Auch auf die Gefahr,…

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…dass ich mich ständig wiederhole! Aber…

…ich habe hier die weltbesten Buchhändlerinnen vor Ort!

Nachdem ich mich im September bei Zeit für Geschichten als heimlicher Fan von Kommissar Gordon geoutet habe, drückten mir wenige Wochen später Sabine und Ute Gartmann einen Umschlag in die Hand mit den Worten „Wir haben da mal was für Dich!“.

Heraus kam ein auf 50 Exemplare limitierter Original-Druck von Gitte Spee, die die wunderbaren Illustrationen zu Kommissar Gordons Abenteuer geschaffen hat. Meine Gartmann-Schwestern wollten mir aber partout nicht verraten, wie sie an diesen Schatz gekommen sind. Ich werde aber beharrlich investigativ recherchieren!

Selbstverständlich wurde dieser Druck von mir gerahmt und hat nun einen besonderen Platz – in direkter Nachbarschaft zum Schutzengel der Bücher – in unserer Mediothek!

Ich habe mich so sehr gefreut! Vielen, herzlichen Dank!!!

Gehässige Bemerkung des Tages: Ob die „Buchhändler*innen“ am großen Amazonas das auch für mich getan hätten?

[Rezension] Februar – Gedichte/ herausgeben von Evelyne Polt-Heinzl & Christine Schmidjell

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Februar – irgendwie ein Monat zwischen Winter und Frühling: nichts Halbes und nichts Ganzes! Was könnte ich nun positives über den Februar berichten? Die Tage werden länger! Mein Mann hat Geburtstag! Es gibt den Valentinstag! Und sonst…?

Gedichte – für die Einen sind sie Papier gewordene Poesie, für die Anderen sind sie das vielzitierte „Buch mit sieben Siegeln“.

Wobei ich dieses Heftchen aus dem Reclam-Verlag nicht unbedingt als Buch bezeichnen möchte, da es die Reclam-typische Größe hat – passend für die Hosen- oder Handtasche, schnell zur Hand für die Lektüre zwischendurch im Café oder in der Straßenbahn. Auch wenn dies nun nach „Fast-Food“ klingen mag, so sind die hier versammelten Gedichte dies mitnichten.

Die Herausgeberinnen haben hier eine abwechslungsreiche Schar von Poet*innen versammelt, die sich unter den Überschriften Immer noch Winter, Stille Februartage, Das wilde Treiben, Ballgeflüster, Frühlingserwartung und Vorfrühling lyrisch mit diesem Monat auseinandersetzen und ihm erstaunlich viele Fassetten – mal melancholisch, mal heiter – abgewinnen.

Der Reclam-Verlag hat zu jedem Monat ein passendes Gedicht-Heftchen herausgebracht, die alle mit Werken namhafter Lyriker*innen im geschmackvollen Cover für sich einnehmen können.

Ich habe mir vorgenommen, so peu à peu das Jahr „vollzumachen“! Macht doch mit!

erschienen bei Reclam/ ISBN: 978-3150191125

[Glosse] Gute Vorsätze…

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Eine entfernte Bekannte sitzt mir im Café gegenüber: „Na? Irgendwelche guten Vorsätze fürs Neue Jahr?“ fragt sie und blickt absolut un-verstohlen auf meinen Bauch, und mir wird wieder bewusst, warum sie eine entfernte Bekannte ist und bleibt: Immer wenn ich sie sehe, spüre ich diesen Drang, mich zu entfernen!

In diesem Fall war es mir leider nicht mehr möglich: Ich saß schon an einem Tisch, schlürfte meinen Kaffee, hatte das Stück Frankfurter Kranz angeknabbert und war in einer Illustrierten vertieft. Als sie plötzlich vor mir stand und wie selbstverständlich den Platz an meinem Tisch für sich einnahm, war es für meine Flucht schon zu spät.

„Fährst Du eigentlich immer noch diesen kleinen Nissan Micra? Erstaunlich, dass Du da reinpasst!“ Ich überlege, ob bei den Toiletten auch der Hinterausgang zu finden ist, unterdrücke aber den Fluchtimpuls und zucke nur leicht mit den Schultern: „Raum ist in der kleinsten Hütte!“ murmle ich. „Also ich ernähre mich jetzt absolut probiotisch mit Chia-Samen“, plappert sie und blickt verächtlich auf meinen Teller „Schon die alten Inkas wussten von deren Wirkung zur Entgiftung und Entschlackung des Körpers. Hach! Du glaubst nicht, welche Wunder diese kleinen Samen schon bei mir vollbracht haben. Guck mal! Habe ich nicht toll abgenommen?“ „Eindeutig!“ sage ich. „Vor allem am Gehirn!“ denke ich.

