTE Der Barbier Benjamin Barker führte einst ein glückliches Leben mit seiner Frau Lucy und der gemeinsamen Tochter Johanna, bis Richter Turpin ihn unschuldig nach Australien verbannen ließ. Turpin missbrauchte Lucy und nahm Johanna als Mündel bei sich auf. Barker verschwand. Sein Glück blieb zerstört zurück. // 1. AKT Fünfzehn Jahre später kehrt Barker unter dem Namen Sweeney Todd nach London zurück – begleitet vom jungen Seefahrer Anthony Hope. Von Rache getrieben, sucht Sweeney seine alte Heimat auf und trifft auf Mrs. Lovett, die Besitzerin eines heruntergekommenen Pastetenladens. In ihren Räumen nimmt er sein früheres Handwerk als Barbier wieder auf. Eine geheimnisvolle Bettlerin scheint mehr zu wissen, als gut ist. Anthony verliebt sich in Johanna und fasst den Entschluss, sie aus Turpins Gewalt zu befreien. Sweeney und Mrs. Lovett begegnen dem selbsternannten Wunderbarbier Adolfo Pirelli und dessen Gehilfen Tobias Ragg. Ein öffentlicher Wettstreit entscheidet über Können und Ruhm. Sweeney gewinnt. Doch Pirelli will ihn erpressen. Ein fataler Fehler: Sweeney bringt ihn um. Kurz darauf steht ausgerechnet Richter Turpin vor seiner Tür. Die Rache ist greifbar nah. Doch Anthony platzt dazwischen, Turpin entkommt. Außer sich vor Wut fasst Sweeney einen mörderischen Entschluss: Von nun an soll kein Kunde seinen Laden lebend verlassen. Mrs. Lovett liefert die pragmatische Idee zur Verwertung der Leichen: als Pasteten. // 2. AKT Mrs. Lovetts Geschäft floriert. Sie träumt von einer gemeinsamen Zukunft mit Sweeney. Johannas Situation hingegen verschlimmert sich dramatisch: Weil sie Turpin die Ehe verweigert, wird sie in eine Irrenanstalt gesperrt. Sweeney und Anthony planen ihre Befreiung und nutzen Johanna zugleich als Köder. Turpins Ende scheint besiegelt. Doch Rache fordert ihren Preis.

(Inhaltsangabe dem Programmheft zu dieser Produktion entnommen.)


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Regisseur-Tausendsassa Toni Burkhardt brachte die Drehbühne zum Rotieren. Filmische Abläufe, in denen sich Szene an Szene reiht und so die Handlung im stetigen Fluss bleibt, sind anscheinend sein Markenzeichen und bei einem Werk wie SWEENEY TODD auch unabdingbar – zumal einige Szenen sich parallel zueinander abspielen. Er vermied wohltuend allzu Plakatives, Klamaukhaftes bzw. Burlesques. Seine Personenzeichnung war präzise, seine Figuren durften ambivalent sein, ihre Intentionen waren glaubhaft und nachvollziehbar. Fein steigerte er die Emotionalität seiner Inszenierung und dehnte Millimeter für Millimeter den Faden der Spannung, bis es beinah für uns als Zuschauende unerträglich erschien.

Bühnenbildner Wolfgang kurima Rauschning schuf auf der Drehbühne ein verschachteltes wie wohldurchdachtes Konstrukt über mehrere Ebenen, mit dem je nach Grad der Drehung bzw. durch die effektvolle Ausleuchtung immer wieder neue Spielräume geschaffen wurden. Stimmungsvolle Hintergrundprojektionen vervollständigen diesen Look. Adriana Mortelliti zitierte in ihren Kostümentwürfen den beliebten Steampunk und schlug so einen gelungenen Bogen von der viktorianischen Epoche zur modernen industriellen Zeit. Zudem passte dieser Stil ganz hervorragend zur dystopischen Grundstimmung dieses Werks, aus dessen Dunkel Mortelliti die Kostüme von Mrs. Lovett (pink-orange, blutrot) und Johanna (weiß, hellblau) zueinander konträr leuchten ließ und so bereits optisch Rückschlüsse auf den Charakter der jeweiligen Figur ermöglichte.

Die anspruchsvolle Partitur von Stephen Sondheim war beim musikalischen Leiter Davide Perniceni und dem Philharmonischen Orchester Bremerhaven in den allerbesten Händen. Differenziert und fein nuanciert kamen Balladen und Duette zu Gehör, um dann mit dem nötigen Druck die Chorpassagen voluminös zu umrahmen.

