[Rezension] Doris Eisenburger – Ein Amerikaner in Paris. Sinfonische Dichtung von George Gershwin

Ungefähr zur selben Zeit als ich über Die Flöhe in der Oper stolperte, polterte mir auch dieses Bilderbuch vor die Füße. Bei diesem Titel musste ich zugreifen, zwangsläufig, ohne zu zögern und ohne Wenn und Aber, dafür liebe ich das gleichnamige MGM-Musical zu sehr. Doch ich sollte eine kleine Überraschung erleben: Doris Eisenburger, Autorin und Illustratorin in Personalunion, machte sich nämlich nicht die Filmgeschichte zu eigen, sondern kreierte eine eigenständige visuelle Fassung. Dabei lauschte sie dem Orchesterwerk von George Gershwin sehr genau und schuf um diese Komposition herum ihre Geschichte…

Paris an einem Frühlingstag im Jahre 1928: Der junge George Gershwin kommt am Bahnhof an. Einige Wochen wird er in Paris verbringen, in der Hoffnung, Inspiration für ein neues Orchesterwerk zu erhalten. Nachdem er sein Gepäck im Hotel verstaut hat, macht er sich auf einen Spaziergang durch die Straßen der legendären Seine-Metropole. Hungrig saugt er die Geräusche der Stadt in sich auf. Am Montmartre macht er die Bekanntschaft mit einer entzückenden Französin, die ihn zum Jardin des Tuileries begleitet. Doch die Liebe ist unstet – besonders in Paris: Am Pont Neuf trennen die Beiden sich wieder, und George setzt seinen Spaziergang alleine fort. Doch gänzlich alleine ist er nicht: Ein kleiner, entzückender Hund verfolgt ihn schon seit einer Weile. Gemeinsam besteigen sie den Eifelturm. Die Aussicht von dort oben ist einfach atemberaubend. Zurückgekehrt in seinem Hotelzimmer setzt er sich ans Klavier, beginnt zu komponieren und verwandelt alle seine Eindrücke des Tages in Musik.

HINWEIS: Bei der obigen Aufnahme handelt es sich nicht um die, die dem Buch beigefügt ist. Es ist eine ältere Aufnahme, und sie dient nur dazu, einen Eindruck von der Musik zu vermitteln. 

Dieses Bilderbuch ist einfach nur entzückend! Bei dieser Thematik muss das entsprechende Orchesterwerk parallel zum Lesen der Geschichte angehört werden, und selbstverständlich ist eine CD mit der Musik zu „An American in Paris“ diesem Buch beigefügt. In ihren Texten kommentiert Doris Eisenburg den Spaziergang Gershwins, erklärt den Einsatz der Instrumente, gibt Hinweise zum Gehörten, symbolisiert dies aber auch in ihren Illustrationen. Entsprechende Hinweise, welcher Track zu welchem Bild gehört, sind im Text vermerkt.

Bei der Musikaufnahme konnte der Verlag dankenswerter Weise auf das Archiv vom renommierten NAXOS-Label zurückgreifen und wählte eine Aufnahme aus dem Jahre 1989 mit dem Slovak Philharmonic Orchestra unter der musikalischen Leitung von Richard Hayman, die frisch remastert sehr dynamisch erklingt.


Diese Diashow benötigt JavaScript.


Auf zweiseitigen Panoramabildern begleiten wir den Komponisten von rechts nach links zu den Sehenswürdigkeiten von Paris. Dabei wirken die Bilder in ihren zarten pudrigen Aquarell-Tönen wie durch leichter Hand aufs Papier gezaubert und besitzen eine flirrende Lebendigkeit. Detailreich fängt Eisenburger das Savoir-vivre dieser Stadt ganz und gar bezaubernd ein und schafft so kunstvolle Illustrationen voller Atmosphäre. Sogar der Wechsel der Tageszeiten wird bei ihr dadurch angedeutet, dass die Schatten immer länger werden und die Farbgebung der Bilder sich dezent verändert. Wunderbar!

So folgte ich dem berühmten Komponisten George Gershwin auf seinem Rundgang durch Paris. Und während ich seiner grandiosen Musik lauschte, schniefte ich voller Ergriffenheit ein wenig in ein Taschentuch.


erschienen bei Annette Betz / ISBN: 978-3219116175

ebenfalls erschienen bei Naxos/ CD 8.550295 (nur die Musik)

[Rezension] Fulvio Tomizza – Die Flöhe in der Oper/ mit Illustrationen von Axel Scheffler

Mit dem Besuch einer Oper in meinem Stamm-Theater war am vergangenen Sonntag die Abo-Saison 2022/2023 für mich beendet. Nur wenige Vorstellungen stehen noch auf dem Spielplan, bei vielen Inszenierungen taucht der Hinweis „zum letzten Mal“ auf, und bei mir macht sich ein wenig der Trennungsschmerz bemerkbar. Natürlich leide ich da auf sehr hohem Niveau: Schließlich startet mein Stamm-Theater im September mit der Oper „Tosca“ von Giacomo Puccini fulminant in die neue Spielzeit, und ich wünsche ihm bzw. jedem Theater viele, viele ausverkaufte Vorstellungen. In der noch aktuellen Spielzeit blieben leider so manche Plätze leer (An der Qualität der Inszenierungen kann es nicht gelegen haben, wie ich mich persönlich überzeugen durfte.).

Natürlich stellte ich mir die Frage, woran es liegen könnte. Stirbt da etwa so langsam eine Publikumsgeneration weg, wobei die nächste Generation noch nicht nachgewachsen ist? Scheuen die jungen Menschen den Besuch eines Theaters, weil sie der irrigen Meinung sind, dass die Oper eine veraltete Kunstform ist? Oder gibt es da Berührungs- bzw. Schwellenängste aus Unsicherheit, sich im holden Musentempel evt. daneben zu benehmen? Je früher der Nachwuchs an das Theater herangeführt wird, umso besser: Eine Berührungs- bzw. Schwellenangst entsteht dann erst gar nicht. Zudem gibt es da einige ganz wunderbare Kinder- und Jugendbücher, die dabei unterstützen können, Unsicherheiten zu vermeiden.

Im Hotel „Zur Oper“ lebt der Familien-Clan der Floh-Familie von Hupf auf dem Dachboden. Unter der Führung des weisen Familienoberhaupts Opa Hinkefuß lässt es sich die gesamte Sippe nicht nehmen, Abend für Abend die Vorstellungen im großen Opernhaus zu besuchen, das direkt gegenüber dem Hotel liegt. Opa Hinkefuß hat seinen Clan instruiert: In der Oper wird kein Quatsch gemacht, und die Zuschauer nicht angesprungen. Es wird nur geschaut, gegessen wird woanders! So werden die Vorstellungen von den Flöhen mit fachkundigem Blick beäugt. Besonders das kleine Flohmädchen Saltellina ist von der bunten Bühnenwelt so fasziniert, dass sie so nah wie möglich am Geschehen sein muss, am liebsten direkt auf dem Souffleurkasten. Ihre Cousins und Cousinen wollen da natürlich nicht zurückstehen und wagen sich noch weiter auf die Bühne. Einige springen sogar der Primmadonna direkt ins Dekolleté, und als der Tenor die Phrase schmettert „Einen Floh hat man mir ins Ohr gesetzt.“, kratzt er sich vehement genau am besungenen Körperteil. Die Sänger*innen können einfach nicht anders, müssen sich dauernd kratzen und lösen damit beim Publikum einen wahren Gelächter-Orkan aus. Opa Hinkefuß ist darüber „not amused“…!