„Warum machst Du eigentlich keinen Sport?“ Uih, heute fährt sie aber alle Geschütze auf.  „Also ich gehe ja mindestens 4x in der Woche ins Studio: bodyattack, shape up, slim step und strong by zumba – in den Pausen zwischen den Kursen dann noch Fitness- und Cardiotraining“, schwafelt sie selbstverliebt „Wenn ich das nicht mache, würde mir etwas fehlen“. Spontan muss ich wieder an ihr Gehirn denken!

Woher nehmen „dünne“ Menschen sich das Recht heraus, über „dicke“ Menschen ein Urteil zu fällen?

Ich nehme einen großen Schluck Kaffee zu mir, bevor ich zum Vergeltungsschlag aushole. „Oh, ich bewundere Dich so“, sage ich mit allem mir zur Verfügung stehendem Ernst „dass Du das alles machst und schaffst!“ Sie lächelt geschmeichelt! „Aber ich könnte das nicht“, spreche ich weiter „da der Trainer mir das nie erlauben würde!“ Sie verschluckt sich an ihrem Mocha Light Blended Beverage Frappuccino. „Welcher Trainer?“ fragt sie und wischt sich mit der Serviette Milchschaum von der Bluse.

Mein Trainer!“ sage ich betont beiläufig. Dann reiße ich die Augen auf und spiele gekonnt Erstaunen: „Ach, das weißt Du ja noch gar nicht! Wir haben uns aber auch eine Ewigkeit nicht gesehen (weil ich mich immer rechtzeitig entfernen konnte).“ Ich führe nochmals meinen Becher zum Mund, bevor ich ihr den Todesstoß versetze. „Seit einem ¾-Jahr habe ich 3x die Woche Training im Ringen!“

„Ringen?!“ ruft sie fassungslos so laut, dass die anwesenden Gäste empört zu ihr herüber sehen. Ich nicke: „Ja! Ringen! Hach! Du glaubst nicht, welche Wunder dieser Sport schon bei mir vollbracht hat. Guck mal! Habe ich nicht toll zugenommen? Es ist eine so wunderbare Sportart, die geprägt ist durch Respekt, Loyalität und Rücksichtnahme. Wenn ich das nicht mache, würde mir etwas fehlen!“

Nun gebe ich ihr den Rest: „Bei meiner Größe und in meiner Gewichtsklasse darf ich absolut kein Gramm Körpergewicht verlieren. Im Gegenteil! Laut Anweisung von meinem Trainer soll ich möglichst viel Masse aufbauen. Und dabei mag ich dieses ganze süße Zeug überhaupt nicht!“ sage ich und blicke leicht angeekelt auf die kläglichen Reste vom Frankfurter Kranz. Dann zucke ich scheinbar hilflos mit den Schultern. „Aber was soll ich machen? Anweisung vom Trainer!“ Als ich tief Luft hole, um ihr die verschiedenen Grifftechniken beim Ringen zu erklären, hat sie es plötzlich sehr eilig („Ganz vergessen… Termin! Plötzlich eingefallen…!“).

Schade! Ich hätte ihr gerne noch die Unterschiede zwischen dem griechisch-römischen Ringen und dem Freistilringen erläutert. Naja, vielleicht beim nächsten Mal…! Es sei denn, sie schafft es, sich rechtzeitig zu entfernen!!!

.LESELUST @ LESERKANONE…

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Foto: Homepage LESERKANONE

Ich bin ganz hibbelig! Seid gestern findet Ihr ein Interview mit mir auf der Homepage von LESERKANONE.

Hinter LESERKANONE verbirgt sich ein privates Internetportal, das seit 2011 unendgeltlich Informationen zu deutschsprachigen Büchern seinen Besucher*innen zur Verfügung stellt. Oder wie LESERKANONE es selbst ausdrückt:

„Auf dieser Plattform haben begeisterte und kritische Leser die Möglichkeit, zu den von ihnen gelesenen Büchern Stellung zu beziehen und sie zu bewerten, ihrer Begeisterung Ausdruck zu verleihen oder sie nach Strich und Faden zu verreißen.“

Zu den zur Verfügung gestellten Informationen zählen auch Interviews mit den Menschen, die hinter den vielfältigen und abwechslungsreichen Buch-Blogs stehen,…

…und ich bin nun auch dabei! (Hibbel!)

