Nun wird es für mich langsam Zeit,…

…mich auf die Bücher zu stürzen. Nun hat das letzte Quartal des Jahres begonnen, zwei Lesungen warten auf mich und möchten mit Inhalt gefüllt werden. Und wie bei jedem Mal, muss ich nur meinen Hintern hochkriegen, um einen Anfang zu finden. Ist der Anfang gefunden, läuft der Rest wie von alleine – naja, beinah!

Doch was genau ist „der Rest“? Was geschieht hinter den Kulissen? Wie bereitet sich ein Vor-Leser auf eine Lesung vor?

Ich bin mir sicher, dass dies von Vor-Leser zu Vor-Leser sehr individuell ist. Gerne verrate ich hier meine Vorgehensweise.

Der Termin für eine abendfüllende Lesung steht schon sehr zeitig fest. Bei den beiden genannten Lesungen war der eine Termin schon vor einem Jahr geblockt, der 2. Termin kam im Januar dazu. Eine rechtzeitige Planung hat durchaus Vorteile: Zeit für Vorgespräche, Kontakt zu Presse und Kooperationspartnern knüpfen, Plakate und Eintrittskarten entwerfen undvielesmehr. Gleichzeitig birgt es auch die Gefahr, sich vorerst entspannt zurückzulegen, da man denkt „Ach, ich habe ja noch sooo viel Zeit!“.

Dann folgt die Suche nach einem Thema für die jeweilige Lesung. Entweder ich habe von vornherein eine zündende Idee oder es folgt spontan und unerwartet eine Eingebung – meistens zu den unmöglichsten Zeiten und in den merkwürdigsten Situationen. So verdanke ich die Idee für eine schaurig-schöne Lesung einem nächtlichen Gang zur Keramikabteilung.

Danach beginnt die Recherche: Wo finde ich ausreichendes Futter für dieses Thema? Entweder ich stöbere in meinem Bücher-Fundus, forsche im Internet, kaufe im Antiquariat oder konsultiere die Buchhändlerinnen meines Vertrauens.

Die Vorbereitung beginnt:

Pro Lesung sammeln sich dann ca. 10-15 Bücher bei mir an und liegen nach Themen geordnet griffbereit und unübersehbar „in meinem Weg“, damit ich auch immer-wieder-und-dauer-haft-und-pene-trant darüber stolpere. Bekomme ich dann endlich den schon oben erwähnten Popo hoch, beginnt das Studium. Die Texte werden „angelesen“ und unter folgenden Kritikpunkten beäugt: Gefällt es mir?/ Springt der Funke über?;  Kann ich daraus was machen?/ Bietet es Potential?; Ist es überhaupt vor-lesbar?/ Nicht jeder Text, der sich interessant liest, ist ebenso zum Vortragen geeignet.

Treffen die genannten Kriterien zu, kommen ca. 10-12 Texte ins „Recall“. Nun lese ich sie ausführlicher, prüfe, wie sie im Kontext mit den anderen Texten harmonieren und stelle eine erste, grobe Reihenfolge zusammen, achte auf den Spannungsbogen oder setzte bewusst Brüche in der Lesung. Dann lese ich die Texte laut und stoppe bei jedem Vortrag die Zeit.

Von den ausgewählten Texten werden einige wieder verworfen – entweder der Zeitumfang der Lesung wird überschritten, oder sie stören den Fluss der Lesung oder schaffen nicht die gewünschte Atmosphäre. Zum Schluss landen 5-8 Texte im Finale.

Nun beginnt meine Arbeit am Text: Ich feile an der Betonung, setzte bewusst Pausen ein, feile am Ausdruck und arbeite die jeweilige Stimmung heraus. Evtl. stelle ich auch einzelne Sätze leicht um, da sie dann natürlicher und somit flüssiger über meine Lippen kommen. Mit einem Bleistift mache ich mir entsprechende Zeichen im Text und notiere mir unterstützende Stichwörter am Textrand. Dabei wird der Text ca. 8-10x laut gelesen, weiter an der Interpretation gefeilt und die Feinheiten im Text weiter herausgearbeitet: ein klassisches Textstudium! 2-3 Tage vor der Lesung lasse ich die Texte in Ruhe, um das Erarbeitete nochmals sacken zu lassen und sie am großen Tag dann „frischer“ vortragen zu können.

