Buchblog Award 2018…

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Erstaunlich, was es in der Blogger-Welt so alles gibt: Vor wenigen Monaten bin ich völlig unbedarft mit meinem eigenen Buch-Blog gestartet – nichtsahnend, welche Welt sich mir erschließt, welche Möglichkeiten sich mir offenbaren, welche Kontakte dabei entstehen könnten…

Heute wurden auf der Frankfurter Buchmesse die besten Buch-Blogs ausgezeichnet: Mehr als 3000 Literatur-Enthusiasten haben aus allen 700 nominierten Blogs jeweils 5 Kandidaten aus 9 Kategorien in das Finale gewählt. Eine Fachjury kürte nun heute aus den Finalisten die verdienten Gewinner.

Hier sind die Gewinner*innen des Buchblog Award 2018:

ALLESLESERleseschatz von Hauke Hader

LITERATURBücherkaffee von Alexandra Stiller

KRIMI & THRILLERblack nd beautiful von Madelaine Rieger

KINDER- UND JUGENDBUCHJuli liest von Julia Bousboa

LIEBE & HERZlittle words von Karin Lipski

FANTASY & SCIFIFiktion fetzt. von Karolin Hagendorf

SACHBUCH & RATGEBERElementares Lesen von Petra Wiemann

NEWCOMERBuch & Wort von Monika Drummer

ANDERE FORMATEBuchgeschichten von Ilke Sayan

So bunt wie das Leben, so vielfälltig wie die Literatur, so individuell sind auch die Blogs der Gewinner*innen.

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH: Ihr seid Vorbild und Inspiration!!!

[Rezension] Heinz Erhardt – Die Gedichte/ mit Illustrationen von Jutta Bauer

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Da ist er wieder – dieser Schelm! Kein anderer Humorist seiner Generation konnte so schön mit Worten spielen, aus Nichtigkeiten eine Pointe spinnen und Reime zum Schütteln bringen.

Dabei spielte natürlich auch seine unnachahmliche Art des Vortrags eine immense Rolle: sein unschuldig-naiver Blick, die hängenden Schultern und die wie zufällig gewählte Betonung der Worte.

In diesem Band sind nun erstmals alle seine Gedichte versammelt und mit kleinen, witzigen Illustrationen von Jutta Bauer verschönt.

Sie alle warten auf ihre Wieder- und Neuentdeckung: Selbstverständlich darf „Die Made“ nicht fehlen, aber auch die gereimten Geschichten um „Ritter Fips von Fipsenstein“ und die Sammlung Gedichte „In vier Zeilen“ sind ein Fest-Schmaus vom Großen der humoristischen Reime.

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So verpackte Heinz Erhardt die Tücken des Alltags, das Lieb & Leid in den Beziehungen der Geschlechter und allerlei Getier jeglicher Größe in seine Reime und beschert mir, dem geneigten Leser auch in der gedruckten Form eine Fülle an köstlichen Bonmots und witzigen Wortspielereien.

Er war eben ein wahrer Schelm!

erschienen bei Lappan/ ISBN: 978-3830334057

Der viel gescholtene Buchhandel…

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…kann auch anders!!!

Häufig lese ich Kritik am Buchhandel: zu verstaubt, zu elitär, nicht zeitgemäß, zu herablassend, nicht kundenorientiert etc.,…

…und ich möchte diese Kritik auch nicht abwerten – im Gegenteil – ich nehme sie sehr ernst und musste selbst durchaus schon Negatives erfahren (Ich zitiere mich selbst aus einer kürzlich geführten Unterhaltung mit Blog-Kollegen):

„Wir hatten hier vor Ort vor einigen Jahren eine Buchhandlung mit einer Buchhändlerin, die mir mit Ihrem Verhalten und Auftreten immer das Gefühl vermittelte, ich wäre ein Kulturbanause: Nur weil ich „nur“ meine popeligen Krimis bei ihr kaufte und nicht mindestens Rilke, Storm oder Mann auf die Ladentheke gelegt habe. Ich glaube, für diese Person war Hemingway schon Trivial-Literatur.“

Jede/r, die/der in einen Buchladen geht und diese oder eine ähnlich unangenehme Erfahrung machen musste, tut mir leid.

