MONTAGSFRAGE #21: Bist du ein Einmal- oder Mehrmals-Leser?

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Ich „kann“ beides – und bin somit multi-tasking, multi-talent, multi-irgendwas…! – abhängig von  meiner momentanen Lebensphase.

Es gab bei mir ein Leben vor Kerl und Kater, da lebte ich 8 Jahre alleine in einer kleinen, netten Wohnung ohne Fernseher, griff voller Freude gerne zu den geliebten und schon gelesenen Büchern und las diese durchaus auch ein zweites oder drittes Mal: Es war wie „nach Hause kommen“ und seine Familie und Freunde nach langer Zeit wiederzusehen! Man erinnert sich an „Anekdoten“ aus der Handlung und freut sich auf dieses Wieder-Lesen. Diese Bücher stehen noch immer in meinem Bücherregal und werden dort auch weiterhin stehen bleiben…!

In der letzten Zeit bin ich eher zum Einmal-Leser mutiert – zwangsläufig aufgrund meiner Tätigkeit als Buch-Blogger. Wer möchte schon von ein und derselben Person die zweite oder dritte Rezension über ein und dasselbe Buch lesen? Obwohl: Es könnte evtl. interessant sein, zu erfahren, ob und wie sich die Sichtweise auf ein literarisches Werk mit zunehmenden Alter, größerer Lebenserfahrung und/oder beginnender Senilität verändert. Gibt es darüber eigentlich schon eine Studie? Nein? Schade!

Natürlich ist mir durchaus bewusst, dass ich etliche dieser Bücher nur ein einziges Mal lesen werde („So viele Bücher, so wenig Zeit!“). Einige werden sicher irgendwann mich auch wieder verlassen, um eine andere Leserin oder einen anderen Leser zu erfreuen. Einige werden aber immer ihren festen Platz in meinem Herzen und somit auch in meinem Bücherregal haben!

…und wie ist es bei Euch? Sind Bücher für Euch „Wiederholungstäter“ oder „One-Night-Stands“?


Antonia Leise von „Lauter & Leise“ hat dankenswerterweise DIE MONTAGSFRAGE: Buch-Blogger Vorstellungsrunde wiederbelebt und stellt an jedem Montag eine Frage, die Interessierte beantworten können und zum Vernetzen, Austauschen und Herumstöbern anregen soll! Ich bin gerne dabei!!!

In meinem MONTAGSFRAGE-Archiv findet Ihr Fragen & Antworten der vergangenen Wochen.

[Oper] Wolfgang Amadeus Mozart – Die Zauberflöte / Stadttheater Bremerhaven

Große Oper in zwei Aufzügen von Wolfgang Amadeus Mozart / Text von Emanuel Schikaneder

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Foto: Heiko Sandelmann
Premiere: 3. November 2018 / besuchte Vorstellung: 18. Januar 2019

Stadttheater Bremerhaven / Großes Haus


Musikalische Leitung: Marc Niemann
Inszenierung: Roland Hüve
Bühne & Kostüme: Dorit Lievenbrück

Choreinstudierung: Mario Orlando El Fakih Hernández


„Pa – Pa – Pa – Pa! Pa – Pa – Pa – Pa! Papapapapa – Papapapapa!“

Schikaneder hebt sein Glas zum Mund und nimmt einen Schluck Wein, bevor er weiterspricht: „Ich brauche für mein neues Theater etwas Sensationelles, etwas Einmaliges, etwas noch nie Dagewesenes. Ich will das große Bühnen-Spektakel mit Mörder-Arien und großem Chor, mit Liebe, Leidenschaft und Verzicht, mit verfeindeten Parteien und einem Mutter-Tochter-Konflikt und selbstverständlich mit einer Bomben-Rolle für mich. Handlung? Ach was, Handlung wird überbewertet – ebenso wie die Logik. Wir nehmen einfach von allem das Beste!“ Er klopft Mozart jovial auf die Schulter. „Gell, Wolfl! Du schaffst das schon!“ Dann prostet er ihm voller Zuversicht zu, bevor er das Glas in einem Zug leert…!

