MONTAGSFRAGE #18: Was war dein Lesehighlight 2018?

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Nur noch einige wenige Stunden und dieses Jahr ist Geschichte!

Nur noch einige wenige Stunden…!

Es ist an der Zeit, Bilanz zu ziehen: Wie war mein ganz persönliches Zweitausendundachtzehn? Es gab Höhen und Tiefen, schöne und weniger schöne Momente, Begegnungen voller Freude und unangenehme Begegnungen. Es war ein Jahr der Extreme – wie im Grunde mein gesamtes bisheriges Leben!

Ebenso „extrem“ pendeln meine Lesehighlights zwischen Hell & Dunkel, zwischen Yin & Yang, zwischen Sommer & Winter…

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Sommer in Super 8 von Anne Müller katapultierte mich zurück in meine Kindheit in den 70er Jahren, löste eine Flut an Erinnerungen aus und ließ mich die Melancholie und die Wehmut der Vergangenheit spüren.

Winter. Das Große Lesebuch für die ganze Familie begeisterte mein kindliches Gemüt, schürte meine Lust am Schauen, Staunen und Entdecken und schenkte mir unbeschwerte Freude.

So gegensätzlich diese Bücher auch scheinen, haben sie doch beide das verborgene Kind in mir wieder erweckt – jedes auf seine sehr besondere Art! Beide Bücher fanden eher zufällig ihren Weg zu mir. Umso dankbarer bin ich, dass sie mich nun gefunden haben!

Mit dieser letzten Montagsfrage im Jahr 2018 möchte ich mich herzlich bei Antonia Leise bedanken, die mich mit ihren Fragen immer wieder „zwingt“, meine Lesegewohnheiten zu überdenken und zu hinterfragen,…

…und ich wünsche ihr und selbstverständlich auch Euch, meinen lieben Leserinnen und Lesern, einen guten Rutsch ins Neue Jahr 2019: Möge es genauso abwechslungsreich werden, wie es das vergangene Jahr war!!!

…Happy New Year!


Antonia Leise von „Lauter & Leise“ hat dankenswerterweise DIE MONTAGSFRAGE: Buch-Blogger Vorstellungsrunde wiederbelebt und stellt an jedem Montag eine Frage, die Interessierte beantworten können und zum Vernetzen, Austauschen und Herumstöbern anregen soll! Ich bin gerne dabei!!!

In meinem MONTAGSFRAGE-Archiv findet Ihr Fragen & Antworten der vergangenen Wochen.

[Noch ein Gedicht…] Erich Kästner – SPRUCH FÜR DIE SILVESTERNACHT

Man soll das Jahr nicht mit Programmen
beladen wie ein krankes Pferd.
Wenn man es allzu sehr beschwert,
bricht es zu guter Letzt zusammen.

Je üppiger die Pläne blühen,
um so verzwickter wird die Tat.
Man nimmt sich vor, sich zu bemühen,
und schließlich hat man den Salat!

Es nützt nicht viel, sich rotzuschämen.
Es nützt nichts, und es schadet bloß,
sich tausend Dinge vorzunehmen.
Lasst das Programm! Und bessert euch drauflos!

Erich Kästner

[Musical] Jerry Herman – HALLO, DOLLY! / Ohnsorg Theater Hamburg

Musik und Liedtexte von Jerry Herman / Buch von Michael Stewart / nach „The Matchmaker“ von Thornton Wilder / Deutsch von Robert Gilbert / Plattdeutsch von Hartmut Cyriacks und Peter Nissen

Premiere: 27. Mai 2018 / besuchte Vorstellung: 29. Juni 2018 / Ohnsorg Theater Hamburg


Musikalische Leitung & Einstudierung: Stefan Hiller
Inszenierung & Kostüme: Frank Thannhäuser
Choreographie: Jessica Neumann

Bühne: Katrin Reimers


Auch wenn dieses „Kulturelle Kunterbunt“ nun schon ein ½ Jahr zurück liegt und auch nicht mehr am besagten Theater gespielt wird, so war es doch einer meiner schönsten Musical-Momente, den ich bisher erleben durfte und der hiermit nicht in Vergessenheit geraten soll:

Es gab…

…kein schwebendes Kindermädchen, keinen herabstürzenden Kronleuchter, keinen fliegenden Teppich,…

…keine Modernisierung, kein Regie-Schnickschnack, keine spektakuläre Bühnentechnik,…

…und trotzdem saß ich rundum glücklich im Zuschauerraum, habe gelacht und geweint und fühlte meine Seele gestreichelt.