Jede/r, die/der seitdem lieber einen großen Bogen um inhabergeführte Buchhandlungen macht, hat mein Verständnis.

Aber BITTE verteufelt nicht alle Buchhandlungen: Es gibt auch sie – die Buchhandlungen, die mit der Zeit gehen, interessante Aktionen starten, offen sind für neue Wege…

…und traut Euch bei nächster Gelegenheit wieder in eine kleine Buchhandlung hinein: Neues Spiel – neues Glück!

Die aufmerksamen Leser*innen meines Blogs werden es schon bemerkt haben: Ich habe das große Glück, eine dieser schon erwähnten tollen Buchhandlungen vor Ort zu haben…

…und bin ein echter Fan von meinen Mädels von „die schatulle“, die heute ihren (Trommelwirbel!) 100. DoFi veröffentlicht haben, der diesmal besonders farbenfroh ins Auge sticht. Pieks! Aua! 🌈🤩💖

Übrigens: Mein Blog-Kollege Frank Wolf von „reisswolfblog“ hat zwei Beiträge zum Thema „Buchhandel, quo vadis?“ (hier und hier) veröffentlicht, die mir aus der Seele sprechen und absolut lesenswert sind.

Rainer Maria Rilke – HERBST

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.

Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.

Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.

Rainer Maria Rilke

[Rezension] Finn-Ole Heinrich – Frerk, du Zwerg!/ mit Illustrationen von Rán Flygenring

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„Frerk, du Zwerg!“ rufen die Kinder auf dem Schulhof hinter ihm her. Dabei ist er gar nicht besonders klein – auch nicht besonders groß. Aber es reimt sich,…

…und außerdem ärgern die Kinder ihn gerne – besonders Andi Kolumpeck: Nur weil er aussieht wie sein Vater und gekleidet ist wie sein Vater – dafür sorgt schon seine Mutter. Hätte er einen Hund – einen großen, einen riesengroßen – dann würden die Kinder und besonders der Andi nicht so mit ihm umspringen. Aber einen Hund darf er nicht haben – auch dafür sorgt schon seine Mutter, die hat Allergie und Migräne und auch sonst so allerlei. Das Leben könnte so richtig doof sein, hätte er nicht dieses pelzige Ei gefunden, aus dem bald 5 wunderliche Zwerge schlüpfen…!

…mit Hilfe dieser Zwerge strampelt Frerk sich frei: Er ist nicht mehr das Opfer auf dem Schulhof! Er ist nicht nur die kleinere Kopie seines Vaters! Er muss nicht verhätschelt werden von seiner Helikopter-Mutter. Er ist eine eigenständige Persönlichkeit.

Bunte Bilder, niedliche Illustrationen, possierliche Texte und sonstigen Kinderbuch-Mainstream sucht man bei Finn-Ole Heinrich vergeblich. Sein erstes Kinderbuch ist kantig, es darf kantig sein – das Leben ist eben kantig – auch das Leben eines Kindes – kantig aber nicht hoffnungslos,…

…denn Kinder sind stark, Kinder haben Fantasie.

Fantasie hat auch Rán Flygenring, die schnörkellose und doch detailreiche Illustrationen kreiert.

Fantasie hat natürlich auch Finn-Ole Heinrich, der wunderbar mit Worten spielt, mit seinen Formulierungen Bilder im Geiste des Lesers erschafft und neue Wort-Kreationen erfindet:

„Lach doch mal, lach doch einfach mal, krach drupf murl, im bruzzten rächtäch lurlt brunt wirlt! – Brät! Brät!“

Ein Plädoyer für starke, selbstbewusste und selbstbestimmte Kinder!!!

erschienen bei Bloomsbury/ ISBN: 978-3827054760

MONTAGSFRAGE #6: Was ist dein ultimativer Trick, um mehr und regelmäßiger zu lesen?

Montagsfrage (1)

Antonia Leise von „Lauter & Leise“ hat dankenswerterweise DIE MONTAGSFRAGE: Buch-Blogger Vorstellungsrunde wiederbelebt und stellt an jedem Montag eine Frage, die Interessierte beantworten können und zum Vernetzen, Austauschen und Herumstöbern anregen soll! Ich bin gerne dabei!!!

