[Rezension] Kate Atkinson – NACHT ÜBER SOHO

Die 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts üben überall und allerorten bei vielen von uns eine magnetisierende Faszination aus. Woran mag es liegen? Die Gründe sind vielfältig. Vielleicht liegt es daran, dass auch wir uns in den 20ern unseres Jahrhunderts befinden, uns etlichen Problemen stellen müssen und darum einen vergleichenden Blick auf das letzte Jahrhundert werfen. Wie haben die Menschen der Vergangenheit Herausforderungen gemeistert?! Auch damals war es eine unsichere Zeit: Der erste Weltkrieg war lange noch nicht vergessen und sorgte dafür, dass die Menschen ihren Lebensrhythmus neu finden mussten. Eine unbändige Lust am Leben war spürbar, die auch mit einer lockeren Moralvorstellung einherkam. Das Bild der Frauen veränderte sich, da sie in den Kriegsjahren gezeigt hatten, dass sie nicht nur zu „Kinder, Küche, Kirche“ befähigt sind. Über all dem lag der Glanz von Luxus, Reichtum, Glamour und dem Versprechen, dass alles möglich wäre – doch es war ein trügerischer Glanz…

England 1926: In einem Land, das sich noch immer vom Ersten Weltkrieg erholt, ist London zum Mittelpunkt eines neuen, ausgelassenen Nachtlebens geworden. In den Clubs von Soho tummeln sich Adelige neben Starlets, Prinzen neben Gangstern, und Mädchen verkaufen Tänze für einen Schilling. Im Zentrum dieser glitzernden Welt steht die berüchtigte Nellie Coker. Rücksichtslos und ehrgeizig kontrolliert sie die wichtigsten Clubs der Stadt. Doch der Erfolg schafft Feinde: Nellies Imperium wird von außen und von innen bedroht. Da sind ihre sechs Kinder, die alle eigene Ziele verfolgen, rivalisierende Straßengangs, ein Mafioso mit guten Manieren und schlechten Absichten Und da ist Inspektor John Frobisher. Seine Mission: herauszufinden, was mit den vielen Mädchen geschieht, die im Sohoer Nachtleben spurlos verschwinden. Mithilfe der jungen Bibliothekarin Gwendolen Kelling, die er in Nellies Clubs einschleust, beginnt er, der Königin von Soho das Leben schwer zu machen.

(Inhaltsangabe der Homepage des Verlages entnommen!)

Kate Atkinson überzeugt in diesem Roman mit einer feinen Charakterisierung der Akteure, die niemals in ein plakatives Schwarz-Weiß-Zeichnen abdriftet, sondern die Personen sehr vielschichtig porträtiert. Selbst die unredlichsten Figuren versprühen so eine Menge Charisma, das dafür sorgte, dass ihnen meine Aufmerksamkeit stets sicher war. Aber auch die Held*innen wirken mit ihren ambivalenten Gefühlen und Gedanken nie eindimensional. Kate Atkinson gelang es, ihnen allen eine individuelle Biografie zu schenken, die durchaus als Begründung für ihr Handeln dienen konnte.

Auch die Dialoge sind bei der Autorin wohlüberlegt und genau gesetzt. Sie definieren die handelnden Personen sehr genau, offenbaren Schwächen und boten so manche Überraschung, da die Figuren Äußerungen tätigten, mit denen ich nicht gerechnet bzw. ihnen nicht zugetraut hätte. Ebenso genau fallen die Beschreibungen der Settings aus und zeugen von einer guten Beobachtungsgabe der Autorin.

Doch was nützen raffinierte Charaktere, wenn sie sich in einem luftleeren Raum aka einer spannungsarmen Handlung nicht entfalten dürfen. Dies ist bei Atkinson nicht zu befürchten: Hier ist nicht nur ein einziger großer Spannungsbogen für die Haupthandlung vorhanden. Vielmehr schuf die Autorin viele kleine Nebenhandlungen incl. eigner Spannungsbögen, die sich mal früher, mal später mit der Haupthandlung vereinen. Beinah wirkte es auf mich, als würden sich Stricke, die aus vielen unterschiedlichen Richtungen kommen, zu einem dicken Tau verweben, um dann – nach einiger Zeit – wieder in unterschiedlichen Richtungen auszufransen. Doch die einzelnen Stricke haben sich bei diesem Vorgang verändert: Manche haben sich aufgerieben, andere sind kompakter geworden. Im Falle unserer Protagonist*innen haben die Ereignisse sichtbare Spuren hinterlassen, die Einfluss auf ihre weitere Entwicklung nehmen werden.