Fulvio Tomizza hat mit „Die Flöhe in der Oper“ eine charmante, niedliche und gänzlich unaufgeregte Geschichte für die Kleinen geschrieben. Dabei lässt er die eine oder andere Verhaltensregel (wenn ich dies so nennen darf) äußerst dezent in die Handlung einfließen. Im Vordergrund steht bei ihm aber, das Interesse der Kids an der Oper zu wecken und deren Neugierde so stark zu schüren, dass sie bestenfalls das Gelesene auch gerne „live“ auf der Bühne erleben möchten. Als Anhang präsentiert er ebenso kindgerecht viele, viele Fakten u.a. zum Opernhaus, zum Orchester sowie zu den Werken und ihren Schöpfern.

Axel Scheffler ist als Illustrator – dank „Der Grüffelo“ – sicherlich vielen ein Begriff. Auch hier zauberte er wieder humorvolle Bilder, in denen er die Kunstform „Oper“ liebevoll auf den Arm nimmt, indem er ironisch mit gängigen Klischees spielt.

Ich freue mich immer, wenn ich Bücher entdecke, die schon den Kids die Magie des Theaters näher bringen und zeigen, dass die Oper eine Kunstform für jede und jedem ist, und seien sie noch so klein…! 😉


erschienen bei Jacoby & Stuart / ISBN: 978-3946593720 / in der Übersetzung von Edmund Jacoby

[Rezension] Oscar Wilde – Das Bildnis des Dorian Gray/ mit Illustrationen von Anna und Elena Balbusso

Er ist schön. Er ist so schön, dass er seinem ergebenen Freund dem Maler Basil Hallward zu einem seiner besten Porträts inspiriert. Er ist so schön, dass selbst der für seinen Sarkasmus bekannte Lord Henry Wotton von seiner Schönheit geblendet ist, ihm mit verführerischen Worten gänzlich neue Gedanken in den Kopf setzt und fortan zu seinem persönlichen Mentor wird. Er ist so schön, dass er den Gedanken nicht ertragen kann, dass diese Schönheit im Laufe der Zeit welkt, während sein Porträt in ewiger Jugend weiterhin erstrahlen wird. Wie ungerecht erscheint Dorian Gray diese Tatsache. Umso erstaunter bemerkt er eine Veränderung am besagten Gemälde, nachdem er beinah herzlos auf den Suizid seiner von ihm verstoßenen Geliebten reagierte. Die Veränderungen am Gemälde sind anfangs nur vage auszumachen, dann werden sie immer offensichtlicher. Keine seiner noch so verworfenen Ausschweifungen der vergehenden Jahre hinterlässt in seinem engelsgleichen Gesicht den allerkleinsten Makel. Stattdessen entwickelt sich sein Porträt zu einer widerwärtigen und abstoßenden Fratze seiner selbst. Dorian fühlt sich so sehr unantastbar, dass er selbst vor dem Mord an dem Schöpfer dieses Bildes nicht zurückschreckt. Doch auch wenn sein Antlitz unberührt bleibt, so bleibt das Bildnis als mahnendes Zeugnis für jede seiner Verfehlungen bestehen. Die Angst um seiner Entdeckung verführt Dorian zu einer verhängnisvollen Tat…!

Neben etlichen Erzählungen und Märchen, Bühnenstücke und Essays war „Das Bildnis des Dorian Gray“ der einzige Roman, den Oscar Wilde veröffentlichte. Ich las diesen Roman und war versucht, alle intelligenten Zitate, geistreichen Bonmots und süffisanten Bemerkungen zu markieren. Doch ich unterließ dies, da ich fürchtete, dass danach in meinem Buch mehr markierter als un-markierter Text zu finden wäre. Nachdem ich schon einige seiner Stücke auf der Bühne bewundern und mich an seinem Erstlingswerk Das Gespenst von Canterville erfreuen durfte, hege ich gegenüber diesem Autor eine kleine Bewunderung. Dieser Mann war ein so genauer Beobachter der menschlichen Natur und zudem ein brillanter Erzähler und fulminanter Satiriker. Mit geschliffenen Worten deckte er die Verlogenheit und Heuchelei der damaligen Gesellschaft auf, in der Schönheit und Jugend beinah götzenhaft verehrt wurden. Der schöne Schein galt mehr als die realen Personen hinter der Fassade. Wer es wagte, diese Fassade einzureißen, musste bestraft werden.

Nach Erscheinen des Romans wurde dieser von Kritikern wortwörtlich in der Luft zerrissen. Die Rezensenten fanden kein einziges gutes Wort an diesem Werk und wünschten es auf den Scheiterhaufen. War dieser Umstand schon empörend, sollte im Jahre 1895 im legendären Schauprozess gegen Wilde diese Farce auf die Spitze getrieben werden. Die Anklage versuchte mit genau diesem Roman, den Beweis für Wildes Schuld zu erbringen. Da wurden Textpassagen aus dem Zusammenhang der Handlung gerissen und öffentlich zitiert, um mit ihnen Wildes wahres Wesen, seine dekadenten Gedanken und abstoßenden Moralvorstellungen offenzulegen. Es ging hier nicht um die Wahrheitsfindung, vielmehr sollte eine kritische Stimme an der damaligen verklemmt-viktorianischen Gesellschaft mundtot gemacht und seine Reputation im Kreuzverhör demontiert werden. Der Künstler wurde unter Zuhilfenahme – oder vielmehr: Missbrauchs – seines Kunstwerks diskreditiert. Das Ergebnis: Wilde wanderte für zwei Jahre ins Zuchthaus.


Ich glaube, kaum ein anderer Roman ist in so vielen Übersetzungen und so vielen Verlagen erschienen wie „Das Bildnis des Dorian Gray“. Und auch der renommierte Reclam-Verlag hat schon einige Editionen dieses Romans im Verlags-Portfolie. Nun legt er auch eine illustrierte Fassung vor, zu der die Schwestern Anna und Elena Balbusso Illustrationen schufen, die beinah ätherisch bzw. wie ein Gemälde wirken. Wobei die Figuren mit makellos-maskenhaften Gesichtern theatralisch innerhalb eines Settings agieren, das – auch aufgrund der gewählten Perspektive – wie ein Bühnenbild eines Wilde-Stückes erscheint. Atmosphäre erhalten die Illustrationen durch das Spiel von Licht und Schatten sowie der detaillierten Wiedergabe von den Strukturen der dargestellten Stoffe und Tapeten. Das gesamte Erscheinungsbild dieses Buches ist äußerst geschmackvoll gestaltet: von der feinen Abstimmung der Farben über das ansprechende Muster des Vorsatzpapiers bis zur Gestaltung der Seitenzahlen. Das Papier fühlt sich glatt und seidig an, während der Einband eine leicht raue Textur vorweist, so als wäre er zum Schutz von einem Firnis, wie sie bei Gemälde verwendet werden, überzogen. Ich bin mir sehr sicher, dass der Ästhet Wilde Gefallen an diesem Buch gefunden hätte.