Doch damit ist meine Arbeit noch nicht beendet: Schließlich folgt bei meiner Lesung nicht Text auf Text „ohne Punkt und Komma“– Nein! – zwischen den Texten wird lässig-locker-leicht geplaudert. Privat plaudere ich natürlich einfach so vor mich hin, wie jeder andere Laien-Plauderer auch. Bei meiner Lesung plaudere ich selbstverständlich höchst professionell und extrem gut vorbereitet. So fülle ich meine überleitende Moderation mit Biografischen und/oder Kuriosen zum jeweiligen Autor, verrate meine persönliche Bindung zum Text oder plaudere aus dem Nähkästchen eines ambitionierten Vor-Lesers. Und das alles will sehr gut vorbereitet sein…!

Jetzt kann mich nichts mehr schocken! Pustekuchen!

Der Tag X naht:

Ging es mir bis dahin blendend, ändert sich dies schlagartig an DIESEM Tag: Die Nacht zuvor schlafe ich eigentlich immer recht ordentlich. Im Laufe des Vormittags breitet sich ein unangenehmer Druck in meinem Magen aus, an meinen Schläfen spüre ich einen Spannungsschmerz, und meine Blase hat plötzlich ein extrem eingeschränktes Fassungsvolumen.

Wieso denke ich plötzlich an diesen Schlager von Gitte, der sich jetzt geschwürmäßig in meinem Kopf Raum nimmt und mit dem Rhythmus seiner Melodie gegen meine Schädeldecke pocht?

Lampenfieber!

½ Stunde vor Beginn: Mir ist nicht gut! Ich könnte jetzt gemütlich auf dem Sofa liegen. Ach was! Ich MÜSSTE jetzt auf dem Sofa liegen, mich einer Entspannungstechnik hingeben und auf die Wirkung einer doppelten Aspirin warten. Mein vegetatives Nervensystem arbeitet dafür einwandfrei und versorgt mich mit einer überdurchschnittlichen Schweißbildung.

„Warum mache ich diese verdammte Sch….. eigentlich immer wieder?“

½ Stunde nach Beginn: Die Zuhörer haben ihre Plätze eingenommen – viele bekannte & liebe Gesichter, schon nach dem ersten gelesenen Absatz spüre ich…

„Ich hab´ Euch am Haken!“ – geiles Gefühl…

Ende der Lesung: Begeisterung!!!

„Du machst doch im nächsten Jahr wieder eine Lesung, oder?“ Aber natürlich mache ich im nächsten Jahr wieder eine Lesung! Wer könnte daran zweifeln!

Der Vor-Leser verlässt äußerst zufrieden und beglückt aber auch erschöpft die Stätte seines Triumphes!

[Rezension] Erich Kästner – Kästner für Kinder & Kästner für Erwachsene

„Ich las und las und las – kein Buchstabe war vor mir sicher.“ Erich Kästner

Erich Kästner – Kästner für Kinder: Jubiläumsausgabe/ 12 Bände in 2 Büchern

Längst sind sie Klassiker geworden – die Bücher für „die Kleinen“ von Erich Kästner – und dank der wunderbaren Verfilmungen von damals und heute auch immer in Erinnerung von Generationen von Kindern geblieben.

In dieser Jubiläumsausgabe sind die humorvollen Geschichten mit ihren wunderbaren Heldinnen und Helden in 2 stattlichen Büchern versammelt. Auch in seinen Kinderbüchern konnte und wollte Kästner den Moralisten nicht verheimlichen: So zeugen seine Geschichten von seiner feinen Beobachtungsgabe und machen auch vor Sozialkritik nicht Halt.

Wobei „Kästner für Kinder“ eher weniger etwas für Kinderhände sind: Zu voluminös sind die einzelnen Bücher, zu klein die Typografie der Schrift. Vielmehr ist hier der erwachsene Leser bzw. Vorleser angesprochen. Sehr schön, dass auch auf die Originalzeichnungen von Walter Trier und Horst Lemke nicht verzichtet wurden, über die ich mich schon als Kind amüsieren konnte.

erschienen bei Atrium/ ISBN: 978-3855359547


„Die Erde soll früher einmal ein Paradies gewesen sein. Möglich ist alles. Die Erde könnte wieder ein Paradies werden. Alles ist möglich.“ Erich Kästner

Erich Kästner – Kästner für Erwachsene: 4 Bände

Auch Kästners Werk für „die Großen“ ist von opulenten Ausmaß: Eingeleitet wird diese Sammlung durch ein Vorwort von Hermann Kesten und beinhaltet selbstverständlich alle großen Romane (incl. meine geliebten „Drei Männer im Schnee“) und alle großen Gedichtbände – und kann somit als nahezu vollständige Sammlung für den erwachsenen Leser gelten.