Doch was ist dieser Roman nun schlussendlich? Gesellschaftsstudie, Sittengemälde oder Kriminalroman? Kate Atkinson schaffte es bravourös, alles miteinander zu verbinden. Genrezuweisung? Wer braucht schon eine Genrezuweise! Was ich lesen durfte, war ein ganz und gar fesselnder Roman, der mich in seiner Vielschichtigkeit vollumfänglich begeisterte.


erschienen bei Dumont / ISBN: 978-3755800156 / in der Übersetzung von Anette Grube
Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

[Oper] Jüri Reinvere – PEER GYNT (UA) / Stadttheater Bremerhaven

Oper von Jüri Reinvere / Libretto vom Komponisten nach dem gleichnamigen Schauspiel von Henrik Ibsen // Uraufführung der originalen deutschsprachigen Fassung / in deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln

Premiere: 3. Mai 2025 / besuchte Vorstellung: 25. Mai 2025

Stadttheater Bremerhaven / Großes Haus


MUSIKALISCHE LEITUNG Marc Niemann
INSZENIERUNG & BÜHNE Johannes Pölzgutter
KOSTÜME & VIDEO Tassilo Tesche
DRAMATURGIE Markus Tatzig
CHOR Edward Mauritius Münch
LICHT Katharina Konopka

REGIEASSISTENZ & ABENDSPIELLEITUNG Annika Ellen Flindt
ASSISTENZ BÜHNE & KOSTÜME Mina Purešić
ORGANISATION & STIMMBILDUNG KINDERCHOR Katharina Diegritz
STUDIENLEITUNG Hartmut Brüsch
MUSIKALISCHE EINSTUDIERUNG Jorrit van den Ham & Tonio Shiga
INSPIZIENZ Regina Wittmar
SOUFFLAGE Mahina Gallinger
REGIEHOSPITANZ & FSJ KULTUR Tyler Wefer 


Mit „Es war eine Herausforderung,…“ habe ich hier schon den einen oder anderen Beitrag begonnen, um dann den Satz mit „…der ich mich gerne gestellt habe!“ zu beenden. In diesem Fall stimmte der erste Teil des Satzes vollumfänglich. Doch beim zweiten Teil des Satzes muss ich leider attestieren „Nein, ich habe es nicht gerne getan!“.

Die Oper PEER GYNT von Jüri Reinvere war für mich – Hm! Wie umschreibe ich es am besten? – verwirrend? …verstörend? …belastend?

Noch nie habe ich eine Opernkomposition gehört, bei der die Töne so schräg und (in meiner Wahrnehmung) willkürlich aneinander gereiht wurden, wie es bei diesem Werk der Fall war. Melodik? Fehlanzeige! So manches Mal fragte ich mich, ob es noch Töne seien oder doch eher nur Krach. Zumal diese massive Disharmonie auch physische Reaktionen bei mir auslösten: Da brach unvermittelt der Schweiß bei mir aus, und ich spürte, wie meine Nackenmuskulatur sich zunehmend verspannte. Als ein Mensch, der öfter unter Migräne zu leiden hat, reagiere ich bedauerlicherweise sensibler auf eine laute Geräuschkulisse und vermeide darum nach Möglichkeit, mich allzu viel Lärm auszusetzen. Einige Zuschauer*innen waren nach der Pause nicht mehr zu ihrem Platz zurückgekehrt. Warum ich trotzdem der Oper bis zum Ende beigewohnt habe, lag an dem Respekt, den ich für die Künstler*innen empfand. Zumal mir einige Sängerinnen und Sänger des Ensembles persönlich bekannt sind, und ich sowohl sie wie auch das restliche Ensemble für deren Leistung sehr bewundere.

Die Oper wurde zwar auf Deutsch vorgetragen, doch aufgrund der ungewöhnlichen Formulierungen, der fragwürdigen Betonungen und einem Gesang, der manchmal an der Grenze zum Schreien kratzte, war die Sprache irgendwann nebensächlich. Zudem manche für mich unlogische Antwort/Reaktion bei den Duetten (Ich nenne es mal so, da mir kein besserer Begriff einfällt.) bei mir für zusätzliche Verwirrung sorgte.

Apropos Verwirrung:

Peer Gynt ist ein Aufschneider. Ein Fantast. Ein Träumer. Seine Geschichten sind größer als das Leben im norwegischen Dorf. Auf einer Hochzeit überschreitet er alle Grenzen: Er reißt Ingrid, die Braut eines anderen, mit sich in den Wald. Sie scheint ihm zu verfallen. Doch Peer stößt sie von sich. Er flieht in die Berge. Im Reich der Trolle begegnen ihm groteske Figuren. Peer soll die Grüne heiraten, die triebhafte, animalische Tochter des Trollkönigs. Doch Peer entkommt – vor allem sich selbst. Solveig, ein Mädchen aus dem Dorf, sucht Peer mit dessen Mutter Åse. Geduldig findet sie Verständnis für Peers wankelmütiges Treiben. Sie könnte seine Wahrheit werden. Doch Peer geht wieder. Ein Luftgeist warnt ihn: «Du fliehst nicht.» Doch Peer flieht weiter. Åse stirbt. Peer bleibt allein und verlässt seine Heimat. In Marokko wird Peer Geschäftsmann, Prophet, Betrüger. Man feiert ihn als norwegischen Messias. In Rom sieht er in einem Schlachthaus Menschen, die sich aufgegeben haben. Die Macht der Zerstörung verführt ihn und legt seine brutalen Charakterzüge frei. Solveig erscheint ihm – wie eine Erinnerung an seinen Ursprung. Zerrissen landet Peer in einer Irrenanstalt in Ägypten. Er zweifelt: Wer bin ich? Was ist Wahrheit? Was ist Lüge? Ihm wird vor Augen geführt: Er ist nur ein Denkmal seiner selbst, eine Projektionsfläche für die Möglichkeiten eines gelebten Lebens. Die Grinsekatze erscheint – spöttisch und allwissend. Sie entlarvt Peers Lügen. Er bleibt allein. Zurück in Norwegen gerät Peer auf einen Friedhof. Bei Nacht wird ein junger Mann begraben. Peer ahnt: Dieses Begräbnis gilt auch ihm. Solveig erscheint. Vergangenheit und Gegenwart berühren sich für einen Moment. Die junge Solveig singt ein Schlaflied des Friedens und der Vergebung. In der späten Vereinigung mit seiner Seelenverwandten findet Peer endlich Frieden. Und seine Geschichten Unendlichkeit.

(Inhaltsangabe dem Programmheft zu dieser Produktion entnommen.)


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Ob Regisseur und Ausstatter Johannes Pölzgutter eine stringente Inszenierung gelungen ist, mag ich nicht beurteilen, da sich die Handlung alles andere als schlüssig, geschweige denn stringent aufbaut. Vielmehr sind es aneinandergereihte Tableaus, die Pölzgutter auf der Drehbühne um einen offenen Quader herum schuf. Hier sind ihm einige eindrückliche Szenen gelungen, sei es der Auftritt der Trolle, der Tod von Åse, das Marokko-Bild sowie die Szenen im Schlachthaus, im Irrenhaus und auf dem Friedhof. Auch die Projektionen von Tassilo Tesche, die überlebensgroß das Gesicht des Hauptdarstellers auf die Wand warfen, und so PEER GYNTs innere Zerrissenheit bzw. seine ambivalenten Gefühle widerspiegelten, waren sehr gelungen. Tesche war auch für die kreativen Kostüme zuständig.

GMD Marc Niemann stand am Dirigentenpult und lotste mit sicherer Hand Orchester wie Sänger*innen durch die tobenden Wogen der Partitur. Hier möchte ich die Orchestermusiker*innen loben, die hochkonzentriert der Partitur folgten, mit nur wenigen Tönen ihren Beitrag zu diesem Klang-Konglomerat beitrugen, um danach wieder auf den nächsten Einsatz zu warten. Der Orchestergraben war so überfüllt, dass das Percussion-Instrumentarium auf die Seitenbühne ausweichen musste. Ein großes Lob möchte ich auch dem Opernchor, dem Kinderchor sowie dem Extrachor aussprechen, die unter der Leitung von Edward Mauritius Münch aus ihren Stimmen einen beeindruckenden Klangteppich woben und in jeder Szene mit schauspielerischer Präsenz überzeugten.

Die Solist*innenriege bot Bewundernswertes: Michael Müller-Kasztelan verausgabte sich in der Titelrolle PEER GYNT bis zur Erschöpfung, forderte seinen kräftigen Tenor abseits des Schöngesangs, um dann in den ruhigeren Passagen mit feinem Pianissimo zu überraschen. Alle anderen Solist*innen hatten mehrere Rollen zu bewältigen. Kristín Anna Guðmundsdóttir war als INGRID, GRÜNE oder auch ANITRA mit ihrem durchschlagenden Sopran eine ebenbürtige Partnerin zu Müller-Kasztelans PEER GYNT und scheute sich auch nicht vor Töne an der Grenze des Wohlklangs. Boshana Milkov berührte mit ihrem sensiblen Spiel und hüllte ÅSE und die ALTE SOLVEIG in ihren Rolleninterpretationen in einen Mantel voller Melancholie. Victoria Kunze als SOLVEIG bzw. SOLVEIGS ERSCHEINUNG war mit ihrem zarten Sopran nicht nur ein Lichtblick im Leben des PEER GYNT sondern verkörperte auch einfühlsam die Hoffnung und die Unschuld. Ulrich Burdack überzeugte gleich in vier prägnanten Rollen (DER ALTE VOM BERGE aka Trollkönig, VON EBERKOPF, BEGRIFFELDFELDT und FRIEDHOFSWÄRTER) und führte seinen flexiblen Bass scheinbar mühelos durch die Partitur. Marcin Hutek (PFARRER, MONSIEUR BALLON, SCHLACHTER, HUSSEIN und PROBST) und Andrew Irwin (SCHMIED, HERR TRUMPETERSTRALE, HUHU und GEALTETER SCHMIED) zeigten auch in diesen kleineren Rollen ihre solistischen Qualitäten, indem sie jeweils überzeugend sehr individuelle Rollenporträts kreierten. Countertenor Gerben van der Werf als DER LUFTGEIST und GRINSEKATZE gestaltete seine Auftritte sehr geheimnisvoll und wirkte so beinah auf mich, als wäre er der Teufel, der PEER GYNT im Nacken sitzt.