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Das Ohnsorg Theater brachte in der Regie von Frank Thannhäuser diesen Musical-Klassiker zum Glänzen…

…in einem wandlungsfähigen und liebevoll-detailreichen Bühnenbild incl. traumhafter Kostüme,…

…mit der plattdeutschen Sprache, die sich harmonisch in die Dialoge und um die Songtexte schmiegte,

…und dank eines wunderbaren und perfekt aufeinander eingespielten Ensembles (angeführt von der einzigartigen Sandra Keck in der Titel-Rolle, komplettiert mit den Talenten von Till Huster, Christian Richard Bauer, Christin Deuker, Markus Gillich, Tanja Bahmani, Beate Kiupel u.v.m. ), das uns DAS zeigte, was in mancher großen Produktion leider allzu oft hinter der Perfektion verschwindet – ganz viel HERZ! 💖

Wir haben das Theater mit einem wohligen Gefühl im Bauch und mit einem Lied auf den Lippen verlassen – beglückt, beseelt und überreichlich beschenkt!

Vielen, herzlichen Dank!


Das Ohnsorg Theater ist immer für eine Überraschung gut: Plattdeutsch ist alles andere als platt!

Sternenglanz & Weihnachtszauber…

Es war ein Tag wie im Märchen: Die Sonnenstrahlen glitzerten verführerisch in den verschneiten Bäumen, und der Wind hauchte feinen Schnee wie Elfenstaub über die Landschaft. So und nicht anderes begann dieser Tag…

…sicher irgendwo auf der Welt, aber nicht hier in Osterholz-Scharmbeck: Sprühregen, ein Himmel tief verhangen mit grauen Wolken, von der Sonne fehlte jede Spur…

…und mir ging es nicht gut: tagelange Migräne gepaart mit Lampenfieber ist keine angenehme Kombination. Aber: The Show Must Go On!

So saß ich hier in „meiner“ Klosterkirche St. Marien und wartete,…

…wartete auf den Beginn der von mir selbst initiierten und geplanten Veranstaltung und schickte Verwünschungen gegen mich selbst gen Kirchenkuppel (WARUM?).

Zudem nagte in mir die Unsicherheit „Werden auch genügend Gäste erscheinen?“. Der Kartenvorverkauf verlief leider nur sehr schleppend. Über die Gründe konnten wir nur spekulieren: Lag es an der Wahl des Termins so kurz vor Weihnachten? Oder lag es doch eher an der „Konkurrenzveranstaltung“ einer Lesung mit der Schauspielerin Janette Rauch im wenige Kilometer entfernten Kulturzentrum Gut Sandbeck? Dabei ging es weniger um mein Ego – Ich lese für 5 Gäste ebenso gerne wie für 50 Gäste! – sondern diese Lesung sollte für einen guten Zweck sein, und da hätte ich gerne viele, viele Euros „eingelesen“!

Dabei hatten wir alles getan, um unseren Gästen einen stimmungsvollen Abend zu bescheren: Der große Weihnachtsbaum erstrahlte in unzähligen Lichtern, Kerzen brannten auf dem Altar und auf dem Adventkranz.

Der Kirchenmusiker Utz Weißenfels sorgte an der Orgel für den musikalischen Rahmen. Ute Gartmann von der Buchhandlung „die schatulle“ präsentierte eine kleine, feine Buchauswahl, Susanne Bödeker vom „Carpe Diem“ umsorgte die Gäste mit Getränken, und Pastor Georg Ziegler fand die passenden Worte zur Begrüßung und zum Abschied.

Doch die Hauptlast des Abends lag natürlich auf meinen zarten Schultern. Aber: The Show Must Go On!

Der 1. Teil der Lesung stand ganz im Zeichen des Humors mit seinen heiter-satirischen Texten:

  • Nicole Franz – Um Himmels willen
  • Janina David – Wer glaubt noch an den Weihnachtsmann
  • Loriot – Advent
  • Fritz Bernhard – Der unkorrekte Tannenbaum
  • Hans Scheibner – Fahrlässige Leergutfalscheinsortierung

Nach dem 1. Teil der Lesung ging es mir schon ein wenig besser: Die erste Aufregung hatte sich gelegt, und die Migräne war etwas abgeklungen – auch dank des tollen Publikums, das sich von der ersten Minute an sichtlich gut amüsierte und nach den einzelnen Geschichten entsprechend Applaus spendete.

Der 2. Teil der Lesung wurde ruhiger und besinnlicher:

  • Anton Cechov – Eine schreckliche Nacht
  • O. Henry – Das Geschenk der Weisen
  • Agatha Christie – Der unfolgsame Esel

40 Gäste (geschätzt) spendeten am Schluß begeistert Beifall. Ich war vollgepumpt mit Glückshormonen und hatte das Gefühl, dass ich Bäume entwurzeln könnte: Dopamin ist ein echt krasses Zeug!

