[Rezension] George Pelecanos – Das dunkle Herz der Stadt

Washington, D. C., Anfang der 90er: Nick Stefanos lebt ein Leben am Abgrund. Der Ex-Detektiv, der sich als Bartender über Wasser hält, ist häufig sein bester Kunde. So auch an dem Abend, als er sturzbetrunken Ohrenzeuge am Mord eines Teenagers wird. Trotz erhöhter Promillezahl im Blut bemerkt er einige Ungereimtheiten an dieser scheinbaren Tat rivalisierender Gangs im Drogenmilieu. Der beste Freund des Opfers bleibt verschwunden, und Nick nimmt als alter Spürhund die Fährte auf.

Ganz in der Tradition der „hardboiled detectives“  wie Sam Spade oder Philip Marlowe lernt der Leser den Protagonisten kennen. Eine interessante Persönlichkeit, die gerne am Rande der Legalität agiert und im Vergleich zu seinen klassischen Vorbildern deutlich menschlicher und weniger frauenverachtend wirkt.

Damit verhindert der Autor, dass zwischen Leser und Protagonist eine Distanz entsteht, wie sie in den klassischen Krimis des Genres häufig üblich ist. Nick Stefanos ist keiner dieser arroganten, zynischen und illusionslosen Archetypen – obwohl „ganz Mann“ hat er sich eine weiche, mitfühlende Seite bewahrt.

Auch sein Partner wider Willen entspricht so gar nicht dem Bild des abgebrühten Privatdetektivs: Jack LaDuke, angeheuert um den verschwundenen Jungen zu finden, wirkt eher wie der schlaksige College-Boy von Nebenan, verbirgt aber eine äußerst dunkle Seite, die erst peu à peu zu Tage tritt.

Dieses ungleiche Gespann kämpft sich durch eine düstere Geschichte voller seelischer Abgründe, in der die Menschen zwischen Drogen, Kriminalität, Gewalt und Prostitution ihr Dasein fristen – ohne Hoffnung, ihrem Schicksal zu entfliehen.

George Pelecanos gelingt es mit harten, schnellen Schnitten, schnörkellosen Charakterisierungen und einer trostlosen Milieustudie, einen atmosphärisch-dichten und spannenden Krimi zu schaffen,…

…der die Fragen nach Recht & Unrecht, nach Schuld & Sühne, nach Moral & Gerechtigkeit aufwirft…

…und mit einem fulminanten Ende überrascht, das mich verblüfft und irritiert zurückließ! Harte Krimikost!

erschienen bei ars vivendi/ ISBN: 978-3869139173

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

MONTAGSFRAGE #1: Was ist das letzte Buch, das du gelesen hast, was liest du momentan, und welches Buch steht dieses Jahr auf jeden Fall noch auf deiner Leseliste? Wieso?

Montagsfrage (1)

Wissen Sie, warum ich so gerne blogge – abgesehen von den Gründen, die ich unter „Warum blogge ich?“ schon genannt habe?

Ich liebe diesen netten Austausch mit anderen literaturbegeisterten Menschen, der mir Freude und Inspiration bereitet  – dabei völlig frei von Eitelkeiten ist: Ideen dürfen hemmungslos „geklaut“ werden! Bei Aktionen darf unkompliziert teilgenommen werden!

So auch in diesem Fall:scan-verschoben1.jpg

DIE MONTAGSFRAGE: Buch-Blogger Vorstellungsrunde, die Antonia von „Lauter & Leise“ wiederbelebt hat. An jedem Montag stellt sie eine Frage, die Interessierte beantworten können und zum Vernetzen, Austauschen und Herumstöbern anregen soll!

Ich bin dabei!!!


Buch-Blogger Vorstellungsrunde: Was ist das letzte Buch, das du gelesen hast, was liest du momentan, und welches Buch steht dieses Jahr auf jeden Fall noch auf deiner Leseliste? Wieso?

Das letzte Buch, das ich gelesen habe, war Sommer in Super 8 von Anne Müller. Momentan lese ich Das dunkle Herz der Stadt von George Pelecanos.

