Für mich gilt das Buch als ein Kulturgut, und Kultur hat halt eben seinen Preis. Ich bin immer wieder erstaunt, welche Maßstäbe die Menschen ansetzen, um zu beurteilen, was ein Gut kosten darf. Ohne Aufzumucken kippt der Mensch das teuerste Motorenöl in „des Deutschen liebstes Kind“, aber das für einen Roman, an dem viele Menschen bis zu seinem Erscheinen über Jahre hart gearbeitet haben, 20 Euro verlangt wird, erhitzt die Gemüter und wird als „zu teuer“ tituliert.
Ich bin davon überzeugt, dass wir hier in Deutschland keine so bunte und vielfältige Landschaft an unabhängigen Buchhandlungen hätten, wenn es die Buchpreisbindung nicht gäbe. Gerade diese unabhängigen Buchhandlungen sichern uns Leserinnen und Lesern eine breite Palette an ganz unterschiedlichen Publikationen, bei denen neben großen Verlagen auch die kleinen Indie-Verlage ihre Nische finden, und Literatur abseits des Mainstreams mit Enthusiasmus gepflegt wird. Ohne Buchpreisbindung würden Buch-Ketten und große Online-Anbieter den Markt beherrschen, die Preis diktieren und vornehmlich die Bücher anbieten, die sich möglichst massenkompatibel verkaufen lassen.
Jetzt höre ich schon die Unken rufen „Ja, aber wenn es keine Preisbindung gäbe, dann könnten auch Geringverdiener ein Schnäppchen unter den Neuerscheinungen machen!“. Ja, könnten sie, aber tun sie’s denn auch?! Ich kann da durchaus aus eigener Erfahrung sprechen, da es auch bei mir Zeiten gab, in denen ich finanziell nicht so rosig aufgestellt war. Trotzdem hatte ich immer ausreichend Lesestoff bei mir zuhause – dank Büchereien und Bibliotheken, Bücherschränke und -flohmärkte sowie den Online-Antiquariaten. Es waren nicht immer die aktuellsten Werke (Das war mir auch gar nicht so wichtig!), aber es waren immer Werke, die meinen Interessen entsprachen. Und auch hier bei den gebrauchten Büchern gab es eine Vielfalt an Themen zu entdecken und so mancher kurioser Schatz wurde von mir wieder ans Tageslicht befördert. Wer lesen will, findet Mittel und Wege!
Ich befürchte, dass ohne die Buchpreisbindung die Diversität in der Literatur auf der Strecke bleibt.
…und wie lautet Eure Meinung? Buchpreisbindung: Ja! 🔲 Nein! 🔲 Vielleicht! 🔲 Bitte ankreuzen! 😄
Antonia Leise von „Lauter & Leise“ hat dankenswerterweise DIE MONTAGSFRAGE: Buch-Blogger Vorstellungsrunde wiederbelebt und stellt an jedem Montag eine Frage, die Interessierte beantworten können und zum Vernetzen, Austauschen und Herumstöbern anregen soll! Ich bin gerne dabei!!!
In meinem MONTAGSFRAGE-Archiv findet Ihr Fragen & Antworten der vergangenen Wochen.