Im Mai 1897 wurde Oscar Wilde – durch die Zwangsarbeit psychisch und physisch massiv angeschlagen – aus dem Gefängnis entlassen. Er kehrte seinem Heimatland, dass ihn so wenig schätzte, den Rücken und ging nach Paris ins Exil, wo er mehr schlecht als recht lebte und ständig auf das Wohlwollen von Freunden und Gönnern angewiesen war. Im Laufe der verbleibenden Jahre verschlechterte sich sein Gesundheitszustand zusehends, und doch blieb er bis zum Schluss der Schöngeist mit dem erlesenen Geschmack. So warf er einen letzten Blick auf die abscheuliche Tapete seiner Unterkunft und verabschiedete sich von der Welt mit den Worten:

„Die Tapete und ich liefern uns ein tödliches Duell. Einer von uns beiden muss gehen.“


erschienen bei Reclam / ISBN: 978-3150114445 / in der Übersetzung von Ingrid Rein

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

ebenfalls erschienen bei Reclam/ ISBN: 978-3150050088, Diogenes/ ISBN: 978-3257214116, anaconda/ ISBN: 978-3730612583 und Insel/ ISBN: 978-3458360841 (alle ohne Illustrationen) oder als Graphic Novel erschienen bei Knesebeck/ ISBN: 978-3957285454

[Rezension] E.T.A. Hoffmann – Meister Floh. Ein Märchen in sieben Abenteuern zweier Freunde/ mit Illustrationen von Alexander Pavlenko

E.T.A. Hoffmann: Er gilt als einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller der Romantik, der beeinflusst wurde von den Gespenstergeschichten des 18. Jahrhunderts, der englischen Schauerliteratur und den frühromantischen Märchen. Hieraus schuf er seinen sehr eigenen Stil für seine Novellen und Erzählungen, die wiederum prägend waren für nachfolgende Genrationen an Literaten. Aber seine Werke dienten auch bekannten Komponisten als Vorlage für ihre musikalischen Werke: Jacques Offenbach gestaltete aus seinen Geschichten die Oper Hoffmanns Erzählungen, und das Märchen Nussknacker und Mäusekönig inspirierte Pjotr Iljitsch Tschaikowsky zu seiner weltberühmten Ballettmusik.

Bei „Meister Floh. Ein Märchen in sieben Abenteuern zweier Freunde“ handelt es sich um ein so genanntes Kunstmärchen, das im Jahr 1822 erstmals erschienen ist. Nun würde jeder davon ausgehen, dass ein Märchen der Fantasie seines Autors entsprungen ist und somit viel Fiktion und wenig Realismus enthält. In diesem Fall scheint die satirische Adern Hoffmanns mit ihm durchgegangen zu sein: Die Erstfassung wurde zensiert und um zwei Kapitel gekürzt. Sie enthielt Details, die allzu deutlich auf einen Fall schließen ließen, den Hoffmann zuvor als Mitglied der „Immediat-Kommission zur Ermittlung hochverräterischer Verbindungen und anderer gefährlicher Umtriebe“ in Preußen zu untersuchen hatte. Und so erschien erst im Jahr 1908 die ursprüngliche Fassung.

Wir lernen in diesem Märchen als erstes nicht den Titelgeber kennen – Nein, der taucht erst im 3. Abenteuer auf! – sondern den jungen Kaufmannssohn Peregrinus Tyß aus Frankfurt, der sehr zurückgezogen ganz in seiner eigenen Welt lebt und Schwierigkeiten mit der Menschheit an sich und mit den jungen Damen im Besonderen hat. Eine Hauptrolle spielen dabei Meister Floh, das gelehrte Oberhaupt der Flöhe, und der intrigante Hofrat Knarrpanti, der Peregrinus Tyß die Entführung einer jungen Frau andichtet, die gar nicht stattgefunden hat. Doch der Hofrat erhofft sich einen Schub für seine Karriere, wenn er nicht nur eine Tat erfindet, sondern gleichzeitig den angeblichen Täter auf dem Silbertablett präsentiert. Doch wie im Märchen erhofft und erwünscht, kommt bei einem sensationellen Verhör die Wahrheit ans Licht, und der lächerliche Hofrat wird vom Rat der Stadt Frankfurt als intriganter Betrüger entlarvt und davongejagt. Die Gerechtigkeit hat gesiegt, und alle leben glücklich und zufrieden bis an ihr selig Ende…!

Ich gebe es gerne zu, dass ich meine Schwierigkeiten hatte, mich in die Geschichte hineinzufinden. Dies lag nicht an Hoffmanns Sprache, die ganz im Duktus der Romantik daherkommt und mit feiner Formulierung und charmant-antiquiert wirkenden Habitus den märchenhaften Charakter des Werkes eher noch unterstreicht. Vielmehr forderte er mich mit dem Aufbau seiner Geschichte heraus. Er verflechtet die verschiedenen Ebenen miteinander und lässt die Übergänge fließend ineinander verlaufen. So spielt er mit den Mitteln der Groteske indem er sowohl Märchenhaftes und Reales wie auch Wunderwelt und Alltagswelt aufeinandertreffen und miteinander verschmelzen lässt. Doch auch seine (reale) Kritik an sozialer Ungerechtigkeit, der Justiz und der Wissenschaft lässt er zwischen den Zeilen durchschimmern und setzt dieser einen Konterpart mit Themen wie Selbstverwirklichung, Kreativität und Liebe gegenüber.

Märchen „schreien“ geradezu nach einer optischen Umsetzung, oder kennt hier irgendjemand ein Märchenbuch, das ohne Illustrationen auskommt? Ich nicht, und wenn es eines gäbe, es würde sehr wenig Reiz auf mich ausüben. In diesem Fall schuf der deutsch-russische Künstler Alexander Pavlenko filigrane Scherenschnitte, die mit ihrer anmutenden Schwarz-Weiß-Ästhetik die romantische Note der Geschichte ganz wunderbar unterstreichen und dabei überraschende Details offenbaren.

In den letzten Jahren haben sich illustrierte Bücher eine treue Fangemeinde erobert und profitieren von einem größeren Format, um so die Illustrationen besser wirken zu lassen. Beim vorliegenden Buch ist dies mit den Maßen 13,5 x 19,5 cm leider nicht gegeben. Die Ausstattung wirkt eher „schlicht“: Es gibt weder einen Schutzumschlag, noch ein Lesebändchen. Auch hätte ich mir einen Anhang gewünscht, aus dem ich mehr aus dem Leben des Autors und zur Entstehungsgeschichte des Märchens erfahren hätte. Ebenso wäre eine kurze Biografie des Künstlers wünschenswert gewesen. Zumal sich dieses Buch in einem Preissegment einreiht, bei dem sonst die illustrierten Bücher der Büchergilde Gutenberg oder des Reclam Verlags zu finden sind.

