Ein Porträt: Rainer Moritz

Rainer Moritz (* 26. April 1958)

Rainer Moritz ist Germanist, Literaturkritiker, Übersetzer und Autor. Zudem wurde er zum Ehren-Professor der Stadt Hamburg ernannt und leitet das dortige Literaturhaus Hamburg, aber das Beste ist: Er ist absolut sympathisch, sehr unkompliziert und hat einen herrlichen Sinn für Humor (Ich spreche aus Erfahrung!).

Wie käme ein hochstudierter Akademiker sonst dazu, sich immer wieder in die Untiefen der deutschen Unterhaltungskultur zu begeben, und sich dort zudem sichtlich wohlfühlt!

Seine (un-)heimliche Liebe gilt dem deutschen Schlager, der er schon mit div. Veröffentlichungen gefrönt hat. Nein! – Er singt nicht selbst! Er klärt uns auf!

Er klärte uns auf über versteckt erotische Anspielungen in den Schlagern der prüden 50er Jahre, welche Themen der Schlager behandelt (zu über 80 %: Liebe), und warum Fußballspieler bitte nicht (!) singen sollten. Als Schlager-Fan wurde er schon in seiner frühsten Jugend entsprechend sozialisiert und trug aufgrund dieser Leidenschaft einige traumatische Blessuren davon, die er (wir ahnen es schon…) dank des Schreibens eines Buches über Schlager therapieren konnte.

Nach dem Abitur am Robert-Mayer-Gymnasium Heilbronn im Jahr 1977 studierte er an der Universität Tübingen Germanistik, Philosophie und Romanistik. 1988 promovierte er mit einer literaturwissenschaftlichen Arbeit über Hermann Lenz. Von 1989 bis 2005 arbeitete er in mehreren Verlagen, bis er 2005 die Leitung des Literaturhauses Hamburg übernahm. Achja! – und Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland ist er auch noch.

Dabei verbindet er mit seinen literarischen Ergüssen gerne das Schöne mit dem Unterhaltsamen, sei es Erscheinungen unserer modernen Zeit oder dem Phänomen Sex & Literatur. Zudem hat er kurzweilige Texte zu Bildbänden, die sich besonderen Orten widmen, geschaffen, oder er findet – wie schon erwähnt – lobende Worte für den deutschen Schlager,…

…und sollten im deutschen Schlager Worte wirklich nicht mehr ausreichen, um die überschäumenden Gefühle zu beschreiben, dann kann sich immer noch mit lautmalerischen Vokalen beholfen werde:

„Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben – Schanananananaa!“


Auswahl seiner Werke:

[Rezension] Sam Kalda – Von Männern und ihren Katzen: Die größten Katzenliebhaber der Geschichte

Es gibt Bücher, die braucht kein Mensch! Wobei ich das Verb „brauchen“ im Sinne von „existenziell nötig haben“ und „lebenserhaltend dringend benötigen“ sehen möchte:  Dies ist so ein Buch! Ohne dieses Buch ist mein Leben nicht gefährdet,…

…ohne Kartoffelchips mit Sauerrahm-Lauchzwiebel-Flavour ist mein Leben auch nicht gefährdet oder ohne den oberleckeren-süchtigmachenden Spaghetti-Salat meines Mannes…

…und trotzdem „brauche“ (!) ich es hin und wieder zum puren Genuss: So ist auch dieses Buch!

Der Illustrator und Grafiker Sam Kalda hat ein kurzweiliges und amüsantes kleines Büchlein über Männer und ihre Katzen geschaffen und spannt in seinen 30 Mini-Biografien einen geschichtlichen Bogen von König Howell der Gute über Mark Twain, Winston Churchill und T.S. Eliot (Na logisch!) zu Raymond Chandler und Ernest Hemingway, um in der jüngeren Vergangenheit bei Marlon Brando, Andy Warhol und Freddie Mercury zu landen. Dabei plaudert er äußerst unterhaltsam über die genannten Katzenliebhaber und versucht humorvoll, der Symbiose „Mann + Katze“ auf den Grund zu gehen und die Psyche dieser außergewöhnlichen Gattung von Mann zu entschlüsseln.