Kästners Werke durchziehen sowohl die feine Ironie des Satirikers als auch die ungeschönte Wahrheit des Realisten. Dabei blieb er, der Literat, immer Menschenfreund und sehr nah am Volk und favorisierte den gesunden Menschenverstand.

Komplementiert wird dieses Werk durch Illustrationen von Erich Ohser, einem ausführlichen Kästner-Porträt sowie einer detaillierten Zeittafel. Neben dem literarischen Inhalt verführt auch die edle Optik mit grünem Leinen und Prägedruck, diese Bücher immer und immer wieder in die Hand zu nehmen.

erschienen bei Atrium/ ISBN: 978-3855359646

[Glosse] Als David Hasselhoff das Land wiedervereinte…

Auch wenn die Mauer am Silvester-Abend 1989 schon wackelte, so hat allein ein einziger Mann sie endgültig zum Einsturz gebracht: David Hasselhoff

Den von ihm ausgesandten Schallwellen seiner Hymne „Looking für Freedom“ in Kombination mit den aggressiven Lichtwellen seiner Glühlämpchen-Jacke konnte dieses marode, kommunistische Bauwerk nicht dauerhaft standhalten. Darum verdient er unser aller Respekt: Der Mann hat GROSSES geleistet! Nur wegen ihm kam es zur Wiedervereinigung! Nur wegen ihm jährt sich dieser Tag heute zum 28. Mal!

Er selbst bezeichnet sich stets eher als introvertiert und bestreitet bis heute sein Beteiligung an diesem geschichtlichen Ereignis: Ein wahrer Held, der – nach einer knallharten, kompromisslosen Ausbildung zum Ritterreiter und Buchtbeobachter – stets bescheiden im Hintergrund agierte.

Diese Bescheidenheit blieb auch auf dem internationalen, politischen Parkett nicht unbemerkt: So hauchte auf ihrer Flucht nach Südamerika sogar Margot ihrem Erich ergriffen ins Ohr „Eif bien loking vor friedäm!“ und fühlte sich in diesem Moment ihren geflohenen Landsleuten so nah, wie nie zuvor!

Danke, David!

[Rezension] Alan Bennett – Die souveräne Leserin

Was wäre wenn…

…die Queen zufällig auf einem Spaziergang mit ihren Hunden den Bücherbus der Bezirksbibliothek der City of Westminster vor dem Küchentrakt entdeckt. Die Hunde schlagen Tumult, die Queen leiht sich – aus reiner Höflichkeit – ein Buch aus, liest es und kommt auf den Geschmack: Bisher hatte sie keine Zeit zum Lesen! – Lesen ist ein Hobby! – Ein Hobby kann sich eine pflichtbewusste Monarchin nicht leisten!

Doch jetzt erlaubt sich die Queen hin und wieder dieses Vergnügen – natürlich nur wenn die Staatsgeschäfte nicht darunter leiden…

Alan Bennett zeigt mit britischen Understatement, was wäre wenn,…

…dabei lässt er die Queen in ihrer ganzen royalen Persönlichkeit vor dem geistigen Auge des Lesers aufleben, würzt diese amüsante Geschichte mit einer Prise schwarzem Humor und einer gehörigen Portion Situationskomik,…

…ohne dabei „Her Majesty“ despektierlich vom Thron zu stoßen. Im Gegenteil: Er erweist ihr den gebührenden Respekt!

…und vermittelt eine Botschaft, die jeder passionierte Leser versteht: Lesen verändert dein Leben!!!

Ein zauberhaftes Buch – Alan Bennett „at his best“!


erschienen bei Wagenbach/ ISBN: 978-3803112545

MONTAGSFRAGE #5: Musstest du schon mal ein Buch abbrechen, weil es zu gruselig war?

Montagsfrage (1)

Antonia Leise von „Lauter & Leise“ hat dankenswerterweise DIE MONTAGSFRAGE: Buch-Blogger Vorstellungsrunde wiederbelebt und stellt an jedem Montag eine Frage, die Interessierte beantworten können und zum Vernetzen, Austauschen und Herumstöbern anregen soll! Ich bin gerne dabei!!!

In meinem MONTAGSFRAGE-Archiv finden Sie Fragen & Antworten der vergangenen Wochen.


Buch-Blogger Vorstellungsrunde: Musstest du schon mal ein Buch abbrechen, weil es zu gruselig war?