Wolfl hat es geschafft,…

…und seitdem zählt diese Oper zu den meistgespielten Werken weltweit. Und von keiner gibt so viele widersprüchliche Interpretationen, die auf der besonderen Dramaturgie begründet sind.

Regisseur Roland Hüve fand auch keine spektakuläre Neu-Deutung, setzte hier und da Akzente und legte seinen Schwerpunkt auf die Beziehungen der handelnden Personen zueinander…

…und verließ sich auf den Zauber der Musik: GMD Marc Niemann schwelgte mit den Philharmonischen Orchester Bremerhaven in Mozarts verschwenderischen Melodien und bereitete seinem Sänger-Ensemble einen Klangteppich, der sie sicher durch die etwas wirre Handlung führte.

Tijana Grujic glänzte mit zartem Schmelz und berührte mit ihrer Darstellung der Pamina. Christopher Busietta als Tamino verströmte mit leichtem, jugendlichem Tenor jungenhaften Charme.

Marie-Christine Haase meisterte die Mörder-Koloraturen der Königin der Nacht bravourös mit metallenem Timbre und löste damit beim Publikum einen Beifallssturm aus.

Als Sympathieträger Papageno konnte Vikrant Subramanian mit seinem leichten Bariton punkten und gab den liebenswerten Schelm mit sehr viel Witz. Victoria Kunze war als Papagena stückbedingt leider viel zu selten auf der Bühne, nutze dies aber voller Spielfreude und Komik.

Die drei Damen von Judith Kuhn, Patrizia Häusermann und Sünne Peters harmonierten gesanglich ganz wunderbar und amüsierten das Publikum als einen nach Tamino schmachtenden „Fan-Club“.

Besondere Erwähnung verdienen die Kinder Julian, Jacob und Keno vom Knabenchor Unser Lieben Frauen Bremen, die optisch als Wunderkind Mozart gewandet als drei Knaben entzückten und so als eine Art Schutzengel Pamina, Tamino und Papageno in ihrer Mission zur Seite standen. Schön zu sehen, wie Marc Niemann sie fürsorglich im Blick hatte und so sicher durch die anspruchsvolle Partitur führte.

„Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen!

…nicht bei dieser musikalischen Darbietung: Da kochte mein Herz über vor lauter Wonne!


Die Zauberflöte verzaubert ihre Zuschauer in dieser Spielzeit nur noch am 17.02.2019!

[Rezension] Petra Hartlieb – Ein Winter in Wien

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„Das ist das Geheimnis des alten Wiener Cafés: Der Kellner ist vergesslich, die Kassiererin ist hässlich, die Wände sind grau, die Beleuchtung ist schlecht – lauter Dinge, die ich schön finde.“ Arthur Schnitzler

Wir befinden uns im Wien der Jahrhundertwende: Marie Haidinger beginnt ihre neue Stelle als  Kindermädchen im Hause des berühmten Arthur Schnitzler und tritt ein in die mondäne Welt des Theaters und der Literatur.

Die Autorin Petra Hartlieb hat mit diesem Roman ihrer Urgroßmutter ein literarisches Denkmal gesetzt. Niemand anderes ist diese junge, unbedarfte Marie Haidinger, die vom entbehrungsreichen und lieblosen Leben auf dem Land in die Stadt flüchtet. Dort scheint das Glück ihr hold zu sein und läuft ihr in der Gestalt eines jungen Buchhändlers über den Weg, der ihr ihr erstes eigenes Buch schenkt – ein Geschenk, dass ihr eine gänzlich neue Welt eröffnet.

So steht auch nicht Schnitzler selbst im Mittelpunkt – er spielt eher eine Nebenrolle – sondern die Handlung kreist allein um Marie. Dabei entwirft Petra Hartlieb ein authentisches Frauenbild der damaligen Zeit: die alten Zöpfe des Biedermeiers sind noch nicht abgeschnitten, aber das Leben der Belle Époque lockt mit seiner Modernität.