In meinem MONTAGSFRAGE-Archiv finden Sie Fragen & Antworten der vergangenen Wochen.


Buch-Blogger Vorstellungsrunde: Was ist dein ultimativer Trick, um mehr und regelmäßiger zu lesen?

Ohje! Trick! Gibt es einen?

Im Laufe der Jahre habe ich an mir wahrgenommen, dass meine Lese-Motivation in Schüben auftritt.

Es gibt Zeiten, da lese ich ein Buch nach dem anderen einfach so weg: Kaum liegen die Liebenden sich küssend in den Armen, begebe ich mich mit einem gewieften Kriminalen auf die Suche nach einem schändlichen Mörder, nur um wenig später „Zurück in die 70er“ zu switchen, um meine Pubertät wieder zu durchleben und -leiden. Dies geschieht mit einer solch unbeschwerten Leichtigkeit und gänzlich ohne Tricks und Kniffe – ich fühle mich wohl und bin einfach im Flow…!

Dann gibt es Phasen, da liegen die Bücher griffbereit auf dem Couchtisch, setzen Staub und Spinnenweben an und fristen ein Dasein der Nichtbeachtung. Ich kann dann nicht lesen!

Ich habe in diesen Phasen sehr viel um die Ohren. Mein Stresspegel leidet unter einem extremen Ausschlag. Da hat mein Hirn keine freien Kapazitäten mehr übrig – auch nicht für „leichte Lektüre“: Selbst diese ist mir zu SCHWER. Alle Versuche, trotzdem „unter Zwang“ zu lesen, gingen bisher gnadenlos und auf direktem Wege in die Hose. Nichts vom Gelesenen bleibt im Schädel haften: Ein absolut frustrierender Zustand!

Lesen unter Zwang ist (`  tschuldigung) Kacke (!) und die beste Möglichkeit, meine Freude und meine Lust am Lesen zu verlieren! DAS DARF NICHT GESCHEHEN!!!

Zum Glück bin ich nun in einem Alter, in dem ich – dank Erfahrung – die nötige Geduld habe, die 2. Phase einfach verstreichen zu lassen. Und – Schwupp! – ehe ich mich versehe, bin ich wieder in die 1. Phase gerutscht: Halleluja!

Tricks brauche ich nicht. Es ist eben, wie es ist!


…und was meint Ihr? Gibt es DEN ultimativen Trick? Ich lasse mich gerne überzeugen!

Nun wird es für mich langsam Zeit,…

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…mich auf die Bücher zu stürzen. Nun hat das letzte Quartal des Jahres begonnen, zwei Lesungen warten auf mich und möchten mit Inhalt gefüllt werden. Und wie bei jedem Mal, muss ich nur meinen Hintern hochkriegen, um einen Anfang zu finden. Ist der Anfang gefunden, läuft der Rest wie von alleine – naja, beinah!

Doch was genau ist „der Rest“? Was geschieht hinter den Kulissen? Wie bereitet sich ein Vor-Leser auf eine Lesung vor?

Ich bin mir sicher, dass dies von Vor-Leser zu Vor-Leser sehr individuell ist. Gerne verrate ich hier meine Vorgehensweise.

Der Termin für eine abendfüllende Lesung steht schon sehr zeitig fest. Bei den beiden genannten Lesungen war der eine Termin schon vor einem Jahr geblockt, der 2. Termin kam im Januar dazu. Eine rechtzeitige Planung hat durchaus Vorteile: Zeit für Vorgespräche, Kontakt zu Presse und Kooperationspartnern knüpfen, Plakate und Eintrittskarten entwerfen undvielesmehr. Gleichzeitig birgt es auch die Gefahr, sich vorerst entspannt zurückzulegen, da man denkt „Ach, ich habe ja noch sooo viel Zeit!“.

