MONTAGSFRAGE #31: Welcher Autor aus dem nicht-Deutsch- oder nicht-Englisch-sprachigen Raum sollte mehr gelesen werden?

Montagsfrage (1)

Hmmmphfffgggrrr…! Horchet meinen unterdrückten Schreien!

Ohje! Volles Rohr ertappt…!

…nicht-Deutsch- oder nicht-Englisch-sprachigen Raum? Moment! Ich mache mal eben einen Abstecher zu den Bücherregalen: Gälten auch Astrid Lindgren (Schweden) und George Simenon (Belgien)? Erstere habe ich schon zuhauf gelesen und begleitet mich seit meiner Kindheit, letzterer wartet mit 2 Romanen auf seine/ meine Wiederentdeckung.

…nicht-Deutsch- oder nicht-Englisch-sprachigen Raum? Na, was haben wir denn da?! Da teilen sich ja auch noch Eric-Emmanuel Schmitt (Frankreich) und Natalio Grueso (Spanien) ein Bücherregal. Schmitt hat sowohl die literarische Welt als auch mich mit „Monsieur Ibrahim und die Blume des Koran“ begeistert. „Der Wörterschmuggler“ von Grueso führt leider ein etwas verkanntes Dasein und wird gerne unterschätzt (…aber nicht von mir! Hüstel!).

Da ist er allerdings in bester Gesellschaft mit „Das geheime Leben der Bücher“ von Régis de Sá Moreira (Frankreich/ Brasilien): Bei diesem feinen Büchlein gehen die Leser-Meinungen auch sehr stark auseinander. Meine Meinung habe ich Euch ja schon an dieser Stelle hinlänglich kundgetan, und darum erspare ich mir hier eine Wiederholung!

…nicht-Deutsch- oder nicht-Englisch-sprachigen Raum? Na, da möchte ich Euch nicht verabschieden, ohne Euch einen kleinen „Schmankerl“ ans Herz zu legen: Der Roman „Agathe“ von Anne Cathrine Bomann (Dänemark), den ich an diesem Wochenende gelesen habe (Rezension folgt),  hat mir nicht nur ausgesprochen gut gefallen, – Nein! – er hat mich auch zum Nachdenken über das eigene Leben und zum Reflektieren der eigenen Handlungen animiert.

Können wir mehr von Literatur erhoffen? Ich wünsche Euch einen wunderbaren Wochenbeginn!!!

War doch gar nicht so schwer! …völlig umsonst geschrien!

…nicht-Deutsch- oder nicht-Englisch-sprachigen Raum? Nur herbei mit Euren Tipps???


Antonia Leise von „Lauter & Leise“ hat dankenswerterweise DIE MONTAGSFRAGE: Buch-Blogger Vorstellungsrunde wiederbelebt und stellt an jedem Montag eine Frage, die Interessierte beantworten können und zum Vernetzen, Austauschen und Herumstöbern anregen soll! Ich bin gerne dabei!!!

In meinem MONTAGSFRAGE-Archiv findet Ihr Fragen & Antworten der vergangenen Wochen.

[Rezension] Christophe Lylian (frei nach Brüder Grimm) – Schneewittchen/ mit Zeichnungen von Nathalie Vessillier

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Hurra! – Meine erste Graphic Novel: Habe ich einen Grund zur Freude? Leider nur mit Einschränkung…!

Die Zeichnungen von Nathalie Vessillier sind wunderschön, betonen einerseits den märchenhaften Charme der Geschichte in ihrer Form- und Farb-Sprache, andererseits illustrieren sie auch die Brutalität, die diesem Märchen innewohnt.