[Rezension] Petra Morsbach – Opernroman

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In diesem Monat stehen bei mir alle Zeichen auf „Theater“: Nach einer Führung am Stadttheater Bremerhaven und einer Aufführung der Oper Die Zauberflöte an eben diesem, nun auch die „theoretische“ Vertiefung ins Thema…!

Ein Mehrspartenhaus in einer fiktiven Kleinstadt: kein großes Haus, kein wichtiges Haus – eher eine sogenannte B-Bühne. Für die einen ist diese Bühne eine kleine Stufe zur großen Karriere. Für die anderen ist es der Abstieg, wenn nicht sogar das Ende der Karriere.

Es ist ein Mikrokosmos der Eitelkeit, der Intrigen, der Liebeleien und Schwärmereien. Hier herrscht die Politik vor der Kunst: Ach! Um die hehre, holde Kunst wird sich wenig geschert, vielmehr stehen Machtspiele zwischen Intendant und Generalmusikdirektor, zwischen Star und Zweitbesetzung und das Kompetenzgerangel der einzelnen Abteilungen im Vordergrund und kosten Zeit, Kraft und Nerven. Dazwischen versucht jeder sein kleines Stückchen von Idealismus, Hoffnung und Kreativität zu erhalten und zu schützen, und so passieren trotzdem wunderbar künstlerische „Sternstunden“ – immer dann, wenn sie am wenigsten erwartet werden.

Dies alles wird so unsentimental, dafür aber ironisch-witzig erzählt. Der Ton ist manchmal beinah lakonisch und dann doch voller Tiefe, um die zwischenmenschlichen Tragödien auf den Punkt genau zu beschreiben. Zudem spricht aus jeder Seite dieses Romans eine immense Kenntnis des Theaterbetriebs, der Musik und der Oper. Wobei „Roman“ dies nur unzureichend beschreibt: Manchmal erscheint er eher wie ein Tatsachenbericht, dann wie eine philosophische Abhandlung über das Leben und die Kunst.

Autorin Petra Morsbach war selbst lange Jahre als Dramaturgin und Regisseurin u.a. in Freiburg, Ulm und Bonn tätig und verantwortlich für über 20 Inszenierungen (hauptsächlich im Musiktheater).

Das hier somit eine Kennerin der Materie am Werk war, merkt man diesem Roman Seite für Seite an. Der Titel erschien erstmals 1998 und wirkt frisch und unverbraucht! – Chapeau!

erschienen bei Penguin/ ISBN: 978- 3328103943

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

MONTAGSFRAGE: Heute mal nicht…!

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Ihr Lieben!

Antonia Leise von „Lauter & Leise“ kann uns heute aus privaten Gründen keine Montagsfrage stellen! So ist es eben im Leben: Es gibt Dinge, die haben dann einfach Vorrang! Dafür freuen wir uns umso mehr auf die nächsten Montage mit seinen nächsten Fragen.

Ich beteilige mich sehr gerne an diese Aktion, da ich dadurch „gezwungen“ werde, mich und mein Lese-Verhalten zu reflektieren.

Diejenigen unter Euch, die aber heute partout nicht auf eine Montagsfrage verzichten möchten, können gerne in meinem MONTAGSFRAGE-Archiv stöbern! Viel Spaß!

Lieben Gruß

Andreas

[Konzert] Pe Werner – Best of: Von A nach Pe / TiF Bremerhaven

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Foto: Rosa Frank

Premiere: 7. April 2016 / besuchtes Konzert: 26. Januar 2019 / TiF – Theater im Fischereihafen Bremerhaven


PE-geisternd – PE-eindruckend – PE Werner

Ich habe es kurz mal in Gedanken überschlagen: Dies war nun mein 5. Konzert von Pe Werner, das ich mit Entenpelle am ganzen Körper verlassen habe. Wenn Symptome immer wieder auftauchen, dann kann man doch mit Fug und Recht von „chronisch“ sprechen, oder?