So gilt meine Kritik ganz und gar nicht dem Inhalt sondern vielmehr der verlegerischen Umsetzung: Das Team „Hoffmann & Pavlenko“ hätte durchaus ein wenig „Mehr“ verdient…!


erschienen bei Edition Faust / ISBN: 978-3949774157

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

ebenfalls erschienen bei Reclam/ ISBN: 978-3150142226 (ohne Illustrationen)

[Rezension] Christopher Isherwood – Leb wohl, Berlin/ illustrierte Ausgabe und Hörspiel

Vor Jahren begegnete mir Christopher Isherwoods Episodenroman „Leb wohl, Berlin“ zum ersten Mal: Damals entflammte meine Liebe zum Musical und ließ mich zu den Klassikern des Genres auch immer einen neugierigen Blick auf die literarischen Vorlagen werfen. Irgendwann spielte mir das Schicksal (oder der Zufall) diesen Roman abermals in die Hände. Mit dem Abstand der Jahre und mit einem gereifteren Blick hatte dieses Werk eine gänzlich andere Wirkung auf mich. Dieser Umstand veranlasste mich, eine Rezension zu verfassen, die am 17. August 2019 hier auf meinem Blog erschien. Schnell kam mir die Idee, diesen interessanten Autor im Rahmen meiner kleinen Reihe LITERATEN IM FOKUS wieder mehr Aufmerksamkeit zu gönnen.

Und so kündigte ich vollmundig im März 2020 die Retrospektive zu Christopher Isherwood für Oktober desselben Jahres an. Doch wie so oft im Leben kommt zuerst etwas dazwischen und danach alles anders als man denkt. So schmachteten seitdem zwei besondere Fassungen von Isherwoods Erfolgsroman „Leb wohl, Berlin“ ein äußerst tristes Dasein auf meinem SuB und waren in ernsthafter Gefahr, in Vergessenheit zu geraten. Dies hätten sie nun wahrlich nicht verdient! So befreite ich sie aus ihrem Dornröschen-Schlaf und puschelte sie ordentlich mit dem Staubwedel ab, um sie von der Patina der vergangenen drei Jahre zu befreien. Und obwohl Christopher Isherwood es wert wäre, eine Retrospektive zu erhalten, verzichte ich momentan auf eben jene, da ich Euch die schon erwähnten Fassungen nicht weiter vorenthalten möchte.



Christopher Isherwood – Leb wohl, Berlin/ mit Illustrationen von Christine Nippoldt

Willkommen! Bienvenue! Welcome!

Berlin, Anfang der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts: Der junge Schriftsteller Christopher Isherwood kommt in diese pulsierende Metropole auf der Suche nach Inspiration für einen Roman. Inspiration findet er nicht – dafür verleiten ihn die vielen Begegnungen mit ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten: Persönlichkeiten, die nur eine Stadt wie Berlin hervorbringen oder anlocken kann. Inspiration! – Inspiration brauchte der reale Isherwood nicht zu suchen! Inspiration hatte Isherwood zuhauf direkt vor seiner Nase! Da ist seine ältliche Zimmerwirtin Fräulein Schroeder, die ihren besseren Zeiten hinterher träumt und trauert, über ihre Mieter stellvertretend am Leben teilnimmt und sich gezwungenermaßen mit jeglicher Regierung akklimatisiert. Was bleibt ihr auch übrig: Wo soll sie sonst hin? Da ist der junge Otto Nowak, der mit seiner Familie in einem Hinterhof des Hinterhofs eines Hinterhofs lebt, und die in ihrer erbärmlichen Trostlosigkeit willig den Nährboden bietet für die Versprechungen der Nazis. Da ist der intellektuelle Bernhard Landauer, Geschäftsmann aus dem noblen Villenviertel, der in seiner passiven Resignation gegenüber der Realität zwangsläufig zum Opfer für die Gräueltaten der Nazis wird. Da ist die kapriziöse Sally Bowles, semi-talentiert aber dafür selbst-überschätzend, mit einem Hauch Verrücktheit, einer sexuellen Freigiebigkeit und einem hohen Maß an Unkompliziertheit, die in der damaligen Zeit sowohl für Faszination wie für Verwirrung bei ihren Mitmenschen sorgt.

 „Ich bin eine Kamera mit offenem Verschluss, ganz passiv, ich nehme auf, ich denke nicht.“

Der Autor wirkt beinah neutral und begegnet seinen Protagonisten wertfrei: Er ist Beobachter, nicht Analytiker. Er beschreibt die Szenerie durchaus detailliert aber unvoreingenommen. Trotzdem schafft er Atmosphäre ohne indifferent zu erscheinen.

Er porträtiert seine Protagonisten mit Witz, vermeidet es indes, sie der Lächerlichkeit preiszugeben – im Gegenteil: Oftmals offenbart sich in den alltäglichen Szenen und den scheinbar belanglosen Begegnungen eine bemitleidenswerte Tragik. Während die ersten Kapitel noch sehr detailliert das Geschehen wiedergeben, wirkt das letzte Kapitel mit seinen kurzen Episoden wie schnelle Schlaglichter, die eine wahrgenommenen Situation fragmentiert wiederspiegeln und trotz ihrer Kürze das Vage einer zunehmend unsicheren Wirklichkeit vermitteln.

Somit ist Christopher Isherwoods Episodenroman aus dem Jahre 1939 ein literarisches Zeugnis seiner Zeit und spiegelt eine Gesellschaft im Umbruch wieder: Das Weltoffene und Tolerante der Weimarer Republik ist noch spürbar, das Kleingeistige und Menschenverachtende des Nationalsozialismus ist schon zu erahnen. Das Berlin einer Sally Bowles wird bald Vergangenheit sein: Eine Epoche neigt sich dem Ende entgegen…!

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Die Büchergilde Gutenberg ist bekannt für ihre außergewöhnliche Buchgestaltung: Mit ihren illustrierten Fassungen von (modernen) Klassikern sorgt sie gerne für Furore bei Buchliebhaber*innen und heimste in der Vergangenheit schon so manchen Preis ein. In diesem Fall hat sich die Künstlerin Christine Nippoldt dem Roman von Christopher Isherwood angenommen. So wie Isherwood sich in seinen Geschichten von realen Personen inspirieren ließ, so lässt auch Nippoldt bei der Schaffung ihrer Bilder sich von realen Personen inspirieren (wie sie in einem Nachwort verrät) und stöberte in historischem Bildmaterial. Optisch erinnern ihre Kunstwerke an Linol- oder Holzdrucke und sind in einer Art Collagentechnik entstanden, indem die Farbschichten nacheinander aufgetragen wurden. Dies verleiht ihnen einen beinah morbiden Charme und sorgt für Akzente. Nippoldts Illustrationen sind sehr atmosphärisch und variieren in ihrer Farbgebung je nachdem, welche Episode des Romans zu erzählen gilt. Dabei werden die Illustrationen nicht „nur“ einfach in die Handlung eingefügt: Das gestalterische Konzept wird konsequent auf das gesamte Buch angewendet. So schmückt die passende Vignette jedes Kapitel, und Initiale stehen am Anfang eines jeden Absatzes.


erschienen bei Büchergilde Gutenberg / ISBN: 978-3763269181 / in der Übersetzung von Kathrin Passing und Gerhard Henschel

ebenfalls erschienen bei Hoffmann & Campe/ ISBN: 978-3455405002 und Atlantik/ ISBN: 978-3455650778 (alle ohne Illustrationen)



Christopher Isherwood – Leb wohl, Berlin (Hörspiel)

4 CDs/ Bearbeitung: Heinz Sommer/ Regie: Leonhard Koppelmann/ Originalkomposition & musikalische Leitung: Jörg Achim Keller/ es spielt die HR-Bigband/ mit Mathieu Carrière, Christopher Nell, Laura Maire, Barbara Philipp u.v.m.