Am Ende der Vorstellung spendete ich voller Überzeugung reichlich Applaus – nicht für das Werk, dafür umso herzlicher für alle Beteiligten. 💖

P.S.: Liebes Team am Stadttheater Bremerhaven, bitte bietet mir weiterhin Stücke abseits des gängigen Repertoires. Doch beim nächsten Mal hoffe ich, dass ich dann den Satz „Es war eine Herausforderung,…“ voller Überzeugung mit „…der ich mich gerne gestellt habe!“ beenden darf. 🙂


So schnell wie er aufgetaucht ist, so rasch verschwindet PEER GYNT auch wieder vom Spielplan des Stadttheaters Bremerhaven. Was bleibt, ist die Erinnerung an einen außergewöhnlichen Opernabend.

[Noch ein Gedicht…] Erich Fried – MEER

Wenn man ans Meer kommt
soll man zu schweigen beginnen
bei den letzten Grashalmen
soll man den Faden verlieren

und den Salzschaum
und das scharfe Zischen des Windes einatmen
und ausatmen
und wieder einatmen 

Wenn man den Sand sägen hört
und das Schlurfen der kleinen Steine
in langen Wellen
soll man aufhören zu sollen
und nichts mehr wollen wollen nur Meer

Nur Meer 

Erich Fried

[Ausstellung] SAMMELMAPPEN / Kunstverein Osterholz e.V.

Vernissage: 15. Mai 2025 / Besuch: 18. Mai 2025
Kunstverein Osterholz e.V. / Kleine Scheune / Gut Sandbeck in Osterholz-Scharmbeck


Sollte ich etwa doch nicht einer der wenigen sein, der noch eine SAMMELMAPPE mit eigenen Werken aus dem Kunstunterricht der Schule in der Schublade liegen hat? In dieser Mappe tummeln sich sanfte Landschaften neben selbst kreierten Comics, atmosphärische Stillleben sind ebenso zu finden wie neu gestaltete Covers zu meinen damaligen Lieblingsbüchern, schematische Skizzen zur Perspektive schmiegen sich an ausdrucksstarken Porträts, und so manche einsame Muschel wurde von mir per Bleistift auf die Weiten des Papiers geworfen. Ich hatte lange nicht mehr einen Blick in diese Mappe geworfen. Doch als ich es nun tat, explodierten die Erinnerungen in meinem Kopf und zauberten ein Lächeln auf meinen Lippen.

Da dachte ich doch tatsächlich, dass die SAMMELMAPPE eine aussterbende Spezies ist, da an den Schulen aufgrund Lehrermangel lieber so lebenspraktische Themen wie „das Verhalten im Unendlichen für ganzrationale Funktionen“ oder „das Beschreiben des freien Falls und des waagerechten Wurfs mithilfe von t-s- und t-v-Zusammenhängen“ vermittelt werden, anstatt Tuschen, Malen und Aquarellieren.

Doch da sollte ich mich wohl getäuscht haben, wie diese Ausstellung nachdrücklich bewies: Schülerinnen und Schüler der 3. bis 13. Klasse der verschiedensten Schulformen aus dem erweiterten Stadtgebiet von Osterholz-Scharmbeck hatten die Gelegenheit, ihr Können einem breiteren Publikum zu präsentieren, oder wie es etwas sperrig auf dem Plakat zur Ausstellung zu lesen war:

Eine Ausstellung in der Galerie auf Gut Sandbeck, OHZ im Rahmen des Präsentations-Nachmittags des Kooperationsverbundes zur Förderung besonderer Begabung in Zusammenarbeit mit dem Kunstverein OHZ

„Ja, nee, is klar!“ 😉


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Doch es gab für mich wirklich so viel Erstaunliches zu entdecken: Diese Ausstellung überraschte mich mit ihrer Vielfalt an Themen, Techniken und Formate. Die Formate variierten von der bekannten Größe eines DIN A 4-Blattes bis zu einem beeindruckenden Umfang von 1 x 2 Meter. Da gab es Collagen und Aquarelle, Farb-, Bunt- und Bleistift-Zeichnungen, Kolorationen und Drucke und ganz viel Acryl auf Leinwand. Auch bei der Wahl der Themen schien es (zum Glück) keine Grenzen gegeben zu haben.