Die Sänger*innen des Chores am Stadttheater Bremerhaven (Leitung: Edward Mauritius Münch) boten wieder Erlesenes: Beeindruckend kraftvoll in den Ensemble-Passagen, dann wieder reduziert wie ein griechischer Chor der Antike, der das Geschehen reflektiert und das Handeln der Solist*innen kommentiert.

Gustavo Oliva schlüpfte höchst amüsant in die Schuhe des Quacksalbers ADOLFO PIRELLI. Róbert Tóth gab einen diabolischen MR. FOGG. Der BÜTTEL BAMFORD von MacKenzie Gallinger war einerseits ekelerregend schmierig, zeigte andererseits komische Attitüden. Iris Wemme-Baranowski bot als BETTLERIN eine ergreifende Performance zwischen Wahnsinn und Wut, zwischen Mitleid und Abscheu.

Nuno Dehmel porträtierte TOBIAS RAGG als unbedarften, jungen Mann, der aufgrund seiner kognitiven Einschränkung manches nicht versteht aber dafür sensibler auf Zwischenmenschliches reagiert. Den Song  „Not While I’m Around“ gestaltete er mit schlichter Würde. Timothy Edlin lieferte als RICHTER TURPIN mit seinem dunklen Bass und einem nuancierten Spiel eine beängstigend abstoßende Charakterstudie eines Machtmenschen, der eben jene Macht wie selbstverständlich missbrauchte und sich von seinen Trieben leiten lässt.

Als JOHANNA BARKER wirkte Caroline Hat ebenso zerbrechlich und zwitscherte ebenso zart wie die Vögelchen, mit denen sie sich beschäftigte, zeigte sich allerdings als mutige und charakterfeste junge Frau. Im Laufe seines Engagements am Stadttheater Bremerhaven hat Andrew Irwin sich zu einem exzellenten Liedinterpreten entwickelt. Als ANTHONY HOPE zeigte er abermals sein Können u.a. bei „Johanna“, das er mit feinen Nuancen und höchst sensibel intonierte.

In der Vergangenheit gewann ich den Eindruck, dass die Partie der MRS. LOVETT gerne unterschätzt wird. Viele haben da die Filmfassung mit Helena Bonham Carter in Erinnerung, die eher haucht als singt. Auf der Bühne schlüpften gerne prominente Schauspielerinnen (Christine Baranski, Emma Thompson, Imelda Staunton) in die Rolle, die alle aus ihrer reichhaltigen Expertise schöpften und ihr so ihren persönlichen Stempel aufdrückten. Dabei wurde allerdings mal mehr, mal weniger dem Sprechgesang gehuldigt. Wobei für mich von allen MRS. LOVETTs, die ich bisher auf Tonträger hören durfte, die wunderbare Angela Lansbury unerreicht ist. Die Partie ist sehr schnell, und es gibt viele Wechsel in der Betonung. Da ist es unumgänglich, dass die Darstellerin genauestens vorbereitet sein muss, um höchst präzise arbeiten zu können.

In Bremerhaven band sich nun Mezzosopranistin Boshana Milkov die Schürze der geschäftstüchtigen Pastetenbäckerin um und meisterte diese musikalisch wie technisch herausfordernde Partie bravourös. Dabei zeigte sie allein aufgrund ihres jungen Alters eine gänzlich neue Facette dieser Rolle. Beinah mädchenhaft naiv ließ Milkov ihre MRS. LOVETT sich in eben jene Jungmädchenträume verlieren. Da sehnte sie sich nach Zweisamkeit, Zärtlichkeit, Familie und dem eigenen Kind. All dies hatte das Objekt ihrer Begierde SWEENEY TODD in der Vergangenheit bereits besessen (Verständlich, dass sie alles, was ihn an diese Vergangenheit erinnerte, auf Abstand hielt.). Sie war so voller Sehnsucht, da schien ihr auf dem Weg zum Ziel jedes Mittel recht. Gekonnt switchte Milkov zwischen den Extremen. Da war sie einerseits die mütterliche Freundin für TOBIAS RAGG, andererseits die durchtriebene Mord-Komplizin unseres Titelhelden, den sie mit üppiger Erotik für sich zu gewinnen versuchte: Da vibrierte die Stimme, da bebte der Busen. Wie bisher ihre Pasteten an die Kundschaft, bot sie nun sich selbst dem Manne feil. Zudem war es ein Genuss, in dieser Rolle endlich einer Darstellerin zu lauschen, die auch tatsächlich singen kann.