 „Ich bin eine Kamera mit offenem Verschluss, ganz passiv, ich nehme auf, ich denke nicht.“

Mit diesem Satz beginnt auch eines der fulminantesten Hörspiele, das ich mir je anhören durfte. Wie einem Mantra gleich bleibt Mathieu Carrière als Erzähler dieser Aussage treu: Er beobachtet und kommentiert aber urteilt nicht. Er hält Distanz zu seiner Berichterstattung, wirkt dabei aber nie unbeteiligt oder gleichgültig. Dabei verwebt sich seine Stimme immer wieder gekonnt mit der von Christopher Nell. Während Carrière den deutschen Text spricht, können wir auch dem englischen Original durch Nell lauschen, was so für eine beängstigende Nähe zum Autor sorgt. Die Stimme des Erzählers verschmilzt mit der Stimme des jungen Christopher Isherwood. Christopher Nell mimt den aufstrebenden Autor als einen unvoreingenommenen Charakter mit jugendlichem Charme, dem wir den gebildeten Literaten ebenso abnehmen wie den jungen Mann, der nur allzu empfänglich ist für die mannigfaltigen Verführungen im damaligen Berlin.

Laura Maire schafft in ihrem Porträt der Sally Bowles die gekonnte Balance zwischen Pragmatismus, Selbstüberschätzung und Verführung, ohne dass sie ins allzu Ordinäre abrutscht. Ihre Stimme pendelt zwischen unbändiger Lebenslust, verruchter Erotik und kindlicher Naivität. Barbara Philipp verleiht der Zimmerwirtin Fräulein Schroeder mit prägnanter Stimme eine liebenswerte Kauzigkeit und geizt nicht mit bodenständigen Humor. Dabei ist es eine Freude zuzuhören, wie ein tolle Schauspielerin einer literarischen Figur ihre Stimme schenkt: Aufgrund mangelnder Englischkenntnisse spricht Fräulein Schröder Christopher Isherwood immer mit „Herr Issiwu“ an, was von Philipp ganz entzückend moduliert wird.

Diese vier talentierten Schauspieler*innen führen ein hochkarätiges Ensemble an, das in div. Rollen u.a. durch Lucie Heintze, Daniela Kiefer, Ole Lagerpusch, Gisa Flake, Felix von Manteuffel, Wanja Mues, Friedhelm Ptok und Franziska Troegner auf das Vortrefflichste komplementiert wird. Diese renommierten Sprecher*innen sind sich nicht zu schade, um in die div. (Neben-)Rollen zu schlüpfen und so zur hohen Qualität dieses Hörspiels wesentlich beizutragen.

Heinz Sommer bleibt in seiner Bearbeitung der bekannten Übersetzung durch Kathrin Passing und Gerhard Henschel treu und verflechtet die Dialoge gekonnt mit dem Erzähltext. Dabei verzichtet er nur auf die beschreibenden Passagen, die über Musik, historische Original-Einspielungen (z. Bsp. Auszüge aus dem Film „Der blaue Engel“ oder ein Radio-Interview mit Max Schmeling) und den Hintergrundgeräusche dem Hörer vermittelt werden. Den musikalischen Rahmen liefert Jörg Achim Keller mit der HR-Bigband, die mit ihrem authentischen Sound das so genannte Babylon Berlin wiederaufleben lassen. Strippenzieher hinter all dieser einzelnen Komponenten und somit derjenige, der dies alles zu einem Gesamtkunstwerk bündelt, ist der Regisseur Leonhard Koppelmann, der hier eine großartige Arbeit abliefert. Er sorgt für eine enorme „Tiefe“ und verleiht diesem Hörspiel so eine unwiderstehliche Sogkraft, der ich mich nicht entziehen konnte. Ein sensationelles Hör-Erlebnis…!!!

Auf Wiedersehen! A bientôt! Good night!


erschienen bei der Hörverlag/ ISBN: 978-3844536317

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Hörexemplar!

[Rezension] Markus Grolik – Inspektor Salamander. Tatort Schrottplatz

Inspektor Salamander und sein Assistent Spider-Manni staunen nicht schlecht, als plötzlich der bekannte Krötentenor Luigi Crötelli im geöffneten Bullauge ihrer verrosteten Waschmaschine steht, in deren Trommel sie ihr Büro eingerichtet haben. Crötelli bittet um ihre Hilfe: Nicht nur, dass er seine komplette Verwandtschaft vermisst, auch deren Zuhause, ein Krötentümpel ist wie vom Erdboden verschwunden. Dabei hatte er noch vor wenigen Tagen einen Brief von seinem Neffen erhalten, der ihn bittet, ihn schnellstens zu besuchen, da er dringend Hilfe benötigt. Und so machen sich Inspektor Salamander und Spider-Manni auf die Suche nach dem verschwundenen Tümpel samt seiner Bewohner. Dazu müssen sie sich in die Unterwelt des Schrotplatzes begeben, wo zwielichtige Gestalten wie die Spinne Tara Tarantella und die Elster Alster Capone ihr Unwesen treiben. Zudem heftet sich Hazel Maus, Starreporterin der Schrott-News an ihre Fersen, da sie eine sensationelle Story wittert. Anfangs versuchen die beiden Kriminalen die vorwitzige Maus abzuschütteln, erkennen aber schnell, dass es besser wäre, die Kräfte zu bündeln, um gemeinsam das Geheimnis zu lüften…!

Schöpfer dieser kurzweiligen Räuberpistole ist Markus Grolik, den ich bisher nur von seinen Cartoons kenne, in denen er alles – von Politik über gesellschaftliche Phänomene bis Zwischenmenschliches – höchst humorvoll auf die Schippe nimmt. Hier liefert er nun einen witzigen, kindgerechten Mix aus Comic und Kriminalroman, wo die Sprechblasen nahtlos an die Texte anknüpfen und umgekehrt. Auch seine Figuren zeichnet er liebenswert-drollig, wobei selbst die Schurk*innen nie allzu bedrohlich erscheinen.

Vielmehr persifliert er unterhaltsam das Krimi-Genre: So bedient sich Grolik hemmungslos aus dem Füllhorn des Krimi-Universums und zitiert (Gewollt oder ungewollt – wer weiß das schon?) sich quer durch Buch, Comic, TV und Film. So trägt Salamander einen markanten Trenchcoat wie schon vor ihm Peter Falk als Inspektor Columbo oder Humphrey Bogart in Der Malteser Falke. Spider-Manni knackt Schlösser so schnell wie der jeweilige Assistent bei Father Brown bzw. Pfarrer Braun. Hazel Maus ist als Reporterin so intensiv-investigativ unterwegs wie ihre Kollegin Lois Lane bei Superman. Und was Q für James Bond war, das ist Hammy für Salamander: Als genialer Tüftler versorgt er die Spürnase mit raffinierten Erfindungen. Selbst bei der Namensgebung seiner Figuren lässt Grolik sich von Geschöpfen aus der Populärkultur inspirieren, wie z. Bsp. bei Spider-Manni und Alster Capone.