Die Figuren sind bis in die Nebenrollen klar charakterisiert: Die 7 Zwerge sind optisch sehr unterschiedlich skizziert und weit davon entfernt „nur“ niedlich und putzig zu sein. Die böse Stiefmutter wirkt in ihrer krankhaften Egomanie einerseits äußerst bedrohlich und gleichzeitig faszinierend. Schneewittchen ist eher Kind und weniger Frau, wirkt dadurch sehr unbedarft und naiv, was als Erklärung dient, warum sie immer wieder das Opfer der Schandtaten der Stiefmutter wird. Hier bleibt diese Graphic Novel der märchenhaften Vorlage treu, indem sie die Frauenportraits in hell & dunkel, in schwarz & weiß, in gut & böse unterteilt. Dabei wird die Stiefmutter in ihrer Charakterisierung deutlich nuancierter dargestellt.

Die Textfassung von Christophe Lylian hat mich ein wenig irritiert, die versucht, durchaus poetisch zu erscheinen, dabei aber ein „Zuviel“ will: So klangen einige Ausdrücke für mich fehl am Platze und die Dialoge wenig flüssig (Ja! Da meldet sich der Vor-Leser in mir!). Im Vergleich zur den harmonischen Illustrationen erschien der Text in manchen Passagen eher holprig. Natürlich kann ich nicht nachvollziehen, ob dies am französischen Original lag oder der Übersetzung durch Tanja Krämling geschuldet ist.

Aber eine Graphic Novel „lebt“ von den Zeichnungen: Da hat die Kunst von Nathalie Vessillier mich völlig überzeugt. Bei der Textfassung ist noch Luft nach oben!

Nettes Gimmick am Rande: Zwei der Zwerge wurden nach ihren geistigen Schöpfern benannt.

erschienen bei Splitter Verlag/ ISBN: 978-3962191429

Ich danke dem Verlag herzlich für die zur Verfügung gestellte Lese-PDF!

[Ausstellung] Tierischer Aufstand – 200 Jahre Bremer Stadtmusikanten in Kunst, Kitsch und Gesellschaft / Kunsthalle Bremen

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Foto: Ingrid Krause

Die Frühlingssonne lachte als wir uns an diesem Sonntagnachmittag auf Initiative von Ute und Sabine Gartmann von der Buchhandlung „die schatulle“ an der Kunsthalle in Bremen trafen: Die Gartmann-Schwestern hatten diesen Ausstellungsbesuch für ihre interessierte Kunden organisiert. Herzlichen Dank!

Die Bremer Stadtmusikanten gehören zu den beliebstesten Märchenfiguren. Nachdem das Märchen lange Zeit nur mündlich überliefert wurde, fand es 1819 erstmals Aufnahme in die Sammlung „Kinder- und Hausmärchen“ der Brüder Grimm. Die Bremer selbst entdeckten erst 80 Jahre später das (Werbe-)Potenzial der vier Musikanten als Wahrzeichen ihrer Stadt.

Die Ausstellung beginnt mit dem Ursprung des Märchens und der Entwicklung des bekannten Bildmotivs der aufeinander stehenden Tiere. Gerade die unterschiedliche Bildsprache der Epochen konnten wir anhand der Illustrationen der ausgestellten Märchenbücher bewundern: So hatte eine Zeichnung aus den 20er Jahren eine völlig andere Ästhetik als die Grafik aus den 60er Jahren – und sind somit auch ein Ausdruck des jeweiligen Zeitgeschmacks.

Informativ waren auch die Exponate rund um die Entstehungsgeschichte der berühmten Bronzeplastik von Gerhard Marcks. So konnten wir die Korrespondenz zwischen dem Künstler und dem Bremer Senat ebenso bewundern wie die ersten Skizzen des Künstlers und Fotos vom Herstellungsprozess. Bei der Plastik von Marcks türmen sich die Tiere ähnlich einer Pyramide aufeinander und bilden so eine harmonische Einheit. Trotz dieser Stringenz haben die einzelnen Viecher durchaus Individualität – sei es der vorgestreckte Hals des Hahns oder die angewinkelte Pfote der Katze.

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Die Bronzestatue von Gerhard Marcks am Bremer Rathaus erinnert seit 1953 an die Bremer Stadtmusikanten.