Da waren die Kinder und Jugendlichen einerseits ganz in ihrer Phantasiewelt und schworen Spiderman bzw. Peter Parker herauf, andererseits gaben sie genau das wieder, was sie sahen: Wer zum Beispiel bei einem Titel wie „Ein Tag in Holland“ auf idyllische Grachten hoffte, der wurde von Mohnfeldern mit Windrädern überrascht. Auch durfte ein humorvoller Blick in die Zukunft nicht fehlen: Bei „Die Verwandtschaft kommt“ blickten mir drei grüne Männchen direkt in die Augen. Zudem gab es Kunstwerke, die digital entstanden waren, und bei denen sich der Betrachtende via QR-Code die passende Musik aufs Ohr holen konnte. Die drei großformatigen Werke entstanden im Rahmen einer Werkstattarbeit zu „Licht und Raum im Wandel der Tageszeiten“ und beeindruckten mich durch Detailreichtum und die gekonnte Wiedergabe der jeweiligen Lichtstimmungen.

Ich hoffe so sehr, dass die Verantwortlichen der Schulbehörden endlich aufwachen und erkennen, wie wichtig der Kunstunterricht bei der Entwicklung der Kids ist. Er fördert die kognitiven Fähigkeiten, die Kreativität und das räumliche Vorstellungsvermögen. Die Hand-Augen-Koordination wird trainiert und verfeinert. Die Fähigkeit zur Konzentration nimmt zu, und – vor allem – sowohl das Selbstbewusstsein wie auch die Fähigkeit der Kinder, sich selbst kritisch einzuschätzen, wird gestärkt.

Leider war der Ausstellung SAMMELMAPPEN nur eine kurze Verweildauer in der kleinen Scheune auf Gut Sandbeck beschieden. Ich hoffe aber sehr auf eine Wiederholung im kommenden Jahr.


Habe ich euer Interesse geweckt? Dann stöbert doch gerne auf der HOMEPAGE des Kunstvereins Osterholz e.V.

[Ballett] Irina & Marius Manole – SCHNEEWITTCHEN UND DIE SIEBEN ZWERGE / Ballettschule Dance Art Bremerhaven

Musik von div. Komponisten / nach dem gleichnamigen Märchen der Brüder Grimm

Ballettschule Dance Art Bremerhaven

Premiere: 14. Mai 2025/ besuchte Vorstellung: 15. Mai 2025

Stadttheater Bremerhaven/ Großes Haus


CHOREOGRAFIE & INSZENIERUNG Irina & Marius Manole
ZUSÄTZL. CHOREOGRAFIE Nicole Llauradó Neve

Vor 15 Jahren gründeten Irina und Marius Manole die Ballettschule Dance Art in Bremerhaven. Seit 15 Jahren geben sie nicht nur ihr Wissen und ihre Freude am Tanz an ihre Schüler*innen weiter, vielmehr vermitteln sie – insbesondere an die Kinder und Jugendlichen – Werte, die diese auf dem Weg zum Erwachsenwerden in ihrer Persönlichkeit stärken: Selbstbewusstsein, Toleranz, ein friedliches Miteinander und die Erkenntnis, dass in der Gemeinschaft viel erreicht werden kann.

Anlässlich ihres Jubiläums gönnten die Beiden sich eine fulminante Inszenierung des bekannten Märchen-Klassiker, die an zwei Abenden im Stadttheater Bremerhaven präsentiert wurde. Wobei „gegönnt“ haben sie sich wahrlich nichts: Vielmehr steckten sehr viel Enthusiasmus und sicherlich noch mehr Arbeit in der Realisierung dieses Projekts. 40 unterschiedliche Tänze sollten choreografiert und 240 Tänzer*innen mussten koordiniert werden. Als ich dies erfuhr, brach selbst bei mir der Schweiß aus, und ich fragte mich verwundert, wie Irina und Marius in der überschaubaren Anzahl der handelnden Personen des Märchens diese vielen Menschen unterbringen würden. Sie fanden eine äußerst unterhaltsame Lösung…!

Bereits zu Beginn des Märchens, nachdem die Erzählerin die bekannten Worte „weiß wie Schnee, rot wie Blut und schwarz wie Ebenholz“ ausgesprochen hatte, wirbelte Alexandra Thiele als Schneekönigin umringt von vielen kleinen und großen Schneeflocken über das Parkett. Auch Schneewittchens Aufenthalt im Wald bot dem/der Choreograf*in reichlich Gelegenheit, Flora und Fauna tanzen zu lassen. Aparte Waldfeen schwirrten durch das Gehölz, quirlige Kolibris flatterten über die Bühne, graziöse Magnolien „erblühten“. Doch die Natur hatte mit tanzenden Erdbeeren, Schmetterlingen, Lavendel, Marienkäfern und Glühwürmchen noch sehr viel mehr zu bieten. Da hoppelten die Kleinsten als Häschen über das Parkett und wurden dabei von einem knuddeligen Mini-Wolf verfolgt, oder sie drehten sich als Fliegenpilze drollig um die eigene Achse. Dann brach plötzlich ein Rudel Rehe aus dem Unterholz, um für humorige Verwirrung zu sorgen. Es war absolut erstaunlich, wieviel Trubel in so einem Wald herrschen kann. Dagegen geht es während der Rush Hour auf der nahen Columbusstraße eher gemütlich zu.