Der Abend klang aus mit netten Begegnungen, vielen anerkennenden Worten, dem Genuss des einen oder anderen Bechers Punsch und der freudigen Erkenntnis, dass ich ein hübsches Sümmchen spenden konnte!

Natürlich könnte ich einen solchen Abend nicht „stemmen“, wenn ich nicht so viele tolle Menschen zur Unterstützung an meiner Seite wüsste. Darum sende ich einen herzlichen Dank an Georg Ziegler und Anne Leukers für die Organisation, Utz Weißenfels für die musikalische Begleitung, Susanne Bödeker und Ute Gartmann für „das Dasein“. Ein besonderer Dank geht an meinen Mann, der mich in dieser Zeit immer geduldig erträgt!

P.S.: Kennt jemand von Euch ein wirksames Mittel gegen „Glänzen wie Speckschwarte“ in Kombination mit einem hochroten Kopf? Ich wäre für jeden Tipp sehr dankbar!

MONTAGSFRAGE #17: Liegen dieses Jahr vergleichsweise eher mehr oder weniger Bücher unter dem Weihnachtsbaum?

Montagsfrage (1)

Nun neigt sich das Jahr dem Ende entgegen. Langsam schmilzt der Vor-Weihnachts-Stress zu einer kleinen Pfütze zusammen, die kaum noch meine Beachtung findet. Die Dinge sind erledigt, die erledigt werden sollten, und sollten einige Dinge nicht erledigt sein, dann wollten sie wohl nicht erledigt werden und können zum momentanen Zeitpunkt auch nicht mehr auf eine Erledigung hoffen (Was für ein Satz…!),…

…und natürlich liegen auch die Geschenke schon liebevoll verpackt im Kleiderschrank und warten auf ihren großen Show-Auftritt unter dem festlich geschmückten Weihnachtsbaum,

…und natürlich wird auch ein Buch verschenkt: Ob es in diesem Jahr mehr oder eher weniger Bücher sind? Ich habe keinen blassen Schimmer! Ich führe keine Liste!

Bücher verschenke ich über das ganze Jahr verteilt sehr gerne und bemühe mich, meine Geschenke nicht zu einseitig auszuwählen (Ach, schon wieder ein Buch! Oh, toll! Danke!). So fanden sich unter meinen Präsenten neben Bücher durchaus auch schon Eintrittskarten, CDs, DVDs und Küchengeräte.

Ja! – auch Küchengeräte: Statt beim Anblick eines Akku-Schwingschleifers bekommt mein Kerl feucht-glänzende Augen beim Anblick eines Pürierstabs mit S-Messer, Sternmesser, Schäummesser, 2 Mischarme, 1 Topfschutz, 1-L-Behälter mit Skala, Zerhacker und Schneebesen, incl. eines formschönen Hartschalenkoffers zur sicheren Aufbewahrung.

Darum: Bücher sind unter den Geschenken für meine Lieben selbstverständlich dabei. Ob mehr oder weniger als in den Jahren davor…??? (ratloses Schulterzucken)

…und welche Präsente liegen unter Eurem Weihnachtsbaum?


Antonia Leise von „Lauter & Leise“ hat dankenswerterweise DIE MONTAGSFRAGE: Buch-Blogger Vorstellungsrunde wiederbelebt und stellt an jedem Montag eine Frage, die Interessierte beantworten können und zum Vernetzen, Austauschen und Herumstöbern anregen soll! Ich bin gerne dabei!!!

In meinem MONTAGSFRAGE-Archiv finden Sie Fragen & Antworten der vergangenen Wochen.

[Noch ein Gedicht…] Joseph von Eichendorff – MARKT UND STRASSEN STEHN VERLASSEN

Markt und Strassen steh’n verlassen
still erleuchtet jedes Haus
sinnend geh ich durch die Gassen
alles sieht so festlich aus.

An den Fenstern haben Frauen
buntes Spielzeug fromm geschmückt
tausend Kindlein steh’n und schauen
sind so wunderstill beglückt.

Und ich wandre aus den Mauern
bis hinaus ins freie Feld
hehres Glänzen, heil’ges Schauen
wie so weit und still die Welt!

Sterne hoch die Kreise schlingen
aus des Schnee’s Einsamkeit
steigt’s wie wunderbares Singen
Oh Du gnadenreiche Zeit!