Beide Romane durfte ich im Rahmen einer Lesrunde auf „LovelyBooks“ lesen. Eine entsprechende Rezension wurde schon bzw. wird noch veröffentlicht. Darum spare ich mir hier die Einzelheiten…!

Da ich ein Liebhaber alter britischer Krimis bin, freue ich mich sehr auf Mord im alten Pfarrhaus von Jill McGown (erscheint bei DuMont) und Das Geheimnis der Grays von Anne Meredith (erscheint bei Klett-Cotta).

Zudem werden die Kommissar Maigret-Krimis von George Simenon im Kampa Verlag wieder im neuen Gewand präsentiert und mir bis zum Ende des Jahres mit Sicherheit vergnügliche Lese-Stunden schenken.


Ich bin schon sehr gespannt auf weitere Fragen! Sie auch?

[Rezension] Ulf Nilsson – Kommissar Gordon: Der erste Fall/ mit Illustrationen von Gitte Spee

„Schreckliche Diebe! – Dreckliche Schiebe!“

Im Wald treibt ein tückischer Dieb sein Unwesen und stielt dem armen Eichhörnchen seine Nüsse, die es sich mühsam als Wintervorrat gesammelt hat. Kommissar Gordon, die weise, alte Kröte, muss ermitteln. Dabei gerät anfangs das kleine Mäusemädchen Buffy in Verdacht. Doch dank der exzellenten Ermittlungsmethoden von Kommissar Gordon (Zuhören, Nachdenken, Stempeln, Muffins essen) kann schnell ihre Unschuld bewiesen werden. Sie wird sogar zur Polizeiassistentin ernannt,…

…wird es dem brillanten Kommissar Gordon mit Hilfe seiner schlauen Assistentin Buffy gelingen, die Nuss-Diebe zur Strecke zu bringen?

Ulf Nilsson schuf einen entzückenden Kinderkrimi mit einem liebenswerten Anti-Helden, der mich mit seinem Humor und den witzigen, warmherzigen Texten begeisterte. Abgerundet wird dieses Buch durch die stimmungsvollen Zeichnungen von Gitte Spee.

Genau die richtige Lektüre zum Vorlesen für Klein und Groß!

(…und wer es sich gerne vorlesen lassen möchte, hätte hier die Gelegenheit dazu.)

erschienen bei Moritz/ ISBN: 978-3895652882

[Anekdoten-Archiv]…

Anekdoten-Archiv2

In diesem Monat starte ich mit einer neuen Kategorie: Anekdoten-Archiv…

Im Laufe meiner „Karriere“ als Vor-Leser habe ich schon so einige Lesungen „verzapft“, und hin und wieder entstehen dabei witzige, berührende oder kuriose Momente, die ich mir mit Hilfe dieser Kategorie gerne in Erinnerung rufen möchte,…

…und ich hoffe natürlich sehr, dass meine Leser ebenfalls Spaß an diesen Anekdoten haben.

Jede Lesung ist für mich eine Herausforderung! Jede Lesung ist einzigartig! Jede Lesung war für mich ein besonderes Erlebnis. Aber nicht jede Lesung liefert Stoff für Anekdoten. Darum werde ich in dieser Kategorie auch nur sehr unregelmäßig etwas veröffentlichen.

Wer wissen möchte, was ich bisher schon alles „verzapft“ habe, findet die Antwort hier.

Liebe Grüße

Andreas Kück

[Rezension] Anne Müller – Sommer in Super 8

Eine scheinbar perfekte Kindheit in den 70er Jahren, festgehalten auf etlichen Super 8-Filmchen, in einer scheinbar perfekten Familie, in einer scheinbar perfekten Idylle,…

…aber schon ab dem ersten Kapitel durchzieht den Roman einen Hauch des Vergänglichen: Dieses filigrane, familiäre Konstrukt droht in jedem Moment in sich zusammen bzw. auseinander zu brechen.

Zwischen den Eltern gibt es wenig Zärtlichkeit, umso mehr Unausgesprochenes – sie, die Nachkriegsgeneration, die durch eine Kriegsgeneration erzogen wurde: Der Vater, angesehener Arzt mit eigener Landpraxis; die Mutter, ehemalige Sportstudentin, die für die Familie die eigenen Karrierewünsche verdrängt; 5 Kinder, von dem das Mittlere, das sogenannte „Sandwichkind“, unsere Ich-Erzählerin ist.