Sie bleibt in ihrer Erzählweise dem Duktus ihrer Heroin treu: eine poetische Sprache, die in ihrer Einfachheit häufig schlicht wirkt. Wobei ich „schlicht“ nicht gleichsetzen möchte mit „dumm“.

Dumm ist Marie Haidinger in keinster Weise – im Gegenteil: Wir lernen hier eine wiss- und lernbegierige junge Frau kennen – mit der Hoffnung, ihr Glück zu machen und zu finden.

erschienen bei Kindler/ ISBN: 978-3463400860

Du & Dein Blog

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Stefanie Studt von angeltearz liest schickt nochmals ihre Fragen zu „Du & Dein Blog“ in die Welt hinaus. Hinter jedem Blog steht ein Mensch, der sehr viel Zeit, Enthusiasmus und Herzblut in dieses Hobby steckt und darum Respekt und Anerkennung verdient hat.

Lernen wir uns doch hiermit gegenseitig besser kennen und mehr schätzen: Für Hetze und Missgunst habe ich auf meinem Blog keinen Platz!

Die Fragen…

1. Wer bist du? Stell dich vor!

Mein Name ist Andreas Kück. Ich bin zurzeit 49 Jahre alt, verheiratet aus Überzeugung, stolzer Dosenöffner eines gar wohlgeratenen Katers und hauptberuflich als Krankenpfleger tätig. Weitere ausführliche Infos zu meiner Person findet Ihr unter „Über mich…“!

2. Seit wann bloggst du? Und wie bist du zum Bloggen gekommen?

Ich blogge seit dem 7. Juli 2018. Zuerst habe ich versucht etwas Blog-ähnliches auf facebook zu etablieren und habe festgestellt, das fb dafür nicht das richtige Medium für mich ist. Es hat mich eher frustriert, und das Niveau und der Umgangston haben mir teilweise nicht zugesagt. Darum poste ich auch auf meiner privaten fb-Seite nur noch sporadisch.

3. Weiß dein Umfeld davon, dass du bloggst? Wenn ja, was sagen sie dazu? Wenn nein, warum nicht?

Ja, sicher weiß mein Umfeld von meinem Blog. Diese Neigung hätte ich gegenüber meinem Mann und meinen Freunden auf Dauer nicht geheim halten können. Dieses Gefühl, sich ständig verstellen zu müssen und in ständiger Angst zu leben, dass jeder Griff zum Buch mich verraten könnte, hätte mich seelisch zerrüttet. Darum habe ich mich sofort mit meinem ersten Blog-Post geoutet und bisher nur positive Rückmeldungen erhalten…! 🤣

4. Nutzt du Social Media? Und wie kann man dir folgen?

Ja, es gibt nach wie vor auch eine LESELUST-Seite auf facebook: https://www.facebook.com/andreaskueck.leselust

5. Gibt es etwas, was dich an der Bloggerwelt stört? Und was würdest du dir wünschen? (Trau dich und sei ehrlich)

Nein, es gibt absolut keinen Grund zur Klage. Bisher habe ich auch noch keine wie auch immer gearteten negativen Erfahrungen gemacht. Ich würde dieses aber auch im Rahmen meiner Möglichkeiten unterbinden. Ganz im Gegenteil…

6. Und was magst du an der Bloggerwelt?

…ich liebe den Austausch mit Blogger*innen sehr. Mein Eindruck ist, dass wir hier auf einem recht hohen Niveau kommunizieren, das geprägt ist von Respekt und Höflichkeit!

Die Liebe zum gedruckten Wort steht bei mir im Vordergrund, und ich hoffe und wünsche, dass das auch meine Leser*innen und Bloggerkolleg*innen spüren. So „like“ ich bei meinen Mit-Blogger*innen durchaus auch Rezensionen von Büchern, die mich persönlich nicht interessieren. Ich möchte aber mit meinem „like“ anerkennen, dass mir die Rezension vom Stil, Ausdruck etc. sehr gefallen hat.