Neben Marcks wurden auch andere Künstler von den Bremer Stadtmusikanten inspiriert: Der südkorenische Künstler Gimhongsok türmt überlebensgroße Plüschfiguren aufeinander und vermittelt den Eindruck, dass die untere Figur vom Gewicht der oberen Figuren erdrückt wird. Im Gemälde von Karl Horst Hödicke stehen die Tier zwar gewohnt übereinander, bilden aber keine Einheit, da ihre Blicke alle in unterschiedliche Richtungen weisen. In der Skulptur von Jeff Koons werden gleich fünf Tiere übereinander geschichtet und verbindet hochwertige Materialien mit Handwerkskunst zu einer idealisierten Darstellung der Tiere.

Auch der Kitsch findet seinen Platz in dieser Ausstellung: So taucht das Motiv der Stadtmusikanten auf verschiedenen Alltagsgegenständen (Kinderbesteck) und Souvenir-Artikeln (Schlüsselanhänger, Aufkleber, Becher) auf und fand ebenso Einzug in anderen Kulturen (Perlenpuppen aus Namibia, Trickfilm aus Russland).

Der gesellschaftliche Einfluss „der glorreichen Vier“ wurde somit für mich als Besucher dieser interessanten Ausstellung durchaus nachvollziehbar. Am Ausgang der Ausstellung hatten wir zudem Gelegenheit, „Tierische Grüße“ in die Welt zu senden: Auf vorbereiteten Postkarten konnten wir unseren Lieben einen Gruß schicken. Schöne Idee!


Ein Tierischer Aufstand kann noch bis zum 1. September 2019 in der Kunsthalle in Bremen geprobt werden.

Bin ich büchersüchtig…?

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Gerade am 1. April stellte Blogger-Kollegin Reni Nürnberger auf ihrem Blog „RenisBooks“ sich und dem Rest der Welt die Frage Bin ich büchersüchtig?

Anfangs dachte ich an einen April-Scherz, doch je weiter ich in ihrem Beitrag las, umso faszinierender erschien mir diese Frage, und so musste auch ich sie mir stellen: Bin ich büchersüchtig?

Laut Renis Definition treffen von 5 Symptomen nur 2 auf mich zu (Puh! Glück gehabt!?). Warum habe ich trotzdem nicht das Gefühl, aus dem Schneider zu sein? Warum verspüre ich bei diesem Ergebnis nicht die erwartete Erleichterung?

Ich kann es mir nur so erklären: Ich möchte gerne, unbedingt, ohne schlechtes Gewissen und Angst vor den Nebenwirkungen mit Leib und Seele büchersüchtig sein!!!

Und ich bin es auch! Braucht Ihr Beweise? Ja! Hier kommen sie:

  1. Bücher sind für mich nicht nur irgentwelche Gegenstände: Ich brauche diese Droge als Unterstützung während einer schwierigen Lebensphase.
  2. Bücher werden gehegt und gepflegt: Meine Bücher sehen immer laden-neu aus und werden mind. 2x jährlich abgestaubt. Unreiner Stoff kommt mir nicht ins Haus!
  3. Bücher sind empfindlich: Kaffeebecher auf einem Buch abstellen? Geht gar nicht! Kontaminiertes Material schmälert meine Freude am Konsum!
  4. Wer – Bitteschön! – außer ein Büchersüchtiger macht sich die Mühe und fabriziert einen eigenen Buch-Blog? Es ist ja nicht so, dass es nicht ausreichend Buch-Blogs gibt und das www gerade auf meine geistigen Ergüsse gewartet hätte.

…und der fünfte und letzte Beweis:

  1. Ich bin charakterlich schon so abgestumpft und sittlich schon so sehr verroht, dass ich für sämtliche Rettungsversuche meines sozialen Umfelds absolut unempfänglich bin.