Joseph von Eichendorff

[Rezension] Jill McGown – Mord im alten Pfarrhaus: Ein Weihnachtskrimi

Dieses stimmungsvolle Cover verspricht einen amüsanten Cosy-Krimi mit einer liebenswert-kauzigen Amateur-Ermittlerin, die mit ihren gar putzigen Ermittlungsmethoden in ihrem kleinen, idyllischen Dörfchen auf Mörderjagd geht. Doch weit gefehlt…!

Der Untertitel „Ein Weihnachtskrimi“ lässt Fantasien frei von einem verschneiten Cottage, wo vor dem prasselnden Kaminfeuer direkt neben dem festlich geschmückten Christbaum ein schändlicher aber nicht allzu grausiger Mord geschieht. Doch weit gefehlt…!

Wer das denkt, denkt leider – oder vielmehr glücklicherweise – falsch! Nachdem ich mich von meinem ersten „Schock“ erholt hatte, offenbarte sich mir ein 1A-Krimi…

Es liegt hoher Schnee im englischen Ort Byford und im Hause von Pfarrer Wheeler eine Leiche: Der Schwiegersohn des Pfarrers wurde brutal erschlagen aufgefunden. Die Verdächtigen verstricken sich in Widersprüche, halten Fakten zurück oder legen falsche Fährten. Kein leichter Job für das  Ermittlerduo bestehend aus Chief Inspector Lloyd und Detective Sergeant Judy Hill, das ebenfalls zwischen professionellem Handeln und privaten Zwistigkeiten hin und her schwankt.

Jill McGown ist ein flüssig zu lesender Krimi gelungen, der durch glaubhafte Charaktere überzeugt: So verbirgt der Pfarrer und seine Familie allzu weltliche Sehnsüchte hinter ihrer Fassade, die Dorfbewohner sind prall portraitiert, und die Ermittler sind weit von unfehlbaren Superbullen entfernt. Der Krimi zieht seine Spannung aus der Dynamik des sozialen Gefüges dieser Zwangsgemeinschaft: Wer ver- bzw. misstraut wem? Was sind die jeweiligen Beweggründe?

Im Original erschien dieser Roman im Jahre 1988, liegt nun erstmals in der deutschen Übersetzung vor und wirkt ein wenig „wie aus der Zeit gefallen“: Ein moderner Krimi mit realistischen Personen, die ohne die heute übliche Telekommunikation auskommen (müssen) – sehr angenehm!

Beim Lesen beschlich mich zudem das Gefühl, eine gelungene Filmvorlage in den Händen zu halten, die sich mit ihren süffigen Dialogen wunderbar als Mini-Serie machen würde.

…und – Ja! – Die Handlung des Krimis spielt zwar zur Weihnachtszeit: Von „gnadenbringend“ ist allerdings wenig zu spüren!

„Welt ging verloren, Christ ward geboren: Freue, freue dich, oh Christenheit!“

erschienen bei DuMont/ ISBN: 978-3832198848

[Eine Geschichte…] Norman Vincent Peale – UNGLAUBLICH

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Unser Taxi schaffte in jener Vorweihnachtszeit in fünfzehn Minuten etwa zwei Häuserblocks. „Dieser Verkehr ist eine Katastrophe“, schimpfte mein Begleiter. „Er nimmt mir das ganze bisschen Weihnachtsstimmung, das ich habe.“

Mein anderer Begleiter war philosophischer. „Es ist unglaublich“, sinnierte er, „ganz und gar unglaublich. Denkt doch bloß – ein Kind, das vor über zweitausend Jahren mehr als achttausend Kilometer von uns geboren wurde, verursacht ein Verkehrschaos auf der Fifth Avenue in New York.“

Tja, das ist tatsächlich unglaublich!

Norman Vincent Peale

[Rezension] Das große Märchenbuch/ gesammelt von Christian Strich/ mit Illustrationen von Tatjana Hauptmann

Wie? – noch ein Märchenbuch? Ja! – unbedingt!

„Das große Märchenbuch“ vom schweizer Diogenes-Verlag darf sich mit Recht schon als Klassiker bezeichnen: Am 1. November 1987 erstmals erschienen, begeistert es seitdem die Großen ebenso wie die Kleinen.

Zu verdanken ist dies – neben einer illustren Sammlung der schönsten Märchen verschiedenster Autoren – den traumhaften Zeichnungen und Aquarellen von Tatjana Hauptmann!

Während die Märchenbücher aus dem Taschen-Verlag sehr modern – Ja! – beinah „hipp“ daherkommen und somit eher auf eine erwachsene Leserschaft schielen, erschafft hier nur eine einzige Illustratorin die fantasievolle Märchenwelt auch für die Jüngeren und animiert zum gemeinsamen Lesen und Betrachten.