Den Song „A Little Priest“, in dem sich MRS. LOVETT gemeinsam mit SWEENEY TODD fragt, wie wohl welche Berufsgruppe schmecken könnte, gestaltete Boshana Milkov gemeinsam mit Frank Josef Winkels so köstlich boshaft und triefend vor schwarzem Humor. Frank Josef Winkels ließ seinen markanten Bariton im gleichen Maße gefährlich brummend wie auch warm einlullend erklingen. Sein SWEENEY TODD war nicht der kalte Rächer sondern zeigte auch sehr viel Menschlichkeit und Humor: Da umspielte ein Lächeln seine Lippen und ein schelmischer Blick blitzte aus seinen Augen. Beinah beiläufig ließ er die Morde an sich abgleiten, dabei wirkte er weniger emotionslos als vielmehr erschöpft von der Welt – durch das, was er im Leben erdulden musste. Frank Josef Winkels stattete seinen SWEENEY TODD mit einer wohldosierten Aura der Melancholie aus, die auch bei seiner Interpretation der Songs zum Tragen kam, wie z. Bsp. beim Reprise von „Johanna“ als Quartett im 2. Akt (Gänsehaut!). Doch dann brachen wie bei „Epiphany“ die Emotionen wieder mit einer solchen Macht aus ihm heraus, dass er zwangsläufig ein Feld der Verwüstung hinterließ. Winkels bot ein absolut rundes Rollenprofil zwischen Bad Guy und geschundener Kreatur.

Standing Ovation mit Johlen, Pfeifen und Bravo-Rufe sowie einem Applaus, der mich in die Nähe eines Erschöpfungszustands brachte: Es war einer jener wunderbaren Theaterabende, die nachhallen und so lange in Erinnerung bleiben. Das Stadttheater Bremerhaven hatte es wieder einmal geschafft, spannendes Musiktheater auf hohem Niveau zu präsentieren!


Nachtrag zum 7. März 2026: Da hatte die Grippe auch mich gefordert und mich schweren Herzens gezwungen, die geplante Abo-Vorstellung am 1. März auszusetzen. Ich hatte es so sehr bedauert, dass ich nicht widerstehen konnte und sechs Tage später für die Vorstellung an diesem Tag eine der letzten Karten ergatterte. So saß ich voller Vorfreude bereits auf meinem Platz im Zuschauersaal, als ich mich nochmals erheben musste, um einen Herren durchzulassen, der direkt neben mir Platz nahm. Ich grübelte noch, woher mir sein Gesicht so bekannt vorkam, als er Notiz-Block und Kugelschreiber zückte und begann, die ersten Stichworte zu notieren. Neben mir saß Kai Wulfes, Redakteur vom Online-Portal MUSICALZENTRALE. Bereits in der vergangenen Saison saßen wir am selben Tag in einer Vorstellung von MY FAIR LADY. Damals holte er nach seinem Besuch zu einem so handfesten Verriss aus, dass ich mich ernsthaft fragte, ob wir beide tatsächlich dieselbe Vorstellung gesehen hatten. Mir hatte die Inszenierung ausgesprochen gut gefallen. Nun saß er direkt neben mir, und ich überlegte kurz, ob ich mich als „Kollege“ zu erkennen geben sollte. Doch ich entschied mich, lieber dezent im Hintergrund zu bleiben. Stattdessen brüllte ich ihm meine Bravo-Rufe so laut in die Ohren, dass sicherlich seine Trommelfelle vibrierten. Sein Kurz-Fazit, das er noch am selben Abend veröffentlichte, war schon sensationell. Doch seine Rezension zu SWEENEY TODD war absolut grandios.

Lieber Herr Wulfes, herzlichen Dank für diese wundervolle Kritik. Da verzeihe ich ihnen auch gerne den Verriss zu MY FAIR LADY. ☺️


Am Stadttheater Bremerhaven bieten der rachsüchtige SWEENEY TODD und seine durchtriebenen Komplizin Mrs. Lovett noch bis April 2026 „die schlechtesten Pasteten in London“ feil. Von einer Verkostung wird dringend abgeraten! 😆

[Ballett] Alfonso Palencia – DIE VIER JAHRESZEITEN / Stadttheater Bremerhaven

Tanzabend von Alfonso Palencia / mit Musik von Antonio Vivaldi (recomposed by Max Richter) und Arvo Pärt