Dann folgt die Suche nach einem Thema für die jeweilige Lesung. Entweder ich habe von vornherein eine zündende Idee oder es folgt spontan und unerwartet eine Eingebung – meistens zu den unmöglichsten Zeiten und in den merkwürdigsten Situationen. So verdanke ich die Idee für eine schaurig-schöne Lesung einem nächtlichen Gang zur Keramikabteilung.

Danach beginnt die Recherche: Wo finde ich ausreichendes Futter für dieses Thema? Entweder ich stöbere in meinem Bücher-Fundus, forsche im Internet, kaufe im Antiquariat oder konsultiere die Buchhändlerinnen meines Vertrauens.

Die Vorbereitung beginnt:

Pro Lesung sammeln sich dann ca. 10-15 Bücher bei mir an und liegen nach Themen geordnet griffbereit und unübersehbar „in meinem Weg“, damit ich auch immer-wieder-und-dauer-haft-und-pene-trant darüber stolpere. Bekomme ich dann endlich den schon oben erwähnten Popo hoch, beginnt das Studium. Die Texte werden „angelesen“ und unter folgenden Kritikpunkten beäugt: Gefällt es mir?/ Springt der Funke über?;  Kann ich daraus was machen?/ Bietet es Potential?; Ist es überhaupt vor-lesbar?/ Nicht jeder Text, der sich interessant liest, ist ebenso zum Vortragen geeignet.

Treffen die genannten Kriterien zu, kommen ca. 10-12 Texte ins „Recall“. Nun lese ich sie ausführlicher, prüfe, wie sie im Kontext mit den anderen Texten harmonieren und stelle eine erste, grobe Reihenfolge zusammen, achte auf den Spannungsbogen oder setzte bewusst Brüche in der Lesung. Dann lese ich die Texte laut und stoppe bei jedem Vortrag die Zeit.

Von den ausgewählten Texten werden einige wieder verworfen – entweder der Zeitumfang der Lesung wird überschritten, oder sie stören den Fluss der Lesung oder schaffen nicht die gewünschte Atmosphäre. Zum Schluss landen 5-8 Texte im Finale.

Nun beginnt meine Arbeit am Text: Ich feile an der Betonung, setzte bewusst Pausen ein, feile am Ausdruck und arbeite die jeweilige Stimmung heraus. Evtl. stelle ich auch einzelne Sätze leicht um, da sie dann natürlicher und somit flüssiger über meine Lippen kommen. Mit einem Bleistift mache ich mir entsprechende Zeichen im Text und notiere mir unterstützende Stichwörter am Textrand. Dabei wird der Text ca. 8-10x laut gelesen, weiter an der Interpretation gefeilt und die Feinheiten im Text weiter herausgearbeitet: ein klassisches Textstudium! 2-3 Tage vor der Lesung lasse ich die Texte in Ruhe, um das Erarbeitete nochmals sacken zu lassen und sie am großen Tag dann „frischer“ vortragen zu können.

Doch damit ist meine Arbeit noch nicht beendet: Schließlich folgt bei meiner Lesung nicht Text auf Text „ohne Punkt und Komma“– Nein! – zwischen den Texten wird lässig-locker-leicht geplaudert. Privat plaudere ich natürlich einfach so vor mich hin, wie jeder andere Laien-Plauderer auch. Bei meiner Lesung plaudere ich selbstverständlich höchst professionell und extrem gut vorbereitet. So fülle ich meine überleitende Moderation mit Biografischen und/oder Kuriosen zum jeweiligen Autor, verrate meine persönliche Bindung zum Text oder plaudere aus dem Nähkästchen eines ambitionierten Vor-Lesers. Und das alles will sehr gut vorbereitet sein…!

Jetzt kann mich nichts mehr schocken! Pustekuchen!

Der Tag X naht:

Ging es mir bis dahin blendend, ändert sich dies schlagartig an DIESEM Tag: Die Nacht zuvor schlafe ich eigentlich immer recht ordentlich. Im Laufe des Vormittags breitet sich ein unangenehmer Druck in meinem Magen aus, an meinen Schläfen spüre ich einen Spannungsschmerz, und meine Blase hat plötzlich ein extrem eingeschränktes Fassungsvolumen.