Diese perfekte Idylle bekommt sehr schnell die ersten Risse: Das bemerkt der Leser an einem scheinbar belanglosen Nebensatz, an einer wie zufällig hingeworfenen Beschreibung – Anne Müller kreiert hierfür nicht die großen Szenen sondern lässt die Familientragödie in kleinen Augenblicken ablaufen, die zusammengenommen eine umso zerstörerischere Wucht entwickeln. Ganz langsam aber subversiv tropft das Leben mit seinem alltäglichen Wahnsinn in die Kindheit und raubt ihr die Unbeschwertheit.

Der Führerscheinentzug des Vaters, das Tuch am Hals der Mutter (obwohl sie nie Tücher trägt), die ausbleibenden Patienten in der Praxis: All dies sind Indizien für eine bröckelnde Fassade der Gutbürgerlichkeit. Unsere Ich-Erzählerin durchlebt Klavier- und Ballettstunden, Konfirmandenunterricht und Tanzschule, raucht die erste Zigarette, bekommt den ersten Kuss und muss sich – auf Drängen der Eltern – gemeinsam mit ihren Geschwistern bei Dorffesten als Vorzeige-Familie präsentieren.

Es vervollständigt das Bild keiner perfekten Familie aber doch einer sehr normalen Familie: Die Tragödien in der Kindheit hinterlassen in jungen Jahren immer den Eindruck, dass sie alleine nur die eigene Familie treffen. Mit der Zeit kommen wir zu der tröstlichen Erkenntnis, dass sich Tragödien hinter jeder Fassade abspielen. Wir sind nicht allein!

Diese scheinbare Tristesse der Normalität wird immer wieder humorvoll von der Autorin durchbrochen: Als Leser erlebte ich einige Déjà-vu-Erlebnisse, musste häufig schmunzeln, hin und wieder auch laut lachen!

Selbst in den 70er groß geworden, kenne ich dieses Gefühl, das Anne Müller in ihrem Erstlingsroman aufleben lässt: Der Zauber der unbeschwerten Kindheit ist noch spürbar, zugleich nimmt man verunsichert die kommende Veränderung wahr und lauert ängstlich auf den Wendepunkt!

Wie tröstlich wäre das Leben, wenn verloren gegangene Momente wieder hervorgeholt werden könnten, indem wir den Super 8-Film einfach zurückspulen und von vorne beginnen.

Beim Lesen dieses kraftvollen und zugleich leisen Romans spürte ich die Atmosphäre, die ich auch immer zu dieser Jahreszeit verspüre: Das Licht ist sanft. Die Luft ist mild. Der Sommer ist noch nicht gänzlich verflogen, doch sein Ende lässt sich schon erahnen…

…Vergänglichkeit! …Wehmut!

erschienen bei Penguin/ ISBN: 978-3328600152

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

[Rezension] Rafik Schami – Ich wollte nur Geschichten erzählen

Rafik Schami beschreibt es in seiner Einleitung so treffend:

„Unser Leben ist keine stetige Linie. Es ähnelt eher einem Mosaikgemälde. Je näher man kommt, umso sichtbarer werden die Bruchlinien, umso charaktervoller die einzelnen Steine.“

…und da hier seine Geschichten die Steine bilden, die sich peu à peu zum Ganzen verbinden, fällt es mir schwer, einzelne Abschnitte hervorzuheben und dadurch anderen weniger Beachtung zu gönnen.

Und wie bei einem Mosaikgemälde üblich, sind seine Steine unterschiedlich geformt: mal als kleines Steinchen in der Form von nur einer Seite, mal als größerer Brocken von 4-5 Seiten.

Er lässt uns teilhaben an seinen Anfängen als Exilautor in Deutschland und den damit verbundenen (positiven wie negativen) Erfahrungen, schärft die Sinne seiner Leser für die Schönheit seiner Heimatstadt Damaskus und schürt das Verständnis für Flüchtlinge in der Fremde.