Doch selbstverständlich wurde auch am Hofe reichlich das Tanzbein geschwungen, sei es von den Debütantinnen beim Walzer oder auch von Schneewittchens loyalen Freundinnen. Drei Choreografien stachen aus der Fülle der Tänze, die eher am klassischen Ballett orientiert waren, heraus und boten so interessante Kontrapunkte. Beim so genannten Charaktertanz mit seinen Anleihen beim Flamenco zeigten die erwachsenen Schülerinnen der Ballettschule nachdrücklich, dass die Freude am Tanz nicht nur den Jüngeren vorbehalten ist. Aus einer Mischung aus Streetdance und Contemporary schuf Tanzlehrerin Nicole Llauradó Neve die effektvollen Choreografien sowohl für die Wölfe wie auch für die Hexen. Hier sorgte die stimmige Musik in Kombination mit dem ausdrucksstarken Tanz dafür, dass sich eine prickelnde Gänsehaut über meinem Körper ausbreitete.

Apropos Musik: Irina und Marius Manole hatten bei ihrer Auswahl ein sehr glückliches Händchen. Sie fanden adäquate Musikstücke, die sowohl für eine stimmige Atmosphäre sorgten sowie den Charakter der jeweiligen Szene besonders hervorhoben. Positiv abgerundet wurden die einzelnen Szenen durch einige wenige Requisiten in Kombination mit passenden Hintergrundprojektionen. Doch auch die vielen phantasievollen und detailreichen Kostüme boten ein Feuerwerk aus Tüll, Lichtern und Farben.


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Schauspielerin und Theaterpädagogin Kathrin Busch fungierte als charmante Erzählerin, überzeugte mit markanter Stimme und ebensolchem Spiel und sorgte für den erklärenden Rahmen bei den vielen Tanznummern. So konnten auch die Jüngsten im Publikum der Handlung ohne Probleme folgen.

Miriam Manole entzückte in der Titelpartie mit tänzerischem Können voller Grazie und Anmut. Dabei zeigte sie in ihrem bedachten Agieren mit den Kleinen und Kleinsten auf der Bühne pädagogisches Einfühlungsvermögen, indem sie mal dort leitend eingriff, mal hier sanft die Richtung wies. Dafür irritierte mich der Auftritt von Mats Tietjen als Prinz. Zugegeben: Die Rolle tauchte erst am Ende des Märchens auf und bot somit nur wenige Möglichkeiten, um zu brillieren. Vielleicht um dieses „Manko“ auszugleichen, grinste er penetrant ins Publikum und wirkte dadurch auf mich recht selbstverliebt. Da hätte ich Schneewittchen einen deutlich kernigeren Prinzen gewünscht. Ein Attribut, das ich Tobias Bruns als Schneewittchens Vater vorbehaltlos zusprechen konnte: Er gab einen äußerst stattlichen König und schaffte es so auch neben der prägnanten Stiefmutter von Mia Barnkow zu bestehen. Mia Barnkow meisterte ihre Solis bravourös und gestaltete ihren Part mit einer Zurückhaltung zwischen „geheimnisvoll“ und „gefährlich“. Ihrem Tanz mit dem „fleischgewordenen“ Spiegel von Gesa Wübben fehlte nicht an Dramatik. Die sieben Zwerge wurden von Thomas Brannemann, Charlotte Eufinger, Vivien Radeck, Mina Dammeyer, Sophie Flindt, Marta Sengewein und Elise Yuuka Shiga verkörpert und erstaunten (und erfreuten) mich mit ihrem wunderbaren Zusammenspiel. Wie kleine Kobolde tobten sie voller Energie über die Bühne, sorgten so für manche Lacher im Publikum und boten somit beste Unterhaltung.

Irina und Marius Manole haben gemeinsam mit ihrem Team das bemerkenswerte Kunststück vollbracht, Menschen unterschiedlichen Alters, die zudem auf verschiedenen Ausbildungslevels sind, in einer Show harmonisch miteinander zu vereinen. Auf dieser bewundernswerten Leistung dürfen alle Beteiligten zu Recht stolz sein. Standing Ovation und ein frenetischer Applaus waren der Lohn für einen wahrlich märchenhaften Abend.


Hier gibt es ganz und gar wundervolle IMPRESSIONEN von den Proben! Zur Homepage der Ballettschule Dance Art geht es in dieser RICHTUNG, oder ihr schaut mal auf INSTAGRAM vorbei.