Im Gegenteil: Ich schreie es gerne in die Welt hinau…

„Ja, ich bin büchersüchtig! Und ich bin es mit Vergnügen!“

Jetzt habe ich mich so stark erregt, dass mir die Hände zittern. Oder ist es etwa doch ein Zeichen von Entzug? Dann brauche ich jetzt sofort ein neues Buch – oder lasst mich wenigstens an den Seiten eines neuen Buches schnuppern!

[Rezension] Rainer Moritz – Mein Vater, die Dinge und der Tod

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„Rainer, Vati ist gestorben…“ so beginnt für Rainer Moritz eine überraschende Reise in seine Vergangenheit, gezwungenermaßen, denn „Vati ist gestorben…“! Plötzlich ist ein geliebter Mensch nicht mehr da. Was bleibt von diesem Leben übrig? Wie lange bleibt etwas von diesem Leben zurück? Hinterlässt dieses Leben Spuren im Leben Anderer? Rainer Moritz nähert sich sehr behutsam diesen Fragen ohne allzu sehr sentimental zu werden. Effektvoll auf die Tränendrüse zu drücken liegt ihm fern, dazu ist er zu sehr Sohn seines Vaters…!

Vergangene Begegnungen mit seinem Vater kommen ihm wieder in den Sinn – Begegnungen, an denen er schon seit Jahren nicht mehr gedacht hat, die plötzlich wieder in den Fokus rücken. Das Leben des Vaters wird rekapituliert und in ihm Gründe für sein späteres Handeln und für getroffene Entscheidungen gesucht. Einige waren nachvollziehbar, einige haben den Sohn rebellieren lassen – und welche hat er davon als Erbe seinen Kindern mitgegeben und somit deren Leben beeinflusst?

Dort liegen sie noch, die persönlichen Gegenstände seines Vaters, und zeugen von seinem Dasein,  oder sie wurden an die nächste Generation weitervererbt. So wie die Armbanduhr, die vom Sohn in Ehren getragen wird und den Charakter des Vaters so gut wiederspiegelt: ein Marken-Qualitätsprodukt von dauerhafter Wertigkeit, solide aber ohne protzig zu sein, selbstverständlich im Fachgeschäft erworben!

„Je länger ich an meinen toten Vater denke, desto mehr sprechen seine Dinge zu mir.“

Rainer Moritz beschreibt auch seine Trauer um die vielen vertanen Chancen und versäumten Gelegenheiten: Gespräche zwischen Vater und Sohn, die nie geführt wurden; Zärtlichkeiten zwischen Vater und Sohn, die nie ausgetauscht wurden. Dies beschreibt Moritz gänzlich ohne Groll, dafür mit viel Verständnis für die Lebensumstände des Vaters: das Verständnis zu wissen, warum der Vater zu dieser einzigartigen Persönlichkeit geworden ist. Einige Charakterzüge des Vaters hat auch der Sohn verinnerlicht und wie selbstverständlich in seiner Persönlichkeit verankert – für Außenstehende nicht unbedingt wahrnehmbar aber für den Sohn stets spürbar. Ihm ist bewusst, wie sehr sein Vater prägend für ihn war. Dank dieser Prägung und der daraufhin gemachten Erfahrung kann der Sohn auch eine andere Entscheidung treffen: Er hat die Wahl!

„Ein Mensch lebt so lange, wie sich andere an ihn erinnern.“

„Andreas, Opa ist gestorben…“ hätte es auch lauten können. Rainer Moritz stößt mich gedanklich zurück in meine eigene Geschichte, meine eigene Vergangenheit…! Während der Lektüre flatterten die Erinnerungsfetzen durch das Archiv meines Gedächtnisses. Vergangenes und scheinbar Vergessenes spülten wieder an die Oberfläche und riefen Emotionen in mir wach. Und ich spürte eine tiefe Dankbarkeit für den Mann, der für mich sehr prägend war…!

Dietrich Heinrich Friedrich Müller
* 16. Februar 1910 – † 7. Oktober 1982

erschienen bei Kunstmann/ ISBN: 978-3956142574

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!