Zudem spielt der Autor hemmungslos mit Klischees: Faultiere schlafen, Eichhörnchen horten, und das Huhn ist so aufgescheucht hysterisch wie es sich eben für ein aufgescheuchtes Huhn gehört. Und natürlich trägt ein Krötentenor einen italienisch klingenden Namen, selbst wenn er im Tümpel nebenan als eine Kaulquappe unter vielen das Licht der Welt erblickte. Doch wenn Klischees so humorvoll wie hier bedient werden, dann kann ich nur belustigt darüber schmunzeln. Insbesondere, wenn besagte Klischees auch gegen den Strich gebürstet werden: Ein Wildschwein namens King Kong ist hier ganz und gar nicht wild, sondern ein sehr, sehr lieber Eber.

Markus Grolik gelingt es mit diesem Vorlesecomic sehr gut, die Kids behutsam ans Krimi-Genre heranzuführen. Eltern brauchen sich keinerlei Sorgen zu machen, dass die Geschichte vielleicht ängstigen könnte. Im Gegenteil: Die Geschichte und ihre Figuren präsentieren sich so charmant, dass selbst der erwachsene Vorleser – dank der vielen Genre-Zitate – sich köstlich beim Schmökern amüsiert.


erschienen bei dtv / ISBN: 978-3423764391

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

[Rezension] Giovanna Zoboli – Die wundersame Suppe des Monsieur Lepron/ mit Illustrationen von Mariachiara Di Giorgio

Immer am ersten Tag im Herbst kocht der vornehme Hase Monsieur Lepron aus dem Gemüse des Bauerngartens eine ganz und gar wundersame Suppe, die er sich dann gemeinsam mit seinen Kindern, Enkeln und Urenkeln schmecken lässt. Das Rezept ist geheim: Niemand darf ihm beim Kochen zusehen. Denn während die Suppe auf dem Herd köchelt, macht er immer ein kleines Nickerchen und träumt davon, ein weltbekannter Koch zu sein, der seine Zutaten aus einem geheimen Garten erhält. Wenn er aufwacht, ist die Suppe fertig. Mit der Zeit spricht es sich herum, wie köstlich die Suppe des Monsieur Lepron ist, und viele – Mensch und Tier – von nah und fern fragen nach dieser Köstlichkeit. Um die Nachfrage zu befriedigen, gründet er eine eigene Suppenfabrik, in der Tag und Nacht Suppe gekocht wird. Monsieur Lepron und seine Familie sitzen nun nicht mehr gemütlich beisammen, sondern arbeiten rund um die Uhr in der Fabrik. Doch mit steigenden Umsätzen und einer höheren Auslastung der Fabrik werden auch Leprons Träume immer bedrohlicher – so bedrohlich, dass er nicht mehr schlafen mag. Und so schließt er die Fabrik und tollt lieber mit seinen Kindern, Enkeln und Urenkeln über die Felder.

Natürlich ist die Geschichte bei einem Bilderbuch wichtig: Sie schafft mit Worten eine eigene Welt, gibt die Richtung vor, hebt Akzente hervor und ist die künstlerische Grundlage für den Illustrator und weckt dessen Kreativität. Doch ich bin ganz ehrlich: Wenn ich in einer Buchhandlung nach einem Bilderbuch greife, dann achte ich zuallererst auf die Illustrationen. Im besten Fall spricht mich der Stil des Künstlers an und weckt in mir so das Interesse an der Geschichte. Dabei können Bilder, die dem Minimalismus frönen, vielleicht sogar den Einlinienzeichnungen à la Pablo Picasso gleichen, durchaus ihren Reiz haben. Doch mein Auge erfreut sich viel mehr an wunderbaren, phantasievollen Kunstwerken, die ganze Welten entstehen lassen und in ihrem Detailreichtum mehr verraten, als der Autor mit Worten beschrieben hat.


Diese Diashow benötigt JavaScript.


Die wundersame Suppe des Monsieur Lepron ist ein solches Werk: Die Geschichte von Giovanna Zoboli ist durchaus charmant, vermittelt kindgerecht ihre Botschaft, sich immer treu zu bleiben, und bietet sich zum Vorlesen wunderbar an.

Doch emporgehoben zu etwas Besonderen wird dieses Buch durch die märchenhaften Illustrationen von Mariachiara Di Giorgio. Das Leben des Monsieur Leprons in Feld und Flur taucht sie in einen mystischen Dunst, schafft gelungen Perspektive mit dem bewussten Einsatz von Licht und Schatten und begeistert mit vielen humorvollen Details. So wirkt z. Bps. der Hasenbau mit seinen symmetrischen Fenstern und dem markanten Oberlicht der Tür wie eine Hasenschnauze. Die „Geschäftswelt“ gestaltet sie durchaus bedrohlicher – doch nicht minder detailreich – mit klaren Formen und Kanten und verwehrt ihr jegliche Romantik, lässt aber auch dort den Humor nicht vermissen.

So steht dieses Buch – vom Einband über dem Vorsatzpapier bis zu den die Geschichte begleitenden Illustrationen – ganz im Zeichen des Talents von Di Giorgio.


erschienen bei Bohem / ISBN: 978-3959392150 / in der Übersetzung von Ulrike Schimming

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

[Rezension] O. Henry – Das Geschenk der Weisen/ mit Illustrationen von Patrick James Lynch

„Ein Dollar und siebenundachtzig Cent.“ Della ist verzweifelt: Mehr als diese klägliche Summe konnte sie vom kargen Haushaltsgeld nicht abzwacken und zusammensparen. Dabei würde sie ihrem Jim so gerne ein ihm würdiges Weihnachtsgeschenk bereiten. In ihrer Verzweiflung und aus Liebe zu ihrem Gatten veräußert sie ihren wertvollsten Besitz: Sie geht zu einer Perückenmacherin und verkauft ihr langes, prachtvolles Haar. Den Erlös investiert sie in eine wunderbare Uhrkette. Endlich könnte Jim seine prächtige Taschenuhr, die bisher an einem schnöden Lederband baumelt, voller Stolz vorzeigen. Doch auch Jim möchte seiner Della einen langgehegten Wunsch erfüllen und hält für sie eine Überraschung bereit…!

Es gibt sie, die Geschichten, die meine Seele berühren und für alle Zeit einen Platz in meinem Herzen haben. Dabei trifft dies – zumindest bei mir – nicht auf die großen Geschichten der Literatur zu. Es sind nicht die epischen Romane, die einen immerwährenden Platz in meinem Gedächtnis einnehmen und beim bloßen Gedanken an sie ein Lächeln auf meinen Lippen zaubern. Nein, ganz im Gegenteil! Vielmehr sind es die kleinen, beinah belanglos anmutenden Geschichten, die ohne großes Tamtam auskommen, und in denen nicht wirklich viel passiert. Aber gerade diese Schlichtheit sickert tief in mein Innerstes, bewegt mich auf einer ganz zarten Weise und überwältigt mich mit einer Flut an Gefühlen.