Der Oktober ist da! Er leuchtet entweder wieder in satten Farben in Rot, Orange und Gelb oder betrübt ganz grau in grau. Zudem lauert am Ende des Monats das entbehrliche Import-Fest „Halloween“, und seine Deko lugt jetzt schon um jede Ecke in den Geschäften. Genau die richtige Zeit für gruselige Geschichten, die einen beim Lesen unter die Wolldecke flüchten lassen.

Als ich Antonias heutige Frage lass, war mein erster, spontaner Gedanke: „Was bist Du langweilig!“

Ich lese keine gruseligen Geschichten. Als ich so 16 oder 17 Jahre alt war, war gerade Stephen King bei meinen Klassenkameraden sehr populär. Ich habe tatsächlich ganze 3 Bücher von ihm gelesen (Cujo, Shining und das dritte habe ich vergessen). Aber mir war schon sehr schnell nach dem ersten Roman klar, dass ich kein Fan werde, habe aber trotzdem brav bis zum Ende gelesen. Ich wollte in unserer Clique dazugehören und mitreden können (Was man in der Pubertät eben alles so anstellt, um „hip“ zu sein!).

Danach habe ich nicht unbedingt einen großen Bogen um diese Literatur gemacht, sondern sie schlicht und ergreifend nicht mehr bzw. kaum noch wahrgenommen…!

Dabei gibt es durchaus Berührungspunkte: Mein Mann liebt die skandinavischen Krimis sehr, gerade weil aus den Seiten förmlich das Blut tropft.

Ich greife lieber zu gut konstruierten Krimis mit skurrilen Ermittlern und einer Prise (gerne schwarzem) Humor und flüchte in diesem Monat natürlich ebenso gerne unter die Wolldecke: Becher Tee, Schokolade, ein toller Krimi und – sehr wichtig – mein Kater auf dem Schoss. Wäre doch schlimm, wenn ich einen Roman wegen einem hohen Gruselfaktor vorzeitig abbrechen und somit meinen Kater hochscheuchen müsste. Das könnte ich diesem armen Tier niemals antun?!

So darf ein gewisser Gruselfaktor durchaus vorhanden sein, dürfte mich aber nie zum Abbrechen der Lektüre zwingen!

Nachtrag #1: „Hip“ war ich in der Pubertät nie, und zu den Mitgliedern der damaligen Clique habe ich keinen Kontakt mehr. Dafür bin ich heute einfach nur ICH! 😊

Nachtrag #2: Nachdem ich diesen Text geschrieben hatte, war mein nächster Gedanke: „Langweilig! Ich? Nö!“ 😉


…und welchen Gruselfaktor könnt Ihr ertragen?

[Rezension] Hans Jürgen Press – Die Abenteuer der schwarzen hand

Ich habe sie geliebt – und ich liebe sie immer noch: „Die Abenteuer der schwarzen hand“

Ursprünglich hatte in den 70ern mein Bruder dieses Buch zum Geburtstag bekommen. Aber da er mehr technikaffin und weniger literaturbegeistert war, war sein Interesse an diesem Buch (da kein Stecker vorhanden) sehr, sehr überschaubar.

So habe ich mir dieses Buch ein paar Jahre später klamm & heimlich angeeignet und zu einem meiner damaligen Favoriten erkoren.

Felix, Adele, Rollo und Kiki m. E. (mit Eichhörnchen) sind 5 jugendliche Meisterdetektive, die mit Witz und Verstand die verzwicktesten Kriminalfälle lösen, indem sie Seite für Seite nach den Hinweisen suchen, die sie der Lösung näher bringen.

Ich habe mitgeraten und mitgefiebert, und selbst nach wiederholter und wiederholter Lektüre wurde mir dieses Buch nie langweilig, obwohl ich natürlich die Lösungen der Rätsel irgendwann auswendig wusste.

Hans Jürgen Press ist für mich einer der größten Illustratoren, der in jedem Bild eine eigne Welt, einen eigenen kleinen Kosmos voller Detailreichtum schuf und somit immer wieder zum Anschauen einlud.

Irgendwann war meine 70er-Jahre-Ausgabe so sehr zerlesen und zerfleddert, dass ich sie leider dem Gang alles Irdischen gehen lassen musste.