MONTAGSFRAGE #30: Welches humoristische Werk gehört in den Schrank eines jeden Lesers?

Montagsfrage (1)

Was tun, wenn die Montagsfrage auf den 1. April fällt? Ganz einfach: Wir beschäftigen uns mit der humoristischen Literatur!

Spontan fallen mir drei wunderbare Vertreter der schreibenden Zunft ein,…

…und zwangsläufig werde ich mich bei solchen Fragen wiederholen müssen, da ich in der Vergangenheit schon häufiger von diesen Herren berichtet habe (…und in Zunkunft sicherlich auch weiterhin berichten werde!). Ich hoffe, Ihr verzeiht mir und tragt es mit Fassung!

Erich Kästner begleitet mich schon mein Leben lang: Groß geworden mit seinen grandiosen Kinderbüchern, entdecke ich seit einiger Zeit so peu à peu auch seine Werke für Erwachsene ebenso wie seine Gedichte. Die „Drei Männer im Schnee“ begeistern, erheitern und berühren mich schon seit Jahren: Ich liebe Kästners feine Ironie, seinen sensiblen Humor und die genaue Beobachtungsgabe. Und bei allem Amüsement bei der Lektüre dieses Klassikers kommt auch Herz und Seele nicht zu kurz: So liegen Lachen und Weinen bei mir sehr nah beieinander!

  • Drei Männer im Schnee von Erich Kästner, erschienen bei Atrium / ISBN: 978-3038820161


Joachim Ringelnatz kreierte skurrile Gedichte, die gleichzeitig witzig und feingeistig sind. Häufig musste ich seine Gedichte ein zweites oder gar drittes Mal lesen, um den Sinn und damit den Humor zu verstehen (…aber dann war es eine wahre Freude!). Dabei beschäftigte er sich häufig mit ganz banalen Alltagsthemen. Aber gerade diese Alltäglichkeit macht wohl einen großen Teil seiner nach wie vor anhaltenden Popularität und ungebrochenen Faszination aus: Der Leser findet sich und seine Welt in Ringelnatz Werken wieder und kann sich so sehr gut mit ihnen identifizieren.

  • Sämtliche Gedichte von Joachim Ringelnatz, erschienen bei Diogenes/ ISBN: 978-3257234671


Heinz Erhardt begeistert mich durch seine Wortspielereien und heiteren Verdrehungen. Seine „Helden des Alltags“ bemühen sich redlich und scheitern doch häufig. Auch schreckt er nicht davor zurück, den Tod vergnüglich zu thematisieren und rückt damit sehr in die Nähe des „schwarzen Humors“. Seine Gedichte erscheinen auf dem ersten Blick albern, auf dem zweiten Blick erkennt man die brillante Wortwahl und gekonnte Vers-Aufteilung: Erhardt war Perfektionist und hat auch hier nichts dem Zufall überlassen.

  • Noch´n Gedicht von Heinz Erhardt, erschienen bei Lappan/ ISBN: 978-3830335474

…und welcher April-Scherz bringt Euch zum Lachen???


Antonia Leise von „Lauter & Leise“ hat dankenswerterweise DIE MONTAGSFRAGE: Buch-Blogger Vorstellungsrunde wiederbelebt und stellt an jedem Montag eine Frage, die Interessierte beantworten können und zum Vernetzen, Austauschen und Herumstöbern anregen soll! Ich bin gerne dabei!!!

In meinem MONTAGSFRAGE-Archiv findet Ihr Fragen & Antworten der vergangenen Wochen.

5 Gründe, warum man öfter zum Buch greifen sollte…

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Blogger-Kollegin Daniela Kaufmann-Strässle von „read eat live“ hat einen wunderbaren, kurzweiligen Beitrag zu 5 Gründe, warum man öfter zum Buch greifen sollte verfasst, den ich Euch nicht vorenthalten möchte.

Daniela ist der Meinung, dass das Lesen das Gehirn trainiert, sowohl den Wortschatz als auch den Horizont erweitert, Stress reduziert UND sexy macht!