Zwischen den einzelnen Biografien kommen die Katzen-Männer persönlich in Zitaten über Katzen zu Wort:

„Ein Heim ohne Katze – und zwar eine wohlgenährte, gutgepflegte und ordentlich verwöhnte Katze – mag zwar auch vollkommen sein, doch wo ist der Beweis?“ Mark Twain

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Illustration: Sam Kalda

Zudem macht Kalda seinem Ruf als talentierter und erfolgreicher Grafiker alle Ehre, indem er nicht nur zu jeder Biografie ein passendes Portrait beisteuert, sondern das gesamte Erscheinungsbild dieses ansprechenden Büchleins seine Handschrift trägt.

Wobei ich doch einen kleinen Verbesserungsvorschlag anmerken möchte. Ich vermisste zwei Seiten „zur Selbstgestaltung“, um dort kreativ in Wort & Bild mir und meinem Kater „ein literarisches Denkmal“ zu setzten. Hach! Mit meinem Portrait in dieser illustren Runde hätte ich mich als Katzen-Mann vollends gewürdigt gefühlt! 😍

erschienen bei Insel/ ISBN: 978-3458177449

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

[Führung] BLICK HINTER DIE KULISSEN / Stadttheater Bremerhaven

Schnappatmung stellte sich bei mir ein, als ich am 7. Dezember des vergangenen Jahres diese Mail bekam:

Lieber Herr Kück,

herzlichen Glückwunsch, Sie haben unsere Gewinnspiel-Frage richtig beantwortet und eine Führung für sich und bis zu fünf Begleitpersonen gewonnen! Überlegen Sie sich gerne einen Termin und melden Sie sich dann wieder bei mir. Von der Uhrzeit her würde es sich zwischen 14 und 18 Uhr anbieten, da in dem Zeitraum in der Regel keine Proben stattfinden und wir dann auch Seiten- und Probebühnen besichtigen können. Die Führung dauert etwa 60 bis 90 Minuten. Ansonsten schlagen Sie mir einfach ein Datum vor und ich gucke dann in unserer Disposition nach, ob es an dem Tag möglich ist.

Wir wünschen Ihnen eine schöne Weihnachtszeit!

Herzliche Grüße

Julia Vogel (Volontariat Marketing & Öffentlichkeitsarbeit Stadttheater Bremerhaven)

Vorangegangen war ein Gewinnspiel zum Nikolaustag auf der fb-Seite des Theaters. Die Frage „Zu welcher Produktion gehört dieses weihnachtliche Bühnenbild?“ wurde von mir nicht nur korrekt beantwortet, sondern die Glücksfee war mir zudem außerordentlich gewogen und spielte mein Los in die Finger der Ziehungsberechtigten,…

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Foto: Stadttheater Bremerhaven

…und so standen wir gestern gespannt vor dem Eingang des Theaters und warteten auf den Beginn unserer persönlichen Führung!

Julia Vogel, ihres Zeichens Volontärin in der Abteilung Marketing & Öffentlichkeitarbeit, begrüßte uns und nahm uns mit zu einem Marathon der besonderen Art. Unsere Reise führte uns vom Foyer in den menschenleeren Zuschauerraum, um danach einen ausführlichen Blick  hinter die Kulissen zu werfen.

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Wir…

…waren beeindruckt über die immense Höhe der Seitenbühnen und erkannten Kulissen aus laufenden (Sunset Boulevard) oder gerade abgespielten (Pippi Langstrumpf) Produktionen, um dann im tiefsten Arbeitsplatz Bremerhavens, in der Schlosserei über Sinn & Zweck einer halb-fertigen Metall-Konstruktionen zu rätseln,

…warfen einen Blick in den Ballettsaal, die Garderoben der Sänger und Schauspieler (Glamourfaktor = 0) und auf die Probenbühne,

…bewunderten die Kostüme in der Schneiderei, die Stoffe in der Dekorationsabteilung und machten die Bekanntschaft mit „Manfred“ und seinen Freunden in der Plastik,

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Foto: Stadttheater Bremerhaven

…studierten in der Maske den Schminkplan und warfen einen Blick auf die Applaus-Ordnung in der Inspizienten-Butze auf der Seitenbühne,

…um dann im einsamen Malersaal bei besonderer Beleuchtung über die Kunst des Theatermalers zu staunen und anhand der vorhandenen Modelle der Bühnenbilder eine Antwort auf unser Rätseln in der Schlosserei zu erhalten.