Im Jahre 2008 erschien eine gebundene Sonderausgabe: Da habe ich natürlich – ohne lange überlegen zu müssen – zugegriffen!

erschienen bei Ravensburg/ ISBN: 978-3473369942


Gabriela Wendt hat auf ihrem Blog „Buchperlenblog“ die tolle Aktion Perlentauchen ins Leben gerufen: Hier werden literarische Kostbarkeiten wieder-vorgestellt, die schon einige Jahre/ Jahrzehnte/ Jahrhunderte auf den Buckel haben aber nicht in Vergessenheit geraten sollten.

An dieser Aktion beteilige ich mich sehr gerne: Gute Geschichten sind zeitlos!

[Rezension] Agatha Christie – Autobiografisches & mehr

Wie aufmerksame Leser*innen meines Blogs sicherlich schon bemerkt haben, bin ich ein Fan von der „Queen of Crime“.

So werde ich es mir nicht nehmen lassen, hin und wieder das eine oder andere Werk von ihr hier vorzustellen.

Allen Interessierten, die mehr über diese außergewöhnliche Schriftstellerin erfahren möchten, lege ich eine sehenswerte Dokumentation auf „arte“ ans Herz.


Agatha Christie – Die Autobiographie

Die „Queen of Crime“ plaudert „by herself“ aus ihrem turbulenten Leben und tut dies völlig uneitel. Sie war immer am Puls der Zeit, interessierte sich stets für gesellschaftliche Veränderungen und war selbst das beste Beispiel, in wieweit sich das öffentliche Bild der Frau verändert hat.

Dabei verschweigt sie ihren Lesern auch nicht die vielen Tiefpunkte, die sie geprägt und zu der einzigartigen Schriftstellerin haben werden lassen. Ihr bewegtes Leben beschreibt sie emotional sehr berührend. Einzig der Dezember des Jahres 1926 findet in ihrer ansonsten so detailreichen Biographie keine Erwähnung. Abgerundet wird diese gelungene Autobiographie durch Fotos aus dem Familienalbum der Christies.

Zudem ist die Autobiographie in der Neu-Auflage im Festen Einband mit rotem Leinenrücken sehr geschmackvoll gestaltet.

erschienen bei Atlantik/ ISBN: 978-3455000528


Andrew Wilson – Agathas Alibi

Ein Abend im Dezember 1926: Aus heiterem Himmel ohne Vorwarnung verschwindet die berühmte Kriminalschriftstellerin Agatha Christie von der Bildfläche und taucht erst 12 Tagen später wieder auf. Dieses Mysterium hielt damals ihre Familie, die Presse und die Polizei in Atem und lieferte im Nachhinein Stoff für wilde Spekulationen –  zudem sie sich zeitlebens nie über die Gründe ihres Verschwindens geäußert hatte.

Andrew Wilson strikt um die wenigen bekannten Fakten eine fiktive Geschichte im Christie-Stiel und liefert einen Kriminalroman mit der „Queen of Crime“ im Mittelpunkt, der immer wieder Bezug auf ihren bekannten Roman „Alibi“ nimmt. Dabei erreicht er nicht die erzählerische Qualität des Originals, liefert aber einen durchaus spannenden und unterhaltsamen Krimi, dessen Lektüre zur Folge hatte, dass ich „Alibi“ nochmals lesen musste!

erschienen bei Pendo/ ISBN: 978-3866124226


Agatha Christie – Alibi. Ein Fall für Poirot

Hercule Poirots 3. großer Fall hat es in sich: Mrs. Frerrars steht im Verdacht, ihren Gatten ermordet zu haben. Nun ist sie selber tot! Roger Ackroyd versucht verzweifelt, die Umstände ihres Todes herauszufinden. Doch bevor er reagieren kann, wird auch er ermordet. Hercule Poirot hatte so sehr gehofft, seinen Ruhestand ruhig und friedlich auf dem Lande verbringen zu können. Doch das Landleben entpuppt sich alles andere als ruhig und friedlich…

Agatha Christies Werk begründete ihren Weltruhm als bedeutende Kriminalautorin und gilt als einer der einflussreichsten Kriminalromane, die jemals geschrieben worden sind. Gerade sein überraschendes Ende und die ungewöhnliche Wahl des Täters sorgten nach Erscheinen bei seiner Leserschaft für Aufruhr, führte aber zu einem Umdenken im gesamten Krimi-Genre.

Auch mich zog dieser Krimi (mal wieder) bis zur letzten Seite in seinen Bann – ein echter „Pageturner“!!!

erschienen bei Atlantik/ ISBN: 978-3455650044

MONTAGSFRAGE #4: Ordnest du deinen Bücherschrank oder geht bei dir alles kreuz und quer?