Dabei wirft er einen kritischen Blick in beide Richtungen: auf das geliebte Heimatland mit seinem gefürchteten Regime und auf das Gastland, das erst Schritt für Schritt, Jahr für Jahr langsam zur Heimat wurde.

Ich spürte eine leichte Melancholie beim Lesen der autobiografischen Mosaik-Stückchen – frei von jeglicher Sentimentalität und jeglichem Selbstmitleid,…

…und mir wurde wieder schnell deutlich: Rafik Schami besticht auch hier mit seiner großen Erzählkunst.

„Eine Geschichte ist dann gut, wenn sie für kluge Menschen jeglichen Alters geschrieben wurde.“

Wie wahr…!!!

erschienen bei Hirnkost/ ISBN: 978-3945398654

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

Ein Porträt: Astrid Lindgren

Astrid Lindgren (* 14. November 1907/ † 28. Januar 2002)

Selten wurde eine Kinderbuchautorin so verehrt, selten verbindet der Leser/ die Leserin mit einem Namen durchweg glückliche Stunden voller Unbeschwertheit und totalem Kindsein.

Astrid Lindgren war zeitlebens eine Fürsprecherin der Kinder und mit ihren Ideen und Ansätzen damals ihrer Zeit weit voraus.

So schuf sie doch unvergessene Identifikationsfiguren für zahllose Kinder-Generationen. Pippi, Michel, Kalle, Lotta, Karlsson oder Pelle sind alles starke Figuren, die Kinder Mut machen, so zu sein, wie sie wirklich sind – auch wenn es nicht unbedingt der Norm entspricht. Womit gleichzeitig „die Norm“ von Astrid Lindgren in Frage gestellt wurde.

So galt „Pippi Langstrumpf“ in vielen Ländern als umstritten und wurde in Deutschland von 5 Verlagen abgelehnt, bis im Jahre 1949 der Oetinger-Verlag Astrid Lindgrens Debütwerk auch in Deutschland veröffentlichte. Pippi entsprach in keinster Weise dem damaligen Mädchenbild und war gerade deshalb so beliebt bei den Kindern: Astrid Lindgren porträtierte Kinder, die selbstbewusst, selbstbestimmt, klug und kreativ waren.

Gleichzeitig war sie aber auch Wegbereiterin für ernstere Themen in der Kinder- und Jugendliteratur und vertrat vehement der Meinung, dass auch Kinder für diese Themen empfänglich seien und sich mit ihnen auseinandersetzen können und müssen. So entstanden Meisterwerke wie „Die Brüder Löwenherz“, „Mio, mein Mio“ oder „Ronja Räubertocher“.

Sie gehört mit einer Gesamtauflage von etwa 160 Millionen Büchern zu den bekanntesten Kinder- und Jugendbuchautoren der Welt. Ihre Werke sind in aller Welt und 101 verschiedenen Sprachen erschienen, damit gehört sie zu den meistübersetzten Autorinnen. In Deutschland ist sie mit einer Gesamtauflage von weit über 20 Millionen Exemplaren erfolgreich wie kaum ein anderer Kinder- und Jugendbuchautor. Allein in Deutschland tragen 90 Schulen den Namen der bekannten Schwedin, die sich zeitlebens aktiv für Menschenrechte, insbesondere auch für die Kinderrechte und den Tierschutz einsetzte.

Bis ins hohe Alter blieb sie jung im Herzen: So kletterte sie am 80. Geburtstag ihrer Freundin Elsa mit dieser um die Wette auf einen Apfelbaum, das sie wie folgt kommentierte…

„Glücklicherweise gibt es ja kein Verbot für alte Weiber, auf Bäume zu klettern!“


Auswahl ihrer Werke:
  • Pippi Langstrumpf erschienen bei Oetinger/ ISBN: 978-3789129445
  • Die Brüder Löwenherz erschienen bei Oetinger/ ISBN: 978-3789129414
  • Michel aus Lönneberga erschienen bei Oetinger/ ISBN: 978-3789140938
  • Ronja Räubertochter erschienen bei Oetinger/ ISBN: 978-3789129407
  • Mio, mein Mio erschienen bei Oetinger/ ISBN: 978-3789141676

[Rezension] Jane Austen – Die sechs Romane

Zugegeben die Verfilmungen liebe ich sehr, um die Romane bin ich bisher immer drum rum geschlichen.