[Rezension] Janice Hallett – DIE ENGEL VON ALPERTON. Der Teufel steckt im Detail

Autorin Janice Hallett kultivierte bei diesem Roman weiterhin ihren besonderen Stil beim Aufbau einer Geschichten, indem sie uns abermals – nach DIE AUFFÜHRUNG – aus der Fülle an modernen Kommunikationsmöglichkeiten eine bunten Strauß an Informationen band und uns diesen zur Begutachtung vorlegte. Da gab es viel zu entdecken und noch mehr zu beachten: Ausdrucke von E-Mails und Text-Nachrichten, Zeitungsausschnitte, Auszüge aus unveröffentlichten Romanen und Drehbüchern sowie Gesprächsprotokolle. Wie schnell könnte da ein wichtiges Detail überlesen werden? Denn – so sagte es schon der Untertitel – der Teufel steckte wahrlich im Detail, und gerade diese immense Menge an Details sorgte dafür, dass diese Geschichte so undurchschaubar erschien…

Die TrueCrimeAutorin Amanda Bailey weiß alles über den berüchtigten Fall der Engel von Alperton. Zahlreiche Bücher und Verfilmungen berichteten von der fanatischen Sekte, seit ihre Mitglieder vor achtzehn Jahren versuchten, ein Baby zu opfern, das sie für den Antichrist hielten. Mittlerweile scheint daher alles erzählt zu sein doch nun ist das „AlpertonBaby“ volljährig und könnte endlich interviewt werden. Amanda wittert ihre Chance auf einen echten Coup. Doch während sie immer tiefer in die Recherchen eintaucht, wird klar, dass in diesem Fall nichts ist, wie es scheint. Und dass die Geschichte der Engel von Alperton noch lange nicht vorbei ist.

(Inhaltsangabe der Homepage des Verlages entnommen!)

Auch diesmal kann ich der Autorin nicht vorwerfen, dass sie mir mit dieser Lektüre keine spannenden Lese-Stunden geschenkt hätte. Es ist wahrlich erstaunlich, mit welcher Raffinesse sie mich mit jeder weiteren Mail, mit jedem weiteren Interview, mit jedem weiteren Protokoll in Richtung Wahrheit (Was ist schon Wahrheit?) lotste. Da las ich einen Auszug, der scheinbar aus einem Drehbuch stammte, fragte mich währen der Lektüre „Was soll das?“, bis dann langsam die Erkenntnis tröpfchenweise in mein Gehirn einsickerte und mich mit einem Aha-Effekt überrumpelte.

Ebenso erstaunlich war es für mich, dass sie es innerhalb des starren Korsetts der modernen Kommunikationsmöglichkeiten trotzdem schaffte, eine geheimnisvolle, beinah schon beängstigende Atmosphäre zu kreieren. Dabei traten die signifikanten Charaktereigenschaften der handelnden Personen deutlich hervor und ermöglichten es mir so, eine genaue Vorstellung der Figuren zu erhalten.

Das Ende der Geschichte überraschte durchaus, ließ mich allerdings auch sehr zwiespältig zurück. Da gab es zu viele dubiose Zufälle, zu viele nicht nachvollziehbare Wendungen. Beinah schien es mir, als müssten nun zwangsläufig für alle offenen Fragen die passenden Antworten gefunden werden – auch wenn dabei knapp an der Logik vorbeigeschrammt wurde.

Janice Hallett ist eine äußerst talentierte Autorin – das steht außer Frage. Doch leider verspüre ich nun, nachdem ich ihren dritten Roman gelesen habe, eine gewisse Sättigung in Bezug ihres Stils. Da würde ich mir wünschen, von ihr auch einmal einen Roman „im klassisch literarischen Sinne“ lesen zu dürfen. Wer weiß, vielleicht würde sie mich damit aufs Neue in Erstaunen versetzen.


erschienen bei Atrium / ISBN: 978-3855351978 / in der Übersetzung von Stefanie Kremer

ICH DANKE DER PRESSEAGENTUR POLITYCKI & PARTNER HERZLICH FÜR DAS ZUR VERFÜGUNG GESTELLTE LESEEXEMPLAR!

[Rezension] Georges Simenon – DER MÖRDER (Hörspiel)

Normalerweise bespreche ich eine Box mit Kriminalhörspiele komplett, nachdem ich mir CD für CD, Hörspiel für Hörspiel angehört habe. Da picke ich mir nicht nur ein einzelnes Hörspiel heraus und lasse die anderen Hörspiele ungehört links liegen. Normalerweise…! In diesem Fall bin ich ganz bewusst von dieser hehren Absicht abgewichen. Ich war auf der Suche nach Non-Maigret-Hörspiele und stolperte irgendwann über diese WDR PRIME CRIME-Hörspielbox mit 6 CDs – längst vergriffen und nur noch antiquarisch auf den bekannten Portalen äußerst günstig käuflich zu erwerben. Da griff ich zu.