Montagsfrage (1)

Antonia Leise von „Lauter & Leise“ hat dankenswerterweise DIE MONTAGSFRAGE: Buch-Blogger Vorstellungsrunde wiederbelebt und stellt an jedem Montag eine Frage, die Interessierte beantworten können und zum Vernetzen, Austauschen und Herumstöbern anregen soll! Ich bin gerne dabei!!!

In meinem MONTAGSFRAGE-Archiv finden Sie Fragen & Antworten der vergangenen Wochen.


Buch-Blogger Vorstellungsrunde: Ordnest du deinen Bücherschrank oder geht bei dir alles kreuz und quer?

Was ist das denn bitte für eine Frage? (Kopf schütteln!)

NATÜRLICH stehen meine Bücher ordentlich in Regal!

NATÜRLICH sind meine Bücher säuberlich nach Autoren und Erscheinungsdatum sortiert!

NATÜRLICH werden meine Bücher auch mindestens 2x im Jahr fein säuberlich abgestaubt!

OKAY, auch bei mir mangelt es langsam am Platz, darum stehen die Bücher leider teilweise in zweiter Reihe, und die Genres müssen sich bedauerlicherweise hin und wieder ein Regalbrett teilen. Zum Glück sind die Genres tolerant genug, dass sie friedlich miteinander leben können!

ABER, meine Bücher sind mir heilig! Da gibt es keine Eselsohren, Knicke im Schutzumschlag oder schiefgelesene Buchrücken. Dafür sind sie mir zu sehr lieb & teuer (in Emotionen und Euronen gemessen), als das ich sie kreuz und quer ins Bücherregal stelle, lege oder werfe.

ALSO: Was ist das denn bitte für eine Frage? (nochmal: Kopf schütteln!)

Mediothek 24.09.2018.JPG(Beweisfoto vom Tatort)


…und wie sieht es in Euren Bücherregalen aus? Ich freue mich über Euer „Outing“!

Ein Porträt: Ernest Hemingway

Ernest Miller Hemingway (* 21. Juli 1899/ † 2. Juli 1961)

Er gilt als der bekannteste und erfolgreichste US-amerikanische Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Dabei ließ er sich nur ungern auf ein einziges Metier reduzieren – viel zu groß war seine Lust am Leben. Gleichzeitig war er immer ein Getriebener, dem Depressionen und übermäßiger Alkoholkonsum die meiste Zeit seines Lebens begleiteten.

So war er u.a. auch als Großwildjäger, Abenteurer und Kriegsberichterstatter aktiv (die Liste ließe sich weiter fortführen). Wobei seine gesammelten Erfahrungen auf diesen Gebieten, sich auch immer in seinen literarischen Werken niederschlugen.

Er schuf damit eine große Reihe an Klassikern der modernen amerikanischen Literatur, die ebenso erfolgreich verfilmt wurden.

Ernest Hemingway wurde u.a. der Pulitzer-Preis und der Friedensnobelpreis für Literatur verliehen.

Sei Erzählstil wirkt auf mich eher gradlinig, karg und nüchtern. Er verzichtet in der Regel auf  Ausschmückungen, traf aber mit seinem Stil den damaligen Nerv der Zeit und zeichnet ein realistisches Bild der „Lost Generation“.

Dabei trifft er den jeweiligen Ton der Geschichte so exakt, das ich weitere Erklärungen nicht vermisse – im Gegenteil: Gerade diese Kargheit beinhaltet eine leise Poesie.


Auswahl seiner Werke:
  • Der alte Mann und das Meer erschienen bei Rowohlt/ ISBN: 978-3499267673
  • Schnee auf dem Kilimandscharo erschienen bei Rowohlt/ ISBN: 978-3499272868

Gestern hatte ich meinen letzten Einsatz…

…in diesem Jahr für unsere Vorlese-Reihe für Kinder „Zeit für Geschichten“:

Was macht man(n) nicht alles für die Leseförderung,…

…z. Bsp. trotz einer Kehlkopfentzündung vorlesen (Schmerztablette + Lesung kürzen = geht schon).

Meine jungen Zuhörerinnen (diesmal hatten nur Mädchen den Weg in „die schatulle“ gefunden) waren sehr aufmerksam bei der Sache und lauschten gespannt den Abenteuern von Kommissar Gordon und seiner Assistentin dem Mäusemädchen Buffy. Vor einem solchen Publikum zu lesen, macht mir immer ein großes Vergnügen.

Doch danach hieß es für mich wieder: „Klappe halten!“ (…und das fällt mir immer sehr schwer!)