Eine dieser Geschichten ist „Das Geschenk der Weisen“ von O. Henry. Dabei erschien es anfangs so, dass unsere Bekanntschaft nicht von langer Dauer sein würde. Unser erstes Zusammentreffen gestaltete sich wenig vielversprechend: Ich muss ungefähr 34 Jahre alt gewesen sein, als ich auf der Suche nach einer witzig-pfiffigen Weihnachtsgeschichte war, die ich auf einer entsprechenden Feier vortragen wollte. „Das Geschenk der Weisen“ ließ mich merkwürdig unberührt. Ich fand sie „nett“ – nicht mehr, nicht weniger – und wir wissen alle, was „nett“ in Wirklichkeit bedeutet. Das Buch verschwand damals auf unbestimmte Zeit wieder im Bücherregal.

Im Jahre 2015 plante ich nun unter dem Titel „Früher war mehr Lametta!“ meine erste Adventslesung, stöberte dazu durch die Regale mit meiner Weihnachtslektüre und stieß dabei wieder auf O. Henrys Erzählung. Ich las, und beim Lesen liefen mir unvermittelt die Tränen über die Wangen. Ich erkannte, dass ich als Mensch und Leser erst reifen musste, um für den Zauber dieser Geschichte empfänglich zu sein. Seitdem sind Della und Jim ständige Gäste bei meinen Advents- und Weihnachtslesungen. Und selbst wenn keine Lesung in meinem Kalender steht, greife ich zum Buch, um abermals ihrem Zauber zu erliegen.

„Ein Dollar und siebenundachtzig Cent.“ Mit diesem Satz beginnen sie alle – alle Übersetzungen, die mir bisher bekannt sind, und bekannt waren mir bisher sieben (!) Übersetzungen. Man findet diese wunderbare Weihnachtsgeschichte in vielen Anthologien, und jeder Verlag scheint bemüht, eine eigene Übersetzung vorzulegen. Doch Übersetzung ist nicht gleich Übersetzung: Manchmal sind es nur die kleinen Feinheiten, die Einfluss auf den Tonfall einer Geschichte nehmen und so eher dem persönlichen Gusto entsprechen. So favorisiere ich die Übersetzung von Theo Schumacher, die ich als erstes kennenlernen durfte. Dieser Umstand ist sicherlich darin begründet, dass ich diese Fassung schon so häufig gelesen und mir den Text für meine Lesungen „erarbeitet“ habe. Denn fairerweise sei erwähnt, dass die anderen Übersetzer*innen ihren Job nicht weniger gut gemacht haben.


Diese Diashow benötigt JavaScript.


Vielleicht werdet Ihr Euch fragen, warum ich mir – wo ich schon sieben Übersetzungen mein Eigen nenne – nun noch ein Buch mit der achten Übersetzung zulege? Ganz einfach: Es sind die Illustrationen! Schon seit einiger Zeit schleiche ich um dieses Buch herum, ohne einen Blick hineinzuwerfen, aus Angst, ich könnte zum Kauf verführt werden. Denn rein rational betrachtet, brauche ich dieses Buch nicht. Doch schon die Illustration auf dem Cover hat eine magische Anziehungskraft auf mich: Zwei junge Menschen stehen in inniger Umarmung vereint. Ihre Körperhaltung zueinander drücken so viel Liebe und Zärtlichkeit aus.

In diesem Jahr konnte ich mich nicht länger beherrschen, bzw. ich hatte das Gefühl, dass ich in der momentan verrückten Zeit ein wenig Trost brauchte und wusste instinktiv, dass ich ihn beim Betrachten dieses Buches finden werde. Und so machte ich erstmalig die Bekanntschaft mit dem Talent des irischen Künstlers Patrick James Lynch, der schon Illustrationen für Kinderbücher, Märchen und klassische Geschichten kreiert und Plakate für Opernhäuser und Theater gestaltet hat. Seine Bilder zu O. Henrys Werk sind traumhaft und von einer atmosphärischen Dichte, wie ich sie vorher noch nicht gesehen hatte. Ein Blick, eine Geste, die Körperhaltung der Personen, die gewählte Bild-Perspektive und der Sepia-Ton der Bilder – dies alles steht immer im direkten Zusammenhang mit den Worten. Und trotz aller Melancholie war immer ein Schimmer der Hoffnung spürbar.

Da mir diese Geschichte so sehr vertraut ist, brauchte ich den Text nicht parallel beim Betrachten der Bilder zu lesen. Ich schaute mir nur die herrlichen Illustrationen an und ließ sie auf mich wirken. Wieder liefen mir Tränen der Rührung die Wangen hinab, und – Ja! – da verspürte ich auch ein wenig Trost!


Für alle, die nun auch die Bekanntschaft mit Della und Jim machen möchten, habe ich hier eine Liste der mir vorliegenden Fassungen zusammengestellt.

Geschichte enthalten in Anthologien mit Werken von div. Autor*innen:

  • Die Wunder zu Weihnachten. Geschichten, die glücklich machen / Übersetzung von Christine Hoeppener / erschienen im Insel Verlag
  • Nichts als Weihnachten im Kopf / Übersetzung von Regina Roßbach / erschienen im Kampa Verlag
  • Heller Stern in dunkler Nacht / Übersetzung von Elisabeth Schnack / erschienen im Arena Verlag
  • Das große Weihnachtsbuch / Übersetzung von Franziska Kleiner / erschienen im Eulenspiegel Verlag
  • Reclams Weihnachtsbuch / Übersetzung von Siegfried Schmitz/ erschienen im Reclam Verlag
  • Alle Jahre wieder / Übersetzung von Theo Schumacher / erschienen im Diogenes Verlag

Geschichte enthalten in Anthologien mit Werken von O. Henry:

Illustrierte Fassungen:

  • O. Henry: Das Geschenk der Weisen / mit Illustrationen von Lisbeth Zwerger / Übersetzung von Theo Schumacher (s.a. oben: Alle Jahre wieder) / erschienen im NordSüd Verlag
  • O. Henry: Das Geschenk der Weisen / mit Illustrationen von Patrick James Lynch / Übersetzung von Eva-Maria Altemöller / erschienen im Sanssouci Verlag

erschienen bei Sanssouci / ISBN: 978-3990560525 / in der Übersetzung von Eva-Maria Altemöller

[Rezension] Monika Utnik-Strugata – Die schönste Zeit. Weihnachten in aller Welt/ mit Illustrationen von Ewa Poklewska-Kozietto

Blicken wir auf die Länder unserer Erde, dann wirken die Völker selten vereinter als zum Weihnachtsfest. Es scheint schier unglaublich, dass überall auf der Welt die Geburt eines Kindes gefeiert wird, das vor zweitausendunddreiundzwanzig Jahren auf die Welt kam. So identisch auch der Ursprungsgedanke war und ist, so gibt es doch von Land zu Land, manches Mal sogar von Region zu Region einige Unterschiede, wie die Menschen das Fest begehen. Diese Unterschiede zeugen von einer wunderbaren kulturellen Vielfalt auf unserer Erde. Sie zu kennen, hilft Barrieren abzubauen und stiftet Toleranz.