Auch beteilige ich mich gerne an Blog-übergreifende Aktionen (wie z. Bsp. MONTAGSFRAGE), wenn diese zu mir passen.

7. Liest du auch außerhalb deines eigenen “Blogbereiches” oder liest du als z. B. Buchblogger nur Buchblogs?

Ich lese auch den einen oder anderen Blog außerhalb des „Blogbereichs“. Aber hauptsächlich findet man mich auf Buch-Blogs.

8. Vernetzen ist wichtig. Hast du Lieblingsblogs? Zeig mal!

Ohja, vernetzen ist wichtig. Wir sitzen ja alle nicht in unserer persönlichen Blase und dümpeln im luftleeren Raum. Ich brauche Austausch, Rückmeldungen und Inspiration von meinen Mitmenschen – in diesem Fall: von meinen Mit-Blogger*innen.

Ohje, wo soll ich da anfangen! Es gibt so viele tolle Blogs: Das Leben ist so bunt, wie die Buch-Blogs und die Menschen, die dahinter stehen, unterschiedlich sind. Da ist doch sicher für jeden etwas dabei, oder? So gibt es auch für mich viele Blogs, die mich ansprechen. Die Reihenfolge meiner Aufzählung erfolgt ohne Wertung…


Ich hoffe, Ihr konntet mich nun ein wenig näher kennenlernen und freue mich über Eure Rückmeldungen, um auch Euch besser kennenzulernen.

Lieben Gruß

Andreas

[Musical] Sherman Brüder – Mary Poppins / Stage Thea­ter an der Elbe in Ham­burg

Musik & Liedtexte von Richard M. und Robert B. Sherman / neue Songs & Liedtexte von  George Stiles und Anthony Drewe / Buch von Julian Fellows / nach den Kinderbüchern von P. L. Travers / Deutsch von Ruth Deny und Wolfgang Adenberg

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Foto: Stage Entertainment

Premiere: 22. März 2018 / besuchte Vorstellung: 13. Januar 2019 / Stage Thea­ter an der Elbe in Ham­burg


Musikalische Leitung: Roun Zieverink
Inszenierung: Richard Eyre & Sir Matthew Borne
Choreographie: Sir Matthew Borne & Stephen Mear

Bühne & Kostüme: Bob Crowley


Zugegeben: Ich hatte ein wenig Bammel – Bammel, dass es mir nicht gefallen könnte! Ich liebe den Film mit Julie Andrews, Dick Van Dyke, David Tomlinson und Glynis Johns seit meiner Kindheit: Die Melodien kann ich heute noch mitsingen! So saß ich hier im Stage Theater an der Elbe in Hamburg mit einen wundervollen Blick auf den Hafen incl. Elb-Philharmonie und wartete (an-)gespannt auf den Beginn der Vorstellung!

Vorweg: Es war die perfekte Show! – …vielleicht ein wenig zu perfekt?

Obwohl die Handlung vom bekannten Film abwich und einige neue Szenen eingefügt wurden, so erkannte ich doch deutlich „meine“ Mary Poppins wieder. Das Bühnenbild war phantasievoll und farbenfroh: So faltete sich das Heim der Familie Banks auf wie ein Puppenhaus, der graue Park verwandelte sich in Sekunden zu einem bunten Blütenmeer, und zum Tanz der Schornsteinfeger über den Dächern von London qualmten die Schornsteine ihren Dunst in den Sternenhimmel.

„S U P E R C A L I F R A G I L I S T I C E X P I A L I G E T I S C H!“

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Foto: Stage Entertainment

Das Ensemble überzeugte in vielen kleinen Rollen, und die Übergänge liefen präzise wie ein Uhrwerk: Roimata Tempelton als Miss Andrews (herrlich schrill und boshaft), Alex Avenell als Mrs Brill (ruppig mit Herz), Noah Wili als Robertson Ay (liebenswert trottelig) und Maik Lohse als Admiral Boom (ssstolperte übern ssspitzen Ssstein). Hervorheben möchte ich gerne Kaatje Dierks, die mich als Vogelfrau in ihrem gleichnamigen Song sehr bewegte.