Gerade der letzte Punkt lies mich aufhorchen: Daniela behauptet, dass Menschen, die sich mit einem Buch in der Öffentlichkeit zeigen, attraktiver und begehrenswerter erscheinen. Dabei kommt es aber sicher auch auf den Titel des Buches an. Was kann man da alles verkehrt machen! Ich finde, da sollte es eine „dos and don’ts“ -Liste geben,…

…und doch lässt der letzte Punkt hoffen, dass jeder – und zwar ausnahmslos – mit dem richtigen Buch viel sexyer wirkt. Hier der Beweis:

Donald ohne Buch
Donald T. aus W. ohne Buch
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Donald T. aus W. mit Buch

Die positive Veränderung ist verblüffend, oder?

[Rezension] Michael Ende – Die unendliche Geschichte

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Meine Freude war groß als ich erfuhr, dass der Thienemann-Verlag anlässlich des 40. Geburtstages von „Die unendliche Geschichte“ eine Neu-Auflage plante, und ich erhoffte mir nun einen würdigen Nachfolger für mein altes Exemplar aus der Kindheit.

Über die Geschichte von Michael Ende muss ich wahrlich keine großen Worte mehr verlieren, und sie ist über jede Kritik erhaben: Michael Ende hat hier eine wunderbare Geschichte voller Phantasie und Anmut geschaffen, die mit ihren liebevoll gezeichneten Charakteren überzeugt und mit ihrer bildhaften Sprache überwältigt. „Die unendliche Geschichte“ wird dem, der sie gelesen hat, immer in Erinnerung bleiben und einen ewigen Platz in seinem Herzen haben.

Darum legte ich mein Augenmerk nun mehr auf die „neue“ Optik des Buches, die von Eva Schöffmann-Davidov gestaltet wurde: Begeistert bin ich vom Umschlag-Design, das in der Farbgebung „schwarz-weiß-gold“ sehr edel und modern wirkt. Auch die Vorsatzblätter gefallen mir gut, stellen für mich im Vergleich zur bisherigen Optik allerdings keine Verbesserung dar. Auch der zweifarbige Satzdruck in Rot und Grün ist ja hinlänglich bekannt.

Beim Weiterblättern machte sich langsam ein Hauch von Enttäuschung in mir breit: Nicht nur das verspielte Rankenmuster am Kopf einer jeden Seite fehlt, auch die wunderbaren „Von A bis Z mit Buchstaben und Bildern“ waren kleineren und unscheinbareren Anfangsbuchstaben bei den einzelnen Kapiteln gewichen. WARUM? Gerade diese Kombination aus Buchdruck und Inhalt steigerte den Reiz von „Die unendliche Geschichte“ und war damals für mich eine Sensation, die ich vorher aus der Kinder- und Jugendliteratur noch nicht kannte. Und wer – Bitteschön! – hat veranlasst, dass hinter der letzten Seite der Geschichte Werbung gedruckt wurde und somit beim Lesen unschön durchschimmert?

Natürlich ist dies nun „Leiden auf hohem Niveau“: Es kommt ja schließlich in der Hauptsache auf die Qualität der Geschichte an, und Neu-Leser werden auch nichts vermissen. Für Fans „der 1. Stunde“ stellt diese Neu-Auflage allerdings keine Alternative dar, da die optische Gestaltung in der Ur-Fassung mit den Buchstaben und Illustrationen von Roswitha Quadflieg deutlich liebevoller umgesetzt wurde!

Darum werde ich weiterhin mein 40 Jahre altes Exemplar aus Kindertagen sehr in Ehren halten: Ich weiß noch, wie ich damals meinen älteren Bruder bedrängte, mir doch bitte dieses Buch – und zwar NUR dieses Buch und kein anderes – zum Geburtstag zu schenken,…

„…aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden!“

erschienen bei Thienemann/ ISBN: 978-3522202602

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!