Wieso denke ich plötzlich an diesen Schlager von Gitte, der sich jetzt geschwürmäßig in meinem Kopf Raum nimmt und mit dem Rhythmus seiner Melodie gegen meine Schädeldecke pocht?

Lampenfieber!

½ Stunde vor Beginn: Mir ist nicht gut! Ich könnte jetzt gemütlich auf dem Sofa liegen. Ach was! Ich MÜSSTE jetzt auf dem Sofa liegen, mich einer Entspannungstechnik hingeben und auf die Wirkung einer doppelten Aspirin warten. Mein vegetatives Nervensystem arbeitet dafür einwandfrei und versorgt mich mit einer überdurchschnittlichen Schweißbildung.

„Warum mache ich diese verdammte Sch….. eigentlich immer wieder?“

½ Stunde nach Beginn: Die Zuhörer haben ihre Plätze eingenommen – viele bekannte & liebe Gesichter, schon nach dem ersten gelesenen Absatz spüre ich…

„Ich hab´ Euch am Haken!“ – geiles Gefühl…

Ende der Lesung: Begeisterung!!!

„Du machst doch im nächsten Jahr wieder eine Lesung, oder?“ Aber natürlich mache ich im nächsten Jahr wieder eine Lesung! Wer könnte daran zweifeln!

Der Vor-Leser verlässt äußerst zufrieden und beglückt aber auch erschöpft die Stätte seines Triumphes!

[Rezension] Erich Kästner – Kästner für Kinder & Kästner für Erwachsene

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„Ich las und las und las – kein Buchstabe war vor mir sicher.“ Erich Kästner

Erich Kästner – Kästner für Kinder: Jubiläumsausgabe/ 12 Bände in 2 Büchern

Längst sind sie Klassiker geworden – die Bücher für „die Kleinen“ von Erich Kästner – und dank der wunderbaren Verfilmungen von damals und heute auch immer in Erinnerung von Generationen von Kindern geblieben.

In dieser Jubiläumsausgabe sind die humorvollen Geschichten mit ihren wunderbaren Heldinnen und Helden in 2 stattlichen Büchern versammelt. Auch in seinen Kinderbüchern konnte und wollte Kästner den Moralisten nicht verheimlichen: So zeugen seine Geschichten von seiner feinen Beobachtungsgabe und machen auch vor Sozialkritik nicht Halt.

Wobei „Kästner für Kinder“ eher weniger etwas für Kinderhände sind: Zu voluminös sind die einzelnen Bücher, zu klein die Typografie der Schrift. Vielmehr ist hier der erwachsene Leser bzw. Vorleser angesprochen. Sehr schön, dass auch auf die Originalzeichnungen von Walter Trier und Horst Lemke nicht verzichtet wurden, über die ich mich schon als Kind amüsieren konnte.

erschienen bei Atrium/ ISBN: 978-3855359547


„Die Erde soll früher einmal ein Paradies gewesen sein. Möglich ist alles. Die Erde könnte wieder ein Paradies werden. Alles ist möglich.“ Erich Kästner

Erich Kästner – Kästner für Erwachsene: 4 Bände

Auch Kästners Werk für „die Großen“ ist von opulenten Ausmaß: Eingeleitet wird diese Sammlung durch ein Vorwort von Hermann Kesten und beinhaltet selbstverständlich alle großen Romane (incl. meine geliebten „Drei Männer im Schnee“) und alle großen Gedichtbände – und kann somit als nahezu vollständige Sammlung für den erwachsenen Leser gelten.

Kästners Werke durchziehen sowohl die feine Ironie des Satirikers als auch die ungeschönte Wahrheit des Realisten. Dabei blieb er, der Literat, immer Menschenfreund und sehr nah am Volk und favorisierte den gesunden Menschenverstand.

Komplementiert wird dieses Werk durch Illustrationen von Erich Ohser, einem ausführlichen Kästner-Porträt sowie einer detaillierten Zeittafel. Neben dem literarischen Inhalt verführt auch die edle Optik mit grünem Leinen und Prägedruck, diese Bücher immer und immer wieder in die Hand zu nehmen.

erschienen bei Atrium/ ISBN: 978-3855359646