Premiere: 2. März 2024 / besuchte Vorstellung: 18. April 2024
Stadttheater Bremerhaven / Großes Haus


CHOREOGRAFIE & INSZENIERUNG Alfonso Palencia
MUSIKALISCHE LEITUNG Davide Perniceni
BÜHNE & VIDEO Yoko Seyama
KOSTÜME Rosa Ana Chanzá
LICHT Thomas Güldenberg, Daniel Lang

CHOREOGRAFISCHE ASSISTENZ Bobby M. Briscoe
DRAMATURGIE Alfonso Palencia, Torben Selk
INSPIZIENZ Regina Wittmar
THEATERPÄDAGOGIK Florian von Zameck-Glyscinski


Ich wage mich hier mal an die These, dass DIE VIER JAHRESZEITEN von Antonio Vivaldi zu den bekanntesten Werken der Barock-Musik zählt. Selbst jemand, der eher wenig Klassik-affin ist, hat die eine oder andere Passage aus eines dieser Violinkonzerte schon gehört – und sei es nur als musikalische Untermalung zu irgendeinem Werbe-Spot.

Wie unschwer zu erkennen, hat Vivaldi sich bei seinen Kompositionen von den Klängen der Natur inspirieren lassen und so jeder Jahreszeit einen eigenen Klang, eine eigene Dynamik verliehen. Dabei imitieren die Instrumente die jeweiligen Töne aus der Natur, wie Wind und Sturm, aber auch Vogelgezwitscher und das Summen der Insekten sind zu erlauschen.

Kaum ein Werk in der zeitgenössischen Musik wurde so wachen Ohres erwartet wie Max Richters Bearbeitung der Vier Jahreszeiten von Antonio Vivaldi. Das 2012 erschienene Album war in 22 Ländern in den Klassikcharts, wurde über 3 Milliarden Mal gestreamt und untermalte viele Filme. Mit Respekt vorm Original hat die Lesart Richters nichts von Vivaldis Strahlkraft und Modernität verloren. Alfonso Palencia arbeitet Vivaldis Spiel zwischen Mensch und Natur heraus, kombiniert es mit der modernen Deutung Richters und denkt beides in der Bewegungskraft des Körpers weiter. Mit ausdrucksvoller Tanzsprache wird der Versuch unternommen, die Kräfte der Natur zu bezwingen und sich diese zunutze zu machen.

(Inhaltsangabe der Homepage des Stadttheaters Bremerhaven entnommen.)

Es wirkte auf mich, als hätte Max Richter bei seiner Bearbeitung (bzw. „Re-Komposition“) von Antonio Vivaldis Werk Keile in das formale Konstrukt der bekannten Komposition getrieben. Er schien den Rahmen sehr bewusst aufzubrechen, um so Raum zu schaffen, damit er Neues hinzufügen konnte. Musikalische Brocken, die bei diesem Vorgang zu Boden gefallen waren, wurden teils von ihm aufgehoben und an anderer Stelle ans Werk angedockt, teils verblieben sie unbeachtet am Boden. Natur-Töne, die Vivaldi durch die Instrumente imitierte, wurden bei Richter via Audio-Datei zugespielt, und auch Industrieklänge kamen zum Einsatz.

Max Richter sagte, DIE VIER JAHRESZEITEN seien eines der ersten klassischen Musikstücke gewesen, die er gehört habe. Das Werk hätte jedoch durch häufige Verwendung in der Populärkultur seinen „Zauber verloren“. Deshalb habe er sich schließlich entschlossen, „eine total neue Version“ zu schreiben. (Quelle: Wikipedia)


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Dass ein klassisches Werk Eingang in die Populärkultur findet, spricht nach meiner Meinung eher für die meisterliche Qualität dieser Komposition. Dass eben genau dieses Werk für Trivialitäten „missbraucht“ wird, ist weder dem Werk noch dem Komponisten anzukreiden und nimmt in keiner Weise Einfluss auf die Qualität. Eine „Re-Komposition“ erscheint mir da recht überflüssig und entbehrlich.

So lauschte ich aufmerksam auf die Klänge, die aus dem Orchestergraben zu mir vordrangen. Davide Perniceni gelang es mit dem Philharmonischen Orchester Bremerhaven die Versatzstücke bravourös miteinander zu verschmelzen. Und doch hätte ich ihm und den Musiker*innen – vor allem Franz Berlin als exzellenter Solist an der Violine – gewünscht, dass sie das Original-Werk hätten zu Gehör bringen dürfen. Trotz des hohen Alters wirkt Vivaldis Musik nach wie vor deutlich frischer, vitaler und beinah unschuldiger auf mich als die besagte verkopfte „Re-Komposition“.