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Dabei ging es treppauf, durch enge Korridore und treppab zur jeweiligen Abteilung, um dann wieder treppauf, durch enge Korridore und treppab zur nächsten Abteilung zu gelangen: Unser Orientierungssinn war völlig verwirrt und stellte seine Funktion ein.

Zum Glück hatten wir mit Julia eine bestens orientierte Führung an unserer Seite, die uns kompetent und sympathisch durch die Abteilungen leitete und unsere Fragen geduldig beantwortete.

Liebe Julia! Herzlichen Dank! Es war großartig!!!

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Dekoratives beim Dekorateur! – Foto: Julia Vogel

Und dabei konnten wir wahrscheinlich – auch nach diesem detaillierten Einblick – nur vage erahnen, wieviel Arbeit, Enthusiasmus, Talent und Können alle Theaterschaffenden einbringen müssen, welche Fülle an Absprachen unter den einzelnen Abteilungen erfolgen muss, bis wir im Publikum den Zauber eines wunderbaren Theaterabends erleben und genießen dürfen!


Das Stadttheater Bremerhaven bietet in unregelmäßigen Abständen immer wieder öffentliche Führungen an: Termine finden sich im aktuellen Spielplan!

MONTAGSFRAGE #19: Was sind deine Lesevorsätze für 2019?

Montagsfrage (1)

Ach ja, diese „guten“ (!) Vorsätze zum Neuen Jahr: Jeder macht sie, keiner spricht darüber, und nur die wenigsten setzen sie in die Tat um. Ist Euch schon einmal aufgefallen, dass man sich beim Gedanken an die „guten“ (!) Vorsätze überhaupt nicht „gut“ fühlt?

Ich nehme einfach immer meine „guten“ (!) Vorsätze vom letzten Jahr: Die sind beinah unberührt und somit so gut wie neu! Wozu neue anbrechen, wenn die alten noch nicht verbraucht sind. Da bin ich absolut ressourcenorientiert, und die Umwelt wird auch nicht belastet…!!!

Ähnlich sieht es mit meinen Lesevorsätzen für dieses Jahr aus: Mein oberster Lesevorsatz lautet „Locker bleiben!“ (lässt sich übrigens auch prima auf das komplette Leben übertragen) und ist somit schon so etwas wie ein Mantra!

Das Lesen und somit auch dieser Block bedeuten für mich Freude und Entspannung. Ich bemühe mich redlich, mich nicht selbst unter Leistungsdruck zu setzten, nicht auf die tollen Blogs meiner kreativen Mit-Blogger*innen zu schielen und beim Anblick der Rezensionsexemplare auf meinem SuB nicht in Hektik auszubrechen.

SuB ist auch so eine Abkürzung, die ich nicht mag: Es klingt nach einer fiesen Krankheit, einem eitrigen Geschwür oder etwas ähnlich Unappetitliches! So etwas habe ich schon zu Hauf in meinem Beruf als Krankenpfleger gesehen. In meinem Heim möchte ich so etwas nicht haben (angewiderter Gesichtsausdruck). Hallo! Das sind „nur“ eine Menge tolle Bücher, deren Geschichten auf ihre Entdeckung durch mich warten. Das ist doch absolut großartig und wundervoll und hat eine so fies klingende Abkürzung einfach nicht verdient!

Darum: Jedem Tierchen sein Pläsierchen! Will sagen: Jedem Menschen seine „guten“ (!) Vorsätze! Meine „guten“ (!) Vorsätze sind extrem überschaubar!!!

…und wie handhabt Ihr es? Handelt Ihr auch unter „Vorsatz“!