Doch dann bin ich über diese wunderbare Buch-Box gestolpert, und mir war sofort klar „Meins!“. Das Auge liest bekanntlich mit (Achtung: Doppeldeutung!). Somit  hat mich natürlich auch die wunderschöne Aufmachung der einzelnen Romane zum Kauf verführt.

Die Box enthält die Romane „Emma“, „Kloster Northanger“, „Mansfield Park“, „Stolz und Vorurteil“, „Überredung“ sowie „Verstand und Gefühl“ in gebundener Form mit farbenfrohen, floralen Abbildungen auf den Covern – insgesamt eine sehr geschmackvolle Aufmachung und ein Eyecatcher im Bücherregal.

Aber eine schöne Hülle darf natürlich nicht über die Qualität des Inhalts hinwegtäuschen: Der Name Jane Austen spricht selbstverständlich für sich! Der Inhalt der Romane ist hinlänglich bekannt. Aber hier liegt zudem auch eine gelungene Übersetzung vor, die zwar durchaus zeitgemäß ist aber vom Charme des Originals nichts einbüßt. Dank der hilfreichen Erläuterungen im Anhang (eben ganz Reclam) erhielt ich zum Inhalt der einzelnen Romane noch nützliche Hintergrundinformationen.

Jane Austen sehe ich als eine sehr moderne Autorin ihrer Zeit, die die menschliche Natur im Rahmen der gesellschaftlichen Zwänge und sozialen Klassenunterschiede mit scharfer Beobachtungsgabe wahrnimmt und beschreibt – durchaus mit Humor und einer Prise Ironie.

Es war mir ein außerordentliches Vergnügen auf diese Art, die Bekanntschaft mit Fanny Price, Emma, Mr. Darcy und Marianne Dashwood machen zu dürfen.


erschienen bei Reclam/ ISBN: 978-3150300473

Christian Morgenstern – ES WAR EIN SOLCHER VORMITTAG

Es war ein solcher Vormittag,
wo man die Fische singen hörte;
kein Lüftchen lief, kein Stimmchen störte,
kein Wellchen wölbte sich zum Schlag.

Nur sie, die Fische, brachen leis
der weit und breiten Stille Siegel
und sangen millionenweis
dicht unter dem durchsonnten Spiegel.

Christian Morgenstern

[Rezension] Krimi-Klassiker aus dem „Klett-Cotta“-Verlag

„Geheimnis in Weiss“ von J. Jefferson Farjeon

„Geheimnis in Rot“ von Mavis Doriel Hay

„Mord in Cornwall“ von John Bude


Spätestens seitdem Inspector Barnaby in der Grafschaft Midsomer auf Mörderjagd geht, wissen wir: Nirgends wird so viel, so idyllisch und so stilvoll gemordet wie in „Great Britain“,…

…und nirgends finden sich so viele Perlen der Krimi-Literatur.

Der Verlag „Klett-Cotta“ hat einige dieser kriminalistischen Perlen der 30er Jahre ausgegraben: Hier wird in einem einsamen Landhaus, während der Weihnachtsfeiertage oder an der unwirtlichen Küste von Cornwall „mit Freuden“ gemordet. Als Leser tappt man gemeinsam mit den Ermittlern – egal ob professionell oder amateurmäßig – im Dunkeln, rätselt anhand der vorhandenen Spuren nach dem Täter und erfreut sich an den gut-konstruierten Stories.

Während der Lektüre sah ich vor meinem geistigen Auge die jeweilige Szenerie deutlich vor mir und fühlte mich an die wunderbaren Krimi-Verfilmungen der BBC erinnert,…

…und auch wenn das eine oder andere (z. Bsp. das Frauenbild) aus heutiger Sicht teilweise sehr antiquiert wirkt, so ist dies der Entstehungszeit des Romans geschuldet und wurde vom Verlag glücklicherweise nicht „glattgebügelt“.

Ein wahres Lese-Vergnügen – „very british“ und „fabulously old-fashioned“!


erschienen bei Klett-Cotta/ ISBN: 978-3608961027, 978-3608961898 & 978-3608962383