Die Zusammenstellung der Box wirkte etwas kurios auf mich: Inmitten der anderen Autoren, die alle aus Deutschland stammten, nimmt hier Georges Simenon eine Sonderstellung ein. Er ist der Paradiesvogel, der mit der Bekanntheit seines Namens internationales Flair versprüht und somit vielleicht auch einen Kaufanreiz bei der potenziellen Kundschaft setzen sollte. Bei mir hatte diese Taktik bestens funktioniert.

Der Roman DER MÖRDER, das literarische Original zu diesem Hörspiel, hatte mir sehr gefallen. Insbesondere die Veränderungen, die der Täter wie auch sein soziales Umfeld durchlaufen, wurden von Georges Simenon anschaulich beschrieben. Der Autor erschuf eine bedrückende Atmosphäre und sorgte so für eine fesselnde Lektüre. Würde die Hörspiel-Adaption eben jene Atmosphäre ebenso wiedergeben können?

Hans Kuperus ist ein angesehener Arzt in einem niederländischen Städtchen. Was er nicht weiß, ist, dass seine Ehefrau Alice ihn betrügt, wenn er einmal wöchentlich nach Amsterdam fährt oder nachts wegen medizinischer Notfälle das gemeinsame Bett verlässt. Eines Tages erhält Kuperus einen anonymen Brief, in dem ihm davon berichtet wird. Er beschließt Alice und ihren Liebhaber, den stadtbekannten Schürzenjäger Graf de Schutter, zu ermorden. An einem Dienstag, wenn Kuperus sich normalerweise mit seinen Medizinkollegen trifft, lauert er den beiden auf, erschießt sie und versenkt die Leichen im Kanal, der anschließend zufriert. Um keinen Verdacht aufkommen zu lassen, meldet Kuperus seine Frau als vermisst, während er gleichzeitig, in sehr reueloser Manier, versucht die Position der getöteten Ehefrau Alice durch das Dienstmädchen Neel zu ersetzen. Als das Eis zu tauen beginnt, kann Kuperus sich eines Verdachts nicht mehr erwehren.

(Inhaltsangabe der Homepage des Verlages entnommen!)


1 CD/ DER MÖRDER von Georges Simenon (1999)/ Hörspielbearbeitung & Regie: Walter Adler/ Übersetzung: Lothar Baier/ technische Realisierung: Thomas P. Sehringer & Matthias Fischenich/ mit Gerhard Garbers, Martin Reinke, Christiane von Poelnitz, Jele Brückner, Matthias Fuchs, Ernst August Schepmann, Susanne Barth, Hermann Lause, Herbert Schäfer, Pierre Siegenthaler u.a.


Nach ca. 50 Minuten war der „Spaß“ dann auch schon wieder vorbei. Der CD-Player war verstummt. Ich saß vor mich hin sinnierend in meinem Sessel und war mit dem, was ich gerade gehört hatte, irgendwie unzufrieden. Alle wohlwollenden Gründe zugunsten der Adaption hatte ich bereits in die Waagschale geworfen, und doch senkte sich die Negativ-Schale nur allzu deutlich. Doch was war es, das mich so unzufrieden sein ließ? Antwort: Die atmosphärische Dichte des Originals ging beim Hörspiel ebenso verloren, wie auch die psychologische Komponente außer Acht gelassen wurde.

Vielmehr erschien es mir wie ein „aufgehübschtes“ Hörbuch: Gerhard Garbers fiel als Erzähler der Hauptpart zu. Die restlichen Sprecher*innen sowie Musik und Geräusche wirkten eher wie Gimmicks, die eingefügt wurden, um die Aufnahme etwas aufzulockern. Somit hatten die Sprecher*innen auch kaum Möglichkeiten, um ein interessantes Rollenprofil zu erschaffen und so nachdrücklich auf sich aufmerksam zu machen.

Walter Adler bemühte sich in seiner Bearbeitung um einen ruhigen Erzählton, konnte aber die ambivalenten Gefühle, die sich bei den Protagonist*innen hinter der biederen Fassade der Gutbürgerlichkeit versteckten, nicht glaubhaft vermitteln. Auch ließ er oftmals eine Szene nahtlos an die vorherige Szene anknüpfen und sorgte bei mir für Verwirrung beim Zuhören, da ich (scheinbar) unwillkürlich auftauchende Stimmen nicht sofort zuordnen konnte. Erst nach einige Sekunden war ich wieder soweit orientiert, um mich dann in die Handlung wieder einzufinden. Hätte ich den Roman vorher nicht bereits gelesen, wäre mir dies deutlich schwerer gefallen.

So wirkte diese Hörspiel-Adaption eines Georges Simenon-Klassiker bedauerlicherweise sehr blutarm auf mich.


erschienen bei Random House Audio / ISBN: 978-3898302838
ebenfalls erschienen als Download bei DAV / ISBN: 978-3862316649 / als Teil der Hörspielbox Maigret & Co. Meisterhafte Fälle