Antonia Leise von „Lauter & Leise“ hat dankenswerterweise DIE MONTAGSFRAGE: Buch-Blogger Vorstellungsrunde wiederbelebt und stellt an jedem Montag eine Frage, die Interessierte beantworten können und zum Vernetzen, Austauschen und Herumstöbern anregen soll! Ich bin gerne dabei!!!

In meinem MONTAGSFRAGE-Archiv findet Ihr Fragen & Antworten der vergangenen Wochen.

[Rezension] Erich Kästner – Drei Männer im Schnee

So, ausgelesen! Schade! Schön war´s…!

In meiner momentanen Situation (Stichwort: Jahresanfangsmüdigkeit) brauchte ich dringend Balsam für die Seele: Der Roman „Drei Männer im Schnee“ von Erich Kästner…

…und ich erfreute mich wieder an den intelligent-witzigen Dialogen

…und genoss die feine Kästner’sche Ironie, die so leicht zu überlesen wäre, wenn der geneigte Leser zu oberflächlich lesen würde.

Erich Kästner war ein wahrer Könner seines Fachs: Schaute er auch sehr genau auf die menschliche Natur, so blieb er doch durch und durch ein Menschenfreund und kommentierte als Satiriker und Romancier die Schwächen der Leute immer mit einem Augenzwinkern,…

…und so rollten hin und wieder auch die Tränen: vor Lachen & vor Rührung.

Ein richtiger Seelentröster…!!!

erschienen bei Atrium/ ISBN: 978-3038820161


Gabriela Wendt hat auf ihrem Blog „Buchperlenblog“ die tolle Aktion Perlentauchen ins Leben gerufen: Hier werden literarische Kostbarkeiten wieder-vorgestellt, die schon einige Jahre/ Jahrzehnte/ Jahrhunderte auf den Buckel haben aber nicht in Vergessenheit geraten sollten.

An dieser Aktion beteilige ich mich sehr gerne: Gute Geschichten sind zeitlos!

MONTAGSFRAGE #18: Was war dein Lesehighlight 2018?

Montagsfrage (1)

Nur noch einige wenige Stunden und dieses Jahr ist Geschichte!

Nur noch einige wenige Stunden…!

Es ist an der Zeit, Bilanz zu ziehen: Wie war mein ganz persönliches Zweitausendundachtzehn? Es gab Höhen und Tiefen, schöne und weniger schöne Momente, Begegnungen voller Freude und unangenehme Begegnungen. Es war ein Jahr der Extreme – wie im Grunde mein gesamtes bisheriges Leben!

Ebenso „extrem“ pendeln meine Lesehighlights zwischen Hell & Dunkel, zwischen Yin & Yang, zwischen Sommer & Winter…

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Sommer in Super 8 von Anne Müller katapultierte mich zurück in meine Kindheit in den 70er Jahren, löste eine Flut an Erinnerungen aus und ließ mich die Melancholie und die Wehmut der Vergangenheit spüren.

Winter. Das Große Lesebuch für die ganze Familie begeisterte mein kindliches Gemüt, schürte meine Lust am Schauen, Staunen und Entdecken und schenkte mir unbeschwerte Freude.

So gegensätzlich diese Bücher auch scheinen, haben sie doch beide das verborgene Kind in mir wieder erweckt – jedes auf seine sehr besondere Art! Beide Bücher fanden eher zufällig ihren Weg zu mir. Umso dankbarer bin ich, dass sie mich nun gefunden haben!

Mit dieser letzten Montagsfrage im Jahr 2018 möchte ich mich herzlich bei Antonia Leise bedanken, die mich mit ihren Fragen immer wieder „zwingt“, meine Lesegewohnheiten zu überdenken und zu hinterfragen,…

…und ich wünsche ihr und selbstverständlich auch Euch, meinen lieben Leserinnen und Lesern, einen guten Rutsch ins Neue Jahr 2019: Möge es genauso abwechslungsreich werden, wie es das vergangene Jahr war!!!

…Happy New Year!


Antonia Leise von „Lauter & Leise“ hat dankenswerterweise DIE MONTAGSFRAGE: Buch-Blogger Vorstellungsrunde wiederbelebt und stellt an jedem Montag eine Frage, die Interessierte beantworten können und zum Vernetzen, Austauschen und Herumstöbern anregen soll! Ich bin gerne dabei!!!