Maria Danaé Bansen als Mary Poppins war eine aparte Erscheinung mit sehr schöner Stimme, ließ allerdings ein wenig Persönlichkeit oder auch „Star-Quality“ vermissen (Achtung: Leiden auf hohem Niveau!). Andrea Luca Cotti gab einen witzigen, jungenhaften Bert mit großem Bewegungstalent. Meine Hochachtung galt den Kinderdarstellern Ava und Liam als Jane und Michael Banks, die vom Anfang bis zum Ende in beinah jeder Szene präsent waren und diese Aufgabe mit Bravour meisterten.

Doch die heimlichen Hauptrollen waren für mich George und Winifred Banks, da diese die größte Entwicklung im Stück machten. Livio Cecini und Julia Lißel waren so wunderbar aufeinander eingespielt: Die Geste des einen hatte eine Reaktion der anderen zur Folge…! Dieses berührende Zusammenspiel zweier Schauspieler sorgte bei mir für feuchte Augen.

Dank dieser Beiden wurde eine perfekte Show wahrlich „perfekt“!

„Alles, was wir wollen, kann passieren!“


Mary Poppins wird bis zum 18. August 2019 im Stage Thea­ter an der Elbe in Ham­burg gespielt!

MONTAGSFRAGE #20: Lyrik – ausgedient oder am Aufblühen?

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„Alles Lyrische muß im Ganzen sehr vernünftig, im Einzelnen ein bißchen unvernünftig sein.“ Johann Wolfgang von Goethe

Ihr Lieben! Ich kann natürlich nicht für den Rest der Menschheit sprechen, sondern nur für mich, den unbedeutenden Buch-Blogger: Bei mir blüht die Lyrik seit einiger Zeit auf – zwar erst nur mit feinen Knospen und einem zarten Grün, aber sie wächst stetig!

Lange Zeit habe ich einen großen Bogen um die Lyrik gemacht: zu elitär, zu abgehoben, zu verkopft – lautete meine feste Meinung, die aber nicht auf Tatsachen sondern lediglich auf Vorurteile beruhte.

Dabei lag die „Schuld“ nicht bei der Lyrik: Ich war zu dem Zeitpunkt einfach zu jung, zu dumm, zu festgefahren, zu intolerant…!

Erst mit zunehmenden Alter, zunehmender Gelassenheit und der daraus resultierenden Toleranz  wurde ich „reif für die Insel“ namens Lyrik. Hilfreich war/ ist natürlich auch meine Tätigkeit als Vor-Leser: Hier setzte ich mich sehr bewusst mit dem gesprochenen Wort auseinander, prüfe die Satzmelodie und horche dem Klang,…

„Das lyrische Gedicht ist der musikalische Ausdruck von Gemütsbewegungen durch die Sprache.“ August Wilhelm von Schlegel

…und da sind Gedichte wunderbare Übungen: Wo beginnt eine Aussage, und wo endet sie? Wie erhalte ich die Satzspannung über den Vers hinaus? Wo muss ich die Stimme anheben, um die Aufmerksam des Zuhörers nicht zu verlieren?

Dabei durfte ich so einige Könner ihres Fachs kennenlernen, die mit ihren Worten Bilder malen, mit Verse Melodien kreierten und mit Sprache einen Rhythmus erschaffen.

Heute sind Gedichte gerne Teil meiner Lesungen! Das Pflänzchen ist noch klein, aber hat gute Bedingungen, um ein starker Baum zu werden!

…und habt Ihr die Lyrik auch für Euch entdeckt oder eher versteckt? (Reim dich oder ich fress dich!)


Antonia Leise von „Lauter & Leise“ hat dankenswerterweise DIE MONTAGSFRAGE: Buch-Blogger Vorstellungsrunde wiederbelebt und stellt an jedem Montag eine Frage, die Interessierte beantworten können und zum Vernetzen, Austauschen und Herumstöbern anregen soll! Ich bin gerne dabei!!!