Dieses Konzert wurde anlässlich ihres 30-jährigen Bühnen- und 25-jährigen Plattenjubiläums zusammengestellt: So kamen wir in den Genuss, ihren Radiohits, den Chansons und Swing- sowie  Jazz-Stücken zu lauschen, die sie mal kabarettistisch, mal poetisch präsentierte. Dabei plauderte und scherzte sie, erzählte Anekdoten und schmachtete ihren Klaviervirtuosen Peter Grabinger an. Selbst der Mann am Ton musste auf die Bühne, um mit ihr und Peter Grabinger in schönster „Close Hamony“ den Song „Das Lebkuchenherz“ zu intonieren.

Sie ist eine der Künstlerinnen, die Anspruch und Unterhaltung so virtuos miteinander verbinden kann. Ich liebe es, wie sie mit der Sprache umgeht, mit den Worten spielt und mit ihren Melodien Stimmungen kreiert. Dabei trifft sie die Gefühle auf dem Punkt und ihre Zuschauer ins Herz,…

…und auch wenn dieses Konzert gespickt war mit vielen, feinen und so wunderbaren Höhepunkten, so wurden meine Augen feucht bei Kribbeln im Bauch, Der Mond ist aus Papier und Vaterseelenallein,…

…und wie bei jedem ihrer Konzerte fühlte ich mich wohlig umfangen und glücklich beschenkt von einer großartigen Künstlerin. Danke!


Pe Werner und Peter Grabinger sind gemeinsam mit Best of: Von A nach Pe weiterhin unterwegs. Vielleicht auch in Eurer Nähe!

[Noch ein Gedicht…] Eugen Roth – SCHLÜPFRIGE DINGE

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Ein Mensch, der auf der Straße ging,
mit seinen Augen sich verfing
in einem Laden drin ein Weib
höchst schamlos zeigte seinen Leib,
der nur aus Pappendeckel war,
doch fleischlich in der Wirkung war.

Von Hemd und Höschen zart umhüllt,
das Blendwerk nur den Zweck erfüllt,
zu schlagen eine breite Bresche
in dem erlaubten Wunsch nach Wäsche.

Und da dem Reinen alles rein,
sah das der Mensch auch alsbald ein
und ging mit einer grenzenlosen
Hochachtung fort für Damenhosen.

Eugen Roth

[Rezension] Jack Trevor Story – Immer Ärger mit Harry

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Der 4-jährige Abie streift durch die Wälder seines kleinen Heimatortes auf der Suche nach Abenteuer: Die Sonne tanzt durch die Äste der Bäume, Kaninchen hoppeln über den weichen Moos, Vögel zwitschern ihr Lied und im Unterholz liegt eine Leiche…!

Es ist Harry! Doch wer ist Harry! Was tut Harry hier – oder vielmehr „tat“, denn er ist definitiv nicht mehr in der Verfassung noch irgendetwas zu tun! Fest steht nur, er muss hier weg…!

Jack Trevor Storys „The trouble with Harry“ hat es nun endlich nach knapp 70 Jahren auch in einer deutschen Übersetzung bei uns in den Buchhandel geschafft. Dabei hätte dieses Kleinod des schwarzen Humors es durchaus verdient, schon früher Beachtung zu finden. Die Voraussetzungen dafür waren gegeben, als Alfred Hitchcock im Jahre 1955 die Geschichte für seine gleichnamige Komödie adaptierte und damit die Filmkarriere von Shirley MacLaine begründete.

Dieses feine Kabinettstückchen der unterhaltenden Literatur hat mich sofort für sich eingenommen: Innerhalb eines Tages (auch die Handlung spielt im überschaubaren Zeitraum von 24 Stunden) habe ich gemeinsam mit dem betroffenen Handlungspersonal den toten Harry mehrmals ein- und wieder ausgebuddelt!

Dabei mutet dieser Roman wie ein Kammerspiel an, das im intimen Rahmen seine Wirkung ganz aus den Dialogen und Handlungen der Figuren zieht. Der Humor entsteht aus den überraschenden, unkonventionellen und beinah grotesken Reaktionen der Personen, für die Jack Trevor Story wunderbar satirische Dialoge geschrieben hat!

Kein Wunder, dass Hitchcock von diesem Stoff angetan war: Ich habe mich gar köstlich amüsiert!

erschienen bei Dörlemann/ ISBN: 978-3038200543

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!