In meinem MONTAGSFRAGE-Archiv findet Ihr Fragen & Antworten der vergangenen Wochen.

[Noch ein Gedicht…] Erich Kästner – SPRUCH FÜR DIE SILVESTERNACHT

Man soll das Jahr nicht mit Programmen
beladen wie ein krankes Pferd.
Wenn man es allzu sehr beschwert,
bricht es zu guter Letzt zusammen.

Je üppiger die Pläne blühen,
um so verzwickter wird die Tat.
Man nimmt sich vor, sich zu bemühen,
und schließlich hat man den Salat!

Es nützt nicht viel, sich rotzuschämen.
Es nützt nichts, und es schadet bloß,
sich tausend Dinge vorzunehmen.
Lasst das Programm! Und bessert euch drauflos!

Erich Kästner

[Musical] Jerry Herman – HALLO, DOLLY! / Ohnsorg Theater Hamburg

Musik und Liedtexte von Jerry Herman / Buch von Michael Stewart / nach „The Matchmaker“ von Thornton Wilder / Deutsch von Robert Gilbert / Plattdeutsch von Hartmut Cyriacks und Peter Nissen

Premiere: 27. Mai 2018 / besuchte Vorstellung: 29. Juni 2018 / Ohnsorg Theater Hamburg


Musikalische Leitung & Einstudierung: Stefan Hiller
Inszenierung & Kostüme: Frank Thannhäuser
Choreographie: Jessica Neumann

Bühne: Katrin Reimers


Auch wenn dieses „Kulturelle Kunterbunt“ nun schon ein ½ Jahr zurück liegt und auch nicht mehr am besagten Theater gespielt wird, so war es doch einer meiner schönsten Musical-Momente, den ich bisher erleben durfte und der hiermit nicht in Vergessenheit geraten soll:

Es gab…

…kein schwebendes Kindermädchen, keinen herabstürzenden Kronleuchter, keinen fliegenden Teppich,…

…keine Modernisierung, kein Regie-Schnickschnack, keine spektakuläre Bühnentechnik,…

…und trotzdem saß ich rundum glücklich im Zuschauerraum, habe gelacht und geweint und fühlte meine Seele gestreichelt.


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Das Ohnsorg Theater brachte in der Regie von Frank Thannhäuser diesen Musical-Klassiker zum Glänzen…

…in einem wandlungsfähigen und liebevoll-detailreichen Bühnenbild incl. traumhafter Kostüme,…

…mit der plattdeutschen Sprache, die sich harmonisch in die Dialoge und um die Songtexte schmiegte,

…und dank eines wunderbaren und perfekt aufeinander eingespielten Ensembles (angeführt von der einzigartigen Sandra Keck in der Titel-Rolle, komplettiert mit den Talenten von Till Huster, Christian Richard Bauer, Christin Deuker, Markus Gillich, Tanja Bahmani, Beate Kiupel u.v.m. ), das uns DAS zeigte, was in mancher großen Produktion leider allzu oft hinter der Perfektion verschwindet – ganz viel HERZ! 💖

Wir haben das Theater mit einem wohligen Gefühl im Bauch und mit einem Lied auf den Lippen verlassen – beglückt, beseelt und überreichlich beschenkt!

Vielen, herzlichen Dank!


Das Ohnsorg Theater ist immer für eine Überraschung gut: Plattdeutsch ist alles andere als platt!

Sternenglanz & Weihnachtszauber…

Es war ein Tag wie im Märchen: Die Sonnenstrahlen glitzerten verführerisch in den verschneiten Bäumen, und der Wind hauchte feinen Schnee wie Elfenstaub über die Landschaft. So und nicht anderes begann dieser Tag…

…sicher irgendwo auf der Welt, aber nicht hier in Osterholz-Scharmbeck: Sprühregen, ein Himmel tief verhangen mit grauen Wolken, von der Sonne fehlte jede Spur…

…und mir ging es nicht gut: tagelange Migräne gepaart mit Lampenfieber ist keine angenehme Kombination. Aber: The Show Must Go On!