In meinem MONTAGSFRAGE-Archiv findet Ihr Fragen & Antworten der vergangenen Wochen.

Hatte ich eigentlich schon erwähnt,…

Foto zu Presse-Hinweis zur Spendenübergabe - Erlös aus Lesung STERNENGLANZ & WEIHNACHTSZAUBER mit Andreas Kück.jpg

…wie sehr ich Foto-Sessions LIEBE? Nein? Dann wisst Ihr es jetzt!

Aber es war ja schließlich für einen guten Zweck: Ich übergab (durchaus mit einem Hauch von Stolz) den Erlös aus meiner Lesung „Sternenglanz & Weihnachtszauber“ an Pastor Georg Ziegler und Luise Scholtissek. Die stolze Summe von 500,- Euro hatte ich „erlesen“ und konnte somit einen kleinen Teil zum Erhalt unserer historischen Friedhofsmauer beitragen. Als Dank erhielt ich einen symbolischen Papp-Ziegel mit einem originalen Stück vom verwitterten Klinker, der nun seinen Platz in meinem Bücherregal gefunden hat,…

…und natürlich wurden bei dieser Gelegenheit Fotos für Presse und Social Media gemacht, um weiterhin für diesen guten Zweck zu werben und somit vielleicht Nachahmer zu animieren.

Dafür grinse ich doch gerne wie ein Honigkuchenpferd von einem Ohr zum anderen in die Kamera! Cheese!

A Portrait of Rainer Moritz

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Rainer Moritz (* 26. April 1958)


Rainer Moritz ist Germanist, Literaturkritiker, Übersetzer und Autor. Zudem wurde er zum Ehren-Professor der Stadt Hamburg ernannt und leitet das dortige Literaturhaus Hamburg, aber das Beste ist: Er ist absolut sympathisch, sehr unkompliziert und hat einen herrlichen Sinn für Humor (Ich spreche aus Erfahrung!).

Wie käme ein hochstudierter Akademiker sonst dazu, sich immer wieder in die Untiefen der deutschen Unterhaltungskultur zu begeben, und sich dort zudem sichtlich wohlfühlt!

Seine (un-)heimliche Liebe gilt dem deutschen Schlager, der er schon mit div. Veröffentlichungen gefrönt hat. Nein! – Er singt nicht selbst! Er klärt uns auf!

Er klärte uns auf über versteckt erotische Anspielungen in den Schlagern der prüden 50er Jahre, welche Themen der Schlager behandelt (zu über 80 %: Liebe), und warum Fußballspieler bitte nicht (!) singen sollten. Als Schlager-Fan wurde er schon in seiner frühsten Jugend entsprechend sozialisiert und trug aufgrund dieser Leidenschaft einige traumatische Blessuren davon, die er (wir ahnen es schon…) dank des Schreibens eines Buches über Schlager therapieren konnte.

Nach dem Abitur am Robert-Mayer-Gymnasium Heilbronn im Jahr 1977 studierte er an der Universität Tübingen Germanistik, Philosophie und Romanistik. 1988 promovierte er mit einer literaturwissenschaftlichen Arbeit über Hermann Lenz. Von 1989 bis 2005 arbeitete er in mehreren Verlagen, bis er 2005 die Leitung des Literaturhauses Hamburg übernahm. Achja! – und Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland ist er auch noch.