Diese Künstlerin schafft es in ihrer unnachahmlichen Weise, die Essenz der Geschichten in ihren Werken wiederzugeben und die Atmosphäre des jeweiligen Märchens einzufangen. Dabei lohnt es sich, als Betrachter auch den Blick vom Zentrum des Bildes abzuwenden und auf die vielen, kleinen, liebevollen Details „am Rand“ zu richten,…

…und ich kann auch hier nur meinen Ruf vom 11. Dezember wiederholen:

traumhaft! – verführerisch! – phantasievoll! – unwiderstehlich!

erschienen bei Diogenes/ ISBN: 978-3257006858

MONTAGSFRAGE #16: Literarische Adventskalender?

Montagsfrage (1)

Antonia Leise von „Lauter & Leise“ hat dankenswerterweise DIE MONTAGSFRAGE: Buch-Blogger Vorstellungsrunde wiederbelebt und stellt an jedem Montag eine Frage, die Interessierte beantworten können und zum Vernetzen, Austauschen und Herumstöbern anregen soll! Ich bin gerne dabei!!!

In meinem MONTAGSFRAGE-Archiv finden Sie Fragen & Antworten der vergangenen Wochen.


Buch-Blogger Vorstellungsrunde: Literarische Adventskalender?

Diesmal ist die Frage von Antonia besonders verzwickt – nicht weil sie so kompliziert gestellt wurde, sondern weil sie so offen formuliert ist!

Ich werde mich bemühen, hier meine spontanen Gedankeneinfälle incl. -sprünge strukturiert „zu Papier“ zu bringen.

Literarische Adventskalender brauche ich ungefähr so nötig wie eine verschleppte Bronchitis! – Nein, das wäre jetzt übertrieben und klingt, als würden mich „Literarische Adventskalendern“ in irgendeiner Art und Weise emotional berühren. Sie tun es nicht! Sie sind mir schlicht und ergreifend egal! Denn: Warum sollte ich Häppchen konsumieren, wenn ich den ganzen Happen haben kann. Will sagen: Warum sollte ich mir ein Büchlein mit 24 Zitaten Hermann Hesses zulegen, wenn ich für das gleiche Geld einen wunderbaren Gedichtband erwerben kann?

Es gibt nur einen Adventskalender, der bisher vor meinem kritischen Auge Bestand hatte – neben dem Kalender, den ich mir mit Kerl und Kater teile – und das ist „Der Andere Advent“, ein Adventskalender mit Texten und Bildern zum Weiterdenken von Andere Zeiten e.V.

Dieser Kalender begleitete mich so einige Jahren: Anfangs habe ich ihn immer vom Pastor der diakonischen Einrichtung, bei der ich gearbeitet hatte, geschenkt bekommen (Lieber Uwe, nochmals meinen herzlichsten Dank!). Es wurde ein richtiges Ritual, morgens vor Arbeitsbeginn einen Moment am Schreibtisch inne zu halten, Bild und Text auf mich wirken zu lassen und erst danach ans Tagwerk zu gehen. Nach einem Wechsel des Arbeitgebers habe ich mir den Kalender selber geschenkt. Leider habe ich es in diesem wie auch im vergangenen Jahr versäumt, meine Bestellung rechtzeitig zu tätigen, und ich musste die Adventszeit ohne meinen geschätzten „Anderen Advent“ überstehen (Liebe Leser! Dies wäre genau der richtige Zeitpunkt, um mich mit einem großen „Mitleid“ zu trösten!).

Darum: Liebe Antonia! Vielen, lieben Dank für Deine impulsgebende Montagsfrage!

In meinem Kalender für 2019 steht nun am 1. Oktober: „Der Andere Advent“ bestellen!!!

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Nachtrag Es gibt doch noch einen anderen Adventskalender, den ich sehr liebe: „Der Lebendige Adventskalender“ findet seit 2014 in unserer Kirchengemeinde statt. Vom 1. bis 24. Dezember laden verschiedene Gastgeber in unserer Gemeinde ein, um miteinander eine gemütliche Zeit zu verbringen: mit Nachbarn, Freunden und Gemeindemitgliedern klönen, eine Geschichte hören und ein Lied singen, Kekse knabbern und Punsch schlürfen, das Türchen öffnen bzw. ein geschmücktes Fenster bestaunen. Im Mittelpunkt steht das nette Beisammensein, das Innehalten im täglichen Trott und das Luftholen im Alltags-Stress,…!

Wir sind seit Anfang an dabei – sowohl als Gastgeber aber auch gerne als Gast!


…und was mögt Ihr lieber: Häppchen oder Happen?