So saß ich hier in „meiner“ Klosterkirche St. Marien und wartete,…

…wartete auf den Beginn der von mir selbst initiierten und geplanten Veranstaltung und schickte Verwünschungen gegen mich selbst gen Kirchenkuppel (WARUM?).

Zudem nagte in mir die Unsicherheit „Werden auch genügend Gäste erscheinen?“. Der Kartenvorverkauf verlief leider nur sehr schleppend. Über die Gründe konnten wir nur spekulieren: Lag es an der Wahl des Termins so kurz vor Weihnachten? Oder lag es doch eher an der „Konkurrenzveranstaltung“ einer Lesung mit der Schauspielerin Janette Rauch im wenige Kilometer entfernten Kulturzentrum Gut Sandbeck? Dabei ging es weniger um mein Ego – Ich lese für 5 Gäste ebenso gerne wie für 50 Gäste! – sondern diese Lesung sollte für einen guten Zweck sein, und da hätte ich gerne viele, viele Euros „eingelesen“!

Dabei hatten wir alles getan, um unseren Gästen einen stimmungsvollen Abend zu bescheren: Der große Weihnachtsbaum erstrahlte in unzähligen Lichtern, Kerzen brannten auf dem Altar und auf dem Adventkranz.

Der Kirchenmusiker Utz Weißenfels sorgte an der Orgel für den musikalischen Rahmen. Ute Gartmann von der Buchhandlung „die schatulle“ präsentierte eine kleine, feine Buchauswahl, Susanne Bödeker vom „Carpe Diem“ umsorgte die Gäste mit Getränken, und Pastor Georg Ziegler fand die passenden Worte zur Begrüßung und zum Abschied.

Doch die Hauptlast des Abends lag natürlich auf meinen zarten Schultern. Aber: The Show Must Go On!

Der 1. Teil der Lesung stand ganz im Zeichen des Humors mit seinen heiter-satirischen Texten:

  • Nicole Franz – Um Himmels willen
  • Janina David – Wer glaubt noch an den Weihnachtsmann
  • Loriot – Advent
  • Fritz Bernhard – Der unkorrekte Tannenbaum
  • Hans Scheibner – Fahrlässige Leergutfalscheinsortierung

Nach dem 1. Teil der Lesung ging es mir schon ein wenig besser: Die erste Aufregung hatte sich gelegt, und die Migräne war etwas abgeklungen – auch dank des tollen Publikums, das sich von der ersten Minute an sichtlich gut amüsierte und nach den einzelnen Geschichten entsprechend Applaus spendete.

Der 2. Teil der Lesung wurde ruhiger und besinnlicher:

  • Anton Cechov – Eine schreckliche Nacht
  • O. Henry – Das Geschenk der Weisen
  • Agatha Christie – Der unfolgsame Esel

40 Gäste (geschätzt) spendeten am Schluß begeistert Beifall. Ich war vollgepumpt mit Glückshormonen und hatte das Gefühl, dass ich Bäume entwurzeln könnte: Dopamin ist ein echt krasses Zeug!

Der Abend klang aus mit netten Begegnungen, vielen anerkennenden Worten, dem Genuss des einen oder anderen Bechers Punsch und der freudigen Erkenntnis, dass ich ein hübsches Sümmchen spenden konnte!

Natürlich könnte ich einen solchen Abend nicht „stemmen“, wenn ich nicht so viele tolle Menschen zur Unterstützung an meiner Seite wüsste. Darum sende ich einen herzlichen Dank an Georg Ziegler und Anne Leukers für die Organisation, Utz Weißenfels für die musikalische Begleitung, Susanne Bödeker und Ute Gartmann für „das Dasein“. Ein besonderer Dank geht an meinen Mann, der mich in dieser Zeit immer geduldig erträgt!

P.S.: Kennt jemand von Euch ein wirksames Mittel gegen „Glänzen wie Speckschwarte“ in Kombination mit einem hochroten Kopf? Ich wäre für jeden Tipp sehr dankbar!