Autorin Monika Utnik-Strugata hat hierzu – gemeinsam mit der Künstlerin Ewa Poklewska-Kozietto – ein ganz wunderbares Bilderbuch erschaffen. In kleinen Kapiteln, die hervorragend zum Vorlesen einladen, begab ich mich auf eine Rundreise um unseren Globus und staunte über einige mir bisher unbekannten Traditionen, entdeckte humorvolle und berührende Geschichten aber erfuhr ebenso von so manchen Kuriositäten.

Das Lucia-Fest, an dem am 13. Dezember in Schweden Umzüge mit Kerzen stattfinden, ist in der Zwischenzeit ja durchaus auch uns schon bekannt. Weniger bekannt ist allerdings der Brauch aus Spanien, bei dem sechs oder zwölf Knaben einen spektakulären Tanz vor dem Hauptaltar einer Kirche aufführen. Auch war mir nicht bekannt, dass im Dezember die Menschen in Kolumbien oder Mexiko sich gern gegenseitig Streiche spielen – ähnlich unserer Aprilscherze.

Auch wird mancher Aberglaube, der in einigen Ländern noch weit verbreitet ist, beleuchtet, warum am Heiligabend etwas nicht (oder gerade doch) getan werden sollte. Anekdote aus meiner Kindheit: Ich bin mit der Warnung aufgewachsen, dass ich auf keinem Fall zwischen Weihnachten und Neujahr meine Wäsche nach draußen hängen sollte, da dies mir Unglück für das kommende Jahr bringen würde. Warum? Wieso? Weshalb? Diese Fragen konnte mir niemand beantworten: Es war eben ein Aberglaube, der von Generation zu Generation weitergegeben wurde.

Selbst klassische Geschichten, die schon so sehr ein Teil der internationalen Weihnachtstraditionen geworden sind, finden in diesem Buch Erwähnung: Da werden dem geizigen Scrooge „Die Geister der Weihnacht“ heraufbeschworen, und „Der Nussknacker und der Mäusekönig“ buhlen um die Gunst der entzückenden Clara. Aber auch die Herkunftsgeschichte des wohl bekanntesten Weihnachtsliedes der Welt „Stille Nacht“ bleibt nicht im Verborgenen.


Diese Diashow benötigt JavaScript.


Auch den unterschiedlichen Pflanzen, die besonders zur Advents- und Weihnachtszeit beliebt sind, werden in diesem Buch ebenso gewürdigt, wie den verschiedenen Bräuchen, die Glück und Zufriedenheit für das Neue Jahr bringen sollen. Und selbstverständlich erhalten die jüngsten Leser*innen endlich Antworten auf einige sehr, sehr wichtige Fragen, wie „Wie sieht eigentlich der Nikolaus aus?“ oder „Wer bringt die Geschenke?“.

Die Illustrationen von Ewa Poklewska-Kozietto sind ganz wundervoll: Einerseits wirken sie herrlich verspielt mit einer beinah kindlichen Naivität. Andererseits sind sie aber doch so detailreich, dass sie uns einen gelungenen Einblicke zur jeweiligen Region ermöglichen, sei es in der Gestaltung der landestypischen Trachten, der landschaftlichen Unterschiede oder der architektonischen Besonderheiten.

So saß ich staunend über diesem Buch gebeugt und erfreute mich an seiner Lektüre. Dabei konnte ich mir so manches Mal einen überraschten Ausruf nicht verkneifen, um dann meinen Gatten anzusprechen: „Ach, schau mal. Das hätte ich nicht gedacht! Hast Du gewusst, dass…?“ Es folgte immer die Information über ein weihnachtliches Detail, das ich bisher für „typisch deutsch“ hielt aber anscheinend aus einem anderen Land „gemopst“ wurde. Und so fühlte ich mich wieder einmal bestätigt, dass wir alle hier auf dieser unserer Erde auf der einen oder anderen Art miteinander verbunden sind…!


erschienen bei NordSüd / ISBN: 978-3314105432 / in der Übersetzung von Angelika Gajkowski

[Rezension] Brigitte Endres – Papa, sag mal, gibt es Gott?/ mit Illustrationen von Marc-Alexander Schulze

Meine Planung bis zum Ende des Jahres stand schon fest: Die (beinah schon traditionelle) Rubrik LEKTÜRE ZUM FEST war mit tollen Werken mit advent- bzw. weihnachtlichen Inhalten gefüttert, die teilweise noch darauf warteten, dass ich mich mit ihnen beschäftige. Da traf mich die Anfrage des Verlages, ob ich Interesse hätte, mich mit diesem Bilderbuch zu beschäftigen, „eigentlich“ recht ungelegen. Schien es doch so gar nicht in meine momentane Lese-Auswahl zu passen. Doch dann dachte ich mir „Wieso nicht?“. Schließlich sind wir selten unserem Glaube und Gott so offensichtlich nah, wie in dem Moment, wenn wir die Geburt Christie feiern. Und so bat ich um dieses Rezensionsexemplar, um es hier – sozusagen „außer Konkurrenz“ – vorzustellen…!

Theo und Papa liegen im Gras und schauen in den Himmel. Theo stellt seinem Papa eine Frage, die sicherlich schon so mancher Erwachsener von einem Kind gestellt bekommen hat: „Sag mal, gibt es Gott?“. Und wie so manch anderer Erwachsener braucht auch Theos Papa einen Moment des Nachdenkens, bevor er eine Antwort geben kann. Denn es ist richtig und wichtig, sich eine Antwort zu dieser Frage gut zu überlegen. Und Theos Papa gibt ihm eine ganz und gar wundervolle Antwort, die nicht dogmatisch für den einzig wahren Glauben steht. Vielmehr entspinnt sich ein Gespräch zwischen Vater und Sohn, das Spielraum lässt für eigene Gedankengänge. Dort werden ebenso die Unterschiede der Glaubensrichtungen kindgerecht benannt aber auch die Ähnlichkeiten auf einen gemeinsamen Nenner gebracht.


Diese Diashow benötigt JavaScript.


Brigitte Endres erdachte sich einen ansprechenden Text, der sich sehr gut zum Vorlesen eignet. Dabei gelingt es ihr einerseits Informationen kindgerecht aufzuarbeiten, andererseits den Dialog zwischen Vater und Sohn flüssig und glaubwürdig zu gestalten. Sie charakterisiert ihre Figuren mit sehr viel Sympathie. Unterstützung erfährt sie durch die farbenfrohen Illustrationen von Marc-Alexander Schulze. Er setzt die bunte Vielfalt dieser Welt mit einer entzückenden Naivität in Szene, ohne in den Kitsch abzugleiten. Seine Bildsprache ist sehr klar, beinah plakativ und spricht sicherlich eher jüngere Kinder an.

Papa hat nicht die allumfassende und stetig gültige Antwort auf Theos Eingangsfrage, aber er befähigt ihn, sich offen und tolerant mit Glaubensfragen auseinanderzusetzten. Und das ist so viel wert…!


erschienen bei aracari / ISBN: 978-3907114261

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!