Wie eine Art Entrée stellt Alfonso Palencia die Komposition Fratres von Arvo Pärts dem eigentlichen Hauptwerk voran. Die einfache Melodienfolge mit Streicher und Schlaginstrumente wirkte auf mich sehr ursprünglich, klar und beinah meditativ. Die Tänzer*innen bewegen sich aus einer Embryonalstellung heraus und recken sich gen Licht. Es entsteht der Eindruck, als wäre dies der Ursprung allen Lebens, das im Verlauf der Jahreszeiten einem stetigen Wandel ausgesetzt ist.

Als präsentes Symbol für das Vergehen der Zeit taucht bei DIE VIER JAHRESZEITEN immer wieder eine Sanduhr auf, die von einem Tänzer in Szene gesetzt wird und so den Fokus auf sich lenkt. Palencia setzt immer wieder konträre Bewegungen einander gegenüber: Da gibt es fließende, beinah schwebende Aktionen, die von rohen, abrupten Bewegungen abgelöst werden. Dann bewegen sich die Tänzer*innen wieder sehr synchron in einer Formation, um im nächsten Augenblick in einem choreografierten Chaos auszubrechen. Auch thematisiert Palencia den negativen Einfluss des Menschen (in der Gruppe, als Paar aber auch als Einzelner) auf die Natur, indem er u.a. einen Eisberg Block für Blog durch die Tänzer*innen auflösen lässt, die die einzelnen Brocken über die gesamte Bühne verteilen. Abermals hat Palencia bei der Kreation seiner Choreografie sehr fein auf die Musik gehört und macht so deutlich, dass sich der Wechsel der Jahreszeiten aus einer Vielzahl an Gegensätze gestaltet: Sanft- und Wildheit, An- und Entspannung, Ruhe und Sturm…

Die Kostüme von Rosa Ana Chanzá unterstreichen diesen Wandel: Da wird das frühlingshafte Aufkeimen der Natur durch farbige Socken symbolisiert. Diese Farbigkeit wird beim fallenden Herbstlaub wiederaufgenommen, während im Winter die hellen Anzüge dominieren. Yoko Seyama schuf für ihre variabel einsetzbaren Stoffbahnen, die immer wieder neue Räume entstehen ließen, wunderschöne und stimmungsvolle Projektionen.

Die Ballett-Compagnie, bestehend aus Helena Bröker, Kuang-Yung Chao, Melissa Festa, Volodymyr Fomenko, Giulia Girardi, Lucia Giarratana, Marco Marongiu, Arturo Lamolda Mir, Melissa Panetta, Zoe Irina Sauer Llano, Clara Silva Gomes und Ming-Hung Wenig, tanzte mit Hingabe und brillierte voller Ästhetik sowohl als Ensemble wie in den Solis. Den tosenden Schlussapplaus hatten sich alle Künstler*innen wahrlich verdient.

ANMERKUNG: „Jedes Tierchen sein Plaisierchen!“ lautet ein geflügeltes Sprichwort. Und wie bei vielen Sprichwörtern versteckt sich im Kern ein Funke Wahrheit. Es gibt Ausdrucksformen in der Kunst, die mich mal mehr, mal weniger ansprechen und emotional berühren. Während eine dramatische Opernarie oder eine gefühlvolle Musical-Ballade tiefe Empfindungen bei mir auslösen, kann ich Rap leider recht wenig abgewinnen. Ähnliches erlebe ich zunehmend beim Ballett: Ein Handlungs-Ballett erreicht da viel schneller mein Herz als eine Choreografie zu einem eher abstrakten Thema, wie es bei DIE VIER JAHRESZEITEN der Fall ist. Wobei ich voller Hochachtung und Respekt die Leistung aller Beteiligten anerkenne und wertschätze.

Und da dachte ich immer, ich wäre für alles offen. Doch nun merke ich, dass sich in mir wohl auch ein Traditionalist versteckt. Ups!!! 😆



Wie schnell doch die Zeit vergeht: Es gibt nur noch einige wenige Termine, um mit der Ballett-Kompagnie am Stadttheater Bremerhaven durch DIE VIER JAHRESZEITEN zu reisen.