Dabei verbindet er mit seinen literarischen Ergüssen gerne das Schöne mit dem Unterhaltsamen, sei es Erscheinungen unserer modernen Zeit oder dem Phänomen Sex & Literatur. Zudem hat er kurzweilige Texte zu Bildbänden, die sich besonderen Orten widmen, geschaffen, oder er findet – wie schon erwähnt – lobende Worte für den deutschen Schlager,…

…und sollten im deutschen Schlager Worte wirklich nicht mehr ausreichen, um die überschäumenden Gefühle zu beschreiben, dann kann sich immer noch mit lautmalerischen Vokalen beholfen werde:

„Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben – Schanananananaa!“

Auswahl seiner Werke:

  • Ich Wirtschaftswunderkind. Mein famoses Leben mit Peggy March, Petar Radenkovic und Schmelzkäseecken erschienen bei Piper/ ISBN: 978-3492257480

  • Die Überlebensbibliothek. Bücher für alle Lebenslagen erschienen bei Atlantik/ ISBN: 978-3455370300

  • Der schönste Aufenthalt der Welt: Dichter im Hotel (mit Fotografien von Andreas Licht) erschienen bei Knesebeck/ ISBN: 978-3868736151

  • Dicht am Paradies – Spaziergänge durch Pariser Parks und Gärten (mit Fotografien von Andreas Licht) erschienen bei Knesebeck/ ISBN: 978-3868736021

  • Die schönsten Buchhandlungen Europas (mit Fotografien von Reto Guntli) erschienen bei Gerstenberg/ ISBN: 978-3836926133

  • Madame Cottard und eine Ahnung von Liebe: Roman erschienen bei Pieper/ ISBN: 978-3492053587

  • Und das Meer singt sein Lied erschienen bei Mare/ ISBN: 978-3936384871

[Rezension] Sam Kalda – Von Männern und ihren Katzen: Die größten Katzenliebhaber der Geschichte

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Es gibt Bücher, die braucht kein Mensch! Wobei ich das Verb „brauchen“ im Sinne von „existenziell nötig haben“ und „lebenserhaltend dringend benötigen“ sehen möchte:  Dies ist so ein Buch! Ohne dieses Buch ist mein Leben nicht gefährdet,…

…ohne Kartoffelchips mit Sauerrahm-Lauchzwiebel-Flavour ist mein Leben auch nicht gefährdet oder ohne den oberleckeren-süchtigmachenden Spaghetti-Salat meines Mannes…

…und trotzdem „brauche“ (!) ich es hin und wieder zum puren Genuss: So ist auch dieses Buch!

Der Illustrator und Grafiker Sam Kalda hat ein kurzweiliges und amüsantes kleines Büchlein über Männer und ihre Katzen geschaffen und spannt in seinen 30 Mini-Biografien einen geschichtlichen Bogen von König Howell der Gute über Mark Twain, Winston Churchill und T.S. Eliot (Na logisch!) zu Raymond Chandler und Ernest Hemingway, um in der jüngeren Vergangenheit bei Marlon Brando, Andy Warhol und Freddie Mercury zu landen. Dabei plaudert er äußerst unterhaltsam über die genannten Katzenliebhaber und versucht humorvoll, der Symbiose „Mann + Katze“ auf den Grund zu gehen und die Psyche dieser außergewöhnlichen Gattung von Mann zu entschlüsseln.

Zwischen den einzelnen Biografien kommen die Katzen-Männer persönlich in Zitaten über Katzen zu Wort:

„Ein Heim ohne Katze – und zwar eine wohlgenährte, gutgepflegte und ordentlich verwöhnte Katze – mag zwar auch vollkommen sein, doch wo ist der Beweis?“ Mark Twain

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Illustration: Sam Kalda

Zudem macht Kalda seinem Ruf als talentierter und erfolgreicher Grafiker alle Ehre, indem er nicht nur zu jeder Biografie ein passendes Portrait beisteuert, sondern das gesamte Erscheinungsbild dieses ansprechenden Büchleins seine Handschrift trägt.

Wobei ich doch einen kleinen Verbesserungsvorschlag anmerken möchte. Ich vermisste zwei Seiten „zur Selbstgestaltung“, um dort kreativ in Wort & Bild mir und meinem Kater „ein literarisches Denkmal“ zu setzten. Hach! Mit meinem Portrait in dieser illustren Runde hätte ich mich als Katzen-Mann vollends gewürdigt gefühlt! 😍

erschienen bei Insel/ ISBN: 978-3458177449

Ich danke dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar!